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Contra Info: Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformation

Contra Info ist ein internationales, multilinguales Netzwerk für Gegeninformation und Übersetzungen, eine Infrastruktur, die von AnarchistInnen, Anti-Autoritären und Libertären unterhalten wird, die in den verschiedensten Teilen der Welt aktiv sind. Lies weiter »

Dringender Aufruf die Solidaritätskampagne für die unterdrückten russischen Anarchist*innen fortzusetzen

erhalten am 17.2.18

Weitere Verhaftungen: Auf der Krim verhaftete der Geheimdienst den lokalen Anarchisten und Sozialen Aktivisten Eugen Karakaschew (02/02). In Moskau wurde die Anarchistin Elena Gorban verhaftet (13/02). Am selben Tag wurde der Anarchist Alexei Kobaidze inhaftiert. Wir rufen alle dazu auf, die Solidaritäts-Kampagne fortzusetzen.

Russland

Russland

Toronto, Kanada

USA

Vom 5. bis 12. Februar hat eine internationale Woche der Solidarität mit russischen Anarchist*innen stattgefunden. An 21 Aktionen gegen Repression beteiligten sich 21 russische Städte und eine große Anzahl ausländischer Gefährt*innen von Weißrussland bis zur USA und Kanada.

Informationsmaterialien, Flugblätter wurden verteilt, Graffiti und Stencils gesprüht sowie Transparente aufgehängt, die über Repression gegen Anarchist*innen informierten. Aktionen fanden in Kaliningrad, Altai, Kursk, Nowosibirsk, Samara, Kemerowo, Astrachan, Wolgograd, Rostow am Don, Ischewsk, Pensa, St. Petersburg, Moskau, Nachodka, Tscheljabinsk und Workuta statt.

Mahnwachen, die über der den Terror des FSB gegen Anarchist*innnen informierten, fanden in Jekaterinburg, Kandalakscha, Tomsk, Sotschi, Moskau, St.Petersburg, und Saratow statt.

In Samara wurde ein Solidaritätsabend organisiert. Besucher*innen wurde über Repressionen gegen Anarchist*innen und über die Grundregeln der Konspiration informiert. Danach wurde der Film “Sacco und Vanzetti” gezeigt, deren Geschichte die ganze Unmenschlichkeit und Nutzlosigkeit des staatlichen Systems aufzeigt und die Methoden, derer es sich bis heute bedient, um jeglichen Protest zu unterdrücken. In Moskau fand auch eine ungenehmigte Demonstration gegen die Gesetzwidrigkeit des FSB statt. Mehrere dutzend Leute blockierten die Myasnitskaya – eine der zentralen Straßen, neben der Lubjanka, wo sich die Hauptabteilung des FSB befindet. Sie zogen dort mit dem Transparent “FSB ist der hauptsächliche Terrorist“ vorbei.

Auch in anderen Ländern fanden Solidaritätsaktionen statt. In Weißrussland verteilten Anarchist*innen Flugblätter, die über die Verfolgung russischer Anarchist*innen informierten. In Lutzk, Ukraine, gab es auch Grafitti aus Solidarität mit russischen Anarchist*innen. Solidaritätsaktionen fanden in Warschau, Danzig (Polen) und Prag (Tschechische Republik) statt.

In Prag gab es auch ein Solidaritätskonzert für unterdrückte russische Anarchist*Innen. Beim Konzert wurde über die Repressionen in Russland informiert und es wurde Geld für das Anarchist Black Cross gesammelt, das politische Gefangene unterstützt. Auch in Estland wurde bei Konzerten der Musikgruppen Ognemöt, Adrestia und Prophets V in Tallin und Tartu Geldsammlungen durchgeführt.

Außerdem fand in Budapest, Ungarn, eine Veranstaltung zur Information über Repressionen in Russland und Spendenaktionen statt.

In Frankreich wurde zu einem Solidaritätsessen geladen, dessen Erlöse für die Unterstützung der russischen Anarchist*innen genutzt wurden.

Auch in den USA fanden viele Solidaritätsveranstaltungen statt, wie in Minneapolis, wo es einen Solidaritätsabend gab, in Brooklyn wurde ein Film gezeigt. Ein antifaschistischer Online-Shop aus Portland verbreitet Informationen über die Repression und sammelte Geld für die unterdrückten Anarchist*innen. In Kensas wurde zu einer Demo aufgerufen, um die russischen AnarchistInnen zu unterstützen. In New York fand vor der russischen Botschaft eine Kundgebung statt. Auch Vertreter*Innen der revolutionären Bewegung der Abolitionist*innen aus New York drückten ihre Solidarität aus.

Eine weiter Solidaritäts-Aktion gab es in Toronto (Kanada). Anarchist*innen führten auf dem belebtesten Platz in der Innenstadt eine Mahnwache durch, um Passant*Innen über die Repression in Russland zu informieren.

Die Woche der Solidarität wurde aus Solidarität mit russischen Anarchist*innen durchgeführt, die von Repression durch den FSB betroffen sind. Im Herbst 2017 verhaftete der FSB sechs Anarchist*innen aus Penza. Der Grund für die Verhaftungen war, dass alle sechs mit Airsoft spielten, was vom Geheimdienst als Training zum Umsturz der staatlichen Macht angesehen wurde. Den Gefangenen wurden Waffen zugeschoben, sie wurden beschuldigt eine terroristische Vereinigung zu organisieren. Für Monate wurden die Inhaftierten gefoltert und geschlagen, bis sie einwilligten sich gegenseitig zu verleumden. Sie wurden mit dem Kopf nach unten aufgehängt, geschlagen, mit Elektroschockern gefoltert.

Im Januar 2018 begannen in St. Petersburg Entführungen von Anarchist*innen.  Zwei Verdächtige und ein Zeuge wurden gefasst, alle wurden gefoltert. Einer der Häftlinge wurde zu diesem Zweck in einem Wald in der Nähe der Stadt gebracht. Ein weiterer wurde für mehr als einen Tag gefoltert. Nur offiziell dauerte das Verhör einen Tag – von drei Uhr am Morgen bis drei Uhr am Morgen. Obwohl einer der Verdächtigen und der Zeuge eine Stellungnahme über die Folter abgaben, wurden ihre Aussage nicht durch staatliche Autoritäten überprüft.

Das FSB kündigt Pläne für weitere Verhaftungen im Zusammenhang mit dem erfundenen Fall einer terroristischen Gruppe von zwei dutzend Anarchist*innen in Moskau, St. Petersburg, Penza und Weißrussland an.

Auf der Krim hat der Geheimdienst den lokalen Anarchisten und sozialen Aktivisten Eugen Karakashew festgenommen. Der Grund dafür ist seine Beteiligung von Eugen an sozialen Kämpfen der Bewohner*innen der Halbinsel an. Am Tag der Verhaftung hat sich der Bürgermeister von Eupatoria mit Protestierenden gegen Point-buildung getroffen und Hinweise auf mögliche Verhaftungen gegeben. Der Grund der Verhaftung war die Korrespondenz von Eugen innerhalb eínes Gruppen-Chats im „Sozialen Netz“

Unmittelbar nach dem Ende der Solidaritäts-Aktionen wurde die Anarchistin Elena Gorban verhaftet. Unter Missachtung aller Normen wurde ihr für mehrere Stunden kein Rechtsbeistand gewährt, bis sie zustimmte, sich für den Angriff auf das Büro der regierenden russischen Partei „Vereinigtes Russland“ schuldig zu bekennen. Am selben Tag wurde der Anarchist Alexei
Kobaidze im selben Zusammenhang verhaftet. Der eigentliche Grund, war eine nicht genehmigte Demonstration in Moskau gegen den FSB Terror. Am frühen Morgen, bevor diese Information über die Verhaftungen von AnarchistInnen in den Medien und im Internet erschien, veröffentlichten die regierungsnahen Kanäle ein Video der Verhaftung und eine Meldung, dass Anarchist*innen, die an der Demo teilgenommen haben, in Moskau verhaftet wurden. Die Ermittler*innen, die Elena verhörten, befragten sie auch zur Demonstration, obwohl den Verhafteten der Angriff auf Untited Russia vorgeworfen wurde und nicht die Teilnahme an der Demonstration.

Nach diesen neuen Verhaftung wurden die Solidaritätsaktionen fortgesetzt. In Tscheljabinsk hängten Anarchist*innen ein Transparent neben dem FSB Gebäude auf und warfen eine Rauchbombe auf ihr Gelände. Und in einem Außenbezirk von Moskau wurde eine Kundgebung durchgeführt, ebenfalls aus Solidarität mit den unterdrückten Anarchist*innen.

Wir rufen alle dazu auf, die Solidaritätskampagne fortzusetzen.

Weitere Fotos und Videos: naroborona.info

auf englisch

 

 

Notre-Dame-des-Landes, Frankreich: Erklärung nach dem 10. Februar im Namen der Bewegung gegen den Flughafen

eingegangen auf französich am 14.2.18

Die Party war schön! Vielen Dank! Die Party war schön!

Sie hat in Notre-Dame-des-Landes Zehntausende von Menschen (30 bis 40.000) aus ganz Frankreich und darüber hinaus versammelt, um gemeinsam das Ende der „Erklärung des Öffentlichen Nutzens (DUP)“ zu feiern und die Zukunft der ZAD zu unterstützen und war von Regen begleitet.  Wir danken allen, für die Unterstützung aller Initativen oder Erkundungen im Gebiet. Nochmals vielen Dank an die vielen Freiwilligen von hier und anderswoher, die diese Feier zu einem Erfolg werden ließen. Danke an die Unterstützungskommitees, die unseren Mobilisierungen immer treu geblieben sind und danke für die Organisation der Busse. Der Kampf war großartig und für eine lange Zeit sind die Lebensentwürfe der ZAD interessant geworden, vor allem durch den Austausch, zu dem sie anregen.

Nach dem Sieg über die erste Phase des Kampfes (Aufgabe des Flughafens, Außerkrafttreten der DUP) ist die Zeit reif für die zweite Phase, in der die bereits begonnenen Aktivitäten fortgeführt und weiterentwickelt werden sollen, um neue Aktionsfelder zu schaffen. Diese verschiedenen Versuche und Konstruktionen wollen wir heute ohne ohne behördlichen oder polizeilichen Druck „Wurzeln schlagen lassen“, Alle, die an der Feier teilgenommen haben, werden bis zum 31. März und danach wachsam sein. Sie sind gekommen um

– die Ablehnung aller Zwangsräumungen zu bekräftigen

– der Forderung, die institutionelle Umverteilung von Land zu beenden, Nachdruck zu verleihen

– den Bedarf an Zeit zu betonen, um die Zukunft aufzubauen.

Einen großen Dank auch für die mitgebrachten Bäume und Triebe, die die Bewurzelung des Bocage (Hecken-Landschaftstyp in Westfrankreich) symbolisieren: Wir werden sie pflanzen, sobald es die Natur erlaubt.

Ein riesiges Dankeschön an die verschiedenen Kämpfe, die unsere Freude teilten: wir vergessen sie nicht. Sie haben uns gesagt, dass sie durch uns Hoffnung schöpfen. Wir werden gemeinsam für den Aufbau einer Gesellschaft kämpfen, die nicht gewinnorientiert, sondern solidarisch ist!

Die Zad wird leben!

12. Februar 2018

Quelle: zad.nadir.org

Madrid: Vortrag der CNT über die Kampagne “Die Arbeit tötet…” am 22. Februar

erhalten am 16.2.18

Gefährlich

Vortrag über die Kamp(a)gne

Die Arbeit tötet, nicht nur physisch, auch mental

Referent*in: aktives Mitglied der SOV CNT-AIT

im Local Anarquista Motín, Mailde Hernández 47, (M) Oporto

22. Februar 2018 / 19 Uhr

Nimwegen, Niederlande: Informationsveranstaltung über den G20- Gefangenen Peike

Samstag, den 17. Februar / 15:30 Uhr

Informations-Veranstaltung über den Fall von Peike aus Amsterdam, der derzeit in Hamburg vor Gericht steht, aufgrund seiner angeblichen Beteiligung an den G20 Aufruhr im letzten Sommer.

Er wurde zu 2 Jahren und 7 Monaten Haft verurteilt, aber  am 9. Februar hat sein Berufungsprozess begonnen. Am 16. Februar ist der zweite Verhandlungstag, die weiteren Termine sind hier nachzulesen.

Für weitere Informationen zu diesem Fall: freepeike.noblogs.org

auf portugiesisch / auf englisch

Setúbal, Portugal: Jeden Samstag ( d.i.y.- Backen im Freiraum A da Maxada)

Hallo euch allen!
Bisher war im Á da Maxada der Ofen-Tag immer der Sonntag. Aus verschiedenen Gründen haben wir uns dazu entschlossen, ihn auf Samstag zu verlegen. Dennoch bleibt die Idee die selbe. Sich treffen und auszutauschen und dabei den heißen Ofen vom À da Maxada zu genießen.

Die Idee dahinter ist es, jeden Samstag ab 17 Uhr unseren Außenofen anzuzünden, damit jeder Brot, Pizza (vegan / freegan)  und all das Essen zubereiten kann, das in diesem schönen Holzofen schmackhafter wird. Die ideale Gelegenheit, euer eigenes  Brot, Kuchen und mehr zu backen oder einfach einen schönen Pizza-Abend zu verbringen. Hausgemachten Pizzateig und einige “containerte” Zutaten gibt es gegen einen selbst zu wählenden Beitrag, wir bevorzugen aber Material- gegenüber Geldspenden. Wir benötigen immer Brennholz, Mehl, Backhefe und Pizza-Zutaten, damit es auch beim nächsten Mal weiter laufen kann.

saude e anarquia

Berlin: Wir sind alle Terrorist*innen – Solidarität mit anarchistischen Gefangenen in Russland

erhalten am 15.2.18

Diese Tage erreichten uns Nachrichten der Verhaftung von Antifaschisten und Anarchisten aus Russland. Bereits im Oktober und November 2017 wurden in der Stadt Penza sechs Personen vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB verhaftet und brutal gefoltert. Im Januar diesen Jahres folgte eine weitere Verhaftungswelle, bei der zwei Personen in der Stadt St. Petersburg zuerst für einen Tag vom FSB entführt und dann am darauf folgenden Tag in Untersuchungshaft offiziell registriert wurden. Razzien in verschiedenen Städten des Landes begleiten die geheimdienstliche Offensive des Regime Putins. Als Grund der Repression dient dem FSB die Konstruktion einer anarchistischen terroristischen Gruppe, „Net“ genannt, die eine Serie von Anschlägen auf die Präsidentenwahlen im März 2018 als auch die Fußballweltmeisterschaft im Juni/Juli 2018 in Russland mit dem Ziel eines bewaffneten Aufstandes geplant haben und in mehreren Städten Russlands, sowie in Weißrussland, existieren soll. Beweise für die Existenz dieser Gruppe gibt es nicht. Als einzige Beweise dienen die Aussagen, die vom FSB von fast allen Verhafteten unter Folter und der Androhung weiterer Foltermaßnahmen erpresst wurden. In Penza wurde die Gruppe anhand der Aussage der ersten festgenommenen Person konstruiert. Das verbindende Element sind Airsoft-Spiele. Außer dieser ersten Person, die Anfang des Jahres entlassen wurde, aber unter Hausarrest steht, befinden sich alle anderen in Untersuchungshaft.

Was die Gefangenen in der Untersuchungshaft an Einschüchterung und physischer Gewalt erlebt haben, offenbart die Grausamkeit der Maschinerie des Systems. Während in Deutschland noch die Maskerade der Demokratie die Brutalität staatlicher Machtausübung zu verschleiern versucht, bestätigen uns die Erzählungen aus Russland, wie die Kettenhunde des Systems – der erbärmliche Abfall der Exekutive – nur in der Anwendung und Androhung körperlicher Gewalt fähig sind, ihre
Autorität aufrecht zu erhalten.

Repression soll uns abschrecken, Bewegungen zerschlagen und individuell wieder ins kontrollierte System pressen oder vernichten. Und es ist alles andere als einfach, sich nicht ohnmächtig zu fühlen, unfähig ihrer Massivität etwas entgegen zu setzen. Doch wenn wir auch Nachrichten der Wut und des anarchistischen Kampfes aus genau diesen Orten vernehmen,
dann sind das Zeilen und Bilder, die uns Mut machen. Die zeigen, dass überall dort, wo ein menschliches Herz im Takt der Rebellion schlägt, Momente des Widerstandes möglich sind. Dass wie heftig die Repression auch sein mag, es immer Menschen geben wird, die nicht aufgeben für ihre Ideen zu kämpfen. Die Resonanz der Solidarität ist unsere Stärke.

Von den G20-Gefangenen in Hamburg zu den Gefangenen in Penza oder St.Petersburg nach Berlin – je stärker ihre Repression, desto wütender und leidenschaftlicher unser Widerstand.

Quelle: Rigaer Str. 94

Hamburg: Berufungsverhandlungstage des anarchistischen Gefährten Peike

Blockiert G20, nicht unsere Stimmen!

Berufungsprozesstage von Peike:


Beginn jeweils 9:00 Uhr, wenn nicht anders angegeben

Weiter Termine sind: im März: 9. (8.45 Uhr) / 20./  23./ 28. und im April: 3./ 5./ 19./ 25. (6 Uhr )/ 26.

im

Landgericht im Strafjustizgebäude (Sievekingplatz 3, Hamburg)

Peike wünscht sich, dass -zur Unterstützung- 

so viele GefährtInnen, wie möglich, anwesend sind.

Peike hat im ersten. G 20 – Prozess am 27. August die ganze Härte der politischen Justiz erfahren müssen. Er wurde durch zwei fragwürdig bewiesene Flaschenwürfe und der lächerlich anmutenden Widerstandshaltung “Embryostellung” am Rande der “Welcome to Hell”-Demo zu 31 Monaten Haft verurteilt. Das noch über den Forderungen der Staatsanwaltschaft hinausgehende Urteil, sollte laut seiner Begründung durch den verantwortlichen Richter Krieten (generalpräventiv) der Abschreckung dienen.

Zerschlagt die Knäste, solidarisch mit Peike

Den Haag, im Januar: “Diese Aktion des deutschen Gerichts ist ein Angriff auf anarchistische Bewegungen, die für egalitäre Ideale kämpfen. Wir werden diese Aktion des deutschen Gerichts nicht vergessen und wir wollen Peike so weit wie möglich unterstützen

Provinz Arauco, Chile: Erdbefreiungsfront (ELF) zerstört Zäune in einem alten Wald

Aus der Provinhz Auroco teilen wir mit, dass eine Gruppe der Erdbefreiungsfront hochpreisige Zäune zerstört hat. Diese Zäune sind in einem urwüchsigen Wald errichtet worden, wo UnternehmerInnen versuchen den Boden mit Zement zu überdecken und / oder Struktur zu errichten, die dem Kapital nutzt. Mit diesem Blick zerstören die Ausbeuter*innen die Erde. Auf die gleiche Art, wie sie Tiere in Fabriken und Schlachthäusern einsperren und wie auch das Gefängnis die Rebellen aufhalten will, die die Gesetzbücher der Regierungen nicht akzeptieren.

Wir werden nicht zögern Zäune zu zerstören, die inmitten der Wälder aufgestellt wurden und wir werden nicht zögern die Sabotage für die totalen Befreiung fortzusetzen.

Erdbefreiungsfront
Provin
z Arauco

auf spanisch

 

 

ZAD, Notre Dame des Landes: Zwischenbilanz zum 10. Februar im Namen der Bewegung gegen den Flughafen

 

eingegangen auf französisch am 12. Februar 2017

Notre Dame des Landes, 10. Februar 2018

Im Rahmen der Mobilisierung rund um den 10. Februar und um die Weichen für die Zukunft zu stellen, sind bereits heute 30.000 Leute in die ZAD gekommen. Zwei Umzüge verließen Gourbi und Saint-Jean-Du-Tertre, begleitet von acht Musikkapellen und zehn Chören aus dem ganzen Land, einem Molch, einem Krokodil und einem riesigen Drachen. Sie wurden auch genutzt, um andere umstrittene Projekte vorzustellen. Alle kamen dann auf einem der Felder der Farm von Bellevue zusammen, wo ein hölzernes Symbol des Flughafenprojekts mit musikalischer Untermalung, im Geiste des Karnevals und aus Freude über den Sieg unseres Kampfes, verbrannt wurde. Weitere Gruppen strömen herbei, während die Party am Abend weiter gehen wird. Wir sind bereits jetzt vollkommen zufrieden mit dieser Mobilisierung und Demonstration der Unterstützung für das Projekt, die getragen wird von den verschiedenen Elementen des Kampfes für die Zukunft diese einzigartigen Gebietes. Zunächst zeigt diese Mobilisation auch, eine Verweigerung aller Versuche, die gegenwärtigen EinwohnerInnen der ZAD im Frühjar zwangszuräumen.  (…)

Quelle: zad.nadir.org

 

Zürich: Zusätzliche Veranstaltung in der Anarchistischen Bibliothek Fermento

Buchvorstellung

Maria Nikiforova. La Rivoluzione senza Attesa. L‘epopea di un‘anarchica attraverso l‘Ucraina (1902-1919)“ (Maria Nikiforova. Die Revolution ohne zu warten (1902-1919).

Freitag 16. Februar, 20:00 Uhr

Ein Gefährte des anarchistischen Verlages „Edizioni El Rùsac“ wird das Buch über die Anarchistin Maria Nikiforova vorstellen. Das Buch Maria Nikiforova. La Rivoluzione senza Attesa. L‘epopea di un‘anarchica attraverso l‘Ucraina (1902-1919)“ wurde im Okotber 2016 von der „Edizioni El Rùsac“ auf italienisch herausgegeben.

Die Vorstellung wird auf italienisch stattfinden und auf Deutsch übersetzt werden. Danach wird es eine gemeinsame Diskussion geben.

Bure, Frankreich: Gerichtsverhandlung in Bar-le-Duc gegen zwei Aktivisten am 13. Febuar erfordert Solidarität

verschiedene Mobilisierungstexte auf französisch in den letzten Tagen erhalten

Anlässlich des Prozesses vor dem Gericht in Bar-le-Duc am 13. Februar bitten wir um zahlreiches solidarisches Erscheinen. Wir waren über 500 Demonstrant*innen am 14. August, 2016, um die gewaltige Anti-Besetzungs-Betonmauer niederzureißen. Diese wurde von Andra errichtet, um den Protest einzudämmen und zu verhindern, dass der Wald Lejuc wieder zurückgeholt wird. Für viele Leute war dieser Tag uberwältigend und auch heute noch fehlen die Worte, um zu beschreiben was er für die Teilnehmenden bedeutet hat. Es passiert nicht jeden Tag, dass wir eine gewaltige Mauer einreißen, um die Errichtung einer atomaren Wüste zu verhindern und auch nicht so oft, dass wir uns als Teil einer kollektiven Kraft fühlen können.

Vor allem hat dieser Fall der Mauer unsere Träume in einem Gebiet im Departement Maas erblühen lassen, in dem sich jeden Monat neue Leute ansiedeln und wo die Bäume des Waldes von Lejuc immer noch sehr lebendig und bewohnt sind.

Eineinhalb Jahre später, praktisch als Neujahrsgruß, hat die Staasanwaltschaft zwei Leute vorgeladen, um sie die gesamte Strafe für diesen kollektiven Akt der Sabotage zahlen zu lassen.

Das ist ein weiteres Manöver im Rahmen der systematischen (und in letzter Zeit häufiger angewendeten) Strategie, den Kampf durch das Geräusch von Stiefeln und den schwarze Roben in Gerichtssälen zu ersticken.

Am gleichen Tag wird ein weiterer Gefährte wegen Verleumdung des Kommandanten Bruno Dubois aussagen, weil er erklärt hat, während seiner Festnahme bei einer weiteren großen Demonstration vor den Toren von Andra am 18. Februar 2017 von ihm gewürgt worden zu sein.

Wenn jeder Moment polizeilicher oder juristischer Reprepression, wie wir sie seit Monaten erleben, eine Möglichkeit ist, uneingeschränkte Solidarität unter Beweis zu stellen, dann verfügt diese Gerichtsverhandlung am 13. Februar, in der versucht wird, zwei Rentner für den “Mauerfall” bezahlen zu lassen, über hohe Symbolkraft. Andra will den Prozess gegen den ganzen Widerstandssommer 2016, nämlich die gesamte vielfältige Widerstandsbewegung gegen Atommüll, die seitdem neue Kraft entwickelt hat und die Möglichkeit des Übergreifens auf weite Kreise ganz unterschiedlicher Leute entstehen lässt. Wie gewöhnlich wollen sie uns verängstigen, isolieren, auseinanderbringen. Aber wie werden uns niemals atomatisieren.

Als die Mauer fiel, waren wir dort (persönlich oder aus Unterstützung). Wir werdem am 13. Februar dort sein. Wir sind alle Mauer-Bezwinger*innen

weitere Infos (deutschsprachig) auf: http://de.vmc.camp/

Belgien: Internationaler Solidaritätsaufruf

Aktionswoche 23-24-25 Februar gegen  das neue Hausbesetzungsverbot in Belgien!

Im Sommer 2017 wurde ein neues Gesetz in Belgien beschlossen, um Hausbesetzung unter Strafe zu stellen. Im Herbst 2017 ist das Gesetz in Kraft getreten.

Wir möchten zu einem internationalen Wochenende zur Solidarität gegen das neue Gesetz aufrufen. Weil autonome Räume weltweit bedroht sind, weil wir niemals aufhören werden auf unsere Räume Anspruch zu erheben.

23.  -24.- 25. Februar 2018

Macht einigen Ärger und habt etwas Spaß

Belgische Squatters

Victoria, Australien: Solidarität mit den gefangenen Gefährt*innen der Besetzung des Hambacher Forstes

Solidarität aus dem sogenannten Victoria, Australien, mit den gefangenen Gefährt*innen der Besetzung des Hambacher Forstes in Deutschland.  Am 22. Januar haben die Bullen drei Baumhäuser und Barrikaden im Wald überfallen und neun Leute in Untersuchungshaft genommen. (von denen fünf inzwischen wieder frei sind).Wir haben dieses Foto am 3. Februar als einen kleinen Teil des Internationalen Solidaritätstages für die Hambi aufgenommen.

Die Besetzung ist nun schon seit Jahren ein großartiger und inspirierender Ort des Widerstandes gegen die Erweiterung von Europas größten Braunkohltagebau. Sie ist Teil eines globalen Kampfes gegen die durch den Kapitalismus bewirkte Zerstörung der Umwelt.

Freiheit für die Verteidiger*innen der Umwelt überall!

auf englisch / auf portugiesisch

Salamanca, Spanien: Stellungnahme vom 6. Februar anlässlich des Prozesses gegen Salamanca Antinuclear

erhalten am 4. Februar 2018 auf spanisch

Am 14. Dezember 2016 hat die Asamblea Salamanca Antinuclear eine Versammlung gegen die Uranmine einberufen, die Berkely in Retortillo geplant hat. Zur bisher größten Kundgebung kamen mehrere hundert Menschen zusammen. Was im Prinzip eine gemeldete Versammlung war, entwickelte sich zu einer spontanen Demonstration durch die Straßen der Stadt.

Fünf Aktivist*innen der Asamblea Salamanca Antinuclear wurden für diese Aktion mit jeweils € 600 Geldstrafe belangt, weil sie EinwohnerInnen von Salamanca über die Schädlichkeit dieses atomaren Projekts für die Gesundheit, Ökonomie und Gesellschaft informiert haben. Das sind die repressiven Strategien, die gegen Umweltaktivist*innen genutzt werden, um sie in ihrem Kampf zum Schweigen zu bringen. Am 6. Februar haben wir um 11.30 Uhr vor dem Gerichten von Salamanca zu einer Kundgebung aufgerufen, um die für die Ausübung ihres Demonstrationsrechts von Repressalien betroffenen Gefährt*innen zu unterstützen.

Berkeley hat mehr als 2000 Jahrhunderte alte Steineichengefällt und das Ökosystem der Eichenwaldes zerstört, der geschützte Arten beherbergt.

Weder, dass dieses Gebiet sogar Teil des Natura 2000 Netzes ist, noch unzählige rechtliche Gründe gegen die Mine haben Berkely aufhalten können.

Wir kritisieren das frankistische Bergbaugesetz von 1973 und fordern, dass es außer Kraft gesetzt wird. Ein Gesetz, das Bergbauunternehmen gestattet, ihre Projekte, ohne Einschränkung, umzusetzen. Wir sind Zeug*innen zahlreicher Minen, die quer durch Spanien auf den Weg gebracht werden und eine beispiellose Plünderung natürlicher Ressourcen unterstützen.

Die Asamblea Salamanca Antinuclear hat mehrere unterschiedliche Direkte Aktionen durchgeführt, die stets darauf abzielen, die Bevölkerung der Stadt über das radioaktive Projekt zu informieren.

Die Asamblea Salamanca Antinuclear schließt sich dem Aufruf zur Demonstration an, die die Koordinator*innen “Nein zur Mine” für den 24. Feburar in Salamanca geplant haben.

Buenos Aires, Argentinien: Poster für die Freiheit von Diego und Pablo

Sofortige Freiheit für Diego Parodi und Pablo Giusto und die Gefangenen des 14. Dezember. Agitation und antiautoritäre Solidarität. Weder die Gewehrkugeln noch die Gitter des Staates werden die Flamme der Rebellion ersticken (A)

“Die Solidarität ist nicht nur ein geschriebenes Wort.” Miguel A. Rosigna
Für die Zerstörung aller Gefängnisse und der Gefängnisgesellschaft!
Für die Anarchie und jede Solidarität! Freiheit für Diego und Pablo!
Freiheit für alle Gefangenen!

Bremen: Ein Funken Hoffnung für unsere Kämpfe

erhalten am 29.1.2018

Wir haben der DPolG Bremen den minimalen Komfort der Flexibilität genommen, in dem wir ihr Fahrzeug (Smart) abfackelten. Gegen die Smartifizierung des Lebens!

Die Polizeigewerkschaften etablieren sich zusehends als wichtiges Element der inneren Aufrüstung. Als Lobby– und Marketingorganisation versuchen sie den gesellschaftlichen Boden für stetige Gesetzesverschärfungen und Kompetenzerweiterung der Bullen zu bereiten. Durch die neuen Medien – vor allem Twitter – wird versucht einen größeren Einfluss auf die öffentliche Debatte zu nehmen. Dies wird auch im Kontext des G20 und ihrem wehleidigen Gejammer über die Ausschreitungen deutlich. Nach etlichen Interviews, Pressekonferenzen und Videos, die in die Öffentlichkeit getragen wurden, gipfelt die polizeiliche Hetze in der Veröffentlichung der 104 Fahndungsfotos… Ziel dieser polizeilichen Strategie ist es, eine Stimmung der Angst, der Denunziation und der staatlichen Rache zu erschaffen.

Als wäre das nicht beschissen genug, versuchen sie stetig ihre Macht auszubauen, in dem sie nach noch mehr gesetzlichen Reformen und neuen Befugnissen schreien: Fußfesseln, Präventivhaft, Taser, Militär im Inneren … für jede_n Menschen die/ der es wagen sollte gegen ihre Gesetzte zu verstoßen. Welcome to hell, willkommen im Polizeistaat.

Wir verspüren Freude, wenn wir hören, dass die Menschen in dieser Gesellschaft sich zur Wehr setzen. Das die Bullen in der Silvesternacht massiv mit Raketen beschossen wurden. Wenn bei üblichen Verkehrskontrollen Bullen eins in die Fresse kriegen. Wenn die Bullen angespuckt werden und sie immer mehr Angst haben, wenn sie ihre Uniform anziehen.

Wenn ihre Autorität nicht mehr greift.

Denn wie sie es drehen und wenden, die Polizei sorgt dafür das alles so bleibt wie es ist.

Solidarisch aggressive Grüße gehen raus an alle Menschen, die in den Knästen sitzen. Sowie an diejenigen, die Nachts staatliche, autoritäre und rechte Strukturen angreifen und sichtbar machen. Unsere Gedanken und Herzen sind bei euch.

United we stand!

Santiago, Chile: Veranstaltung zum Gedenken an den 107. Jahrestag der Ermordung von Suga Kanno & Denjiro Kotoku

Grenzen einreißen

Samstag, 17. Februar 17:30 Uhr

Ort: Ureta Cox / Frankfort (Stadtteil San Miguel)

Diskussion: Zwischen dem Eurozentrismus und dem Internationalismus

Präsentation des Buches: Museihushugi – der japanische Anarchismus-

Live-Musik, veganes Essen, bringt Materialien für Bücherstände mit

Aktivität zum Gedenken an den 107. Jahrestag der Ermordung von Suga Kanno & Denjiro Kotoku

Zürich: Die Anarchistische Bibliothek soll Handelskonzern Migros weichen

Letzes Mal an der Josefstrasse geöffnet

am Samstag dem 24. Februar 2018

Es wird ab 14:00 Uhr einen Apéro geben, wo die anarchistische Bibliothek das letzte Mal, wie gewohnt, an der Josefstr. 102 öffnen wird, da uns gekündigt wurde, damit dort künftig die Migros eine Filiale eröffnen kann.

Bis jetzt haben wir noch keine Nachfolgelokalität gefunden, jeder Hinweis ist da nach wie vor herzlich Willkommen!

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Bis eine neue, preiswerte Lokalität gefunden ist, wird der Bestand des Fermento zwischengelagert werden. Wer spezifische Anfragen für Ausleihen u.Ä. hat, kann diese per E-Mail oder Post (eine Postadresse für die Zeit ohne Lokalität werden wir noch bekannt geben) an uns richten.

Vorher finden noch zwei Veranstaltungen statt:

Diskussionsveranstaltung:

DISRUPT! – für eine praktische Technologiekritik

Montag, 12. Februar, 20:00 Uhr

Buchdiskussion:

Peter Kropotkin – Der Staat und seine historische Rolle

Samstag, 17. Februar, 19:00 Uhr

ÖFFNUNGSZEITEN:
Mittwoch: 12:00 – 19:00
Donnerstag:   14:00 – 21:00
Freitag:  12:00 – 19:00
Samstag: 14:00 – 19:00

ADRESSE (bis 24. Februar):

Anarchistische Bibliothek Fermento
Josefstrasse 102
8005 Zürich

  • Bibliothek (Ausleihe und/oder Konsultation])
  • Archiv (alte und aktuelle Publikationen aus verschiedenen Ländern, Dokumenta- tionen zu Kämpfen und Personen, etc.)
  • Distribution (Bücher, Broschüren, aktuelle Zeitungen, Flugblätter, Plakate, etc.)

KONTAKT: bibliothek-fermento@riseup.net

ONLINE: Fermento.noblogs.org

SPENDEN AN: Konto-Nr.: 60-684900-4 IBAN: CH55 0900 0000 6068 4900 4 BIC: POFICH BEXXX

Russische Föderation: Aufruf für eine internationale Solidaritätskampagne vom 5. bis zum 12. Februar mit von Repression betroffenen russischen Anarchist*innen

In Penza wurden im Oktober 2017 Anarchist*innen und Antifaschist*innen unter dem Vorwurf „Bildung einer terroristischen Gruppe“ durch Beamte der Föderalen Sicherheitsbehörde Russlands FSS verhaftet. Außerdem begann zu dieser Zeit in ganz Russland die Phase von Razzien in Häusern von Anarchist*innen und Antifaschst*innen. Das Ziel der Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörde waren verschiedene Leute aus ganz unterschiedlichen Städten. Zuletzt wurde im Januar 2018 eine neue Welle von Inhaftierungen lanciert. Ein Antifaschist, Victor Filinkov, wurde in St. Petersburg durch die Sicherheitsbehörde entführt. Die Beamten der Sicherheitsbehörde haben ihn im Wald außerhalb der Stadt gefoltert. Sie forderten ihn auf, seine Beteiligung an einer erfundenen anarcho-terroristischen Gruppe zuzugeben. Außerstande die Folter auszuhalten war Filinkov dazu gewungen, sich selbst zu belasten und verweilt jetzt in vorläufiger Isolation. Der Anwalt von Filinkov erklärt, dass eher während seiner bisherigen Praxis im Kampf gegen einen Polizeiskandal niemals solche ernsthaften Schäden und Spuren von Folter gesehen hat.

Es gibt einen weiteren Antifaschisten in St.Petersburg, der angibt, gefoltert worden zu sein. Ilya Kapustin wurde auch von Beamten der FSS bedroht, aber er hat sich geweigert, sich selbst zu belasten. Danach wurde er gegen Kaution freigelassen. Es gibt keine Beweise dafür, dass es diese anarchistisch-terroristische Gruppe wirklich gibt, außer den Geständnissen, die durch Drohungen und Folter gewonnen wurden.

Nichtsdestotrotz unternimmt die Polizei alles, um die Menschen zu zwingen, die Existenz der mysteriösen anarchistischen Terrororganisation namens “Net”, welche von der FSS vorgetäuscht wurde, zu bestätigen. Es wird behauptet, dass diese Terrororganisation diverse Zellen in allen Städten Russlands habe. Das bedeutet, dass die Situation, die sich in Sankt Petersburg ereignet hat, sehr bald auch in anderen russischen Städten zu beobachtet sein könnte.

Offensichtlich ist alles, was gerade geschieht, ein Versuch, die anarchistischen Bewegung vor den Präsidentschaftswahlen 2018 zu beseitigen. In den letzten Jahren konnten wir beobachten, wie die anarchistische Bewegung ihre Aktivität, nach der Repression des Jahres 2012, verstärkt hat.

Diese Repressalien könnten die Menschen einschüchtern und die anarchistische Bewegung zerschlagen.

In solchen Fällen ist es notwendig zu zeigen, dass wir keine Angst haben und nicht durch ihre Gewalt zerstört werden können. Andernfalls werden solche repressiven Mittel jedes Mal angewendet, wenn die anarchistische Bewegung die Aufmerksamkeit der FSS auf sich zieht. Wir sollten ihnen zeigen, dass unser Widerstand umso wütender wird, je stärker ihre Repression ist.

Im Moment ist es wichtig, die Gefangenen zu unterstützen, um die Fortsetzung der “Hexenjagd” zu verhindern und die Ereignisse weltweit bekannt zu machen

Wir rufen euch zu einer Solidaritätskampagne mit von Repression betroffenen Anarchist*innen vom 5. bis 12. Februar auf.

Die einzige Waffe, die wir dem Staatsterror entgegensetzen können, ist der Zusammenhalt und Solidarität untereinander. Ohne diese beiden Dinge werden wir von diesem Monster eine*r nach dem anderen zerschlagen.

Wir können eure Solidaritätsaktionen auch veröffentlichen, sendet sie einfach an media_ns[at]riseup[dot]net

Die Adresse für eure Solidaritätsbriefe:

VIKTOR SERGEEVICH FILINKOV,
UL. SHPALERNAYA, D. 25,
G. SANKT-PETERBURG,
1911b23, RUSSISCHE FÖDERATION

(Nur Papier-Briefe)

Finanzielle Unterstützung: Paypal
abc-msk@riseup.net (Achtung! Sendet mit dem Tag “205”)

auf englisch

 

Malmö: Anarchistische Buchmessse

Zwischen dem 16. und 17. Juni findet die Anarchistische Buchmesse in Malmö, Schweden statt.

Das erste Ziel ist die Präsentation von Büchern und Publikationen innerhalb des anarchistischen Spektrums. Es wird auch Vorträge, Diskussionen und Workshops geben.

Wir erachten es für notwendig, aus verschiedenen Erfahrungen zu lernen und uns über Ideen und aktuell geführte Kämpfe auszutauschen.

Die Verbreitung dieser Theorien und Praktiken fördert unsere Bewegung lokal und global und stärkt unsere Gemeinschaft. Deshalb möchten wir Menschen aus verschiedenen Bereichen einladen, sich an dieser Veranstaltung zu beteiligen.

Falls ihr Interesse dabei haben solltet, einen Vortrag oder eine Diskussion anzubieten oder mit eurem Distro mit dabei sein wollt, setzt euch bitte so schnell wie möglich mit uns in Verbindung, damit wir es zusammen organisieren können.

Wir sind noch dabei die Buchmesse zu organisieren und es gibt noch viele Dinge, die noch erledigt werden müssen. Wenn ihr Ideen oder Vorschläge haben solltet, könnt ihr uns eine E-Mail senden. .

In den kommenden Wochen werden wir mehr Informationen über die Buchmesse und eine Stellungnahme veröffentlichen.

anarchistbookfairmalmo@riseup.net

auf Englisch

Brasilien:Solidaritäsaufruf für einen Monat der antiautoritären Agitation durch den anarchistischen Angriff

Antiautoritäre Agitation für den anarchistischen Angriff auf die Operation Erebo

Unbeugsame Solidarität für alle verfolgten Anarchist*innen in der südlichen Region des Gebietes, das vom brasilianischen Staat beherrscht wird.

Wir rufen für Februar und März zu ausgedehnten Aktione auf, als Antwort auf die Operation Erebo .

2017 leite die Zivilpolizei von Porto Alegre die sogenannte “Operation Erebo” ein, um anarchistische und libertäre Räume zu verfolgen. Für uns ist klar, dass der Staat alle stürzen möchte, die ihre Ideen zu einer wirklichen Bedrohung werden lassen.

Keine Aggression bleibt ohne Antwort. Vor diesem Hintergrund, rufen wir dazu auf, dass es überall zu sofortigen Maßnahmen gegen jeden Winkel unseres Feindes kommt. Wir werden nicht in der ängstlichen Defensive sein und dabei auf den nächsten rechtlichen Schritt der Polizei warten, der uns trifft.

Lasst die Idee sich innerhalb aller beherrschten Gebiete, wie das Feuer der Revolte verbreiten. Mögen die Worte der Rebellion sich durch den Wind überall verteilen.

Lasst uns kreativ sein.

Kommunikation ist eine Waffe!

Für Staatenlose Solidarität!

Die Freiheit wird siegen!

“Wir sind Anarchist*innen, wir lieben Freiheit und ja, wir verachten all die Werte und Institutionen, die diese Kriegsmaschine ausmachen, die Kapitalismus, Zivilisation genannt wird

auf portugiesisch / auf englisch / auf spanisch

 

Anonym: Smarter Shit

erhalten am 2.2.2018 Quelle: Anarchistische Bibliothek

Die Smart City, die „intelligente” Stadt entsteht – in Berlin und an vielen weiteren Orten, weltweit. Was bedeutet Smart City eigentlich, wer treibt diese Entwicklungen voran, wem nützen sie und was könnten die Folgen sein? Wo finden sich Konfliktfelder und Angriffspunkte?

Smart City – was ist das Eigentlich?

Der Begriff Smart City ist seit Ende der 90er Jahre im Umlauf, wobei es keine klare Definition davon gibt, was das eigentlich bedeuten soll.

Eindeutig ist jedoch, dass der Begriff, die Leitbilder und Projekte der Smart City, von Staaten und Firmen gemeinsam entwickelt wurden und werden. Zur Smart City gehören verschiedenste Angriffe der Herrschenden, z.B. zentralistisch geplante Großprojekte wie die Planstadt New Songdo City in Südkorea, die als vernetzte Stadt, vollgestopft mit Sensoren, eine Vorreiterrolle einnehmen soll. Andererseits werden teilweise auch „Basisprojekte”, also z.B. computerbasierte Projekte zur E-Beteiligung (das E– bedeutet Elektronisch) an Entscheidungsfindungen bestens in diese smarten Konzepte integriert oder sogar als Teil davon entwickelt.

Manche Firmen arbeiten gar an Visionen eines Smarter Planet, also eines allumfassend vernetzten und kontrollierten Planeten und damit auch dessen Bewohner*innen.

Die Akteure bei dieser Neuorganisierung der herrschenden Strukturen sind natürlich diese selbst und umfassen damit eine enorme Bandbreite. Unternehmen wie beispielsweise SAP, Siemens, Bosch, IBM, Oracle oder google sind Hauptakteure. NGOs, verschiedenste staatliche Stellen unterschiedlicher Länder, aber auch die EU und die Vereinten Nationen arbeiten gemeinsam an diesem absoluten Kontrollwahn.

Schöne neue Welt

Mit vielfältigen Versprechen wollen die Herrschenden der Bevölkerung die totale Kontrolle schmackhaft machen. So soll die Smart City Nachhaltigkeit fördern und die Lösung ökologischer Probleme bringen, Probleme, die genau diese Leute und Strukturen mit deren Technologien selbst entwickelt und verbreitet haben.

Auch sollen diverse Technologien angeblich die soziale und kulturelle Entwicklung fördern: die Kultur der Vermarktung und Verblödung.

Ein gern benutztes Argument ist außerdem die Sicherheit, was bekanntlich auch die Sicherheit derjenigen meint, die privilegiert sind, die mehr besitzen als andere, was die Sicherheit zum Fortbestand von Systemen der Ausbeutung und Kontrolle meint. Eine Sicherheit der vorgegebenen Welt – ohne Abweichungen.

Dafür wird aber einiges bequemer. Viele Versprechen werden als „Gewinn” wahrgenommen, da sie Bequemlichkeit und Faulheit fördern. Digitale Prothesen sollen das Leben erleichtern, die damit einhergehenden Abhängigkeiten und Verkümmerungen bleiben unerwähnt.

Als Ausgleich wird mit immer mehr Mitbestimmung geworben, was durch E-Partizipation möglich gemacht werden soll. Also kontrollierte Stimmabgabe im vorgegebenen Rahmen, mehr Mitbestimmung, aber nur dort, wo es den Kontrollierenden passt.

Außerdem soll der massive Ausbau neuer Technologien die Effizienz und Produktivität erhöhen. Wer davon profitieren wird, ist auch heute schon klar ersichtlich – diejenigen, die die Produktionsmittel, Netzwerkströme und Arbeitskräfte bestimmen.

Und somit wird schließlich auch mit wirtschaftlichem Aufschwung geworben. Die Industrie sieht einen riesigen, in diesem Ausmaß lange nicht dagewesenen neuen Absatzmarkt.

In einer Smart City werden Stadt und Mensch als eine Maschine gesehen. Der Mensch funktioniert, als Teil des Ganzen, der Stadt, und ist kein autonomes Wesen. Damit dies möglich wird, soll ein Internet der Dinge aufgebaut werden. Gegenstände, Informations- und Kommunikationstechnologien und Körper müssen entsprechend ausgerüstet und vernetzt werden. Eine totale Reorganisation des Lebens in allen möglichen Bereichen ist Teil dieser Ideen. Sicherheitsmanagement, gesteigerte Effizienz und Leistung des Staates und seiner Institutionen, Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz und ein umfassendes Internet der Dinge sind Kernelemente dieses Angriffs.

Deine Reorganisierung

Die Mittel zur Durchsetzung dieser Reorganisierung sind vielfältig, sie reichen in alle Lebensbereiche hinein. So wird eine durchdringende Datenerhebung in Echtzeit, sowie eine systematische Prozessbeobachtung anvisiert, was bedeutet, dass möglichst viele Veränderungen in allen Bereichen mitgeschnitten und live ausgewertet werden können. Und zwar durch in Objekte eingebettete Sensoren und Rechner, die sich über das Internet miteinander verbinden, kommunizieren und Informationen übertragen. Sensoren im Asphalt und in Fahrzeugen, kombiniert mit Informationen der Smartphones der Verkehrsteilnehmenden, sollen eine bessere Verkehrskontrolle ermöglichen. Ein*e Bürger*in wird als Sensorknoten gesehen und benutzt, die E-Partizipation im Spiel der Herrschenden ist die Fata Morgana der um jegliche Selbstbestimmung Beraubten.

Die smarter Techniken soll die Industrie 4.0 entwickeln, durch die die Arbeitswelt einen massiven Wandel erleben wird. Vernetzte (Selbst-)Organisation der Produktion bedeutet eine Robotisierung, aber auch eine Spezialisierung der dann noch Arbeitenden.

Der umfassende Charakter der Eingriffe benötigt außerdem eine intelligente Verzahnung verschiedenster Aufgabenfelder, also Zugriffe und Verknüpfungen auf das Verhalten in den Bereichen Arbeit, Konsum, Gesundheit, Freizeit, Mobilität, jegliche Art von Dienstleistungen, etc.

Eine optimierte Gesundheitsversorgung soll unter anderem durch Selbstvermessung, Selbstregulierung und Selbstoptimierung erreicht werden. Statt eines Lebens, welches mehr Bewegung im Alltag z.B. durch Gartenarbeit beinhaltet, werden überall ausbeutbare Abhängigkeiten von Dienstleistungen erzeugt. Es gibt immer mehr Werkzeuge zur persönlichen Gesundheitsanalyse und immer mehr Fitnessstudios, denn gesunde Menschen sind einfach billiger. Um dich ausbeutbar zu machen, werden auch hier Probleme benutzt, die von der bestehenden Ordnung erzeugt wurden. Um sie mit neuen Problemen am Leben zu erhalten, aber aushaltbar zu machen.

Und wer manches nicht mehr aushält, sucht sich andere Wege, für die wiederum neue Formen der Kriminalitätskontrolle entworfen werden. Durch stärkere polizeiliche Überwachung, Datenerhebung und -zusammenführung, sowie Nutzung anderer neuer Technologien soll der Repressionsapparat ausgebaut werden. So wird im Berliner Strategiepapier für eine Smart City Berlin beispielsweise ganz konkret von der Auswertung von Satellitenbildern gesprochen.

Aber nicht nur bessere technische Ausrüstung spielt hier eine Rolle, sondern auch sich verändernde Sicherheits-, also Kontroll- und Repressionskonzepte. Billiger und einfacher zu kontrollieren als durch „die harte Hand”, durch Bestrafung, ist vorauseilender Gehorsam und Selbstzurichtung. Wobei auch viele Knäste zu Unternehmen werden, die profitabel sein können und es wohl immer auch Menschen geben wird, die aus den vorgegebenen Mustern ausbrechen oder trotz ausgefeilter Überwachung und Selbstkontrolle Gesetze brechen und weggesperrt werden.

Be smart, be Berlin

Ein konkretes Beispiel ist die Stadt Berlin, die sich anschickt eine smarte Stadt zu werden, um im internationalen Ausbeuterwettbewerb ganz vorne mitspielen zu können. Berlin soll „Standort für Zukunftsindustrien und -technologien werden” (Die Zitate dieses Abschnitts stammen aus dem Papier Smart City-Strategie Berlin von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin). Vieles in dem Strategiepapier der Stadt zur Smarterisierung bleibt vage und schwammig, eher soll Politik grundsätzlich in eine smartere Richtung gebracht werden.

Um die ehrgeizigen Vorhaben der massiven Ausweitung von Kontrolle und Technologisierung des Alltags durchzusetzen, soll die Bevölkerung dahingehend beeinflusst und überzeugt werden. Das alte Spiel der Politik von Manipulation und Zurichtung: „Es bedarf einer langfristigen, auf Glaubwürdigkeit ausgerichteten Kommunikationsstrategie, die der Bevölkerung die Sinnhaftigkeit des Smart City-Ansatzes verdeutlicht”. Natürlich wird dabei alles als supernützlich dargestellt und auch in versteherischer linker Tradition immer zur sanften Vorsicht gemahnt, dass angeblich das Wohl des Einzelnen und die Privatsphäre dabei eine große Rolle spielen würden. Alles nur zu deinem Wohle.

Der Mensch, die Maschine

Für einen effizienteren Staat wird bereits an einem E-Gouvernment-Gesetz gearbeitet, wobei Geschäftsprozesse einfacher werden sollen, E-Verwaltung, der E-Pass und die umfassende E-Akte sind Teil dessen. Als absolute Grundlage der Smart City wird auch ein immer überall verfügbares öffentliches WLAN genannt, die BVG zum Beispiel bietet dies mittlerweile in ihren Bussen an. Diese sollen sich dann auch in einer „systemübergreifenden Verkehrssteuerung” bewegen, was bedeutet, dass möglichst viele Fahrzeuge im Verkehr kommunizierend oder autonom fahren. Auch eine „Innovationsförderung” ist Teil des E-Gouvernments. So sollen „Risikokapitalfonds aus Mitteln des Landes und des Europäischen Fonds finanziert werden, um kleine und mittelständische Unternehmen der Technologie- und Kreativwirtschaft zu fördern.” Berlin will Vorreiterin in der wahnhaften Technologisierung unserer Leben werden.

Dazu werden unter anderem E-Health-Lösungen angestrebt, beispielsweise eine Vernetzung aller betreffenden Akteure. Was das konkret heißt, bleibt wieder mal im strategischen Dunkel. Die Health-Watch die mit deinem Smartphone kommuniziert, welches Fitnesskurven in der Cloud erstellt, mit der Termine im Fitness-Center gemacht werden und die deiner Ärztin ein Gesundheitsbild in Echtzeit liefert, das wiederum der Gesundheitsbehörde die statistische Vermessung und Kategorisierung des Lebens ermöglicht und bei der Krankenkasse deinen Beitrag berechnet? Alles schon in der Entwicklung, die Umsetzung beginnt jetzt.

Genau wie bei Smart Homes, welche einen „Anwendungsschwerpunkt” darstellen und „an deren möglichst schneller Verbreitung auch ein öffentliches Interesse besteht”. Neben der totalen Vernetzung aller Geräte und Körper gehört z.B. auch eine „Kiez-App”, mit der sich Nachbar*innen austauschen sollen. Auf welche Art und Weise und was dort erlaubt ist und was nicht, bestimmt der staatliche Algorithmus (digitales Grundgerüst/die Programme, die den Zweck und die Möglichkeiten einer digitalen Anwendung bestimmen). Einmal abgesehen davon, dass dadurch noch mehr Leben ins kontrollierbare, flatterhafte Virtuelle verbannt wird.

Auch im Zuhause beginnt die smarte Energie. „Die Energieversorgung der Zukunft benötigt ein intelligentes Netz, das die Energiekonsumenten und -produzenten mithilfe digitaler Informationstechnologie verbindet und kontinuierlich Informationen über Energienutzerverhalten und Energiebereitstellung auswertet”. Dadurch wird beispielsweise auch nachvollziehbar, wann sich wie viele Menschen bei dir zu hause aufhalten.

Um diese unsolidarische Gesellschaft, die Privilegien mancher zu schützen und um die uns eingeimpfte vermeintliche Sicherheit zu wahren, soll eine „qualitativ neue smarte Sicherheitskultur” eingeführt werden. Dazu gehören z.B. die Nutzung von Satelliten, aber auch Firewalls und kontrollierte Teilabschaltungen ganzer Netzwerke. Wenn wir uns also auf digitale Kommunikation verlassen, werden wir andere Kommunikationsstrukturen und somit auch unsere Selbstbestimmung verlieren. Die Strateg*innen der Herrschaft betonen, wie wichtig eine verfügbare Dateninfrastruktur auch in Krisenzeiten ist, was auch immer der Staat als Krise definiert. Die Vernetzung wird totalitär und immer überall, aber dafür auch immer überall angreifbar: „Zunehmende Vernetzung auch sensibler Bereiche erhöht die Verwundbarkeit gerade kritischer Prozesse und Strukturen […] Bereits mehrstündige Stromausfälle können die Funktion bestehender Systeme grundsätzlich infrage stellen.”

Die smarter Herrschaft

Mehrere Akteure arbeiten an der Entwicklung und Umsetzung dieser Ideologie des Fortschritts. Die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH dient als angeblich Motor und Schnittstelle zwischen Politik, Unternehmen, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen und wirtschaftsrelevanten Akteuren. Das Netzwerk Smart City ist „Berlin Partner und repräsentiert einen Querschnitt führender Unternehmen, Forschungs- und wissenschaftlicher Einrichtungen, relevanter Netzwerke, Start-ups und Finanzierungseinrichtungen”.

„ [Der] Einsatz von innovativen Technologien soll ein Kriterium bei öffentlichen Vergabe- und Beschaffungsprozessen [werden]” der ist es schon. Das Projekt „Schaufenster für Elektromobilität” besitzt bereits ein Gesamtvolumen von bis zu 85 Millionen Euro. Infrastruktur allgemein soll massiv smart ausgebaut, Gebiete „erschlossen und optimiert” werden. Was diese Optimierung konkret bedeutet, bleibt unklar. Mit Sicherheit wird an der kommerziellen Erschließung und Ausweitung gearbeitet. Aufwertung und Verdrängung sind bekannte Folgen.

Dabei entscheidend ist die sogenannte Industrie 4.0, welche teilweise auch schon getestet wird. Diese Ideen der Umwandlung von Industrie und Arbeit beinhaltet viele Facetten: Robotisierung, Flexibilisierung, Spezialisierung und so weiter. Also mehr Arbeitslose, mehr Entfremdung und Fremdbestimmung, mehr Abhängigkeiten, mehr Unterwerfung unter den Verwertungsdruck. Die hippen Industrien 4.0 sind bereits Teil dieser Stadt: In Adlershof, dem Clean Tech Park in Marzahn-Hellersdorf und auf dem EUREF-Campus in Schöneberg; die Urban Tech Republic wird in Tegel zur Nachnutzung des Flughafens entstehen.

Berlin wirbt gezielt Vorreiter der zukünftigen technologischen Ausbeutung an. So findet die größte Smart City-Kongressmesse der Welt, die Metropolitan Solutions, seit 2015 jährlich in Berlin statt. An der Ideologie der smarter Herrschaft arbeiten außerdem die CKI-Konferenz, die Berliner Wirtschaftskonferenz, der Smart City Summit, die Asien-Pazifik-Wochen und der Stadtarchitekturkongress. Hier wird an unserer Zukunft gefeilt – ein massiver Angriff, bisher scheinbar ungestört vorbereitet. Allen voran Firmen wie Deutsche Telekom, Bertelsmann, Springer, Microsoft, Google und Siemens, die dabei in Berlin „bedeutsame Impulse” setzen.

Smarter desaster

Welche Folgen könnte die Umsetzung der beschriebenen smarten Ideen haben?

Probleme für Probleme

In einigen Bereichen wird durch effizientere Technologie eine bessere ökologische Ausnutzung und ein geringerer Ressourcenverbrauch erreicht. Gleichzeitig benötigt die Smarterisierung jedoch eine Menge neuer Geräte, Sensoren und Computer, welche im Bau einen Haufen Energie und Rohstoffe verbrauchen. Die Entsorgung superschnell veralteter Geräte vergiften die Umwelt. Viele der benötigten Materialien werden zu beschissensten Arbeitsbedingungen aus Ländern des globalen Südens vor allem für unseren Luxus hier ausgebeutet, eine Forstsetzung der kolonialistischen Tradition westlicher Länder, nur mit anderen Mitteln.

Gedanken darüber, ein Leben mit weniger Dingen, Technik und Mobilität zu führen, um die eigentliche Ursache ökologischer Probleme anzugehen, liegt jedoch nicht im Interesse des Kapitals, da im Kapitalismus immer mehr produziert werden muss, immer mehr Gewinn erwirtschaftet werden muss, damit er funktioniert. So haben die Verfechter*innen des Bestehenden kein Interesse daran, Ursachen für Not und Zerstörung zu bekämpfen, sondern es wird versucht die Maschinerie immer weiter zu treiben, Mittel für angebliche Lösungen zu finden, für Probleme, die diese selbst erzeugt haben.

Die soziale Zerstörung

Dazu gehören auch soziale Verhältnisse. Wie man an Orten, wie beispielsweise dem Silicon Valley in den USA, sehen kann, klaffen hier die Eigentumsverhältnisse noch weiter auseinander als bisher. Gemeint sind Orte, die die aktuellen Entwicklungen vorwegnehmen und im System zukunftsweisend sind, wo die Tech-Elite ihre technologischen Tempel aufbaut, die Industrie 4.0 sich verbreitet und smartes Leben bereits Alltag wird. Hier verarmt ein großer Teil des Mittelstands, die soziale Ungleichheit steigt. Eine harte Gentrifizierung folgt, also eine Verdrängung angestammter Bewohner*innen, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen können, weil Eigentümer*innen viel besitzen und damit ihren Profit weiter erhöhen wollen. Es entsteht eine neue Elite, machtvoller als viele Staaten, angehäuft mit einem nie dagewesenen Berg an Informationen und Mitteln. Gleichzeitig gibt es immer mehr verarmte Menschen, oft Migrant*innen, die die im Kapitalismus als „niederen” Dienste gesehenen und zumindest schlecht bezahlten Jobs wie Putzen oder Kinderbetreuung übernehmen. Doch auch daran wird gearbeitet: in 20 Jahren sollen Roboter einen großen Teil dieser Arbeiten erledigen.

Diese weitere Polarisierung bewertet und entwertet Menschen, betreibt soziale Zerstörung und Vertreibung. Und nicht nur in der eigenen Stadt – die Ausbeutung ist global. Der Reichtum mancher Weniger fußt auch auf der Ausnutzung von Ressourcen und Menschen, vor allem aus südlichen und östlichen Ländern. Von der Hose bis zum Chip, die Ressourcen und die Arbeitskraft kommen aus dem Trikont, die Ware bekommen wir.

Meins meins meins

Auch in den Städten hier trennen sich immer mehr Arm und Reich. Die neuen Reichen, jung und smart, drängen in die Städte, es entstehen Innovationsdistrikte mit Vierteln von Tech-Spitzenverdiener*innen. Hier pulsiert das Leben, ist Kultur, Party und Lifestyle, der altbekannte Speckgürtel ist jetzt zusätzlich die Innenstadt, der Pöbel wird immer weiter nach außen gedrängt. Wer Eigentum hat, wird damit noch reicher, wer wenig oder nichts hat, kriegt noch was abgenommen und ist am Arsch. Da nicht die Menschen die drin wohnen die Häuser besitzen, sie stattdessen das Eigentum von Wenigen sind, können Markt und Eigentümer*innen das soziale Leben ärmerer Leute zerstören, weil diese z.B. wegen Mieterhöhung oder Umwandlung in Eigenbedarf wegziehen müssen.

Solange es Eigentum an sich gibt, ist die Grundlage für Ausbeutung geschaffen und manche Arschlöcher werden das Ausnutzen. Vermutlich sogar die meisten, sofern sie die Möglichkeit dazu hätten. Es ist also sinnlos für niedrigere Mieten oder gegen Umwandlung in Eigentumswohnungen zu kämpfen, diese Auseinandersetzungen können höchstens Aufhänger für eine Vertiefung der Konflikte und der grundlegenden Fragen für ein ganz anderes Leben dienen.

Die Beziehung des Wettbewerbs

Die Städte untereinander wiederum stehen im harten Wettbewerb, genauso wie Staaten, Firmen und angeblich auch du und ich. Die Stadtregierungen werden harten Druck bekommen und ausüben, an der Smarterisierung teil zu haben, da dies die einzige Chance ist, dauerhaft wirtschaftlich am Weltmarkt zu bestehen. Im Gegensatz zu einem Konzern, der im Verwertungsdruck gefangen ist, oder der Politik, die immer quantifiziert, für andere entscheidet und am Machterhalt mit dessen zwangsläufigen Mitteln geknüpft ist, können du und ich etwas anders machen. Beziehungen führen die nicht auf Wettbewerb, Tausch oder Gewinn aus sind, Verbindungen die der Verwertung durch Solidarität, kollektiven Strukturen und Praxis des Widerstands etwas entgegensetzen.

Überflüssige Roboter

Dafür könnten sich Gefährt*innen, vor allem unter den Überflüssigen, finden. Denn im kapitalistischen Sinne Überflüssige wird es immer mehr geben, Menschen ohne Arbeit, nicht mehr wirklich nützlich für die Marktwirtschaft, oder Billiglohnarbeitende, die dann auch teilweise noch durch Automatisierung und Robotisierung ersetzt werden. Die massive Datensammlung des smart live ermöglicht die Robotisierung der Gesellschaft, da Roboter viele Daten brauchen, um möglichst selbstständig agieren zu können und dann auch gleichzeitig ein Menge Daten aufnehmen und weitergeben.

Die möglichen Folgen der fortschreitenden Automatisierung können wir nur erahnen. Die Menschen werden eine Menge Skillz verlieren, viele Fähigkeiten werden wir verlernen. Das ist nichts neues, wer weiß noch wie man sich selbst versorgt oder wenigstens das Auto selbst repariert? Hier wird schnell klar, neue Autos sind Computer, selbst reparieren ist kaum noch möglich, Eigenständigkeit ist nicht erwünscht, geschweige denn ein Ziel. Technologisierung und Automatisierung erschaffen enorme Abhängigkeiten, und zwar von Techniker*innen, Konzernen und Strukturen, deren Interesse es ist, uns immer abhängiger zu machen, um verwertbar zu bleiben. Das wertvollste Produkt wird die Dienstleistung werden, da alles spezialisierter wird. Im Plan der Strategen der Abhängigkeit und Verwertung ist die Zukunft der Autonomie nicht die des Menschen, sondern die der selbstfahrenden Autos, der autonom putzenden Roboter, der von Algorithmen gefilterten virtuellen Beziehung und der intelligenten Maschine die im Altersheim Karten spielt und in der Schule vorliest.

Wenn wir Selbstbestimmung erlangen wollen, müssen wir uns die Fähigkeiten erhalten und erlernen, die nicht nur das Bestehende zerlegen, sondern uns auch befähigen, anders als den uns vorgegebenen Weg zu gehen. Fähigkeiten und Angewohnheiten, die direkte Kommunikation ermöglichen und Grundbedürfnisse auf möglichst direkte und sozial wertvolle Art befriedigen können.

Die Kontrolle der Dinge

Dem entgegen arbeitet die Ausweitung des Internets der Dinge. Alles und jede*r soll mit Sensoren versehen werden oder gar eine eigene Rechnereinheit bilden. Dafür werden beispielsweise RFID-Chips an allen möglichen Produkten sorgen, die dann selbstständig mit der vernetzten Umwelt kommunizieren wann wo was wie gerade ist und sich verändert. Oder auch Mini-Rechner in Haushaltsgeräten, die ständig alles Mitschneiden und gegebenenfalls selbst „Entscheidungen” treffen sollen. Ebenfalls wird an der Verbindung Mensch-Maschine gearbeitet, die fast angewachsene Prothese Smartphone ist erst der Anfang. Implantate und rückkoppelnde Hilfsmittel wie google glass oder auch bildschirmartige Kontaktlinsen können Teil des Internets der Dinge sein.

Sensoren überall beobachten und überwachen Dinge und Menschen, von denen Interaktionsmuster, also z.B. Benutzerprofile oder Bewegungsmuster erzeugt werden. Die Daten können von Firmen und Staaten nach bedarf benutzt werden, zur Vermarktung auch des letzten Teil des Lebens oder auch zur Kontrolle und der Erfassung „abweichender” Verhalten. Diese penetrante Art der dauerhaften Datenerhebung von allem was Ist, dieses Netz in dem wir immer mehr in einem offenen allgegenwärtigen smarteren Gefängnis leben, soll alles messbar und bewertbar machen. Das ist das neue Gold, der neue Absatzmarkt, die Ausbeutung des Lebens und der Beziehungen selbst, die absolute Abhängigkeit von Mutter Konzern.

Die Sicherheit der Ausbeutung

Dahingehend werden die Voraussetzungen für kybernetische Kontrollapparate geschaffen. Die Erde, ein Lebewesen, das Leben selbst ist nach dieser Idee berechenbar, angeblich nur eine Maschine. Wenn möglichst viel verfolgbar und steuerbar ist, wächst die Möglichkeit der Kontrolle enorm an. Nicht für das betroffene Individuum, sondern für diejenigen die die Mittel, Ressourcen, Netzwerke und Informationen besitzen oder verwalten, oder den Handlungsrahmen, die bestimmenden Algorithmen vorgeben. Es wird immer schwieriger sich dem Netz der Kontrolle zu entziehen.

Die eingesetzten Mittel sind äußerst vielfältig, so werden beispielsweise immer ausführlichere DNA-Datenbanken angelegt und immer mehr DNA-Proben gesammelt und abgenommen. Auch DNA-Profile von Familienmitgliedern sind ersichtlich, kürzlich hatten Politiker*innen gefordert, das Erstellen von Phantombildern per DNA-Fund zu legalisieren – technisch kaum mehr ein Problem. Die Forschung beschäftigt sich außerdem eingehend mit der Nutzung von Drohnen, Spionagesoftware, Robotern, sogenannten „nicht-tödlichen” Waffen und anderem technologischen Spielzeug zur totalen Überwachung. Drohnen und Satelliten sollen Informationen z.B. bei der Strafverfolgung liefern, flächendeckende Kameras sollen einschüchtern und schon entwickelte Demoroboter können per unangenehmen Geräuschen, Überwachung oder Tränengas Versammlungen einschüchtern und auflösen. Die smarte Repression funktioniert unter anderem durch Abschreckung, da durch eine Aufrüstung die Zielgenauigkeit und Wirksamkeit der Gewaltmittel erhöht werden. Gleichzeitig werden Überwachungssysteme allgegenwärtig, normal und daher von vielen schon gar nicht mehr (als solche) wahrgenommen.

Eine Tendenz ist bei modernen Bullentaktiken schon jetzt ersichtlich: es gibt einen Übergang von reaktiven zu präventiven Polizeimethoden. Intensive Kontrolle, Präsenz und Datenerhebung kombiniert mit kleinen gezielten Zugriffen lassen einen psychologisch hilfloser und kontrollierter erscheinen als durch martialisch auftretende Bullen, die die Knüppel schwingen und somit ein klares hier und dort, klare Trennlinien aufzeigen. Heute ist alles lieb und Freund und Helfer, Gewalt gibt nur schlechte Bilder. Abschreckung kann viel subtiler, unterschwelliger passieren, ist somit sauberer, konfliktfreier und verhindert durch Vereinzelung und Isolierung offene Solidarisierungen. Weniger körperliche Gewalt und Internierung, stattdessen unablässige Kontrolle und unmittelbare Kommunikation, sind in der Unterdrückung clean und smart. Damit wird eine Ohnmacht, ein Gefühl des ausgeliefert sein, der Entfremdung und des allein sein erreicht.

Hilft dies nicht, so gibt es trotzdem weiterentwickelte technologische Werkzeuge und Waffen zur Aufstandsbekämpfung und weiterhin auch Knäste. Einmal mehr zeigt sich hier, dass Vereinzelung als Waffe der Politik genutzt wird und dass gegenseitige Hilfe und Solidarität den Interessen der Herrschenden entgegenstehen und Grundsteine des Widerstands gegen diese Verhältnisse sind.

Die totale Verwertbarkeit

Die Offensive der Herrschenden zur Regelung aller Lebensverhältnisse verbreitet und fördert ein totalitär technologisches Denken. Alles wird angeblich technisch lösbar, für jedes Problem ein Programm. Dabei verändert sich das Bild des Menschen selbst. Wenn du vor mir stehst, dann nehmen meine verschiedenen Sinne unterschiedliches von dir wahr: deinen Geruch, deinen Gang, deine Sprache, deine Ränder unter den Augen. All dies verknüpfe ich mit den Erfahrungen meines Lebens, ein Gefühl zu dir entsteht. In einer Welt der Maschinen wird das Individuum in einzelne Datenpunkte, in Informationen aufgelöst und nach vorbestimmten Algorithmen und Statistiken wieder zusammengesetzt. Du bist nicht du, sondern dein virtuelles Ich bei facebook, deine Google-Suche nach Krankheiten, dein Kaufverhalten im Supermarkt, deine Beziehungsmuster im Datingportal, deine Leistung im Fitnessstudio oder die Voraussage über die Wahrscheinlichkeit deiner Kriminalität. Wem du dein Gesicht zeigst, deine Vorlieben mitteilst, mit wem du über deine Krankheiten redest, ist dann nicht mehr deine Entscheidung sondern derjenigen die deine Informationen ausbeuten und verwalten. In der Kontrollierbarkeit von Menschen ein Quantensprung, bei dem Grenzen zwischen Stadt, Körper, Materialien, Geräten – Beziehungen, Personen und Handlungen verschwimmen, da alles Verwertbare zur Information wird.

Das System bestimmt dabei, welcher bestimmte Faktor dabei jeweils das Einzige von Bedeutung ist. Die Durchdringung dieser Offensive versucht in jede Trinkflasche, in jede Bewegung, in jede Beziehung vorzustoßen, denn nur so kann die Umgebung smart, also „intelligent” werden. Wenn es bald kein Bargeld mehr gibt und du immer mit Karte oder Smartphone zahlen musst, wenn sich die U-Bahn-Türen nur noch öffnen lassen, wenn du einen Bezahl-Chip implantiert unter der Haut hast, werden die Wahlmöglichkeiten, welche uns sowieso schon vorgegeben sind, immer geringer. Da diese Technologien dermaßen tief in das Leben eingreifen sollen, wird es immer schwieriger werden, bestimmte Dinge NICHT zu tun. Wir werden uns an einigen Punkten entscheiden müssen, wie heute auch schon. Nur werden der Ausschluss und der angebliche Verzicht massiv zunehmen. Zufriedenheit ergibt sich aber aus einer Kohärenz, daraus dass ich auch das Tue was ich für richtig halte und was meinen Ideen entspricht, nicht unbedingt aus dem einfacheren und bequemeren Weg.

Macht hoch 10

Ein tiefer gesellschaftlicher Umbruch steht bevor. Eingriffe in das Leben sind geplant, die wahrscheinlich tiefgreifendere Veränderungen wie die industrielle „Revolution” hervorrufen können. Manche smarte Entwicklungen, wie z.B. im Bereich der Nanotechnologie sind nicht mehr umkehrbar, da sie mit ungeahnten Folgen in unsere Umwelt ausgesetzt werden. Andere Angriffe werden das alltägliche Leben umkrempeln. Die Idee Smart City beinhaltet verschiedenste soziale Felder, Produkte, Kommunikationen, Regelungen, und so weiter.

Daher kann die Smart City nicht getrennt von Technologisierung und Herrschaft an sich gesehen werden. Die Ideen, Methoden und Mittel der Smart City sind Wegbereiter für Strategien lückenloser Kontrolle und Effizienz, das Ausmaß staatlicher Kontrollmöglichkeiten wird damit enorm gesteigert werden. Dies geht einher mit einer belästigenden Kultur der Selbstoptimierung, Selbstausbeutung, Selbstkontrolle und der Zustimmung.

Dieser Angriff in alle Dimensionen des sozialen Lebens bietet angeblich technologische Lösungen für alles. Die totalitäre Effizienz der technologischen Smartness will uns einverleiben, sortieren und klassifizieren. Sie lässt keine Gefühle, keine Ungewissheiten zu – nur Berechenbarkeit. Die sozialen Fragen der smarter Herrschaft beschränken sich auf Kontrollierbarkeit und Ausbeutbarkeit. Was eigentliche Probleme im miteinander sind, wie Ausbeutung und Herrschaft des Menschen über den Menschen entstehen und welchen sozialen Gehalt technologische Hilfsmittel haben, sind Fragen die an die Wurzel gehen, sie entwickeln sich im lebendigen reflektierenden Miteinander im Konflikt mit dem Herrschenden.

Wieviele Dinge brauchst du noch, um glücklich zu sein?

Wir kennen diese Systeme der Herrschaft, der Repräsentation, der Politik, der Repression, der Ausbeutung – das ist nichts neues. Jedoch gibt es neue Player mit neuen, ausgefeilteren Methoden. In diesem Projekt der Herrschenden zur Restrukturierung des Kapitalismus, das heißt die Veränderung, Verfeinerung und wohl auch Verschärfung ihrer Systeme, bietet ihnen nie dagewesene Möglichkeiten der Macht durch die Durchdringung aller Lebensbereiche. Das ist eine entscheidende Veränderung, die nicht skandalisiert, sondern mitsamt ihren Ursachen – den Strukturen und Handlungen der Herrschaft – zerstört werden muss, sofern jemand Ideen der Freiheit, der solidarischen Selbstbestimmung in sich trägt. Die meisten Menschen jedoch machen mit bei dem Konzept der freundlichen Zustimmung, verziert mit mal mehr oder weniger reformistischen Mahnungen und Forderungen an die Politik, z.B. zum Datenschutz. Verantwortungslosigkeit und Bequemlichkeit, der Anschein des Einfachen und Praktischen heißt am Ende jede Schweinerei willkommen. Mein Smartphone – ja stimmt schon, die ganze Überwachung und Ablenkung, aber praktisch ists schon und außerdem habe ich ja eh nix zu verbergen… Was mit all den Daten passiert bleibt oft im Dunkeln. Ich entscheide nicht mehr was mit meinen Informationen passiert und wenn es irgendwelchen Leuten und Strukturen gerade passt, dann werden sie sie verwenden. Und dann entscheiden sie wann und wofür, die Kriterien können sich jederzeit verändern, die Informationen sind da und bleiben bei denen, die es sich leisten können (Wer hätte im hippen Berlin der 1920er Jahre gedacht, dass ein paar Jahre später Faschismus herrscht?). Außerdem ist Technologie nicht neutral, sie erfüllt immer bestimmte Zwecke und hat oftmals nicht-beabsichtigte Eigendynamiken. Trotzdem: Alles scheint hilfreich, positiv, erleichternd, macht Spaß, gibt Lifestyle. Verkaufe mir meine Identität!

Hast du jetzt mehr tiefgehende Beziehungen, Menschen die auch bei dir sind wenn es schwierig wird? Was hast du in deiner Umgebung selbst erschaffen? Wie lange am Stück kannst du dich noch konzentrieren? Zu welchen grundsätzlichen Entscheidungen fühlst du dich in der Lage?

Bist du glücklicher?

shutdown

Es wird immer schwieriger die Tragweite der momentanen und zukünftigen Entwicklungen nachzuvollziehen, weil vieles kaum bewusst erlebbar ist. Die Mechanismen laufen subtil, unterschwellig ab, sind normal, gehören zu dir und sind gleichzeitig so komplex, dass die meisten sie nicht verstehen. Es ist nicht mehr der offensichtliche Sklaventreiber der die Peitsche schwingt, oder der Chef der dich ermahnt. Immer mehr sind es kleine Anstupser, Belohnungen, allgegenwärtige Kontrolle und Feedbacks deiner smarten Umgebung, die ein Netz, einen berechneten vorgegeben Rahmen vorgeben. Es ist wie mit der Zeit: wir leben immer effizienter, haben immer mehr Maschinen um uns Arbeit abzunehmen, und doch haben wir immer weniger Zeit und immer mehr Stress. Dieser Prozess ist schleichend, er vollzieht sich jeden Tag einen Stückchen weiter. Die Gewöhnung, die angebliche Normalität deiner Umgebung macht den Rest.

Die Smart City steckt bisher weitestgehend im Stadium der Planung und Ideen, Konzepte und Investitionsstrategien werden gerade erarbeitet. Einzelne Elemente von ihr breiten sich aber bereits im Alltag aus. Um weitere Angriffe auf die Selbstbestimmung durchzusetzen, wird momentan eine massive Meinungsbildung, oder eher gesagt Zurichtung und Köderung betrieben. Das geht einher mit einer Kultur der Angst, die von den Herrschenden und Meinungsmacher*innen geschürt wird. Angst vorm Terror, vorm Versagen, davor abgehängt zu werden, davor sein Kind alleine unbeobachtet zu lassen. Alles nützlich, um die hier beschriebenen Entwicklungen voranzutreiben. Dass mit am meisten Menschen, die hier nicht eines „natürlichen” Todes sterben, an den Folgen des Autofahrens draufgehen, spielt keine Rolle. Dem können wir nur entgegensetzen, sich nicht deren Kultur der Angst hinzugeben, sondern eigene Projekte zu entwickeln, die offensiv die eigenen Ideen ausdrücken und nach vorne bringen. Du bist ein handelndes Wesen und kannst selbst Entscheidungen treffen!

Jetzt geht es darum, eigentliche Interessen und Ziele der Konzerne und Staaten und deren Befürworter*innen aufzudecken und klar zu benennen. Dafür braucht es konkrete Projekte und Konflikte an denen Risse und Brüche auftauchen, an denen Widersprüche zu Tage treten. Das fängt im Alltag damit an, wenn ich Leute persönlich besuche oder nicht mehr mit ihnen rede wenn sie gleichzeitig auf einen Bildschirm schauen. Auch kann ich meinen digitalen Fußabdruck verkleinern und verschleiern oder mich bestimmten Entwicklungen verweigern und mein Umfeld damit konfrontieren. Wir können uns immer als lernende verstehen, Umgangsweisen der herrschaftsfreien solidarischen Beziehungen vertiefen, Verbündete suchen und auf vermeintliche Sicherheiten gegebenenfalls verzichten. Das Verzichten auf smarter Beziehungen üben und die Qualität des Persönlichen, des Gefühls, der eigenen Wahrnehmung, das Unberechenbare bewusst machen, erhalten und leben.

Auch Fähigkeiten und Strukturen, die Grundbedürfnisse befriedigen, wie zum Beispiel Gärtnern oder das Handwerk, sind elementar, wenn wir selbstbestimmt leben wollen. Die Technik an sich darf nicht auf den reinen Nutzen hin untersucht werden, sondern vor allem auch auf die soziale Qualität, auf das, was Technik mit uns macht und wie sie unsere Beziehungen beeinflusst. Ein Hammer braucht gewiss etwas spezielles Wissen und Maschinen um hergestellt zu werden, die endliche Entscheidung der Nutzung und die Folgen liegen aber bei mir wenn ich es so will. Bei einem Smartphone z.B. ist das anders, Materialien und Wissen sind hoch spezialisiert und müssen in höchster Abhängigkeit hergestellt werden, und verstehst du überhaupt was mit deinen Daten passiert, kannst du das steuern?

Da die Strukturen der Fremdbestimmung kleinteilig monströs und alltäglich machtvoll sind, braucht es mehr als persönliche Ablehnung und Alternative. Gerade dann, wenn es anscheinend keine klar erkennbare Herrschaft und Zentralen mehr gibt und wir alle teilhaben an der smarter Scheiße, gilt es doch Trennlinien auszumachen. Es gibt Strukturen, betrieben von Menschen, die weitaus mehr Verantwortung für diese Misere tragen und sie beschützen als andere, und diese sind angreifbar. Dabei geht es nicht darum, google oder eine*n Hauseigentümer*in zu vernichten, denn dann kommt ein anderes google, andere Ausbeuter*innen. Die Zerstörung der Systeme, Gedanken, Ideo

Setúbal, Portugal: Feier zum 110. Jahrestag des Königsmordes

Sie haben den König getötet! Es lebe die Anarchie!

Der Bau feiert den 110. Feiertag des Köngismordes am Donnerstag, den 1. Februar

15 Uhr -Café

19 Uhr – königsmörderische Überraschung

20 Uhe -Abendessen Buíça

21Uhr – Machtstrukturen in Monarchie und Republik

Wir laden alle ein, zu kommen und die Ermordung des Königs zu feiern, die der absuluten Macht der Monarchie ein Ende bereitet hat.

auf portugiesisch

FdA: Solidarität mit dem Widerstand vom 31. Mai 2017 in Nürnberg!

Am 31. Mai 2017 sollte in Nürnberg ein Berufsschüler nach Afghanistan abgeschoben werden. Zu diesem Zweck wollte die Polizei ihn vor den Augen seiner Mitschüler*innen direkt aus dem Klassenraum heraus abführen. Die wollten das jedoch nicht hinnehmen und reagierten mit hunderten anderen Menschen auf den Abschiebeversuch mit lautstarkem Protest und einer Blockade des Polizeiwagens, in dem der Schüler weggebracht werden sollte. Bei dem gewaltvollen Vorgehen der Polizei gegen die insgesamt rund 300 Abschiebegegner*innen kam es zu mehreren Verletzten und Festnahmen.

Im Nachgang dieser Ereignisse hat mittlerweile eine kaum mehr zu überblickende Anzahl von Menschen Post von der Polizei bekommen. Viele von ihnen müssen mit Anklagen und Prozessen rechnen; Leute aus anderen Städten haben bereits Strafbefehle im Zusammenhang mit dem 31.Mai bekommen. Und noch immer dauern die Ermittlungen an und die Liste der Beschuldigten, deren Engagement der Staat ganz offensichtlich hart abstrafen möchte, wird stetig länger. Auch die Bleibeperspektive des Berufsschülers, der abgeschoben werden sollte, ist weiter unklar. Ihm soll schon bald der Prozess gemacht werden – weil er sich dagegen gewehrt haben soll, in ein Bürgerkriegsland abgeschoben zu werden.

Ein Teilnehmer des Protests, der nach dem 31.Mai fünf Monate lang in Untersuchungshaft saß, wurde Ende Oktober in einem demütigenden Schauprozess zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung und 450 Sozialstunden verurteilt. Unter Zuhilfenahme des Strafgesetzesparagraphen 114 („tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamt*innen“), der ebenso wie der §113 StGB bezüglich Widerstands unlängst verschärft worden ist, versuchte das Gericht – wie die Politik zuvor – den Fokus auf die Kriminalisierung antirassistischen Protestes zu legen, anstatt sich mit den Gründen und Hintergründen für das Handeln der Demonstrant*innen auseinanderzusetzen. Die Frage, warum ein solcher Protest angesichts der rassistischen Abschiebepraxis notwendig ist, sollte gar nicht erst aufkommen.

Darin offenbart sich einmal mehr der kaum verhohlene Versuch, Widerstand gegen die Unmenschlichkeit der herrschenden Verhältnisse zu delegitimieren.

Wir, die Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA), erklären uns solidarisch mit allen Geflüchteten, die ihr Leben auf der Flucht für eine bessere und sicherere Zukunft riskieren. Dabei solidarisieren wir uns auch mit allen Menschen, die sich rassistischer Abschiebepraxis in den Weg stellen und sich behördlichen Anordnungen widersetzen.

Besonders in Anbetracht des erstarkenden Rechtspopulismus in Politik und Gesellschaft werden regelmäßige Sammelabschiebungen in sogenannte „sichere Herkunftsländer“ vorgenommen, um eine „gute deutsche Ordnung“ wieder herzustellen. Dass dies für die abgeschobenen Menschen Verfolgung, Folter und Tod bedeutet, scheint kein Hindernis für die Behörden und Politik zu sein.

Hinzu kommt, dass die Gegner*innen deutscher Abschiebepolitik zunehmend Opfer von Kriminalisierung und Polizeigewalt werden. Gerade dieses positive Beispiel von solidarischem und wirksamem Protest, wenn er wie am 31.Mai derartige Resonanz und Solidarisierung hervorruft, darf aus Sicht des Staates nicht zum Vorbild für zukünftige Protesthandlungen werden. Dass die Repression auch so viele Monate nach dem 31.Mai unvermindert stark ist, zeigt die Dringlichkeit auf, mit der der Staat effektiven Widerstand – wie die Verhinderung von Abschiebungen – als unrechtmäßig darstellen will. Stattdessen soll Protest sich auf Kundgebungen oder ähnlich unwirksame Aktionen beschränken

Doch wir lassen legitimen, wichtigen Widerstand nicht in Repression untergehen. Daher rufen wir dazu auf, sich mit den Betroffenen nach dem 31. Mai 2017 zu solidarisieren. Unterstützt sie und die Arbeit des Bündnisses „Widerstand Mai31 – Solidarität ist kein Verbrechen“, egal ob finanziell oder in Form von eigenen Aktionen, Solidaritätsbekundungen oder vielfältigen anderen öffentlichkeitswirksamen Handlungen, um der Wut über die Versuche des Staates, unsere Mitstreiter*innen abzustrafen und zu unterdrücken, Ausdruck zu verleihen. Und lasst auch weiterhin nichts unversucht, um dem Rassismus in Staat und Gesellschaft auf allen Wegen entgegenzutreten!
Solidarität ist eine Waffe!

Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) im Januar 2018

Spenden für die anfallenden Gerichtskosten sammelt das Bündnis Widerstand Mai 31 – Solidarität ist kein Verbrechen:
Empfänger*in: Rote Hilfe OG Nürnberg
GLS Bank
IBAN: DE85430609674007238359
BIC: GENODEM1GLS
Kennwort: 31.Mai

Originalbeitrag (Quelle: Anarchistische Gruppe Nürnberg “Auf der Suche”)

Armidale, Australien: Transparente anlässlich des Invasionstages entrollt

eingegangen am 26.Januar (auf englisch)

Am frühen Morgen des 26. Januar 2018 wurden in der Nähe vom sogenannten  Armidale ( Stadt in den Northern Tablelands, New South Wales) Transparente aufgehängt. Eines davon gegenüber der Parkanlage, in der das Fest zum Australia Day im Laufe des Tages veranstaltet werden soll und auf dem zu lesen ist: Kein Stolz am Genozid – 26. Januar = Invasionstag”. (Am 26. Januar erinnert Australien der Ankunft der ersten britischen Strafgefangenen 1788) Diese Aktion wurde durch nicht-indigende Menschen als kleinstes Solidaritätszeichen mit dem andauernden Kampf der Ureinwohner*innen ausgeführt.