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Barcelona: 2 Kommuniqués von El Banc

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erhalten am 27.4.16 und übersetzt aus dem Englischen

TEXT 1 vom 23. Mai: WIR WERDEN ZUR “EL BANC” ZURÜCKKEHREN

Gestern, am 23. Mai, wurde nach mehr als 160 Tagen Widerstand “El Banc Expropiat” durch die katalanische Polizei geräumt (mehr als 100 während der ersten Kampagne, und 87 dieses Mal) Das erste Mal entschied das Rathaus, im Geheimen, über 65.000 Euro an den Eigentümer der Banc Manuel Bravo Solano zu zahlen, um ein weiteres Can Vies vor den Kommunalwahlen zu vermeiden. Nachdem dieses krumme Geschäft enthüllt wurde, rechtfertigte sich das Rathaus mit der Erklärung, dass die Banc eine wichtige “soziale Rolle” hat. Sie räumten dann ein, dass diese Miete bezahlt wurde, um den sozialen Frieden zu erhalten, weil sie wissen, dass die Räumung von El Banc alle Arten von Reaktionen mit sich bringen würde. Das ist gestern letztendlich passiert.

Erst einmal möchten wir uns für die ganze Solidarität bedanken, die uns erreicht hat. Eine Solidarität, die viele verschieden Formen angenommten hat und die auch eine Unterstützung anderer aktueller Kämpfe bedeutete.

Der gestrige Wutausbruch geschah nicht nur wegen der “El Banc”, es ist eine Folge der letzten Verhaftungen, Überfälle auf Squats und libertäre Räume sowie der Ermordung von Juan Andrés Benítez, die die Straflosigkeit für die Polizei offengelegt hat.

Wir verstehen, dasss einige NachbarInnen verärgert über die Situation sind, die das Viertel durchlebt  oder über die möglicherweisen erlittenen materiellen Schäden. Aber, wie wir es viele Male gesagt haben, werden wir die Banc auf jede erdenkliche Weise verteidigen.

Alle die den Polizeieinsatz gesehen haben, können die Gewalt attestieren, die er verursacht hat. Über 50 Leute endeten mit kaputten Köpfen, Knien, Händen oder Armen als Ergebnis ihrer Aktionen. Das ist ein weiterer Grund, zu bleiben wo wir sind und zu versuchen sich die Bank zurückzuholen.

Wir werden zur Bank zürückkehren!

TEXT 2: (VIERTER TAG) WAS VON JETZT AN TUN, UM EL BANC EXPROPIAT ZURÜCKZUGEWINNEN?

Diese Tage waren sehr anstrengend, weshalb wir Schwierigkeiten haben als Kollektiv Informationen zu unterbreiten. Im Rahmen unserer Kapazitäten, werden wir unsere Version über die Fakten der letzten Tage, wie auch unsere Meinung zu vielen Aspekten des aktuellen Konfliktes ergänzen.

Zunächst möchen wir allen Leuten danken, die sich von der Solidarität zum expliziten Engangement für das Projekt El Banc Expropiat bewegt haben.

Viele von euch fragen, auf welche Weise sie sich an diesem Kampf beteiligen können. Das reicht von NachbarInnen, die mit uns Kontakt aufnehmen, bis hin zu Leuten von anderswo. Manchmal schreiben Leute von so weit weg, wie das kämpferische Viertel Gamonal, in Burgos.

Hier einige Ideen für euch:

  • Führt alle Formen von Protest durch, um die Verantwortlichen für diesen Konflikt unter Druck zu setzen und die das Projekt El Banc Expropiat insgesamt oder die Ereignisse der letzten Tage in Vila de Gràcia sichtbarer werden lassen.
  • Hängt Banderolen, Transparente oder Poster zur Unterstützung der Bank Expropiat von euren Balkonen oder Fenstern.
  • Verbreitet die Informationen, die wir veröffentlichen mit euren Bezugsgruppen.
  • Beteiligt euch von eurem Balkon, eurem Fenster an Topfschlage- Aktionen, die ab 22 Uhr stattfinden, oder versammelt auch dafür auf den nächsten Platz
  • Sendet uns alle Informationen, Bildern und Videos, von denen ihr glaubt, dass sie wichtig für uns sein könnten.

Wer steht hinter der Räumung?

  • Catalunya Caixa: Diese gerettete Bank (jetzt übernommen von der BBVA) war die Eigentümerin der Räume, die wir besetzt haben. Wenn sie nicht mit dem juristischen Verfahren begonnen hätten , um uns zu räumen, würden wir wahrscheinlich heute nicht hier stehen.
  • Manuel Bravo Solano: Diese Einzelperson steht verantworlich hinter dem bestehenden obskuren Netzwerk von, der Spekulation verschriebener, Immobilienunternehmen. Dieses Netzwerk besitzt die Räume rechtskräftig. Unternehmen wie diese und Leute, wie er sind verantwortlich für den Gentrifizierungsprozess, den wir in Gràcia ausgesetzt sind.
  • Mossos d’Esquadra: Wir lassen uns nicht täuschen. Das gewalttätige Eingreifen der Polizei ist keine Antwort auf die gewaltätigen Aktionen von den protestierenden Leuten. Es wurde am zweiten Tag deutlich, dass das Ziel der Polizei nicht die Vermeidung von Unruhen ist, sondern uns stattdessen von der Wiedereröffnung von El Banc Expropiat abzuhalten. Wenn es uns gelingen sollte unsere Räume zu betreten, wird deutlich werden, dass die Störungen aufgrund der Räumungen und dem späteren Eingreifen der Mossos d’Esquadra stattfinden.
  • Die Regionalregierung von Katalonien: Die Regierung von Junts pel Sí (CDC and ERC) sind die politischen Verantwortlichen, die die Mossos d’Esquadra kommandieren. Wenn die Regionalregierung es haben willl, dass die Polizei ihre Kräfte abzieht, wären wir in der Lage die El Banc Expropiat wieder zu öffnen .
  • Medien: Diese Akteure hätten nicht die Macht, die sie haben, wenn die Medien nicht als Verstärker ihrer Meldungen agieren würden. Die Manipultion durch die Medien wurde in diesen Tagen ziemlich offensichtlich. Nicht nur weil altes Filmmaterial von Tumulten genutzt wurde, oder aufgrund der verzweifelte Versuche der JournalistInnen NachbarInnen zu finden, die schlecht über die El Banc Expropiat reden, sondern auch wegen des kompletten Verschweigens von Polizeigewalt, ungeachtet von Bildern, Videos und Zeugenaussagen, die in bedeutsamer Anzahl innerhalb sozialer Netzwerke kursieren. Die Tatsache, dass wir keine Pressekonferenzen veranstalten bedeutet nicht, dass die Presse keinen Zugang zur riesigen Menge Informationen besitzt, die viele der Lügen wiederlegen, die Individuen, wie Batlle oder Collboni [lokale FernsehjournalistInnen) verbreiten.

All diese Akteure tragen ihren Teil der Verantwortung im gegenwärtigen Konflikt und deshalb laden wir alle ein, ihre Rolle sichtbar werden zu lassen und Druck auszuüben, dass sie ihr Verhalten ändern.

Bleibt dran für mehr Informationen

26. Mai 2016
Vila de Gràcia

 

Tampere, Finnland: Clubhaus von „Soldaten Odins“ verwüstet

pi3erhalten am 25.5.2016

Die Möchtegern Nazi-Bürgerwehrgruppe „Soldaten Odins“ wird ein wenig aufräumen müssen. Der Neonazi-Führer der Gruppe Mika Ranta wurde vor kurzem aufgrund von schwerer Körperverletzung und tätlichen Angriffs verurteilt. Ranta, der verkündet unsere “Frauen zu schützen“ wurde für schuldig befunden eine Zuschauerin angegriffen zu haben, die in erster Linie versuchte ein harmloses Opfer zu schützen, das von Ranta attackiert wurde. Die meisten der führenden Mitglieder von den Soldaten Odins wurden häufig wegen Angriffen, Drogenkriminalität und sogar Vergewaltigung veruteilt. Weil wir ihr Nazi- Geschwafel satt haben, haben wir entschieden ihr Clubhaus in Tampere, Käyräkuja 30 zu besuchen.
pic1_sootreinnetIn Tampere sind die Soldaten Odins relativ inaktiv und seitdem wir ihr Clubhaus besuchen haben, wissen wir warum. Was für ein Durcheinander! Naziflaggen standen neben „Whitepride-Symbolen“ nationalistischen Flaggen und Streichholzschachteln der Partei „Wahre Finnen“. Weil der Eigentümer der Räumlichkeiten abgeneigt ist, die Nazis rauszuwerfen, haben wir Kommentare an den Wänden, Türen, Tischen, Sofas und im Treppenhaus angebracht. Überall, um daran zu erinnern, was passiert, wenn du an Nazis vermietest.

Die Räumlichkeiten sind im Namen von Ville Kuusinen gemietet, der nebenbei der Ko-Vize einer örtlichen Gruppe der neofaschistischen Organisation Suomen Sisu ist. Suomen Sisu hat zahlreiche Parlamentsmitglieder auf der der Liste der Partei „Wahre Finnen“. Es sieht so aus, das White Power – Nazis, Nazibürgerwehr, NeofaschistInnen und „NationalistInnen“ immer zusammen kommen.

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Cancún, Mexiko: Brandanschlag in Erinnerung an Mauri

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Brandanschlag auf Fahrzeuge am frühen Morgen des 22. Mai

Als Erinnerung an unseren Gefährten Mauricio Morales haben wir uns dazu entschlossen, die Umgebung der Migrationsbehörde anzugreifen. Und was ist besser, als den Konflikt auzuweiten und sie daran zu erinnern, dass Angriffe selbst nach dem Tod eines Gefährten oder der Einkerkerung so vieler Anderer, die den Dialog und die Angst hinter sich gelassen haben und sich dafür entschieden haben das Herrschaftssystem direkt und entschieden anzugreifen, nicht enden werden; Wir bekennen uns auch zum Angriff, als Zeichen der Solidarität mit den GefährtInnen Natalia Collado and Javier Pino , die kurz ihrer Verurteilung stehen. (Anm.: Befinden sich beide in Chile in Haft, und sind kürzlich vom Gericht verurteilt wurden)

GEFÄNGNISSE STOPPEN KEINE ANGRIFFE

Englisch | Spanisch | Griechisch

Besançon, Frankreich: Verschiedene und unterschiedliche Zerstörung… aber immer gut gezielt!

 

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Einige Stunden vor dem 1. Mai, es war ein höllisch regnerischer, langweiliger und deprimierender Tag…

Das Flanieren mit weit geöffneten Augen, erlaubte uns dieser Welt, die wir im höchsten Masse hassen, einige feindliche Spuren zu hinterlassen.

In der Rue Battant wurde das große Schaufenster des Immobilienmaklers „Nicolas“ gefunden und schön kaputt gemacht. Weiter vorn auf der Strasse verlor der Military- und Nationalistische Kleidershop „Military Look – National Fipes“ eines seiner Schaufenster. Eine Holzplatte ersetzt nun einen Teil dieses FaschistInnennestes. Schlussendlich bezahlte auch der notorische Gefängnisbauer „Boygues“, der in der zentralen Allee der Stadt ein Büro hat, mit einer kaputten von seinen vielen Scheiben seinen Preis. Das Büro versteckte das Ganze mit einer Holzplatte.

Quelle: Indymedia Nantes

Üb. mc, Knast Salez, CH  vom englischsprachigen Blog

Mexiko, D.F.: Sprengstoffangriff gegen die Sacmag mit Bekennung der COFFIAA

boom-boom-544x435„Nach Mitternacht…
Am 4. Mai 2016 haben wir einen Sprengsatz auf Dynamitbasis und Gas gelegt, der in den Räumen der SACMAG* DE MEXICO detonierte. Ja, wir waren es.

Für die Zelle der Verbreitung des feministischen Informellen Aktionskommandos (COFFIAA),
Ana ‘der schwarze Schmetterling’.“

*Sacmag gehört zu einer Gruppe assoziierter mexikanischer Ingenieurs- und Architekturunternehmen

Üb. mc, Knast Salez, CH vom spanischsprachigen Blog.

Poznan, Polen: Drei Monate im Gefängnis für Zwangsräumungsblockade

erhalten am 19.5.

Am 27. April ging Lukasz Bukowski, der in der Anarchistischen Föderation Poznan mitmacht, für drei Monate ins Gefängnis. Er war wegen Körperverletzung eines Polizisten angeklagt und verurteilt worden. Zu der Tat soll es gekommen sein, als Leute die Zwangsräumung der Wohnung einer behinderten Frau und ihres Ehemannes, Katrzyna und Ryszard Jencz, durch eine Blockade verhindern wollten. Lukasz weigerte sich, die gegen ihn verhängte Geldstrafe zu bezahlen, die erst in zwangsweise Ableistung von Sozialstunden und dann in eine Gefängnisstrafe umgewandelt wurde. Er hat die dreimonatige Gefängnisstrafe in Poznan angetreten.

Lukasz will auf die Vertreibungen und brutalen Wohnungsräumungen aufmerksam machen, die weiterhin nicht nur in Poznan, sondern in ganz  Polen stattfinden. Er verweigerte die Zahlung der Geldstrafe, weil seiner Auffassung nach die Verteidigung der Mieter_innen richtig war und ist. Er will auch auf die ungleiche und ungerechte Behandlung von
Mieter_innen aufmerksam machen, sowie auf die Repression gegen all diejenigen, die die Mieterrechte verteidigen.

Die Räumung von Ryszard und Katarzyna, die schwer krank ist und seit vielen Jahren im Rollstuhl sitzt, geschah am 25. Oktober 2011. Trotz Katarzynas offensichtlichem Leiden hat das Gericht, das den Räumungstitel verfasste, ihr und ihrem Ehemann keine Sozialunterkunft zugewiesen, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Gerichte verweigern dies oft mit Hinweis auf den Mangel an Sozialunterkünften. Die beiden wurden also tatsächlich auf die Straße gesetzt.

Viele Polizisten wurden eingesetzt. Sie tauchten schon Stunden vor der Räumung in dem Gebäude auf und versperrten den Zugang nicht nur zum Haus, sondern auch zur Wohnung. Etwa 70 Aktivist_innen versuchten, die Räumung zu verhindern. Einige Leute aus der Nachbarschaft schlossen sich ihnen an. Schlussendlich musste Katarzyna Jencz jedoch aufgrund ihres sich verschlechternden Gesundheitszustandes aus dem Gebäude gebracht und von einem Krankenwagen abgeholt werden. Der Gerichtsvollzieher beschlagnahmte danach die Wohnung.

Während der Blockade wurden drei Leute, darunter Lukasz, festgenommen. Er sagt, dass die Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprechen und seine Verurteilung ein Racheakt war, gerichtet gegen seinen sozialen Widerstand. Die Polizei zeigte zwei andere wegen Aufruf zu einer illegalen Versammlung an, aber beide wurden freigesprochen.

Jedes Jahr stellen polnische Gerichte zwischen 30.000 und 40.000 Räumungstitel aus. Die Gerichtsvollzieher führen etwas 8.000 Räumungen durch, oft in Begleitung der Polizei. Andere verlassen einfach ihre Wohnungen, wenn sie einen Räumungstitel erhalten. Der Hauptgrund für die Räumungen sind wachsende Schulden aufgrund von hohen Mieten bzw. Strom-, Gas- oder Wasserrechnungen, niedrigen Löhnen, prekären Beschäftigungsverhältnissen und fehlender Sozialhilfe. Oft bekommen die geräumten Mieter_innen keine Sozialunterkünfte zugewiesen. Die Behörden
kommen ihrer verfassungsmäßigen Pflicht nicht nach, Leuten der untersten Einkommensstufe, Kranken und Arbeitslosen Sozialunterkünfte bereitzustellen. Der Fall von Katarzyna und Ryszard Jencz ist einer der schlimmsten, weil er zeigt, wie rücksichtslos die städtischen Behörden bei Räumungen und Vertreibungen vorgehen und wie sie die Interessen der
Vermieter und Bauträger vertreten.

Für uns und die Bewegung ist Lukasz ein politischer Gefangener, eingesperrt aufgrund seiner politischen Haltung. Er fordert die Einhaltung der Mieterrechte und das Ende der Räumungen. Seine Festnahme und Gefängnisstrafe markiert den Anfang einer neuen Kampagne gegen Räumungen, illegale Vertreibungen und die Verletzung von Mieterrechten.
Zusammen mit Lukasz fordern wir das Ende der Räumungen und der ungerechten sozialen Wohnungspolitik, die Ursache vieler menschlicher Tragödien ist. Die Opfer dieser Politik sind oft die Ärmsten der Armen.

Wir fordern die Behörden von Poznan auf, die bereits für die Zeit bis November angekündigten 250 Zwangsräumungen aus Sozialwohnungen zu stoppen und zu garantieren, dass jede Einwohner_in dieser Stadt einen Platz zum Wohnen hat. Sie sollen zeigen, dass sie die soziale Wohnungspolitik wirklich ändern wollen!

Wir fordern gleichzeitig alle in der anarchistischen Bewegung Aktiven und an der Mieterrechtsbewegung Beteiligten auf, Lukasz, allen geräumten Mieter_innen und den Opfern polizeilicher Übergriffe ihre Solidarität zu zeigen.

Gegen die Verletzung von Mieterrechten!
Gegen Polizeigewalt!
Stoppt die Zwangsräumungen!

Schickt Lukasz Briefe (auch auf Englisch):
————————————–
Łukasz Bukowski s. Zbigniewa
Zakład Karny Gorzów Wielkopolski P-2
ul. Podmiejska 17
66-400 Gorzów Wlkp.
Polen

Gefängnisrevolte in Belgien, der Staat entsendet die Armee

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Aufstand im Gefängnis von Merksplas, Antwerpen

Eine kleine Chronologie der Aufstände, die sich innerhalb belgischer Gefängnisse ausbreiten. Dort befinden sich die GefängniswärterInnen jetzt seit mehr als zwei Wochen im Streik.…(Stand: 10. Mai)

Am 25. April gingen die GefängniswärterInnen aller Gefängnisse im französischsprachigen Teil Belgiens in den Streik. Insgesamt waren 21 Gefängnisse betroffen. Die Häftlinge sind in ihren Zellen eingesperrt. Alle Aktivitäten, wie der Hofgang, das Duschen, Besuche oder die Rechtsberatung wurden aufgehoben. Um die Sicherheit aufrecht zu erhalten, hat die Polizei die Kontrolle übernommen.

Rasch verschlechterten sich nach einer Woche Streik der WärterInnen die Bedingungen in den Gefängnissen Als Folge kam es in vielen Gefängnissen zu Aufständen. In einigen Gefängnissen lässt sich die Situation als katastrophal beschreiben. Die Gefangenen erhalten nur einmal am Tag Essen, sind seit mehr als zehn Tagen nicht aus ihrer Zelle gekommen, die hygienischen Zustände sind schrecklich. Infektionen und Krankheiten breiten sich aus.

3. Mai Im Gefängnis von Tournai steigt die Anspannung. Die Gefangenen beginnen damit, ihre Zellen zu zerstören.

3. Mai In der Nacht verbrennen die Insassen von Huy Matratzen und zerstörten einige Zellen. Bundespolizei interveniert, um die Ordnung wieder herzustellen.

4. Mai Die Insasassen von Huy zünden im ganzen Gefängnis Feuer, brechen die Türen ihrer Zellen auf, zerstören Teile der Gefängnissinfrastruktur und fluten einen ganzen Trakt des Gefängnisses. In der Nacht dringt erneut die Bundespolizei ein.

4. Mai Die Häftlinge von Nivelles zerstören Zellen und werfen brennende Sachen aus ihren Zellen. Mehr als 40 Gefangene gehen in einen kollektiven Hungerstreik.

4. Mai Während der Nacht entzünden die Gefangenen von Arle mehrere Feuer. Die Feuerwehr muss in der Nacht, geschützt durch die Bundespolizei, zweimal eingreifen.

5. Mai Gefangene in Jamioulx beginnen einen Aufruhr. Sie reißen Zellen nieder, greifen das restlich verbliebene Sicherheitspersonal an, das immer noch im Gefängnis arbeitet und zünden Feuer an. Außerhalb des Gefängnisses versammeln sich zehn Leute aus Solidarität mit den Gefangnenen.

7. Mai Im Gefängnis von Merksplas (im flämischsprachigen Teil von Belgien, wo die WärterInnen nicht streiken) findet eine riesige Revolte statt. Nach dem Hofgang verweigern es 200 Gefangene zurück in ihre Zellen zu gehen und leisten Widerstand. Sie zerstören alles, was sie können. Einige WärterInnen werden von den kämpfenden Gefangenen eingesperrt. Mauern, Zäune und Infrastruktur werden zerstört. Im Anschluss sind insgesamt 150 Zellen total verwüstet. Bedeutende Feuer brennen an verschiedenen Stellen des Gefängnisses. Ein Häftling gelingt es im Chaos zu entkommen. Er wird aber wenig später in der Umgebung wieder verhaftet. Die Polizei greift mit starken Kräften ein. Die Gefangenen erwehren sich in der Nacht stundenlang, so dass es erst am frühen Morgen der Polizei gelingt den Aufstand zu beenden. Mehr als 100 Häftlinge werden in andere Gefängnisse überführt. Zeugen sprechen vom längsten Aufstand in belgischen Gefängnissen.

8. Mai Gefängnis Antwerpen. Während der Nacht beginnen Gefangene, die aus dem teilweise zerstörten Gefängnis von Merksplas nach Antwerpen transferiert wurden, Ärger zu machen. .

8. Mai Im Gefängnis von Lantin, brechen die Gefangenen ihre Zellen auf und beginnen mehrere Flügel zu zerstören. Feuer werden entzündet. Auch am darauffolgenden Tag setzt sich der Widerstand fort.

8. Mai Im Gefängnis von Andenne breitet sich Chaos aus, als die Gefangenen aus ihren Zellen ausbrechen, alles zerstören, was sie können, Brände entzünden und dabei rufen „Freiheit, Freiheit!“ Das ganze setzt ich am nächsten Tag und der darauf folgenden Nacht fort. Ein kurzes Video wurde Online gestellt.

8. Mai Im Gefängnis von Itrre erhalten die Gefangenen Sonderausgang, verweigern es aber in ihre Zellen zurückzukehren und kämpfen mit einigen WächterInnen. Innerhalb der Gefängnisblöcke wurde Gefängnisinfrastruktur durch randalierende Gefangene zerstört.

9. Mai Im neu erbauten Gefängnis von Leuze, verweigern es Gefangene nach einem Sonderhofgang wieder in ihre Zelle zu gehen und bleiben die ganze Nacht draußen. Am Morgen greift dann die Polizei ein, um sie in ihre Zellen zurückzudrängen.

9. Mai Die Regierung entscheidet die Armee in den Gefängnissen einzusetzen. Mit Pfefferspray und Schlagstöcken bewaffnete Soldaten werden in den Gefängnissen von Brüssel (Forest und Saint-Gilles) und im Gefängis von Lantin stationiert. Die Gefängniswärter entscheiden sich, ihren Streik fortzusetzen. Nachrichten von „Innerhalb der Mauern“ werden immer weniger, weil der Staat jegliche Kommunikation nach draußen verhindert.

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Im Gefängis von Andenne (Namur) entzündetes Feuer

Updates auf Französisch: La Cavale

Text auf Englisch

Toulouse, Frankreich: Polizei mit Molotow angegriffen

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In der Nacht vom 26. April haben wir eine Polizeistation mit Molotow-Cocktails angegriffen.

Wir wollen euch nicht länger belügen.

Wir haben die Nase voll.

Genervt, dass uns verkauft wird „Morgen wird es besser sein“

Genervt auf die soziale Bewegung zu warten.

Genervt vom öden und traurigen „Bis nächste Woche“

Genervt vom Spektakel des Dissenz, wo Angst sich in unseren Mägen bereitmacht und Resignation in unseren Köpfen.

Genervt vom Internet schauen „Dort ging es los“ oder vom Maturbieren über Ausschreitungen, die gefilmt und bei You Tube eingestellt worden sind.

Genervt 600km zu reisen, für einen Riot.

Wir haben es einen neuen Sport genannt, oder noch schlimmer. Neue Handwerkskunst.

Professionelle Randalierer der sozialen Bewegungen.

Schaut cool aus, im Lebenslauf eines Aktivisten.

Genervt davon, nur zwei Flaschen zu schmeißen oder einen Mülleimer auf die Straße zu stellen und mit Gas eingenebelt zu werden und es als Sieg zu zählen.

Genervt davon, vorzugeben, glücklich zu sein, wenn nichts passiert.

Genervt davon vorzugeben, dass wir zustimmen.

Genervt davon vorzugeben, dass für uns das El-Khomri Gesetz von Belang ist.

Wir warten nicht auf die Empörten 2.0 , um einige “Nuits Debout” zu verbringen,

Wir haben es zu sagen, wie es ist.

Wir sind ungeduldig. .

Wir verstehen nicht, warum wir einen Termin mit der Macht ausmachen sollen, um sie herauszufordern, umringt von immer mehr Uniformen und Bullen-PazifistInnen.

Wir taten es zum Vergnügen.

Wir taten es für eine Bruch.

Weil wir gleichzeitig glücklich und wütend sind.

Wir wollen nicht länger dort sein, wo es von uns erwartet wird.

Wir möchten eine doppelt kämpferische Umarmung zukommen lassen.

Als erstes für Mónica and Francisco in Spanien. Sowie den GefährtInnen aus Brüssel, die auch Repression erleben für Terrorismus.

Unsere Solidarität ist Angriff, unser Verbrechen ist Freiheit.

Bis bald.

Quelle: IAATA | auf  Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Griechisch, Englisch

Thessaloniki, Griechenland: Oster-Sabotage an Fleischmärkten

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Mehr denn je, Fleisch ist Mord

Am 30. April haben wir die Schlösser von 18 Fleischgeschäften sabotiert (bei dreien waren die Schlachter anschließend eingesperrt). Damit wurden ihre Vorbereitungen für den größten Verkauf toter Tiere am Osternsonntag für eine Weile blockiert.

Diese Aktion richtet sich nicht nur gegen das Geschäft mit toten Tieren, sondern ist auch ein Angriff auf die griechische Tradition, die einige der niederträchtigsten Sitten hat. Ihr grundlegendes Merkmal ist das Fest toter Tierkörper zur Steigerung des Nationalstolzes und als blutiges Siegel der menschlichen Herrschaft über Tiere.

Die griechische Tradition ist eng verbunden mit dem Christentum. Von der Heuchelei des vierzigtägigen Fastens während der Fastenzeit, was nichts anders bedeutet, als blind den Kirchenregeln zu gehorchen, bis zur blutigen Katharsis des österlichen Schlachtens sind immer die Opfer die zahllosen Tiere. Außer dem Schlachten der Lämmer im Namen eines nicht exisiterenden Gottes, gibt es auch die unsichtbare Nutzung von Millionen Hühnern, damit sie ihre Eier als Traditionsspielzeuge zur Verfügung stellen können.

Die Religion des Absurden fordert die Prozession zum Epitaph, der getreue Zombies mit Unterwürfigkeit und Entbehrung folgen, damit sie sich fühlen können wie ein Märtyrer und durch den Konsum von unendlich viel Fleisch beim größten Fest des Jahres belohnt werden. Letzendlich ist die unendliche Opfergabe für einen unechten Menschengott symbolisiert durch den Genozid, der immer am Ostersonntag stattfindet.

Bis der letzte Schlachter an den Gedärmen des letzten Priesters hängt.

Schreie der Lämmer

auf Englisch, Griechisch

Patras: Griechenland: Mobilisierungsvideo für die dritte Anarchistische Buchmesse und Informationen

Vom 26.-28. Mai findet in Patras die vom selbstorganisierten Sozialen Zentrum „Voranbringen“ organisierte dritte anarchistische Buchmesse statt. Sie geht über drei Tage.

Neben der eigentlichen Buchmesse mit gedruckten Materialien der anarchistischen / antiautoritären Bewegung und einem Musik-Distro gibt es auch dieses Jahr wieder ein vielfältiges Programm.

  • Buchvorstellungen (zu Themen wie sozialen Anarchismus, Geschichte der Punkszene in Athen, Anarchismus in der Zeit der Junta, im Spanischen Bürgerkrieg, das Tagebuch eines Renault Arbeiters aus den Jahren 1956-1958),
  • Theateraufführungen, Filmpräsentationen, Live-Musik
  •  Diskussionsveranstaltungen (z.B. über den Griechischen Millitarismus in Zeiten der Syrizia) , Vorträge zu Universitäts- Schulstreik und Selbstorganisation, Frauenkämpfen in Chiapas, Widerstand im Irak
  •  selbstorganisierte(s) Café / Bar
  • Die ganzen Tage über wird es auch eine Poster- und Fotoaussstellung von Momenten der Anarchistischen Bewegung in der Stadt Patras geben.

Es soll ein Raum frei vom Staat und Waren, ein Platz zum Treffen, Diskutieren und Kritisieren geschaffen werden. Kulturelle Veranstaltungen und anarchistische Messen bedeuten die Wiederaneignung öffentlichen Raumes, der zu einem Treffpunkt von Widerstand und Schaffung gewandelt wird.

Am Donnerstag und Freitag beginnt das Festival um 18 Uhr, am Samstag bereits um 12 Uhr.

Das selbstverwaltete soziale Zentrum „Voranbringen“ dankt allen Projekten, kulturellen Gruppen, selbstverwalteten Räumen und Kollektiven, die positiv auf den Aufruf, solch ein Festival zu veranstalten, reagiert haben.

“Anarchistische Bücher sind Waffen gegen modernen Totalitarismus“

Weitere Infos auf: anarchistbookfairpatras.wordpress.com

[Griechenland] Fuck Nations, Squat the World – Englischsprachiger Aufruf zur Koordinierung von polymorphen anarchistischen Aktionen unter dem Thema “besetzter Freiräume” im Monat Mai

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Englischsprachige Übersetzung des Aufrufs, erhalten am 2. Mai vom Papamichelaki 39 Squat (Rethymno); den griechischen Originaltext findet ihr hier.

Basel, Schweiz: Auto der Bam International Group angezündet

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erhalten am 16.5.

Bam, Bam… brule!

Bam International Group plant und baut auf der ganzen Welt Räume der Einsperrung und Kontrolle wie z.B. Knäste in Belgien und Deutschland, Schulen, Biotechzentren, Polizeiwachen und weitere wichtige Infrastrukturprojekte für die Aufrechterhaltung des Bestehenden. Auch das Tochterunternehmen Bam Swiss bereichert sich ab dieser scheußlichen Arbeit, wie z.B. mit dem Justizzentrum in Burgdorf Bern. Überall werden neue Knäste geplant und gebaut, so auch der Erweiterungsbau des Bässlerguts in Basel.

Letzte Nacht hat sich das Feuer, das in den letzten Jahren immer wieder (und auch gerade sehr aktuell) in und rund um die belgischen Känste aufloderte, auf ein Auto von diesen Knastkollaborateuren in Basel ausgebreitet.

Offensive Solidarität mit allen, die sich mit erhobenem Haupt ihre Liebe für die Freiheit nicht nehmen lassen.
1000 Gründe für den Angriff

Marseille: Rat Attack –Aufruf für Gemeinschaftsarbeiten

calloutcoul

Mehr Infos auf ratattack.noblogs.org

Für die  Rat Attack – Versammlung müssen wir ein Gebäude öffnen. Deshalb rufen wir zu kollektiven Arbeiten ab dem 14. Juli auf, um gemeinsam an dem Gebäude zu werkeln und die Versammlung vorzubereiten. Wir benötigen Hilfe um einen Ort zu schaffen, wo wir uns gemeinsam treffen können, chillige Diskussionen haben können, Vernetzungen schaffen, über unsere Kämpfe reden und “Nägel einschlagen” können.

Wir werden die Adresse und weitere Details einige Wochen vorher bekannt geben. Bleibt am Ball! Wir brauchen euch.

auf Englisch, Französisch

Pyhäjoki, Finnland: Updates zu den Gefangenen in Pyhäjoki und ihre Behandlung durch die Polizei

Am Ende des Textes findet ihr wichtige Informationen für alle diejenigen, die den Widerstand vor Ort unterstützen wollen, die uns am selben Tag (13.5.) wie der folgende Text erreichte.

Vom 22. 4. bis zum 1.5.2016 fand die „Reclaim the Cape“ Aktionswoche in Pyhäjoki, Finnland statt und dutzende Leute wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Elf AktivistInnen wurden verhaftet. Fünf wurden ein paar Tage später entlassen. Hiernach blieben noch sechs AktivistIinnen in Untersuchungshaft. Ein Aktivist verweilt immer noch im Gefängnis.

Wir haben den Gefangenen, so oft wie möglich, Geld, saubere Kleidung, Zahnbürsten und Zahnpasta, Zigaretten, Bücher usw. geschickt. Leider haben sie nicht alle Päckchen von ihren Eltern oder anderen Absendern erreicht. Sie konnten auch keine Briefe und Postkarten geschickt bekommen oder absenden.

Die Polizei hat den Gefangenen während der Haft auch keine Rechtsmittel gewährt. Die Polizei sagt, dass es keine Ressourcen, z.B. zum Reinigen der Zelle geben würde. In den ersten paar Tagen hatten die AktivistInnen keine Waschgelegenheit und sie hatten kein Toilettenpapier oder richtiges Essen. Auch entsprach die Anzahl der Hofgänge nicht den rechtlichten Vorschriften.

Am Freitag, den 6. 4.fand ein Untersuchungshaftgerichtsverfahren für zwei der AktivistInnen statt. Rechtsanwälte beschrieben es als komplettes Lynchen. Das Verfahren fand ohne den Staatsanwalt statt, nur die Polizei war dort. Überraschend verblieben die AktivistInnen zunächst in Haft. Am 10.5. kamen sie frei, aber sie werden immer noch verdächtigt, gewalttätige Ausschreitungen und gewaltsamen Widerstand gegen die Staatsgewalt begangen zu haben. Nachdem diese beiden Aktivisten aus dem Gefängnis kamen, erhielten wir leider die Information, das die Polizei den einen Aktivisten, der immer noch im Gefängnis ist, in der Nacht schikaniert hatte.

Am Donnerstag, den 12.5. wurden zwei Aktivisten aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen. Am Folgetag kam ein weiterer frei, aber eine Person ist immer noch in Haft.Schließlich hat die Polizei die Zelle gereinigt, nach dem viele Tage Druck auf sie ausgeübt wurde. Endlich haben sie auch diesem Gefangenen Hofgang gewährt. „Gegenwärtig habe dieser Gefangene sich nicht größer über die Haftanstalt zu beschweren“, so sein Anwalt.

Am Montag, den 16. 5. findet die Untersuchungshaftverhandlung statt und danach wissen wir mehr über eine etwaige Haftverlängerung.

Nur der engsten Familie und den AnwältInnen war es erlaubt mit den Gefangenen zu telefonieren oder sie zu besuchen Natürlich ist das den Gefangenen, deren Eltern außerhalb Finnlands leben, aufgrund der Entfernung, nicht möglich. Die Gefangenen haben nicht alle Bücher erhalten, die für sie an die Polizei geschickt wurden. Unsere Anwälte sagten, das dies beispiellos und unvorstellbar wäre.

Die Gefangenen, die kein Finnisch sprechen, wurden dazu gezwungen am Telefon Englisch mit ihrer Familie zu sprechen, obwohl sie Schwedisch können. Jedenfalls ist Schwedisch die zweite offizielle Sprache Finnlands, diese Tatsache, gilt der Polizei nach, nicht im finnischen Nordösterbotten.

Es gab auch andere Repressionsweisen. Zwei Camps wurden geräumt und wir arbeiten noch daran, ob es auf legalem Wege geschah Die Polizei hat die Camps zerstört, indem sie ein großes Durcheinander hinterlassen hat. AktivistInnen wurden gezwungen das Gebiet zu verlassen, bevor alle Ausrüstung und persönliche Gegenstände eingesammelt werden konnten. Das hat dazu geführt, dass immer noch viele Sachen fehlen. Die Polizei hat gesagt, dass alle Sachen bei der Pyhäjoki Stadtgemeinde (später haben wir herausgefunden, dass es in der Praxis Mülldeponie bedeutet) und auf der Raahe Polizeistation wären (wo wir bisher nichts von den verlorenen Sachen gefunden haben).

ACAB

Quelle: Fennovoima


Für alle die vorhaben zu kommen: Wir begrüßen euch, aber bitte lest zuerst die folgende Zeilen

Selbst wenn die letzten Wochen anstrengend, hart und sogar gefährlich waren, sind wir glücklich darüber, euch informieren zu können, dass der Widerstand immer noch existiert.

Aus Sorge um unsere Umwelt und für zukünftige Generationen haben wir uns nicht vor unseren Unterdrückern gebeugt Und deshalb habe wir euch, unseren UnterstützerInnen zu danken. Jede Solidaritätshandlung wirkt wie Öl für unseren Kampf gegen die, die unsere Zukunft für schnellen Profit verstümmeln wollen

Uns gefällt, wie viele hier auftauchen oder bereit sind, zu kommen, um uns zu helfen. Aber bevor ihr eure Rucksäcke packt und zu einem Bus oder ins Auto springt, bzw. die Reise per Anhalter antritt – gibt es eine wichtige Sache, die ihr tun solltet: Wartet auf unsere Antwort / Instruktionen.

Hinterlasst nicht nur eine kurze E-Mail Nachricht und beginnt eure Reise, sondern versichert euch, dass wir euch zuerst weitere Anweisung geben. Aufgrund der aktuell hektischen Zeiten und unserem vorübergehenden Mangel an Transportmitteln – haben wir Ankunft und Anreise effektiv zu organisieren!

Sichere Reise und vielen dank an euch! Wir haben einen ganzen Sommer vor uns, es gibt viel Zeit zu kommen – und viele Möglichkeiten aktiv zu werden

Camp Fennovoima

Turin: Aufruf zu drei Tagen Diskussion und Kampf gegen Grenzen und Konzentrationssystem

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via Macerie

TAGTÄGLICH DIE GRENZEN ABBRENNEN

DREI TAGE DISKUSSION UND KAMPF

Von Idomeni bis Calais erreichen uns Bilder von Menschen, die versuchen zunehmend unüberwindbare Grenzen zu überwinden. Gleichzeitig organisieren die europäischen Staaten die interne Steuerung durch neue Einrichtungen der Aussortierung und Erhöhung der Kontrolle in administrativen Abschiebezentren.

Deshalb ist es notwendig sich zu treffen und über die letzten Entwicklungen zu diskutieren.

Diese Versammlungen wollen theoretische und praktische kritischen Fragen aufwerfen. Dabei soll sich auf Schwierigkeiten fokussiert werden, die in den letzten Kämpfen in Italien (aber nicht nur dort) mit MigrantInnen und ImmigrantInnen aufgekommen sind. Obwohl uns die Schwierigkeiten und die Komplexität unseres Vorhabens bewusst sind, glauben wir, dass es unerlässlich ist eine offene Debatte zu führen, die nicht durch Verpflichtungen der Bewegung und von Terminen diktiert wird. Im Wesentlichen verspüren wir das Bedürfnis die Diskussion über diese bestimmten Angelegenheiten neu aufzurollen. Die Versammlungen sind eher ein üppiges Spielfeld, ohne Verpflichtung zu einem auf Analysen und Vorschlägen basierenden Abschluss zu kommen.

Ziele der beiden ersten Tage:

  • mit verschiedenen Militanten über die internationale Migrantionspolitik (bezüglich Migrationsströme, Schließung der Grenzen) zu debattieren
  • Bilanz zu ziehen über Entwicklung des von Italien eingeführten Aufnahme -und Zurückweisungsystems, dem sogenannten Accoglenzia Secondoria, beginnend vom Hotspot, der Sekundärversorgung „Coglienza Secondaria“, bis zur Internierung in Abschiebegefängnissen (CIE)
  • Mit Militanten zu diskutieren, die an verschiedenen Aktivitäten gegen das Immigrationsmanagment (wie Kämpfe gegen CIE und gegen Grenzen) teilhaben
  • Eine Debatte mit Militanten aus dem Ausland zu führen, die Flüchtlingen und Asylsuchenden bei ihren Kämpfen unterstützen

Wir möchten uns bei der Diskussion auf folgende Punkte konzentrieren:

  • Die in den nächsten Monaten zu erwartende Ankunft größerer Gruppen von MigrantInnen kann abermals eine Situation ergeben, wie im letzten Jahr in Ventimiglia, als dort Hunderte von deplazierten Menschen zusammenkamen. Die Schließung der Österreichischen Grenze blockiert den Weg nach Nordeuropa, weshalb vermutlich die Leute, die aus dem Balkan und Südeuropa zur nordwestlichen Grenze umgeleitet werden. Es geht um die Planung von Maßnahmen, die diese praxisbezogenen Umstände dieser Situaton berücksichtigen. Wie kann eine aktive Solidarität mit Flüchtlingen weigergeführt werden? Eine aktive Solidarität, die ohne in Hilfemechanismen zu verfallen, eher den Kurs von Kampf und Komplizenschaft neu aufnimmt? Welche Grenzen und welche Möglichkeiten bieten diese Notfallsituationsangebote?
  •  Der ernorme Migrationsstrom führt durch neu eröffnete Hotspots, die wie Filter wirken. Dort wird über den zukünftigen Aufenthaltsort des Flüchtlings bestimmt und dann den Sekundärversorgungsstrukturen (wie Sprar, Cas und Cara)entsprechend sortiert. Es hat lange Jahre gedauert, bis solche Plätze fertig eingerichtet waren. Aber kürzlich wurden sie ausgeweitet, um eine größere Anzahl Asylsuchender zu erreichen. Die Ausrede Schutz zu bieten, die zur Rechtfertigung dieser Strukturen herangezogen wird, verschleiert die Existenz eines komplexen Netzes von Firmen und Kooperativen, dir für die Bereitstellung ihre Dienste riesige Profite einfahren. Der “Parkplatz“, der den Asylsuchenden angeboten wird, zwingt viele von ihnen dazu, sich einen Integrationskurs zu unterziehen, der mehr oder weniger real, auf Bildungsmaßnahmen und Ausbeutung von Arbeit aufbaut. Neben diesen offiziellen Kursen, repräsentieren Sekundärversorgungsstruktuen oftmals eine Quelle für BilliglohnarbeigerInen, die in der Landwirtschaft, auf dem Bau oder in der Gastronomie eingesetzt werden, wo das Bandensystem beträchtlichen Spielraum zum Geldmachen bietet. Was gibt es für Möglichkeiten Aktionen gegen Kooperativen, NGOs, Vereinigungen oder Institutionen durchzuführen, die diese Strukturen verwalten? Wie ist es möglich von MigrantInnen herbeigeführte Konfliktfälle zu unterbrechen und welche Möglichkeiten gibt einzugreifen? Wie ist es möglich Stellung gegen die Wilkommenspropaganda zu beziehen und dabei ihre Widersprüche sowie ihren eigentlichen Zweck der Kontrolle hervorzuheben.
  • CIE is der letzte Anlaufstelle für MigrantInnen, die Abschiebung erwarten, während Polizeirazzien festgenommen worden, aus Gefängnisse kommen, an Land gingen oder Grenzen übertreten haben. Selbst wenn die CIE-Verwaltung  (abhängig vom Ort und Aufsichtsbehörden) wechselt, ähneln solche Strukturen in den letzten Jahren immer mehr Gefängnissen: Die interne Repression mit starker Kontrolle, Isolationszellen und Beschlagnahme von Mobiltelefonen (die zur Kommunikation mit der Außenwelt genutzt werden) sind eindeutige Beweise dieser Theorie. Dennoch sind die Aufstände sowie die Flucht von Gefangenen deutliche Beispiele, wie wir solche Plätze los werden können. Dienstleistungsmanagment ist eine stabile Profitquelle für Firmen und Institutionen, die manchmal in CIEs und Sekundärversorgungstrukturen gleichermaßen arbeiten. Wie können wir Aufstände von Gefangen von außerhalb unterstützen und wie gelingt es uns den Kampf gegen CIE autonom durchzuführen

Veranstaltungskalender:

Freitag, 20. Mai

19:00 Debatte über das Management und die Kontrolle der Migration. Von Zurückweisung bis zur Willkommensheißung.

Samstag, 21 Mai

10:00 Versammlung auf dem Piazza della Repubblica, auf der Seite Corso Giulio Cesare.

14:30 Beschreibung verschiedener Erfahrungen des Sans-Papiers-Kampfes. Es wird eine Rede von Kämpfenden aus Frankreich geben.

19:30 Diskussion über Grenzschließungen und Erfahrungen vom letzten Jahr.

Sonntag, 22. Mai

16:00 Treffen vor dem CIE, Corso Brunelleschi.

Um allen die unterschiedlichen Situationen, über die wir sprechen werden, bewusst zu machen, könnt ihr uns vor den Veranstaltungen Beiträge an folgende Adresse senden:
in-contro-frontiere@riseup.net

Die Beiträge werden auf der Seite Maceriet erscheinen.

Die Debatten finden im besetzten Asilo in der Via Alessandria 12, in Turin statt.

Bring deinen Schlafsack mit.

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Paris: Gegen Gewerkschaften…

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Verzögerter Bericht, Einige Photos und ein paar Worte zum Neuanstrich der Fassade vom CFDT [Französicher Demokratischer Gewerkschaftsbund)

Am 15. April, haben 50-60 Leute, die den „Platz der Republik“ verlassen haben eine kleine Runde durch das Viertel Belleville gedreht, Parolen gegen die Polizei, Arbeit sowie GewerkschafterInnen gerufen und einige Poster geklebt. Sie erreichten das CFDT Gebäude und übermalten es mit Hilfe eins Feuerlöschers (Anscheinend lässt sich Glycerin nicht so leicht reinigen), dekorierten es mit ein paar Farbeiern und hinterließen die Nachricht COLLABO (Kollaborateur).

Ein Besuch, der ausdrückt, was wir von den Gewerkschaften denken, die Hand in Hand mit der Regierung und den Bossen die Länge unserer Ketten und die Zeitlichkeit des Kampfes verhandeln.

Unsere Revolte ist nicht verhandelbar.
Weder Gesetz, noch Arbeit!

Santiago, Chile: 1. Mai gegen die Ausbeutung von Tieren, Menschen und Land

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Berlin: Tage der Anarchistischen Ideen und Publikationen

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Wir leben in Zeiten der sozialen Isolation: Wenn in unseren Leben noch Platz für etwas anderes als Arbeit und Konsum, Routine und Unterhaltung, Abstumpfung und Ablenkung bleibt, versuchen wir unserer Vereinzelung durch die Flucht in fiktive Gemeinschaften und digitale Parallelwelten zu entkommen. Zwar werden uns etliche scheinbar verschiedene Meinungen, Medien und Protestgruppen angeboten, für die wir uns als angeblich freie Individuen entscheiden können. Doch einen Weg zu finden, in dem wir nicht nur jemanden „liken“ und uns durch andere repräsentieren lassen, scheint für die meisten nicht greifbar zu sein. Wenn wir stattdessen selbst denken, schreiben, sprechen und uns mit anderen Menschen auseinandersetzen, können wir das „warum“ und „wie“ all dessen selbst bestimmen. Das bedeutet in der Konsequenz auch entsprechend zu handeln.

Anarchistische Initiativen, die im deutschsprachigen Raum im Entstehen sind, versuchen dies umzusetzen. Im offensiven Konflikt mit den Herrschenden gestalten sie ihre eigenen Wege und Möglichkeiten und kommunizieren ihre Ideen auf verschiedenste Art und Weise. All den existierenden Schwierigkeiten zum Trotz, ist Kommunikation die Basis für jede Auseinandersetzung und Diskussion, jede Kritik und Lebendigkeit. Die Verbreitung von Ideen in die eigene Hand zu nehmen und dies ohne die eigene Unabhängigkeit zu verlieren selbst zu organisieren, war seit jeher eine Grundlage anarchistischer Projekte und Kämpfe. Wir sind der Überzeugung, dass wir nur so heraus finden können, in was für einer Realität wir uns wirklich bewegen und wo sich potentielle Brennpunkte befinden.

Wir laden alle ein, die Interesse haben, über Ideen und Perspektiven der Herrschaftsfreiheit, über Mittel und Methoden in unseren Kämpfen, über Konsequenzen, Probleme und Hürden zu diskutieren und auch zu streiten. Alle, die die Ablehnung von Delegation und Zentralisierung, Bürokratie und technologischer Abhängigkeit, jeglichem Personenkult und jeglicher Kooperationen mit formellen Organisationen und Parteien teilen und deren Horizont eine Welt voll selbstorganisierter Solidarität und Selbstbestimmung umspannt.

Statt Dienstleistung und konsumierbare Veranstaltungen wollen wir Gedrucktes zugänglich machen, austauschen und verbreiten. Wir wollen uns kennenlernen, über Erfahrungen reden und uns ohne Angst vor Konflikten auseinandersetzen. Bringt euer Lesezeug mit und eure Programmvorschläge ein! Stellt eure Publikationen und die Gedanken dahinter vor, lasst uns Lebendigkeit in die Welt der Buchstaben bringen und Ideen zur Praxis machen!

Veranstaltungsort:

New Yorck im Bethanien > Mariannenplatz 2a > Berlin-Kreuzberg

Anfahrt

U-BAHN > U8 / U1 > Kottbusser Tor

BUS > Bus 140 > Mariannenplatz

Schlafplatz

Wenn du keinen Schlafplatz finden kannst, schicke uns eine Mail und wir versuchen einen zu finden.

Kontakt

ausloeser[ät]riseup.net

Internet:

ausloeser.blackblogs.org

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Toulouse: Nackt, betrunken oder isoliert, wir sind keine Beute

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In der Nacht zwischen dem 28. und 29 April wurden die Räumlichkeiten von La Dépèche Intéractive angegriffen.

Nackt, betrunken oder isoliert, wir sind keine Beute!

La Dépèche ist keine unangreifbare Festung. Alle großen Unternehmen haben ihre Schwachstellen. Es liegt an uns, dass wir einfallsreich, listig und einsichtig genug sind sie zu finden. La Dépèche Intéractive ist eine Tochtergesellschaft der La Dépèche Gruppe. Das ist für uns Grund genug, sie als Ziel auszuwählen.

Es gibt unzählbare Gründe die Medien zu schaden. Es ist sogar ein verbreiteter Diskurs unter denjenigen, die verstanden haben, dass die öffentliche Meinung niemals unser Freund sein wird. Dieser Angriff ist ein Reaktion auf einen Artikel, der die Vorstellung vorantreibt, dass „wir Frauen“ selbst die Bedingungen für unsere Agressoren schaffen, indem wir nicht die Wunschvorstellungen von Männern gefertigter Modelle erfüllen, die uns zum Schweigen bringen wollen sowie unterwürfig, gehorsam und zum Konsumobjekt werden lassen.

Die Hämmer, die diesmal auf Fenster – und genauso gut auf Köpfe zielen können- sind die Waffen unserer Wut gegen alle, die diese Vergewaltigungskultur stärken. Diese Aktion ist ein Schritt nach vorn auf dem niemals endenden Pfad zu unserer Freiheit von allen Unterdrückungen. Wir können es gar nicht genug wiederholen; sexuelle Angriffe sind kein isolierter Akt eines gefährlichen Einzelnen, der aus einer Ecke der Gasse beobachtet, sondern – wenn keine Waffe- sind es oft die Bedrohungen und die korrigierende Strafe für alle Frauen, die sich in ihrem Leben an Rebellion beteiligt haben oder einfach den Ausgang des Käfigs suchen, der das Patriarchat ist. Und es ist immer Spiegelbild einer Welt, die sich Frauen als Objekte zur Unterwerfung erhofft.

Die Medien instrumentalisieren uns, um Angst zu erzeugen und um ein Sicherheitsbedürfnis zu schaffen, das dringend erfüllt werden muss, einhergehend mit immer mehr Kontrolle über unser Leben, Kameras und DNA-Profilen. Sie streben nicht danach uns zu schützen; dieser Diskurs soll uns ködern, um ihre Herrschaft auszuweiten.

Wir wollen unseren Schutz nicht deligieren, sondern versuchen uns selbst zu verteidigen und ein Weg dabei ist der Angriff.

Zu unterstellen, wie Jean Cohadon in seinem Artikel, dass Alkohol und Drogen wiederkehrende Probleme bei Frauen sind – die nicht von sexueller Gewalt und anderer Agressionen losgelöst werden können, denen sie ausgesetzt sind – ist ihre Beine auseinander zu halten, wenn Peiniger ihr Geschäft erledigen. Diese elende Zeitung, die leidenschaftlich über Vorfälle und Polizeieinsätze berichtet, ist eine der tausenden unbestraften Komplizen, die niemmand anzugreifen träumt oder wagt. Die Dépèche, die seine Artikel in ihrem berüchtigen Schundblatt veröffentlicht, ist eine dieser Komplizen.

Als Frauen organisieren wir uns, damit wir uns eines Tages nicht nur Fenster und Mauern vorknöpfen, sondern auch die Leute, die sich hinter ihnen verstecken und die Subjekte unseres Hasses sind. Wir, wollen dass sie sich fürchten, damit sie wissen, dass ihre Handlungen nicht ohne Antwort bleiben. Wir wollen, dass sie an alle angepissten Frauen denken, die sie aus einer Ecke der Gasse beobachten und die eines Tages davon träumen ihnen einene Hammer in ihr Herzen zu stoßen. Sie wollen, dass wir verantwortlich für den Horror sind, den sie uns erleiden lassen. Wir wollen, dass die Angst die Seiten wechselt.

Die Aktion ist allen angepissten Frauen gewidmet, wir hoffen, dass sie eure Herzen erwärmt.

Damit Aktionen gegen das Patriachat sich vervielfältigen!

An eure Hämmer…..Fertig! Los

Einige angepisste Frauen

Quelle: Indymedia Nantes | auf Englisch  Spanisch, Griechisch

Besançon, Frankreich: Graffiti und Eier für das Rekrutierungszentrum der Armee

Wir haben Wind davon bekommen, dass sich dieser Tage die Armee (Luftwaffe) im Einkaufzentrum Chateaufarine in Besançon vorstellt. Ihre Zuschaustellung hat den Titel „Flügel und Männer“. Die SchlachterInnen in Uniform stellen ihre Spielzeuge vor, die für ihre Nation, Wirtschaft und Grenzen überall auf der Welt massakrieren…Gleichzeitig achtet diese Institution Khaki tragender Killer auf ihr Image in den Augen der jungen Öffentlichkeit sowie auf das Konsumverhalten kleiner SoldatInnen. Aber vor allem versucht sie sich auch, hier und anderswo, die Terrorisierung und Massakrierung der Bevölkerung und von RebellInnen auszuweiten.

Diese Tatsache hat uns zum Handeln motiviert. In der Nacht vom 17. auf den 18.April, wurde das Rekrutierungszentrum auf der Rue Bersoot mit roten Farbeiern beworfen. Das Wort „MeuchelmördeInnen“ wurde über das Willkommenschild der CIRFA’s (Informations und Rekrutierungszentrum der Armee) geprüht. Die Mauer davor und die Kiche daneben wurden mit den Sätzen “Nieder mit der Armee“ and “ob von Gott oder Staat… Nieder mit allen SoldatInnen beschriftet! (A)”.

Verweigert ihre Gleichschaltung! Greift die Armee an!

auf Englisch

Den Haag, Niederlande: Bericht über eine unangemeldete 1. Mai Demo

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erhalten am 2. Mai

Am Abend des 1. Mai kamen kamen wir im Schilderswijk-Viertel in Den Haag mit etwa zwanzig AnarchistInnen zu einer unangemeldeten Demo zusammen. Diese Demo richtete sich gegen Repression, Polizeigewalt und Kapitalismus.

Ungefähr zwanzig Minuten gingen wir auf unserer Route durch Schilderswijk. Bengalos wurden entzündet und hunderte Flyer in die Luft geworfen und ausgehändigt, darunter ein Flyer mit dem Text der über die Revolte im Schilderswijk im letzten Jahr. Aufgrund des Verdachts diese Wandschrift verteilt zu haben, kam es in der letzten Woche zu einer Verhaftung und die PolitikerInnen haben „Zeter und Mordio“ über dieses anarchistische Blatt geschrien. Sie beabsichtigten, dass AnarchistInnen aus dem Viertel Schilderswijk verbannt werden und forderten „harte Bestrafung“ für diejenigen, die die Wandzeitung verklebt haben. Wieder einmal wird klar, das die, die aus voller Lunge nach Redefreiheit schreien, sich doch nicht sehr dafür interessieren, sobald Ideen vorgetragen werden, die nicht mit ihren eigenen kompatibel sind und die nicht zu ihren politischen Machenschaften passen. Ein anderes Beispiel dafür ist das generelle Verbot für Demonstrationen im Schilderswijk, das seit anderthalt Jahren gilt. Sobald Menschen gegen diejenigen, die sie unterdrücken, revoltieren – die Polizei, Bosse und der Staat – finden Redefreiheit und Demonstrationen ein schnelles Ende.

Wir warten nicht, bis uns irgendwer diese Freiheit gibt. Wir nehmen uns unsere Freiheit, indem wir bewusst gegen das Verbot von Demonstrationen verstoßen, indem wir die Bullen und den Major nicht fragen, wo und wann es uns erlaubt ist, zu demonstrieren und indem wir von uns ausgewählte Texte verbreiten, ob sie „illegal“ sind oder nicht.

Die Leute im Viertel reagierten positiv auf die Botschaft gegen Polizeigewalt, Repression und Kapitalismus. Das ist uns wichtig: Solidarisch mit Allen zu sein, die, der gegen den Polizeistaat und für ein besseres Leben kämpfen und keiner kann uns dabei stoppen.

Deshalb geht der Kampf gegen die Polizei, den Staat und Kaptial weiter. Weder Gefängnis noch Verbot kann uns zum Schweigen bringen. Wärend die Behörden verbieten und zerstören, werden wir weiter an einer Welt bauen, die frei und gleich ist. Dass dieser Sommer ein heißer wird!

Nieder mit den Bullen und den Staat! Lang lebe die Anarchie!

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Quelle: Autonomen Den Haag

Den Haag, Niederlande: Die in Untersuchungshaft genommene Person ist wieder frei

lawaaidemoerhalten am 2.5.2016

Am 29. April wurde die fünf Tage vorher, mit verschiedenen Vorwürfen (Verteilung der “Anarchistische Muurkrant”, Aufwiegelung gegen Behörden sowie Anstiftung zur Gewalt) verhaftete Person, entlassen.

Eine Stunde vor der Freilassung haben an die fünfundzwanzig Leute an einer Solidaritätsaktion vor der Polizeistation teilgenommen, indem sie festgehalten wurde.

Wie berichtet sollte das Untersuchungsgericht entscheiden, ob der Verhaftete länger im Gefängnis bleiben muss. Ein Tag vor dem angesetzten Termin wurde der Gefährte jedoch entlassen.

Zusätzlich zur Repression für das Vebreiten der Wandzeitung, hat die Polizei auch ein vom Anarchisten Alfredo M. Bonanno (“De keuze voor de opstand”) geschriebenes Busch konfisziert, wie auch einige Zeitungsausschnitte. (…)

Obwohl der Verhaftete inzwischen nicht mehr eingeschlossen ist, bitten wir immer noch alle die Anarchistische Wandzeitung zu verbreiten. Die einzige Antwort auf diese Repression ist die Solidarität durch Aktion. Hier noch einmal der Download der “Anarchistische Muurkrant”.

Es ist immer noch unklar, ob die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit weiter verfolgen wird oder nicht. Wir werden euch weiter, so gut wie möglich, informieren.

Nieder mit den Bullen und den Staat. Lang lebe die Revolte!
(Und vergesst nicht euch zu vermummen, wenn ihr die Bullen oder den Staat angreift)

Quelle: Autonomen Den Haag

Pyhäjoki, Finnland: Aktueller Bericht über die Räumung zweier Camps und dringender internationaler Solidaritätsaufruf

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erhalten am 30.4.2016

Dieses ist unser zweites Kommuniqué und ein Aufruf aus aktueller Not heraus. (Das erste ist hier zu lesen)

Die Repression gegen die GegnerInnen des Fennovoima-Rosatom Atomkrafwerktprojektes gehen weiter: und es wird immer schlimmer: Am Freitag, den 29. April wurden zwei Protestcamps in Pyhäjoki geräumt. Der Polizeieinsatz war für finnische Maßstäbe riesig. Nicht groß. Riesig. Aufgeboten wurden um die 20 Polizeiwagen, Beamte und Beamtinnen in Kampfausrüstung, Grenzkontrollhubschrauber, Abteilungen von beiden nationalen SWAT Teams, Hundestaffeln und speziell ausgerüstete Transporter zur Aufstandsbekämpfung.

Die Polizei erklärte die Räumung der beiden Camps, indem sie eine rechtlich-diffuse, schriftliche Polizeianordnung präsentierte, sogar ohne nähere Ortsangaben oder andere Informationen.

Die Mehrheit der Protestcamper und die TeilnehmerInnen der „Reclaim the Cape“ -Aktionswoche teilten sich in Gruppen auf und verschwanden in den Wäldern, ohne mit der Polizei zu verhandeln.

Während wir hier sprechen, werden die beiden Lager nach Infrastruktur und Habseligkeiten durchforstet. GefährtInnen werden durchsucht und aus dem Wald herausgegriffen. Diejenigen, die inhaftiert wurden, erhalten Hilfe und werden außerhalb der Zellen erwartet. Ein neues Camp befindet sich im Aufbau, das geschieht aber nicht öffentlich.

Am Donnerstag, den 28.April haben mehrere TeilnehmerInnen eine klassische gewaltfreie Lock-on Blockade gegen die Fennovoima-Rosatom Baustelle durchgeführt. Nach mehreren Stunden kam die Polizei. Sie hat aber schnell das Interesse and dieser Aktion verloren und ist stattdessen zum Aktionswochen-Camp vorgerückt. Nachdem die Polizei es gelungen war, das Camp gewaltsam zu übernehmen, sind elf Personen immer noch in Haft. Acht von von ihnen sind internationale GefährtInnen, von denen wiederum einige von Untersuchungshaft bedroht sind. Bisher lauten die Tatvorwürfe auf „verschärfte Sabotage“, „Teilnahme an gewalttätigem Aufruhr“ und „(gewalttätiger) Angriff auf einen Polizeibeamten“.

Ein Gefährte ist noch immer im Krankrenhaus und in einem ernsten Zustand, offensichtlich weil er von der Polizei angegriffen wurde.
Wie gewohnt, hat die Mehrzahl der Massenmeiden kein Interesse neutral oder professionell zu sein. Systematische Diffarmierung der Fennovoima-Rosatom GegnerInnen betreibt vor allem YLE Oulu’s (lokaler Ableger des nationalen Rundfunks)

Wie gewohnt, sollen wir nicht unsere Köpfe senken, wenn wir mit staatlicher Repression und physischer Gewalt konfrontiert sind. Dieser Polizeiaktion war der dritte große Einsatz gegen die Fennovoim-Rosatom- GegnerInnen innerhalb vier Tagen. Das schiere Ausmaß von Polizei und Staatsmittel, die gegen uns eingesetzt werden, erzählt eine einfache Geschichte: Wir konnten Fennovoima-Rosatom erheblich schaden und haben die Trennungslinie von „unbequem“ zu „möglicherweise gefährlich“ überquert. . Nebeher ist es uns gelungen, eine Widerstandskultur zu entzünden, die es seit dem Bürgerkrieg im Jahre 1918 nicht gegeben hat und die zweifelsfrei die Mächtigen erschreckt.

Wenn es nie eine Zeit gab, alle GefährtInnen einzuladen, um sich an diesem Kampf zu beteiligen, ist es jetzt die Zeit zur praktischen Solidarität aufzurufen. In unseren Stunden der Not rufen wir dazu auf, die Verhafteten, wie auch die Menschen zu unterstützen, die das neue Camp, hier in Pyjhäjoki aufbauen und verteidigen. Unterstützt den Widerstand, indem ihr Fennovoima-Rosatom das gebt, was sie haben wollen Mit tiefer Achtung für die Verschiedenartigkeit der Taktiken, ermutigen wir Alle, dieser Firma und ihren Verbindungen, Reaktionen zu präsentieren, einschl. finnische Botschaften und die lokalen Polizeiverantwortlichen für ihre Beteiligung.

Solidarität ist ein Tätigkeitswort. Praktiziert sie. Wir rufen alle überall dazu auf, an eure gefangen genommenen und verwundeten GefährtInnen zu denken.

auf Englisch

Wien: UNRUHEHERD Ausgabe 9 online

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Die Ausgabe 9 für Mai 2016 der anarchistischen Zeitung UNRUHEHERD aus Wien ist ab sofort online verfügbar.

Zum Ausdrucken, Verteilen, Kritisieren, Verbrennen, usw.

Diesmal im einzigartigen A4-Format, beidseitig bedruckt.

Aus dem Inhalt:

– “Greift ihr sie von hinten an und wir sie von vorne. Das ist unsere einzige Chance.“
Ein Vorschlag bezüglich der Grenzen

– Was wollt ihr eigentlich?!   Ein freies Leben und Anarchie!

– Die allerseits beliebte: Chronik rebellischer Akte

Für Lob und Kritik, Textbeiträge, Diskussionsvorschläge,Unruhenachrichten und was dir sonst noch alles einfällt, schreib uns:
unruheherd(at)riseup.net

Unruheherd 9 (PDF)

Rennes, Frankreich: Ein Demonstrant hat ein Auge verloren

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Am Donnerstag (28. April) hat ein Student unserer Universität ein Auge verloren, nur weil er demonstriert hat. Beim gemeinsamen Zurückweichen aller DemonstrantInnen nach einem Angriff der CRS (Bereitschaftspolizei), wurde er ins Ziel genommen und von einem Flashball-Schuss getroffen. Diese Regierung hat der Jugend als Antwort nichts als Polizeigewalt zu bringen, benötigt es erst einen Todesfall, um es zu beenden?

Es könnte jede(n) von uns gewesen sein. Deshalb werden wir nicht vergessen, wir werden nicht vergeben und vor allem, werden wir nicht aufgeben.

Weder Angst, noch Gewalt werden uns stoppen und am Sonntag werden wir wieder auf der Straße sein.

Wir denken alle an dich, Jean-François! Viel Kraft!

auf englisch