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Contra Info: Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformation

Contra Info ist ein internationales, multilinguales Netzwerk für Gegeninformation und Übersetzungen, eine Infrastruktur, die von AnarchistInnen, Anti-Autoritären und Libertären unterhalten wird, die in den verschiedensten Teilen der Welt aktiv sind. Lies weiter »

Athen:Prügelattacke auf Panos Aspiotis, weil er eine DNA-Probe verweigerte

Der Anarchist Panagiotis (Panos) Aspiotis wurde seit März 2013 gesucht, weil ihm illegaler Waffenbesitz vorgeworfen wird. Im Oktober 2015 erschien er freiwillig vor den Behörden. Er wurde in Untersuchungshaft genommen und in ein Gefängnis weit außerhalb Athens (seinem früheren Wohnort) gebracht. Während dieser Monate im Gefängnis verweigerte er der Polizei eine DNA-Probe.

Am Samstag, den 6. Februar 2016 wurde Panos vom Nafplioner Gefängnis nach Athen überführt, wo er am 8. Februar vor dem ,Ermittlungsrichter Eftichis Nikopoulos (spezieller Untersuchungsrichter für Terrorismusfälle) erscheinen soll. Es wurde erwartet, dass der Gefährte ins Koridallos Gefängnis gebracht wurde, stattdessen steckten sie ihn die Gefangenentransferabteilung. Er wurde von anderen Gefangenen getrennt und in eine Zelle ohne Überwachungskamera geführt, wo er von maskierten Bullen der Anti-Terroreinheit angegriffen wurde, die mit Gewalt eine DNA-Probe nehmen wollten. Er wurde wiederholt auf dem Kopf, in die Rippen und dem restlichen Körper geschlagen. Der Gefährte widerstand ihren ersten Versuch, indem er den DNA – Abstrich verschluckte. Selbst, nachdem die Bullen gewaltsam die DNA-Probe von ihm genommen hatten, schlugen sie ihn weiter.

SOLIDARITÄT MIT DEM ANARCHISTISCHEN GEFANGENEN PANOS ASPIOTIS.

In Greek
1–Text der DAK: Netzwerk inhaftierter KämpferInnen
2–Erklärung von Tameio: Solidaritätsfonds für inhaftierte und verfolgte KämpferInnen  (Athener Versammlung)
3–Worte des anarcho-kommunistischen Gefagenen Tasos Theofilou

Englisch

Bloomington, Indiana (USA): Solidaritätstransparent für Sean Swain aufgehängt

am 4. Februar erhalten:

feelings_smallAus Solidarität mit Sean Swain’s Kampf in Ohio gegen das Gefängnissystem haben wir ein Transparent aufgehängt. Während Sean sein Leben für den Kampf gegen den Staat einsetzt, bleibt er, trotz wiederholter Überführung und Unterbindung seiner Kommunikation, unnachgiebig in seinem Streben nach Freiheit. Seine Worte und Taten tragen wir bei unseren eigenen Kampf gegen die Gefängnisgesellschaft bei uns.

Fundraising, Briefe, Demonstrationen, Transparente, Graffiti und direkte Aktionen formen ein leuchtendes Flächengebilde revolutionärer Solidarität. Lasst uns immer neue Wege suchen, um die Isolation von Gefangenschaft zu überwinden und um Komplizenschaft,durch Gefängnismauern hindurch, aufzubauen.

Mexiko-Stadt: Zwei simultane Solidaritätsaktionen für Gefangene

Am 3.Februar in englischer und spanischer Sprache, zusammen mit dem Bild erhalten.

Am 31. Januar führten wir zwei Solidaritätsaktionen für Gefangene durch. Nicht alleine aus Solidarität mit anarchistischen Gefangenen, sondern mit allen, die der Staat eingekerkert hat, eingesperrt sind oder die dieser widerwärtigen Repression entkommen sind. Wir haben zwei simultane Aktionen durchgeführt.

In der Av. Xola y Tlalpan (Mexico-Stadt) haben wir Transparente entfaltet: “Solidarität mit anarchistischen Gefangenen” und “Feuer den Gefängnissen und allen RichterInnen”. Gleichzeitig haben wir im Süden von Mexiko-Stadt ein TELMEX Auto in Brand gesetzt, das dem Milliardär Carlos Slim gehört.

Wir sind nicht zu den Orten zurückgekehrt, nehmen aber an, dass der Zweck erfüllt wurde. Diese Aktionen kamen von feurigen Herzen, mit Liebe und Zorn, gegen das Gesicht der entsetzlichen Strukturen, die uns alle zu unterdrücken bedrohen. Wir hoffen, dass die Leute unsere Nachricht erkennen, das Feuer sehen und eskalieren.

Einige AnarchistInnen

Spanisch / Englisch

Athen: Transpi-Aktion aus Solidarität mit trans*Gefangenen

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Trans & Cis Anti-Kanonische; wir stellen Galgen für jeden Autoritären auf | Freiheit für den anarchistischen Gefährten Marius Mason

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Bist du ein Junge oder Mädchen? Nein – Gender ist ein soziales Konstrukt

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Feuer der Normalität des Normalen; für die vollständige Befreiung von Gender & Sexualität | Viel Kraft dem inhaftierten Anarchisten Marius Mason

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Wir sind Drapetomanie-Verrückte und MissetäterInnen; Wir brennen die Stadtgefängnisse auf die Grundmauern nieder – Chaoten

Erwidernd auf den Internationalen Aufruf für Solidarität mit trans*Gefangenen, haben einige AnarchistInnen am 22. und 23. Januar 2016 Transparente  an verschiedenen Orten im Zentrum Athens aufgehängt. (Polytechnikum, Monastiraki, Victoria-Platz)

Anarchistische Grüße an den Gefährten Marius Mason, Langzeitgefangener in den USA. Feuer der Normalität.

Chile, Santiago: Projekt Phönix 2016: Brandsatz gegen Sicherheitsfirma

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„Gegen die Tyrannei der Wirklichkeit, die den Leuten auferlegt wurde,

wähle ich immer den zauberhaften Realismus der Anarchie und der Revolution, die nie enden.“

Christos Tsalakos

Der Kampf für die Freiheit beinhaltet die Bekämpfung der Straflosigkeit jener, die unsere Leben unterdrücken und überwachen.

Wir eröffneten das Feuer im Jahr 2016 während der Nacht vom Sonntag 3. Januar indem wir mit einem Brandsatz mit Zeitzünder die Zentrale von IPS Services angegriffen haben. IPS ist eine von einem Agenten des Geheimdienstes der Chilenischen Diktatur gegründete Sicherheitsfirma. Als die Demokratie eingeführt wurde, haben auch viele andere ehemalige Agenten der diktatorischen Repression ihre eigenen Geschäfte mit der privaten Sicherheit aufgebaut. Unser Feuer beschädigte erfolgreich einen Teil der Fassade des Gebäudes in der calle Lord Cochrane im Zentrum von Santiago.

Wir sind uns bewusst, dass Sicherheitsfirmen und Überwachungskameras rentable Geschäfte sind, die auf der von Staat und Kapital geförderten Sicherheitsideologie basieren. Diese findet auch die Unterstützung der gesellschaftlichen Mehrheit, die die Idee der totalen Sicherheit ohne Infragestellung der Machtdiskurse reproduziert und verteidigt und froh ist, dass an jeder Ecke und in jedem Stadtteil immer mehr Kameras, Wachleute und PolizistInnen auftauchen.

Indem wir unser aufständisches Feuer vor den Nasen der Überwachenden entzünden, beweisen wir einmal mehr die Verletzlichkeit des Herrschaftsnetzwerks und verstärken unsere alltäglichen Entscheidungen, Beziehungen und Praktiken im direkten Angriff auf Gebäude, Vertretende, Verwaltende und Verteidigende der sozialen Kontrolle.

Wir haben es schon gesagt und bekräftigen es wieder: die Macht ist nie unverletzlich, der anarchistische Angriff ist immer möglich.

Wir organisieren uns antiautoritär und informell ohne SpezialistInnen, ohne Leader und Hierarchien, um die Praxis der anarchistischen Verschwörung zu verwirklichen und durch das Feuer verleihen wir dem Projekt des Anarchistischen Informellen Bundes/Internationale Revolutionäre Front (FAI/FRI) Kontinuität, weil die FAI/FRI dort auflebt, wo jedes Individuum, jede Zelle oder Gruppe den DIREKTEN ANGRIFF durch die eigene AUTONOMIE entwickelt ohne etwelche Zweifel an ihren Absichten aufkommen zu lassen, nämlich mit einem treffsicheren und nicht wahllosen Handeln, wo die SOLIDARITÄT und der anarchistische INTERNATIONALISMUS essentielle Elemente eines befreienden Aufruhrs sind, der weder Zentren noch Ränder hat und im Aufbau der Perspektive der totalen Befreiung hier und jetzt die unterdrückerische Normalität bricht.

Auf das Aktionen wie diese zur Planung weiterer und besserer Zündungen und Brände gegen das Elend der bestehenden Ordnung motivieren mögen. Und, wenn man zur verschwörerischen und klandestinen Aktion greift, den Bau von Brand- und Sprengsätzen immer mit den notwendigen Kenntnissen zur sicheren Fortbewegung in der Stadt vereinen.

Und kombinieren wir doch die verschiedenen Formen des Kampfes um dieses und jenes andere auf Macht und Ausbeutung basierte System zu stürzen!

Wir grüssen alle, die auf die Initiative für einen Schwarzen Dezember, die aus den griechischen Gefängnissen von den Genossen Panagiotis Argirou und Nikos Romanos vorgeschlagen wurde, mit Propaganda und Aktion geantwortet haben. Auf das der Schwung zur Aktion und zur Debatte nicht aufhöre sondern weitergehe und sich in Kampfstrategien und mehr aufständischen Aktionen, die die Pläne der macht behindern und gefährden, widerspiegele und konkretisiere.

Wir grüssen alle kämpfenden Gefangenen, die in den Gefängnissen der zivilisierten Welt ihre Würde und Kohärenz hochhalten.

Wir grüssen das Leben im Kampf des Mapuchekriegers Matías Catrileo, der vor 8 Jahren (3.Januar 2008) durch die Kugeln der Demokratie ermordet wurde, in diesem Falle abgeschossen vom Polizist Walter Ramírez Espinoza während einer Aktion zur Rückholung ursprünglicher Ländereien.

Wir grüssen jeden Menschen und jedes Tier, die für ihre Freiheit kämpfen und gegen die Welt der Autorität zur Aktion übergehen.

Und an unsere Compas der FAI/FRI, wir werden uns wieder im Fluge des Phönix begegnen.

Hoch lebe die Informelle Koordinierung der Vielfältigen  Anarchistischen Aktion in aller Welt!

Anarchistische Zelle des Brandangriffs „Feuer und Bewusstsein“.
Federación Anarquista Informal/Frente Revolucionario Internacional – Chile.

 Üb. mc, Knast Salez, CH, Januar 2016 aus dem spanischsprachigen Blog

Frankreich: aktuelle Nachrichten von der ZAD

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Als Antwort auf die Entscheidung, die historischen Opponenten zu räumen, versammelten sich in Nantes zwischen 150 und 200 Leute. An der Spiegelglastür des Rathauses gab es einen Zwischenfall. Bis Vinci verschwindet! Widerstand und Sabota

Montag, 25. Januar

Die große Nachricht für heute ist eindeutig das Urteil der Verhandlung gegen unsere GefährtInnen, denen ihre Häuser aufgrund des Enteignungsrecht genommen werden.

Erwartungsgemäß verweigerte das Gericht die Angelegenheit abzugeben, wie von der Verteidigung gefordert, die die Verfassungsmäßigkeit der Verhandlung in Frage stellte. Der Richter erklärte die Bauernhöfe als „ab sofort räumbar“, samt dreier Familien, die nicht ihren Hauptwohnsitz in der betroffenen Zone haben. Den anderen „gab“ er eine zweimonatigen Aufschub. Er wies Vinci zurück, deren Rechtsanwälte für den Fall, dass die Familien bleiben würden, exorbitant hohe Geldstrafen forderten: auf diese Weise hat das Gericht die konkrete Verantwortung für die Räumung den öffentlichen Machtträgern übertragen.

Jetzt liegt es uns in den kommenden Wochen zu organisieren, dass das Projekt beendet wird. Wir werden es nicht zulassen, dass irgendwer geräumt wird und wir setzen alles daran, gemeinsam Widerstand zu leisten.

Morgen ist dann die Versammlung in der ZAD (Vacherit) um über nächste Schritte zu sprechen und die Großdemonstration am 27. Februar vorzubereiten.

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Weitere 150 Leute gingen in Rennes auf die Straße, um die historischen Opponenten zu unterstützen und gegen die Entscheidung, die heute Nachmittag von Angestellten, des “Gerichts der Ungerechtigkeit” getroffen wurde.

Brüssel: Solidaritätsaufruf mit vier Menschen, die wegen der Zerstörung des Hochsicherheitsgefängnis-Modells angeklagt sind

maxi-modelIn seinem verrückten Wettrennen um Profit wirft der Kapitalismus mehr und mehr Menschen in die Prekarität und macht unsere Umwelt zunehmend unbewohnbar. Konfrontiert mit scheltender Wut und Elend, das sich überall hin ausbreitet, investiert der Staat in die Aufrechterhaltung der Ordnung und baut neue Knäste.

In einer Zeit, wo die Menschen dazu angehalten werden, ihre Gürtel enger zu schnallen, findet die Regierung Milliarden, um uns gar noch mehr mit dem Bau von Hochsicherheitsgefängnissen, wo sie mit neuen Formen der Folter experimentiert (wie Sensoren und dem Entzug von meschlichem Kontakt) zu belasten.

Für die herrschende Klasse ergibt sich ein zweifacher Vorteil: die Bauverträge ermöglichen saftige Profite und der bereits hoch entwickelte  Sicherheitsapparat erlaubt ihr, ihre Privilegien zu behalten und dieses unterdrückende und destruktive System aufrecht zu erhalten.

Der Masterplan der Regierung sieht den Bau von sieben neuen Gefängnis in Belgien vor. An einem von ihnen, dem Hochsicherheitsgefängnis, kristallisierte sich Opposition in den letzten Jahren heraus. Die Regierung plant, dieses Mammutgefängnis auf dem Gebiet von Keelbeek in Haren umzusetzen, was sich in den nördlichen Vororten von Brüssel befindet.

Einige Statistiken zu dem Hochsicherheitsprojekt: – Es wird für 1200 Gefangene ausgelegt (Männer, Frauen, Kinder und psychiatrisierte Menschen) – 19 Hektar Natur und landwirtschaftlich genutzter Boden wird betoniert – Eine 25 Jahre andauernde Private-Public Partnership, die mehr als 3 Milliarden kosten wird. Das bedeutet Mindestkosten von 275€ pro InsassIn. Mehr als 275€ werden dafür aufgebracht einen Menschen zu brechen! – Ein Ort jenseits des Zentrums von Brüssel, der schwer zu erreichen ist für die Familien der Einsitzenden.

Seit der Bekanntmachung des Baus des Hochsicherheitsgefängnisses waren die Reaktionen vielfältig. In Haren, informiert das Nachbarschaftkommitee die EinwohnerInnen und mobilisiert gegen das Projekt. Auf den Straßen von Brüssel erstart die Anti-Knast-Wut und davon inspirierte Gruppen streben danach, das Projekt durch eine Reihe von direkten Aktionen unmöglich zu machen. In Anderlecht, ist ein lokaler Raum für den Kampf gegen das Hochsicherheitsgefängnis eröffnet worden [Le Passage], um zu informieren und als Ort der Diskussion und Organisation zu dienen.
Während des Sommers 2014 wurde das Keelbeek Gelände besetzt, um die Fortführung des Projekts zu verhindern. Die Haren ZAD (Zone zur Verteidigung) wurde geboren. Neben den Baumhäusern und Gemüsegärten experimentierten die GegnerInnen mit anderen Lebensstilen auf Grundlage von Selbstverwaltung und Solidarität. Die Geländebesetzung endete im September 2015, nachdem die Räumung der BesetzerInnen gewaltsam von der Brüsseler Polizei durchgeführt wurde. Aber auch heute noch besetzen eine Hand voll rebellischer Menschen ein Gelände, das an Keelbeek angrenzt, und die verlassenen Häuser von Haren.

Dieser steigende breite Unmut regt durchkreuzt die Pläne der Regierung, die ihr Rudel von Wachhunden loslässt in einem Versuch, Widerspruch zu ersticken, Eine Reihe von kämpfenden GenossInnen macht Erfahrungen mit Razzien, Beschattungen, Einschüchterung und Infiltrationsversuchen. Im Angesicht der Standfestigkeit und Solidarität war die Repression allerdings machtlos.

Am 20. Mai 2015 wurde eine öffentliche Anhörung des Beratungskommitees über das Hochsicherheitsgefängnisprojekt in Haren durchgeführt. Die Meinung des Kommitees war nicht mal bindend, weshalb das Referendum viele Menschen nicht täuschen konnte. Am selben Tag entschieden sich ein dutzend Menschen daher, ihre Opposition zu diesem Projekt außerhalb der markierten Machtwege auszudrücken und demonstrierten innerhalb der Baudienststelle. Das Hochsicherheitsgefängnismodell, das in der Eingangshalle ausgestellt wurde, wurde bei dieser Aktion zerstört.

Diese Institution, die bis zum Hals korrupte Baudienststelle, ist verantwortlich für die Verwaltung des belgischen Staatseigentums und die Koordinierung des Baus von neuen Gefängnissen. Ohne auf Erlaubnis zu verwarten, versuchte die Baudienststelle wiederholt auf dem Keelbeek Gelände ihre Arbeiten zu beginnen. Aber jedes Mal wurde die Maschinerie von GegnerInnen zurückgewiesen.

Während ihr Projekt von allen Seiten bedroht wird, ergreifen die Mächtigen die Gelegenheit und so befinden sich vier von uns – in einem Versuch den Widerstand zu schwächen – auf der Anklagebank unter dem Vorwurf der “organisierten Zerstörung von Privateigentum”. Dies ist das erste Verfahren, die sich gegen eine Aktion gegen das Hochsicherheitsgefängnis richtet. Nach einer Vertagung wurde die erste Anhörung auf den 22. Januar 2016 vor dem Brüsseler Strafgericht angesetzt. Gemäß der Vorwürfe muss mit einem Strafmaß zwischen 1 und 5 Jahren Gefängnis gerechnet werden, während die Baudienststelle eine Schadensersatzforderung von 40.000€ gestellt hat.

Weit entfernt, uns zu paralysieren, stellt dieser Prozess eine Gelegenheit dar, unsere anti-autoritäre Position gegen jede Form der Herrschaft zu stärken, ob sie nun politisch, medial oder juristisch ist. Sie sind Teil des Problems und nicht der Lösung. Mit eurer Unterstützung wird dieser Prozess eine weitere Gelegenheit bieten, dem Knastsumpf einige Steine in den Weg zu legen und einige Zahnräder dieser Maschine zum Erliegen zu bringen.

Lasst uns den Kampf gegen die Knäste und die Welt, die sie beschützen, fortführen!

Um die anstehenden Rechtskosten zu decken, rufen wir euch zu finanzieller Unterstützung auf.

Wenn ihr ein paar Münzen aus euren Taschen zusammenkratzt oder sich bei einem Gruppentreffen eine Spendendose herumgeht, dann danken wir euch, wenn ihr sie über den folgenden Weg zu kommen lasst: BE66 5230 4745 8943 (Gebt als Verwendungszweck “soutien procès maquette” an [Modellprozess-Unterstützung]).

Stein für Stein
Mauer für Mauer
Lasst uns alle Knäste zerstören!

Die vier angeklagten Individuen
18. Januar 2016

übersetzt aus dem englischsprachigen Blog

Wien: UNRUHEHERD Ausgabe 7 online

UNRUHEHERD-1Die 7. Ausgabe der anarchistischen Zeitung aus Wien ist nun online verfügbar.

Zum Ausdrucken, Verteilen, Kritisieren, usw

Format A3, beidseitig bedruckt.

Aus dem Inhalt

-Zum Schutz Ihrer Sicherheit, was glauben Sie denn!

-Mietpreise…an die Substanz

-Die Initiative

-Die Klimakrise an den Wurzeln gepackt

-Das System braucht Arbeitslose!

-Akademikerball

-Unruhenachrichten

Für die soziale Revolte!

Unruheherd 7 (PDF)

Berlin: Proteste gegen den Europäischen Polizeikongress am 23./24. Februar

167141Gegen die Welt Der Grenzen und Kontrolle!
Für die Freiheit!

Am 23./24. Februar findet im Berlin Congress Center erneut der europäische Polizeikongress statt. Hier treffen sich Firmen aus der Rüstungs- und Überwachungsindustrie mit internationalen Politiker_innen, Sicherheitsbehörden und Militärs, um Strategien für die Verteidigung der herrschenden Verhältnisse zu entwickeln. Für die Verteidigung einer Welt, die am Zerfallen ist.

Der unerbittliche Kampf um die Rohstoffe führt in großen Teilen der Erde zu Kriegen, Armut und ökologischen Katastrophen. Das hat zur Folge, dass Millionen Menschen auf der Flucht sind. An den Außengrenzen Europas spielen sich tagtäglich Tragödien mit tödlichem Ausgang ab. Grenzen werden dicht gemacht, Zäune errichtet, Polizei und Militär wird aufgefahren, um die „Unerwünschten“ fernzuhalten.

Dies ist das Resultat der Ignoranz der westlichen Gesellschaft. Die Krise ist systemimmanent und die Konflikte werden sich weiter zuspitzen. Die soziale Kontrolle und der Ausnahmezustand im Namen der Demokratie sind nicht länger Bilder aus der Zukunft. Diese werden zur Normalität, die uns umgibt.

Eine Normalität mit der wir uns nicht abfinden wollen. Lasst uns kämpfen für ein Leben in Solidarität und Freiheit, an der Seite derer, die umherziehen auf der Suche nach einem besseren Leben und all jener, die sich für die Revolte entschieden haben und überall auf der Welt das Bestehende ins Wanken bringen. Gegen den Staat und seine Verteidiger_innen, gegen jede Autorität!

Den Europäischen Polizeikongress – STÖREN – SABOTIEREN – ANGREIFEN

Pyhäjoki, Finnland: „Holen wir uns das Kap zurück“ – Aktionswoche gegen Atomkraft 22.4.-1.5.2016

rtcfinlandSo. Es gibt einen Protest gegen Atomkraft an der Westküste Finnlands, der seit einem Jahr existiert. Zwischen dem 22. April und dem 1. Mai findet dort eine Aktionswoche statt. Worum geht’s dabei? Kurz zusammengefasst:

Fennovoima ist ein im Jahre 2007 durch ein Konsortium von finnischer Macht und Industriebetrieben gegründeter finnischer Atomkonzern. Diese sind der Überzeugung, dass es eine sehr gute Idee ist, in Pyhäjoki, einer kleinen Gemeinde an der Westküste Finnlands eine Atomkraftanlage zu errichten- mit allen Mitteln. Fennovoima’s sehr herbeigewünschtes Projekt stand kurz vor dem Aus, als der deutsche Energieriese E.ON (zur damaligen Zeit wichtigster Investor) entschied, dass Atomkraft ein schlechtes Geschäft wäre und sein Geld im Jahre 2012 zurückzog.

Rosatom ist ein staatlicher Konzern: es ist der einzige Anbieter auf dem globalen Markt, welcher der Atomindustrie die gesamte Bandbreite von Produkten liefert (so wohl für zivile Zwecke, als auch für Waffen) Auf autoritäre Weise wird er von einem neun Personen starken Aufsichtsrat geführt, der eigenhändig durch Präsident Putin gewählt wurde. Natürlich kommt es, wie von solchen von Mafiaverbindungen durchsetzten Projekten bekannt, zu massiven Verzögerungen und Unfällen.

Fennovoima-Rosatom war geboren, als Rosatom einmaschierte, um Fennovoima zu retten: Nachdem E.ON ging, war es der einzige Investor mit Beteiligungswillen. Fennovoima benötigte einen finanziellen Retter- und Rosatom zielte darauf ab, seine Reputation mit einem Projekt im Westen zu stärken: Es geht um die Geopolitik, wisst ihr: Es schadet Russland nicht einen geopolitischen Fußabdruck in eine Region in der Nähe des von der Nato beführworteten NEAT Militärversuchgeländes in Nord – Schweden zu setzen und es geht um das oft thematisiert arktische Öl.

Als erste Kahlschläge auf der Halbinsel Hanhikivi begannen, erblickte Im April 2015 das Pyhäjoki- Protest- Camp das Licht der Welt. Während legale düstere „Vorbereitungsarbeiten“ vorangetrieben wurden, behauptet sich das Camp fünf Monate lang auf der Großbaustelle. Es gelang die Arbeiten zu blockieren. Die örtliche Polizei erklärte, dass sie nicht genügend Ressourcen hätte, um mit den Protestierenden fertig zu werden. Gleichzeitig waren die Zeitungen mit Nachrichten über Sabotage und groben Unfug gefüllt. Im September 2015 fand die Räumung des Camps statt. Es brauchte acht Tage, um den letzten Kletterer herunter zu holen. Nach der Räumung zog das Lager auf ein Gelände, das ein lokaler Eigentümer angeboten hat und rund 4 km außerhalb der Großbaustelle liegt. Direkte Aktion und Grober Unfug sind immer noch im Programm.

Wir wissen, dass es hier etwas einem Tollhaus gleicht, weil du hier auf einen Schlag der gesamten russischen Regierung, der westlichen Nato, einen Atomkraftgiganten, privaten Sicherheitsfirmen, dem Arbeitsministerium und der Wirtschaft von Finnland gegenüberstehst. Aber, he, wer will nicht hoch hinaus? Im April 2016 feiert das Camp seinen ersten Geburtstag – und es ist Zeit einen Gang höherzuschalten. Um verückt genug zu sein, das Konzept massenhaften zivilen Ungehorsams in solch einer Größenordnung nach Finnland zu bringen. Das Ziel ist einfach: die Baustelle mit Leuten zu fluten, um sie so lange, wie möglich zu halten. Mögen die Regionen der Umgebung ebenfalls mit allen Arten des Protests gegen Atomkraft sowie Antikapitalismus- und „Für alle Dinge, die gut sind“- Aktionen überzogen werden. Wir ziehen unseren Hut vor den unterschiedlichen Taktiken und rufen euch Ökofreaks, AntimilitaristInnen und Andere auf, sich uns anzuschließen.

Zeitplan und Infos:

22. April – 1. Mai: die Aktionwoche. Pyhäjoki ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, per Anhalter, und Autos zu erreichen. (schaut euch die Karte an oder wendet euch an uns.) Wir kochen vegan. Die Unterbringung erfolgt hauptsächlich in großen heizbaren Armeezelten – aber falls ihr ein eigenes Zelt habt, bringt es mit. Vergesst nicht, euch warm zu kleiden. Wir unterstützen es, wenn die Teilnehmenden aus Solidarität eine freiwillig Spende für Essen und Ähnliches zahlen. Ja, ihr werdet in der Lage sein euch zu waschen, aber es wird kühl. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns vor eurer Ankunft eine Mail senden könntet mi den Informationen, wann ihr anreist, wie viele ihr seit, ob ihr mit oder ohne Zelt kommt usw. Fragen werden beantwortet von. stopfennovoima [at] protonmail.com

22-23. April: Eröffnungsparty! Musik! Leute! Spaß!

26.April Erinnerungstag an Tschernobyl – und der große Aktionstag. In der Woche sind andere Aktivitäten möglich.

1. Mai Wir wetten, dass ihr es recht versteht.

Für die ganze Woche gibt es Workshops, Lesen und Wissensaustausch, so dass ihr immer beschäftigt seit.

Mehr Infos auf Englisch:

https://fennovoima.no.com/en

Erste Ausgabe des Londoner HausbesetzerInnen-Aktionsblattes (SLAP!) erschienen

Issue1Finished-page-001Die SLAP! (Squatters of London Action Paper) ist eine englischsprachige Umsonstzeitung für Nachrichten über Hausbesetzungen, Aktionen, Geschichte und Veranstaltungen. Kopien aus Papier sind im Bücherladen in Whitechapel und im 56a Infoshop im Viertel “Elephant and Castle” erhältlich. (Erstausgabe im PDF Format)

Von SHAC lernen: Europäische Winter-Vortragsreise

Wir freuen uns unsere Winter-Vortragsreise durch Frankreich, dem Baskenland & Spanien anzukündigen. 

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Auf dem Plakat ist zu lesen:

UK Stop Huntingdon Animal Cruelty (SHAC) AktivistInnen, die Repression für ihre Rolle im Kampf für die Schließung des größte Tierversuchslabortorium HLS erleideten, werden die Geschichte, Taktiken und die Repression der Kampagne erörtern. Sie reflektieren die Funktion des Staates, Wichtigkeit von Solidarität und wie die gewonnenen Erkenntnisse auf unsere Sozialen Kämpfe angewendet werden können, um uns widerstandsfähiger und effektiver werden zu lassen.

Das Gespräch beinhaltet auch die neuesten Informationen zum fortlaufenden SHAC Prozess gegen Sven und Natasha, denen 14 Jahre Gefängnis droht.

Die Termine:

Freitag, 29. Januar – Dijon | 19.00 Uhr | Eternel Detour, 16ter rue de Fontaine-lès-Dijon, Dijon

Samstag, 30. Januar – Grenoble | 12 Uhr | Parpaing Paillette, 104 avenue Ambroise Croizat, Saint Martin D’here

Samstag, 30. Januar – Lyon | 20.00 Uhr | l’Atelier des Canulars Canulars Workshop, 91 rue Montesquieu, Lyon

Sonntag, 31. Januar – Marseille | 19.00 Uhr | Le Raccoon,

Montag, 1. Februar – Toulouse | 16.30 Uhr | Self-managed Social Centre of Toulouse (CREA)

Mittwoch, 3. Februar – Pamplona | 18.00 Uhr | Iruñeko Gaztetxea, Konpania Kalea, 3, Pamplona

Donnerstag, 4. Februar – San Sebastian | 12 Uhr | EHU Gipuzkoako Kanpusa, Donostia

Donnerstag, 4. Februar – Zarautz | 20.30 Uhr | Putzuzulo, 20800 Zarautz

Samstag, 6. Februar – Bilbao | 17.00 Uhr | Izar Beltz Social Centre, Bilbao

Sonntag, 7. FebruarGijon | 17 Uhr | Centru Social La Llume. C/Nava 1 (Esq. Avenida de Portugal), Xixón, Asturies

 

“Melbourne, Australien”: Störung von VINCI und dem Französischen Konsulat

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Z(A)D Überall!

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Vinci, hau ab!

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ZAD überall!

melbourne6-800x800Am 23. Januar erhalten

An die VerteidigerInnen der ZAD,

Solidarität von AnarchistInnen im sogenannten „‘Melbourne, Australien’- dem nie überlassenen indigenen Land der „Wurundjeri People“ des Kulin Stammes, gestohlen und besetzt durch den völkermordenden kolonialen Siedlerstaat.

Als Antwort auf die letzte Androhung einer gewaltsamen Räumung durch den französischen Staat, wurden an verschiedenen Orten in Melbourne Aktionen durchgeführt, der Stadt, die auf dem gestohlenen Land der „Wujunderi People“ vom Kulin Stamm, im kolonalisierten Australien gebaut wurde. Die Aktionen trafen das französische Konsulat und Büros der Unternehmensfamilie VINCI, die mit der geplanten Landzerstörung in der Zone-A-Defendre (Zu verteidigende Zone) in Verbindung steht.

Das französische Konsulat wurde mit Farbe angegriffen und seine Schlösser wurden gefüllt und zugeklebt. Die Büros von Menard-Bachy und Fressynet (beides Firmen im Besitz von VINCI) hatten ihre Fenster kaputt und ZAD unterstützende Parolen an ihren Fassaden. Das Melbourner Büro von Electrix (ebenfalls im Besitz von VINCI) wurde mit  Parolen neu gestaltet, die den Widerstand gegen VINCI’S Pläne zelebrierten.
Für mehr Informationen, schaut auf zad.nadir.org

Minneapolis, USA: Feuerwerk für trans*Gefangene

Am 23. Januar erhalten

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Als Antwort auf den Aufruf für einen internationalen Aktionstag in Solidarität mit trans*Gefangenen, haben einige   antagonistische Queers und KomplizInnen der Jugendvollzugsanstalt in Minneapolis, USA einen Besuch abgestattet. Zwei Transparente wurden entfaltet, mit der Aufschrift:

Not Gay As In Happy, Queer As In Fuck 12 (Nicht schwul, wie in “Glücklich”, queer, wie in “Fuck the police”)

Feuer den Gefängnissen

Einige Feuerwerkskörper wurden gezündet, die die düstere Nacht für die in Gefangenschaft Gehaltenen erleuchtete. Bevor wir in die Nacht verschanden, winkten wir ihnen noch einmal zu.

auf Englisch

 

Helsinki: Schwarze Grüße an die französische Regierung

zad-noexifAm 25. Januar erhalten:

18.1 – 24.1.2016: Entlang einer der belebtesten Straßen von Helsinki wurden eine Menge JCDecaux Bushaltestellen mit ZAD Parolen bemalt.

Wir wollen den VerteidigerInnen der ZAD unsere Solidarität übermitteln und auch unsere Empörung über die französischen Medien ausdrücken, die Anti-ZAD Propaganda verbreiten.

Es wird keinen Flughafen geben!

US Gefängnisse: Erklärung vom Marius Mason zum trans*Gefangenen – Solidaritäts- und Aktionstag am 22. Januar 2016

mariusFrohes Neues Jahr, Familie und FreundInnen! Vielen, vielen Dank für so viel Unterstützung und Aufmerksamkeit durch lange FreundInnen und neue BrieffreundInnen. Ich fühle mich sehr dankbar und bin immer wieder gerührt von der Ermunterung und den Ressourcen, die mir von Leuten auf meinem Weg mitgegeben werden und die bereits so viel getan haben, um unsere gemeinsame Chancen für das Überleben zu verbessern Die Nachrichten sind voller Geschichten, wie jemand den großen Jackpot gewonnen hat, der für die US Lotterie zusammen gehäuft wurde. – aber der größte „Gewinnn“ hat nichts mit Geld zu tun. Ich wette auf die Bewegung, dass sie dieses Jahr groß gewinnt: darin mehr Kontrolle über ihre Gemeinschaften und bei der Verteidigung gegen Polizeibrutalität und rassistische Ungleichheit zu erhalten, darin mehr Siege für Tiere zu erringen, bei der Verteidigung von Naturgebieten, beim Aufbau sozialer Beziehungen, die auf Respekt, Würde und Mitgefühl für alle Menschen basieren– unabhängig von Rasse, Orientierung, Glauben oder Gendervorstellung.

Danke, dass ihr heute zusammen kommt, die Mitglieder unserer Gemeinschaft ins Blickfeld zu rücken, die hinter den Mauern so hart dafür kämpfen, ihr Selbstbewusstsein zu wahren. Souverinität über unser Selbst, unsere Körper ist wesentlich, um jede andere Form von Freiheit möglich werden zu lassen. Indem ihr auf die trans*Gefangenen zugeht, bestätigt ihr ihr Recht über sich selbst zu bestimmen und verteidigt sie sie gegen die erdrückenden Stimmen, die erklären, dass sie nicht existieren und dass sie anderen erlauben müssen, sie zu definieren. In der isolierenden Gefängnisumgebung ist das toxisch, einschüchternd und führt zur grausamsamsten Form psychischer Folter. Indem ihr eure Hilfe und Solidarität anbietet, rettet ihr möglicherweise ein Leben. Ich weiß, dass in den letzten anderthalb Jahre, in denen ich dafür kämpfte, mich als trans*mann zu behaupten und für die angemessene medizinische Versorgung meiner Geschlechtsdysphorie eingetreten bin, die sanfte und liebevolle Erinnerung meiner erweiterten UnterstützerInnenfamilie mir die Kraft und den Mut gegeben haben, weiter zu machen. Unterschätzt niemals die heilende Kraft eines Briefes. Diese Briefe haben mich motiviert. …und ich möchste dieses Geschenk weiterreichen, wenn ihr mir dabei mithelfen wollt.

Nochmals danke, dass wir an diesem Tag zusammenkommen, um sich mit den Leuten innerhalb der Mauern zusammen zu schließen, die euch gebrauchen, damit sie so gesehen werden, wie sie wirklich sind und es anstreben, so zu sein. Bis die Gefängnisse weg sind, müssten wir hart für die von uns kämpfen, die drinnen sitzen- vor allem für die, die nicht immer sichtbar für den Rest der Welt sind. Zusammen sind wir immer stärker.

Marius Mason
January 2016

Pyhäjoki, Finnland: Verkehr von und zur Fennovoima-Rosatom’s Atomkraftwerk-Baustelle erneut blockiert

rekka1-768x576(…)Die Schönheit der aktuellen Situation ist die Verletzbarkeit der Baustelle selbst. Was dort derzeit getan wird, ist ein in großem Umfang duchgeführter Deponiebetrieb – und es gibt nur eine Straße, die robust genug ist die schweinegroßen Fahrzeuge zur Baustelle hin und zurück zu tragen. So stellt euch vor, was passiert wenn einige Menschen diese Straße zum Stillstand bringen. Gut. Die ganze Kacke wird gestoppt.

Und genau das haben wir am 22. Januar getan. Einige sich sorgende Bürger kletterten auf die Trucks im Lieferbetrieb, und brachten alles zum totalen Stillstand. Und wir glauben, wir werden das noch ein wenig öfter so machen. (..)

Updates: 10:30 Die Polizei hat vor Ort unsere beiden Fotografen in Gewahrsam gennommen. Einer folgte dem Geschehen von der Waldseite und ein anderer ungefähr 50 Meter entfernt, von der Veranstaltungsseite, auf einem öffentlichen Radweg. Schlussfolgerung: Sie mögen hier Zensur, und sie möchten nicht in den Sozialen Medien enden.

11:30 Zusätzliche Polizeifahrzeuge und eine weitere Hebebühne wurden herangeschafft. Kurz danach wurde ein Protestierender, der auf dem Dach eines Trucks saß, herunter geholt und inhaftiert.

12:30 ein Demonstrant ist noch in Aktion. Er verweilt in den Aufbauten des Krahnfahrzeugs und verweigert herauszukommen. Um 11 Uhr gab die Polizei ein Ultimatum: „Komm freiwillig runter oder wir werden dich verletzen!“ Im Schrittempo fuhren sie das Fahrzeug zu einem Parkplatz und stellten den Motor ab. Die Polizei hat sich Handschuhe und einige Kleidungsstücke vom Demonstranten geschnappt, um ihn buchstäblich „herunterfrieren“ zu lassen, es ist hier gerade -5C Grad kalt, zudem gibt es die liebliche Seebriese.

13 Uhr Die Polizei erreichte den Ort des Geschehens ab 10 Uhr. Etwa um 10.15 Uhr kam eine Delegation höherrangiger Fennovoima-Rosatom Vertreter hinzu: weiße Helme und strahlend sauberere Warnkleidung, die niemals einen Arbeitstag gesehen hat, um ein POW-WOW mit der Polizei durchzuführen. Um 10.30 Uhr kam ein teuer aussehender SUV angefahren, der einen mürrischen und irritierenden Typen in Zivilkleidung und mit einem großen “ROSATOM” Aufdruck auf der Rückseite seiner Jacke, ausspuckte – möglicherweise war er nur durcheinander, dass die DemonstrantInnen nicht einfach erschossen wurden oder durch saubere OMON Truppen heruntergeholt wurden?

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Griechenland: Maria Theofilou gegen Kaution aus der Haft entlassen

lioness-and-cubsAm 21. Januar 2016 wurde Maria Theofilou (Lebenspartnerin vom infhaftierten Bankräuber Giorgos Petrakakos; Schwester des anarcho-kommunistischen Gefangenen Tasos Theofilou) unter restriktiven Bedingungen aus dem Koridallos Gefängnis entlassen: Zahlung einer Kaution von  5.000 Euros und die Verpflichtung sich zweimal im Monat auf ihrer nächsten Polizeistation zu melden.

Nantes, Frankreich: Trans*Menschen im Gefängnis, Freiheit!

trans-prisonersTrans*Menschen im Gefängnis, Freiheit!
Das ist die Aussage des Transparents, das wir am frühen Morgen des 22. Januar über die Ringstraße von Nantes aufgehängt haben. Der 22. Januar ist der Internationale Solidaritätstag für Trans*Gefangene. Wie woanders auch, erleiden in Frankreich Transgender durch die Gesellschaft und dem Staat mehr Repression, als der Rest der Bevölkerung. Diese führt dazu, dass sie schneller vor Gericht und im Gefängnis landen. Für einige von ihnen, ergänzt die Unterdrückung durch den Hass auf alles Transsexuelle die rassistische, xenophobe, oder homophobe Unterdrückungen.
Es stimmt ebenfalls, dass Diskriminierung und Ungleichheit in der Gesellschaft die Leute innerhalb der Gefängnisse sogar stärker betrifft- besonders Trans-Frauen.

Gefängnisse dienen dem Zweck die Privilegien der Herrschenden Klasse zu schützen und Angst unter den Armen und Minorisierten zu schüren. Weil wir glauben, dass alle Gefängnisse verschwinden müssen und dass niemand Einkerkerung erfahren sollte, drücken wir unser Solidarität mit allen eingesperrten und unterdrückten Trans*menschen aus.

auf Englisch

Lille, Frankreich: EDF & BNP am 16. Dezember angegriffen

abstentionIn der Nacht des 16. Dezember 2015 haben wir die Lokale von EDF in Lille bunt bemalt und folgende Botschaft hinterlassen: „Weder Atom noch CO2!“ Wir haben auch die Lokale der BNP in der Madeleine angegriffen, die Scheiben eingeworfen und folgende Botschaft hinterlassen: „Kollaborateur des ökologischen Desasters“.

EDF wegen der Betreibung und dem Export von Atomkraftwerken, wie auch für ihren 2. Rang im CO2-Ausstoss in Frankreich. BNP wegen ihrer finanziellen Unterstützung der Kohleindustrie.
Beide für ihr greenwashing durch ihre Sponsoren-Beiträge an COP-21.

Diese COP-21 ist bloss die Verlängerung der zwanzig vorhergehenden: die Zunahme um 60% des CO2-Ausstosses der letzten 20 Jahre sind weder mangelnder guter Wille oder schlechte Verwaltung sondern der Rhythmus, der für ein auf Profit basiertes System notwendig ist.

In diesem desaströsen Ende der COP-21 und der Regionalwahlen, drücken wir uns künstlerisch aus, um die politischen Ränke ans Licht zu zerren, die hinter verschlossenen Türen angezettelt werden. Und ihre Propaganda, die bloss ein Oxymoron ist.

Wie die Hälfte der WählerInnen haben wir uns enthalten. Wir enthalten uns, weil wir Politik ernst nehmen. Sie sollen uns nicht auffordern zu wählen um die Republik zu retten, wenn ihre Polizei DemoteilnehmerInnen erstickt, zusammenschlägt, blendet, verstümmelt oder tötet wie beim Staudamm von Sievens; wenn die Arbeitenden von Air France, obwohl sie alle Lohnkürzungen hingenommen haben, von der gesamten politischen Klasse wegen eines zerrissenen Hemdes kriminalisiert werden. Schlussendlich ist,  Notstand hin oder her, der Zweck immer derselbe, nämlich die zum Schweigen zu bringen, die sich um ihr Überleben Sorgen machen.

Öffentliche Freiheiten, soziale Gerechtigkeit, Umwelt sind im Mund der PolitikerInnen nichts als leere Worte; sind sowohl den Regierungsparteien als auch dem Front National total egal.

Trotz der Versprechen nach „Veränderung“, sind sie immer und werden sie auch immer an der Seite der Interessen der kapitalistischen Vernichtung des Territoriums, der Arbeitenden und unserer Gesundheit stehen.

Sie sollen sich nicht mehr über unsere Enthaltung wundern, denn wir wundern uns über ihre Betrügereien auch nicht mehr.

Komitee Jack Pollock

Üb. mc, Knast Salez, CH aus dem italienischsprachigen Blog

Frankreich, Besançon: Angriff auf Lokale der PS und des Roten Kreuz

partiesocialist-768x439Eine kleine Geste der Solidarität mit den Sans-Papiers und den GenossInnen in den Klauen des Staates…

Im Moment wo der Staat den Notstand in der Verfassung verankert und die freiheitsfeindlichen Gesetze vermehrt werden, wo die blauen Uniformen und Tarnanzüge in die Strassen eindringen um den Frieden der Reichen und der Herrschenden zu garantieren, wo das Gefängnis seiner Mauern nach aussen verbreitet, wo die Razzien und die Ausweisungen von Sans-Papiers sich häufen… ist es Zeit anzugreifen!

Darum wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember 2015 die Fassade des Parteibüros der PS mit schwarzer Farbe bedeckt. Gleichzeitig wurde das Schloss der Eingangstür des Roten Kreuz, dessen Lokal am Anfang der Allee Gaulard liegt, mit Klebstoff sabotiert.

Die Gründe für den letzten Angriff sind klar: diese humanitäre Organisation – die eine lange Tradition der Kollaboration mit der Macht (vom Zweiten Weltkrieg und ihrer Kollaboration mit den Nazis bis heute) aufzuweisen hat – organisiert die Razzien und verwaltet die MigrantInnenströme an der Seite der Polizei und der Mörderbande der Agentur FRONTEX, betreibt die Haftzentren… Sie ist für das elende Schicksal voll und ganz verantwortlich, das den Sans Papiers bestimmt ist.

Aktuell zeichnet sich diese humanitäre Organisation – als perfektes Räderwerk dieser Welt der Grenzen und des Elends – an der französisch-italienischen Grenzen zwischen Mentone und Ventimiglia aus, indem sie ihre Lastwagen zum Transport der MigrantInnen in die Haftzentren einsetzt.

Die Strukturen des Feindes findet man an jeder Strassenecke.

Vor dem Notstand den Kopf nicht senken!
Gegen den Staat, seine Bullen, seine Grenzen!
Sabotieren wir diese Abschiebemaschine!

Üb. mc, Knast Salez, CH aus dem italienischsprachigen Blog

Marseille, Frankreich: Solidaritätstransparent für trans*-Gefangene entrollt

22-01In der Nacht auf dem 22. Januar haben ein paar Leute ein Transparent von der Brücke in Cours Julien in Marseille entrollt. Dieses geschah aus Solidarität mit trans*-Gefangenen, um auf den Beginn des Aktionstages hinzuweisen. Wir hoffen, dass es der Anfang einer internationalen Bewegung für die entgültige Abschaffung von Gefängnissen ist.

STEIN FÜR STEIN
MAUER FÜR MAUER
DURCH ZERSTÖRUNG WERDEN WIR ALLE GEFÄNGNISSE ERLEDIGEN

Hambacher Forst: RWE Security fährt Aktivisten um, als sich der Widerstand verstärkt

Am 21. Januar wurden Aktivisten bei ihrem Protest gegen die Rodung des Hambacher Forstes von der RWE-Security mit einem Jeep angefahren. Zwei Aktivisten wurden verschleppt. Einer konnte erfolgreich befreit werden, der andere, Fledermaus, wurde geschlagen und der Polizei übergeben, der Körperverletzung beschuldigt und wird wahrscheinlich  mindestens für die nächsten drei Wochen in Aachen inhaftiert bleiben. Dem Verhafteten wurde keine ärztliche Behandlung gewährt und er leidet an starken Rückenschmerzen. Die Personalienfeststellung verweigert er.
An diese Adresse könnt ihr ihm Briefe schicken:

Aktivist Nr. 2
JVA Aachen
Krefelderstr. 251
52070 Aachen, Germany

Das folgende Video zeigt den Vorfall:

Außerdem wurde EmmA heute entlassen. Er erzählt: Die Gefängnismauern sind mit Hambi Forst Bleibt! Graffiti beschrieben. Die Insassen, mit denen ich gesprochen habe, stehen in Solidarität zu unserem Kampf. Gefängnis ist scheiße, aber die Wälder sind stärker als ihre Mauern. Ich fühle mich gut und bereit in den Wald zurückzukehren, um mit allen Mitteln das, was wild ist, zu verteidigen.
Wilkommen zu Hause.

RWE ist der Totengräber des Rheinlands. .
Lasst uns die Totengräber von RWE sein!

Zeigt Solidarität! Kommt in den Wald. Beteiligt euch an der Aktionswoche vom 22.-31. Januar 2016.

Barcelona: El Corte Inglés Reisebüro angegriffen

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(Das Bild wurde in Manresa aufgenommen)

In der Nacht des 28. Dezembers haben wir die Büros von El Corte Inglés attackiert. Am selben Tag wurden mehrere Personen verhaftet und zur Polizeistation gebracht, um sie als Zeugen zu Streikposten zu vernehmen, die gegen El Corte Inglés aufgestellt wurden. Wir haben das Reisebüro dieses Unternehmen in den Räumlichkeiten von Hipercor, in der Nähe der Avenida Meridiana, im Viertel Sant Andreu angegriffen. Alle Scheiben wurden als direkte Antwort auf dieses repressive Manöver zerstört. Ein Manöver, das durch die Mossos d’Esquadra (katalanische Polizei) inszeniert wurde, um die Interessen des Mafia-Handelskonzerns El Corte Inglés zu verteidigen.

Die Sabotageaktionen werden bis zum Verzicht des Unternehmens auf die zivilrechtlichen Schadenersatzforderungen an die beiden angeklagten Demonstranten wegen der Teilnahme am Generalstreik des 29. März 2012 weitergehen.

Venganza (Rache)

Marseille, Frankreich: SHAC Infotour zur Unterstützung von Sven & Natasha in den Niederlanden

shac-marseille

SHAC Infotour: Eine Vorstellung der SHAC-Kampagne durch AktivistInnen aus England zur Unterstützung von Sven und Natasha, zwei Einzelpersonen, die in den Niederlanden beschuldigt werden.

Sonntag, den 31. Januar 2016 im Le Racoon, Place du Lycée Thiers.

Veganes Essen 19.00 Uhr, Vortrag 20.00 Uhr

Stop Huntingdon Animal Cruelty (SHAC) war die kraftvollste und effektivste internationale Graswurzel- Tierbefreiungskampagne, die die Welt je erlebt hat. Nach mehr als einem Jahrzehnt des Einsatzes innovativen und bahnbrechenden Widerstands gegen das größte Tierversuchslabortorium HLS, endete die Kampagne schließlich im letzten Jahr nach einer langen staatlichen Repressionphase und Inhaftierung dutzender OrganisatorInnen.

Dieses Informationsgespräch wird die Geschichte, Taktiken und die Repression der SHAC Kampagne analysieren und kritisch reflektieren. Es wird sich mit der Bedeutung von SHAC beschäftigen und sich der Frage widmen, was vom Erfolg und aus den Fehlern der Kampagne zu lernen ist. Es wird eine Diskussion über die Anwendung und Auswirkungen der Repression für die Tierbefreiungsbewegung geführt und welche Bedeutung sie heute für unsere Arbeit hat – inklusive der Folgen für alle politischen Kämpfe.

Wir erfahren etwas über Wichtigkeit von Solidarität sowie dem Verständnis der Funktion des Staates bei der Bekämpfung dominierender Industrie. Außerdem wird thematisiert, wie wir verschiedenartig arbeiten können, um unsere Kämpfe in Zukunft nachhaltiger und widerstandsfähiger gegen Repression zu führen.

Das Gespräch beinhaltet auch die persönlichen Erzählungen einer ehemaligen Gefangenen, die dreienhalb Jahre für ihre Rolle in der SHAC Kampagne im Gefängnis verbracht hat und einen der letzten SOCPA7 Beschuldigten. Es wird auch Informationen zum SHAC Prozess gegen Sven und Natasha geben, die aktuell darauf warten an das Vereinigte Königreich ausgeliefert zu werden und 14 Jahre Gefängnis entgegensehen.

auf  Französisch