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Contra Info: Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformation

Contra Info ist ein internationales, multilinguales Netzwerk für Gegeninformation und Übersetzungen, eine Infrastruktur, die von AnarchistInnen, Anti-Autoritären und Libertären unterhalten wird, die in den verschiedensten Teilen der Welt aktiv sind. Lies weiter »

Pyhäjoki, Finnland: Aktueller Bericht über die Räumung zweier Camps und dringender internationaler Solidaritätsaufruf

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erhalten am 30.4.2016

Dieses ist unser zweites Kommuniqué und ein Aufruf aus aktueller Not heraus. (Das erste ist hier zu lesen)

Die Repression gegen die GegnerInnen des Fennovoima-Rosatom Atomkrafwerktprojektes gehen weiter: und es wird immer schlimmer: Am Freitag, den 29. April wurden zwei Protestcamps in Pyhäjoki geräumt. Der Polizeieinsatz war für finnische Maßstäbe riesig. Nicht groß. Riesig. Aufgeboten wurden um die 20 Polizeiwagen, Beamte und Beamtinnen in Kampfausrüstung, Grenzkontrollhubschrauber, Abteilungen von beiden nationalen SWAT Teams, Hundestaffeln und speziell ausgerüstete Transporter zur Aufstandsbekämpfung.

Die Polizei erklärte die Räumung der beiden Camps, indem sie eine rechtlich-diffuse, schriftliche Polizeianordnung präsentierte, sogar ohne nähere Ortsangaben oder andere Informationen.

Die Mehrheit der Protestcamper und die TeilnehmerInnen der „Reclaim the Cape“ -Aktionswoche teilten sich in Gruppen auf und verschwanden in den Wäldern, ohne mit der Polizei zu verhandeln.

Während wir hier sprechen, werden die beiden Lager nach Infrastruktur und Habseligkeiten durchforstet. GefährtInnen werden durchsucht und aus dem Wald herausgegriffen. Diejenigen, die inhaftiert wurden, erhalten Hilfe und werden außerhalb der Zellen erwartet. Ein neues Camp befindet sich im Aufbau, das geschieht aber nicht öffentlich.

Am Donnerstag, den 28.April haben mehrere TeilnehmerInnen eine klassische gewaltfreie Lock-on Blockade gegen die Fennovoima-Rosatom Baustelle durchgeführt. Nach mehreren Stunden kam die Polizei. Sie hat aber schnell das Interesse and dieser Aktion verloren und ist stattdessen zum Aktionswochen-Camp vorgerückt. Nachdem die Polizei es gelungen war, das Camp gewaltsam zu übernehmen, sind elf Personen immer noch in Haft. Acht von von ihnen sind internationale GefährtInnen, von denen wiederum einige von Untersuchungshaft bedroht sind. Bisher lauten die Tatvorwürfe auf „verschärfte Sabotage“, „Teilnahme an gewalttätigem Aufruhr“ und „(gewalttätiger) Angriff auf einen Polizeibeamten“.

Ein Gefährte ist noch immer im Krankrenhaus und in einem ernsten Zustand, offensichtlich weil er von der Polizei angegriffen wurde.
Wie gewohnt, hat die Mehrzahl der Massenmeiden kein Interesse neutral oder professionell zu sein. Systematische Diffarmierung der Fennovoima-Rosatom GegnerInnen betreibt vor allem YLE Oulu’s (lokaler Ableger des nationalen Rundfunks)

Wie gewohnt, sollen wir nicht unsere Köpfe senken, wenn wir mit staatlicher Repression und physischer Gewalt konfrontiert sind. Dieser Polizeiaktion war der dritte große Einsatz gegen die Fennovoim-Rosatom- GegnerInnen innerhalb vier Tagen. Das schiere Ausmaß von Polizei und Staatsmittel, die gegen uns eingesetzt werden, erzählt eine einfache Geschichte: Wir konnten Fennovoima-Rosatom erheblich schaden und haben die Trennungslinie von „unbequem“ zu „möglicherweise gefährlich“ überquert. . Nebeher ist es uns gelungen, eine Widerstandskultur zu entzünden, die es seit dem Bürgerkrieg im Jahre 1918 nicht gegeben hat und die zweifelsfrei die Mächtigen erschreckt.

Wenn es nie eine Zeit gab, alle GefährtInnen einzuladen, um sich an diesem Kampf zu beteiligen, ist es jetzt die Zeit zur praktischen Solidarität aufzurufen. In unseren Stunden der Not rufen wir dazu auf, die Verhafteten, wie auch die Menschen zu unterstützen, die das neue Camp, hier in Pyjhäjoki aufbauen und verteidigen. Unterstützt den Widerstand, indem ihr Fennovoima-Rosatom das gebt, was sie haben wollen Mit tiefer Achtung für die Verschiedenartigkeit der Taktiken, ermutigen wir Alle, dieser Firma und ihren Verbindungen, Reaktionen zu präsentieren, einschl. finnische Botschaften und die lokalen Polizeiverantwortlichen für ihre Beteiligung.

Solidarität ist ein Tätigkeitswort. Praktiziert sie. Wir rufen alle überall dazu auf, an eure gefangen genommenen und verwundeten GefährtInnen zu denken.

auf Englisch

Wien: UNRUHEHERD Ausgabe 9 online

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Die Ausgabe 9 für Mai 2016 der anarchistischen Zeitung UNRUHEHERD aus Wien ist ab sofort online verfügbar.

Zum Ausdrucken, Verteilen, Kritisieren, Verbrennen, usw.

Diesmal im einzigartigen A4-Format, beidseitig bedruckt.

Aus dem Inhalt:

– “Greift ihr sie von hinten an und wir sie von vorne. Das ist unsere einzige Chance.“
Ein Vorschlag bezüglich der Grenzen

– Was wollt ihr eigentlich?!   Ein freies Leben und Anarchie!

– Die allerseits beliebte: Chronik rebellischer Akte

Für Lob und Kritik, Textbeiträge, Diskussionsvorschläge,Unruhenachrichten und was dir sonst noch alles einfällt, schreib uns:
unruheherd(at)riseup.net

Unruheherd 9 (PDF)

Rennes, Frankreich: Ein Demonstrant hat ein Auge verloren

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Am Donnerstag (28. April) hat ein Student unserer Universität ein Auge verloren, nur weil er demonstriert hat. Beim gemeinsamen Zurückweichen aller DemonstrantInnen nach einem Angriff der CRS (Bereitschaftspolizei), wurde er ins Ziel genommen und von einem Flashball-Schuss getroffen. Diese Regierung hat der Jugend als Antwort nichts als Polizeigewalt zu bringen, benötigt es erst einen Todesfall, um es zu beenden?

Es könnte jede(n) von uns gewesen sein. Deshalb werden wir nicht vergessen, wir werden nicht vergeben und vor allem, werden wir nicht aufgeben.

Weder Angst, noch Gewalt werden uns stoppen und am Sonntag werden wir wieder auf der Straße sein.

Wir denken alle an dich, Jean-François! Viel Kraft!

auf englisch

Lesbos, Griechenland: Ausschreitungen im Abschiebezentrum Moria

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erhalten am 29.4.

Am 26. April hat der griechische Vizeminister für Einwanderung, Muzala, Moria besucht, um sich die Situation vor Ort anzusehen.

Es ist offiziell nicht erlaubt Minderjährige in Moria gefangen zu halten, deshalb dürfen sie jeden Tag eine halbe Stunde raus gehen. Diese 30 Minuten sind das große Tagessereignis, worauf die Minderjährigen jeden Tag warten.

Vermutlich aufgrund des Besuchs des Vizeministers wurden sie am 26. nicht zur gewöhnlichen Zeit heraus gelassen. Nach Stunden des Warten wurden sie immer aufgebrachter und befürchteten, dass sie an diesem Tag überhaupt nicht mehr raus kommen. Um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, warfen sie Wasser auf den Vizeminister, der durchnässt, zur eigenen Sicherheit aus dem Gefängnis gebracht wurde. Einige Minderjährige setzten die Rebellion fort, indem sie Sachen (vermutlich Mülleimer und andere brennbare Materialien) anzündeten. Die Polizei reagierte damit, dass sie diese Minderjährigen verprügelte, was immer mehr der jungen Leute gegen sie aufbrachte. Gegen 16 Uhr gab es einen Aufruhr am Haupteingang von Moria. Mülleimer wurden in Brand gesetzt und Steine auf die Bereitschaftspolizei geworfen,die direkt vor dem Haupteingang von Moria stationiert ist.

Die Bereitschaftspolizei ging in dass Lager, musste sich aber nach einigen Minuten zurückzuziehen. Sie rannte um ihr Leben, zusammen mit ÜbersetzterInnen, FrontexbeamtInnen und den Leuten, die in Moria arbeiten. Die Auseinandersetzungen übertrugen sich auf unterschiedliche Bereiche des Gefängnisses, wo es Flüchtlingen gelang den Zaun niederzureißen und außerhalb die Konfrontation mit der Bereitschaftspolizei zu suchen. Diese war eindeutig unterbesetzt und unvorbereitet und die Auseinandersetzung mit der Polizei dauerte über Stunden.

Tränengas blieb aufgrund des fehlenden Windes ohne besondere Auswirkung. Die Flüchtlinge schafften es in das Büro einzubrechen, das den Zugang zur Hauptlautsprecheranlage von Moria hat. Sie riefen „Freiheit“ über die Lautsprecher, was im ganzen Camp zu hören war und verschafften sich auch Zugang zum Registrierungszentrum, in dem Dokumente und Computer zerstört wurden. In der Nacht kletterten die Leute auf das Dach des Gebäudes, entzündeten noch mehr Feuer auf dem Campgelände und versuchten auch, das Gebäude selbst zu zerstören. Auch gab es einige weitere Versuche Zäune innerhalb des Lagers zu zerstören.

Schließlich betrat die Polizei wieder das Gelände und versuchte verzweifelt durch das Verschießen von Blendgranaten auf kurze Distanz (vermutlich direkt uf Flüchtlinge), die Revolte zu beenden. Fünf Krankenwagen trafen ein. Es ist nicht bekannt, ob sie verwundete Bullen oder Flüchtlinge ins Krankenhaus brachten. Was danach geschah ist unbekannt, weil die Polizei anordnete, dass die letzten AugenzeugInnen das Gebiet verlassen. Sie hat dann beitseitig die komplette Straße nach Moria versperrt, so dass nicht mehr möglich war, sich dem Gebiet zu nähern. Am Morgen hatte sich die Situation beruhigt.

Für uns zeigt dieser Vorfall, dass Menschen nicht gefangen gehalten werden können, ohne darauf mit emotionalen Widerstand zu reagieren. Wir unterstützen Flüchtlinge in ihren Kampf für Gerechtigkeit, würdigen ihre Situation und Existenz in Europa und außerhalb der Europäischen Union und wir unterstützen sie in ihrem KAMPF FÜR FREIHEIT.

Freiheit für alle Gefangenen!

Einige AnarchistInnen

Quelle: Indymedia Nederland

foto_no_exif(2) foto_no_exif(3)Auf Indymedia NL hat die No Border Kitchen Lesbos auch Bilder zum Zustand der Duschen im Abschiebelager Moria veröffentlicht, die die Lebensumstände der Flüchtlinge auf der Insel begreifbar werden lassen.

Die Polizei hat das ‘Stop Fennovoima Camp’ in Pyhäjoki angegriffen – Wir benötigen sofortige Hilfe

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Am 28. April näherte sich gegen 15 Uhr Bereitschaftspolizei und eine Polizeistreife mit Hunden dem Campgelände. Wir haben der Polizei mit einem Megaphon zu verstehen gegeben, dass sie nicht willkommen ist und dass wir uns nicht in einen Konflikt verwickeln lassen wollen. Die Polizei ging auf keine Fragen ein, sie sagte nichts.

Sie begann aber Leute mit einem Gewehr für Projektile / Gummigeschosse zu beschießen. Die Leute verteidigten sich, indem sie Steine warfen. Die Polizei zielte eindeutig auf die Köpfe (Hinterköpfe) und Oberkörper der AktivistInnen. Mehrmals gab es Treffer im Oberkörperbereich, So weit wir wissen, wurde niemand am Kopf getroffen. Die Polizei wurde mehrmals mit Steinen getroffen und ein Polizeiauto ging im Gebiet in Flammen auf.

Nach einem langen Kampf mit Verzögerungstaktik, schaffte es die Polizei schließlich auf das Campgelande. Die Personen, die das Camp verteidigten, tauchten im angrenzenden Wald unter. Im Camp schoss die Polizei Projektile auf die Leute des Küchenkollektivs. Diejenigen, die sich noch auf dem Camp aufhielten wurden geräumt und einige von ihnen landeten in Gewahrsam.

Die Polizei hat auch angedroht ein anderes Camp zu räumen, das noch von uns genutzt wird.

Wir werden der Repression und der Polizeigewalt nicht nachgeben und der Kampf gegen Fennovoima wird fortgesetzt. Jetzt brauchen wir euch, um das Camp wieder aufzubauen und den Widerstand und Aktionen gegen Fennovoima fortzuführen. Wir laden GefährtInnen hierzu ein, wo immer sie sind – lasst uns unsere Aktionen gegen die Unternehmen, die mit oder für Fennovoima arbeiten, gegen die finnischen Botschaften in eurer Nähe oder gegen die örtliche Polizei richten.

auf Englisch

Pyhäjoki, Finnland: “Reclaim the Cape” Aktionswochenende startet mit Pfefferspray gegen Mutter und getaserten “Lock-On”-Aktivisten

pepperErhalten am 24. April:

Jemandes Mutter wurde mit Pfeffergas eingenebelt und inhaftiert. Reclaim the Cape – Aktionswoche startete mit echten polizeilichen Dialog.

(Dieses Video zeigt das Vorgehen der Polizei)

Die verschiedenen GegnerInnen des Atomkraftwerksprojekt von Fennovoima-Rosatom haben sich jetzt auf der Halbinsel Hanhikiviin Pyhäjoki, Finnland versammelt, schön nahe an Mordor selbst. Die Aktionswoche vom 22. April bis 1. Mai fand einen frühen Beginn. Zahlreiche Teilnehmende trafen bereits Wochen früher ein und überzogen Baustelle und Region mit Aktionen von ELF-ischer Art.

Es ist keine ethnische Profilerstellung, es ist nur Willkür

Selbstverständlich hat das Ganze die Aufmerksamkeit der Polizei geweckt. Lokale Zeitungen präsentierten gut konstruierte Propaganda der Polizei-VertreterInnen, die mit viel „Blah-blah-Blah“ davon schwadronierten, dass sie sich einen „Dialog wünschten“ mit den TeilnehmerInnen der Aktionswoche.

Folglich, tat die Polizei ihr Bestes, um Fahrradfahr,-, Fußgänger,- und FahrerInnenn zu stoppen, um in einen Dialog mit Personalienfesstellung und Blutuntersuchungen zu treten. Sie bemühte sich Personen zu finden, die unter Alkoholeinfluss fahren oder was sonst ihre Idee ist, die niemand genau kennt. (Vielleicht lieben sie es nur Steuergelder fast genaus so effizient zu verschwenden, wie die Baustelle des Atomkraftwerks selbst?)

All das wäre eher lustig. Wir meinen, dass es nicht so schwer ist mit einem Fahrrad nicht anzuhalten oder in den Wald zu springen, wenn ein finsterer Transporter neben dir anhält. Nicht so lästig wäre es, wenn sie nicht ethnische Profilerstellung so stark priosieren würden. Personen mit „europäischen“ Merkmalen konnten sich erfolgreich ihrer Identitätsfeststellung widersetzen. Sie wurden für 24 Stunden festgehalten und konnten ohne Fingerabdrücke oder Ausweis gehen. Für Leute, mit ewas weniger Weiß, gilt eine andere Logik. Die eine internationale Person, die ihre Identitätfeststellung verweigerte, blieb für volle drei Tage eingeschlossen. Ihr wurde angedroht sie ins nächste Flüchtlingslager zu bringen und dass sie einen Freiflug zurück erhält. Gut, was immer sie als Zuhause bestimmen würden– es wäre von einer etwas weniger weißen europäischen Sorte.

Das, natürlich, bedeutet nicht, dasss die Polizei ethnische Profilerstellung durchführt: Es ist eine vollkommene Zufälligkeit, da sind wir uns sicher.

Wie wärś damit, diese Muter dort mit Tränengas zu besprühen
Am Morgen des 22. April hat eine Gruppe von zehn Personen eine kleine Eröffnungszeremonie für die Aktionswoche geplant. Die gewählte Form war zur Baustelle zu gehen, um klassische Methoden gewaltfreien zivilen Widerstands zu leisten. Wir wissen nicht, ob diese Gruppe Tripods, Lock-Ons oder Superkleber nutzen wollte. Was wir wissen, ist, dass sie nie mit ihrer Zerenomie beginnen konnten.

Ein besonders anfällige Stelle von Fennovoima-Rosatom ist ihr Verkehr. Es gibt nur eine Straße, die stabil genug ist, die schweren Fahrzeuge und die Transport zur Deponie zu tragen. Deshalb hat sich diese kleine Gruppe von Leuten auch zusammengetan, um die Zufahrtstelle zu blockeren. Als sie auf der Straße waren, trafen sie eine Polizei-Patrouille, die es mental nicht schaffte, mit choreographierenden, klassisch- gewaltfreien DemonstrantInnen umzugehen. ”Zwei oder drei leerten Spraydosen in Lichtgeschwindigkeit, während einer sich dazu entschied Kreise zu ziehen und dabei den Griff seiner Pistole hielt. Ein kompletter Fall von von nicht „alle Tassen im Schrank zu haben“. Wenn das die Art ist, auf ein Haufen Hippies zu reagieren, was würde folgen, wenn sie auf einen wirklich schwergewichtig Kriminellen treffen?“ kicherte ein Teilnehmender.

Während sie noch nach ihren fehlenden Tassen suchten, schaffte es die Polizei Pfeffer gegen eine Mutter einzusetzen und sie festzunehmen. Die Frau nahm gemeinsam mit ihrer Tochter an der Aktion teil. (BürgerInnen, bleibt ruhig: die Nation bleibt sicher)

Jetzt-Taser und eine Halskette, das wäre eine Idee
Traurigerweise ist es nicht der erste Fall von nicht alle Tassen im Schrank zu haben. Am 4. haben zwei internationale GefährtInnen zwei Bagger blockiert, indem sie sich an die Fahrzeuge ketteten.Einer von beiden nutze ein D-Lock und befestigte sich mit seinem Hals an die Hydraulikleitung des Machinenarmes. Diese Person lehnte es ab, ihre Hand vom D-Lock zu nehmen, um zu verhindern, dass die Polizei den Lock aufschneiden konnte. Die „Glockenblumen“ entschieden sich, sie zu tasern. – drei Mal. In Folge.

Ja, Dialog ist ein Modewort. Während die Aktionswoche eingeleitet wird, schützen sich TeilnehmerInnen vor Fällen von Dialogen, die stattgefunden haben, indem sie angemessenen Augenschutz tragen und Kleidung verwenden, die den Dialog davon abhält, die Haut zu schädigen.

Wir möchten eine Sache klarstellen.

Wenn die Polizei einen Dialog darbietet, der auf Gewalt basiert, müssten sie eine einfache Regel menschlicher Interaktion berücksichtigen ”Affe sieht, Affe macht“ Als Protestcamper ist es nicht unser Standpunkt etwas herauszubringen, das als Bedrohung jeglicher Art interpretiert werden kann.

Aber für einige ist Pazifismus eine gewählte Taktik, keine tief empfundene Ideologie.

auf Englisch

Den Haag, Niederlande: Eine Person wurde für das Kleben einer anarchistischen Wandzeitung in Untersuchungshaft genommen

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In der Nacht vom 24. April wurde eine Person in Den Haag verhaftet. Sie wird verdächtigt, die „Anarchistische Muurkrant“ verklebt zu haben und beschuldigt Aufwiegelung gegen Behörden und Anstiftung zur Gewalt geleistet zu haben. Zudem lautet der Vorwurf Verkleben eines Posters. Am Donnerstag wird der Verhaftete zum Untersuchungsrichter gebracht, der entscheiden wird, ob er entlassen wird oder Untersuchungshaft gegen ihn verhängt wird.

In der letzten Wochen verbreiteten AnarchistInnen hunderte Wandzeitungen, u. a. in den Vierteln Transvaal und Schilderswijk. Die erste Ausgabe des Blattes handelt vom Aufstand im Gebiet von Schilderswijk. Hier rebellierten Tausende nach dem Mord an Mitch Henriquez (wurde von der Polizei zu Tode gewürgt) tagelang gegen die Polizei und den Staat. Henriquez war nur ein weiteres Opfer der Gewalt rassistischer Polizeikräfte in Den Haag, die auch viele Monate später immer noch die RebellInnen des letzten Sommers jagten.

Jetzt, wo jemand eingesperrt wurde, ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, unsere Solidarität auszudrücken. Es sieht so aus, dass die Anklage sehr begierig ist, ihn so lange wie möglich zu behalten, weil er verdächtigt wird, ein Poster verbreitet zu haben, Solidarität durch Aktion.

Stoppt die Repression! Solidarität mit den Gefangenen! Weg mit der Polizei und dem Staat. Lang lebe die Anarchie.

Quelle: https://www.indymedia.nl/node/33117

Lille, Frankreich: Beginn der Rache gegen eine Polizeistation

lille1-1Am 21. April gab es in Lille eine erneute Mobilisierung gegen das El Khomri Gesetz. Im Anschluss wollte eine kleiner Block zur einer „Vollversammlung des Widerstandes“ zum autonomen Freiraum L’Insoumise gehen. Sie wurden aber von den BAC-Bullen angegriffen. Einige Leute fanden erfolgreich Zuflucht in den nahe gelegenenen Räumlichkeiten der CNT. An die hundert Bullen blockierten dann den Zugang ins Moulins Viertel, dann traten sie die Tür der CNT ein, fielen über die Innenräume her und verhafteten willkürlich 2 Personen und vergaßen nicht die Menschen in der Umgebung mit Gas einzunebeln.

Wir weisen auf eine erste Reakton als Antwort auf die Repression und die Polizeigewalt hin. Die Front der Polizeistation in Lille wurde mit Altöl umgestaltet und es wurden ein paar explizite Botschaften geschrieben.

Unterstützt die Angeklagten!

PS: Übrigens….we still don’t like the police.

auf Englisch

Lille, Frankreich: Symbolische Attacke auf zwei Büros der Sozialistischen Partei

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Am 14. April , während Hollande im Fernsehen gerade seine Rede auskotzte, wurden zur Unterstützung der Kämpfe gegen das neue Arbeits”gesetz die Büros der PS (Sozialistischen Partei) und vom PS Parlamentarier Bernard Roman beschmiert und mit Grafitties verziert.

Mit dieser Tat greifen wir die Sozialistische Partei in ihrer Gesamtheit an, ihre Mehrheit genauso, wie ihren linken Flügel, der zum Teil durch (Martin) Aubry repräsentiert wird. Die PS, wie alle PolitikerInnen, sind nur die Manager unseres Elends.

Sie können alle abhauen!

Lasst uns mit dem Beginn weitermachen!

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auf Englisch

Hamburg:2 Autos beim Frischeparadies angezündet

erhalten am 23.4.

Zehn Jahre ist es her, dass eine Gruppe, die sich Superheld_innen nannte, vor dem 1. Mai das “Frischeparadies” plünderte und die entwendeten Lebensmittel an Leute verteilte, die sich diese nicht hätten leisten können.
Immer noch ist es notwendig mit Aktionen der Enteignung und Zerstörung die Strukturen von Reichtum und Herrschaft in Hamburg und überall anzugreifen.

Am 22.04.2016 wurde das Mittel der Zerstörung gewählt und 2 Autos des Frischeparadieses angezündet.
“Das Beste von allem” ist die zentrale Losung dieser Firma. Aber nicht für alle. So geben sich nur die Upperclass und die Schickeria hier die Klinke in die Hand und zücken ihre Amexcard oder legen mal kurz ein paar Tausend Euro für den Inhalt ihrer Einkaufstaschen auf den Tresen, während ihre Jaguare, Porsche und Benze vor der Tür funkeln.
Das Frischeparadies, im Besitz des Oetkerkonzerns, ist Deutschlands größter Spezialmarkt und Lieferant für exquisite Lebensmittel, an neun Standorten vertreten und ein Symbol diese scheiß Verhältnisse.
Hoffentlich war diese Aktion nur ein Vorgeschmack der revolutionären Aktivitäten rund um die Solidaritäts-Demonstration am 30.04. in Hamburg.

Das Beste für alle sofort, nämlich die Freiheit!

Marseille: Zur Räumung von Manba 3

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Manba 2 auf fder Rue Chape, das vor kurzem geräumt wurde. Auf dem Transparent steht: Selbstverwaltetes Zentrum Manba

Das neue Manba 3 wurde am 12. April durch zahlreiche Bullen geräumt. Zwei von uns wurden verhaftet und es gab Polizeigewalt.

Diese Besetzung folgte auf die Räumung von Manba 2, das vor ein paar Tagen in einem seit Jahrem leer stehenden Gebäude auf der Rue Bel Air eröffnet wurde. Hier konnten die Veranstaltungen des Manba fortgesetzt werden: Begrüßung von MigrantInnen, kollektive Workshops, politische Treffen, Umsonstladen… Der Platz sollte auch als Treffpunkt für die aktuellen Kämfe der soziale Bewegung genutzt werden.

Die Polizei erschien am 12. April und verweilte für mehrere Stunden vor dem Gebäude, das zu dieser Zeit von fünf GefährtInnen besetzt wurde. Ein „sachverständiger“ Architekt erschien, um zu behaupten, dass der Zustand des Gebäudes angeblich gefährdend wäre, obwohl es nicht als gefährlich oder untauglich benannt wurde. Aus diesem Grunde war die Räumung, die nach 48 Stunden Besetzung erfolgte, illegal. 20-30 UnterstützerInnen wollten gegen die Räumung protestieren und wurden von den Bullen gewaltsam angegangen, worauf sich noch mehr Leute am Gegen-Protest beteiligten. Nachdem die Bullen die UnterstützerInnen abgedrängt hatten, blockierten die Bullen dann die gesamte Straße sowie dem Zugang zum Gebäude. Letzendlich betraten sie das Gebäude und brachten die BesetzerInnen heraus und begannen mit der Verhaftung einer Person.

 Es wurde versucht die Verhaftung zu verhindern, indem das Polizeifahrzeug auf der (Haupt)Straße, Cours Lietuad blockiert wurde, was die Bullen sehr gewalttätig mit Schlagstockschlägen und dem Einsatz von Tränengas erwiderten. Die UnterstützerInnen setzten ihren Widerstand fort, vor allem wurde versucht sich durch umgeworfene Mülltonnen (zwischen sich und den Bullen) zu schützen. Die Polizei reagierte mit einer Gewaltwelle. Sie zögerten nicht ohne Unterbrechung Gas gegen die Leute einzusetzen, die auch zu Boden geprügelt wurden. Aufgrund ihrer Anzahl gelang es ihnen eine weitere Person zu verhaften. Es wurde sich wild auf sie gestürzt und brutal mit Teleskop-Schlagstöcken auf sie eingeschlagen. .

Die kommunalen und nationalen Bullen haben zum wiederholten Male auf überhebliche Art und Weise ihre Gewalt gezeigt. Die 40-50 UnterstützerInnen setzten ihre Protest fort, indem sie sich zu einer „Wilde Demo“ zusammen schlossen. Auch hier landeten wieder Mülltonnen auf der Route und abermals wurden die Teilnehmenden von den BAC [Brigage gegen Verbrechen] – Bullen mit Trängengas eingedeckt, bis sich die Demo auflöste.

Damit das Manba wieder weiter lebt! Etwas Luft, etwas Luft, öffnet die Grenzen!

Solidarität, Unterstützung und Freiheit für die Verhafteten. ACAB

Anmerkung von Contra Info: Während des Konflikts auf der Cours Lieutaud wurden eine Anzahl von Polizeimotorrädern enteignet. Die Bullen wurden auch angegriffen, ein BAC Polizist wurde in den Magen geschlagen.
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Zusammenfassung von Nachrichten über die drei Verhafteten

Neben den am Tag der Räumung erfolgten beiden Verhaftungen führten die Bullen am Folgetag (12.4.) einen Haubesuch bei einer Person durch, die bei der Räumung des Neuen Nanba dabei gewesen ist. Anschließend wurde sie in Gewahrsam genommen und bis zum 14. April fest gehalten. An diesem Tage sind alle drei Verhafteten frei gekommen. Zwei von ihnen müssen am 10. Juni zur Verhandlung vor Gericht erscheinen. Ihnen wird Zerstörung / kriminelle Beschädigung eines für Gottesdienst vorgesehenen Gebäudes als Gruppe und die Verweigerung der Abgabe einer DNA Probe vorgeworfen. Die dritte verhaftete Person wurde am selben Abend entlassen, nachdem sie dem Staatsanwalt vorgeführt wurde.

Inzwischen gibt es anlässlich der beiden kürzlich erfolgten Räumungen von Manba 2 und 3 sowie gegen die Räumung sozialer Räume allgemein einen Aufruf für eine Demonstration am Samstag, den 16. April auf der Plaine. Anlass ist auch, die drei Verhafteten zu unterstützen und sich solidarisch mit Mitgrantinnen zu zeigen.

Zeigen wir uns solidarisch!

auf Französisch, Italienisch, Englisch

Update zur Aachener Repression

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Übersetzung am 21.4. erhalten

Im Juli 2015 wurde unsere Freundin und Kameradin bei einer Passkontrolle an der griechisch-bulgarischen Grenze festgenommen. Der europaweite Haftbefehl gegen sie wurde am 24. Juni von der Staatsanwaltschaft Aachen (Deutschland) ausgestellt. Als Verdächtige eines bewaffneten Banküberfalls im Jahr 2013 wurde sie im Gefängnis von Köln in Untersuchungshaft genommen. Am 2. Dezember wurde sie nach monatelangen Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft formal angeklagt für Bankraub, Geiselnahme und Waffenbesitz. Am 16. Dezember ordnete der Richter die Freilassung unserer Kameradin an, da alle Anklagepunkte fallen gelassen wurden. Der „Beweis“, den die monatelangen Ermittlungen hervorgebracht hatten, war nicht ausreichend für einen Gerichtsprozess.

Als wir die Stellungnahme (1) bezüglich der Verhaftung und Freilassung unserer Freundin schrieben, hofften wir, dass es sich dabei belassen werde. Leider haben die deutschen Bullen andere Pläne und beschlossen gegen das Urteil der Freilassung Berufung einzulegen. Dies resultierte, nach erstmaliger Abweisung durch ein normales Gericht, im Beschluss des Oberlandesgerichts den Fall wieder zu öffnen. Konkret bedeutet dies, dass, nach fast sechs Monaten in Untersuchungshaft eingesperrt zu sein, unsere Freundin und Kameradin „in Freiheit“ auf ihren Prozess wartet. Es ist noch unklar wann der Fall behandelt werden wird. Trotz einiger verzweifelter Versuche der Staatsanwaltschaft einen neuen Haftbefehl zu erzwingen – momentan warten wir auf die Entscheidung des Oberlandesgerichts bezüglich des zigsten Einspruchs – ist sie zur Zeit draußen mit uns.

Am Mittwoch 13. April ordnete die gleiche Staatsanwaltschaft eine Reihe von Hausdurchsuchungen in Barcelona an, die mit der Verhaftung einer anderen Kameradin endeten. Sie wird beschuldigt an einem Banküberfall teilgenommen zu haben, der 2014 in Aachen stattfand. Es liegt auf der Hand, dass die deutschen und spanischen Behörden beschlossen haben ihre Kräfte im fortlaufenden repressiven Projekt gegen Anarchisten in Europa zu bündeln, unterstützt von den immer gehorsamen Hunden der Medien.

Wie erwartet reiben sich die Medien die Hände und verknüpfen „gewöhnliche Verbrechen“ mit Anarchisten. Das ist keine Überraschung, und vor allem nicht in Zeiten, in denen immer repressiver gegen alles vorgegangen wird, das subversiv ist. Dennoch glauben wir, dass es wichtig ist die Unterscheidung zwischen „gewöhnlichen“ und „politischen“ Verbrechen den Bullen, Ankläger und Journalisten zu überlassen. Es ist nicht notwendig die Autoritäten mit Kategorien zu bedienen, die sie nur allzu gerne akzeptieren. Wie bereits in der Erklärung, die durch die Kameradinnen der verhafteten Person in Barcelona veröffentlicht wurde, gesagt, ist die Enteignung von Banken „eine ethisch richtige und politisch legitime Methode des Kampfes, die Teil ist der Geschichte aller revolutionären Bewegungen”. (2) Ob die beschuldigten Individuen an den Überfällen teilgenommen haben oder nicht, ist für uns nicht von Belang. Was wichtig ist, ist, dass wir unsere Solidarität zeigen mit jenen, die durch die Behörden verfolgt werden.

Während die Knechte des Staates ihre Unterstellungen und Beschuldigungen mit einem Haufen Spektakel in die Welt hinausspeien, dürfen wir unsere eigenen Ideen und Perspektiven nicht vergessen. Dies ist nicht die Zeit für Spekulationen, auch nicht über die „Motive“ der Überfälle oder über die Schuld oder Unschuld der Verhafteten. Statt eines Moments für Fragen, sollte dies ein Moment für Antworten sein – deutliche Antworten an jene gerichtet, die uns unterdrücken. Wie bereits zuvor gesagt, „wenn ihr einen von uns angreift, greift ihr uns alle an“. Mehr als je, ist es Zeit für Solidarität, in allen möglichen Formen.

Sofortige Freiheit für die gefangene Kameradin!
Bis alle Gefängnisse und die Banken, die diese brauchen, zerstört sind!

Amsterdam, 19. April 2016

(1) https://de-contrainfo.espiv.net/2016/01/11/deutsche-knaste-unsere-kameradin-ist-frei/
(2) https://linksunten.indymedia.org/de/node/175901

Kommuniqué zur letzten repressiven Operation in Barcelona und in Solidarität mit der inhaftierten Kameradin im Gefängnis von Soto del Real (Madrid)

Übersetzung eingegangen am 18.04.2016

Vergangenen Mittwoch, 13. April, um 5 Uhr morgens begann in Barcelona eine Operation der Mossos d’Esquadra (katalanische Polizei), bei der zwei Privatwohnungen und ein besetztes soziales Zentrum im Bezirk La Salut, «els Blokes Fantasma», durchsucht wurden. Bei der Durchsuchung dieses Hauses wurden die dort wohnenden rund zwanzig Personen zwölf Stunden festgehalten.

Abgesehen von den Entwendungen und den Zerstörungen, welche die Durchsuchungen begleiteten, endete die Operation auch mit der Verhaftung einer Kameradin, die bereits in Zusammenhang mit der Operation Pandora inhaftiert wurde. Am 11. April wurde ein europäischer Haftbefehl aufgrund der Anschuldigung der Teilnahme an Enteignungen von Bankinstituten in Deutschland ausgestellt.

Nach ihrer Überstellung an die spanische Audiència Nacional (Staatsgerichtshof für schwere Verbrechen), ordnete der Richter Eloy Velasco die Untersuchungshaft für unsere Kameradin an und sie wurde ins Gefängnis von Soto del Real überstellt. Nachdem sie auch im Verfahren von Pandora beschuldigt ist (Verfahren läuft aktuell noch) und sie selbst angegeben hat, nicht ausgeliefert werden zu wollen, hat unsere Verteidigung eine „Aufhebung“ des europäischen Auslieferungsbefehlt gefordert, damit sie die Untersuchungshaft in Erwartung der im spanischen Staat anhänglichen Gerichtsverhandlung erfüllen kann. Innerhalb von maximal zwei Monaten (kann um ein Monat verlängert werden) muss die Audiència Nacional beschließen, ob sie die Auslieferung unserer Kameradin an die deutschen Behörden vorübergehend aufhebt oder nicht. Aus den in der deutschen veröffentlichten Nachrichten kann man erfahren, dass man ihr eine Enteignung zuschreibt, die vor zwei Jahren in der Stadt Aachen stattgefunden hat, während der – alles laut deutscher Presse – die überfallende Gruppe eine beachtliche Summe an Geld des Bankinstituts erbeutete, ohne dabei persönlichen Schaden oder Verletzungen zu verursachen.

Wie auch immer sich der Gerichtsprozess entwickelt, wollen wir öffentlich unserer Kameradin gegenüber unsere Unterstützung aussprechen, wir bekennen uns zu ihren politischen revolutionären Ziele, ihrem Kampf und ihrer militante Aktivität. Jene, die sie näher kennen, wissen, dass sie unser aller Solidarität verdient. Wir sprechen von einer kämpferischen Person und Anarchistin, die seit Jahren in verschiedenen antirassistischen, feministischen und anarchistischen Projekten in Barcelona aktiv ist, immer in Solidarität mit unterdrückten Personen, immer bereit zu helfen wo auch immer sie kann, immer auf der Straße, immer großzügig, froh und lächelnd mit den Leuten um sich herum, immer kompromisslos und hart mit alldem was ihr unrecht erscheint.

Der mediale Versuch sie in eine öffentliche Gefahr zu verwandeln könnte perverser nicht sein. Vor allem wenn diese Operation der medialen Manipulation beinhaltet, dass die Banken als Opfer dargestellt werden, eine komplette Umkehrung der Realität, welche jene würdigt, die uns seit Jahren ungestraft berauben, ausbeuten, betrügen, aus unseren Häusern werfen und uns alles kürzen, während jene kriminalisiert werden, die gegen ihre Ordnung rebellieren und sich trauen sie anzugreifen. Für uns macht es keinen Unterschied ob unsere Kameradin für diese Überfälle verantwortlich ist oder nicht. Die Enteignung einer Bank ist eine ethisch richtige und politisch legitime Methode des Kampfes, die Teil ist der Geschichte aller revolutionären Bewegungen.

Und, trotz der andauernden Versuche der Macht diese Methode auf „gewöhnliches Verbrechen“ zu reduzieren, getrieben durch individuelles Interesse und persönliche Gier, ist jedenfalls sicher, dass die Enteignung der Orte der Akkumulation des Kapitals eine Konstante in unserer Geschichte darstellt: von den anarchosyndikalistischen Gruppen, die am Anfang des 20. Jahrhunderts die Banken beraubten, um Streiks zu unterstützen oder den Familien der verhafteten Kameraden zu helfen, über diverse autonome Gruppen der 70er und 80er Jahre, wie dem MIL, der OLLA oder ERAT (gebildet durch Arbeiter von SEAT), die Geld, das durch die Reichen angehäuft wurde, an verschiedene Projekte der Ausgebeuteten schickten, bis zu den maquis (Widerstandskämpfer) Gruppen, wie jenen von Sabaté oder Facerías, die in der Nachkriegszeit Überfälle durchführten, um den Widerstand gegen das Franco Regime zu finanzieren. Die Enteignung, ob als taktischer Ausdruck eines politischen Kampfes im allgemeinen oder in Form von sozialem Banditenwesen, bei dem wir uns zurücknehmen, was die Banken von uns gestohlen haben, um sich von den Ketten der Lohnausbeutung und der Erwerbslosigkeit zu befreien, erscheint uns nicht als etwas verwerfliches, sondern genau das Gegenteil. Dass es Leute gibt, die es satt haben systematisch herumkommandiert und ausgebeutet zu werden durch die legalisierte Mafia, zeigt uns, dass „wir nicht nur Waren in den Händen der Politiker und Bankiers sind“ sondern, dass sich glücklicherweise die menschliche Konditionierung wehrt, die Diktatur des Kapitals über unser Leben unterwürfig zu akzeptieren.

Die, im Sog dieser Überfälle in Deutschland, eingesetzte politische und mediale Hetze, sollte uns weder die Perspektive verlieren noch vergessen lassen wer der Feind ist. Die wirkliche öffentliche Gefahr ist die Macht, die durch Kriminelle wie Wolfgang Schäuble oder Angela Merkel vertreten wird, jene Macht, die nicht ein paar Tresore geleert hat, sondern den sozialen Reichtum von ganzen Gebieten und Völkern. Es ist die Macht der transnationalen Eliten, die Millionen Personen zum Elend verdammt hat, indem sie Sparmaßnahmen aufgezwungen hat für ihre neoliberalen und imperialistischen Projekte. Die Verhaftung unserer Kameradin ist nur ein weiterer Grund, um gegen diese Eliten und das System, das sie repräsentieren, zu kämpfen, ein System, das ausschließlich der Akkumulation von Geld in einigen wenigen Händen auf Kosten des Leidens, der Enteignung und der Ausbeutung des Rests basiert. Weder die politische Verfolgung noch die massive Propaganda der Herrschaft können das verbergen, was bereits der ganzen Welt evident ist, was nämlich, wie der Poet es ausdrückte, ist der Raub einer Bank verglichen mit der Gründung einer solchen?

Sofortige Freilassung für die in Madrid eingesperrte Kameradin!
Gegen den Auslieferungsprozess!
Solidarität mit dem sozialen Zentrum Blokes Fantasma und allen verfolgten Kämpferinnen!
Solange es Elend gibt, wird es auch Rebellion geben!

Gefährtinnen der Verhafteten.
15. April 2016
Barcelona

auf spanisch

Montreuil, Frankreich: Angriff auf Gefängnisarchitekt in Solidarität mit Monica und Francisco

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In der Nacht vom 8. auf den 9. März 2016 haben wir unter Einsatz von Müllcontainern und Brandbeschleuniger die Fassade des Architekturbüros Archi 5 in der rue Voltaire in der Innenstadt von Montreuil-sous-Bois angezündet.

Archi 5 prahlt auf seiner Seite außer mit normalen Bauvorhaben mit einer Liste von folgenden umgesetzten oder vorgesehenen makabren Projekten:

die Haftanstalten von Bourg en Bresse, Draguignan, Mont de Marsan, Rennes, die Gefängnisse von Condé-sur-Sarthe und Vendin le Veil, das Gerichtspolizeizentrum von Cergy-Pontoise, das Kommissariat von Clichy-sous-Bois, das Zivilgericht von Chartres und die Haftanstalt von französisch-Polynesien in Tahiti.

Wir widmen diese Aktion allen Menschen, die für Freiheit und gegen jegliche Autorität kämpfen, insbesondere den anarchistischen GenossInnen Monica Caballero und Francisco Solar, die sich in den Klauen des spanischen Staates befinden und obwohl sie harte Gefängnisstrafen erwarten kein Wort von dem verleugnen, was sie denken und sind.

Feuer den Knästen. Feuer denen, die sie bauen

Üb. aus dem Italienischen von mc, Knast Salez, CH

Asturien, Spanien: Eisenbahnlinien in Solidarität mit Monica und Francisco sabotiert

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Am vergangenen 11. März haben wir die Gegengewichte der Fahrleitungsdrähte der Linie Avilés / Xixón in beiden Fahrtrichtungen gekappt. Die Durchtrennungen wurden auf der Höhe der Stadt Villabona, wo unsere GenossInnen Monica und Francisco in Geiselhaft sind, durchgeführt. Solche Durchtrennungen verursachen einen Spannungsabfall auf der Linie und damit den Unterbruch des Bahnverkehrs mit grossen Verspätungen und wirtschaftlichem Schaden. Mit dieser Aktion senden unsere GenossInnen zum Prozess/ zur vom spanischen Staat organisierten Farce eine herzliche revolutionäre Umarmung.

Es wurden auch solidarische Schriften auf zwei Schildern der Haftanstalt angebracht, die den Ort anzeigen, wo sie in Geiselhaft sind.

Liebe zur Freiheit und Wut denen, die sie uns nehmen.

Einige anarchistische Individualitäten

Üb. von mc, Knast Salez, CH

Spanisch, Englisch, Griechisch, Portugiesisch

Athen, Griechenland: Bekennung zu Angriff auf Poststelle

(Original Kommuniqué erhalten am 19. März 2016)

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„Wer wird den Fels zertrümmern, der sich während Jahrtausenden in der individuellen Autonomie festgesetzt hat? Lange Zeit bedeutete leben zu lernen sterben zu lernen.“

Wie viele Jahre kommerzielle Gesellschaft? Wie lange noch die Existenz des „Zivilisierten“? Und warum das Ganze? Wir sind Teil des paranoidesten Experimentes der menschlichen Herrschaft. Von den ersten Etappen der Domestizierung bis zur Invasion des Lebens durch die Wirtschaft waren Unterdrückung und Ausbeutung die stärksten strukturierten Komponenten der Gesellschaft. Strukturen und Logiken der Macht verstärkten sich um den Bestand der Macht während Jahrhunderten zu gewährleisten und das indem sie sich veränderten und durch die Kommerzialisierung der Existenz ihre Universalisierung aufzuerlegen. Die Spannen zur Unterlassung sind enger geworden. Die Brechreizformen der „überflüssigen Ausgaben“ werden zivilisierter. Die manchmal aggressive und manchmal passive Gleichgültigkeit der kapitalistischen Welt gegenüber der Nachhaltigkeit der menschlichen und nicht menschlichen Wesen, die auf viele Arten und Weisen als überflüssig betrachtet werden, ist gut sichtbar und nie fern. Wie viele tote oder lebendig angehäufte Körper in den Meeren der salzigen Kälte des Grauens?

Angesichts des Bestehenden gibt es keine Ausreden; alle sehen es, alle wissen es. Wir setzen unsere Position zu dieser Lage durch die anarchistische Aktion um. Wir werden uns der in weiter Ferne liegenden und hypothetischen Analyse enthalten. Wir wissen, dass (nicht nur in unseren eigenen Leben) die Momente der Freiheit dermaßen zur täglichen repetitiven Routine gehören, dass wir unfähig sind, uns eine mögliche Wende der Geschehnisse vorzustellen. Die einzige Gewissheit ist, dass wir fühlen wie sehr diese Welt unerträglich an unserer Haut klebt, aber je stärker sie uns angreifen, desto weniger Spuren hinterlässt ihr Abdruck auf uns.

Während einige erschöpft und geblendet von einem dreitägigen Wochenende des frenetischen Konsums und Vergnügens schliefen, entschieden einige von uns zur Aktion überzugehen. In den ersten Stunden von Dienstag dem 15. März 2016 haben wir einen Transporter und einen Bankautomaten der Poststelle der griechischen Post (ELTA) im Stadtteil Nea Smyrni von Athen angezündet und zerstört. Wegen der Ausbreitung des Feuers hat die Poststelle auch eine neue Fassade erhalten.

Es ist ein minimaler Akt der Komplizität mit den Compas, die sich kürzlich einmal mehr mit den Gerichten der RichterInnen und StaatsanwältInnen auseinandersetzen mussten und noch müssen. Kraft an Mónica Caballero  und Francisco Solar, der Verschwörung der Zellen des Feuers, dem Revolutionären Kampf sowie allen in der ganzen Welt eingesperrten AnarchistInnen und allen, die irgendwie zur Intensivierung des anarchistischen Krieges gegen die Macht beitragen.

P.S.: Und da die Erinnerung integraler Bestandteil der Weiterführung des anarchistischen Kampfes ist, kommen wir nicht umhin, des Todes von Lambros Foundas am 10. März 2010 nach einer bewaffneten Auseinandersetzung mit der Polizei zu gedenken.

Für die Anarchie

Brandstiftende ungehorsame Zelle

Üb. mc, Knast Salez, CH

Auf Englisch, Spanisch

Koridallos Knäste: Revolutionärer Kampf Mitglied Nikos Maziotis über den Fluchtversuch und die lebenslängliche Strafe

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Ein Text von Nikos Maziotis über die Fluchtoperation aus dem Koridallos Gefängnis und die lebenslängliche Strafe, die im zweiten Revolutionärer Kampf Prozess vergeben wurden.

Der Fluchtversuch aus dem Koridallos Gefängnis mit einem Helikopter am 21. Februar 2016 – eine Operation, die von der Genossin Pola Roupa, Mitglied des Revolutionären Kampfes, ausging – war ein revolutionärer Akt, eine Guerillaaktion für die Befreiung von politischen Gefangenen. Es war ein Mittel der Fortführung der Aktivitäten des Revolutionären Kampfes, eine Antwort auf die repressiven Operationen des Staates gegen unsere Organisation und unsere politischen Gefangenen sowie GenossInnen, die ebenso wegen ihrer bewaffneten Aktivitäten im Knast sitzen. Es war daher eine beispielhafter Akt der Solidarität von großer und einzigartiger Wichtigkeit. Der Fluchtversuch war ein Schritt der Fortführung revolutionärer Aktivität, indem sie den Kampf für den Umsturz von Staat und Kapitel förderte; indem sie die Politik des Establishments der Ausverkaufsprogramme kippte, die von der Troika aus supranationalen Bossen, der Europäischen Komission, EZB und des IWF bis hin zu jenen aus der Syriza geführten Regierung, die im Rahmen des ESM das dritte Sparpaket initiiert und umgesetzt haben, angeordnet wurde. Der bewaffnete Kampf unter den gegenwärtigen Bedingungen ist angemessener und nötiger als je zuvor. Das Scheitern dieser Operation wird daran nichts ändern. Wir werden so lange kämpfen wie wir leben und atmen.

Der Revolutionäre Kampf hat bewiesen, dass er über die Jahre hinweg standhaft geblieben ist trotz der aufeinanderfolgenden repressiven Schläge und Opfer: Das Blut unseres Genossen Lambros Foundas, der am 10. März 2010 in einem Schusswechsel mit der Polizei im Bezirk Dafni (Athen) getötet wurde während einer Vorbereitungsaktion der Aktion; unsere Gefangennahmen einen Monat später am 10. April 2010 am Vorabend des ersten von Griechenland unterschriebenen Sparpakets; meine Festnahme am 16. Juli 2014 in Monastiraki (Athen), wo ich nach einer Verfolgungsjagd und Schusswechsel mit der Polizei verwundet wurde. Der Revolutionäre Kampf blieb standhaft, weil wir politische Verantwortlichkeit für unsere Teilnahme in den Organisationen übernahmen – wir waren in Griechenland die erste bewaffnete revolutionäre und anarchistische Organisation, die dies machte – und weil wir unsere Geschichte verteidigten; die Aktionen der Organisation und unseren Genossen Lambros Foundas, der sein Leben dafür hingab, dass das Sparpaket nicht umgesetzt werden würde; weil wir versuchten die Krise in eine Möglichkeit für die soziale Revolution zu wandeln. Wir blieben standhaft als eine Organisation, weil es uns egal war wie hoch die Kosten und der Preis war, weil wir uns selbst nicht in VerräterInnen und ÜberläuferInnen verwandelten, weil niemand von uns versuchte, seine eigene Haut im Moment von Repression zu retten. Es ist eben genau weil wir politische Verantwortung übernahmen; dass wir lebendig blieben als Organisation im Kanst 2010-11. Wir kämpften einen politischen Kampf gegen den Feind im ersten Sondergericht. Erstmalig auf freien Fuß nach 18 Monaten U-Haft entschieden wir uns, uns nicht der bevorstehenden Verhaftung hinzugeben und gingen stattdessen in den Unterground, um den bewaffneten Kampf und die Aktivität der Organisation fortzuführen.

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Paris: Unsere Revolte ist nicht bürgerlich

parisIn Paris haben die Revolte und die „Nuit Debout“ Schwierigkeiten, dass sie von allen möglichen BürgerInnen kanalisiert werden, die zugleich taktieren. Die Leute sind aufgebracht und unangemeldete „wilde“ Demonstrationen verbinden sie miteinander. Gestern Abend (9. April) wurden Überwachungskameras, Banken und eine Bullenstation als Ziele ausgewählt. Mitten in der Nacht fand eine Demo vor dem Haus des (Premierministers) Manuel Valls statt, bevor sie von den Bullen abgedrängt wurde.

Angesichts dieser schwer zu kontrollierenden Entschlossenheit, riefen die „FührerInnen“ der Nuit Debout die Bullen (es ist eine Bewegung, von der behauptet wird, dass es keine Hierarchie gibt, aber sie ist weder ohne SprecherInnen und RepresäntantInnen, noch ohne Sicherheitspersonal) Sie zeigten schnell, was sie bezwecken: den Dissenz innerhalb des Machtgefüges aufrechtzuerhalten, die Wut zu kontrollieren und sie zur Logik der Stimmenwerbung hin umzulenken, wie im Fall von Syriza and Podemos. Während Repression selten so stark ist, soziale Kämpfe zu brechen, hat sich diese Sorte BürgerInnen entschieden, mit der Polizei zusammen zu arbeiten.

Zwei „RepräsentantInnen“ der Nuit Debout an der parlametarischen Kette, haben der Polizei sogar für ihr Know-How und ihrer Ruhe gratuliert. Und das war keine Ironie. Müssen wir daran erinnern, dass es in Paris bereits aberdutzende Verhaftungen gegeben hat. Teilweise waren ganze Busse mit Verhafteten gefüllt und viele Leute waren verletzt…

Lang lebe das Feuer!

Source: Nantes Indymedia

UK: Nächte gegen Grenzen in Südlondon beginnen am 17 April

no-border-nights-544x308“Keine Grenzen” -Nächte
Filme und Diskussionen über Kämpfe gegen Grenzen.

Jeden dritten Sonntag im Monat, Beginn am 17. April @ The Field, New Cross. 385 Queens Road SE14 5HD.

Diskussion – Musik – veganes Essen – Film – Berichte von den Grenzen

Die erste Nacht in einer Serie monatlicher Veranstaltungen in Süd-London gegen Grenzen. Kommt, beteiligt euch und erfahrt, was an den Grenzen geschieht & über die inspirierenden Kämpfe gegen die Festung Europa.

Jeden Monat wird es einen anderen Schwerpunkt geben – von lokalen Kämpfen gegen Abschiebezentren, Abschiebung und Razzien in unseren Vierteln – zu migrantischen Squats in Greichenland, Solidaritätskonvois im Balkan und Protesten gegen Grenzen in Ungarn.

Diesen Monat wird das Thema der Veranstaltung der Widerstand der MigrantInnen & Solidarität in Griechenland und die Auswirkungen des Deals zwischen Eu und der Türkei sein. Wir hören von einem Sprecher, der vor kurzem aus Griechenland zurückgekehrt ist und werden eine Live-Schaltung mit Leuten haben, die gerade dort sind. Außerdem werden wir auch erfahren, was lokal vor sich geht und wie wir uns beteiligen können.

18:30 Uhr: Essen
19 Uhr Gesprächsrunde, Film & Diskussion
21.00 Uhr – 22.00 Uhr: Musik

auf Englisch

Chile, Santiago: Knallbombe gegen Autobahnbetreiberfirma

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„Diese stillschweigende, instinktive und solidarische Koordinierung verursacht nicht nur Störungen im normalisierten Leben an verschiedenen Orten der Welt, sondern stärkt auch unsere Bindungen, die klarstellen, dass es keine Grenzen gibt, dass wir weder Anführer noch vertikale Strukturen benötigen um die Gitter desselben Knastes anzugreifen“. (Worte von Compas aus Brasilien in ihrer Bekennung zu einem Brandangriff in Solidarität mit Mónica Caballero und Francisco Solar)

Am Morgen von Samstag 12. März liessen wir eine Knallbombe vor der Betreiberfirma der Autobahn „Verspucio Sur“ in Santiago hochgehen.

Wir entschieden zu einem Zeitpunkt ohne Passanten zu agieren um unser Ziel klarzustellen und weil wir die Beschädigung von Personen die mit dem Zweck unseres Angriffs nichts zu tun haben, nicht grossartig finden.

Wir begreifen den Kampf gegen die Zivilisation als Teil des Kampfes gegen jegliche Form von Autorität. Die Autobahnbetreiberfirmen identifizieren wir als einen wichtigen Faden des Gewebes, womit das Netzwerk der Herrschaft an Leben erhalten wird, der das Voranschreiten der Zivilisation erleichtert und sich mit einem Städtebau bereichert, der den Interessen der Macht dient.

Die Geschichte, die Vergangenheit und die Gegenwart zeigen uns, dass der Keim und die Ausübung von Autorität sich auch in Gemeinschaften entwickelt hat, die vor dem zivilisierten Leben existierten und sich in Gruppen äusserten oder immer noch äussern, die sich ausserhalb der Zivilisation oder ihr gegenüber feindlich erhalten haben. Darum ist unser Kampf im Wesentlichen ANTIAUTORITÄR. Das verpflichtet uns, grosse Distanz zu einer sich selbst als „Ökoextremistisch“ bezeichnende Tendenz zu gehen, die den beliebigen Angriff vertritt und sich von der Idee, „gegen jegliche Autorität“ zu sein distanziert und die internationale Solidarität mit in Wort und Tat affinen GenossInnen der aufständischen Anarchie verleugnet. Solche Ideen sind für uns keine „Entwicklung“ oder „etwas Radikaleres“ sondern genau das Gegenteil. Wir sind an keiner virtuellen Polemik mit ihnen interessiert, denn wir ziehen es vor mit unseren GenossInnen über die Aktion zu sprechen.

Unsere GenossInnen sind die, die sich in ihrem Leben und ihren Handlungen als FeindInnen jeglicher Herrschaftsform positionieren und die Solidarität mit den GenossInnen, die sich auch in den Knästen der Macht würdig und auf Kriegsfuss erhalten, in die Praxis umsetzen.

…GenossInnen wie  Mónica Caballero und Francisco Solar, die unseren aufständischen Geist mit ihrer gefassten und herausfordernden Haltung vor den spanischen Gerichten gestärkt haben. Auf das die internationale Solidarität nach dem Prozess nicht aufhöre!

…GenossInnen wie Javier Recabarran, junger mit der Anarchie affiner Aufständischer, der im März 2015 starb, als er von einem Bus überfahren wurde.

…GenossInnen wie Sole und Baleno, der am 28. März 1998 in einer Zelle des italienischen Staates tot aufgefunden wurde.

…GenossInnen wie Jonny Cariqueo, junger Anarchist, der an den Schlägen der Polizei gestorben ist, nachdem sie ihn während eines Marsches für den Tag des jungen Kämpfers am 29. März 2008 in der Gemeinde Pudahuel verhaftet haben.

…GenossInnen wie die unbeugsamen AnarchistInnen der Verschwörung der Zellen des Feuers, denen in diesen Tagen wegen ihres Fluchtversuches der Prozess gemacht wird.

Mit unseren GenossInnen werden wir unser Handeln stärken und unsere Ideen schärfen.

…In den Fusstapfen von Severino, Lambros Foundas und Mauricio Morales…! Zur Vermehrung der anarchistischen/antiautoritären Zellen der vielförmigen Aktion!

Gegen jegliche Chefs.

Gegen die Zivilisation und jegliche Form von Autorität.
TOD DEM STAAT UND HOCH LEBE DIE ANARCHIE!

Zelle der Anarchistischen IndividualistInnen und NihilistInnen für den Antiautoritären Aufstand
Federación Anarquista Informal/Frente Revolucionario Internacional (FAI/FRI).

Quelle: Por La Anarquia    Üb. mc, Knast Salez, CH

Paris: Die ganze Nacht wach – die CGT verliert noch mehr Scheiben

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In der Nacht vom  Donnerstag, den 7. April auf Freitag hat das CGT Büro im 14. Arrondissement, Rue de L’Auibe seine Fenster verloren.

-weil wir ihr Management der Ausbeutung nicht haben wollen. Weil wir keine Verwaltung unsere Sklaverei, Arbeit wollen.

-weil wir nicht das Arbeitsgesetz ablehnen, wir lehnen Gesetz und Arbeit ab.

Zerstören wir das, was uns zerstört.

AbbrucharbeiterInnen

Hinweis von Contra Info: am 24. März wurde der CGT (Allgemeiner Könföderation der ArbeiterInnen) ihre Scheiben im 20. Arrondissement in Paris eingeworfen.

auf Englisch

Fennovoima, Finnland: Barrikade durch Auto – Der Dialog ist beendet

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erhalten am 13. April

In Pyhäjoki (Finnland) versucht Fennovoima-Rosatorm eine Atomkraftanlage zu bauen. Atomenergie ist eine vollkommen veraltete Energie. Sie ist unprofitabel, erhöht die Zentralisierung der Energieproduktion und produziert Sondermüll für zukünftige Generationen.

 Obendrein zerstört Fennovoima-Rosatom die einzigartige Natur des bottnischen Meerbusens. Der gewählte Standort ist auf jede erdenkliche Weise beschissen. Nahe am Meer, nahe am Grundwasser. So müssen z.B. die Erbauer die Bodenhöhe um Meter anheben, um überhaupt mit der Konstruktion beginnen zu können.

Am Dienstag, den 12. April haben wir um 6 Uhr in der Früh den Verkehr auf der einzigen Straße, die zur Baustelle führt, blockiert. Hierzu haben wir mitten auf der Fennovoima Straße ein beschissenes Auto in Brand gesetzt, das mit Autoreifen usw. gefüllt wurde. Die Bemalung des Autos lautete „Dialog – Teufel“ Das ist unser Dialog und das ist das, was wir allen sagen, die einen Dialog mit Fennovoima-Rosatom fordern.

Zudem bekunden wir der Besetzung des Hambacher Forsts unsere Solidarität, wo GefährtInnen trotz starker Repression gegen den klima-killenden Energieriesen RWE kämpfen. Ein und der selbe Kampf!

Razzia im Hambacher Forst und in der WAA

hambachAm Montag Morgen den 11.4. 2106 kam es zu einen weiteren Höhepunkt der Repressionen gegen den Braunkohlewiderstand. Es wurden die Baumbesetzungen im Hambacher Forst belagert. Das Wiesen-Camp bei Morschenich und die 12 km entfernte Werkstatt für Aktionen und Alternativen (WAA) in Düren wurden durchsucht. Der polizeiliche Einsatz wurde von mindestens 250 Polizeibeamt_innen, teils Spezialkräfte wie: Reiter- und Hundestaffel, Helikopter und der Kriminalpolizei durchgeführt. Der Einsatz zog sich über den gesamten Tag. Dabei wurden 8 Aktivist_innen festgenommen, wo die letzte Person am Dienstag morgen frei gelassen wurde.
Als offizieller Grund des Einsatzes wurde die Suche nach Beweismaterial zu den Auseinandersetzungen, um die Rodung im vergangenen Halbjahr angegeben. In der WAA wurden sämtliche Computer, Transparente und auch einige Handys beschlagnahmt.
Zeigt euch solidarisch und unterstützt die Menschen vor Ort!  Sachspenden (Handys, Laptops werden gerne entgegengenommen.)

Aktuelle Infos findet ihr hier:

hambacherforst.blogsport.de

waa.blogsport.de 

Malmö: Aktion gegen die schwedischen Grenzkontrollen und gegen die Festung Europa

Erhalten am 9. April, 15:30: In diesem Moment verweigern es AktivistInnen aus Südschweden bei einer Grenzkontrolle ihre Pässe zu zeigen. Sie sitzen in einem Zug, der vom Kopenhagener Flughafen Kastrup nach Malmö fährt. Im November 2015 führte Schweden wieder Grenzkontrollen ein, um Flüchtlinge daran zu hindern, das eigene Staatsgebiet zu erreichen. Dieses ist eine Aktion gegen die Festung Europa und aus Solidarität mit tausendenen eingesperrten und abgeschobenen Flüchtlingen in Europa und der Türkei. Es folgt das Kommuniqué ihrer Aktion.

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Wir werden die Pässe nicht vorzeigen!

Am 12. November 2015 führte Schweden Grenzkontrollen ein, um Flüchtlinge daran zu hindern das eigene Staatsgebiet zu betreten. Diese Entwicklung etablierte einen verstärkten und gut organisierten Grenzkontollapparat, obwohl der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfvén im September 2015 erklärte, dass “mein Europa keine Mauern baut“. Plötzlich übernahm Europas „offenste und toleranteste Gesellschaft“ die Führerschaft für einen gewaltätigen Domino-Effekt geschlossener Grenzen über den europäischen Kontinent. Schweden war die erste Nation, die sich von den Flüchtlingen abwendete und eine Festung Europa “2.0” einführte. In einer Zeit, in der Anti-Rassismus und Solidarität am meisten benötigt werden, wenn Unterkünfte für Asylsuchende niedergebrannt und rassialisierte Personen auf der Straße angegriffen werden, entschied sich der schwedische Staat dazu, dauerhafte und erweiterte Grenzkontrollen einzurichten. “Wir brauchen Atempause” (PM Stefan Löfvén, 2015/11/2).

Nach positiven Meinungsumfragen für Grenzkontrollen in der schwedischen Presse und steigenden Prozenten für faschistische Bewegungen (so wie die Schwedischen Demokraten) übernahm das ganze schwedische politische System eine rassistische Flüchtlingspolitik. Der schwedische Parlamentarismus schloss Grenzen, Nazis führten Straßen-Patroullien gegen MigrantInnen durch und eine Krisenrethorik in den Massenmedien beheizte implizite wie explizite Propaganda über die „Risiken“ offener Grenzen. “Flüchtlingsströme verantwortlich für die Verbreitung des multi-resistenten Bakteriums MRSA” (Sydsvenskan, 2.1.2016).

Der zunehmende Faschismus ist nicht auschließlich ein schwedisches Phänomen. Das ganze Europa leidet an ähnlichen Tendenzen, die z.B. in der Migrations- und Grenzpolitik der EU zum Tragen kommen. Die Schaffung von FRONTEX, die Dublin Bestimmung und der letzte Deal mit der Türkei offenbaren das Europa den Handel von Waren ermöglicht, aber bedürftige Menschen außerhalb seinee Mauern lässt. Das Abkommen mit der Türkei kennzeichnet ein eindeutiges kapitalistisches Geschäft, an dem beide Partner gewinnen. Die EU besticht die Türke mit Geld, visa-freier Reise für türkische BürgerInnen in Europa und einem erneuten Versprechen einer Eu-Kanidatenschaft. Als Entschädigung wird die Türkei dafür sorgen, dass sehr viele Flüchlinge außerhalb der EU bleiben werden. In anderen Worten ausgedrückt, bedeut das, dass die humanitäre Flüchtlingskrise zu einem Geldthema wird; die EU verkauft nämlich ihre Verantwortung. Menschen daran zu hindern, Asyl zu beantragen ist aber gegen die westlichen liberalen internationalen Regulierungen, wie z.B. das Genfer „Abkommen über die Rechtstellung von Flüchtlingen“ Die Türkei ist kein sicherer Ort für Flüchtlinge, es ist absolut unmoralisch Flüchtlinge in ein Bürgerkriegsland abzuschieben.

Öffnet die Grenzen zwischen Schweden und Dänemark JETZT!
Freie Überfahrt für Flüchtlinge und MigrantInnen
Solidarität mit Flüchtlingen und allen, die mit ihnen kämpfen

Keine Rückführungen in die Türkei! Keine Abschiebungen! Niemand ist illegal!

ZERSCHLAGT DIE FESTUNG EUROPA!

London: Räume halten – Widerstand gegen Räumung des besetzten “Hope and Anchor”

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Auf der Mornington Crescent leisten HausbesetzerInnen am Mittwoch (6. April) erfolgreich gegen einen zweiten Räumungsversuch Widerstand. Ein weiterer Beweis der Stärke und Solidarität der Londoner HausbesetzerInnen ist es, dass sich Dreißig bis Vierzig gegen den Verwalter entgegengestellt haben. Transparente, die sich gegen die Wohnraumgesetzesvorlage „Housing Bill“ und Räumungen „von London bis Calais“ richteten, wurden entrollt. (Vor kurzem gab es eine Räumung in dieser französischen Stadt) Das Sicherheitsunternehmen „Clearway Services“ kam schnell vorbei, um das Gebäude zu schützen. Die MitarbeiterInnen wurden aber zur schnellen Rückkehr in ihren Lieferwagen gezwungen. „Es gibt wer weiß wie viele von denen hier“, berichtete ein Angestellter der Firma seiner Leitung, bevor er mit seinen Schweinen ein kleines Stück weiter weg fuhr.

Der Widerstand gegen die Räumung des „Hope and Anchors“ fällt mit einer Widerstandswelle gegen Gentrifizierung in London zusammen. Am Donnerstag, den 31. März besetzten BewohnerInnen von Brixton die Carnegie-Bibliothek, um sich gegen deren Schließung und Sanierung zu wehren. Ein besetztes Gemeindezentrum wurde vor kurzem in der Doris – Valley – Siedlung in Barnet eröffnet. Für eine Veranstaltungswoche gegen die Wohnraumgesetzvorlage besetzten andere Eigentum auf der „Brompton Road“ . Auch an gemieteten Orten war der Widerstand gegen die Räumung gesellschaftlicher und privater MieterInnen erfolgreich – von Kilburn über Lambeth bis Stratfort. Ob Widerstand gegen Räumung oder randalierender Aufmarsch, wie die kommende Fuck Parade am 1. Mai – wütende Londoner halten ihre Häuser und Straßen gegen die Kontrolle von ImmobilienhändlerInnen und Polizei.

Von der Wohnraumgesetzesvorlage und Entwurfsplanung zur Privatisierung öffentlicher Parks; Angriffe auf die Armen und der ArbeiterInnenklasse werden immer mehr zur Kontrolle des Raumes. Die letzten Hausrazzien und Verhaftungen der SCUM TEK  – AkteurInnen und die nahenden Räumungen von MieterInnen im Camden nach den HS2 – Plänen stehen gemeinsam für diese Kontrolle. Völlige Sanierung erfordert völlige Überwachung – Akkumulation durch Festnahmen oder Räumung. Es ist keine Überraschung, dass die Aktion der Stadtpolizei gegen Banden, die ‘Operation Kestrel’ Bezirke, wie Lambeth or Hackney zum Ziel hat, die langsam immer mehr den den yuppifizierten Straßen von Shoreditch gleichen.

Das Halten der Räume gegen kapitalistische und Staatskontrolle schafft neue Widerstandsmöglichkeiten Ein Squat oder eine Besetzung halten Raum gegen Sanierung und bieten Möglichkeiten für kommunalen und kollektives Leben, Organisierung und Konvergenz. In ganz London halten Leute Raum gegen Kontrolle und bekräftigen die Fähigkeit, ohne sie zu leben. Die Polizei hat das „Hope and Anchor“ gegen Mittag verlassen. Keine totale Überwachung, wo der Raum uns gehört.

via Freedom News