Category Archives: Spanischer Staat

Den Haag (Niederlande): Solidarität mit der am 13. April verhafteten Anarchistin

1_162_15Am 30 Juni haben wir Solidaritätsaktionen für unsere GefährtIn durchgeführt, die sich in Isolisationshaft in Spanien befindet. Ihr wird die Beteiligung an einer Enteignung in einer Bank in Aachen, vor zwei Jahren vorgeworfen. Sie wartet auf ihre Auslieferung nach Deutschland, die voraussichtlich diese Woche geschehen wird.

Aus Solidarität sprühten wir die Texte „Freiheit für unsere Spanische Gefährtin“ an eine Dienststelle der Spanischen Botschaft in Den Haag und verklebten die Schlösser. Am Morgen wurde während der Rush Hour ein Transparent über die Autobahn mit dem Text gehängt: „Brennt alle Gefängnisse ab. Freiheit für unsere spanische Gefährtin“

Uns interessiert nicht, ob die Gefährtin tatsächlich verantwortlich für den Banküberfall ist oder nicht. Enteignung ist eine ethisch begründete und politisch legitimierte Praxis, eine Methode des Kampfes, der Teil der Geschichte aller revolutionären Bewegungen ist.

Ungeachtet der ständigen Versuche der Macht diese Methode auf ein „gewöhnliches Verbrechen“ mit dem Motiv „persönliche Gier“ zu reduzieren“ ist Faktum, dass Enteignung von Orten von Kapitalanhäufung eine Konstante in unserer Geschichte darstellt: Von den anarchosyndikalistischen Gruppen im frühen 20. Jahrhundert, die Banken überfielen, um Streiks zu unterstützen oder den Familien inhaftierte GefährtInnen zu helfen, bis zu den verschiedenen Autonomen Gruppen der 70er und 80er Jahre.

Wir rufen zu Solidaritätsaktionen für die inhaftierte Gefährtin auf. Sofortige Freilassung für die Gefährtin.

Brennt alle Gefängnisse ab!
In Solidarität, einige AnarchistInnen

auf Englisch

Auch in Amsterdam gab es eine Solidaritätsaktion.

Es wurden zwei Transparente an den Seiten der Brücke im Vondelpark, auf der Höhe der Eerste Constantijn Huygenstraat, aufgehängt. Nachdem die Transparente aufgehängt waren, wurden außerdem Flugblätter mit Botschaften wie: „Zerstört alle Gefängnisse und die Welt, die diese braucht, bis wir alle frei sind“, usw in die Luft geworfen.
Auf der Rückseite der Flugblätter befand sich die Adresse der Webseite, auf der über den Fall und der Solidarität dazu informiert wird.

banner enBANNER2Für die Ausbreitung der aktiven Solidarität!
solidariteit.noblogs.org

Spanischer Staat: Bericht der Demonstration in Solidarität mit der am 13. April verhafteten Anarchistin in Manresa

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erhalten am 04.07.2016

Am 1. Juli demonstrierten ungefähr 30 Personen in den Straßen von Manresa, um ihre Solidarität mit der am 13. April verhafteten und vor kurzem an Deutschland ausgelieferten Gefährtin zu zeigen.
Hinter einem Transparent mit dem Slogan „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? Solidarität mit der Anarchistin 13-A“ sammelte sich eine Kundgebung, die sich in eine Demonstration verwandelte. Auf der Route wurde ein Teil des Zentrums und der gut besuchte Passeig Pere III passiert, einige Straßen wurden abgeschnitten, Transparente wurden aufgehängt und die Wände der Stadt wurden mit Postern und Slogans, wie „Sie bauen Mauern für Migranten und liefern Rebellen aus“ beschmückt.

Parolen wie „Freiheit für Anarchisten zu kämpfen“, „Wenn die Bank dich beraubt, beraube die Bank“ oder „Wenn sie eine von uns angreifen, greifen sie uns alle an“ konnte man lautstark in den Straßen und Gassen hören.

Diese neue Intervention soll zeigen, dass jeder Repressionsschlag ein weiterer Grund ist, um weiter zu kämpfen!“

Liebe und Solidarität mit der am 13. April verhafteten Gefährtin! Wut und Verachtung für jene, die sie eingesperrt halten.

Madrid: Bericht der Manifestation vor dem Knast von Soto del Real, wo die am 13. April verhaftete Gefährtin eingesperrt ist

Letztes Wochenende machten sich einige Gefährten auf zum Soto del Real Knast in Madrid, um die Isolation zu durchbrechen, die der am 13. April verhafteten Anarchistin auferlegt wurde, und, um der Gefängnisinstitution zu zeigen, dass weder sie noch jede andere kämpfende eingesperrte Person vor dem Staat alleine ist. Die Manifestation war ein Erfolg, obwohl wir nicht viele waren. Die Gefährtin berichtete uns später, dass sie den Lärm der Leute hören konnte und so die Stille, die auf ihre Umgebung gelegt worden war für einen Moment gebrochen wurde. Ein kurzer Bericht der Manifestation:

Letzten Samstag, 25. Juni, hielten ungefähr dreißig Personen eine Manifestation vor dem Gefängnis von Soto del Real (Madrid) ab, um ihre Ablehnung gegen die Inhaftierung und Auslieferung der Gefährtin zu zeigen, die am 13. April verhaftet wurde aufgrund der Anklage eines Bankraubs in Deutschland.

Es wurde Parolen in Solidarität mit den Gefangenen und gegen Strafanstalten geschrien, außerdem wurde ein Text in Solidarität mit der Gefährtin und ein weiterer zur Situation von eingesperrten Frauen vorgelesen. Zur gleichen Zeit wurden Feuerwerkskörper abgeschossen, um die Mauern mit Lärm zu überbrücken und somit die auferlegte Distanz zwischen denen drinnen und denen draußen zu brechen.

Während der Manifestation tauchten einige Bullen der Guardia Civil auf und wollten die anwesenden Personen identifizieren, was verweigert wurde. Trotzdem endete die Sache mit einer repressiven Maßnahme, da die Beamten jedes Auto beim Verlassen anhielten, die Autos registrierten und alle Personen identifizierten.

Lasst uns nicht vergessen, dass diesen Donnerstag, 30. Juni, unsere Gefährtin definitiv den deutschen Behörden ausgeliefert werden wird. All das, nach mehrfachen Sanktionen durch die Direktion der Strafanstalt von Soto del Real, wie das Verbot eines Vis-à-Vis Besuchs mit ihrer Partnerin am Tage ihrer Hochzeit oder das Verbot von telefonischer Kommunikation mit ihr und einer anderen Person.

Lasst uns die Solidarität und die Rebellion ausdehnen.

NIEDER MIT DEN GEFÄNGNISMAUERN!!

MAUERN UND SCHLIESSER,
IHR WERDET NIEMALS UNSERE LEIDENSCHAFT FÜR DIE FREIHEIT ZUM SCHWEIGEN BRINGEN!!

Unterstützungsseite: Solidaritat Rebel

Spanische Knäste: Repressalien gegen die in Soto del Real eingesperrte Gefährtin

erhalten am 27.06.2016

Seit einigen Tagen ist die, seit 13. April in Soto del Real eingesperrte, anarchistische Gefährtin Ziel verschiedener Strafmaßnahmen durch die Gefängnisdirektion ausgesetzt.

Gerechtfertigt durch „Sicherheitsgründe“ wird ihr nicht nur ein Vis-à-Vis Besuch mit ihrer Partnerin am Tag ihrer Hochzeit verweigert, sondern auch die telefonische Kommunikation mit ihr und einer anderen Person wurde ihr untersagt. Außerdem hat der stellvertretende Direktor verschiedene Disziplinarsanktion ausgesprochen, da sie beispielsweise andere Gefangene „zur Revolte angestiftet“ haben soll oder als Bestrafung für das nächtliche Sprechen mit anderen Inhaftierten.

Alle diese Bestrafungen sind als Repressalien für ihr kämpferisches und solidarisches Verhalten zu verstehen, da sie trotz der Distanz und der Isolation entschlossen weiterhin an den Kämpfen in den Straßen teilnimmt, indem sie eine Unterstützungsnachricht an die Banc Expropriat in Gràcia geschickt und einen weiteren Brief geschrieben hat, in dem sie ihre politischen Überzeugungen und Praxen des Kampfes gegen den Staat und das kapitalistische System bestärkt.

Aus unserer Perspektive, die sich in den Straßen befinden, kann allen diesen Versuche, sie zum Schweigen zu bringen und sie zu isolieren nur entgegengesetzt werden, dass die Zeichen der Solidarität und die Bemühungen diese ihre Worte zu verbreiten und zu verstärken, sich multiplizieren, für die sie sie noch mehr bestrafen wollen. Wir wollen außerdem darauf hinweisen, dass die festgesetzte Frist für ihren Aufenthalt in Soto del Real in Kürze abläuft und ihre Auslieferung an den deutschen Staat für den 30. Juni festgesetzt ist.

Wir werden nicht zulassen, dass sie die Stimmen von kämpfenden Gefangenen zum Schweigen bringen!

Lasst uns den Kreis zerstören, mit dem sie unsere Gefährtinnen isolieren wollen!

Verbreitet die Nachrichten – Raus auf die Straße – Nehmt an den Aufrufen teil – Handelt!

Salamanca: Demonstration für aktive Wahlenthaltung

Cartel-1

erhalten am 24.6.

“DEIN LEBEN IST DEINS, LASS ES DIR NICHT STEHLEN

FÜR AKTIVE WAHLENTHALTUNG”

Demonstration 26. Juni / 12 Uhr

Puerta Zamora

Weil Veränderung nur VON UNTEN möglich ist

bauen wir Leben in Gemeinschaft auf

organisieren wir uns in unserem Viertel

kämpfen wir für unser Leben

tuvidaestuya@riseup.net

Nicht wählen, jeden Tag entscheiden…

spanischer Aufruf

Spanische Gefängnisse: Update und Worte von der anarchistischen Gefährtin, die wegen Bankraubs von Auslieferung bedroht ist

solidaritatrebelam 17.6. erhalten

Vor ein paar Tagen, als wir die Auslieferung der Gefährtin, die am 13. April verhaftet wurde schon für gesetzt hielten, erhielten wir die Nachricht, dass die Auslieferung nach Deutschland um einen Monat aufgeschoben wird. Dieser Aufschub, entschieden von der Audiencia Nacional, ist eine Reaktion auf den Antrag unseres Anwalts bezogen auf die schon vor der Verhaftung begonnene Vorbereitung von ihren Hochzeitsdokumenten. Sobald diese Gerichtsentscheidung bekannt war,
wurde unsere Gefährtin in das Frauengefängnis in Brieva (Avila) verlegt, von wo wir dachten dass sie die Planungen für den Flug nach Deutschland machen würden.

Aus dem Knast erhielten wir Worte, welche wir umgehend veröffentlichen werden. Zur Zeit ist unsere Gefährtin wieder im Gefängnis Soto del Real (Madrid) in Einzelhaft mit der Möglichkeit mit anderen Gefangenen Hofgang zu haben, zumindest bis zum 30. Juni, dem Tag, an dem der Aufschub für die Hochzeitsprozedur ausläuft.

In der Zwischenzeit machen wir einen Solidaritätsaufruf mit der Gefährtin in den Strassen als Unterstützung für alle inhaftierten Kämpfer*innen und um unsere tiefe Verachtung für das System, welches sie in Geiselhaft hält, um diese elendige Ordnung zu verteidigen, auszudrücken.

Worte von der am 13. April verhafteten Gefährtin:

Gefährt*innen, ich schreibe euch aus dem Gefängnis von Brieva (Avila) wo ich nach anderthalb Monaten der Einsperrung  in Soto del Real (Madrid) verlegt wurde – immer weggesperrt unter dem FIES-Regime und Einzelhaft. Ich wollte schon früher schreiben aber Kommunikation und Informationen sind sehr langsam und eingeschränkt, daher habe ich es bisher nicht getan.

Ich schätze zutiefst all die Gesetzen und Demonstrationen von Solidarität und Unterstützung.

Ich habe sie so stark gespürt, dass sie durch die Wände, Gitterstäbe und das System von Sicherheit und Kontrolle drangen. Ganz egal wie sehr sie es versuchen, sie werden es niemals schaffen unseren Willen und unsere Entschlossenheit zu brechen oder zu stoppen, gegen diese Welt der totalen Misere, in der sie uns zu leben zwingen, zu rebellieren.

Es sind genau die schwierigsten Umstände die uns noch mehr Stärke und Entschlossenheit geben die Möglichkeiten des Konflikts zu verbessern und zu stärken, sowohl drinnen als auch draussen. Die Kämpfe für die Befreiung von allen Fromen der Unterdrückung sind zahlreich, genau wie
die verschiedenen Methoden und gerechten und legitimen Praktiken des Kampfes.

Von der bloßen Verweigerung, egal welche Autorität anzuerkennen, zum Angriff und Enteignung einer Bank.

Die wichtigste Sache bei Aktionen ist, dass diese sich von selbst erklären: ihre Zielsetzung, ihr Zweck und ihre Werte.

Wenn sich verschiedene Kämpfe in einem größeren Kontext verbinden,  dann komplettieren und stärken sie sich gegenseitig und setzen der Trennung zwischen Politischem und Persönlichem ein Ende: alle persönlichen Entscheidungen, die wir in unserem Leben treffen sind politisch während
alle politschen Entscheidungen direkt unser persönliches Leben betreffen.

Natürlich müssen wir bei jedem Schritt den wir tun vorsichtig sein, um nicht in den Händen des Staates und seiner Diener zu landen.

Aber wir wissen sehr gut, dass der Kampf einen Preis hat.

Der Staat und die Medien antworten jedesmal mit mehr Repression und mit zunehmend hartnäckiger Verfolgung durch die Medien gegen alle, die sich gegen sie wenden.

Jetzt gerade bin ich hier, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass ich bald nach Deutschland ausgeliefert werde. Ich fühle mich stark, angesichts der Situation und alles was kommen wird. Vor allem stolz auf unsere Ideen, Werte und anarchistischen Praktiken, auf das Leben für welches wir uns entschieden haben und uns weiterhin Tag für Tag entscheiden.

Kraft und Solidarität mit allen verfolgten und eingesperrten Kämpfer*innen!
Der Kampf geht weiter – Sie werden uns nicht aufhalten!

1. Juni 2016
Gefängnis von Brieva (Avila, Spanien)

Quelle: (Solidaritätsseite für die Gefährtin): solidaritatrebel.noblogs.org

auf Spanisch  / englischsprachige Übersetzung auf 325

Spanischer Staat, Madrid: Sabotage an Bankautomaten in Solidarität mit Banc Expropriat

banc-expropriat-defensemIn der Nacht vom Sonntag 29. Mai wurden mit Hämmern 10 Bankautomaten von verschiedenen Bankfilialen im Quartier Carabanchel unbrauchbar gemacht, darunter von Caixa Catalunya und BBVA.

Von Madrid aus: der Widerstand, den die Compas gegen die Repression des Banc Expropriat leisten, erfüllt uns mit Stolz und Freude und wir möchten einen komplizenhaften Gruss voller Wut und Kraft zur Weiterführung des Krieges senden.

Auf das kein Angriff ohne Antwort bleibe. Zur Verbreitung der anarchistischen Revolte.
Weder Wohnungen ohne Leute, noch Banken ohne Enteignung…!! Banc Expropriat resiste!!

Üb. mc, Knast Salez, CH aus dem Spanischen

Spanien: Der Anarchist Gabriel Pomba da Silva ist zunächst aus dem Gefängnis entlassen, wurde aber in die Klandestinität getrieben

KettensprengenGabriel Pombo da Silva wurde dann doch aus dem Gefängnis entlassen. Aber offensichtlich wollen sie  ihn in 45 Tagen wieder einschließen. Deshalb haben sie ihm keine andere Wahl gelassen, als in den Untergrund zu gehen, wie seinem letzten Kommuniqué zu entnehmen ist:

C.N.A., 10. Juni 2016

„Der Anarchismus betrifft das Individuum, nicht nur der Gemeinschaft
sondern sich selbst gegenüber. Der Anarchismus wendet sich nicht an den
„Bürger“ sondern an den Menschen.“ – Albert Libertad

Liebe Genoss_innen

Endlich, nach vielem Hin und Her vom Knast und den Gefängnisbehörden, haben sie sich verpflichtet gefühlt, ihre eigenen Gesetze zu befolgen, die sie sonst stets verletzen und ich bin hier endlich in Freiheit, richte diese ersten Worten der Dankbarkeit und Liebe an alle, die ihr mich diese letzten 30 Jahre begleitet und in meinem eigenen anarchistischen Glauben bestärkt habt und dabei die elementaren Prinzipien des Anarchismus, gegenseitige Unterstützung und Solidarität, verwirklicht habt. Das hat mich schließlich aus den Klauen der Gefängnisbestie befreit, gegen die ich auf der Straße weiter kämpfen werde, ohne die persönliche Schlacht zu vergessen, die draußen geschlagen wird, da es für mich kaum Unterschiede zwischen dem einen System und dem anderen gibt.

Ich weiß sehr genau, dass ich, noch Teil all dessen,  sehr privilegiert bin, da ich auf die Unterstützung von Genoss_innen zählen konnte. Es gibt viele, die nicht von dieser Chance profitieren können. In den kommenden Tagen werden wir Kommuniqués herausbringen, die schon über die spezifische Materie unserer Bewegung und möglicher Strategien eintreffen, die wir entwickeln müssen, um den ganzen Institutionalismus und buen-rollismo (d.Ü.: good vibes?) des revolutionären Anarchismus unserer Älteren/Vorkämpfer_innen/Vorgänger_innen zu erneuern.

Ich möchte festhalten, dass ich niemals unsere libertären Genoss_innen vergessen werde, die im spanischen Staat und auf der Welt gefangen gehalten werden, besonders Mónica, Francisco, Claudio und die zuletzt in Haft genommene Genossin/die letzte in Haft genommene Genossin, die an Deutschland ausgeliefert werden wird, wobei ich viele außer Acht lassen, die ich nicht namentlich erwähne.

Es bleibt viel zu tun, das ist gewiss, aber letztlich wird es nicht bei Lust, Vorfreude und Entschlossenheit bleiben. Ich werde hier nicht auf die niederträchtigen Versuche der Gefängnisleitung, meine Entlassung zu verhindern, eingehen. Das werden wir mit offiziellen Schreiben dokumentieren, in denen sich eindeutig zeigen wird, wie grob und wirr die Justiz dieses Landes ist. Ich bin frei und so wie es aussieht beabsichtigen sie, mich in 45 Tagen von Neuem einzusperren, von Neuem ihre Hunde auf mich loszulassen. Selbstverständlich werde ich weder freiwillig in den Knast gehen, noch mit dem „Gesindel“ paktieren, mich auf irgendeine ausgehandelte Entlassung einlassen. Daher nehme ich an, dass mir nicht mehr bleibt, als aus dem Schatten zu kämpfen, diejenigen Prozesse und antiautoritären Projekte unterstützend, die voranzutreiben ich für nötig halte, mit allen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, bis hin zum Untergrund in den sie mich treiben.

Alle Menschen und Organisationen zu erwähnen, die mich während all dieser Jahre unterstützt haben, ist unmöglich, es sind zu viele. Ich möchte nur, dass ihr wisst, dass ihr heute, morgen und immer auf mich zählen könnt, wenn es um den Anarchismus und die soziale Revolution geht. Heute, von einem Aufenthaltsort außerhalb der Mauern, schicke ich Berge von Grüßen.

Gabriel Pombo da Silva

Ein kleines Gedicht, die verbesserte Version hat Mónica in ihrer Zelle

1. Akt (Vorspiel)

Ich entdecke in jedem Gestirn ein Teil meiner ursprünglichen yoedad:
Wasser, Sauerstoff, Wasserstoff, Mineralien, Aminosäuren

Ein Wassertier, Reptil, Säugetier sein; Homo Sapiens Sapiens: Sternenstaub

Mensch der seine Herde und seine sklavische Moral leugnet. Mörder der
Götter. Ewiger Gott an meiner statt, Bruder der Einzigen. Ares, Gott des
Krieges, Giordano Bruno und Nietzsche.

Dichter und Enteigner eines alten Geschlechts: Renzo Novatore, Severino
di Giovanni, Durruti und Sabaté

Zum Tode verurteilt wie Augustín Rueda und Puig Antich. Blut der Ketzer
und Gotteslästerer.
Sprecht nicht mit mir Kinder! Sprecht nicht mit dem, der euch empfiehlt
zu leiden und den Schmerz zärtlich zu empfangen, als Teil des Prozesses
und der Erfahrung, die uns befreit!

Wir sind Sternenstaub… Partikel dieser wunderbaren Weite. Nichts hält
uns auf, im Leben und Sterben erzeugen wir Supernoven

Bruder Insekt, Flechten der Erde, Erdbeben. Körper, die sich formen um
sich ihrem Lebensraum anzupassen…

Welch Ironie, dass eine falsche Interpretation der Werke Platons und
Aristoteles’ zum Ergebnis hatte, dass die Spezies, die sich von weitem
in ihren Kulturen zeigt, sich freiwillig ihren metaphysischen Fiktionen
unterwarf!

Ein schmutziger Wurm der Mensch, der Gottesfurcht toleriert und sich auf
der Suche nach Befreiung den Magiern und Theologen in die Arme wirft!!

Es gibt keine Befreiung, nur Oxidation, Tod, Lebensphase. Nicht einmal
Mahnung an jemanden: mein zerstörerischer Nihilismus hat ein Monster
erschaffen.

Ich sehe mit Reptilienaugen, agiere wie eine Katze, bin der nächtliche
Uhu und der Stier, der sein Territorium einfordert.

Morgen…Kind…wenn du alt wirst auf dem Pfad des Krieges und der
Anspannung, wirst du in deinen Pupillen zwei Sonnen einschließen. Deine
Sporen werden zu neuen Blumen des Schlechten aufkeimen.

Das ist der ganze Sinn; Poesie Liebe und Tod

2. Akt (Schlussfolgerung)

Aus dieser Höhe kann ich die Augen all meiner Vorfahren sehen. Ich danke
euch für das Vermächtnis, und dir, Mutter, mein Fleisch, meine
barbarische unzivilisierte Herkunft.

Und was nun? Ich habe gelernt eine Sprache zu sprechen, die niemand
kennt. Ich habe gelernt Titanen der tausendjährigen Indoktrinierung zu
schlagen

Ich spreche mehr mit den Gestirnen als mit den Menschen. Ich spreche
mehr mit den Toten als mit dem Lebenden. Es fehlt mir nur ein Wolf zu
sein, der auf dem Berg umherstreift um den Vollmond anzuheulen.

Ich möchte aufhören zu sprechen. Nichts sein als innere Erregung. Wilde
Blicke. Körper, die sich ineinander verflechten. Münder dir nur den
Zweck haben zu küssen. Körper, die sich aufmachen diese nichtige
Schöpferin der Ewigkeit zu lieben.

Wörter öffnen nicht nur Wege, sie versperren sie auch.

Gabriel

Zur Verhaftung vom 13. April 2016 in Barcelona

JEDES HERZ IST EINE ZEITBOMBE

Am 13. April dieses Jahres führte eine Operation der Mossos d’Esquadra (autonome katalanische Polizei) in Zusammenarbeit mit der deutschen Polizei drei Hausdurchsuchungen durch, zwei davon in Privatwohnungen und eine weitere im besetzten sozialen Zentrum Blokes Fantasma. Diese Polizeioperation endete mit der Verhaftung unsrer Gefährtin, die mittels eines europäischen Haftbefehls aufgrund der Anklage des deutschen Staates gesucht wurde, an der Enteignung einer Bank im Jahr 2014 in eben jenem Land teilgenommen zu haben.

Die Gefährtin wurde am 14. April in den Isolationstrakt des Gefängnisses von Soto del Real (Madrid) überstellt, wo sie unter dem FIES-Regime inhaftiert wurde. Obwohl sie den Willen ausgedrückt hat nicht ausgeliefert zu werden, beugte sich die Richterin der vierten Kammer der Audiencia Nacional (Staatsgerichtshof für schwere Verbrechen), Angela Murillo, (wie üblich) dem Willen des deutschen Staates und vermeldete am 26. Mai die Auslieferung unserer Gefährtin innerhalb von 10 Tagen an eben jenes Land, wo auf sie ein Hochsicherheitsgefängnis wartet.

Die Staatsanwaltschaft von Aachen (Deutschland) ist die selbe, die am 24. Juni des Vorjahres einen EuHB gegen eine weitere anarchistische Gefährtin ausstellte, die an der griechisch-bulgarischen Grenze verhaftet und dort zwei Monate inhaftiert wurde. Danach wurde sie nach Köln ausgeliefert, wo sie weitere vier Monate in Untersuchungshaft wegen der Anklage an einer Enteignung einer anderen Bank, in diesem Fall im Jahr 2013, teilgenommen zu haben, verblieb. Seit dem 16. Dezember des letzten Jahres befindet sie sich in „Freiheit“ und wartet auf den Gerichtsprozess.

Das was sie Krise nennen ist nicht mehr als die zigste kapitalistische Restrukturierung, die uns auf der einen Seite die Verunsicherung, Prekarisierung und Verarmung unserer Leben bringt und auf der anderen Seite all jene Personen unterdrückt und einsperrt, die sich entschieden haben gegen dieses Leben der Misere, zu dem sie uns verdammen, zu kämpfen und zu rebellieren. Es handelt sich um deutliche Beispiele für die Stützen ihrer Repression: das sogenannte Knebelgesetz, das Strafgesetzbuch in all seinen Formen und Reformen, die neue Antiterror-Gesetzgebung… Um alle politischen Mittel und ökonomischen Notwendigkeiten, die es ihnen erlauben den Status Quo zu erhalten, umsetzen zu können, müssen sie fortfahren ihren repressiven und Kontrollapparat zu perfektionieren. Im Namen der Sicherheit und der Demokratie ist die Kollaboration zwischen Staaten im repressiven Bereich eine Realität, die auf dem Vormarsch ist. Europäische Haftbefehle, Treffen von uniformierten Kollegen verschiedener Länder, Datenbanken von „unerwünschten Personen“ und DNA, die auf europäischer Ebene geteilt werden, sind Teil ihres Kontrollarsenals.

Das scheinheilige Europa des Gewinns öffnet seine Grenzen für die Zirkulation von Kapital und Waren und schließt diese gleichzeitig für jene Personen, die sich nicht damit abgeben von den Abfällen zu leben, die aus der Misere und den verwüsteten Gebieten fliehen, oder für jene, die vor den Kriegen flüchten, welche die Mächtigen ausgelöst oder genährt haben. Dieses Europa betrachtet gleichmütig die Barbarei, die es ausgelöst hat, als schreckliche Normalität.

Die vergangenen und neuen Erfahrung zeigen und erinnern uns daran, dass der Bruch mit der Normalität möglich ist; die Regeln der Macht, des Konsens und des Kapitals herauszufordern und uns unsere Leben wiederanzueignen.

Die Erfahrung der Verteidigung der Banc Expropiat (kürzlich geräumtes soziales Zentrum) in den Straßen von Gràcia in Barcelona haben nicht nur einen Spalt in der Pazifizierung aufgebrochen, die sie uns täglich versuchen aufzuzwingen, sondern hat auch eine Möglichkeit und Hoffnung eröffnet, um eine Form des selbstbestimmten, würdevollen, erfüllten Lebens zu konstruieren. Wir wissen, dass die rebellischen Feuer, die in Gràcia brannten, das Herz unserer Gefährtin in ihrer Isolation in Madrid entfacht haben und sie trotz der Distanz viele der Gesten und Leidenschaften dieser Nächte begleitet haben.

Es ist uns egal ob die Gefährtin „schuldig“ oder „unschuldig“ für die Taten ist, die sie ihr zuschreiben, das sind Kategorien, die wir den aasfressenden Verteidigern des Systems überlassen.

Jeder Akt der Enteignung des Feindes, der uns seit Jahrhunderten beraubt, ist nicht nur legitim sondern wünschenswert.

Unsere uneingeschränkte Komplizenschaft für alle, die ihre Freiheit riskieren, um das Kapital zu enteignen.

Heute, 30. Mai, wurde die Gefährtin ins Gefängnis von Brieva in der Provinz Ávila überstellt. Wahrscheinlich haben sie eine Reihe von Verlegungen in verschiedene spanische Gefängnisse vor der Auslieferung an Deutschland für sie vorbereitet, ein weiterer Versuch der Züchtigung, den der spanische Staat speziell gegen rebellische Gefangene zur Schau stellt.

Rebellische internationale Solidarität mit der in Barcelona am 13. April und der in Bulgarien verhafteten Gefährtin.

Freiheit für alle anarchistischen Gefangenen!

Für die Ausbreitung der Revolte

Grenzenlos solidarische Anarchisten.

„Wenn man kämpft kann man verlieren. Wenn man nicht kämpft hat man schon verloren“ R.Z.

Dueñas, Spanien: Gabriel Pombo da Silva erneut verlegt

In der Nacht vom 12. zum 13. Januar wurde Gabriel Pombo da Silva wieder verlegt. Er sagt, dass alles sehr schnell ging. Es geht ihm soweit gut. Sobald es Neuigkeiten gibt zu seiner derzeitigen Situation, werden die natürlich weitergegeben.

Zunächst wäre es gut, wenn er dort möglichst schnell viel Post bekäme. Die Adresse ist:

Gabriel Pombo da Silva
Centro Penitenciario de Dueñas (Palencia)
Ctra. Local P-120,
34210 Dueñas (Palencia)
Spain

Amor y Rabia

Juankar Santana Martín: DIE KNAST-KNÄSTISCHE TIMO*-KRATIE

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Wieso hauen die den Statuen soviel Zwinkern und Blinzeln in den Stein?

Ich breche erneut das Schweigen um wieder einmal die Pünktchen auf die „is“ zu setzen und euch zu informieren, dass die Zentraldirektion der Haftanstalten über ihre Repressoren (genauer, kompromiss- und gnadenlose, über den direkten Oberverantwortlichen, den diktatorialen Direktor und Sicherheits-Vizedirektor dieses Vernichtungslagers „La Moraleja“) aktuell mit allen verfügbaren Repressionsmitteln versucht, meine freie Meinungsäusserung zu beschränken und so meine Grundrechte dreist angreift.

Wie ihr alle wisst, hat diese Bande von Kanaillen am 15. August meinen mit meiner geliebten Gefährtin vorgesehenen Besuch willkürlich sabotiert, indem sie einen selbstgemachten „Datumsfehler“ vorgeschoben haben. Als wäre es ein enormer humanitärer Akt (hier haben sie einen echt geistesgestörten Sinn für Humanitarismus) massten sie sich an, uns elende 20 Minuten Besuch mit eisigem und dreckigem Panzerglas dazwischen zu „gewähren“, was ich trotz der lieben und zärtlichen Worte meiner Gefährtin, die mich um Geisteskraft und Ruhe bat, entschieden habe, individuell nicht zu akzeptieren um mich trotz Ohnmacht aber VOLL LEGITIM lautstark und verzweifelt gegen diesen institutionell-terroristischen Missbrauch und humanitäre Überdosis zu wehren.

Schliesslich entschieden sie auch diesen von diesen perversen Wesen und Vergewaltigern des Menschlichen GROSSZÜGIG gewährten miesen Besuch zu unterbrechen und ich wurde von etwa 20 Knasthyänen in die Isolierzellen gebracht. Dort wurde ich bis 20 Uhr des 16. August in Geiselhaft gehalten: nach dem Nachtessen wird mir der Übergang in das Modul 3 angekündigt um am nächsten Tag wieder zu kommen und mir zu sagen, ich soll meine Sachen packen, sie würden mich ins Modul 4 verfrachten, das als eines der konfliktuellsten Module dieses Rumgeschiebe-Loches betrachtet wird, während es eigentlich ein von der Knast-Knästchen Inquisition potenziert ausgrenzendes und dazu höchst dirkriminierendes Modul ist. Und eine mit nichts zu rechtfertigende Rechtfertigung für ihre schrecklichen Verletzungen der Rechte von Leuten, die ihrer körperlichen Freiheit beraubt sind und das rare Glück haben, in ihre Fänge und Klauen zu geraten.

Am 17. August wird mir förmlich die dreimonatige BESCHRÄNKUNG (nach Art. 42 und 45 der Gefängnisordnung) der Besuche mit allen meinen geliebten Menschen mitgeteilt. Dieser willkürliche und feige Entscheid ist des übelsten Faschismus (FRANCO-FRANCO WIEDERAUFERSTANDEN UND FÜHRT DIE ERSCHIESSUNGSMAUER WIEDER EIN!!!) WÜRDIG, wogegen ich beim Gefängnisüberwachungsrichter Frau MARÍA TERESA ROMÁN DE LA KUESTA GALDIZ als Chefin dieses Gerichts nach Artikel 76.2.G des Reglements („…IST AUFSICHTSBEHÖRDE FÜR DEN SCHUTZ GEGEN MISSBRÄUCHE UND ABWEICHUNGEN DIE GEGEN DIE VORSCHRIFTEN IM VOLLZUG ENTSTEHEN KÖNNEN“) Einsprache erhoben habe. Nun gut… somit informiere ich euch, dass die Señora einzig und allein die Rechte und Interessen der Allerheiligsten Knastinquisition schützt und sollte dem so nicht sein, soll mir bitteschön mal wer erklären, wieso einem Menschenwesen sein EINZIGES AKTUELL GELTENDES RECHT mit den geliebten Menschen zu kommunizieren beschränkt wird, um damit das missbräuchliche Verhandeln der knästischen Knastinquisition zu schüren.

Nicht ganz zufrieden damit, mir diese beschränkenden Sanktion auferlegt zu haben, erhalte ich am vergangenen 28. Oktober 2015 die Mitteilung, dass das Überwachungsgericht die Exekution der Strafabmachung bewilligt, wonach der Disziplinarrat dieses Konzentrationslagers, der eben vom Diktator-Direktor dieses Vernichtungszentrum präsidiert wird, mir 28 Tage Isolation auferlegt.

Wie ihr sehen könnt, ist der grausame Angriff auf meine Person eindeutig durch die Generalinstitution und dessen Repressionsmechanismus bewilligt, der die Sanktionen wie es ihr gerade passt verdoppelt, mit dem einzigen Ziel MICH ZU KNEBELN, damit ich die Wahrnehmung meiner wunderbaren Meinungsfreiheit und die ÖFFENTLICHE ANPRANGERUNG dieses entmenschlichenden und totalitären knästischen Knastsystems, das versucht, uns die extreme Härte dieser Vergewaltiger der persönlichen Beziehungen aufzuzwingen, ja nicht weiterführe.

Die Botschaft ist KLAR UND DIREKT: „HÄLST DU DIE SCHNAUZE UND AKZEPTIERST DU BLINDLINGS ALLE UNSERE MACHTBRÄUCHE, WIRST DU DIE EINSCHRÄNKUNGEN DEINER BESUCHSRECHTE UND AUCH DIESE 38 TAGE DER EINSAMEN ZELLE  NICHT ERLEIDEN“. So lese ich, implizit, diese elenden Verhaltensweisen, die eher in die Jahre Ende ’38 bis ’75 passen.

Aber diese bescheidene nicht Unterworfene, dieser unermüdlichen Guerillero gegen die von diesen TIMOKRATEN verbrochene Barbarei, möchte an ALLE auch eine klare Botschaft des WIDERSTANDES UND DER WÜRDE senden.

Sie mögen meinen müden und verbrauchten Körper quälen; sie mögen die Besuche mit meinen geliebten Menschen beschränken; sie mögen mich in ihre eher militärischen Verliese zwängen (wie sie unser GELIEBTER UND UNBEZÄHMBARER Genosse Paquito O.J. mühsam definierte, WIR VERGESSEN DICH NICHT, JUNGE!!!); sie mögen mich in den Ersten Grad einteilen; sie mögen mich erneut brutal foltern, wie sie es in Lleida und auch sonst mehrmals taten; sie mögen mir auch erneut den bitteren Bissen eines weiteren Prozesses als Falle und Zirkus, um mich erneut zu verurteilen, auftischen, um so meine körperliche Geiselhaft weiterzuführen und zu verlängern; ihr mögt mir alle mit euren entfremdeten und irrsinnigen Geistern ersonnenen und vorstellbaren Gemeinheiten antun… was ich rüberbringen möchte, ist die TATSACHE, dass ihr mich nie zum Schweigen bringen werdet, da ich mich seit sehr vielen Jahren kategorisch weigere, mich in einen Mittäter, aktiv oder passiv, eurer ekelhaften und fauligen KNAST-TIMOKRATIE zu verwandeln.
Und so stelle ich euch erneut  unsere würdigen Forderungen:

– NEIN ZU DEN KRANKEN IM GEFÄNGNIS
– NEIN ZUM F.I.E.S-REGIME
– NEIN ZUM ERSTEN GRAD UND ZUM ART. 10
– NEIN ZU DEN ISOLATIONSMODULEN UND ZUR ZERSTREUUNG

Und so denke und wünsche ich unbeugsam weiterzumachen, bis ich, endlich, verflucht nochmal, meine geliebte körperliche Freiheit (mit oder ohne Leben) vor euren Vernichtungslagern erhalten werde und vor eurem versteckten Business, dass ihr zur Bereicherung einiger selbsternannter Privilegierter aufgezogen habt. Denn vor eurer TIMOKRATIE ist vielen von uns die WÜRDOKRATIE klar und selbstverständlich und das wird in „PRIMUS INTER PARES“ umgesetzt. Und wer kein Lateinisch kann, hier die Übersetzung: „ DIE ERSTEN UNTER GLEICHEN“. Klar, ihr heissgeliebten Schergen??!!

UNSERE LIEBE UND UNSERE WUT SIND STÄRKER ALS ALL EURE ABSCHEULICHEN KNÄSTE!!!

Juankar Santana Martín
C.P. „La Moraleja“ -Mod, 4-
PALENCIA
ESPAÑA

* „Timo“ heisst auf Kastilianisch „Betrug“, „Abschaum“

Von Juankar Santana Martín, Centro Penitenciario „La Moraleja“, 02. November 2015, aus dem it. üb. von mc, Knast Saxerriet, Salez, CH, November 2015 (vom Kastilischen auch auf it. nicht so leicht rüber zu bringen sind, umso mehr auf de).

Spanische Knäste: Aktualisierung über Juankar Santana Martin

Neue Strafe für den Compa. Zu den drei Monaten Besuchsverbot und den acht Tagen Totalisolation wollen sie ihm nun weitere 38 Tage Zelleneinschluss hinzufügen. Das hatten sie ihm vor einem Monat mitgeteilt, die Nachricht hat uns erst vor wenigen Tagen erreicht.

Zum Tatbestand:

Am 15. August hatte der Gefangene Juankar einen Besuch mit seiner Compañera, ein vor Monaten geplantes Vis a Vis; am selben Tag teilt man ihm mit, dass der Vis a Vis nicht erfolgen kann. Auf den folgenden Protest wegen dieser Willkür antworten sie ihm, dass, da seine Compañera von so weit her gekommen ist (Italien), man ihnen einen Besuch mit Trennscheibe „gewähren“ würde. Die Arroganz und das Unrecht der Wärter lässt es hitzig werden. Juankar ist nicht bereit, die x-te Verschiebung seines Rechts auf Besuch hinzunehmen, schreit er habe dieses Recht und verlangt dessen Einhaltung. Als Antwort bringen sie ihn gewaltsam weg, schmeissen ihn zwei Tage in Isolation um ihn nachher in ein konfliktiveres Modul zu verlegen.

Später erreicht ihn die Mitteilung des Besuchsverbots in oben genannter Zeit und nun diese jüngste Rache der Kerkermeister gegen einen Gefangenen, den sie unterwerfen und annullieren möchten, aber es gelingt ihnen nicht. Ist es denn ein Privileg, die Einhaltung ihrer eigenen Normen zu fordern?

Einige Worte des Compas vom 15.09.2015
„(…) Heute Morgen haben sie mir einen Disziplinarentscheid wegen des vergangenen 15.08.2015 ausgehändigt, abgesehen von den zwei Tagen provisorischer Isolation und nicht zufrieden, dass mir jegliche Kommunikationen für drei Monate eingeschränkt wird(…), verfügen sie mir 38 Tage Isolation in der Zelle nur für einen Rapport mit zwei schwerwiegenden Verfehlungen (Angriff / Bedrohung / Nötigung von Personen und aktiver Widerstand / schwerwiegende Nichtbefolgung von Befehlen) mit zwei schweren Verfehlungen dazu (üble Nachrede / Beleidigung / Respektlosigkeit und unbrauchbar machen von Räumlichkeiten und alles wegen derselben Tat…“

Die Anklagen umfassen fast die gesamte Breite des Strafgesetzbuches: fehlende Anklagen sind  Folter und Machtmissbrauch, die, so scheint es, einzig als ererbter Besitz der Autoritäten, in diesem Fall der Gefängnisbehörden .

Wegen all dem machen wir diese öffentliche Anzeige um gegen die Bedingungen, in denen sie unseren Genossen halten, zu protestieren. KeinE GenossIn ist allein und wir werden alles Mögliche tun, damit weder Juankar noch andere GenossInnen das durchmachen müssen, was er im Moment erleidet.

Gegen ihre Welt aus Knästen, Ketten und Hamsterrad.

Wir werden nicht ruhen, bis unser Compa Juankar frei sein wird!

Solidarität ist unsere Waffe!

AnarchistInnen gegen alle Knäste!

Üb. mc, Knast Menzingen, CH, Oktober 2015 aus dem spanischsprachigen Blog.

Spanischer Staat: Über den Genossen Gabriel Pombo da Silva und die Makrogefängnisse

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Vor einem Jahr wurde der Genosse Gabriel Pombo da Silva in die Haftanstalt von Topas (Salamanca) versetzt. Dort widersteht er weiter sowohl der harten Erfahrung der Freiheitsberaubung (nachdem er mehr als 30 Jahre hinter Gittern verbracht hat) als auch den unterschiedlichen Verfügungen, die von der Gefängnisverwaltung unaufhörlich so perfektioniert werden, wie es ihren und ihrer Schirmherren Interessen am besten passt.

Das Gefängnis von Topas entstand im Rahmen des Anfangs der ´90er Jahre von Felipe González PSOE-Regierung geförderten Bauprogramms von 20 Makrogefängnissen. In der derselben Zeit führte der finstere sozialistische Haftanstaltsdirektor die interne Weisung zur Verwaltung der FIES-Regimes ein.
Das Gefängnis von Topas hat also die Eigenschaften dieser neuen Massenhaftfabriken – in den 20 Jahren 1991-2011 verdoppelte sich die Anzahl der Gefangenen in Spanien von ungefähr 35.000 auf 70.000.

Eines der Kriterien dieser Modernisierung bestand aus der Entfernung der Haftzentren aus den Stadtgebieten, Topas wurde auf freiem Feld gebaut. Was verschiedenen Zielen entspricht: diese Orte des Elends so gut wie möglich den Blicken zu entziehen; die Gefangenen noch mehr von ihren Angehörigen zu trennen und diese zu zwingen, zahllose Kilometer zurückzulegen. Zum Glück (?!), entgegen des grossen Teils der anderen Gefängnisse, befindet sich Topas an einer von einem Bus bedienten Fernverkehrsstrasse, ein „Luxus“, der ermöglicht, der Kollektivstrafe der teuren Reisen und Gewaltmärsche zu entkommen.

Diese Entfernung ist dazu bestimmt, sowohl die Solidaritätskundgebungen der Quartiere, zu denen es früher kommen konnte, vor allem als es in den Gefängnissen Bewegungen gab, als auch die Fluchten extrem zu erschweren.

Das Programm der neuen Haftanstalten war also die Antwort auf die Kampf-, Meuterei- und Fluchtwellen, welche die spanischen Gefängnisse von den ´70er bis ´90er Jahren erschütterten. Da sie verschiedene Haftregimes (Präventiv, Vollzug, Langstrafen, usw.) vereinen, sind es Hochsicherheitsgefängnisse, die auch mit immer raffinierteren automatischen Türen, computergestützten Kontrollsystemen und einer Unmenge Hochtechnologievorrichtungen ausgerüstet sind.

Das Ausmass und die Architektur dieser Gefängnisse gewähren die Einsperrung von jeweils mehr als tausend Gefangenen und ihre Trennung nach Grad der Bedürfnisse und Experimente der Gefängnisverwaltung. Sie sind in verschiedene unabhängige Gebäude unterteilt, mit eigenen Höfen, Sprechzimmern, Einkaufsstellen… Da jegliche Begegnung mit Gefangenen anderer Module sorgfältig unterbunden wird, haben sie keinerlei Möglichkeiten zu erfahren was im Rest des Knastes geschieht, was unter anderem die Möglichkeiten sowohl zum Kampf als auch zu Meutereien eines gewissen Ausmasses reduziert. Um jegliche „gefährliche Ansammlung“ zu verhindern, kann man einen Gefangenen von einem Gebäude sofort in ein anderes verlegen ohne ihn in ein anderes Gefängnis zu versetzen – doch die Zerstreuung bleibt weiter ein wirksames Mittel zur Bestrafung der Gefangenen und ihrer Lieben.

Nach 5 Versetzungen seit seiner Ankunft in Spanien, durfte Gabriel 5 verschiedene interne Module in Topas kennenlernen.

Diese Organisation, die gleichzeitig auf Vermassung und Atomisierung beruht, trägt zur Weiterführung des schmutzigen Krieges bei, indem sie die solidarischen Bindungen bricht oder Rivalitäten und Probleme in einem gefühlsmässig und ökonomisch elenden Kontext schürt.

Um der Not und dem entsprechenden Überlebenskampf eine weitere Schicht zu verpassen, ist die kürzlichste Erfindung eine neue Regel, welche die Erlaubnis Geld zu erhalten auf zweimal im Monat und nur von Familienmitgliedern oder Anwalt reduziert.

Parallel zum neuen architektonischen Modell hat sich auch ein modernes Konzept zur wissenschaftlichen Behandlung der Gefangenen entwickelt. Als moderne Versuchskaninchen klassifiziert man sie nach einer endlosen Liste von Haftregimes, Grade und Phasen. Dieses Einteilen, das den Anspruch erhebt akkurat zu sein, wird durch eine ganze Reihe von SpezialistInnen (den sogenannten „technischen Equipen“ oder, wie Gabriel ironisiert, der sich weigert, sich ihrem Examen zu unterziehen, den „òlogos“: Psychologen, Soziologen, Pädagogen und anderen Sozialarbeitern…) vollzogen, mit wesentlich disziplinarischen und Verhaltenskriterien. Was den sanften Namen „individualisierte Behandlung“ trägt, heisst das Verhalten der/des einzelnen Gefangenen unter die Lupe zu nehmen um das spezifische Profil mitsamt der entsprechenden Behandlung zu bestimmen. In weniger ausgesuchten Begriffen: es geht ihnen darum, Salz in die Wunden zu streuen – und notabene ist diese Bürokratie auch noch für Urlaube und bedingte Entlassungen bestimmend. Das Ganze läuft natürlich über die Speicherung von enormen Datenmengen und eine sehr enge Kontrolle.

Jenseits der von diesen Expertenbataillonen vorgesehenen regelmässigen Befragungen, wird die tägliche Überwachung mit verschiedenen Mitteln gesichert: das System der allgegenwärtigen Kameras und die von den Kerkermeistern verteilten Rapporte wegen Zwischenfällen werden leider vom Rest der oft ebenfalls Kontrolle ausübenden Gefangenen unterstützt. Die „des maximalen Respekt“ und angeblich „des gemeinsamen Lebens“ genannten Module sind ein extremes Beispiel dieser Mit-Bestimmung. Die Gefangenen verpflichten sich beim Eintritt vertraglich nicht nur zur Einhaltung der Hausordnung, sondern als Extra auch dazu, einen von derselben Abteilung ausgearbeiteten Wohlverhaltens-Kodex selbst zu respektieren und bei den anderen durchzusetzen. Unter dem Vorwand von ergebnisorientierten Vollversammlungen beteiligen sie sich aktiv an der eigenen Einsperrung und beim tendenziell weit verbreiteten generalisierten Reich der Denunzierung handelt es sich ohne Zweifel um die dermassen hochgejubelte Wiedereingliederung…
Selbstverständlich funktioniert das gesamte System dann dem strategischen Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche: Belohnung für jene, die in den Augen der Gefängnisverwaltung ihren guten Willen verschiedentlich unter Beweis stellen; während die geschlossenen Regimes, die Isolation und die meisten FIES-Abteile zur Bestrafung der eher „zum Konflikt bereiten“ Gefangenen bestimmt sind und die Gemeingefährlichkeitsdiagnosen oder -prognosen bestätigen.

Das FIES 3 erwartete die GenossInnen Francisco und Mónica seit ihrer Verhaftung. Gabriel seinerseits wurde als FIES 5 klassifiziert als er in A Lama war , und dieser Entscheid wurde von Topas Verwaltung immer wieder neu bestätigt.  Als Rebellin wurde auch Noelia Cotelo betrachtet und wurde, kaum in Topas angelangt, sofort isoliert und weiter als FIES 5 eingestuft. Unter anderen Sondermassnahmen heisst das, dass die gesamte schriftliche und mündliche Kommunikation gelesen, fotokopiert, abgehört und aufgezeichnet wird und den ziemlich vagen Kriterien „subversive Inhalte“ oder „Attentat auf die Sicherheit oder das reibungslose Funktionieren des Gefängnisses“ nach zensiert werden kann. In diesem Falle sind fast alle an die gefangenen GenossInnen gerichteten anarchistischen Publikationen davon betroffen und zwar auch dann, wenn sie dem am Ende der Publikation bestätigten, obligatorischen und selektiven ISBN-Kriterium für Drucksachen entsprechen. Darum bittet er solchen Sendungen, da sie insgesamt zurückgewiesen werden, keine Briefe beizulegen. Abgesehen von den Verspätungen und dem „unerklärlichen Verschwinden“ von Post unterliegt seine Korrespondenz auch noch der Beschränkung auf maximal 2 Briefe/Woche, was ihn ohne Zweifel zum Schweigen bringen und noch mehr isolieren soll.

Auf Gabriels Beschwerde antwortete der regionale Überwachungsrichter mit der Bestätigung seiner FIES-Klassifizierung und begründete das mit diesem irgendwie doch fast graziösen Satz: „Die erhaltenen Informationen und die Inhalte der Erklärungen seit seinem Aufenthalt im Gefängniszentrum ergeben, dass er weiter an einem anarchistischen und anti-systemischen Kampf gegen das Regime und die Institutionen festhält und seine Familienmitglieder und FreundInnen zum Kampf ermutigt“. Was viel darüber sagt, was der Staat vom Genossen fordert: Verzicht auf das, was er ist und denkt: die Provokationen und auch das dreckige Spiel mit seinem Entlassungsdatum (Beschwerden laufen) sind zweifellos genau darauf aus und haben selbstverständlich nichts erreicht.

Das Funktionieren und der Zweck des Gefängnisse erinnern uns einmal wieder, dass es das verdichtetste Spiegelbild der Gesellschaft ist. Die es produziert und benötigt. Von der tiefsten bis zur höchsten Ebene bedingen und fordern die Räderwerke, die den Erhalt der herrschenden Ordnung sichern, die Unterwerfung von soviel Menschen wie möglich. Es geht darum Individuen zu brechen und alle Wege des Kampfes auszurotten. Zustimmung kann durch positive oder negative Punkte, Brosamen, legale oder illegale Drogen erkauft werden oder man versucht, sie durch direktere Gewalt zu erzwingen, denn den Mächtigen sind alle Mittel recht, demokratische oder nicht.
Die von der Macht und der Medienpropaganda verkündete „Humanisierung“ der Gefängnisse verschleiert in Wirklichkeit den Versuch zur totalen Entpersönlichung und Beraubung, genau wie bei ihrem angeblichen „sozialen Frieden“, der nichts als ein mehr oder weniger verdeckter Krieg ist.

Drinnen wie draussen gilt es diese Räderwerke zu brechen, wie auch alle physischen, psychologischen und technologischen Ketten, die uns fesseln… Nur durch die Rebellion und den Kampf können wir den auf Herrschaft basierten Verhältnissen ein Ende bereiten und unsere Freiheitsträume verwirklichen.

Nieder mit der Knastgesellschaft, dem Staat und aller Autorität!

August 2015, solidarische AnarchistInnen

Um den Genossen Gabriel Pombo da Silva zu schreiben:
CP Topas-Salamanca
Ctra. N-630, Km 314
37799 Topas (Salamanca)
España

Spanien: Gefangene der Operation Pandora kommen auf Kaution frei

tormentaWichtig! Geld für die Kaution wird gebraucht!

Die sieben gefangengenommenen GenossInnen im Zuge der Operation Pandora werden aller Voraussicht nach am Freitag Abend, dem 30. Januar 2015, auf Kaution aus dem Knast entlassen. Der Richter hat angeordnet, dass sie gegen eine Zahlung von 3000 Euro unter Auflagen freikommen. Spenden werden dringend gebrauch, um die Kaution von insgesamt 21.000 Euro zu zahlen. Verbreitet die Nachricht!Es folgt die Bankverbindung für Überweisungen:

ES68 3025 0001 19 1433523907 (Caixa d’Enginyers)

Ein paar weitere Informationen finden sich hier: efecto pandora