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Offener Brief von Gefangenen griechischer Gefängnisse

Offener Brief der Gefangenen in griechischen Gefängnissen an die mitverantwortlichen Minister für Öffentliche Ordnung und Justiz:

Am 3. August 2016 ging der kürzlich entlassene – und frühere Mitgefangene von uns- Pëllumb Marnikollaj zur Polizeistation von Patisia (Athen), um seinen Meldeauflagen entsprechend, bei der zuständigen Behörde vorstellig zu werden. Unter bis heute ungeklärten Umständen wurde er ins Rote Kreuz Krankenhaus überführt und schließlich in die Leichenhalle gebracht. Kurz bevor er mit unbekannter Identität begraben wurde – und trotz der Tatsache, dass seine Identität den Behörden bekannt war – holten seine Angehörigen seine Leiche ab und wiesen auf Folter und Fenstersturz hin.

Wir stehen nicht in Verantwortung zu urteilen, was wirklich passiert ist. Jedoch entspricht die Anzahl der Gründe, die wir haben, nicht der Version der griechischen Polizei zu glauben, den tausenden Gefangenen, die in in griechischen Gefängnissen vorzufinden sind.

Es ist nicht nur Plumpheit, auf welche Art die Polizei den Vorfall zu vertuschen versucht. Auch nicht die Tatsache, dass ihre Erklärungen jeden gesunden Menschenverstand widersprechen.(Jetzt hört aber auf, Herren der griechischen Polizei. Wer wird glauben, dass nicht nur einem Gefangenen, sondern auch einem Bürger, der sein Personalausweis vorzeigt, jemals gestattet wird, ungestört Fenster zu öffnen und zu schließen?)

Wir haben alle Gründe der Version der Familie über den unnötigen Tod unseres Mitgefangenen zu glauben, weil jeder einzelne von uns die Gräueltaten ertragen musste, die in den Verhörräumen auf Polizeistationen stattfinden. Wir können keine Fenstersturzerfahrung aus erster Hand haben, ; dennoch wurden viele damit bedroht. Es ist eine nicht unübliche Vernehmungsmethode. Wir waren auch alle von der Tatsache überrascht, dass die Fenster der Polizei mit „Blumenkästen“ geschmückt sind.

Dass wir diesen Brief verfasst und an die Öffentlichkeit bringen, bedeutet keineswegs, dass wir die kleinste Hoffnung auf eine Untersuchung haben oder, dass die Verantwortlichen eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist ohnehin schon klar, dass wir, die Armen, die Arbeitslosen, die MigrantInnen, die Ihre Gefängnisse füllen, gezwungen sind, den Preis für unsere Taten zu zahlen. Dagegen genießen jene, die uns mittels Durchsuchungen, Schlagstöcken und Automatikpistolen immer die Immunität, die Sie ihnen freigiebig anbieten, weil Sie mit zweierlei Maß messen, wenn es zur Entscheidungen kommt, was als Verbrechen anzusehen ist und was nicht.

Abschließend machen wir es allen klar, ,dass wir, als Gefangene der griechischen Gefängnisse nicht bei dem Spiel, das die griechische und albanische Botschaft spielen, Partei ergreifen. Wir wollen nur eine Antwort. Selbst, wenn wir die provozierend unwahre Version der Polizei ernst nehmen, Herren Minister, ist es die Eigenschaft früherer Gefangener oder von Migranten, die es erlaubt den Tod eines Menschen mit solcher Wertlosigkeit zu behandeln, die nicht einmal Sachen verdienen?

Als Protestaktion werden wir die nächtliche Rückkehrzeit in unsere Zellen von einer Stunde auf drei Tage verzögern.

Gefangene in griechischen Gefängnissen

auf Griechisch / auf Englisch

Griechenland: Update zu den vor kurzem verhafteten Gefährten Kostas Sakkas und Marios Seisidis

TerraIncognita

“Kraft den GefährtInnen Sakkas und Seisidis – Nichts ist vorbei – Der Kampf für Revolution und Anarchie geht weiter” (Papier-Transparent vom Terra Incognita Squat in Thessaloniki, Griechenland)

Am 17. August 2016 standen Kostas Sakkas und Marios Seisidis in Athen vor Gericht auf Grund der Umstände ihrer Verhaftung in Sparta.

Während des Prozesses, der mehrere Stunden dauerte, gab es ständige Anwesenheit von GefährtInnen aus Solidarität zu Marios Seisidis und Kostas Sakkas, die dem Gericht erklärten, dass sie Anarchisten sind und ihre Gründe erläuterten, zu Flüchtigen vor dem Gesetz zu werden. Beide wiesen die Vorwürfe zurück und entlarvten die Lügen der Belastungszeugen (drei Bullen). Der Staatsanwalt hat verlautbaren lassen, dass allein auf den Überzeugungen der beiden Angeklagten basierend, es ausreichende Beweise geben würde, dass sie eine strafbare Handlung verübt haben. Marios Seisidis wurde wegen Benutzung eines gefälschten Personalausweises und KFZ-Kennzeichens, Diebstahl eines Autos und Widerstand gegen die Staatsgewalt zu 32 Monaten Gefängnis verurteilt; Kostas Sakkas wurde zu 33 Monate für die gleichen Delikte verurteilt und erhielt auch eine 200 Euro Geldbuße aufgrund von Verkehrsvergehens.

Kostas Sakkas wird jetzt Koridallos Gefängnis (Athen) festgehalten und Marios Seisidis ist im Malandrino Gefängnis (Phocis) inhaftiert.

auf Englisch

(Spanische Gefängnisse) Weiterer Genosse aus Barcelona im Fall der Banküberfälle in der BRD im Knast

cat-1-weberhalten am 22.8.26

Am Morgen des 21 Juni trat die Polizei von Katalonien (Mossos d’Esquadra) die Tür des Hauses eines anarchistischen Genossen in Barcelona ein, in dem er mit seinem Partner und weiteren MitbewohnerInnen wohnt. Alle BewohnerInnen wurden mit gezogenen und auf sie gerichteten Pistolen geweckt und für Stunden mit Handschellen gefesselt. In dieser Zeit durchsuchte und verwüstete die Polizei das Haus im Viertel Del Eixample. Der Genosse wurde verhaftet und nach Madrid verschleppt, wo der nationale Staatsgerichtshof (Audiencia Nacional de España) seine Haft, auf der Basis eines von der Staatsanwaltschaft Aachen ausgestellten Europäischen Haftbefehls, anordnete. Diese bezichtigt ihn, an der Enteignungen der Pax Bank im November 2014 (in Aachen) beteiligt gewesen zu sein.

Er wird der selben Aktion beschuldigt, für die auch der am 13. April in Carmel (einem Stadtteil Barcelonas) verhaftete Genosse in Haft sitzt. Dieses Mal allerdings entschied sich die Polizei dagegen, die Festnahme zu nutzen um ein weiteres Medienspektaktel wie bei dem Einsatz im April zu inszenieren. Weder gab es eine Pressemitteilung noch wurde die Presse anderweitig unterrichtet.

Soweit wir in Erfahrung bringen konnten, beruht die Festnahme auf der angeblichen Übereinstimmung zwischen einer in der Pax Bank in Aachen gefundenen DNA-Spur und einer DNA-Probe, welche die Bullen dem Genossen während einer vorgetäuschten Alkoholkontrolle entnommen hatten. Während der vorgetäuschten Kontrolle hatten die Bullen ihn in ein Alkoholtestgerät pusten lassen und das Mundstück einbehalten, um aus dem Speichel das Erbmaterial des Genossen zu gewinnen.

Nach einer kurzen Inhaftierung im Knast Soto del Real in Madrid wurde der Genosse nach Nordrhein-Westfalen in die Aachener JVA verlegt. Dort muss er unter den selben Untersuchungshaftbedingungen wie der im April Inhaftierte leiden: Eine Stunde Hofgang am Tag, den Rest des Tages Einschluss, wenige Stunden Besuchszeit im Monat, ohne Möglichkeit die ihm Nahestehenden anzurufen. Auch wird die gesamte Kommunikation überwacht. Besuche sind besonders entwürdigend, sie finden in Anwesenheit zweier mit dem Fall betrauten Bullen und einem/einer ihnen simultan übersetzenden Dolmetschers/Dolmentscherin statt.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich unser Genosse mit Repression und Knast konfrontiert sieht. Neben seiner aktuellen Inhaftierung blickt er auf eine über zehnjährige Haftstrafe, die er in seinem Herkunftsland Portugal verbüßte, zurück. Er war bekannt für das Anprangern der Missachtung von Gefangenenrechten. Er beteiligte sich, gemeinsam organisiert mit anderen Gefangenen, an Hungerstreiks für bessere Haftbedingungen und drängte seine Mithäftlinge die Drogen aufzugeben, mit denen die Gesellschaft hinter Gittern unterwürfig gemacht wird. Parallel dazu baute er eine anarchistische Bibliothek auf, um unter den Gefangen ein Bewusstsein zu schaffen und Selbstorganisierungsprozesse zu unterstützen und voranzutreiben. Dies war seine persönliche Fortsetzung seines ehemaligen Jobs als Buchhändler außerhalb der Knastmauern.

Seine kämpferische Haltung und seine Solidarität haben ihn bereits früher in die Schusslinie der Gefängnisleitung gebracht. Letzten Endes wurde er als einer von 25 weiteren Beschuldigten wegen des berüchtigten Knastaufstands in Caixas* verurteilt. Nach seiner Entlassung zog der Genosse nach Barcelona, wo er sich an Treffen, an Demonstrationen und anderen Aktivitäten libertärer Strukturen beteiligte.

Nun erwartet er, zusammen mit dem im April inhaftierten Genossen, sein anstehendes Verfahren, in dem er für seine angebliche Involvierung in den Bankraub im November 2014 verurteilt werden soll. Wir wollen an dieser Stelle darauf hinweisen, dass mit ihm bereits drei GenossInnen einer “Raubserie” zugerechnet werden, welche sich zwischen 2012 und 2014 in Aachen ereignete. Eine von ihnen, eine Genossin aus den Niederlanden wurde bis zum Prozess im September vorläufig freigelassen. Dort wird entschieden werden, ob sie erneut nach Deutschland ausgeliefert werden soll, wo sie schon mehrere Monate im Gefängnis gesessen hatte. Sie wird beschuldigt eine Enteignung im Jahre 2013 durchgeführt zu haben.

Wir senden all unsere Kraft und Solidarität, unseren Respekt und unsere Unterstützung denen, die im Namen des kapitalistischen Systems und dessen Grundlagen verfolgt werden. Ein System, welches auf der Ausbeutung von Gleichgestellten, der lebenslangen Unterwerfung der sozialen Beziehungen und der Logik des Profits, der Verwandlung von Geld in noch mehr Geld und der Bereicherung von Wenigen und der Verarmung aller Anderen basiert.

Freiheit für die der Bankenenteignung in Deutschland Beschuldigten!
Freiheit für alle Eingekerkerten und Angeklagten!

(*) Bei dieser Meuterei im März des Jahres 1996 erreichte die Welle der Kämpfe von Gefangenen in den 90er Jahren in den Portugiesischen Gefängnissen ihren Höhepunkt und begründete eine Protestbewegung im Knast von Caixas, einem der überfülltesten Knäste Portugals, in dem sich die Missachtung der Rechte der Gefangenen nach dem Sturz der Diktatur am deutlichsten zeigte.
Die Protestbewegung, welche als Minimalforderung die Anerkennung von Grundrechten einforderte, wurde durch brutales Vorgehen gegen die 180 Hungerstreikenden, die sich an dem Protest beteiligt hatten, niedergeschlagen.

auf Spanisch

Athen: Jagd auf Patrioten im Stadtzentrum (Juli 2016)

takAm 8. Juli spürten wir einen Faschisten auf, der zur Kreuzung von Patision und Stournanistr. schlenderte. Es ist die gleiche Stelle, an der sich ein Protest / Sitzstreik von MigrantInnen entfaltet hat. Dieser Gorilla hatte eine große griechische Flagge auf der einen Hand tätowiert und in der anderen hat er einen Motorradhelm gehalten. Beim Empfang der ersten Schläge flüchtete der Patriot. Trotz seiner Länge und seinem nationalen Hochmut versteckte er sich in einem Geschäft in der Nähe, jammernd und bettelnd, dass wir ihn nicht zusammen schlagen. Wir hoffen, dass er etwas von dieser Lektion gelernt hat, so dass er ein wenig Geld für seine persönliche Ästhetik investiert und sich das nationale Symbol von seiner Haut entfernen lässt.

Scheiß auf alle Vaterländer!

Straßenzelle Mario Vando

auf Griechisch / auf Spanisch

Karditsa, Griechenland: Solidarisches Transparent für Marios Seisidis und Kostas Sakkas

a.s.karditsas

“Ich halte mein Herz brennend, couragiert, ruhelos.”(Nikos Kazantzakis) Solidarität mit den anarchistischen Kämpfern Kostas Sakkas und Marios Seisidis!

Transparent, das auf dem zentralen Platz in der Stadt Karditsa als kleines Zeichen der Solidarität mit Marios Seisidis und Kostas Sakkas aufgehängt wurde. Unseren Kameraden viel Kraft! Nichts ist vorbei, alles geht weiter. Die Leidenschaft nach Freiheit ist größer als alle Gefängniszellen!

Solidarität bedeutet Angriff!

Selbstverwalteter  Treffpunkt von Karditsa

Griechenland: Dann lasst uns sie zuerst zerstören! Stellungnahme nach den Räumungen in Thessaloniki

erhalten am 19.08.2016

Dies ist eine individuelle Stellungnahme nach dem Prozess, der auf die Aktion gegen die orthodoxe Kirche in Thessaloniki folgte. Wenn auch diese Stellungnahme niemanden repräsentiert ausser mir selber und ein unvollständiges Bild enthalten könnte, habe ich entschieden, dass es verbreitet werden sollte. Vertrau niemals den Medien!

Die drei Räumungen in Thessaloniki am 27. Juli resultierten – wenig überraschend – in wilden Aktionen. Die Squats wurden durch eine koordinierte Polizeioperation geräumt, um der Kirche einen Gefallen zu machen und ihre Rachgier zu stillen. Die Kirche ist in diesem Fall nicht nur ein Anstifter, sondern auch verantworltlich für die Räumung und Abriss der Besetzung Orfanotrofio (ein selbstorganisiserter Raum und besetzter Wohnraum für Immigranten seit dem Dezember 2015).

Am 31. Juli wurden 25 solidarische Menschen bei der Metropolitankirche im Zentrum von Thessaloniki verhaftet. Dank den Autoritäten der orthodoxen Kirche mussten alle am 01. August für eine Aktion vor Gericht erscheinen, die die Sonntagsmesse unterbrach. Die meisten der Verhafteten widersetzten sich in Anbetracht der Konsequenz, eine weitere Anschuldigung zu erhalten, der Abnahme von Fingerabdrücken. Während dem Prozess drückte eine grosse Menge ihre Solidarität aus und unterstützte lautstark. Nach ein paar Stunden im Gericht war die Show zu Ende und nur diejenigen, die beim Prozedere der Fingerabdrücke/Photografie nicht teilnahmen, wurden verurteilt. Alle wurden freigelassen, doch ist dieser Prozess nur ein kleines Kapitel im Drehbuch, das das Gericht jeden Tag aufführt. Und wir wissen auch, dass das Gericht die grausamen Interessen des Staates und der Bosse befriedigt.

Neben all dem beabsichtigen wir nicht, die Autorität der Kirche harmlos aussehen zu lassen. Die Kirche hat die gleichen Stützen wie alle anderen Institutionen: Gehorsam, moderne Leibeigenschaft und Bestrafung unter anderen. Alle, die ihre autoritäre, patriarchale und koloniale Ideologie verachten, werden zu einem Feind. Natürlich sind auch wir ihre Feinde. Dass die Leidenschaft für Freiheit nicht mit konservativen Werten und der Pflicht zum Gehorsam kompromittierbar ist, sollte klar sein.

Wenn es zur Religion kommt, ist es nicht mehr so klar für alle, teilweise nicht einmal unter denen, die zusammen kämpfen. Freie Ausübung der Religion zu fordern oder von einer Utopie ohne religiösen Konflikte zu träumen, ist keine neutrale Position. Dies ist eine Position, die Religion nur als eine Idee betrachtet. Religion ist nicht eine Idee, die jeder kreieren, transformieren und verwenden kann, es ist ein Instrument der Macht. Die Bedeutungen werden von jenen gegeben, die die Macht haben, Werte, Gesetze und ungeschriebene Gesetze zu definieren. Es ist wahrscheinlich, dass Gläubige Beauftragte für ihre Religion werden, aber Macht ist in jedem Fall eine Voraussetzung, die herrschenden Definitionen zu umrahmen. Die Kirche strebt seit Jahrhunderten nach Vorherrschaft, ohne irgendwelche Schranken zu kennen und erlang Macht durch die Expansion ihres Glaubens. Eine anarchistische Perspektive sollte demnach gegen Religion als solche und nicht (nur) gegen Religion, die als Vehikel für Propaganda oder für religiös motivierte Konflikte verwendet wird, gerichtet sein.

Anarchie ist etwas, dass wir nicht auf eine Ideologie oder eine einzige Idee runterbrechen können. Deshalb bestehen im Anarchismus viele verschiedene Tendenzen, doch sind da sicher Praktiken, die wir als vollständig widersprüchlich ansehen können. Unterstützung für politische Parteien und Wahlen zum Beispiel untergrabt die anarchistischen Grundlagen. Wir sollten definitv mehr über ein anarchistisches Vorgehen bezüglich Religion diskutieren. Die indoktrinierte Gewohnheit, jeglichen Angriff gegen die Religion in Frage zu stellen, ist etwas, dass neu überdenkt werden und als Verharmlosung verstanden werden sollte. In meinem Verständnis ist „Religionsfreiheit“ als Gesetz und Konzept reine Täter-Opfer-Umkehr.

Als wir das Gerichtsgebäude betraten, wurde es offensichtlich, dass der Staat und die Kirche den gleichen repressiven Organismus bilden. Ein Bild von Jesus Christus (Scheiss auf den Künstler!) über dem Richter und der heilige Kaugummi vor dem Richter symbolisieren die Macht der Kirche und die starke Verbindung mit den staatlichen Institutionen. Wo auch immer Menschen für den religiösen Glauben einzahlen, werden es die Autoritäten versuchen, sie für ihr Unternehmen eines Risenreiches zu verwenden.

Es war nicht das erste Mal, dass die Kirche selbstorganisierte Strukturen der bedingungslosen Solidarität und des Widerstands attackierten. Im Wissen, dass dies auch nicht die letzte Räumung war, sollten wir als minimale Reaktion Syriza mit unserer Wut konfrontieren und für die Kontinuität von rebellischen Gemeinschaften kämpfen. Wenn die Karikaturen im Parlament, in der Kirche und in den Medien uns mit Lügen über die humanitären Kriegszonen/Grenzen/Militärlager füttern wollen: Dann lasst uns sie zuerst zerstören!

Zuletzt muss ich sagen, dass ich die Fingerabdrücke verweigert habe, weil da absolut keine Gründe bestehen, wieso ich den bewaffneten Hunden bei ihrer dreckigen Arbeit helfen sollte. Ich habe mich entschieden. Es ist eine Entscheidung gegen das Gesetz, das den Staat und das Kapital repräsentiert. Gesetze, die faschistische Mörder und Bullen, die unbewaffnete Menschen töten, beschützen. Dieses Mal waren wir alle erfolgreich in den entscheidenen Momenten, als sie versuchten, unsere Fingerabdrücke zu nehmen. Während sie dieses Mal die Fingerabdrücke nur von wenigen Menschen nahmen, die dem Verfahren zustimmten, haben sie sie früher schon oft mit extremer Gewalt genommen.

Wenn sie versuchen, die Solidarität zwischen uns zu brechen – Dann lasst uns sie zuerst zerstören!
Nichts ist vorbei, alles geht weiter!
Scheiss auf Charity! Squat the world!

Vor kurzem wurden zwei Anarchisten, Marios Seisidis und Kostas Sakkas, in der Umgebung von Sparta verhaftet und von der Polizei zusammengeschlagen, da sie die Fingerabdrücke und Photografien verweigert haben.

Kraft für Marios Seisidis und Kostas Sakkas!

Das letzte Update zur Festnahme von M. Seisidis and K. Sakkas findet ihr hier.

auf Englisch

[Niederlande] Aufenthaltsverbote gegen AnarchistInnen in einem breiteren Kontext mit der Repression in Den Haag

zestien-aanhoudingen-bij-rellen-schilderswijkAm 3. August erhielten mehrere AnarchistInnen aus Den Haag und eine Person von außerhalb der Stadt einen Brief vom Bürgermeister Van Aartsen. Er hatte den Zweck ein Aufentshaltsverbot für zwei Monate für Schilderswijk zu verhängen, einem Arbeiter- und MigrantInnenviertel in der Innenstadt von Den Haag. Der Bürgermeister möchte das sogenannte „Fußballgesetz“ nutzen, das jetzt zum ersten Mal gegen politische AktivistInnen eingesetzt wird. In letzter Zeit sind AnarchistInnen in Den Haag starker Repression ausgesetzt. Vieles kommt dabei direkt vom Büro des Bürgermeisters.

50,000 Euro Schadensersatzforderung für die Räumung von De Vloek
Während der Räumung des für dreizehn Jahre besetzten Sozialen Zentrums wurden zehn Leute verhaftet. Fünf verblieben für zwei Wochen mit dem Vorwurf im Gefängnis Gewalt gegen die Polizei angewendet zu haben. Mehrere Monate nach ihrer Entlassung erhielten diese zehn Personen einen Brief vom Bürgermeister Den Haags, der einen Schadensersatzsanspruch über 50,000 Euro geltend machte. Bei der weiteren Untersuchung der Details dieser Forderung wurde offensichtlich, dass sie weitgehend auf Kosten beruht, die nichts mit der Räumung zu tun hatten. Sie beinhaltete die Entfernung von Container voller Bauschutt, die angeblich für den Barrikadenbau genutzt wurden. (De Vloek wurden unmittelbar nach der Räumung abgerissen) und die Säuberung der Straße von Farbbeutelfarbe (die Straße wurde noch nicht einmal gereinigt, sondern ein paar Wochen nach der Räumung im Rahmen planmäßiger Wartungsarbeiten ersetzt)

Diese riesige Summe wurde nicht bezahlt, was zu einem noch anhaltenden Verfahren führte. Die Forderung zur Zahlung einer solch hohen Entschädigung geschieht nicht oft, ist aber auch nicht neu. Früher, nach der Räumung vom Ubica, einem Squat in Utrecht, wurde ebenfalls eine exorbitante Schadensersatzsumme gefordert. Die Bestrafung aller Widerstand Leistender, wird nicht nur durch Freiheitsstrafen erreicht; Sie versuchen auch die “Schuldigen” in den finanziellen Ruin zu treiben. In diesem Fall ist die Bestrafung der Widerständigen auch der Katalysator: Die VVD, die politische Partei von Van Aartsen forderte den Stadtrad auf, den ganzen „Schaden“ zu verlangen.

Schließung des Autonomen Zentrums
Allerdings stoppte der Bürgermeister nicht mit der Schadensforderung für die Räumung des De Vloeks. Auch das Autonome Zentrum (AC) hatte den Preis zu zahlen. Das AC wurde nach vier Jahren im Wohnviertel Bezuidenhout geräumt. Im Anschluss wurden drei Gebäude im Harstenhoekweg besetzt, um mit den Aktivitäten des Autonomen Zentrums fortfahren zu können.

Der Bürgermeister hatte gemeinsam mit dem Eigentümer eines Gebäudes den Plan einer Räumung aufgrund angeblicher Asbestgefahr. Es folgte ein Gerichtsverfahren, das der Bürgermeister verlor, so dass der Räumung nicht stattgegeben wurde. Wenige Monate später kam ein Brief, der besagte, dass der Bürgermeister das Gebäude, in dem sich das AC befindet dicht machen würde, weil dort ein illegales Café betrieben wird. So hat der Bürgermeister versucht Orte zu schließen, die eine hohe strukturelle Bedeutung für die anarchistische Bewegung haben. Dieser Prozess das AC zu schließen ist immer noch im Gange.

Aufstand in Schilderswijk
Als Mitch Henriquez 2015 von der Polizei zu Tode gewürgt wurde, lehnten sich Tausende von Menschen in Schilderswijk gegen die Polizei und den Staat auf. Hunderte griffen die Polizeistation an und es gab vier Nächte lang Zusammenstöße mit der Polizei. Der Aufstand war erwartete Reaktion auf die Polizeimorde und rassistische Polizeibrutalität im Viertel in der letzten Zeit.

Seit Jahren haben AnarchistInnen und AntifaschistInnen Maßnahmen gegen rassistische Polizeibrutalität im Viertel ergriffen und das ist ein Stachel für die Seite des Bürgermeisters. Verschiedene Stadteilorganisationen versuchen mit dem Problem der Polizeibrutalität fertig zu werden. Aber all diese Gruppen arbeiten mit der Polizei und der Stadtverwaltung zusammen oder sie sind befreit sich an Runden Tischen beteiligen. AntifaschistInnen und AnarchistInnen sind immer ohne Kompromisse beim Kampf gegen Polizei und ihrer gewalttätigen Praxis und sie werde nicht mit Polizei oder Stadtregierung zusammenarbeiten. Der Bürgermeister und die Polizei haben viel Zeit dafür geopfert, die Verbindungen zwischen AnarchistInnen und Viertel und ihrem Protest zu trennen. Beamte gingen zu Bürgerhäusern, wo Flugblätter verteilt wurden, um Leute einzuschüchtern nicht mit AntifaschistInnen und AnarchistInnen zusammen zu arbeiten; sonst könnte es Konsequenzen für ihre Fördermittel haben. Polizeibeamte wurden auch geschickt, um Poster zu entfernen und Demonstrationen wurden vom Bürgermeister verboten. Während und vor Demonstrationen hielten Beamte junge Menschen durch Einschüchterung auf Distanz.

Allerdings brachte das nicht den gewünschten Erfolg. Bei mehreren Demonstrationen waren viele EinwohnerInnen des Viertels anwesend und nach der Ermordung von Mitch Henriquez rebellierte das Viertel en Masse. Anschließend versuchte der Bürgermeister in Verbindung mit der Polizei die Schuld den AnarchistInnen zuzusprechen und sie als Sündenbock zu nutzen, um damit die Solidarität im Viertel aufbrechen zu können. Diese Hexenjagd gegen AnarchistInnen setzte sich im April fort, als ein Anarchist verhaftet wurde, der verdächtigt wurde die „Anarchistische Zeitung“ verteilt zu haben, die einen Text über den Aufstand in Schilderswijk enthalten hat. Der Gefährte wurde vier Tage auf der Polizeistation festgehalten und der Anstiftung gegen die Obrigkeit beschuldigt. Später wurde eine Haftstrafe von acht Wochen gefordert, aber es erfolgte ein Freispruch. Das Innenministerium ist in Berufung gegangen.

Neben den genannte Beispielen können AnarchistInnen und AntifaschistInnen in Den Haag strukturelle „spezielle“ Aufmerksamkeit von Polizei und Bürgermeister erwarten. Demonstrationen sind verboten, einzelne AnarchistInnen werden auf der Straße eingeschüchtert, von der Polizei gab es Versuche InformantInnen zu gewinnen und Aktionen, an den sich AnarchistInnen beteiligen, können riesige Polizeipräsenz erwarten.

Bürokratische Repression
Neben traditioneller Formen von Repression, wie Razzien, Verhaftungen und Gefängnisstrafen, über die es viel Wut in der anarchistischen Bewegung gibt, manifestiert sich die Repression in der letzten Zeit auf subtilere, bürokratisch und administrative Art und Weise. Das macht es abstrakter und weniger empfänglich für Solidarität. Sind die Mauern der Repression deutlich sichtbar im Falle eines inhaftierten Gefährten bzw. Gefährtin sind, ist man bei dieser Repressionsform in einem Netz andauernder Gerichtsverfahren und Berufungsverfahren gefangen. Im Falle des Aufenthaltsverbots, versuchen sie das aktive Kampfgebiet zu brechen, einem sie es bestimmten Leuten verbieten ein Viertel zu betreten, in dem soziale Kämpfe geschehen und zusammen gekämpft wird.

Wir sind keine Opfer
Wir erwarten nicht, dass die Repression hier endete. Der Bürgermeister und die Polizei werden ihren eingeschlagenen Kurs beibehalten. Aber wir fühlen uns nicht im Geringsten, als ob wir Opfer von Repression wären. Die Polizei und der Bürgermeister müssen selbst entscheiden, ob sie es mit einer Gruppe AnarchistInnen ausfechten wollen. Repression wird uns nicht in leichte Beute und apathische Opfer verwandeln. Für jeden Schlag, den einer (eine) von uns erhält, werden wir zurück schlagen. Es macht uns nur noch entschlossener den Kampf für bedingungslose Freiheit fortzusetzen. Weil wir nicht zu verlieren, sondern nur zu gewinnen haben. Weil wir wir wie Saat sind, die weiter zwischen den Steinen des unterdrückenden Staates aufgeht. Weil ihre Zeit vorbei und die Zeit für Anarchie gekommen ist und kein Polizeibeamter oder Bürgermeister uns stoppen werden.

Unser Kampf für Freiheit ist stärker als ihre Repression!

Einige AnarchistInnen aus Den Haag

auf Englisch

Alabama, USA: Anarchistischer Gefährte Michael Kimble wurde nach dem letzten Aufstand im Holman Gefängnis in den Isolationstrakt gebracht

Am 1. August 2016 kam es im Holman-Gefängnis in Alabama zu einer Auseinandersetzung, bei der mehrere Insassen und mindestens ein Gefängniswärter verletzt wurden. Diese entwickelte sich zu einem Aufruhr. Gefangene verbarrikadierten sich im C-Schlafsaal, wo 114 Insassen untergebracht sind, legten Feuer und setzten sich gegen die Einheit der Bereitschaftspolizei (CERT) zur Wehr, die eingesetzt wurde, um die Rebellion zu unterdrücken. Strom und Wasser wurden abgestellt und das gesamte Gefängnis in den Sperrmodus gesetzt. Das ist nur der letzte von einer ganzen Reihe von Aufständen im Holman-Gefängnis. Im März 2016 wurde der Wärter Carter Davenport niedergestochen, als er einen Fuß in den C-Flügel setzte und Gefangene randalierten wiederholt, legten Brände, errichteten Barrikaden usw.
mmmainEs folgt ein am 8 August von Anarchy Live erhaltener Brief des anarchistischen Gefährten Michal Kimble. Er wurde nach dem letzten Aufstand in Isolationshaft genommen.

Ständige Rebellion

Ich schreibe gerade aus der Isolation, nachdem ich entkleidet wurde, in Handschellen gelegt, geschlagen und von der CERT (Bereitschaftspolizei) am Montag, den 1 August gegen ca. 23:45 hierher gebracht wurde. Es ist jetzt Mittwoch und mir wurden bisher weder die persönlichen Gegenstände ausgehändigt (Schuhe/ Pantoffeln, Seife, Deodorant, Kleidung, Zahnbürste usw. ) noch habe ich offiziell erfahren warum ich in Isolation genommen wurde.

Ich vermute, dass ich für die Mitwirkung an einem Aufstand festgehalten werden, der am 1. August gegen 15:06 ausbrach. Zunächst gab es einen Kampf zwischen Gefangenen, der zu einem Aufstand gegen die Wachen führte, Diese wollten intervenieren, obwohl ihnen mehrmals gesagt wurde, dass alles wieder unter Kontrolle wäre. Die Wärter hörten nicht darauf und wurden aus dem C-Schlafsaal gejagt, der zu einem Raum von Selbstverwaltung und Widerstand gegen Gefängnisoffizielle geworden ist. Brände wurden gelegt und der Sicherheitstrakt besetzt, Isolierzellen “Control Units” besetzt.

Ich bin einer von ungefähr zehn Gefangenen, die auch separiert wurden

Solltet ihr nicht von mir persönlich hören, bedeutet es, dass all mein Besitz, darunter Briefe, Adressen und Telefonnummern zerstört wurde oder verloren gegangen ist.. Ich hatte mir Schreibmaterialien geliehen, damit das hier raus geht.

auf Griechisch  / auf Englisch

Niederlande: Aktion gegen Repression in Den Haag

Am 3. August 2016 erhielten mehrere AnarchistInnen in den Niederlanden Polizeibesuch. In Den Haag stellte die Staatsgewalt Briefe zu, in denen, unter Verantwortung des Bürgermeisters Jozias van Aartsen, AnarchistInnen für die kommenden zwei Monate verboten wird, einen Fuß in das Viertel Schilderswijk zu setzen.

Am 8. August 2016 warfen wir vom zehnten Stock des Rathauses in Den Haag Flubblätter, mit der Aufschrift“Stoppt die Repression gegen AnarchistInnen. Stoppt Polizeibrutalität – Weg mit dem Bürgermeister Van Aartsen!” herunter und verteilten auch hunderte Faltblätter vor dem Rathaus. Eine Stunde später haben wir es auf dem Haagse Markt in Schilderswijk wiederholt. Der Grund dieser Aktion ist der Versuch ein Aufenthaltsverbot für AnarchistInnen durchzusetzen. Wir lassen uns weder vom Bürgermeister, der Polizei oder sonst wem einschüchtern. Unser Kampf für Freiheit und Anarchie ist unnachgiebig und hält weiter an!

Lang lebe die Anarchie!

Autonomen Den Haag

auf Englisch

Griechenland: Verhaftete Gefährten Marios Seisidis und Kostas Sakkas stehen am 17. August vor Gericht

zografou_athens

Transparent im Athener Vieirtel Zografou, auf dem zu lesen ist: “Feuer den Gefängniszellen”Kraft für Sakkas und Seisidis!” (für dieses Transpi enteigneten AnarchistInnen Material von der Gemeinde Zografos)

Am 5. August 2016 wurden Kostas Sakkas und Marios Seisidis ins Athener Polizeipräsidium gebracht und anschließend vor Gericht vorgeführt, wo ihre Anhörung vertagt wurde. Berichten zufolge wurden beide in gesonderte Gefängnisse weit außerhalbs Athen überführt.; Marios Seisidi ins Malandrino Gefängis und Kostas Sakkas ins Domakos Gefängnis. Beide stehen am 17. August in Athen vor Gericht, bezüglich der Umstände ihrer Verhaftung in Sparta.

Griechenland: Flüchtige GefährtInnen Marios Seisidis und Kostas Sakkas in Sparta verhaftet

fuckIn den frühen Morgenstunden von Freitag, den 5. August 2016 wurde bekannt, dass Marios Seisidis und Kostas Sakkas im Raum Sparta (Peloponnes) verhaftet wurden. Nach ihrer Weigerung sich Fingerabdrücke abnehmen zu lassen und für Fotos zu posierren, wurden sie von der Polizei schwer misshandelt. Die gefangenen GefährtInnen sollen nach Athen überführt werden.

Anarchistische Komplizenschaft mit Marios Seisidis und Kostas Sakkas!

auf Englisch

Nachrichten aus der Schweiz (Repression Basel / Zürich)

dissonanzEingegangen am 4.8.

Ding-Dong – der Staat ist da

Am Sonntag, dem 10. Juli, kam es in Zürich und St. Gallen erneut zu Hausdurchsuchungen. Diesmal drei an der Zahl. Auf dem von der Staatsanwaltschaft Zürich autorisierten Durchsuchungsbefehl sei „Brandstiftung etc.“ als Grund angegeben gewesen, wie uns zugetragen wurde. In einer etwas ausführlicheren Erklärung des Durchsuchungsbefehls sei ersichtlich, dass es sich um einen angeblichen Brandanschlag auf die Funkstation Waidberg, 8037 Zürich handele, der in der Nacht auf denselben Sonntag getätigt worden sei.

Während die Hausdurchsuchungen in Zürich mit teils Uniformierten und teils Zivilen durchgeführt wurden, nutzte das St. Galler Sonderkommando den Moment gleich aus, um eine Trainingseinheit daraus zu machen: mit Rammbock, Sturmmasken und Maschinengewehren stürmten dutzende Möchtegern-Hollywood-Cops das zu durchsuchende Haus, zwangen die Bewohner, sich auf den Boden zu legen und durchwühlten jedes Zimmer von oben bis unten. Neben dem für sie unbefriedigenden Resultat – in allen drei Fällen mussten sie das Feld mit ungebrauchten Handschellen wieder räumen – zeigten sie mit dieser Aktion einmal mehr, wofür die Polizei effektiv steht: den repressiven Arm des Staates, mit allen Mitteln ausgerüstet, um ihn zu verteidigen und potentielle Feinde zu neutralisieren. Und unter diese Kategorie fallen all jene, die es nicht hinnehmen, eine unfehlbare Autorität über sich zu wissen; die es nicht hinnehmen, vom gesellschaftlichen Reichtum abgeschnitten zu sein; die es nicht hinnehmen, durch die Technologie entfremdet, vereinzelt und überwacht zu werden, während tagtäglich die Illusion von Verbundenheit, Glück und unbegrenzter Möglichkeit hochgehalten wird.

Sollte sich die Begründung des Durchsuchungsbefehls als faktisches Ereignis herausstellen, so gilt es, diesen Angriff zu verteidigen, der sich gegen jene Strukturen richtete, die dazu beitragen, unsere Autonomie in von Funksignalen beschallte Sklaverei zu verwandeln. Denn jeder Flächenbrand braucht einen Funken…

[Dissonanz, anarchistische Zeitung Nr. 32; 20. Juli 2016]

Erläuterungen zu den Hausdurchsuchungen in Zürich und St. Gallen
Am Sonntag dem 10. Juli wurden in Zürich und St. Gallen Hausdurchsuchungen durchgeführt (Dissonanz Nr. 32). Anlass dieser Durchsuchungen war die Suche nach möglichen Beweisen und einer spezifischen Person, die „dringend verdächtigt“ wird, einen „Brandanschlag auf die Funkstation Waidberg“ verübt zu haben. Während den Hausdurchsuchungen konnte die beschuldigte Person, ein anarchistischer Gefährte, nicht gefunden werden. Soweit es aktuell bekannt ist, wurde er bis heute nicht verhaftet. Der vorgeworfene Brandanschlag, von dem im Hausdurchsuchungsbefehl die Rede ist, wurde und wird von den Medien stillgeschwiegen.
Wir wünschen dem Gefährten viel Kraft auf seinem Weg ausserhalb der Klauen des Staates.

[Dissonanz, anarchistische Zeitung Nr. 33; 3.8.2016]


Updates zur Repression Basel

Sieben der am 24. Juni in Basel inhaftierten Gefährten befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft (Dissonanz Nr. 31). Erneut bewilligte der Haftrichter eine Verlängerung der Untersuchungshaft. In drei Fällen wurde die Untersuchungshaft um jeweils um 4-6 Wochen verlängert, für die weiteren vier Personen wird diese Woche entschieden werden.

Die Staatsanwaltschaft versucht mit allen Mitteln die Verhafteten zu isolieren und ihr Umfeld einzuschüchtern und zu schikanieren. In verschiedenen Fällen wurden Besuchsgesuche abgelehnt und die Antragsteller wurden vorgeladen. Zudem bekamen einzelne Personen unabhängig von Besuchsgesuchen eine Vorladung.

[Dissonanz Nr. 33, 3. August 2016]

auf italienisch

Komotini, Griechenland: Transparent und Plakataktion aus Solidarität mit der Biblioteca KAOS in Brasilien

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Der Biblioteca KAOS droht am 4. August 2016 die Räumung.

Solidarität mit dem anarchistischen Squat Biblioteca KAOS in Brasilien!
Konflikt ist die einzige Antwort!

SOLIDARITY-KAOZDas Utopia A.D. hat eine Plakataktion in Komotini durchgeführt, aus Solidarität mit der Biblioteca KAOS in Porto Alegre, die von Räumung bedroht ist. Auch Fuck Nations Squat the World’  Poster wurden aus Solidarität mit den von harter Repression betroffenen BesetzerInnen in Thessaloniki plakatiert.

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(USA) Gegen Gefängnissklaverei – Poster für den Gefangenenstreik am 9. September

sept9APoster als PDF zum Download und Verteilen

Plakatttext:

Wir sind keine Bestien und beabsichtigen nicht, wie solche geschlagen oder getrieben zu werden. Was hier geschehen ist, ist nur der Schall vom Ansturm der Unterdückten“
– L. D. Barkley, beteiligt an der Attica Rebellion

Am 9. September 1971 haben die Insassen der Justizvollzugsanstalt im Hinterland von New York das Gefängnis in ihre Gewalt gebracht. Die Attica Revolte, die fünf Tage dauerte, war nicht die erste und sicherlich nicht letzte Gefängnisrebellion. Und dennoch ist ihre Bedeutung dauerhaft mit der Geschichte des Kampfes gegen weiße Vorherrschaft und der Gefängnisgesellschaft verbunden, in der wir heute immer noch leben.

In den vierzig Jahren seit Attica wurden Gefängnisse zum Platzen aufgebläht, mit den Tragödien unterbrochenen Lebens, auseinandergerissenen Familien und zerstörten Gemeinschaften. Im letzten Jahrzehnt sind Widerstandsbewegungen hinter den Gefängnismauern ständig gewachsen. Von der Arbeitsniederlegung in den Gefängnissen des gesamten Staates Georgia im Jahre 2010 bis zu dem Hungerstreik, der sich im kalifornischen Gefängnissystem in 2013 ausbreitete; von gelegten Bränden in I.C.E. Abschiebezentren in Texas zu Ausschreitungen und Gefängnisübernahmen in Nebraska und Alabama sind landesweit Gefangene hellwach und in Bewegung.

Zum 45. Jahrestag der Attica Rebellion koordinieren diesen September, Gefangene, ihre Familien und UnterstützerInnen von Draußen einen landesweiten Gefängnisstreik. Diese geschichtlich bedingte Anstrengung beinhaltet das Potential die Bewegung gegen die schrecklichen Haftbedingungen der Einsperrung, die Gefängnisse selbst und die Gesellschaft, die sie erzeugt auszuweiten und zu ermutigen.

Hin zur Zerstörung aller Gefängnisse und Schaffung einer freien und wirklich menschlichen Gemeinschaft!

Support Prisoner Resistance | IWW Incarcerated Workers Organizing Committee | Anti-State STL | IT’S GOING DOWN

Heraklion, Kreta: Brandstiftung aus Solidarität mit Squats

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Am frühen Morgen des 1. August haben wir in der Stadt Heraklion auf Kreta an einer Kirche einen Brandsatz gelegt. Diese Aktion wurde von uns als minimale Antwort auf die letzten Operationen der Kirche in Kooperation mit den Strafverfolgungs- und Polizeikräften in Thessaoloniki ausgeführt, wo besetzte Freiräume geräumt und einer von ihnen abgerissen wurde. Wir sehen diese Vorgehensweise als Beitrag zum Aufruf von GefährtInnen der Rigaer 94 in Deutschland für einen Schwarzen Juli.

“Am 22. Mai 2008 wurde Mauricio Morales beim Transport einer Bombe getötet, die für die Schule für Gefängniwärter in Chile vorgesehen war. Mauricio beteiligte sich am besetzten Sozialen Zentrum und Bilblithek “Sacco und Vanzetti” und setzte die Begegnung von öffentlicher und illegaler Aktion in die Praxis um. Ein Hausbesetzer und ein Bombenleger, er unterschied weder zwischen den Handlungsmitteln, noch verfing er sich innerhalb Inseln voller Pseudo-Freiheit .” (Verschwörung der Feuerzellen/FAI-IRF, Zelle der Stadtguerilla)

Solidarität mit Squats
Solidarität mit  inhaftierten GefährtInnen weltweit

Gegen jede(n), der / die die Freiheit verletzt
Diese Welt wird nicht  verbessert, sondern zerstört

PS. Am Donnerstag, den 4. August droht der Biblioteca Kaos in Porto Alegre die Räumung. Die GefährtInnen werden das Squat nicht aufgeben und werden es verteidigen. Von ganzem Herzen wünschen wir ihnen Kraft und senden Ihnen kameradschaftliche Umarmungen der Solidarität.

auf Englisch  / auf

Basel: Zur wilden Demonstration und den Verhaftungen vom 24. Juni 2016

baselAm Freitag, den 24. Juni 2016 fand in Basel eine kleine, aber wilde Demonstration gegen Rassismus, Repression und Gentrifizierung statt. Bei dieser wurden diverse Gebäude und die Polizei angegriffen. Das Strafgericht, eine private Sicherheitsfirma, ein Büro der rechts-populistischen SVP und ein Versicherungsgebäude waren unter anderem Ziel der Attacken.

14 Personen wurden im Nachgang der Demonstration verhaftet. Ihnen wir vorgeworfen, am Umzug beteiligt gewesen zu sein. Zwei Personen wurden bei der Verhaftung verletzt. Die bisherigen Vorwürfe reichen von Landfriedensbruch und Sachbeschädigung über Körperverletzung und Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte bis hin zu Angriff.
Noch am gleichen Wochenende gab es in diversen Schweizer Städten Hausdurchsuchungen im Rahmen dieses Verfahrens. Sieben Personen wurden am Sonntag, den 26. Juni 2016 aus der Haft entlassen, gegen die restlichen sieben wurde Untersuchungshaft zwischen zwei und sechs Wochen verhängt. Einige der Gefangenen hätten mittlerweile bereits entlassen werden sollen, die Untersuchungshaft wurde in diesen Fällen jedoch offenbar verlängert. Den restlichen Verhafteten wird es wohl nicht anders ergehen.

In einem Communiqué zum Umzug steht: “Ob sie am Umzug teilgenommen haben oder nicht, ob sie Bullen angegriffen haben oder nicht, wir sind solidarisch mit allen Gefangenen und wünschen ihnen viel Kraft und Durchhaltewillen. Auch wenn sie versuchen, euch zu isolieren – ihr seid nicht allein! ”  Und weiter: “Lasst uns zusammen kommen, uns organisieren, gemeinsam den Käfig verwüsten und die Gitterstäbe aus verschiedenen Formen des Zwanges und der Unterdrückung durchbrechen, um uns neue Wege in die Zukunft zu eröffnen.”

Der Staat und seine Bullen, Gerichte und Knastwärter_innen hoffen, dass uns die Repression brechen und unsere Verlangen zerstören wird. Sie begreifen nicht, dass sie uns damit nur umso mehr Gründe für die Revolte liefern.

Unsere Solidarität gilt allen – egal ob drinnen oder draussen -, die sich gegen die bestehende Ordnung auflehnen.

Wir senden Grüße an diejenigen, die sich in den letzten Monaten für die Rigaer94 in Berlin eingesetzt haben. Die vielen Aktionen und eure Solidarität haben unsere Herzen ebenso erwärmt! Auch der Angriff auf einen Polizeiposten am 27. Juli 2016 in Zürich hat ein Lächeln auf unsere Gesichter gezaubert.

auf Englisch

Wien: UNRUHEHERD Nr. 12

unruheherdDie 12. Ausgabe der anarchistischen Zeitung UNRUHEHERD aus Wien.

Zum Kopieren, Verteilen, Diskutieren, Kritisieren, … DinA3, beidseitig bedruckt.

Aus dem Inhalt:

– Privatisierte Sicherheit

– Community-Polizei nun auch in Wien

– ein Gedicht (wow!)

– Todesursache Polizei: zu den aktuellen Vorfällen

– Die Utopie

– Chronik rebellischer Akte

Wenn euch irgendwas dazu einfällt, schreibt uns:

unruheherd(at)riseup.net

Es lebe die Revolte!

Unruheherd 12 (PDF)

Exarchia, 4. August: “Gegen Gefängnissklaverei” – Informationsveranstaltung mit einem Gefährten vom Portland ABC im Squat Themistokleous 58

EN_04.08AGAINST PRISON SLAVERY | CONTRA LA ESCLAVITUD CARCELARIA | ΕΝΑΝΤΙΑ ΣΤΗ ΣΚΛΑΒΙΑ ΤΗΣ ΦΥΛΑΚΗΣ
Am 9. September 1971 übernahmen Gefangene die Macht in Attica, dem berüchtigsten Höllenloch des Saates New York und legten das Gefängnis still.
Am September 9th 2016 werden kämpfende Gefangene Arbeitsunterbrechungen und andere Aktionen starten um alle Gefängnisse in den Vereinigten Staaten zu schließen, um auf ein finales Ende der Gefängnissklaverei zu drängen.
Damit die Flamme der Solidarität sich weltweit verbreitet!
Präsentation & Diskussion über den Gefängnisstreik mit einem Gefährten von Portland ABC (USA)
Donnerstag, 4. August um 20:00 Uhr auf der Terasse des anarchistischen Squats in der 58, Themistokleous Straße, Exarchia, Athen
Themistokleous 58 Squat |  Anarchist Black Cross (Griechenland) Anarchistische Solidaritätszelle| Contra Info – Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformation

Griechenland: Besetzte Hausprojekte in Thessaloniki geräumt

Cephalonia28.07.2016

‘Solidarität mit Squats – Squat the World’ (gesprühte Parole auf der Insel Kefalonia, Griechenland, 28.07.2016)

Beim Tagesanbruch am 27. Juli 2016 haben griechische Polizeikräfte gleichzeitig drei besetzte Häuser in Thessaloniki gestürmt und geräumt. Das besetzte Hausprojekt Orfanotrofio für MigrantInnen (Eigentümer ist die Kirche), die Community Hurriya auf der Karolou Diehl Straße (Gebäude im Privatbesitz) sowie ein weiteres Gebäude, das sich auf dem Leoforos Nikis befindet (im Besitz der Universität)

Mehrere Dutzend Menschen wurde verhaftet, die in den Freiräumen lebten. Wohl alle, die keine Papiere vorweisen konnten, wurden in Internierungslager überführt, während eine hohe Zahl von AktivistInnen dem Gericht überstellt wurde. Später am Tag wurde das Orfanotrofio Gebäude von den Behörden komplett abgerissen.

Seitdem gab es verschiedene Aktionen, als Antwort auf diese repressive Operation.

Am 28. Juli erhielten einige BesetzerInnen des Nikis Gebäude viermonatige Bewährungsstrafen. Die Verhafteten vom Orfanotrofio und dem Hurriya werden am 3. bzw. 5. August getrennt vor Gericht stehen. Alle verhafteten AktivistInnen wurden freigelassen.

Hier eine Stellungnahme des Orfanotrofio Squat, die auf Räumung und Abriss des Haues erfolgte:

Am 27. Juli 2016 wurde das in Thessaloniki besetzte Hausprojekt für MigrantInnen „Orfanotrofio“ unter dem Vorwand einer eingereichten Klage der Kirche geräumt. Kurz darauf begann der vollständige Abriss des Gebäudes.

Gleichzeitig wurden zwei weitere Squats geräumt, die Flüchtlinge untergebracht hatten. ( Nikis Boulevard und K.Diel- Hurriya Community

Infolgedessen wurden in allen drei Squats´insgesamt 74 Leute verhaftet.

Was sich sehr deutlich zeigt, ist die Kriminalisierung von Solidarität und natürlich die politische Entscheidung des Staats den Fokus auf selbstorganisierte Solidaritätsstrukturen und auf widerständige Gemeinschaften zu setzen. Dass diese Strukturen ins Visier genommen werden, wurde auch wenige Stunden nach den drei Räumungen in Thessaloniki offensichtlich, als der Bürgermeister Athens Giorgos Kaminis verkündete, dass er einen Beschwerdebericht vorlegen wird, angesichts der Tatsache, dass MigrantInnen in besetzten städtischen Gebäuden leben: Zudem erklärte er, dass sie das Ansehen der Stadt Athen „verschandeln“

Für unseren Teil glauben wir, dass Hausbesetzungen für MigrantInnen nicht unsere Städte herabwürdigen, sondern sie, ganz im Gegenteil, beleben.

Aus diesem Grunde werden wir weiterhin Strukturen der Solidarität und des Widerstands aufbauen. Wir werden weiterhin mit MigrantInnen zusammenleben und kämpfen. Weil wir Solidarität nicht auf MigrantInnen ausweiten; Wir praktizieren sie zusammen mit MigrantInnen. Weil wir uns nicht als privilegiert gegenüber MigrantInnen empfinden; Sehen wir uns eine gemeinsame Position gegen Chefs und Staaten wahren. Zusammen teilen wir, was wir haben und kämpfen für das, was wir haben sollten.

Weil wir MigrantInnen innerhalb der Strukturen unserer Städte haben wollen und nicht ghettoisiert. Wir wollen sie in unseren Schulen und Vierteln …

NICHTS IST VORBEI
ALLES GEHT WEITER

Versammlung des Orfanotrofio Squats, Wohnraum für MigrantInnen.

auf Portugiesisch

Mexiko: Einige Worte, Erläuterungen und Positionierungen von einigen Compas der CARI-PGG

italy-21Weder eine Lüge noch eine Erfindung! Die anarchistische Aktion gegen Staat und Kapital vor allem: Einige Worte, Erläuterungen und Positionierungen von einigen Compas der CARI-PGG.

„Es gab kein Ende und weder vorher noch jetzt ein Begräbnis. Der Konflikt ging weiter während die Kritik sich entwickelte. Eine heftige Kritik gegen das Herrschaftssystem, aber vor allem eine Kritik gegen uns selbst. Wir haben reflektiert und neue Perspektiven in uns entwickelt, aber der Angriff gegen die Macht ging und geht weiter…“

Diese Worte richten wir an keinerlei JournalistInnen, seien sie vom Staat oder alternativ. Ja, diese JournalistInnen, die nichts anderes tun als die Worte der RevolutionärInnen zu verleumden um sie in „gute oder schlechte Sachen“, in „richtige oder falsche Sachen“ einzuteilen. Sie sind ebenso wenig an die üblichen Linken gerichtet, an die, die seit dem Beginn des Krieges, den wir mit vielen anderen aufnehmen mussten, nie aufgehört haben uns absurde Etiketten wie „TerroristInnen, Ultralinke, AbenteurerInnen, VerweigerInnen, PolizistInnen, Exaltierte usw.“ zu verpassen.

Diese Worte und diese Reflektionen sind und werden immer für die ehrlichen Compas sein, für jene, die sich von einer schrillen Propaganda weder täuschen noch hypnotisieren liessen: es sind auch jene, die im tagtäglichen Konflikt mit der Autorität leben, in einem Konflikt zur Zerstörung jeglicher Macht und Dogmen, diese Volksmacht genannte Pantomime miteinbezogen. Eine Pantomime, die in unseren unglückseligen und trüben Zeiten unzählige libertäre Individuen und Projekte in ihre Netze gelockt hat, indem sie glauben machte, Volksmacht und Anarchie seien Synonyme, während es in der Tat und Wahrheit total gegensätzliche Begriffe und Kämpfe sind.

Diese Reflektionen und Worte sind an die gerichtet, die den Konflikt in erster Person leben, an die, die dafür sorgen, dass die Anarchie sehr viel mehr ist als geschriebenen Worte und an andere Compas, die sie lesen wollen weil sie der Praxis der Zerstörung des Bestehenden nahestehen.

Das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte, den wir für uns, die es erlebt haben, erzählen … damit es dir andere nicht auf ihre Art beschreib

1 – Was waren die CARI-PGG?

Wir, die Células Autónomas de Revolución Inmediata – Praxedis G. Guerrero waren eine Gruppe anarchistischer Individualitäten, die, im Ganzen gesehen, in den letzten Monaten des Jahres 2008 entschieden hatten, ohne Bekennungen mit einigen Brandaktionen wie Molotow-Angriffe auf Banken und Brandsätze gegen Polizeiautos zur Aktion überzugehen. Das, bis zum 8. September 2009, als wir unter dem Kürzel CARI-PGG mit einem selbstgebastelten Sprengsatz einen Renault-Konzessionär beim Internationalen Flughafen Benito Juárez in Mexiko DF angegriffen Haben. Zu dieser Aktion bekannten wir uns mit einer kurzen Erklärung gegen den Bau eines riesigen neuen Polizeigebäudes und eines neuen Gefängnisses im Auftrag der Hauptstadt-Regierung des damaligen Regierungschefs des Distrito Federal, Marcelo Ebrad vom PRD ( Partei der Demokratischen Revolution). Aber auch diese Aktion war in Kontinuität mit den früheren, fand aber am Beginn einer neuen Zeit im lokalen anarchistischen Handeln statt. Mit „neu“ beziehen wir uns nicht auf die Entstehung einer „neuen Anarchie“, sondern einfach auf eine neue Etappe in der Weiterführung des Kampfes, den die Compas vor uns in die Praxis umgesetzt hatten.

Vom 1. bis 21. September 2009 brachen verschiedene anarchistische, ökoanarchistische und Tierbefreiungsgruppen mit der Modalität des aus Dynamit und Butangasflaschen bestehenden selbstgebastelten Sprengsatzes zum Angriff auf die Strukturen der Macht ins lokale Panorama ein. Obwohl gesagt werden muss, dass einige dieser Gruppen schon lange vorher Angriffe ausgeführt hatten, aber ohne Bekennung und anonym oder allenfalls mit kurzen Erklärungen ohne Signatur – ausser die ALF und ELF, die sich immer zu ihren Aktionen bekannt haben. Von diesem 1. September an und bis jetzt überfluten anarchistisch gezeichnete Bombenangriffe, Brandstiftungen, Beschiessungen der Polizei und Enteignungen fast alle Staaten dieses Landes; bis jetzt hörten diese Angriffe gegen die Macht nicht auf und werden auch nicht aufhören, obwohl sich viele das gewünscht haben.

Im Dezember 2009, nach verschiedenen Zusammenschlüssen mit anderen Compas, wird von einigen Compas des  Frente Subversivo de Liberación Global (die etwas mehr als vor einem halben Jahr begonnen hatten, sich zu verschiedenen Aktionen zu bekennen, unter anderem zu Molotow-Angriffen auf Banken, zu Angriffen auf Telefonkabinen des Unternehmens Telmex und zum Bombenangriff mit Butangas und Dynamit am 1. September desselben Jahres, der dann im Wirken diverser Gruppen eine klare Linie markieren wird) der Entschluss gefasst, an den CARI-PGG „teilzunehmen“ und als koordinierte Zelle zu handeln. So erweiterte sich die Tätigkeit der CARI-PGG und am 31. Dezember 2009 zündeten unsere Zellen in Metepec im Bundesstaat Mexiko zwei Sprengsätze in zwei Banken, die beide total zerstört wurden und einen weiteren in einem Schlachthof in Nicolás Romero, ebenfalls im Bundesstaat Mexiko; dies als Teil einer Koordinierung auf nationaler Ebene mit anarchistischen Zellen und ALF/ALF-Zellen aus dem Bundesdistrikt Mexiko und den Bundesstaaten Mexiko und San Luis Potosí.  In der Nacht vom 31. Dezember wurden meistens mit Sprengsätzen insgesamt 9 Angriffe ausgeführt. In den Bekennungen zeichnete diese Koordinierung mit einem anderen Namen und es war ohne Zweifel ein anarchistischer Propagandaschlag, der vom mexikanischen Staat als totale Bedrohung angesehen wurde.

CARI-PGG entstand inmitten eines Klimas höchster Spannung wegen der vor Jahren entstandenen verschiedenen sozialen Konflikten wie Oaxaca, Atenco und den konstanten Unruhen in den 1.Mai- und 2. Oktober-Umzügen. Sie trugen aber auch dazu bei, dass ein Konflikt, der sich nicht aus diesen Revolten und sozialen Konflikten heraushielt, sich verbreitete und zu einer Belästigung für das System selbst wurde. Wir waren nicht die ersten, und wir waren nicht die einzigen. Und wir wussten sehr wohl, wie wir es auch jetzt wissen, dass unsere „Bombitas“ in den Banken den Staat nicht von einem Tag auf den anderen umstürzen konnten, wie es in spöttischen Ton unsere Verleumder, bzw. die Bereuenden und Verleumder eines Aufstandes, für den sie in ihrem jugendlichen  Leichtsinn „gekämpft“ hatten, bemerkten. Vor allem waren wir Individualitäten, die das taten was wir notwendig fanden, mit den Mitteln, die wir in diesem Moment als angebracht betrachteten (allgemein Bombenexplosionen und Sprengpakete). Heutzutage, und das schon als Individualitäten, glauben wir weiter an die Notwendigkeit des Angriffs und der Zerstörung der Macht, auch wenn nun unter anderen von uns als notwendig erachteten organisatorischen Nuancen und ethischen Voraussetzungen zur Entwicklung des Aufstandes für die Anarchie.

Der für uns gewählte Name drückte immer unsere Vorstellung von anarchistischem Handeln aus: Anarchie ist hier und jetzt. Darum rufen wir zur sofortigen Revolution auf, heute, nicht morgen nicht gestern nicht wenn die Bedingungen reif sind; wenn wir von Bedingungen reden, dann muss man sie vorantreiben und nicht warten bis sie vom Himmel fallen. Aber mit sofort meinen wir auch den individuellen, informellen und autonomen Angriff, denn für uns ist der Aufstand eine kollektive Bewegung individueller Umsetzung. Das war die Bedeutung des Kürzels, auch wenn wir seit einiger Zeit und jetzt die Bedeutung neu überdenken, die wir unsere Informalität verleihen. Zum Namen Praxédis G. Guerrero können wir nur sagen, dass wir uns zu einem lokalen Anarchisten bekennen wollten, zu einem von vielen, der die Anarchie ganzheitlich und nicht in Theorie vorher und Handeln nachher aufgeteilt verstand. Wir wollten auch einen Anarchisten aus dem Grab der Geschichte befreien – wo er wie viele andere von den Defätisten des Aufstandes begraben worden war – der die Bedeutung sowohl des kollektiven als auch des individuellen Handelns begriffen und die Tatsache festgestellt hatte, dass Kollektive keine amorphe Massen sind, sondern aus aktiven und ihrer eigenen Individualität bewussten Individuen bestehen. Praxédis G. Guerrero, wie auch wir, glaubte nicht blind an die Massen und hatte ihre Komplizität mit den Herren und Kerkermeistern ebenfalls begriffen und ohne Furcht Lügen gestraft zu werden, können wir sagen, dass er seinerzeit eine eigene Kritik gegen die freiwillige Dienerschaft, die nichts als Mittäterschaft des Volkes mit seinen Herren und deren Handeln ist, geäussert hat. Praxédis lehnte es ab zum intellektuellen Teil der Revolution zu werden, obwohl ihm dies andere Anarchisten, die sich in ihrer Anerkennung der absurden Arbeitsteilung auf seine intellektuellen Fähigkeiten bezogen, nahegelegt hatten. Stattdessen zog er den frontalen Kampf gegen den Feind auf dem Schlachtfeld vor, auf dem er am 31. Dezember 1911 in Janos, Chihuahua, starb. Heute haben wir die Bekennung zu GenossInnen, die für die RevolutionärInnen selbst in Ikonen verwandelt werden, sowie alle Kürzel und Akronyme zur Seite gelassen, da wir uns nur zu uns selbst als Individuen im konstanten Konflikt mit der Autorität und der Macht bekennen.

Wir können wohl eine Liste von allen Attentaten gegen die Macht erstellen und ein kleines Buch über uns als Gruppe machen, denn Material sowie allerhand Geschichten, Kritiken und Erfahrungen haben wir zuhauf. Wir sind aber nicht daran interessiert, uns zum Mythos zu machen, denn das würde heissen als eine weitere Gruppe von AbenteurerInnen in die Seiten der Geschichtsbücher einzugehen und so die Essenz unserer Angriffe zunichte zu machen. Gleichzeitig würde das andere GenossInnen ausblenden, die in derselben Zeit gehandelt haben. Solche Propaganda interessiert uns nicht. Was uns wichtig war und ist, ist die Subversion der auferlegten sozialen Rollen und die Verbreitung der Angriffe gegen die Macht mit nichts weniger als deren Zerstörung im Fokus.

Als CARI-PGG führten wir im November 2013 unsere letzten Angriffe (in diesem Falle definieren wir Sabotage und direkte Aktion als Angriff, doch unter Angriff verstehen wir eine ganze Palette an Eingriffen, die sich nicht auf eine oder zwei Arten reduzieren lässt) bzw. einige koordinierte Bombenattentate gegen Bankinstitutionen und Gegenaufstandsfahrzeuge in Toluco, Mexiko DF und Nezahualcóyotl aus. Zu diesen Aktionen gab es ein kurzes Bekennungsschreiben in Solidarität mit dem Hungerstreik von Mario González. Es ist angebracht zu sagen, dass wir schon damals in eine Phase der Selbstkritik gegenüber uns selbst als Individuen und als „Organisation“ eingetreten waren. Kritiken, die wir jahrelang liegen liessen und zwar weil wir den grössten Teil dieser Zeit extrem den Bedingungen ausgesetzt lebten, die notwendig sind um eine stabile – und bis zu einem gewissen Punkt formale – Gruppe der anarchistischen Aktion zu bewahren, etwas, was wir zweifellos NICHT bereuen, auch wenn wir jetzt darüber reflektieren.

2 – Einige notwendige Erläuterungen

Viel wurde über CARI-PGG gesagt, und wie es unendlich viele Leute gab, die eine starke Sympathie für die Gruppe bewahrten (Sympathie war etwas, was wir nie wollten… wir wollten die Verbreitung des Angriffs!!), so hatte es auch viele grausame Verleumder, die uns, ohne etwas über uns zu wissen, bis aufs Schäbigste anklagten (und das bis heute), wie zum Beispiel „die zu sein, die der EPR, ERPI oder TDR-EP und anderen marxistisch-leninistischen Guerillas die Arbeit machen“ …Welch elender Scheissvorwurf!!!

Die CARI-PGG sind in einer anarchistischen Vorstellung entstanden und ihr treu geblieben. Eine anarchistische Vorstellung, die dem Aufstand und der Kritik gegen jegliche Macht nahesteht, aber sie entstanden auch unter einer organisatorischen Vorstellung, die gegen jegliche hierarchische bewaffnete Struktur ist; wir lehnten sie damals ab und lehnen sie heute mit noch kraftvollerer Argumentation und Entschlossenheit ab.

Wir glauben, dass die schäbige Anklage, Teil der  EPR, ERPI oder TDR-EP gewesen oder immer noch zu sein, vor allem aus dem Neid und dem Konkurrenzdenken einiger armer Trottel entstanden ist, bzw. aus einem „nichts Besseres aus dem Leben zu machen wissen als Quatsch rauszulassen“ heraus. Da aber dieser Vorwurf nicht nur gegen die CARI-PGG erhoben wurde, sondern, obwohl niederschwelliger, auch gegen die Compas der Célula Insurreccional Mariano Sánchez Añon, die Compas der  Acción Anarquista Anónima de Tijuana und auch gegen die lokalen VZFs … kurz gesagt gegen alle, die sich für die Umsetzung der Anarchie in die Praxis eingesetzt haben, bzw. gegen alle, die die Macht ohne wenn und aber angegriffen haben, denken wir, dass solche Anklagen weitere und ehrgeizigere Schattierungen haben als bloss Neid und Rivalität. Unserer Meinung nach wurzelt derartiges populistisches Getratsche im ziemlich klaren Grundprinzip der Gegenpropaganda; bzw. gingen sie von der Logik aus, dass, „da die AnarchistInnen, die SICH IHRES WESENS BEWUSST SIND uns ablehnen, sollen auch sie abgelehnt werden“, „auf das alle denken, sie seien
denen oder anderen untergeordnet“ damit „sie ihnen nicht folgen“, „damit die Angriffe gegen die Macht sich nicht verbreiten“, „damit sie ihre individualistische Vorstellung des Aufstandes nicht verbreiten“ …Scheisse, die nur in einem Kopf entsteht, der an Rivalität, ans Quantitative und an den Kampf durch Imitation, durch Manipulation oder Fanatismus glaubt.

Ob nun Hinz und Kunz – und wenn wir auch genau wissen, dass viele wissen auf wen wir uns beziehen, werden wir NIEMALS öffentlich darüber reden, um nicht einer DENUNZIATION zu verfallen -, müssen wir dazu doch sagen, dass die CARI-PGG nie den Befehlen einer Machtgruppe oder roten Guerilla, heisse sie nun EPR, TDR-EP, FARP, EZLN oder ERPI, untergeordnet war. Wir setzten nicht für nichts ein AUTONOMAS in unseren damaligen Kürzel. Wir haben nie Geld oder Waffen von diesen Guerillas erhalten und was wir hatten, das hatten wir dank der bescheidenen Beiträge von allen der CARI-PGG angehörenden Individuen, als Frucht unserer Arbeit als Ausgebeutete und von einigen Geldenteignungen sowie durch die Entwaffnung von Streifen. Wie wir unsere Zeit und Energie nie zur Kritik oder zum verbalen Angriff gegen diese Organisationen verschwendet haben, so interessierten sie uns auch keinen Deut.

Also Schluss damit, und sei es auch nur eurer eigenen Würde zuliebe!!

3 – Eine informelle Plattform? Welcher Quatsch!

Zu den die CARI-PGG beseelenden Vorstellungen gehörten die des Aufstandes, der Informalität, des Angriffs und des täglichen Konflikts. Thesen, die wir damals unter den Voraussetzungen einer sehr besonderen Idee begriffen, die vor allem aus den Bedürfnissen der Zeit heraus entstanden war, die wir als Gruppe erleben mussten. Auch wenn es einige Fehler, Irrtümer oder Perspektiven gab, die eine andere Richtung nahmen – wie z.B. die Tatsache, dass die Kürzel und Erklärungen in einer eigenen Identität endeten, während wir sie anfänglich bloss als notwendig erachteten um zu verhindern, dass unsere Aktionen für die Freiheit mit dem auf eine Machtübernahme fokussierten Agieren von Drogenhändlern oder kommunistischen Guerillas verwechselt würden -, verfielen wir nie einer solchen Riesendummheit, eine „informelle Plattform“ bilden zu wollen. Eine informelle Plattform? Der schlimmste der alltäglichen Gegensätze, die alle AnarchistInnen auch haben – vor allem die, die sich im „politisch korrekt“ verzetteln. Plattform und Informalität sind, genau wie „kommandieren und informell“, an sich antagonistische Konzepte.

Die Idee und Praxis der anarchistischen Informalität wie wir sie heute begreifen, bricht total genau auch mit der organisatorischen Idee einer Plattform, einfach weil die Informalität zum Agieren, zur Organisierung des Kampfes und auch zum leben unserer Leben keinerlei Struktur anerkennt. Die Plattform ist eine Form des Handelns, die Massstäben untergeordnet ist, die durch eine Gruppe oder mehrere festgelegt werden und nur innerhalb dieser Parameter agierend kann man den Kampf voranbringen, weil sonst alles Chaos und Desorganisation wäre: womit wir nicht übereinstimmen. Informalität ist eine Handlungs- und Organisationsweise, die auf der freien Vereinbarung, auf keinerlei Stellvertretung und auf der individuellen Verantwortung und Selbstbestimmung des Individuums gründet; die Informalität zerstört alle für eine Plattform wesentlichen hierarchischen oder stellvertretenden Schemen. Informalität hebt alle Dogmen auf und merzt jegliche das Individuum negierende identitäre Organisation aus; sie räumt aber auch mit dem Kommando auf, denn für die Informalität gibt es „weder Kommandanten noch Befehlsempfänger“, bzw. das, was „Kommandos“ ausmacht.

Mit diesen Argumenten, ohne sie publik zu machen, wiesen wir damals die von den „Guerillas Negras“ an uns und an die Compas von Sánchez  Añon gerichtete Aufforderung zur Ausweitung des Konflikts zurück. Wenn wir mit ihnen als Gruppe nichts zu tun hatten, dann weil wir vor allem kritisierten, dass die Organisation in eine Guerilla keinesfalls mit anarchistischem Denken und anarchistischer Ethik und Praxis vereinbar ist, umso weniger wenn es um eine informelle Organisierung geht. Aber auch weil wir, obwohl wir immer für den allgemeinen Aufstand waren, auf die populistisch anbiedernde insurrektionalistische Sprache einiger heutzutage veröffentlichten Erklärungen pfeifen: ein Ding ist für einen allgemeinen Volksaufstand zu sein, ein anderes jedoch ist der reine und harte Populismus, auch wenn er gut getarnt, wohlfeil, verdaulich und passend formuliert ist.

Wir müssen authentisch und kreativ sein, unsere eigenen Wege suchen, unsere eigenen Horizonte erahnen, unsere eigenen Projektualitäten und Projekte erschaffen und aufhören, die roten Guerillas zu imitieren, aufhören mit dem Versuch, uns auf „ihre Ebene“ zu begeben. Und den ikonographischen Fanatismus oder Waffenfetischismus, die spektakulären bewaffneten Angriffe und die Prahlerei damit bleibenlassen und kritisieren, womit sie sich den einfacheren Kampf- oder Angriffsformen als die überlegene aufdrücken. Wie vorher gesagt, so sagen wir auch jetzt: für uns gibt es keinen Unterschied zwischen einem Hinterhalt gegen eine Streife der Bundespolizei, dem Abfackeln eines Autos, einem selbstgebastelten Brandsatz oder Molotow gegen einen Bankautomaten; effektiv wichtig ist die Perspektive, in der ein Angriff ausgeführt wird und seine qualitative Wirkung; was wirklich wichtig ist, sind die Gründe, Ziele und Zwecke.

Die Informalität ist unser Vorschlag und wird es immer sein. Während die „informelle Plattform“ nichts weniger als eine abwegige Verirrung des Begriffes und der Praxis der Informalität ist.

4 – Der Konflikt geht weiter und muss weitergehen, abgesehen von allen Konsequenzen.

Im Gegenteil zu dem, was einige Schwätzer und Scheissdenunzianten behaupten, die sagen, die hätten die CARI-PGG „initiiert und formiert“ und jene vorangebracht… ups, so sorry!, jene „rekrutiert, die dieses Projekt bildeten“ (Compas, die, überdies, niemand weiss wer sie sind Erfindungen unverbesserlicher Mythomanen… aber leider können Mythen Compas schädigen, die mit diesem Projekt nichts zu tun hatten) und behaupten, die CARI-PGG hätten sich aus dem Konflikt zurückgezogen oder seien untätig geworden, teilen wir mit, dass keine dieser Behauptungen stimmt.

Der Kampf, mit dem viele, aber viele Compas schon vor langer Zeit hereinbrachen, trug auf die eine oder andere Art seine Früchte. Die alltägliche stolze Verteidigung des Angriffs, die sich sowohl in der Theorie als auch in den Aktionen widerspiegelte, ist ohne Zweifel ein wichtiger Beitrag, von dem das Agieren der Compas in den letzten Jahren der Strassenrevolten und am helllichten Tag angetrieben wurde – etwas, das ebenfalls Absicht der CARI-PGG war, denn wir begriffen den Angriff nie als Moment nur der Nacht sondern als Moment, der sich überall und zu jeder Zeit ergeben kann. Das, zusammen mit einigen schon seit 2006 und bis jetzt bestehenden „Bedingungen“ des sozialen Überdrusses, führte dazu, dass unser eigenes Handeln, mit jenem vieler Compas – denn wir waren und sind nicht die einzigen -, bloss ein Teil (wenn auch ein grosser) des Beitrages war, der zur Intensivierung des sozialen Krieges bis zu einem solchen Punkt führte, der nur durch Entschlossenheit und Überzeugungen erreicht werden kann. Es war ein Beitrag zum Verständnis der anarchistischen Compas, dass auf das Unbekannte hin aufzubrechen nicht so schwer und kompliziert ist, wie es einige (aber auch nicht alle) der Guerillaorganisationen genau durch ihre Spezialisierung illustrieren; und ebenso ist es nicht unmöglich, wie es der Staat mit seiner Propaganda glauben machen will. Und so geschah es, und nicht alleine durch unsere Hände, sondern durch alle jene, die zur richtigen Zeit wollten, dass sich der Angriff verbreitet, angefangen bei den Compas, die sich ihrer Eigenschaft als AnarchistInnen bewusst waren…auch wenn unser spezifischer Zweck immer die Verbreitung des Angriffs bis ins soziale Feld hinein war, über die anarchistischen Szenen hinaus.

Wir wollen alle sich nach Freiheit sehnenden Individuen ermutigen, zum Angriff überzugehen. Der Konflikt und der Kampf fast aller (leider nicht aller), die jeweils die CARI-PGG bildeten, gingen die ganze nun vergangene Zeit weiter und werden mindestens solange weitergehen, bis wir tot sind. Aber auch wenn wir tot sind: so wie wir die Kontinuität des Kampfes sind, den andere GenossInnen in einen kraftvollen anarchistischen Kampf ohne Dialog und Vermittlung umgesetzt haben, werden morgen andere GenossInnen diesen Kampf weiterführen, denn der Kampf ist nicht gegen einen Präsidenten, einen General oder ein Gesetzesprojekt. Der Kampf ist auch nicht nur gegen den Staat und das Kapital, sondern jenseits jeglicher ökonomizistischen Analyse des Marxismus vor allem gegen das Herrschaftssystem als Ganzes und gegen jede Art von Macht und Autorität gerichtet, was Verhältnisse sind, die sich in allen Aspekten dieses Lebens und überall in dieser Welt äussern, auch wo angenommen wird „es gäbe keinen Kapitalismus“ oder „in den bäuerlichen und indigenen Gemeinschaften, die doch fast völlig unbefleckt sind“ oder an anderen idealisierten Orten. Macht und Autorität sind in unseren Leben, unseren Personen, in unseren Beziehungsweisen, in unserem Alltag das wahre Schlachtfeld, wo der soziale Krieg zum Umsturz und zur Zerstörung des Bestehenden für eine wahre und absolute Freiheit tobt.

Schlussendlich möchten wir dem vor kurzem aus dem Zuchthaus entlassenen geschätzten Genossen Gabriel Pombo da Silva Grüße und herzliche Umarmungen senden und soviel wir aus seinem öffentlichen Brief verstehen, ist er bereit, nicht mit der Macht zu verhandeln und die Klandestinität als ihm auferlegte Option allenfalls auf sich zu nehmen. Darum möchten wir dir zu diesem Weg unsere ganze Solidarität, Unterstützung und Zuneigung ausdrücken. Sowie allen Compas auf der Flucht und im Gefängnis, in Mexiko und der ganzen Welt.

Wie die Musikgruppe sagt, die uns Compas in Mexiko allen so gefällt: dies ist ein Kampf ohne Ende…

Das mal gesagt, gibt es nichts weiteres anzufügen.

Für die Anarchie! Sozialer Krieg und Aufstand!

Das, was die CARI-PGG war

Distrito Federal, México, Monat Juni 2016

Üb. mc, Knast Salez, CH aus dem spanischsprachigen Blog

Minneapolis, USA: Transparent für antifaschistische Gefangene

supportantifaprisonersMit Beginn der Rush Hour am 25. Juli wurde über einem Highway in Minneapolis ein Transparent entrollt, auf dem die Worte gemalt waren: “LOVE ANTIFA – HATE COPS”.

Diese Aktion wurde in Solidarität mit dem 2. Alljährlichen Internationalen Tag der Solidarität mit antifaschistischen Gefangenen ausgeführt. //nycantifa.wordpress.com/category/july25/

Während die Nationalversammlung der Republikanischen Partei in Cleveland zu ihrem Abschluss kommt, schien die antifaschistische Aufgabe niemals als so dringend. Während so viele in den USA verzweifelt nach einer auf der Grundlage von Wahlen sich bietenden Lösung suchen, ist es klar, dass man nicht gegen Faschismus wählen kann. Er muss bekämpft und besiegt werden.

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auf Englisch

USA: Danke von Marius und FreundInnen für die Unterstützung am diesjährigen 11. Juni

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Dank euch allen für all eure Unterstützung am 11. Juni

Marius hat über 50 Briefe erhalten und Spenden, die er ganzjährig für Essen, Porto und Anrufe nach Hause nutzen wird. Danke für alle eure alljährliche harte Arbeit und Unterstützung. Eine Liste mit Berichten hierüber wird bald auf June11.org erscheinen.

auf griechisch

(Chile) Poster der Anarchistischen Buchmesse in Santiago

AfiEnct5-015. Treffen: anarchistische Bücher und Propaganda

ENCUENTRO.ANARQUISTA@riseup.net

https://encuentroanarquista.org

Aktivität ohne Kosten /  Rauch- und alkoholfrei /  für Mädchen und Jungen jeden Alters

8. & 9. Oktober 2016

Centro Periferico y Cultural “La Casita”

Volcan Tupungatito #2909

Pob. Nuevo Amanecer

La Florida, Stgo.

Solidarität / kollektive Selbstverwaltung / gegenseitige Hilfe / direkte Aktion / Autonomia

Theater – Musik – Interventionen- Raum und Workshops für  Jungen und Mädchen – Vorstellung von Büchern und Publikationen – Foren / Gespräche – praktische Workshops

auf Spanisch

(Frankreich / Italien) Ohne Grenzen: Camp vom 5. – 10. August

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Ohne Grenzen: Camp gegen Grenzen in Ventimiglia und Umgebung vom 5. – 10. August

Nach der am 30. September erfolgten Räumung, des im Sommer am „Balzsi Rossi“ entstandenen Camps, hörte die Ankunft von Menschen, die zur französischen Grenze reisen, niemals auf.

Im April 2016 kam der Minister Alfano zu einem Besuch nach Ventimiglia und erklärte seine Absicht „das Problem zu lösen und die Stadt von MigrantInnen zu säubern“ Die Kontroll- und Repressions-Gesinnung, die in Kraft gesetzt wurde, zeigt sich in all ihrer Gewalt: Als das Rote-Kreuz-Zentrum geschlossen wurde, wurden MigrantInnen in den Zügen und auf den Straßen gejagt. Unter Gewaltanwendung wurden ihre Identitäten festgestellt und sie wurden zu den über ganz Italien verteilten Hotspots deportiert. Ebenso hat sie dich Repression gegen solidarischenMenschen verstärkt.

Aufgrund der repressiven Gewalt und allen Schwierigkeiten ergab sich in den letzten Monaten die Notwendigkeit gemeinsame Momente des Kampfes zu schaffen und Aktionsraum zurück zu gewinnen. In der Tat war die Stadt zunehmend militarisiert und es gibt wachsende Intoleranz und rassistische Demonstrationen.

Wir verspüren das Bedürfnis eine wichtige Gelegenheit für einen weitreichenden Kampf gegen das Apartheitsystem und Grenschließungen zu bieten: Lasst und diesem Mechanismus der Exklusion zerstören!

Alle, die Unterkunft für die Nacht des 4. August benötigen sind willkommen und können uns für mehr Informationen kontaktieren. Wir empfehlen, dass alle, die sich uns anschließen wollen, so unabhängig, wie möglich sind und alle nötigen Campingsutensilien selbst mitbringen.

Wir würden uns darüber freuen, wenn uns in den Tagen vor Beginn des Camps bei der Organisation und Logistik geholfen werden könnte.

Der genaue Ort des Campinggeländes kann erst im letzten Moment bekannt gegeben werden.

Für Information und Kontakt:
Mail: senzafrontiere at inventati.org
Tel:0033605789487
Blog: campeggiosenzafrontiere

auf Spanisch

Spanischer Staat: 9.Anarchistische Buchmesse in Salamanca

FERIA-DEL-LIBRO-SALAMANCA

Samstag, den 13. August 2016

11.00 Uhr -22.00 Uhr

Plaza de Barcelona

Es gibt Buchläden, Verlage und Vertriebe

http://encuentrosalamanca.blogspot.de/