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Chile, Santiago: Projekt Phönix 2016: Brandsatz gegen Sicherheitsfirma

Proyecto-Fenix

„Gegen die Tyrannei der Wirklichkeit, die den Leuten auferlegt wurde,

wähle ich immer den zauberhaften Realismus der Anarchie und der Revolution, die nie enden.“

Christos Tsalakos

Der Kampf für die Freiheit beinhaltet die Bekämpfung der Straflosigkeit jener, die unsere Leben unterdrücken und überwachen.

Wir eröffneten das Feuer im Jahr 2016 während der Nacht vom Sonntag 3. Januar indem wir mit einem Brandsatz mit Zeitzünder die Zentrale von IPS Services angegriffen haben. IPS ist eine von einem Agenten des Geheimdienstes der Chilenischen Diktatur gegründete Sicherheitsfirma. Als die Demokratie eingeführt wurde, haben auch viele andere ehemalige Agenten der diktatorischen Repression ihre eigenen Geschäfte mit der privaten Sicherheit aufgebaut. Unser Feuer beschädigte erfolgreich einen Teil der Fassade des Gebäudes in der calle Lord Cochrane im Zentrum von Santiago.

Wir sind uns bewusst, dass Sicherheitsfirmen und Überwachungskameras rentable Geschäfte sind, die auf der von Staat und Kapital geförderten Sicherheitsideologie basieren. Diese findet auch die Unterstützung der gesellschaftlichen Mehrheit, die die Idee der totalen Sicherheit ohne Infragestellung der Machtdiskurse reproduziert und verteidigt und froh ist, dass an jeder Ecke und in jedem Stadtteil immer mehr Kameras, Wachleute und PolizistInnen auftauchen.

Indem wir unser aufständisches Feuer vor den Nasen der Überwachenden entzünden, beweisen wir einmal mehr die Verletzlichkeit des Herrschaftsnetzwerks und verstärken unsere alltäglichen Entscheidungen, Beziehungen und Praktiken im direkten Angriff auf Gebäude, Vertretende, Verwaltende und Verteidigende der sozialen Kontrolle.

Wir haben es schon gesagt und bekräftigen es wieder: die Macht ist nie unverletzlich, der anarchistische Angriff ist immer möglich.

Wir organisieren uns antiautoritär und informell ohne SpezialistInnen, ohne Leader und Hierarchien, um die Praxis der anarchistischen Verschwörung zu verwirklichen und durch das Feuer verleihen wir dem Projekt des Anarchistischen Informellen Bundes/Internationale Revolutionäre Front (FAI/FRI) Kontinuität, weil die FAI/FRI dort auflebt, wo jedes Individuum, jede Zelle oder Gruppe den DIREKTEN ANGRIFF durch die eigene AUTONOMIE entwickelt ohne etwelche Zweifel an ihren Absichten aufkommen zu lassen, nämlich mit einem treffsicheren und nicht wahllosen Handeln, wo die SOLIDARITÄT und der anarchistische INTERNATIONALISMUS essentielle Elemente eines befreienden Aufruhrs sind, der weder Zentren noch Ränder hat und im Aufbau der Perspektive der totalen Befreiung hier und jetzt die unterdrückerische Normalität bricht.

Auf das Aktionen wie diese zur Planung weiterer und besserer Zündungen und Brände gegen das Elend der bestehenden Ordnung motivieren mögen. Und, wenn man zur verschwörerischen und klandestinen Aktion greift, den Bau von Brand- und Sprengsätzen immer mit den notwendigen Kenntnissen zur sicheren Fortbewegung in der Stadt vereinen.

Und kombinieren wir doch die verschiedenen Formen des Kampfes um dieses und jenes andere auf Macht und Ausbeutung basierte System zu stürzen!

Wir grüssen alle, die auf die Initiative für einen Schwarzen Dezember, die aus den griechischen Gefängnissen von den Genossen Panagiotis Argirou und Nikos Romanos vorgeschlagen wurde, mit Propaganda und Aktion geantwortet haben. Auf das der Schwung zur Aktion und zur Debatte nicht aufhöre sondern weitergehe und sich in Kampfstrategien und mehr aufständischen Aktionen, die die Pläne der macht behindern und gefährden, widerspiegele und konkretisiere.

Wir grüssen alle kämpfenden Gefangenen, die in den Gefängnissen der zivilisierten Welt ihre Würde und Kohärenz hochhalten.

Wir grüssen das Leben im Kampf des Mapuchekriegers Matías Catrileo, der vor 8 Jahren (3.Januar 2008) durch die Kugeln der Demokratie ermordet wurde, in diesem Falle abgeschossen vom Polizist Walter Ramírez Espinoza während einer Aktion zur Rückholung ursprünglicher Ländereien.

Wir grüssen jeden Menschen und jedes Tier, die für ihre Freiheit kämpfen und gegen die Welt der Autorität zur Aktion übergehen.

Und an unsere Compas der FAI/FRI, wir werden uns wieder im Fluge des Phönix begegnen.

Hoch lebe die Informelle Koordinierung der Vielfältigen  Anarchistischen Aktion in aller Welt!

Anarchistische Zelle des Brandangriffs „Feuer und Bewusstsein“.
Federación Anarquista Informal/Frente Revolucionario Internacional – Chile.

 Üb. mc, Knast Salez, CH, Januar 2016 aus dem spanischsprachigen Blog

Santiago, Chile: Tierhandlung sabotiert für einen Schwarzen Dezember

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TIERE SIND KEINE HANDELSWARE. BOYKOTT, SABOTAGE UND ANGRIFF GEGEN DIE HÄNDLERiNNEN UND AUSBEUTERiNNEN VON TIEREN. DIREKTE AKTION GEGEN JEDE FORM DER HERRSCHAFT! BEFREIUNG VON TIER, MENSCH UND ERDE!

Neben bilden und informieren, … sich aus den Gesetzen des kapitalistischen Systems stellen, … sprühen und Unternehmen sabotieren … denken wir nicht nur an die Tiere, sondern an das gesamte Ökosystem, das sich mit jedem Tag verschlechtert. Wenn wir das Eigentum jener zerstören, die die Ausbeutung von Tieren unterstützen, dann werden wir nicht zögern, all unsere Waffen zu nutzen und wenn wir auch diesen üblen Ort niederbrennen.
(“Animal Liberation,” ein Song vom Genossen Sebastián Oversluij)

In der kapitalistischen und autoritären Gesellschaft, ist Speziesismus eine tragende Säule, auf der Herrschaft aufbaut und sich in Machtstrukturen materialisiert, die Tiere in Objekte des menschlichen Konsums transformieren in Form von Essen, Kleidung, Unterhaltung, Experimenten oder Eigentum eines Menschen.
Indem Anti-Speziesismus als ein Teil des Kampfes gegen jede Form der Autorität einbrachte wird, ist ein alltägliches Leben ohne tierische Produkte und direkte Aktionen gegen die Ausbeutenden und Handelnden von Tieren das unausweichliche Gegenstücke

Alle reformistischen und viktimisierenden Logiken über Tierbefreiung zurückweisend sabotierten wir die  Tierhandlung “Exotic” in der Nacht des 1. Dezember und verklebten mit flüssigem Stahl die Schlösser, die Zugang zu dem Ort garantieren, wo die Tiere als Handelsware verkauft werden. Vor Ort (in der Departmental Allee) hinterließen wir eine Nachricht, damit es keinen Zweifel gibt, worum es in dieser Aktion ging. Als die Sonne aufging, konnte der Betreiber sein Geschäft, das auf Käfige und der Gefangenschaft nicht-menschlicher Individuen beruht, nicht öffnen; unsere Aktion erfüllte somit ihr Ziel: Das normale Funktionieren der Unterdrückung unserer Leben und jener der Tiere zu stören.

Wir wollen keine Gesetze, die mitfühlender mit Tieren sind oder größere Käfige garantieren. Unsere Aktion ist ein Ausdruck unseres Willens der Zerstörung jeder Form von Gefangenschaft und Beherrschung.

Wir antworten auf diese Weise auf die Einladung unserer Compañeros in Griechenland, Panagiotis Argirou und Nikos Romanos, an einem Schwarzen Dezember teilzunehmen, in dem wir die anti-autoritäre und grenzüberschreitende Aktion und die Netzwerke von Solidarität zwischen GefährtInnen intensivieren und sie jenseits eines bestimmten Moments ausleben wollen.

Unsere Aktion soll auch dazu beitragen, die anti-speziesistische Aktion in unserer Umgebung zu revitalisieren, ist aber auch eine Form von Solidarität mit dem anarchistischen und veganen Gefangenen Osman Evcan, der sich seit dem 10. November im Hungerstreik in den Knästen des türkischen Staates befindet und sein Leben riskiert, indem er seinen Körper als Waffe nutzt, um vegane Ernährung im Gefängnis zu fordern.

Die anti-speziesistische Spannung soll sichtbar in den offensiven anarchistischen Aktionen werden durch die Zellen von GefährtInnen, die sich organisieren und aktiv werden ohne Hierarchien, geschärften Überzeugungen im Zusammenspiel mit Kreativität, Achtung und verschiedenen Mitteln und Materialien, um an verschiedenen Punkten des Netzwerks der Herrschaft zuschlagen.

Solidarität mit Mónica Caballero, Francisco Solar und allen anarchistischen Gefangenen in Chile und der ganzen Welt.
Im insurrektionalistischen Gedenken an unseren im Kampf getöteten Gefährten Sebastian Oversluij vor zwei Jahren.

Für die Befreiung von Tier, Mensch und Erde.
Nieder mit den Käfigen der zivilisierten Welt.
Sabotage, Boykott und direkte Aktion gegen alle UnterdrückerInnen!
Zelle ‘Nächtliche Störung’
Informelle Anarchistische Förderation/Internationale Revolutionäre Front (FAI/FRI)
Chile – Schwarzer Dezember 2015

Spanish | Englisch (leicht überarbeitet) via Bite Back

Chile, Santiago: Brandangriff auf Autosalon durch die BrandstifterInnen-Zelle

llamas1In der Nacht vom Montag 15. Juni griffen wir einen in der Nähe  der Kreuzung von Vicuña Mackenna und Alleen Amerigo Vespucci, Gemeinde La Florida liegenden Autosalon an, indem wir einen Brandsatz in eines der verkaufsbereiten Autos legten. Das entfachte Feuer beschädigte Teile des Autos und der Firma.

Wir führten unsere Aktion inmitten der kollektiven patriotischen Hysterie vor dem Spiel der chilenischen Fussball-Nationalmannschaft durch. Wir wählten unser Ziel vorher aus und planten so, dass klar ist, dass wir nicht an einem beliebigen Angriff interessiert sind, der Menschen schädigen könnte, die nichts mit unserer Aktion zu tun haben. Wir agierten nur einige Meter von einem Checkpoint der Polizei entfernt und bewiesen damit, dass die Polizei nichts unter Kontrolle hat und ein Angriff immer möglich ist.

Es wurde nicht nur ein neues Auto angegriffen, ein Angriff auf etwas Materielles war nicht das einzige Ziel unserer Aktion; der Angriff war auch gegen den Hintergrund gerichtet, der jeder dieser Maschinen innewohnt und der mit der Herrschaft über die Gesellschaft denselben Sinn und Zweck teilt. Alles wurde in dieser Nacht angegriffen – die in Glaskästen und Regalen ausgestellten Warensortiments, die Kapitalakkumulation, die skrupellose Ausbeutung des Menschen durch Lohnarbeit, die Landzerstörung zur Plünderung der Ressourcen, der zur Schau gestellte Luxus und Produktionswahnsinn.

Und Tatsache ist, dass die Autorität sich nicht nur in gesellschaftlichen Verhältnissen sondern auch materiell durch eine unendliche Anzahl von Gebäuden, Institutionen, Unternehmen und VertreterInnen ausdrückt, die identifizierbar sind und folglich zum Ziel unseres Feuers werden.

Kapitalistische und technologische Eigenschaften kennzeichnen die bestehende Zivilisation, aber unser Kampf ist gegen die Herrschaft an sich gerichtet und nicht nur gegen einige der in ihrer ganzen Geschichte vorkommenden Ausdrücke. Wo die Welt der Autorität, der Macht und ihrer Waren auf widerständische Ablehnung stösst, dort schauen wir uns nach Affinitäten um.

Mitten im Meer der BewohnerInnen der kapitalistischen Metropole organisieren wir uns als Individuen und versuchen unseren Wunsch nach Freiheit  im Angriff gegen die Herrschaft zu kollektivieren und unsere Freundschaft und Komplizität durch horizontale Beziehungen zu vertiefen, die jenen, die uns von den Machthabenden aufgezwungen worden sind, antagonistisch gegenüberstehen; in der Praxis versuchen wir, ohne Leader, ohne ExpertInnen oder SpezialistInnen, ohne Avantgarden und Plattformen, die vollständige Umsetzung des Begriffes KONSPIRATION.

So starteten wir den Angriff als autonome Aktion und Ausdruck unserer existentiellen Befreiung hier und jetzt, was sowohl die Umwelt als auch die Wirklichkeit, von der wir ein Teil sind, beeinflusst.

Keine Vorbedingungen voraussetzend, glaubten wir nicht an ein verzweifelt ewiges Warten auf die richtigen sozialen oder materiellen Bedingungen oder die Massen.

Wir leben eines Existenz des totalen Kampfes, in all ihren unendlich vielen Möglichkeiten, ohne durch Bedingungen bestimmt zu werden, die wir nicht selbst wählen können, wie z.B. Klasse, Ethnie oder Geschlecht. Unsere Fähigkeit zur Selbstbestimmung ist alles, was uns in dieser Gesellschaft verbleibt, die ein Panoptikum des Verhaltens sein will, wo die Kontrolle absolut gemeint ist und die Spontaneität des Lebens durch die Strafen der Wärter erschöpft und zum Erblassen gebracht wird.

Der Entscheid zur Rebellion verbindet uns mit denen, die die Zerstörung ihrer eigenen Ketten selbst bestimmt haben, nicht auf das Geschrei der Macht hören und trotz der von der Macht ausgeübten Überfälle zum Angriff übergehen, mit dem Ziel, die autoritäre Wirklichkeit als Beschränkung der Chancen auf ein freies Leben zu zerstören. Dieser Entscheid ist der Ort, wo der Funke der Komplizität und der Freundschaft zu all jenen Individuen entsteht, die permanent agieren, ihr Haupt erheben und starken Herzens aufstehen um würdevoll das anzugreifen, was uns existentiell beraubt.

Wir grüssen unsere KomplizInnen in dieser Agitation Schwarzer Juni für die Befreiung der Erde, der Langzeitgefangenen und unseres Genossen Marco Camenisch.

Wir grüssen die unkontrollierbaren anarchistischen Aktionszellen der FAI/IRF aller Territorien.

Mit unserer Aktion grüssen wir die, die sowohl in den Gefängnissen als auch ausserhalb den Kampf gegen die Herrschaft weiterführen. Wir grüssen unsere gefangenen Geschwister Javier Pino, Natalia Collado, Juan Aliste, Freddy Fuentevilla, Marcelo Villarroel, Carlos Quiduleo, Hans Niemeyer, Sol Vergara, Enrique Guzmán, Alfredo Canales, Alejandro Astorga, Monica Caballero, Francisco Solar, Nicola Gai, Alfredo Cospito, Adriano Antonacci, Gianluza Iacovacci, Marius Mason, unseren Genossen Henry (drei Jahre nach dem scharfen Durchgreifen in Bolivien), unsere gefangenen GenossInnen der letzten anti-anarchistischen Operationen des Staates in Spanien, Belgien und der Tschechischen Republik, unsere Brüder und Schwestern der Verschwötung der Feuerzellen und andere gefangene GenossInnen in Griechenland sowie die Genossen Grigoris Tsironis und Spyros Christodoulou, die kürzlich in Nea Anchialos verhaftet wurden.

Wir widmen unseren Angriff auch unseren GenossInnen Nataly Casanova, Juan Flores und Guillermo Duran, die mit ihrem unbeugsamen Verhalten und kürzlichen Hungerstreik in den Gefängnissen würdevoll kämpfen. Wir fahren mit ihnen fort in diesem neuen Szenarium nach der Rückkehr des Genossen Enrique Guzmán ins Gefängnis.

Für Mauricio Morales, Spyros Dravilas und alle unsere Toten, die im Feuer und in unserer Erinnerung weiterleben.

VERBREITE DEN ANGRIFF GEGEN ALLE FORMEN VON AUTORITÄT

BrandstifterInnen-Zelle „22. Mai“
Informeller Anarchistischer Bund/Internationale Revolutionäre Front

Üb. mc, Menzingen, CH, Juni 2015 aus (engl.) Insurrection News via 325

Chile, Santiago: Sitz der jungen KommunistInnen in Solidarität mit Juan, Nataly, Guillermo und Enrique angegriffen

Am Morgen des 3. Mai haben wir den jungen KommunistInnen eine Freude bereitet und die Fassade ihres Büros in der via San Pablo, 9059, Pudahuel mit Farbe verschönert und mit Steinen einige Scheiben zum Verschwinden gebracht.

Dieser Abschaum, der die demokratische Versöhnung ausgiebig betreibt und sich mit der Macht und ihrem Polizeiapparat verbandelt hat, hat angefangen die AnarchistInnen durch die Presse mit legalistischen Forderungen zu bedrohen, als vor einem Jahr die Auseinandersetzungen stattfanden. Scheinbar haben einige vergessen, was geschehen ist, aber was uns angeht, hat die vergangene Zeit nichts geändert. Dieser Angriff ist die getreue Folge davon und wir werden darüber hinaus gehen…

Wir haben uns zu dieser Aktion mit Flugblättern in Solidarität mit den GenossInnen Juan Flores, Nataly Casanova und Guillermo Durán (seit 20 Tagen im Hungerstreik) und Enrique Guzmán, die sich stets gegen jede Form der Macht und Autorität erklärten, bekannt.

Ihr sollt wissen, dass wir eure Lage aufmerksam verfolgen und keine Ruhe geben bis die Macht mitsamt ihren Missbräuchen verschwindet.

Es ist weder Zeit für Ausflüchte noch für Pausen.
Solidarität in der Offensive mit den Gefangenen im Hungerstreik.

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fuego-a-las-juventudes-comunistas-1024x682(Fotos von den Zusammenstößen am 1. Mai 2015)

Üb. mc, Menzingen, CH Mai 2015

Europa: Gesten der Solidarität mit Diego Ríos und Tamara Sol Farías Vergara

Einige Mitwirkende des Netzwerks Contra Info entschlossen sich, ihre Kräfte zu koordinieren, um die Fälle der zwei anarchistischen GenossInnen sichtbar zu machen, an denen sich die Henker des chilenischen Staates in letzter Zeit rächen: Diego Ríos, der am 7. Februar, nachdem er fünfeinhalb Jahre auf der Flucht war, verhaftet wurde und der zurzeit wegen illegalem Besitz von Explosivstoffen, die im Sommer 2009 gefunden wurden, in Sicherungsverwahrung festgehalten – und Tamara Sol Farías Vergara, die für die Erschießung eines Wachmanns der BancoEstado im Januar 2014 in Santiago, nach einem Jahr U-Haft am 4. Februar zu etwas mehr als sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Zwischen dem 24. und 26. Februar 2015 führten wir folgende Propagandaaktionen in den staatlich kontrollierten Gebieten von Griechenland, Portugal, Spanien und Frankreich durch:

1 2 3– Auf dem Exarchia Platz in der Innenstadt Athens wurde ein Transparent platziert auf dem steht: “Stärke für Diego Ríos, anarchistischer Gefangener in Chile (A) Immer im Kriegszustand.”

6 5 4– Ein weiteres Transparent wurde in der Stournari Straße am Gelände des Athener Polytechnikums angebracht auf dem steht: “Von Athen nach Santiago, Freiheit für Tamara Sol (A).”

7 8 9– In Lissabon wurden Flugblätter (1, 2) mit folgenden Parolen ausgeworfen: “Aktive Solidarität mit Diego Ríos, anarchistischer Gefangener in Chile / Der Weg in die Freiheit wird aus den Ruinen der Knastgesellschaft geboren / Rache für unsere Toten, Rache für unsere Gefangenen // Stärke für Diego Ríos, Anarchist, der vom chilenischen Staat gefangen genommen wurde / Feuer den Grenzen, Feuer den Gefängnissen // Komplizenschaft mit Tamara Sol, Anarchistin, die vom chilenischen Staat gekidnappt wurde // Tod dem Staat, lang lebe die Anarchie.”

10 11 12– Folgende Stencils wurden an die Wände des Lissabonner Stadtteils Oeiras gesprüht: “Solidarität mit Tamara & Diego (A).”

13 14– An einer der Ausfahrtstraßen Barcelonas wurde ein Banner an einer Brücke aufgehangen auf dem steht: “Stärke für Diego und Tamara! Gefängnisse werden unsere Sehnsucht nach Freiheit nicht aufhalten.”

– Zwei Banner wurden im Zentrum von Marseille aufgehangen (leider konnten wir keine Fotos machen). Auf dem Ersten steht: “Solidarität mit AnarchistInnen im Gefängnis oder im Untergrund” und auf dem Anderen: “Freiheit für Diego Ríos & Tamara Sol (A).”

Mit diesen symbolischen Gesten, die die Grenzen überqueren, zeigen wir unsere Unterstützung für Diego und Tamara Sol, während wir die Stärkung der internationalen Solidarität mit unseren eingekerkerten Schwestern und Brüdern anstreben. Wir vergessen auch nicht den Rest der kämpferischen Gefangenen in Chile und weltweit.

Vorwärts Compas – fasst Mut und kämpft, bis wir all die Mauern der Herrschaft zerstört haben!

Santiago: Aktion am chilenisch-griechischen Institut in Solidarität mit Nikos Maziotis

SOLIDARITÄT KENNT KEINE GRENZEN…
FREIHEIT FÜR NIKOS MAZIOTIS

Donnerstag, 17. Juli 2014, Santiago

Vor zwei Jahren tauchte der Anarchist Nikos Maziotis unter, nachdem er während des Prozesses nicht vor Gericht erschien, in dem er später wegen bewaffneten Kampfes als ein Mitglied der anarchistischen urbanen Guerilla-Organisation Revolutionärer Kampf (Epanastatikos Agonas), zu der er sich auch stolz bekannte, verurteilt wurde. Von affinen Gegeninformationsseiten erfuhren wir, dass Nikos Maziotis am 16. Juli, bei einem Schusswechsel mit der Polizei in der Gegend des Monastiraki, im Stadtzentrum Athens, schwer verletzt wurde. Der Genosse war im Evangelismos Krankenhaus und wurde dann am Sonnabend, 19. Juli in das Koridallos Gefängniskrankenhaus überführt.

In den frühen Morgenstunden des 17. Juli, also sobald wir über die Situation informiert waren, brachten wir ein Solidaritätstransparent für den Genossen an, warfen verschiedene Flugblätter und malten einige Parolen außerhalb des chilenisch-hellenischen Instituts, das sich in der República Straße im Zentrum von Santiago befindet.

Aus der Ferne senden wir den Compañeros, die wegen ihrer Mitgliedschaft in der anarchistischen urbanen Guerilla Revolutionärer Kampf eingekerkert sind und auch an die Compañera, die immer noch auf der Flucht ist, brüderliche Umarmungen. Wir sind uns all der Stärke, die sie haben bewusst, auch dass ihre Moral nicht sinken wird und der Würde, mit der sie die Herrschaft und deren Staatsanwaltschaft konfrontieren.

Liebe und Solidarität aus der Ferne!
Wir erkennen keine Grenzen an!

Kollektiv Revolutionärer Kampf (CLR)
lucharevolucionaria[at]riseup.net

Santiago, Chile: Pack des Anarchistischen Nihilistischen Schocks schlägt wieder zu

Bekennung zum wilden Angriff auf Transantiago-Busse:

Am Dienstag 3. Juni organisierten wir uns mit der Nacht als Komplizin, um drei Brandsätze an 3 Bussen 3 verschiedener Linien des öffentlichen Verkehrsdienstes Transantiago zu legen. Unser Ziel war es, diese Transportmaschinen postmoderner Sklaven niederzubrennen.

Wir rechtfertigen die Aktion als Pack, damit die politische und kämpferische Bedeutung, die uns motiviert, nicht verzerrt wird und um die Medienspekulationen der Macht und Überwachungsinstitutionen zu vermeiden. Ohne uns lange zu rechtfertigen, machen wir folgendes klar:

Wir stehen im Krieg mit der Zivilisation, ihren Gesellschaften, VerteidigerInnen und PseudokritikerInnen. Wir sind GenossInnen und VerteidigerInnen der Natur, der Erde und aller Tiere, welche den düsteren Fortschritt der domestizierenden kapitalistischen Globalisierung erleiden.

Freiheit für Sol, Adriano, Gianluca, Alfredo Cospito, Nicola Gai, Hans Niemeyer, Hermes González, Alfonso Alvial und allen Kriegsgefangenen rund um diese verrottete Welt; mit Sebastián Oversluij, Mauricio Morales, Alexandros Grigoropoulos und vielen anderen in unserer Erinnerung und unserem Herzen…

Für die Befreiung der menschlichen/nichtmenschlichen Tiere und der Erde.

Pack des Anarchistischen Nihilistischen Schocks

Üb. mc, Knast Bostadel

Bekennerschreiben für Straßenschlacht am 20. Mai 2014 an der Universität von Santiago de Chile

Am 22. Mai 2009 starb der anarchistische Genosse Mauricio Morales (Punky Mauri) durch die vorzeitige Explosion eines Sprengsatzes, den er in Richtung der erbärmlichen Gefängniswärterschule der $hilenischen Gendarmerie trug, jener finsteren Einrichtung, die dem Training abscheulicher Wesen gewidmet ist, welche Willens sind, andere zu foltern und zu demütigen.

Fünf Jahre, nachdem er im Kampf fiel, würdigen wir seine Tapferkeit durch Aktion.

Lassen die BürgerInnen wissen, dass wir existieren, nämlich diejenigen, welche sich einer durch ein autoritäres System aufgezwungenen Logik widersetzen und an horizontale Strukturen und auch Affinität glauben; die Kämpfenden, die in Aktionen gegen die Macht oder durch die Hand der Polizei gestorben sind, nicht vergessen und diejenigen, welche hinter Gittern in den kalten Gefängniskäfigen entschlossen und mit Würde Widerstand leisten, fest umarmen.

Wir sind weder die ersten noch die letzten, die sich entschließen, sich der Herrschaft zu widersetzen; vor uns existiert eine lange Geschichte von Individuen, die in gewalttätiger Aktion einen Weg sahen, die herrschende Ordnung zu zerstören.

Wir glauben, dass es notwendig ist, dass wir eine Instanz entwickeln, in der sich Erinnerung und Aktion verbinden, wenn wir uns an die erinnern, welche diesen Weg gegangen sind, um qualitativ zu wachsen, und bereits an einem Punkt angelangt, an dem es kein Zurück mehr gibt, fähig zu sein, den Einsatz im Kampf zu erhöhen.

Wir haben auch das klare Gefühl und sind überzeugt, dass wir nicht die letzten sein werden, die gegen diejenigen kämpfen, die versuchen, über uns zu herrschen, dass es andere geben wird, die über die Gitter springen werden, ihre Glasfenster einwerfen, ihre Häuser niederbrennen und ihren sozialen Frieden zum Erschüttern bringen.

Lasst es alle wissen, dass niemand vergessen ist, nichts ist entschieden, nichts ist vorbei.

Genosse Mauricio Morales ist in jeder Aktion, jeder Geste und in jedem Moment gegen Autorität und Ausbeutung gegenwärtig.

Santiago, Chile: Über ein Auto und einige Bullen, am 8. Mai in Brand gesteckt

Am 8. Mai 2014 fingen die Zusammenstöße an, als die delinquente Demonstration [schmissige schmissige Studentendemo] den Almagro Park erreicht hatte und während Sozialdemokraten noch dabei waren, ihren Akt des Tages durchzuführen. Sobald Individuen ihre Gesichter verhüllten, Barrikaden errichteten und begannen, mit den Spezialkräften der Carabineros aneinanderzugeraten, wussten wir, dass der Moment gekommen war und vermummten uns vollständig, um ein Teil des Bruchs mit der herrschenden Ordnung und Normalität zu werden. Als wir brennbares Material herantrugen, sahen wir ein Auto, das (zeitweilig) außerhalb der Polizeieinzäunung geparkt stand. Da wir neben dem Mob standen, der Steine auf das Fahrzeug warf, beschlossen wir, es anzuzünden und das Chaos gegen Zivilisation und ihrer Fortbewegungsmittel für moderne Sklaven zu steigern. Als das Auto einmal in Flammen stand, kamen die Schweinebullen mit geballter Macht und zerstreuten die Verhüllten für einen Moment. Die Aufstandsbekämpfungstruppen kamen näher und wurden nur durch den Gebrauch verschiedener Objekte auf Abstand gehalten. Genau in diesem Moment warfen wir zuerst einen und dann zwei Brandbomben direkt auf die Hüter der Ordnung. Verschiedene Lakaien der Polizei wurden in Brand gesteckt und einer ihrer Anführer wurde bei diesem Angriff schwer verletzt.

Keinen Schritt zurück gegen die Feinde oder die verhängte Totalität; wir wollen die Ordnung nicht unterlaufen, wir wollen sie zerstören und die Grundstützen der Zivilisation abreißen. Wir greifen das Konzept der Bürgerschaft an, in das sie uns hineinzwingen wollen, und wir sehnen uns keine Zukunft innerhalb ihrer ekelhaften Festungsmauern herbei. Wir erklären uns zu Feinden der Polizei, der Businessleute, der Unterwerfung, der Stadt und jedes zivilisierten Wesens, das diese erstickende verhängte Realität am Laufen hält und/oder sie verteidigt.

Für die Zerstörung des Bestehenden

Krieg dem Kapital (A)

Freiheit für Sol, Adriano, Gianluca, Alfredo, Nicola und all die Gefangenen im Krieg auf der ganzen Welt.

Feuer an die Gitterstäbe der Passivität, die sie uns verkaufen wollen!

Im Gedenken an Angry und alle (menschlichen oder nicht-menschlichen) Tiere, die von der ekelhaften Gesellschaft und ihrer Unterstützer ermordet wurden.

Pack des Anarchistischen Nihilistischen Schocks

Santiago, Chile: Barrikaden des Gedenkens und der Solidarität

Brandstiftungsaktion: Gedenken und kämpferische Solidarität im Kampf gegen jede Autorität.

Heute wollten wir, und sei es auch nur für einige Momente, die düstere Normalität dieser Ordnung des Todes durchbrechen. In der Nacht zum 20. März blockierten wir die Straßen an der Kreuzung Avenida Américo Vespucio und Avenida Industria (im Süden der Stadt Santiago) mit brennenden Barrikaden und warfen Flugblätter mit unseren Ideen über Kampf, Erinnerung und Solidarität. Diese kleine Geste ist mit Liebe und mit Hass geladen.

Wenn wir von anarchistischem Gedenken an die aktuellen Kämpfe sprechen, ziehen wir eine Linie der Kontinuität zu den gefallenen Genossinnen und Genossen. Gedenken ist in aktiver Form erinnern: es bedeutet, in der Gegenwart zu handeln und dabei immer unsere Wünsche der Rebellion zu projizieren.

Gestern und heute schreiten verschiedene Generationen von Revolutionärinnen und Revolutionären zur Tat. Es ist die Sehnsucht nach dem Kampf und der Wunsch nach Freiheit. Wir gedenken der Gefallenen und drücken somit unseren Respekt aus, weit über die Differenzen unserer Ideen und Kontexte hinausgehend.

Natürlich gab es Brüche mit der Vergangenheit, indem wir Konzeptionen der Vertikalität, des Militarismus, der Hierarchie und des Zentralismus zurückweisen, die von früheren (und gegenwärtigen) antikapitalistischen Gruppen entwickelt wurden. Denn als Antiautoritäre akzeptieren wir keinerlei Form der Herrschaft, warten nicht auf objektive Bedingungen und tragen keine Hoffnung in Bezug auf Mythen wie Volk, Vaterland, Macht des Volkes usw. Doch diese Differenzen lassen uns das Engagement dieser revolutionären Kämpferinnen und Kämpfer nicht vergessen. Kämpfer wie Rafael y Eduardo Vergara, die am 29. März 1985 von der Polizei ermordet wurden, die für uns lebendig bleiben und deren Optionen und Entscheidungen des Kampfes uns verbinden. Heute wie gestern bereiten wir uns auf den Kampf vor, so wie es davor schon andere getan haben.

Verwandeln wir die demokratischen Illusionen in Asche. Verbrennen wir all diese Hoffnungen, die dem leeren Lebensmodell entströmen, welches uns das Kapital anbietet. Erschaffen wir neue Welten, eine/r für den und die andere/n. Denn in jeder Handlung, in jeder Geste des Kampfes, so klein sie auch sei, verkörpert sich das Verlangen, sich zu erheben, Freiheit und Würde zu behaupten, den Schlag zurückzugeben.

Vergessen wir auch nicht, dass im Laufe dieser Woche der Prozess gegen unsere Genossen im Security-Fall beginnt: Freddy, Marcelo, Juan und Carlos. Es ist auch eine solidarische Umarmung für euch, Vergangenheit und Gegenwart der überschreitenden und revolutionären Aktion. In den Tagen der Unruhe ist die Solidarität permanent.

Für Sol Vergara, Genossin, die des vorsätzlichen Mordes an einem Sicherheitsbeamten der Banco Estado beschuldigt wird, deine Lichtstrahlen leuchten denjenigen den Weg, die sich nicht in ein Sklavenleben fügen.

Für die Familie Vergara Toledo, Kraft und Mut in diesen schweren Momenten.

Offensives Gedenken an die Gefallenen Rafael, Eduardo und Pablo Vergara Toledo, Norma Vergara, Claudia López, Jonny Cariqueo, Mauricio Morales, Sebastián Oversluij.

Solidarität mit den Genossinnen und Genossen, die in der Woche der solidarischen Aktion in Mexiko gefangengenommen wurden.

Ewige Solidarität mit all denen, die im sozialen Krieg in Chile und weltweit gefallen sind.

Bande der Wut und der Flammen für das Gedenken und die kämpferische Solidarität. Chile, März 2014

Santiago, Chile: Bekennung zu Brandangriff auf Bankautomaten

12. März 2014

Wenige Tage bevor Richter und Staatsanwälte über das Leben unserer Genossen richten und entscheiden und wieder einmal an das Finstere und obskure Labyrinth an exemplarischen Strafen gegen jene erinnern, die sich gegen die Ordnung von Staat und Kapital im Kriege und offensiv erheben, empfinden wir die Notwendigkeit die Solidarität konkret auszudrücken damit die Henker-Söldner der Freiheit das Gewicht der unaufhaltsamen revolutionären Aktion zu spüren bekommen, die der Geschichte und Kohärenz der Genossen brüderlich verbunden ist, die wegen des Überfalls auf eine Bankfiliale und dem Tod des Bullen Luis Moyano, im Jahr 2007, angeklagt sind.

Es waren sechs Jahre in denen die Macht und die Presse im Zuge ihrer repressiven Dynamiken die gefangenen Genossen und die ihnen nahen Kreise mit taktischen Grobheiten angefeindet und beschimpft haben, die über die Legalität hinausgehen, die sie selbst verteidigen. Funktional zu den verschiedenen Kontexten, in denen sich diese politische Verfolgung und dieser politische Prozess abgespielt haben, hat die Behörde bewiesen, dass der Tod des Bullen das einfache Argument ist für den Versuch, jene gefangen zu halten, die aus ihrem Leben eine latente Bedrohung gegen das Beharrungsvermögen der aktuellen bürgerliche und demokratischen Ordnung machen.

Im Rahmen des Tages der Solidarischen internationalistischen Aktion (vom 14.-25. März) erhebt unser Angriff den Anspruch ein komplizenhafter Appell an jene zu sein, die jenseits der Theorie auch zur unaufhaltsamen aufständischen Aktion greifen, damit unsere Überzeugungen angesichts der horrenden Mauern des Hochsicherheitsknastes, wo man die Kampf-Position unserer Genossen annulliert, in ihrer ganzen Schönheit und masslos voranschreiten mögen.

Wir beziehen auch Position indem wir an die Namen und Ideen anderer gefangenen GenossInnen im sozialen Krieg auf dem von chilenischen Staat beherrschten Gebiet erinnern und sie auf die Strasse tragen. Denn vor der Geschichte haben wir eine revolutionäre Verantwortung, unsere Solidarität überwindet auch Grenzen, Sprachen und Fahnen, indem wir entschlossen und mit erhobener Faust voranschreiten, wenn es darum geht, GenossInnen zu verteidigen, die unter dem Joch anderer Staaten gefangen sind, wenn es darum geht zu begreifen, dass die Koordinierung der Mächtigen keine Grenzen kennt.

In diesem Sinne dürfen auch dieser Prozess und seine Bestandteile jenen nicht unbemerkt bleiben, die sich gegen die Autorität wenden. Denn sie sind eine Quelle der Erfahrung und Analyse. Wir glauben, dass auch andere Kampfgeschichten nicht vergessen werden dürfen. Die Erinnerung ist eine Waffe und so denken wir an Johnny Caiqueo und Norma Vergara, die in einem März gefallen sind.

Drei Monate nach dem Tod von Sebastián Oversluij während einer Enteignung.

Wenige Monate vor dem fünften Jahr seit dem Tod von Mauricio Morales verteidigen wir das Leben des Kampfes, für das sich die Genossen entschieden hatten, um sich der Macht und ihren Dynamiken entgegensetzen.

Üb. mc, Lenzburg

Santiago, Chile: In Gedenken an Eduardo und Rafael Vergara Toledo

Bekennerschreiben für die Aktion zur Erinnerung an die “Woche der kämpfenden Jugend”. Die Aktion wurde am Montag, 17. März 2014 vor der ehemaligen pädagogischen Schule in Santiago durchgeführt.

In Verbindung mit den Bedingungen, die die Sicherheitskräfte vorher festsetzten, fühlten wir uns verpflichtet, eine kämpferische Instanz zu entwickeln, die über den “Tag der kämpfenden Jugend” weit hinausgeht. Wir verstehen unseren Kampf als etwas, das über symbolische und fokale Daten hinausgeht und auf die Zerstörung sozialer Normen und des bestehenden Modells abzielt.

Hunger, Misere, Armut, Ungerechtigkeit, Polizeischikanen, Ausbeutung und alle Elemente der Herrschaft und Unterdrückung der ungeschütztesten Klassen – zu denen auch wir gehören – sind, abgesehen von den symbolischen Tagen des Straßenkampfes, Realitäten des alltäglichen Lebens. Also ist dies ein Aufruf, diesen Kampf an jedem Ort, in jeder Ecke dieser Gesellschaft und 365 Tage im Jahr zu führen.

In Bezug auf die Details dieser Aktion, würden wir euch gerne mehr liefern; dennoch denken wir, dass die Bilder dieses Vorkommnisses für sich selbst sprechen.

Jeden Tag wird ein junger Mitstreiter/eine junge Mitstreiterin geboren!

In Gedenken an Eduardo und Rafael.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Héctor Antonio Cerda Burgos, ID Nummer 17.459.433-3* gesponsert.

Quelle: hommodolars

* ironischer Hinweis auf einen weiteren Bullen, der am selben Tag von den StudentInnen entdeckt wurde, als er sich auf dem Campus einschlich. Im Zuge seiner übereilten Flucht ließ er seine Tasche und polizeiliche Erkennungskarte zurück.

Santiago, Chile – 3. Anarchistische Büchermesse

auf dem Poster ist zu lesen:

3. Messe anarchistischer Bücher und Propaganda
von Santiago
April 2014
12. und 13.April
El Lingue #330
Aeropuerto C/ 5 de April
(Gemeinde) Estacion Central

Foren, Workshops,  Vorstellung von Zeitungen und Büchern, Geschichte
Theater, Lieder, Raum und Workshops für Kinder.
Solidarität und Vieles mehr
Die Tage sind frei von Rauch und Alkohol

Weitere Infos (auf spanisch)

Weitere anarchistische Büchermessen 2014 findet ihr hier.

Santiago, Chile: Brief von Tamara Sols Familie

Villa Francia, 3. Februar 2014

Liebe FreundInnen und GenossInnen,

unsere geliebte Tamara Sol ist im Gefängnis.

Blitzschnell wie ein rächender Pfeil, wie immer, wenn sie einen armen oder subversiven Menschen verurteilen, hat eine Richterin des Systems, Paola Robinovich, die Absicht sie von zehn Jahren und einem Tag bis lebenslänglich zu verurteilen. Sie erhebt die Anklage wegen „schwerem Raubüberfall“, die schwerste Anklage im chilenischen Strafrecht, und erklärt, Tamara Sol sei eine Gefahr für die Gesellschaft.

Eine dermaßen wohlgeordnete, auf der abartigen Ungleichheit zwischen wenigen immens Reichen und der Masse an immens Armen aufgebaute Gesellschaft; eine militarisierte Gesellschaft mit hunderten Bullen in ihren Straßen, die sich in der Peripherie alles leisten können, auch die Geiselnahme der Jugend in den poblaciones [Armenvierteln] mit Lizenz, sie zu verprügeln, zu lügen, für Justizkonstrukte, Verhaftungen, Hausdurchsuchungen, Mord, spionieren, fotografieren…; eine Gesellschaft, die ein „big market“ ist, die auf den Individualismus stolz ist, den sie geschaffen hat, die auf die Mittelmässigkeit stolz ist, die sie geschaffen hat, eine Gesellschaft, in der die Kommunikationsmedien nichts als Showbusiness und Krimis hervorbringen. Die Richterin verfügte zum Schutz dieser Gesellschaft, dass Tamara Sol während der Ermittlungsperiode (üblicherweise 60 Tage) im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses San Miguel bleiben soll. In diesem Straftrakt kann man nur ½ Stunde in den Hof… oder sie bleiben auch den ganzen Tag in der Zelle.

Die Schnelligkeit, mit der die RichterInnen ein Urteil sprechen, ist genau das Gegenteil dessen, wenn jemand verurteilt wird, der/die eine Uniform trägt, die dann bequem in ihren Wohnungen leben, nachdem sie mit ihrer Macht in den Volksquartieren Jugendliche und Zivilpersonen ermordet und misshandelt haben. Wir hatten wegen des Mordes an Eduardo und Rafael, unsere Söhne, über zwanzig Jahre auf ein Justizurteil zu warten. Es waren milde Urteile: 7 Jahre. Nur 7 Jahre für die Ermordung zweier Menschen. Die Verhaftung geschah ohne jegliche Medienpräsenz, ohne ihre Gesichter zu zeigen, ohne Handschellen; und dann wurden sie ins Fünfsternehotel-Gefängnis Punta Peuco gebracht. Derselbe beflügelte Geist ist bei den RichterInnen auch nicht vorhanden, wenn sie die Diebe mit Schlips und Kragen verurteilen; in diesen Fällen fließt auch Geld untereinander und alles geht reibungslos, geräuschlos vonstatten.

Wir möchten euch sagen, dass es Tamara Sol relativ (in ihrer Lage als Gefangene) gut geht. Ihr Geist ist standhaft, ihre Moral hoch. Sie ist eine würdevolle und tapfere Frau, die uns und direkter ihre Familie herausgefordert hat; wir seien Feiglinge, die nie den Weg aus diesem verfluchten System, von dessen Brosamen wir uns begnügen, heraus einschlagen werden, dass für uns nie „der Moment“ sein wird. Wir würden auch nie „genügend Mittel“ haben, dass wir den Ton angeben und plötzlich Gerassel machen, aber nichts was diese tödliche Routine aufbricht, in der wir festkleben.

Wir leiden enorm, weil es unser Mädchen ist, das wir zutiefst lieben, das gefangen ist. Wir sind aber auch stolz, denn nun ist sie eine Frau und hat in ihrem Leben einen enormen Mut bewiesen.

Eine Frau, die uns zutiefst in Frage gestellt hat, so dass wir uns von diesem System nicht mehr in die Enge treiben lassen, unsere Leben nicht mehr seinen Befehlen anpassen, uns den Morden an GenossInnen nicht mehr fügen wollen, nicht mehr der permanenten Beraubung, die an uns und allen Leuten in jedem Bereich verübt wird; unseres Landes, unserer Ozeane, unseres Reichtums, unserer Bäume.

Wir brauchen Kraft, Compas, wir brauchen eure ehrliche und selbstlose Freundschaft wie ihr es immer getan habt. Unser Weg ist klar umrissen und wir können nicht ruhig bleiben in der Hoffnung, dass andere das tun, was wir voranbringen müssen…

DIE IDEE EINER FREIEN UND GESCHWISTERLICHEN GESELLSCHAFT ZUTIEFST LIEBEN UND SIE MIT KLEINEN UND GROSSEN HANDLUNGEN AUFBAUEN, NICHT NUR MIT DISKUTIEREN, SONDERN MIT JEDER FORM DES KÄMPFENS UND IN JEDEM BEREICH UNSERES LEBENS.

Tamara Sol, Tochter, Nichte, Schwester, wir lieben dich mit all unserer Kraft.
Tamara Sol, kämpfende Compa, wir bewundern dich für deinen Mut. Wir sind an deiner Seite.
Tamara Sol, wir werden immer an deiner Seite stehen, du wirst nie alleine sein.
Tamara Sol, „der Himmel spiegelt sich im Ozean, so musst du nur zum Monde schauen.“ Geduld, Geduld, Liebe.

Wir möchten allen danken, die uns zu Hause besucht haben, die sich sofort um uns gekümmert haben, die ihre Solidarität gezeigt und Dinge gebracht haben, die Tamara Sol im Gefängnis benötigt.

Wir sind den Frauen dankbar, die sie im dunklen Kerker empfangen haben und sie mit ihrer Zuwendung unterstützen.

Wir nehmen auch jene zur Kenntnis, die nicht mit uns waren und uns so, mit ihrem Verhalten, zeigten, dass sie mit Tamara Sol nicht einverstanden sind. Das machte uns sehr klar, auf wen wir jetzt und in Zukunft zählen können.

Ana Vergara Toledo
Luisa Toledo Sepúlveda
Manuel Vergara Meza

via vivalaanarquia, Übersetzung ins Englische von waronsociety
Übersetzung ins Deutsche von mc, Lenzburg (leicht überarbeitete Version)

Santiago, Chile: Bekennung zum Angriffversuch auf die Präfektur von Santiago Ost und das 18° Kommissariat von Ñuñoa

Wenn einE Compas fällt, können wir nicht gleichgültig bleiben, wegschauen, bloß lesen und unseren kleinen Beitrag in Debatten und Diskussionen leisten. Unsere Tränen für die im Krieg gefallenen Compas werden zur Lava, die aus unseren Körpern fließt und zum inneren Feuer wird, das die Flamme entzündet um in jeder Aktion gegen unseren Feind und die Bastarde, die ihn verteidigen, alles zu geben.

Wir sind voller Stolz weil wir einige Minuten vor Mitternacht unter ihren Nasen ihre Mauern überwanden, um dann in Aktion zu treten, als alle feierten (auch die „RevolutionärInnen“). Sie vergaßen, dass es gefangene, angeklagte und getötete Compas gibt, die ihr Leben gegeben haben und so wurden diese Worte zu konkreten Aktionen gegen die Moral, den Komfort und das Leben des Feindes.

Als FreundInnen des Schwarzpulvers ist die Demoralisierung der Ordnungskräfte unser Ziel und ihnen das Gefühl der Verletzlichkeit zu geben. So wollen wir immer mehr furchtlose Individuen zu ermutigen, gegen die BeschützerInnen der sozialen Ordnung und des sozialen Friedens zu tun, was sie wollen. Obwohl das nicht immer endgültiges Ziel sein kann. Aber wir wissen um die bewaffneten Armeen des wahren Feindes, führten deshalb eine doppelte und qualitativ hochwertige Aktion durch. Einerseits indem wir diese gehorsame Welt leiden und sterben lassen. Andererseits indem wir gegen Ingenieure, WissenschaftlerInnen, UnternehmerInnen und Geschäftsleute vorgehen, die Projekte finanzieren, verwalten und schaffen, die diese Welt immer künstlicher machen und diesem abscheulichen Gesindel eine anscheinend immer grössere Freiheit und Vitalität verleiht.

In dieser unserer 4. Erklärung (1. Stawa-Büro in La Florida; 2. Gericht von Puento Alto; 3. Kaserne in Las Vizcachas) sind wir sowohl stolz als auch enttäuscht, da unser Zeitzünder voll funktionstüchtig war, aber wegen einer Unsicherheit bei der Aktivierung des elektrischen Teils durchtrennten wir den Draht, der den Kreislauf schloss. Um zwischen dem Betreten und Verlassen des Ortes unentdeckt zu bleiben, hatten wir 30 Sekunden zur Verfügung. So konnten wir logischerweise den Fehler nicht beheben. Wir entfernten uns in der Hoffnung das Glück sei auf unserer Seite, aber diesmal hatten sie Glück. Denn wäre alles nach Plan verlaufen, hätten wir die, wie immer unaufmerksamen und verwirrten Bastarde auf der anderen Seite der Türe getötet oder verletzt und grossen Sachschaden angerichtet. Unser Topf enthielt 3kg gepresstes Schwarzpulver, 250gr TNT, 3 Gaskartuschen, Zünder und ½kg Schraubenmuttern. Dazu wären auch die Splitter des Topfes gekommen. Es war ein guter Plan: alles oder nichts.

Die körperlichen und materiellen Ziele wurden nicht erreicht, die psychologischen sehr wohl. Nun lächeln wir, weil wir einen maximalen Alarm in allen Polizeikasernen verursachten, der bis zum 10. Januar dauerte und ihnen klar machte, dass wir zu allem bereit sind. Dass wohl sein mag, dass wir in den Anfängen stecken, aber auch, dass uns unsere Wut reifen lässt auf diesem Wege des Kampfes um Freiheit und Autonomie.

Wir widmen diese Aktion Pelao Angry [Spitzname für Sebastián Oversluij zusammengesetzt aus „Glatzkopf“ und der Stadtguerillagruppe „The Angry Brigade“], denn wir verstehen und teilen den Mut des Compa, in einer freien und wilden Welt leben zu wollen. Hoffentlich wirst du früher oder später gerächt…

Kraft für Mónica Caballero und Francisco Solar.
Kraft allen gefangenen und angeklagten Compas der Welt.

Nach der Ruhe der Sturm…

FreundInnen des Schwarzpulvers

Üb. mc, Lenzburg

Chile: Über die Verhaftung von Tamara Sol Farías Vergara

Am 21. Januar 2014 wurde die anarchistische Genossin Tamara Sol Farías Vergara in Santiago de Chile verhaftet. Sie wird beschuldigt, am selben Tag in der Bankfiliale, die sich auf der Kreuzung Alameda Allee und Las Rejas Straße befindet, einen bewaffneten Angriff auf einen Wachmann der Banco Estado durchgeführt zu haben.

Am 22. Januar erschien die Genossin vor Gericht und wurde in Untersuchungshaft gesteckt. Sie ist angeklagt, die Waffe des besagten Wachmanns gestohlen zu haben und ihm schwere Körperverletzungen zugefügt zu haben. Die Ermittlungen werden innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen sein, sie ist konfrontiert mit einer Haftstrafe von 10 Jahren und einem Tag bis zu Lebenslänglich.

Angesichts des Ernstes der Situation und der medialen Hysterie, die gegen Sol aber auch ihre Familie gestartet wurde, Mitglieder von ihr wurden von den Hunden des Pinochet Regimes ermordet, rufen wir zur aktiven Solidarität mit der Genossin auf und machen auf die Notwendigkeit aufmerksam, zu verhindern, dass die feindliche Propaganda reproduziert wird, d. h. die der Presse, Bullen und Richter.

“Mit einem Revolver erschossen zu werden, um klüger zu werden; das geschieht euch ganz recht!”

Anarchistische Propagandazelle für die internationale Aufwieglersolidarität

Santiago, Chile: Bericht von der Demonstration zur Entkriminalisierung von Abtreibung

Gegen die Kapitalisierung unserer Unterleiber – Autonomie des Körpers und Feuer dem Patriarchat
Abtreibung ist das Beste – Ich scheiße auf Gott
Maria wollte eine Abtreibung haben

Am 25. Juli 2013 fand eine Demonstration zur Entkriminalisierung von Abtreibung in der Stadt Santiago statt. Chile ist eines der Länder, in denen Abtreibungen unter allen Zuständen verboten sind. Demzufolge werden Frauen für ihre Entscheidung zur Abtreibung verhaftet und andere sterben bei illegalen Abtreibungen.

Für die Demo wurde zu 19 Uhr an der Plaza Italia aufgerufen und gegen 18 Uhr entschied die Stadtverwaltung, die Erlaubnis, die für die Demoroute zur Alameda Allee auf der nördlichen Seite zum Paseo Bulnes erteilt wurde, zu verweigern. Die Cops schubsten Individuen die ganze Demostrecke entlang und versuchten die Fahrbahn in nördliche Richtung der Alameda Allee zu räumen. Sie schnitten den Weg am Paseo Ahumada ab. Dort stoppte die Demo und die Polizei begann, die Fahrbahn zu räumen, damit Busse und Autos passieren konnten. Sie drängten die Demonstrierenden gewaltsam ab, die versuchten, die Alameda Allee zu blockieren, Parolen für die Abtreibung und gegen die Cops riefen und den Weg entlang der Alameda fortsetzten.

Nach einem intensiven Kampf realisierte jedeR, dass es nutzlos war und entschied, die Paseo Ahumada Richtung der Kathedrale an der Plaza de Armas zu gehen. Als die Demonstrierenden an dem Platz ankamen, betraten sie unvermittelt die Kathedrale während einer Messe. Pfeifend und Parolen rufend (“Nehmt euren Rosenkranz aus euren Eierstöcken”) versuchten sie, das Mikrophon zu übernehmen. Sie malten einige Parolen in die Kathedrale, warfen hölzerne Kirchenbänke um und zogen sogar einige aus der Kirche heraus.

Zu diesem Zeitpunkt begannen die Cops die Menschen außerhalb der Kathedrale anzugreifen – der guanaco (gepanzertes Fahrzeug mit Wasserkanonen) begann mit Wasser zu schießen und einige Individuen wurden festgenommen (die genaue Anzahl der Ingewahrsamnahmen ist noch nicht bestätigt).

Inzwischen begannen die Menschen, die die Kathedrale verließen, in die umliegenden Straßen zu rennen, weil das Gebiet zunehmend mit Cops auf Motorrädern, einigen guanacos und zorrillos (bepanzerte Fahrzeuge, die mit Gaswerfern ausgestattet sind) und Polizeifahrzeugen belagert wurde. Es war Zeit zu gehen und die kleinen Konfrontationen endeten damit, getrennte Heimwege zu nehmen – glücklich, (zumindest) die Masse gestört zu haben und einen kleinen und symbolischen Angriff und eine Absage an die Religion erteilt zu haben.

auf Englisch, Spanisch, Französisch

Chile: Grüße aus Santiago an die RebellInnen in der Türkei

Heute Abend (14.06.) gegen 18 Uhr haben wir eine Kundgebung vor der türkischen Botschaft durchgeführt. Das Transparent, das präsentiert wurde, schrieb: “Für die Ausbreitung der Revolte. Dayanışma bir  silahtır – Solidarität ist eine Waffe.” Flyer mit dem folgenden Text wurden verteilt:

Santiago’dan Türkiye’deki isyancılara selam

Vor 14 Tagen explodierte in Istanbul eine soziale Krise, die durch die Erbauung eines Einkaufszentrums auf dem Gebiet des letzten Parks der Stadt hervorgerufen wurde. Nachdem brutale, repressive Maßnahmen gegen die friedliche Bewegung, die sich der Konstruktion eines Wahrzeichens des Kapitalismus entgegenstellte, angewandt wurden, zog es tausende von Menschen in die Straßen, um sowohl die Bewegung zu stärken als auch den Park aus den Händen der Polizei zurückzunehmen.

Die Situation intensivierte sich je mehr Tage vergingen. Nacht für Nacht wurde die Stadt von den Protestierenden übernommen, die Widerstanden gegen die andauernden Polizeiangriffe leisteten. Am dritten und vierten Tag kostete diese Repression das Leben von vier Menschen: alle wurden von der Polizei erschossen, wofür es deutliche Videobeweise gibt. Der Präsident des Landes hielt eine Rede, in der er die Protestierenden beschuldigte, Terroristen zu sein.

In den Tagen nach den ersten Toten des Widerstands auf dem Taksim Platz (dem zentralen Platz Istanbuls) begannen soziale Spannungen zu steigen und sie breiteten sich in den größeren Städten der Türkei aus, wo sich das Ziel, den Bau eines Shopping Centers zu verhindern, in Rücktrittsforderungen von Präsident und Premierminister umwandeltet. In der Zwischenzeit lebten jene Menschen in den Straßen eine vollkommen unterschiedliche Realität als das, was im Fernsehen gezeigt wurde. Der abscheulichste Moment trat auf als CNN-Turkey die Live-Übertragung aus dem Stadtzentrum Istanbuls in den heftigsten Momenten des Straßenkampfes unterbrach, um eine Doku über Pinguine zu zeigen.

Tausende von Menschen wurden verhaftet und ebenso viele verletzt, die Anzahl der Opfer beträgt mehr als 4. Die Regierung verheimlicht die wahren Zahlen von jenen, die von Cops getötet wurden.

Anarchistische GenossInnen sind ein aktiver Teil jener Demonstrationen und sie verleihen uns ebenso wie die Tapferkeit all jener, die sich erheben, Mut, das weiterzuführen, was wir den Kampf für die Freiheit nennen. Daher weiten wir unsere unmittelbare Solidarität auf alle KämpferInnen aus, die für Freiheit kämpfe.

Nieder mit den Nationen und lang lebe die Anarchie!
Dayanışma bir silahtır / Solidarität ist eine Waffe!

Santiago, $hile: Transpis im Kontext des Aufrufs für einen Schwarzen Februar aufgehängt

Auf dem ersten Transpi steht ein Auszug des Textes „Über Individualismus und Rebellion“ von Renzo Novatore (in Il Proletario, v.4, Pontremoli, 17. September 1922):

Du willst über mich richten? Sei’s drum! Doch wirst du niemals mein wirkliches Ich richten. Stattdessen wird du das Ich richten, das du erst erfunden hast. Und während du denkst, dass du mich zwischen deinen Fingern hast und mich zermalmen kannst, werde ich schon dort oben sein und dich aus der Ferne auslachen!

Auf dem zweiten Transpi steht:

Aktive Solidarität mit den antiautoritären Räumen auf dieser Welt…

Und auf dem Dritten:

Es lebe die Anarchie!

Quelle

Santiago, $hile: Solidaritätsveranstaltung für anarchistische Räume in Griechenland und weltweit

Am 2. Februar fand im Sozialzentrum „Cueto Con Andes“ in Santiago eine anarchistische Veranstaltung als Teil der Kampagne für einen Schwarzen Februar, zur Unterstützung von Freiräumen und anarchistischen Kolleg@s überall auf der Welt, statt. Es war ein Nachmittag ohne Alkohol und Rauchen, mit einem Live-Konzert, Diskussionen und VoKü für alle Altersklassen.

Santiago, Chile: Zusammenstöße in Erinnerung an Alex Lemún (November 2012)

Am Mittwoch, dem 14. November 2012, in der ehemaligen Pädagogischen Fakultät von Santiago, während ein kultureller Festakt beendet wurde – in Gedenken an den Kämpfer Alex Lemún, der im Alter von 17 genau vor zehn Jahren im Jahr 2002, von den Hunden der Demokratie und des Kapitals, ermordet wurde und zur selben Zeit in der zwei politische Gefangene der Mapuche einen weiteren Hungerstreik begannen (siehe Kommuniqué in Englisch hier) – stürmte eine Gruppe von 35-40 Jugendlichen in den Universitätscampus und zündete brennende Barrikaden an der Ecke Macul und Grecia Allee an, um die Zirkulation gleichgültiger Menschen (aka lebender Ware) aufzuhalten.

Sie machten Platz für direkte Aktion und Konfrontation, warfen Molotowcocktails auf die Bullen, die in der Gegend die Konsumzentren schützten. Kurz darauf, zogen sich die Brandstifter vom Tor zurück, da die Luft erstickend war und stellten sich näher zur Grecia Allee auf.

Sie gingen jedoch wieder mit mehr Molotowcocktails über in den Straßenkampf, dieses Mal durch den Haupteingang des Campus. Die Auseinandersetzungen hielten über anderthalb Stunden an, bis die vermummten Jugendlichen sich nach ihrer letzten Munition zurück zogen.

Es ist wichtig daran zu erinnern, dass im Namen des Kapitals nichts anderes als Mord begangen wird. Daher kann die Ermordung an Alex Lemún nicht nur im Kontext des Kampfes der Mapuche für ihre eigene Autonomie gesehen werden. Die Wahrheit des Konflikts liegt in der Akkumulation des Kapitals, das in eroberten Territorien erzeugt wird. Die Kapitalisten versuchen diese Länder vollkommen auszubeuten. Wir müssen daher diese Idee in Spannung versetzen, um Wege des Kampfes zu vereinigen und sie gegen einen gemeinsamen Feind, jenseits aller eigenen Forderungen, zu entwickeln. Wir können die Weltsicht der kämpfenden Mapuche heranziehen um die antikapitalistischen Kämpfe zu nähren.

Alex Lemún lebt!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Tod dem Kapital und dem Staat!

[vimeo]http://vimeo.com/53297811[/vimeo]

Quelle

Chile: Propaganda an den Wänden von Santiago

Von Santiago senden wir mit viel Liebe die folgenden Fotos von Propaganda, die an verschiedenen Orten in Santiago vom 6.-10. August verbreitet wurde.

“Niemand wird je vergessen werden; von unseren Städten aus werden wir, die GenossInnen außerhalb der Folter- und Isolationsknäste, überall sein; kämpfend; angreifend und die Symbole des Kapitals, das uns unterdrücken will, zerstörend; unsere Waffen – Solidarität und Erinnerung – sind bereits gelanden und es ist die Zeit zu schießen.”

An unsere GenossInnen, die

  • auf $hilenischem Boden in diesem Krieg entführt wurden: Carla, Ivan, Freddy, Marcelo, Juan and Luciano;
  • die gestorben sind – ganz aktuell: Mauricio Morales – und
  • alle jene GenossInnen, die überall auf der Welt in diesem Krieg kämpfen.

Stärke und unterstützender Widerstand in Solidarität mit den Mapuches!

GenossInnen, ihr seid nicht allein. Wir sind viele, weshalb uns unsere Feinde Ratten nennen und wir überall sind. Niemand kann uns je stoppen; sie müssen erst sterben, um uns aufzuhalten.

Lang lebe die Revolte!

Der terroristische Staat: Verfolgungen, Verhaftungen und Morde. […] Freiheit für alle politischen Gefangenen!!!
Lasst Tortuga frei!
Der Kampf der Mapuche wird weder durch Kugeln noch durch eure Gitter oder Überfälle enden!
Freiheit für die Gefangenen!
Solidarität ist eine Waffe – Jetzt werden Freddy, Marcelo und Juan verfolgt. Morgen bist du es! Freiheit für die Gefangenen des “Sicherheitsfalls” – Solange Elend existiert, wird es Rebellion geben!
Solidarität hört auf ein Wort zu sein, wenn es zu rebellierenden Aktionen kommt! Solidarität mit Luciano
Heute gehen wir Hexen jagen! Der Jäger wird gejagt! Brecht die Räder. Freiheit für Luciano!
Aktive Solidarität mit den Gefangenen von Staat und Kapital […] Freiheit für alle politischen Gefangenen in Chile und weltweit
Lasst Tortuga frei!
Feuer den Knästen – Freiheit für Adrian*
Freiheit für Tortuga (A)
Lasst Luciano frei!
Mauricio Morales, du lebst in der Revolte!
Mauricio Morales, anarchistischer Genosse, der in der Nacht des 22. Mai 2009 nach der Explosion einer Vorrichtung, die er in der Nähe einer Schule für KnastwärterInnen und Folterer der Gendarmerie (Knast-Aufsichtspersonal) trug, starb. Drei Jahre nach seinem Tod leben wir weiterhin jene Ideen, die du in dieser Nacht mit dir trugst; Ideen der Freiheit gegen jede Form der Autorität. Weil du in deinem Leben an vielen Formen von Kämpfen gegen Macht mitgewirkt hast (Büchereien, Workshops, Foren und direkten Aktionen), halten wir die Erinnerung an dich durch die Aufrechthaltung des anti-autoritären Kampfes hoch. Mit Punky Mauri und allen gefallenen GenossInnen im Kampf gegen Autorität. Wir halten die Flamme der Revolte hoch!
Solidarität unter AnarchistInnen ist nicht nur ein geschriebenes Wort! (A)
Luciano Pitronello, wir wollen dich frei und wild. Freiheit für alle politischen Gefangenen weltweit.

* Adrián Díaz Cayuqueo ist ein Genosse, der in Chile am 28. Juni nach Riots während einer StudentInnendemonstration festgenommen wurde. An diesem Tag fuhr ein LKW der Gendarmerie durch das Gebiet, wo die Riots tobten, endete an einer Laterne. Einige vermummte DemonstrantInnen sahen die Gefängniswärter und giffen jene, die im LKW zurückblieben an. Dann wurden 2 Molotovcocktails auf den LKW geworfen, die ihn nicht besonders beschädigten. Adrian ist nun in U-Haft (80 Tage lang bis zu seinem Prozess), nachdem er mit wegen “des Mitführens von Mitteln zur Brandstiftung” und “Brandstiftung” angeklagt wurde und beschuldigt wird, die Mollies, die den hinteren Reifen berührten, geworfen zu haben.

Santiago, Chile: Propaganda-Aufkleber zu den internationalen Propagandatagen gegen Repression (1.-10. August)

Wir senden euch zwei Propaganda-Aufkleber, die wir selbst entworfen haben und in der Aktionswoche der GenossInnen von Contra Info in den Straßen verklebten.

Einer der beiden verteidigt die befreiende anti-autoritäre Gewalte und der andere ist eine Geste und ein Aufruf zur Solidarität mit dem Genossen Luciano Pitronello, der nun (Stand: 10. August) unter Hausarrest steht und von den Mainstreammedien verleugnet wird. Er wartet auf sein Urteil, das bei bis zu 10 Jahren Knast liegen könnte [15. August: Tortuga ist zu 6 Jahren Bewährung verurteilt worden – die Berufung steht noch aus].

Wir entschieden uns, diese Propagandaaktion durchzuführen, um mit unseren Ideen im Zusammenhang mit dem internationalem Kampf und der GenossInnenschaft verschiedene Formen von anti-autoritären Aktionen zu verteidigen (ohne die eine Tat über die andere stellen zu wollen). Aus diesem Anlass schrieben wir, nachdem wir unter GenossInnen diskutierten, wie wir Propaganda verstehen, zwei Flugblätter.

Unsere Propaganda richtete sich einerseits an GenossInnen, als Grüße an inhaftierte Brüder und Schwestern und als ein Aufruf zu Solidaritätsaktionen. Andererseits bricht eine Ansammlung von Ideen in die Gesellschaft heraus als ein Versuch, die unterwürfigen Positionen der BürgerInnen anzuprangern und jenen Stärke zu verleihen, die den Kampf der Rebellion begonnen haben. Das ist, was wir Anti-Autoritäre der Praxis unter Propaganda verstehen und als ein notwendiges Werkzeug des Kampfes betrachten – nicht um eine Schafherde zu dirigieren oder massenhaft Militante zusammenzufassen, sondern wegen der Bedeutung und der Einfachheit, unsere Positionen herauszuschreien und zu verbreiten; Vorschläge für die Überwindung der gesellschaftlichen Befehlsautorität zu unterbreiten und andere unbeherrschbare Herzen mit dem Feuer der Freiheit anzustecken.

Wir verstehen anti-autoritärer Propaganda als Teil der täglichen Offensive und als ein Werkzeug eines stetigen Kampfes in jeder Lebenslage. Das schließt folgende Handlungen ein: anarchistische Flugblätter drucken, die Bezahlung des Tickets im öffentlichen Nahverkehr verweigern, revolutionäre Gewalt gegen Unterdrückende verwenden, Supermärkte enteignen, anti-autoriäre Beziehungen auf der Grundlage von Bezugsgruppen, freien Willensassoziationen und gegenseitiger Unterstützung zu schaffen, usw…

Aus den genannten Gründen haben wir daher auf den 10-tägigen Aufruf zur Agitation geantwortet. Aber wir wollen auch klarmachen, dass der Kampf gegen Repression nur ein Teil des Kampfes gegen alle Formen der Herrschaft ist und dass die anarchisische Internationale von koodinierten Solidaritätsaktionen nicht nur aus Anlass von bestimmten Daten oder Kampagnen besteht.

Lasst unsere Botschaften in die Zellen eindringen, um die Isolation unserer inhaftierten GenossInnen zu zerstören.

Kämpferische Grüße an all jene, die gefangen sind und von den Mächtigen verfolgt werden.

Niemand ist allein und sicherlich nicht vergessen.

BESONDERE GRÜSSE AN UNSEREN BRUDER LUCIANO PITRONELLO: GENOSSE, WIR WOLLEN DIR SAGEN, DASS DU NICHT ALLEIN BIST UND DASS DEINE TAPFERKEIT AUCH IN ANDEREN STECKT, DIE NICHT RESIGNIEREND ODER IN KOLLABORIERENDER STILLE WEGSEHEN UND IN PERMANENTER SPANNUNG DURCH DAS LEBEN GEHEN. WIR HABEN IDEEN, WUT, UNTERSCHIEDLICHE ERFAHRUNGEN, SCHMERZEN UND FREUDEN…

DAHER SIND PROPAGANDA- UND DIREKTE AKTIONEN TEIL UNSERER PRAXIS UND UNSERER FREIHEIT UND WERKZEUG IM TÄGLICHEN KAMPF, DEN WIR STOLZ KÄMPFEN…

Santiago, $hile: Aufruf zur Büchersammlung für eine anarchistische Bibliothek

Um Räume zu schaffen, die antagonistisch zur Herrschaft sind!

GenossInnen,

mit dem Ziel, den anarchistischen Samen zu verbreiten, wird in dem besetzten Raum ‘La Kólera’ (der sich auf der Presidente Errázuriz #2845, an der Ecke Libertad Str., in der Innenstadt von Santiago befindet) die Einrichtung einer anarchistischen Bibliothek in Angriff genommen. Diese Bibliothek wird als eine mit einem exklusiven politischen Charakter und als ein Treffpunkt für GenossInnen errichtet, deshalb bitten wir um Solidarität, um diesen kleinen aber unzähmbaren Raum aufzubauen.

Wir bitten um Spenden anarchistischer Bücher, die ansonsten bei euch zuhause verstauben oder Propagandamaterial, von dem wir denken, dass es notwendig ist, es mit all jenen zu teilen, die etwas mehr lernen wollen. Für alle, die gerne etwas spenden möchten: Kontaktiert bitte die Redaktionsgruppe Afila Tus Ideas oder Entropía Ediciones, da das besetzte Haus nicht zu regulären Öffnungszeiten betrieben wird.

Solidarität mit den besetzten Räumen!
Um libertäre und antagonistische Alternativen gegen die Dominierung darzustellen!

PS: Die Eröffnung der Bibliothek ist für Mitte oder Ende April geplant. Die Aktivitäten für ihren Aufbau werden in Kürze beginnen.

Quelle

Buenos Aires: Kommuniqué des Unterstützungsnetzwerkes über “Caso Security”

Freiheit für Freddy Fuentevilla, Marcelo Villarroel und Juan Aliste!

Angesichts der heiklen Lage (gerichtlich und die Situation im Knast) in der sich die Compañeros Juan Aliste Vega, Marcelo Villarroel Sepúlveda und Freddy Fuentevilla Saa (zur Zeit eingeschlossen in chilenischen Knästen) befinden, haben wir uns als verschiedene Individuen aus Buenos Aires dazu entschlossen ein Unterstützungsnetzwerk aufzubauen, um über die aktuelle Situation zu berichten und damit zu ihrer baldigen Freilassung beizutragen.

Niemals vergessen wir unsere gefangenen Compañeros. Wir wollen unsere gefangenen Compañeros nicht mystifizieren und wir wollen auch nicht teilnahmslos ihrem Knastalltag zusehen. Solidarität ist nicht nur ein hübsches Wort oder eine einfache Parole, sondern Teil unseres Kampfes. Sie kann sich auf vielfache und unterschiedliche Arten ausdrücken, schlagkräftig und kontinuierlich eingesetzt spielt sie eine wichtige Rolle.

Wie schon erwähnt in einem Kommuniqué während der Kampagne gegen ihre Ausweisung aus Argentinien, hat der juristische Schuldbegriff für uns keine Gültigkeit. Wir haben nie und wir werden auch in Zukunft nicht auf Ideen und Praktiken, die den Staat gefährden, verzichten. Solange es Elend gibt, wird es Rebellion geben, deshalb verbrüdern wir uns mit denen, die auf die eine oder andere Art und Weise das autoritäre System in dem wir leben in Frage stellen und bekämpfen. Ihnen gilt unsere Solidarität, verstanden als eine Ausbreitung und Verschärfung ihres jeweiligen Kampfes, welcher auch der unsere ist.

Wir regen dazu an mehr Unterstützungsnetzwerke aufzubauen oder sich auf andere Weise solidarisch zu zeigen, um den Kampf für Freiheit von Marcelo, Freddy und Juan zu verstärken.

Ein kurzer Rückblick Continue reading Buenos Aires: Kommuniqué des Unterstützungsnetzwerkes über “Caso Security”