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G 20 Protest in Hamburg- einige Informationen (aktualisiert)

Unabhängig davon, ob die Rote Flora sich dafür entschieden hat ihren Kampf Gesichter sowie den Medien permanent Interviews zu geben und auch eine Journalistin in ihre Räume lässt, kann ab sofort für bestimmte Aktionen und Demonstrationsblöcke auf der Straße nur gelten, auf Foto- und Filmaufnahmen zu verzichten und sie nicht zuzulassen. Das gilt nicht nur für Aufnahmen “eigener” Leute oder auch für “freie” Berufsfotograf*innen, die “uns” angeblich Nahe stehen, wie sie es an verschiedener Stelle immer wieder betonen und erwarten, dass wir uns nur freuen sollen, wenn ihre teilweise stimmungsvollen und qualitativ zumeist hochwertigen Bilder ihren Weg in die Massenmedien finden.

Hier geht es alleine um unser eigene Sicherheit und Bildmaterial kann uns gefährden und der Hinweis, dass die Polizei ohnehin selber filmt, erfasst nicht das eigentliche Problem. Hat sie in der Vergangenheit doch bereits starkes Interesse an Bildbeweisen aus fremder Hand gezeigt.

Alle haben es zu respektieren, wenn Leute für sich den Entschluss getroffen haben, nicht abfotografiert und gefilmt zu werden! Gegebenenfalls sollte ein Hinweis reichen.

Auch von anarchistischer / antiautoritärer / libertärer Seite gibt es, wie bekannt sein dürfte, verschiedene Aufrufe für Gipfelproteste (z.B. den anarchistischen Aufruf, den  als “Vive le sabotage!” betitelten, von der autonom-anarchistischen  Anti G20-Vernetzung Berlins, von der Anarchistischen Initiative Hamburg  sowie dem Statement der FdA) – während die lokale FAU Gruppe für die Proteste kaum Verständnis aufbringt, aber ihr Libertäres Zentrum “Schwarze Katze” während der Gipfeltage offen hält. Wobei ihr Verständnis von Direkter Aktion laut ihres inzwischen ins Englische übersetzen Textes dafür steht, eine Horde, “Nazis aus dem Viertel zu jagen”, sie aber bei über 20.000 Polizist*innen ruhig bleiben kann. Es wäre aber an der Zeit, dass sich alle der staatlichen Unterdrückung, wie sie uns (nicht nur)in Hamburg begegnet, widersetzen.  Dieser Kampf hat jedenfalls nicht nur Event-Charakter, er ist existenziell….

Die Anarchistische Initiative aus der Hansestadt hat vom 28.06. – 4.7. eine eigene anarchistische Veranstaltungswoche vor dem eigentlichen Beginn des Gipfels durchgeführt.

Die Mobilisierung von AnarchistInnen, Antiautoritären und Libertären scheint insgesamt  durchaus zufriedenstellend zu verlaufen, jetzt geht es um das solidarische Miteinander! Seien wir dabei kreativ, dezentral und unberechenbar!

Es verwundert nicht, dass in Hamburg viele Gruppen gemeinsam gegen G20 auf die Straße gehen werden. Darunter befinden sich auch einige, die dem Anarchismus feindlich gegenüberstehen oder eine Ideologie vertreten, die nicht mit unseren Vorstellungen vereinbar ist. Es gibt kein “Großes Ganzes”, die Trennlinien sind eindeutig definiert und sie werden es auch weiterhin bleiben.  

Wissenswertes zur Mobilisierung und Infrastruktur der Proteste…

In der rechten Spalte der Homepage von „Welcome to hell“ befindet sich eine gute Übersicht der bisher geplanten Protestformen während der Gipfeltage, einschließlich Links zu den aufrufenden Gruppen.

Hier ist unbedingt daran zu erinnern, dass davon unabhängig, auch weitere kleinere und größere „kreative“, eigenverantwortliche Aktionen an verschiedenen Orten laufen werden. Vieles wird (und muss sich) spontan entwickeln, um sich dynamisch den Gegebenheiten anpassen zu können. Seien wir unberechenbar. Um sich in Hamburg zu orientieren, gibt es auf Linksunten bereits relevantes Protest und Aktions-Kartenmaterial zum Download.. Auf diesem befinden sich auch die  Treff- und Rückzugspunkte eingezeichnet, die in Hamburg für alle geöffnet sein werden, die die Gipfelproteste mal entgehen wollen. Auf der Seite http://g20-protestmap.tk findet sich neben der eigenen Infrastruktur auch noch der Verlauf der blauen Zone sowie wesentliche Strukturen  des G20 Treffens (z.B. Hotels der Politiker*innen, Tagungsorte)

Ein anarchistisches Barrio auf einem Camp war bisher aufgrund der irrwitzigen staatlichen Repression nicht umsetzbar. Sich weiterhin aufzureiben, um  gegen offensichtlichen staatlichen Widerstand ein zentrales Camp auszurichten, kann und wird voraussichtlich am Ende bedeuten, in der Falle zu sitzen. Aus diesem Grunde gibt es  inzwischen die Initiative, massenhaft Parks, Plätze, Flächen und Knotenpunkte der Stadt zu besetzen. Eine geeignete Liste von Orten befindet sich auf auf der Homepage von Linksunten. Neben solchen spontanen “dezentralen Besetzungaktionen” als direkte Aktionen sind auch unsere Strukturen im Hamburg gefragt. Öffnet eure Wohnungen, aber auch eure Projekte und Freiräume für den Protest! Solidarität darf keine Worthülse bleiben! Der Protest braucht Schlaf- und Ruheräume! Es darf keine Ausrede geben, Räume zu verwehren! Ganz in die richtige Richtung geht hier die “Schlaflos in Hamburg-Kampagne”. Die Idee ist durch gut sichtbare Schilder, rote Punkte, Lufballons, oder einen Sticker deutlich zu machen, dass in dem jeweiligen Wohnraum, Anreisende willkommen sind. Auf der Kampagnenseite sind auch Links zu Bettenbörsen vorhanden. Auch mit diesem dezentralen Konzept sollte es möglich sein, dass AnarchistInnen in Hamburg während der Tage zusammen finden. Die Schlafplatzbörse ist über die Telefonnummern 01639273427 oder 01746204211 erreichbar.

Eine wichtige Informationsquelle unterschiedlicher Qualität zu aktuellen Entwicklungen (Infos zu Camps, Nachrichten, Repression, Aufrufe, Berichte über Aktionen, Protesformen, Anregungen und eigene Ideen  usw.) ist für die kommenden Gipfeltage auch wieder die  Seite Linksunten. (https://linksunten.indymedia.org/)

Wie weit sich der von Indymedia Deutschland eingerichtete alternative Ticker https://de.indymedia.org/barrikade durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Bis jetzt bietet er schon einmal eine gute Übersicht zu Anlaufstellen und zu den Ruheräumen während der Gipfeltage.

Contrainfo wird jedenfalls keine Nutzung von “Sozialen” Medienangeboten, wie Twitter empfehlen, die heute allzu wichtiges Kommunikationsmittel (unverständlicher Weise) selbst unter Anarchist*innen, Anti-Autoritären oder Libertären sind und bekanntermaßen auch von der Polizei als Sprachrohr zu den Bürger*innen genutzt werden.

Außerdem setzen viele neben Sozialen Medien auch noch auf Massenmedien. Es soll noch tatsächlich, Menschen geben, die sich auch über “ein klein wenig kritische” Berichterstattung freuen und sich keine Gedanken über die Rolle der Medien machen. “Autonome” Pressearbeit (ein Widerspruch in sich) bindet viel Kraft. Es ist ärgerlich, wenn Gegeninformationsprojekte dabei auf der Strecke bleiben und nur rudimentär informiert werden, alleine um möglichst viele Menschen zu erreichen. Wäre es nicht sinnvoller z.B. eine Zeitung für die BewohnerInnen der Schanze in hoher Auflage zu gestalten und zu verteilen, als zu hoffen, dass Zeitungen auch einmal etwas Positives verlautbaren lassen? Diese Frage jedenfalls ist eine Grundsätzliche! Doch weiter zur eigenen Infrastruktur:

Der Ermittlungausschuss, als Antirepressionsstruktur hat für alle am Protest teilnehmenden wesentlichen Informationen in einem Flyer zusammengestellt. Hier zum Download

Auch der Ratgeber “Was tun, wenn’s brennt” kann gerne (wieder einmal) in “brandneuer” Ausgabe von 2017 gelesen werden. Hier der entsprechende Download

Die Autonome Sanikoordination stellt auf ihren Seiten Tipps und Tricks zur Ersten Hilfe auf Demos zur Verfügung und außerdem Information zu Maßnahmen gegen / Verhalten bei Einsatz von Pfefferspray.

https://g20sanis.blackblogs.org

Zu dieser Thematik weist die Gruppe auch auf einen Flyer hin, der  hier zum Download bereit steht und ebenfalls lesenswert ist. .

Darüber hinaus, können Erlebnisse auf politischen Aktionen auch sehr belastend für das emotionale Wohlbefinden sein. Unterstützung und Informationen bietet die Gruppe Out of Action auf ihren Seiten an: https://outofaction.blackblogs.org/

Es sollte erwähnt werden, dass es auch Zeiten ohne Internet und Handy gab und die moderne Technik polizeiliche Ermittlungsarbeit auch sehr erleichtern kann. Wer, was Sinn macht, auf sein Handy ganz verzichten möchte, erhält an den verschiedenen Infopoints auch alles Wissenswerte in gedruckter Form oder stellt sie sich vorher selbst zusammen. Für Notfälle, auch bei Netzstörungen, können Telefonzellen genutzt werden. Hierzu ein interessanter Text auf Linksunten zu Smartphones und warum sie nicht mit auf die Demo sollten.

1 comment to G 20 Protest in Hamburg- einige Informationen (aktualisiert)

  • Anonymous

    grosses danke für diesen hinweis:
    Es sollte erwähnt werden, dass es auch Zeiten ohne Internet und Handy gab und die moderne Technik polizeiliche Ermittlungsarbeit auch sehr erleichtern kann. Wer, was Sinn macht, auf sein Handy ganz verzichten möchte, erhält an den verschiedenen Infopoints auch alles Wissenswerte in gedruckter Form oder stellt sie sich vorher selbst zusammen. Für Notfälle, auch bei Netzstörungen, können Telefonzellen genutzt werden.

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