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Exarchia: Ein Jahr Themistokleus 58 Besetzung

Ein Jahr Themistokleus 58 Besetzung

Am 10. Jänner 2017 vervollständigt die Themistokleus 58 Besetzung ein Jahr seiner Aktivitäten. Während dieses Jahres machte die Besetzung eine Reihe von Initiativen zur Intensivierung des Sozialen Krieges. Die Besetzung beteiligte sich an zahlreichen Maßnahmen zur Unterstützung von Projekten und Einzelpersonen, welche von der Unterdrückung aller Autoritäten betroffen waren.

Wir haben die internationale Solidarität zwischen Rebellen vorangetrieben weil wir glauben, dass nur durch nur durch wechselseitge Beziehungen, Affinität und Komplizenschaft gegen den Staat, Kapital und Herrschaft gebildet werden kann. Wir tun das indem wir falsche Unterscheidungen, aufgrund von Herrkunft, Sprache, Gender, sexuelle Orientierung und religiöse oder gottlosen Hintergrund niederreißen, betreffend jedem und jeder Person die irgendwie verbunden ist mit unserem Projekt.

Wir sind gegen Patriotismus und Rassismus (offenen und verdeckten) aufgestanden und haben es verweigert die Menschen die migrieren, auf der Grundlage der ihnen von den Behörden zugeschriebenen Statuses (Flüchtlingen vs. Nicht-Flüchtlingen), zu diskriminieren. Wir haben versucht uns am Kampf gegen Kontrolle und Repression von Migration zu beteiligen und mit einer umfassenden praktischen Kritik gegen den Komplex von Herrschaft vorzugehen, welcher vielseitig ist und alle befreienden Versuche isoliert, um zu schwächen und leichter unterdrücken zu können.

Wir haben den anti-institutionalen Charakter von unserem Projekt, mit allen notwendigen Mitteln, abgeschirmt und haben die Besetzung und unsere Aktivitäten von den Einflüssen von NGO’s, Medien und irgendwelchen Vermittlern freigehalten. Wir haben unsere politische Autonomität verteidigt, ohne unseren grundlegenden Merkmale unerer kämpferishen Gemeinschaft zu verändern. Zur selben Zeit haben wir uns entschieden mit Anderen uns auf Wegen zu treffen, wie bei multiethnischen Zusammenstößen, Zusammenarbeit, wann und wo auch immer die jeweiligen politischen und organisatorischen Rahmenbedingungen unseren Zielen entsprachen.

Die Themistokleus 58 Besetzung ist sowohl ein anarchistisch, politisches Projekt und ein Wohnort für Menschen ohne Papiere. Es ist ein subversives Labor für Theorie und Praxis, aber ebenso ein Ort an dem Individuen gemeinsam leben und kämpfen, auf der Basis von Selbstorganisierung, gleichberechtigter Teilnahme, Horizontalität, gegenseitige Hilfe und direkte Aktion. Nachdem das Projekt ein Jahr in Betrieb ist, sind die Erfahrungen (positive und negative) die während des Experimentes der 58 gemacht wurden, ein Vermächtnis eines Kampfes – wertvoll für uns für die zukünftigen Schlachten.

Wir laden alle ein sich, am Samstag den 14. Januar um 21:00 vor der 58, uns anzuschließen, für eine Demonstration auf den Straßen von Exarchia. Wir vergessen Shazad Luqman nicht, ein Migrant aus Pakistan der von einem neo-Nazi Abschaum in der Nachbarschaft von Ano Petralona im Jänner 2013 ermordet wurde.

Um das Projekt finanziell zu unterstützen, schließ dich uns am Samstag den 21 Januar um 21:00 Uhr an, für eine Soli-Party in der 58; mit Live-Musik-Perfomances von REZA ASKI (voice/Gitarre, aus dem Iran) und SIMO (Rap, aus Marokko), DJ sets, Essen und Getränke.

EXPLOSION UND FEUER ALLEN GEFÄNGNISZELLEN

WEDER EINGEBORENE NOCH FREMDE; VATERLANDSLOS UND REBELLEN

auf Englisch, Portugiesisch, Spanisch

[US Gefängnis] Sean Swain seit 26. Dezember im Hungerstreik

via SeanSwain.org (am 12. Januar 2017)

Wir haben kürzlich, von einem Freund von Sean, Worte erhalten das Sean gerade im Hungerstreik ist und in eine Selbstmordzelle gebracht wurde.

Wenn auch Details noch unklar sind, so wissen wir das Sean seit 26. Dezember 2016 nicht gegessen hat. Er wurde mit Erpressung einer stellvertretenden Wärter(in) belastet, als er den Hungerstreik begann und in eine Selbsmordzelle gebracht wurde.

Wir wissen, dass im Gefängnis sein Hungerstreick anerkannt wird und die damit einhergehenden Abläufe. Einschließlich, einmal pro Tag wird er auf die medizinische Abteilung gebracht, wo er gewogen wird und seine Lebensfunktionen getestet werden. Es ist unklar ob sie mit ihm in irgendeiner Art und Weise versuchen zu verhandeln.

Bitte, nimm dir einen Moment um einen Brief zur Ermutigung von Sean zu schreiben:

Sean Swain #243-205
Warren CI, P.O. Box 120, 5787 State Route 63
Lebanon, Ohio 45036 [USA]

auf Englisch

[Griechenland] 21. Jänner 2017: Aktionstag in Solidarität mit dem Revolutionären Kampf

Auf dem Poster steht:

“Ich bin eine Revolutionärin und ich muss mich für nichts entschuldigen.

Terroristen, Kriminelle, Räuber sind diejenigen, die das politische und wirtschaftliche Leben zusammensetzen; die Institutionen und die Regierungen, die durch die Memoranden, die abscheulichsten und heftigsten Angriffe auf die soziale Basis führen. Im Namen von “einem Weg raus aus der Krise”. Terroristen, Kriminelle, Räuber sind der Staat und das Kapital, diejenigen die ich mit meiner ganzen Seele des bewaffneten Kampfes verpflichtend bekämpfe, mit dem Revolutionären Kampf (Epanastatikos Agonas), diejenigen auf die es meine Organisation all die ganzen Jahre, mit unseren Aktionen, abgesehen hatte.

(…) wenn die Wirtschaft und die politischen Obrigkeiten die Mehrheitsgesellschaft auf die gnadenloseste Weise angreift, ist bewaffneter Kampf für die soziale Revolution eine Pflicht und eine Verpflichtung; weil das ist es wo Hoffnung liegt und nirgendswo anders. Der eizige definitive Ausweg aus der systemischen Krise in der wir in dieser historischen Zeit leben, der einzige definitive Ausweg aus jeder Krise. Es ist die einzige Hoffnung hinsichtlich dem Sturz des Kapitalismus, dem System das die Krise auf die Welt bringt; die einzige Hoffung hinsichtlich dem Sturz von Staat und Kapital.

Es ist die einzige Hoffnung für einen bewaffneten Gegenangriff von einer sozialen Basis gegen ein System, das sie zerstört.

Es ist die einzige Hoffnung hinsichtlich des Sturzes  von Staat und Kapital; für die Soziale Revolution.

Für eine Gesellschaft für wirtschaftliche Gleichehit und politische Freiheit für alle.”

Pola Roupa

“Ich bin Anarchistin, ein Mitglied der bewaffneten revolutionären Organisation – Revolutionärer Kampf. Der einzige Terrorist sind der Staat und das Kapital.”

Konstantina Athanasopoulou

Demonstration in Solidarität mit den Mitgleidern des Revolutionären Kampfes, Samstag 21. Januar 2017 um 12:00 in Monastiraki (Athener Innenstadt)

SOLIDARITÄT MIT DEN MITGLIEDERN DES REVOLTUIONÄREN KAMPFES

KEIN AUSNAHMESTATUS FÜR POLITISCHE GEFANGENE

KAMPF DEM STAAT UND DEM KAPITAL MIT ALLEN MITTELN

auf Englisch

Deutschland: Hambachkohlebahn Eisenbahnschienen sabotiert

In der Nacht des 5. Januar stattete ich der Hambacher Braunkohle Mine, nahe Aachen, einen Besuch ab. Mein Ziel war es die Eisenbahnschienen mit einer Ladung Thermit, was ich von einer anderen industriellen Firma gestohlen habe, zu zerstören.

Thermit brennt um die 2500 Grad Celsius heiß und der Stahl der Schienen schmilzt bei rund 1500 Grad Celsius, das heißt das Thermit macht einen erheblichen Schaden wenn es ordentlich gezündet wird.

Ich wählte den Ort danach aus, dass es am meisten Schaden anrichten würde. An dem Teil wo der Zug auf die andere Schiene umgeleitet wird. Da dieser Teil ein Unikat ist müssen sie vor Ort ein neues machen. Als ich dort hinkam bereitet ich alles vor, nachdem ich das Ziel und meine Fluchtroute checkte. Das Thermit gab ich in zwei Blumentöpfe mit einem Loch im Boden, um die geschmolzene Mixtur an den richtigen Ort zu leiten. Es ist leicht entzündlich, mit Wunderkerzen welche man überall bekommen kann rund um Neujahr. Aber um sicher zu gehen das alles funktioniert habe ich 20 in jeden Topf gegeben. Ich platzierte die Gegenstände und setzte es in Flammen, in dem Moment als ich den zweiten anzündete sah ich die Lichter eines kommenden Zuges in meine Richtung. Ich hatte einiges an Zeit um Abstand zwischen mir und der geschmolzenen Mixtur zu schaffen und zu sehen wie der Zug in einer der Töpfe fuhr. Die Schienen und die Vorderräder waren mit dem brennenden Thermit bedeckt und die Räder machten einen immer wiederkehrenden Lärm an der kaputten Stelle.

Nach enem letzten Blick auf das Spektakel bewegte ich meinen Arsch weg von dort.

Grüße,
Pyromane gegent RWE.

auf Englisch

Griechenland: Lambros-Viktoras Maziotis Roupas befindet sich bei seinen Verwandten

Transparent von der anarchistischen Besetzung “Utopia A.D.” in Komotoni, in Nordgriechenland: “Sechsjähriger in Gefangenschaft, der Hass wächst; Bullen-Mediendreck-Mörder”

Heute, Sonntag den 8. Januar 2017, wurde nach einer neuen Bestellung durch den Staatsanwalt das temporäre Sorgerecht von Lambros-Viktoras Maziotis Roupas seiner Grossmutter ,mütterlicherseits, zugesprochen. Also war seine Gefangenschaft in der psychiatrischen Abteilung, des Kinderkrankenhauses in Athen, endlich beendet. Das sechs Jahre alte Kind verließ das Krankenhaus in Begleitung seiner Verwandten ersten Grades.

In der Zwischenzeit fanden Proteste statt, von Insass*innen im Männer- und Frauengefängnis von Koridallos, im Elaionas Frauengefängnis in Thiva und im Gefängnis in Trikala.

Die Mitglieder des Revolutionären Kampfes, Nikos Maziotis, Pola Roupa und Konstatina Athanasopoulou haben ihren Hunger- und Durststreik unterbrochen.

Innerhalb von sechs Monaten wird ein Gericht über das engültige Sorgerecht des Kindes entscheiden.

auf Englisch, Italienisch, Portugiesisch

Athen, Griechenland: Drei Mitglieder vom Revolutionären Kampf im Hunger und Durststreik. Lambros-Viktoras Maziotis Roupas entführt

Am frühen Morgen des 5. Januar 2017 wurden zwei Mitglieder des Revolutionären Kampfes, die flüchtige Gefährtin Pola Roupa und die Anarchistin Konstantina Athanasopoulou in einem Vorort von Athen gefangengenommen. Antiterror-Einheit der Bullen haben einen Unterschlupf überfallen, in dem sich Pola und ihr sechsjähriger Sohn aufhielten, während Konstantina in einem anderen Haus in der Nähe verhaftet wurde.

Nachdem Lambros-Viktoras Maziotis Roupas (der kleine Sohn von den Revolutionären Kampf Mitgliedern Nikos Maziotis und Pola Roupa) gewaltsam seiner Mutter weggenommen wurde, wird er, von Bullen bewacht (!), in einem Kinderkrankenhaus gefangen gehalten. Er erhält dort keine Besuche von seinen nächsten Verwandten. Sogar die gesetzlichen Vertreter*innen seiner Eltern dürfen nicht zu ihm.

Die griechischen Behörden und insbesondere die für Minderjährige zuständige Staatsanwältin Frau Nikolou, verweigert es noch, das Kind an Verwandte ersten Grades zu übergeben.

Als Antwort darauf, haben drei Mitglieder des revolutionären Kampfes (der anarchistische Gefangene Nikos Maziotis, die wieder gefangene Pola Roupa und die gerade verhaftete Konstantina Athanasopoulou, seit dem 5. Januar einen Hunger-und Durststreik begonnen. Sie fordern, dass der sechsjährige Junge sofort bei seiner Tante und Großmutter untergebracht wird. (Verwandte mütterlicherseits).

In einem offenen Brief verkündet Nikos Maziotis u.a., dass “Unser Sohn das Kind zweier Revolutionär*innen ist und er stolz auf seine Eltern sei. Wir werden uns nicht erpressen lassen. Wir verteidigen unsere Wahl mit unserem Leben.”

Am 6. Januar, während der Überführung der Frauen zum Evelpidon Gericht, rief Pola: “Die Würmer halten mein Kind im Paidon (Kinderkrankenhaus in Athen), bewacht durch bewaffnete Bullen, im Alter von sechs Jahren. Er ist ein Kriegsgefangener“ und „Lang lebe die Revolution“. Weiter hat sie erklärt „Ich bin eine Revolutionärin und ich habe mich für nichts zu entschuldigen

Es folgt die Erklärung von Konstantina:

“Ich bin Anarchistin, Mitglieder der bewaffneten revolutionären Organisation Revolutionärer Kampf (Epanastatikos Agonas). Die einzigen Terrorist*innen sind der Staat und das Kapital. Ich verweigere das Essen und Trinken bis das Kind meiner Gefährt*innen Pola Roupa und Nikos Maziotis ihren Verwandten übergeben wird. “
Konstantina Athanasopoulou

Im Inneren haben anarchistische Gefangene und andere Insass*innen verschiedener Flügel von Koridallos Männer- und vom Frauengefängnis aus Solidarität mit den Gefangenen des Revolutionären Kampfes (die sich momentan im Hunger- und Durststreik befinden) einen gemeinsamen Protest organisiert. Der Einschluss wurde verweigert, um das Ende der Gefangenschaft von Lambros-Viktoras zu fordern.

Draußen haben GefährtInnen in verschiedenen Städten ganz Griechenlands diverse Aktionen als sofortige Unterstützung der anarchistischen Revolutionäre durchgeführt. Auch sie fordern, dass die Verwandten ersten Grades von Pola Roupa sofortige Besuchserlaubnis und Sorgerecht für das Minderjährige Kind erhalten.

Viel Kraft für Konstantina Athanasopoulou, Pola Roupa und Nikos Maziotis, stolze Mitglieder des Revolutionären Kampfes.

Der Revolutionäre Kampf wird weder die Waffen nieder legen, noch sich den Feinden der Freiheit ergeben.

auf Englisch

5. Teil eines Interviews mit der anarchistischen Gefährtin Sofi über die Repression und Solidarität in Mexiko

Das Interview wurde von auf It’s going down auf Spanisch mit der anarchistischen Gefährtin Sofi aus Mexiko über die anarchistische Organisierung und Solidarität innerhalb und außerhalb mexikanischer Gefängnisse geführt. Die GefährtInnen von It’s going down haben inzwischen eine englischsprachige Transkription auf ihrer Seite publiziert, über die Contrainfo informiert wurde. Die deutschsprachige Übersetzung des recht langen Interviews wird in mehreren Teilen erscheinen.

Kunst des Cimarrón Kollektivs (auf einer Telefonkarte)

Die Arbeit des Cimarrón Kollektivs

IGD: Danke, Sofi. Und wie du gesagt hast, das Cimarrón Kollektiv hat eine Punkband im Nord-Gefängnis. Jetzt weden wir uns eine Musikpause gönnen und einen ihrer Songs hören, mit dem Titel “Enajenación” (Entfremdung).

Anhören dieses Titels.

IGD: Kannst du uns ein wenig mehr über Cimarrón und ihre Tätigkeiten erzählen, wie diese aussehen und was sie machen?

Sofi: OK. Wie schon gesagt, ist Cimarrón ein Kollektiv männlicher Gefangener,- weil sie in Männer-Gefängnissen sind. Nach der Logik von Fernando über sozialer Arbeit in Gefängnissen. Schau, etwas was ich an Fernando mag, ist, dass er das Gefängnis nicht als eine Belastung ansieht. Er sagt, „Wir als Anarchist*innen können in der Gesellschaft arbeiten, in welcher Gesellschaft wir uns auch immer befinden. Momentan bin ich im Gefängnis und ich kann hier arbeiten.” Er sieht das Gefängnis nicht als etwas, was ihn runter zieht, er erkennt es als Gelegenheit, sich an anarchistische Politik im Gefängnis zu betätigen.

Innerhalb dieses Rahmens hat Fernando viele Verbindungen zu anderen Gefangenen geschlossen. Er arbeitete mit Einigen und als der erste Hungerstreik begonnen hatte, bildete sich CIPRE, was die informelle Koordinierung von Gefangenen im Widerstand ist. Dank CIPRE, wurden einige sogenannte soziale / gewöhnliche Gefangene entlassen, obwohl jede*r Gefangene ein*e politische*r Gefangene*r. Ist. Später hat sich CIPRE aufgelöst und Fernando gründete mit anderen Gefangenen das Cimarrón Kollektiv.

Dieses verfügt über einen mehr kulturellen, als politischen Charakter. Seine Arbeit mit Gefangenen umfasst Workshops, was ein wenig bei den Anstrengungen aufmuntert, die die politische Arbeit leider mit sich trägt. Sie nutzen kulturelle Arbeit als Mittel der Bewusstseinsschaffung. Das Gefängnis hat seine Workshops, seine Kultur und all die Lehrer*innen kommen von Draußen um Workshops zu geben. So haben sie sich gesagt: „Wenn wir über Kenntnisse verfügen, Ding zu tun, warum geben wir keine Workshops?” So begannen sie ihre Workshops zu planen und eine*r sagte „Ich weiß etwas über das Tätowieren, so gebe ich ein Workshop darüber. Ein andere*r ergänzte: Ich weiß wie man zeichnet“. Ein Gefährte, Sinué Rafúl, malt mit Öl und er bietet ein Ölmal-Workshop an. Ein anderer zeichnet. Fernando bietet, wie wir bereits erwähnten, Workshops über Kreatives Schreiben an. Abraham fertigt Kunsthandwerke an. Ein anderer Gefährt, Ramón, macht Yoga. Gerardo Ramírez Tatoos und Malerei. Eine Vielzahl von ihnen bietet verschiedene Workshops an. Ich gebe einen über Kreatives Schreiben.

Kunst des Cimarrón Kollektivs (auf einer Telefonkarte)

Bald werden zwei Projekte auf uns zu kommen. Eine ist Gesundheitsförderung, so dass die Gefangenen die Fähigkeit haben, andere Gefangene zu untersuchen und bei einfachen Krankheiten, wie Erkältungen, Gastritis, Kopfschmerzen, Benutzung von Akkupunktur und natürlicher Medizin, wie Tinkturen, zu helfen. Was wir machen ist ganz einfach. Jemand trainiert mich und ich trainier andere. Und falls ein Gefangener eine bestimmte Krankheit hat, gibt es Draußen eine Solidaritätsgruppe von Doktoren, die Unterstützung anbietet. Es gibt Gefährt*innen, die AnhängerInnen der Anderen Kampagne sind, die im Jahre 2006 Gefangene aus Atenco waren. Sie sind Allgemeinmediziner und Spezialist*innen, Ernährungsberater*Innen, Psycholog*innen. Sie sind alle in der sozialen Bewegung involviert.

Das bedeutet, dass den Gefangenen geholfen wird, wenn sie spezielle Probleme haben, wie der Gefährte mit den Zahnschmerzen. Oder als Fernando, nach dem letzten Hungerstreik, überführt wurde und während des Transports ihn die Wachleute geschlagen und seinen Kiefer gebrochen haben. Er war für elf Monate gebrochen und mit politischen Druck schafften wir unseren Gefährten, der Zahnarzt ist, ins Gefängnis zu bekommen, um Fernando zu untersuchen. Das Gefängnis wollte keine Material bereitstellen, so mussten wir alles hineinbringen, um ein Mini-Zahnarztpraxis im Gefängnis einzurichten, so dass sich um Fernando gekümmert werden konnte. Es gibt GefährtInnen, die Spezialist*innen in Chiropraktik, Akkupunktur sind und sie helfen.

Kunst des Cimarrón Kollektivs

Zudem geht es um Kommunikation und Gemeinschaftsradio. Wir bieten Workshops über Rede, Programmstruktur. Sie beginnen ihre Skripte zu verfassen, entscheiden, was sie diskutieren möchten und bald gibt es eine Radiosendung und ihr alle, könnt sie euch hören. Gut, auf Spanisch, natürlich. Ich mag sie wirklich, weil wir viel an der Wiederaneignung von Sprache arbeiten. Sie haben eine Sprache im Gefängnis und wir erzählen ihnen, dass sie nicht auf andere Weise sprechen müssen, benutzt eure eigene Sprache

Es gibt auch eine anarchistische Buchhandlung mit dem Namen Xosé Tarrio, der in FIES (besondere Isolations- ) Gefängnissen in Spanien eingesessen hatte. Er war als Ausbrechkünstler bekannt, er versuchte immer auszubrechen. So wurde er als einer der fünf gefährlichsten Gefangenen in Spanien angesehen. Er starb in sehr schlechter Verfassung an HIV. Seine Mama, Pastora González, sagte, “Mein Sohn starb am Gefängnis, nicht an Aids.“So erkannten die Gefährt*innen die Leistungen von Xosé Tarrio und benannten die Buchhandlung nach seinem Namen. Die Bibliothek ist öffentlich, jeder Gefangene kann sie nutzen. Die meisten Texte sind anarchistisch, aber es gibt auch andere Lektüre.

Ein anders ihrer Projekte ist die Punkband Commando Cimarrón. Einige schreiben die Texte, andere komponieren die Musik, andere spielen den Bass, die Gitarre, das Schlagzeug. Ihr habt eines ihrer Songs gehört.

Und es gibt ein Pamphlet, ein Zine, mit dem Namen „Wild und Kriminell“ Auf dem Cover ist eine Zeichnung von Fernando Bárcenas. Und all diese Gefährt*innen, stellen, jeden Dienstag, seit sechs Monaten, diese Arbeit zusammen. Es wurde entworfen und veröffentlicht durch das Anarchist Black Cross. Und editiert wurde von den Gefährt*innen Luna, Belarmino Fernández und von mir. Aber es war kein strenges editieren, mehr das Vorschlagen eines Stiles, den sie akzeptieren können. Manchmal sagten sie Nein, andere Male akzeptierten sie unsere Änderungen. Wir wollen nicht die Idee umsetzen, dass es ein perfektes Schreiben sein muss. Was uns interessierte ist, was die Gefährten schreiben

Der Workschop hat sdie Absicht, Erinnerung durch die individuelle Person zu schaffen und durch diese Erinnerung können wir Kollektivität erzielen. Und es war ein großartiger Workshop für sie. Am Anfang sagten sie, sie wissen nicht, wie sie schreiben sollen und dachten immer, dass zu schreiben etwas für Fachleute wäre. Und wir sagten, dass das nicht wahr wäre und dass wir alle schreiben können. Wir gaben ihnen ein paar Übungen, um ihnen zu Beginn zu helfen. Und sie merkten, dass es leicht war, zu schreiben. Sie mochten es sehr, weil sie sagten, weil es emotionale Entspannung brachte. Ein Beispiel, das ich niemals vergessen werde. Wir waren im Workshop und sie mussten drei Mal am Tag unterschreiben, damit die Wachleute wussten, dass sie nicht geflohen sind. Um ca. drei Uhr, wird sich während des Workshops eingetragen. Dazu müssen sie den Workshop verlassen und sich eintragen und dann wieder zurückkehren. Einmal, war einer von ihnen extrem fokussiert am Schreiben und ein anderer Gefangener fragte “Hey, willst du dich eintragen?“ und er drehte sich um und erwiderte „Was?“ Worauf ihm entgegnet wurde: „Ja, wir werden uns eintragen. Kommst du mit oder nicht?“ und er drehte sich um und antwortete „Ah, ich bin im Gefängnis“ und er wendete mich mir zu und sagte “Sofi, Ich habe das Gefängnis verlassen“. Für mich war es wirklich eindringlich, weil Schreiben ihnen hilft, in bestimmten Momenten das Gefängnis zu verlassen.

Weiter ist wichtig zu erwähnen, dass sie in einer männlichen Gesellschaft leben. Die Gesellschaft ist patriarchal und erlaubt ihnen nicht, traurig zu sein. Sie haben immer stark, „Macho“ zu sein und sich gut zu fühlen. Sie dürfen niemals traurig sein, weil das für Schwäche steht. In den Workshop dürfen sie ausdrücken „Ich fühle mich wirklich schlecht..” Und sie durften weinen. Was für viele Leute eine einfache Aktion ist, aber für sie ist es nicht einfach. Wenn sie ihre Arbeiten lesen, bricht ihre Stimme ab und sie weinen, was für sie sehr befriedigend ist Das ist die Entspannung, die ihnen erlaubt, sich selbst als Individuum zu verstehen. Und ihnen die Schaffung von Kollektiven ermöglicht. Diese Arbeit ist recht simpel, hat aber eine soziale Wirkung für sie, nicht für andere, nur für sie. Das ist Wild und kriminell, es ist auch auf Spanisch.

Ich möchte euch etwas Kurzes vorlesen, das sie herausgebracht haben. Ich werde etwas von Hard lesen, das von einer Übung ist, die wir gemacht haben. Wir sagten “Wenn Cimarrón ein Tier wäre, welches Tier auch immer, das zu seiner Wildheit zurückkehrt, mit welchem Tier identifizierst du dich?” Und wir werden über das Tier schreiben, mit dem du dich identifizierst. Hard wählte den Kolibri. .

Im Cimarrón Project, sind wir alles, Malerei, Musik, Tod, unsere Vorstellungskraft ist unsere beste Qualität. Im Kommando, Projekt Cimarrón, bin ich ein Kolibiri der viel flattert, viel, sein Herz fängt Feuer, zu fliegen ist mein Merkmal, warum wünsche ich mir Füße zu haben, wenn ich Flügel zum Fliegen habe, sagte Frida Kahlo. Dieser Kolibri, der in dein Herz flattert, zeigt euch das Lächeln des Feuers, das in euren Herzen brennt, ganz wie das Flattern des unglaublichen Kollibris, der euch mit einem brennenden Herzen grüßt.Mit jedem Tag, mit jedem Flügelschlag, nach links und zur linken Seite, in die Kälte, in den Sommer, zum Mond, zur Sonne, zu all unseren Sternen. Ich bin der Kollibri. Der Kollibri, der Farben auf seinen Flügeln flattert, der Kollibri auf der linken Seite des Gewissens.

Wie wir sehen, ist es eine poetische Arbeit, nicht so einfach. Das Radioprogramm, das ihr hoffentlich bald hören könnt, ist sehr interessant, weil sie sehr gut Sounds einsetzen. Es lässt die Hörer*innen mehr verstehen, wie das Leben im Gefängnis so ist. Ihr werdet es mögen. Das ist „Wild und Kriminell“ die Gefängnis – Anthologie. Es gibt um die 43 Texte. Ich bin sehr stolz auf diese Arbeit, nicht nur, weil ich involviert war, sondern über das, was es für sie bedeutet. Hiernach sehe ich sie als menschlicher und weniger in ihren Tatvorwürfen, die der jüdisch-christlichen Staat ihnen anhängt und der Idee, sie sollten unter schlechten Bedingungen leben, weil sie es verdienen. Jetzt sind sie Gefährten, die würdiger leben, mehr lachen, ihre Körper sind weniger gebeugt, sie stehen gerader. Gewisse Aspekte haben sich verändert. Und das ist für mich sehr wichtig.

Kunst des Cimarrón Kollektivs

Es gibt auch El Canero, die Zeitung an der sie alle arbeiten. Sie ist politischer. Jeder Gefangene kann schreiben, anonym oder auch nicht und das Gefängnissystem oder ihren Fall verurteilen. Andere politische und anarchistische Gefangene haben für sie geschrieben.

Dieses sind die Projekte des Cimarrón Kollektivs. Und es ist in einem Raum, den das Gefängnis nicht zur Verfügung stellt, es ist ein Raum, den sie autonom geschaffen haben. Die Buchhandlung, alles ist geschaffen und wird autonom unterhalten. Aber es wird sehr unterstützt durch die Gemeinschaft. Sie haben uns zu einem Konzert eingeladen, dass sie gegeben haben und ich habe es wirklich gemocht, weil viele Gefangene kamen und sie begannen sich Lieder zu wünschen. Ihre Songs wurden im Gefängnis bekannt. So ist es weniger ihr eigenes Projekt, viele Gefangene sind mit ihm vertraut und wir mussten uns mit eine Menge von ihnen treffen

Ich fühl mich mit ihnen sehr sicher. Da ist immer diese Vorstellung, dass es gefährlich wäre, ein Gefängnis zu betreten. Das ist nicht wahr. Natürlich verfügt ein Gefängnis über Gefahren. Ich kann sagen, dass einer der Plätze, an denen ich mich am sichersten und unter Freunden fühle, mit ihnen ist. Ich weiß, dass sie nichts versuchen werden. Ein anderer Gefangener wird nichts versuchen, weil all meine Gefährten dort sind, die auf mich aufpassen und wir passen aufeinander auf. Sie haben gelernt, Frauen nicht wie Machos aus der Mexikanischen Machista-Traditon zu behandeln, sondern sie sehen uns als anarchistische Gefährtinnen. Ich mag das Wort Respekt nicht, aber mit irgend einer Art von Respekt. Es ist nicht, dass sie mich respektieren, es ist, dass sich mich mit mir als Gefährtin identifizieren.

Das ist mehr oder weniger die Arbeit des Kollektivs, und das Kollektiv ist dank der Arbeit von Fernando Bárcenas entstanden, die konstante „nicht-wie“ Arbeit. Und heute erreichte uns eine sehr schlechte Nachricht, die ist, dass Fernando’s letzter Rechtsweg abgewiesen wurde. Dieser würde ein gerichtliche Verfügung bedeuten, den zuständigen Richter aufzufordern, den Fall neu zu untersuchen. Falls er die Verfügung gewährt hätte, wäre ein neues Urteil die Folge, das bedeuten würde, dass Fernando nach Bezahlung einer Kaution praktisch freigelassen worden wäre. Aber sie wiesen diese einstweilige Verfügung zurück. Das bedeutet, dass unser Gefährte für weitere drei Jahre im Gefängnis sein wird. Am Dienstag, (13. Dezember) ist Fernando jetzt drei Jahre eingesperrt. So hat er drei weitere Jahre, weil er eine Strafe von sechs Jahren hat.

Wir wissen nicht, was der nächste rechtliche Schritt sein wird. Es gibt andere Möglichkeiten, wie den Fall vor den Interamerikanische Menschenrechtsgerichtshof oder den Obersten Gerichtshof zu bringen. Es ist sehr schwer die Verhandlung solcher Fälle zu erreichen, aber wir halten euch durch die GefährtInnen hier am Laufenden und wir bleiben in Alarmbereitschaft.Fernando setzt kein Vertrauen in die Gesetze, so dass diese Entscheidung nicht so schwer für ihn ist. Aber sie ist es für seine Mama, für sie ist es ein starker Schlag. Und für uns auch. Natürlich wollen wir unseren Gefährten frei haben. Aber Fernando ist ein starker junger Mann. Ihm ist klar, warum er einsitzt und ihm ist klar, dass der Kampf nicht für seine Freiheit ist. Der Kampf ist für die Umwandlung der Gesellschaft in eine freie, gerechtere, menschlichere, autonomere. So ist die Situation. Dieses Jahr haben wir zwei schlechte Nachrichten erhalten: Die 33 Jahre Gefängnis für Fernando Sotelo bedeuteten auch einen herben Schlag für uns und jetzt die Ablehnung von Fernando‘s Verfügung. Aber, nun, ja, der Kampf geht weiter.

Méxiko-Stadt: Sprengsatz im Filiale der Staatlichen Energiekommission

Zerstörung verkleidet als Wohlstand….

Wohlstand?…Passive Wesen wandern durch die Straßen… Verlangen nach der Ruhe und Sicherheit, die angeboten werden durch moderne Technologien und Geräte, die dein Leben erleichtern…

Aber es gibt einen hohen Preis, der für diesen Wohlstand gezahlt werden muss und die Augen davor zu verschließen, ist keine Option!!

Geothermisches Kraftwerk der staatliche Energiekommission „Comision Federal de Electricidad“ (CFE) im Wald Primavera (im Bundesstaat Jalisco):

Im Juni 1987 veröffentlichte die Mexikanische Bundesregierung im Amtsblatt eine Verordnung, die ein Gebiet von 120 km² (12000 ha, gleichbedeutend mit 40% des geschützten Naturgebiets) innerhalb des Vulkamkraters von Primavera als ein Gebiet zur Erkundung und anschließender Ausbeutung der Vorkommen ausweist.

Bereits seit 1970 hatte die Arbeit begonnen, Vorkommen in der Serritos Colorados Region zu erkunden, während zwischen Januar 1980 und März 1989 13 Plattformen und Schlammseen errichtet und an die 13.5 km Zufahrtsstraßen geschaffen sowie 12 geothermische Schächte gebaut wurden. Zwischen 1989 und 1990 wurden die Arbeit der CFE, aufgrund der von ihr verursachten Umweltzerstörungen, unterbrochen.

Im Juli 2015 nach dem Nullpunkt in Geothermik, gewährte der Energieminister der CFE eine Konzession für die Nutzung des Gebiets von Serritos Colarados (eine der vier Kernbereiche des Waldes, die seit mehr als 140.000 Jahre existieren) und 13 Prüfungsgenehmigungen, davon eine für ‘Las Planigias’, ein weiteres Gebiet des Primavera Waldes.

Die gewalttätige Verteidigung der Erde ist ein angestammte Praxis, die wir niemals vergessen werden.

Genau um Mitternacht haben wir am 24. September einen Sprengsatz in einem Automaten der CFE Zweigstelle an der Kreuzung von Sempoala Straße und Eouchenia Avenue im Bezirk Benito Juraez, Mexico City, gelegt, um ihnen zu verdeutlichen, dass so lange sie weiterhin die Destruktion der Erde genehmigen und unterstützen, wir weiterhin ihre Einrichtungen nieder brennen und zerstören. Wir werden uns nicht am Theater der Organisationen beteiligen, die im Rahmen des Gesetzes arbeiten, wie Greanpeace oder die Arbeitsgemeinschaften, die die Beendigung von geplanten (und bereits betriebenen) Mega-Projekten fordern, nicht nur in Mexiko sondern weltweit. Denn wir wissen, dass sie nur versuchen für sich selbst wirtschaftliche Vorteile einzuheimsen, während sie die Welt blenden mit einer Fantasie eines technologischen Paradieses von Komfort und Wohlstand. .

Wir wollen keine Neuorganisierung von Dienstleistungen oder Erfüllung von Forderungen.

Wir wollen die totale Zerstörung dieser industrie-technologischen Zivilisation:

Gegen die geothermische Station im Primavera Wald!

Earth Liberation Front (ELF)

auf Spanisch

4. Teil eines Interviews mit der anarchistischen Gefährtin Sofi über die Repression und Solidarität in Mexiko

 Das Interview wurde von auf It’s going down auf Spanisch mit der anarchistischen Gefährtin Sofi aus Mexiko über die anarchistische Organisierung und Solidarität innerhalb und außerhalb mexikanischer Gefängnisse geführt. Die GefährtInnen von It’s going down haben inzwischen eine englischsprachige Transkription auf ihrer Seite publiziert, über die Contrainfo informiert wurde. Die deutschsprachige Übersetzung des recht langen Interviews wird in mehreren Teilen erscheinen.

Wir haben noch einen anderen Fernando, Fernando Sotelo Zambrano. Er wurde am 5. November 2014, während solidarischer Aktionen zum Fall Ayotzinapa und den Verschwundenen, verhaftet. Und ohne Beweise oder oder Irgendetwas wurde unser Gefährte zu 33 Jahren Gefängnis verurteilt. (Nach diesem Interview, wurde die Strafe von Sotelo auf 13 Jahre reduziert.) Der einzig Beweis ist, dass ihn ein Bulle gesehen hat. Aber in seiner ersten Aussage, gab er an: Ich glaube, dass ich ihn erkenne.“, in seiner zweiten, „Gut, ich glaube ihn deutlicher zu erkennen“. Und in der dritten: „Ja, er war‘s“ Aber in Wirklichkeit reden wir über die Aussagen von jemandem, der noch nicht einmal sicher ist, ober er ihn gesehen hat. So verhafteten sie unseren Gefährten. 33 Jahre und 5 Monate im Gefängnis, eine Geldstrafe von 519,815 Pesos, was ungefähr $25,000 USD sind und Bezahlung für Schäden von 9 Millionen Pesos, was ungefähr $400,000 USD sind. Eine Summe, die wir niemals bezahlen können, aber das ist nicht alles.

Warum die Geldstrafe? Weil ein Mexico – City Linienbus, der Metrobus in Brand gesetzt wurde. Dieses Verkehrsmittel ist „öffentlich“ aber in Wahrheit wurde die Konzession einer privaten Firma überlassen, so dass die Strafe nicht einmal an Mexiko-City geht, sondern an eine private Firma. Der Bus wurde abgebrannt, der Gefährte wurde festgenommen und die Geldstrafe und alles gilt für die Zerstörung des Metrobusses. Und die Eigentümer*in des Metrobusses sagte: Nein, diese Strafe ist zu niedrig“ und sie gingen in Berufung und wollten, das er eine höhere Strafe erhält. So läuft bis jetzt die Berufung. Wir sehen dieses als ein Teil der Politik, über die wir am Anfang gesprochen haben, d.h. wie AnarchistInnen, die in dem Kampf involviert sind, das Leben schwer gemacht wird.

Fernando Sotelo ist Teil der Anderen Kampagne, die eine zapatistische Bewegung ist. Er ist auch Teil des Ollin Meztli Studierendenkollektivs. Er stürzt sich immer in die Arbeit, er partizipiert im Zapatismus, im Guevara Auditorium. Er ist politisch aktiv, jung. Das ist auch wichtig, zu erwähnen, der permanente Angriff auf die Jugend.

Abraham Cortés Ávila

Der andere Fall ist Abraham Cortés Ávila, ein Jugendlicher aus der Stadt Oaxaca, der am 2. Oktober 2013 während eines Marsches in Mexico – City verhaftet wurde. Die Demonstration erinnerte an das Massaker an tausenden Student*innen am 2. Oktober 1968 in Mexiko-City. Jedes Jahr gibt es einen Marsch, der den studentischen Kampf in der Stadt emporhebt. Abraham plante nicht aus diesem Grund auf den Marsch zu gehen. Er ist ein Kunsthandwerker und er wollte in der Stadt ein paar Dinge für seine Arbeit kaufen. Er sah den Marsch uns sagte sich „Natürlich werde ich teilnehmen, weik es wichtig ist.

Er hat sich den Marsch angeschlossen und als er mit den Gefährt*innen und an einer bestimmten Stelle war, griff die Polizei die Mobilisierung an. Als die Polizei auf Abraham zukam, hat er sich zuerst einmal eine Plastikwasserflasche geschnappt und sie instinktiv auf die Polizei geworfen und ist dann gerannt. Der Beweis gegen Abraham ist ein von Televisa (eine großes Medienunternehmen in Mexiko-City) redaktionell aufgearbeitetes Bild. Es zeigt Abraham, wie er die Wasserflasche wirft, den nächsten Teil haben sie weggeschnitten, und die nächsten Bilder sind, wie ein Molotow-Cocktail auf einen Bullen landet und ihn in Brand setzt. Obwohl es offensichtlich ist, dass Abraham eine Wasserflasche schmeißt und der nächste Ausschnitt einen Molotow-Cocktail zeigt, der einen Bullen verbrennt. Das ist der Beweis.

Als erstes wurde er zu mehr als 12 Jahren verurteilt, aber nach einem Berufungsverfahren wurde seine Strafe auf mehr als sechs Jahre reduziert, wegen des Versuches einen Bullen zu töten, was nicht wahr ist. Er ist auch Teil des Cimarrón Kollektivs. Er gibt Workshops über Kunsthandwerk, Zeichnen und er boxt.

Das sind unsere anarchistischen Gefährten, die aktuell Gefangene sind, inhaftiert in Mexiko-City und Oaxaca. In Mexiko gibt es mehr als 500 politische Gefangene. Oft sind ihre Namen nicht bekannt. Wir wissen in etwa, wer sie sind. Aber alle sind drinnen, weil sie für das Leben kämpfen und ihre natürlichen Ressourcen. Im wesentlichen, weil sie ums Überleben kämpfen, für ein würdiges, bedeutendes Leben im Kampf. Natürlich rufen wir für Freiheit für alle unsere Gefährten auf. Wir sind Abolitionist*innen. Aber unser Arbeit ist auf Anarchist*innen fokussiert. Nicht weil die anderen nicht wichtig wären, sondern weil unsere Arbeit im Gefängnis für unsere anarchistischen Gefährt*innen ist, weil wir Anarchist*innen sind.

Santiago (Chile): Aktivität “Faktoren der Unordnung gegen die Macht”

Aktivität: “Faktoren der Unordnung gegen die Macht“

Anarchistische Präsenz und insurrektionalistische Möglichkeiten bei akutellen Konflikte

BERICHTE:
*anarchistische Unruhe gegen das Projekt IIRSA in Valparaíso

*Bemühen, die Revolte im Kampf gegen die Maxi Gefängnisse in Brüssel (Belgien) auszuweiten

*Den Spezifismus überwinden: antirepressive und anti-spezifistische Kämpfe in Spanien

Datum: Mittwoch, den 4. Januar / 18 Uhr.
Ort: Biblioteca Manuel Rojas ( Av. Santa Ana 0496, Ecke La Serena, La Granja)

auf Spanisch

Mexiko-Stadt: Sprengkörper gegen das Fraueninstitut durch ein feministisches Kommando

Nach Mitternacht…

Am 20. Dezember haben wir, um ungefähr 2 Uhr am Morgen, eine Sprengladung vor dem Gebäude des Fraueninstituts in Mexiko-Stadt abgelegt, das sich in der José María Izazaga Str. 148, im Zentrum befindet. Diese detonierte erfolgreich und verursachte starken Schaden am Eingang des Gebäudes. Wir haben es getan, weil wir es einfach wollten

1. Die Pfade des Lebens sind nicht das, woran ich geglaubt habe…

Ein Netzwerk multifaktorieller Herrschaft seziert die Körper der Frauen tagtäglich. So wundern wir uns, wie es, mit diesem sozialen Skalpell über uns, möglich ist, dass einige Frauen – die Mehrheit- sich dafür entscheidet, es demütig zu ertragen. Und manchmal scheint es sogar so, als ob sie es wollten?

Wir haben Reden aus weiblichen Mündern gehört, die überall vom „Fortschritt“ bei der Suche nach „Gender-Gleichheit“ prahlen… aber gleichzeitig sehen wir die Kirchen voller kniender Frauen, die Demut anbieten.

Wir sehen Nachrichten von großen Demonstrationen gegen Frauengewalt… aber wir sehen Gerichte voller Frauen, die ihren Willen und ihre Schicksal in den Händen von verachtenswerten Wesen geben, die sie als Obere akzeptieren und was könnte mehr gewalttätig sein, als die Unterwerfung und Selbst-Unterwerfung des menschlichen Willens?

Wir bedauern so sehr die feminizide Grausamkeit, die sich über unsere Schwestern, Töchter, Tanten, Freundinnen, Paaren, Müttern.. zusammenbraut.. aber gleichzeitige sehen wir, wie die Kongresse und die „feministische Bewegung“ sich darum bemühen, mehr Rechtsvorschriften einzuführen, mehr Strafgesetze zu schaffen, mehr Übereinstimmung mit dem Staat zu erzielen. Obwohl es gerade die Existenz von Gesetzen und das beherrschende System von hierarchischer staatlicher Repräsentation ist, das der Grund dieses brutale Szenario ist!

Wenn diese Haltung der Unterwerfung jetzt das ist, was diese ‘Feministinnen’ jetzt Emanzipation nennen… wird es notwendig werden, sich von dieser emanzipierten Emanzipation zu emanzipieren!

(He, he)

Natürlich gibt es gute GefährtInnen, die ernsthaft denken, dass es möglich sei, mit Hilfe der Erschaffung von Gesetzen und Institutionen für Frauen, Veränderung unserer Bedingungen der patriarchalen Unterwerfung zu erreichen. Wir glauben aber, dass diese Gesetze stattdessen dafür geschaffen wurden, diese Verhältnisse aufrechtzuerhalten, weil sie Frauen der Macht berauben, über ihr Schicksal selbst zu entscheiden, sondern sie stattdessen überzeugen, ihr Leben zu übergeben, so dass andere sie beherrschen können.

Schwestern: Unterwerft euch nicht diesen verabscheuungswürdigen Wesen, die unsere Körper benutzen und uns erzählen, wie wir fühlen, denken und was wir tun sollen!

Wie kann ein Gesetz die herrschende Stellung verändern, wenn Gesetze Wörter sind, während soziale Beziehungen die Herrschaft sind. Unsere Sichtweise ist, dass wir uns damit brüsten in einer Epoche zu leben, die Magie zurückgelassen hat aber wir leben flatternd in einer Phantasiewelt.

‘Religion’, ‘der Staat’, ‘Wissenschaft’, ‘Ware’, ‘Vernunft’, ‘Menschlichkeit’, ‘die gerechte Sache“ alles Fiktionen, die sich dem menschlichen Willen unterwerfen. Fetische, die sich gegen ihre Erschaffer*innen wenden. Früchte der Angst, Aberglaube und Gewalt. Aber wenn wir den Fetisch wegnehmen würden, könnten wir sehen, dass unsere Körper, unsere Sinnlichkeit und unser Leben zerschmettert und vorbereitet werden, für die Reproduktion eines Systems, das uns zu Hunger, Elend, Tod und Verwüstung führt.

II. Und jetzt die Resultate…

Es liegt eine Idee in der Luft, die so falsch und pervers ist, dass sie uns an die heuchlerischen Debatten des letzten Jahrhunderts bez. der politischen Partizipation von Frauen erinnert. Es ist die Vorstellung, dass die Präsenz von Frauen innerhalb der hierarchischen politischen Machtpyramide genug ist, sie von aller patriarchaler Herrschaft zu reinigen. Und es ist auch der Gedanke, dass wenn die Sitze, präsidalen Sessel oder die Gerichtssäle von Frauen besetzt sind, dieses genug ist, Ungleichheit zu bekämpfen, Korruption zu reduzieren oder Gerechtigkeit zu vermitteln. Lasst dort eine Kanidatin antreten! Lasst dort eine Frau Urteile sprechen! Lasst dort Kongressfrauen sein. Die euphorischen Schreie der Heuchler, der Unvorbereiteten und der Komplizen

Selbstverständlich könnte niemand die Dummheit akzeptieren, zu denken, dass Frauen weniger intellektuell leistungsfähig sind als anderen, die diese niederträchtigen Arbeiten ausführen, aber das ist genau der Punkt. .

Die Präsenz von Frauen im politischen Machtgefüge kann nicht die geringste strukturelle Änderung des Systems sozialer Ungleichheit mit sich bringen und zwar aus dem einfachen Grund, dass diese Gesellschaft, in der wir gezwungen wurden zu leben, genau auf dieser Ungleichheit basiert. Deshalb ist die Gesellschaft selbst korrupt und ungerecht und ohne diese Eigenschaften würde die Gesellschaft aufhören zu existieren. Wie sollte eine auf Ungleichheit basierende Gesellschaft überleben, ohne auf das Stehlen des Lebens von Anderen zu beruhen

Unsere Argumente lassen sich durch einen kurzen Blick in die Vergangenheit verifizieren. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts haben die Frauen das Recht zu Wählen und auch die Gerichte mit ihrer wichtigen Rolle in der Aufteilung der politischen Macht wurden durch Frauen besetzt. Und hat das zur irgendeiner Verbesserung unserer schmerzhaften Position von Unterwerfung, Gewalt, Hunger und Elend geführt? Stattdessen scheint es, als ob diese Frauen so handeln, als ob sie, sobald sie ihre Position besetzten, ein giftiges Gebräu getrunken hätten und gleichgültig gegenüber unserer schrecklichen Situation geworden sind und auf uns von ihren priviligierten Plätzen mit Verachtung herabschauen. .

Welchen Kompromiss mit unserer Situation können wir von Frauen erwarten, die an einem Tag das ausgeben, was wir in einem Jahr mit unseren miserablen Löhnen verdienen? Wie können wir weiter glauben, dass durch wählen, Wahlen (gleichgültig um es sich um wählen oder sich zur Wahl stellen handelt) staatliche Einrichtungen oder Religion, wir eine Lösung für die Übel, die uns plagen, finden können? Und immer noch erzählen sie uns, dass wir kämpfen müssen, um die gleichen Gehälter zu haben, wie Männer. Niemand sagt, dass wir nicht arbeitsam sind, wie unsere männlichen GefährtInnen oder dass wir kämpfen sollten gegen unterschiedliche auf das Geschlecht basierende Aufteilung von Arbeit. Aber sollen wir unsere Anstrengungen nicht darauf fokussieren die Arbeit abzuschaffen, anstatt sie zu aufrechtzuerhalten? Der Raub unserer Leben funktioniert über Arbeit. Warum kämpfen, um unsere Ausbeutung durch Arbeit zu erhalten.?

III. An erster Stelle durch Mut, an zweiter aus einer Laune heraus, an dritter zum Vergnügen

Und noch einmal. So lang die Prinzipien hierarchischer Herrschaft in unserer Ideologie bestehen wird es Ungleichheit geben. Und politische Macht ist der Organisator des Prinzips von Herrschaft. Dann ist keine Ankunft oder Aufbruch möglich. Aber…. Hier draußen haben wir gehört, dass sie erwägen indigene Frauen als Kanonenfutter für die Bestien der Macht zu benutzen. Und hier ist wieder die Geringschätzung der Frauen, uns zu behandeln, als wären wir ein Anhang von etwas oder jemanden. Wieder einmal wollen sie uns und unsere Körper als ihre Lappen nutzen, um den Boden zu schrubben.

IV. Wir sagen nicht „Auf Wiedersehen“ hier werden wir weiter machen

Wir hoffen, dass uns die „freundlichen und hübschen“ Feministinnen uns nicht als AntifeministInnen labeln und uns ins Lagerfeuer werfen, obwohl sie es natürlich wohl tun werden. Nach allem, existiert immer noch der Glaube, dass es eine Feministin zu sein bedeutet, ein nettes Transparent zu malen, auf dem zu lesen ist „Sag Nein zur Gewalt und unterwerfe dich den Institutionen“ Als ob die Institutionen nicht die wichtigsten Organisatoren der Gewalt wären. Wir sind für direkte Aktion und Aufstand. Geht und kniet vor eurem Unterdrücker, wenn ihr wollt. Folge den Komplizen, indem ihr eure eigenen Fesseln ableckstAber seit sicher, dass so lange wir betroffen sind, unsere direkten Aktionen gegen eure bürgerliche feministischen Einrichtungen fortgesetzt werden. …

Wir hoffen auch, dass sie uns nicht als Rassistinnen labeln. Es ist wert anzumerken, dass einige von uns auch indigen sind. Aber keine von uns würde jemals darüber nachdenken, als Deckmantel zu dienen, für irgendeine Organisation und darüber hinaus.…wir spucken auf jede Organisation und jede Vortäuschung als Herrschaft über unsere Körper. Wir werden unsere Körper nicht unterwerfen oder unsern Willen, um die Wünsche von irgendjemand zu erfüllen.

Tod dem Staat, lang lebe die Anarchie!

Kein Gott, kein Staat, kein Ehemann, kein Herr!

Kraft allen entführten GefährtInnen in den Gefängnissen!

Kraft für Mónica Caballero und Francisco Solar!

Kraft den GefährtInnen in Korydallos!

Salvador Olmos, zur Erinnerung.

Durch die Zelle der Informationsverbreitung des informellen feministischen Kommandos antiautoritäter Aktion
Ana, ‘Der Schwarze Schmetteling“

auf Spanisch / (englischsprachige) Quelle für die Übersetzung

3. Teil eines Interviews mit der anarchistischen Gefährtin Sofi über die Repression und Solidarität in Mexiko

 Das Interview wurde von auf It’s going down auf spanisch mit der anarchistischen Gefährtin Sofi aus Mexiko über die anarchistische Organisierung und Solidarität innerhalb und außerhalb mexikanischer Gefängnisse geführt. Die GefährtInnen von It’s going down haben inzwischen eine englischsprachige Transkription auf ihrer Seite publiziert, über die Contrainfo informiert wurde. Die deutschsprachige Übersetzung des recht langen Interviews wird in mehreren Teilen erscheinen.

Korruption, Ausbeutung und Vernachlässigung im Gefängnis

Fernando ist im konsequenten Kampf und Angriff gegen das Gefängnis System gewesen. Er prangert stets die Bedingungen im Gefängnis an. Es gibt keine medizinische Grundversorgung. Gefangene können an einfachen Krankheiten sterben, wie Brechdurchfall oder Fieber, die leicht geheilt werden könnten. Es gibt keine wirkliche Bildung. Das Gefängnis, in dem Fernando sitzt, steht für soziale Rehabilitation. Aber die Gefangenen werden nicht rehabilitiert. Die Gefangenen leben in einem gewalttätigen Umfeld. Es ist ein gewalttätiges System, wie bei fast allen Gefängnisse auf der Welt. Nach und nach verlieren sie die Hoffnung sich der Gesellschaft neu anzupassen und nach und nach lernen sie, noch gewalttätiger zu werden. Nicht, weil sie gewalttätig sind, sondern wegen der kleinen Gesellschaft, die sich im Gefängnis entwickelt. Sie werden immer gedemütigt und angeprangert.

Überfüllung ist ein großes Problem. In den Gefängnissen kann eine Zelle, die für fünf oder sechs Gefangene vorgesehen ist, zwanzig Insassen haben, die in ihr schlafen. Die Jüngsten schlafen viele Male im Stehen. Sie binden sich an die Gitter, weil es kein Platz zum Schlafen gibt. Stell dir eine junge Person vor, egal wie stark, ihre Gesundheit verschlechtert sich rapide. Viele von ihnen müssen über der Latrine schlafen, wo die Häftlinge ihren Darm entleeren und urinieren. Die Gefängnisse sind sehr schmutzig, sie sind ständiger Gefahr von Hautinfektionen durch Ratten und Kakerlaken ausgesetzt. Manchmal bekommen sie sehr schwere Hautinfektionen, mir fällt gerade der Name nicht ein, aber es ist ein Bakterium, das Wundbrand auslösen kann.

Das Gesundheitssystem ist in den Gefängnissen sehr problematisch. Für eine Pille gegen Fieber kann man den ganzen Tag in der Klinik warten, die Ärzte kommen und besuchen dich nicht. Wir hatten einen Gefährten, der zum Glück inzwischen draußen ist, der starke Zahnschmerzen hatte und wir wissen alle, dass Zahnschmerz einer der heftigsten Schmerzen ist, die man haben kann. Sie haben nichts für ihn getan, weil ihnen die nötigen Materialien fehlten. So haben wir gefragt, was sie bräuchten und sagten: Wenn es an Material fehlen sollte, bringen wir es“ Wir bekamen die Materialien zusammen und brachten sie in die Gefängnisklinik. So konnten sie unseren Gefährten behandeln. Weil wir von einer Solidaritätsplattform herkommen, verfügen wir über die Kapazitäten, um an Werkzeugen und teure Gegenstände zu kommen, die Familien mit wenig Mitteln, sich nicht leisten können. Das ein Beispiel für die Gesundheitsversorgung.

Das Essen ist sehr schlecht, es kann vergammelt sein. Das Fleisch macht sie fast immer krank. Es gibt ein Nahrungsmittel, das sie „radioaktives Ei“ nennen. Wenn du ein Ei kochst, ist das Ei weiß und gelb. Nun, dieses Ei ist grün, deshalb die Bezeichnung als „radioakives Ei“ und natürlich essen sie es nicht. Eine andere Sache ist, dass das Solidaritätsnetzwerk versucht, im Rahmen unserer Mittel, ihnen Lebensmittel zukommen zu lassen, die sie im Gefängnis zubereiten können, so dass sie nicht zwangsweise das Essen verzehren müssen, dass das Gefängnis ihnen gibt. Manchmal schaffen wir es nicht und sie müssen die regulären Lebensmittel verwenden. Aber wir arebeiten daran, dass es nicht geschieht.

Es gibt auch Ausnutzung in Form von Arbeit. Deshalb sagten, als die Gefangenen hier in der USA ihren Streik begannen, die GefährtInnen sofort: “Natürlich müssen wir solidarisch mit ihnen sein und mit ihnen Verbindungen aufnehmen“ Sie werden auch ausgebeutet. Zum Beispiel, in Oaxaca, wo Miguel Ángel Peralta in Haft ist werden Fußbälle genäht und an eine Firma, wie Nike verkauft. Sie sind sehr teuer in den Geschäften. Wir werden mit drei oder vier Pesos per Ball, ungefähr 10 oder 15 Cent, bezahlt. Wenn du schnell bist, schaffst du zwei Bälle pro Tag, wenn du langsam bist, einen.

Es gibt auch sexuelle Ausbeutung. Das gilt vor allem für Frauengefängnisse. Wir arbeiten dort nicht, weil wir keine Verbindung zu einer Gefährtin haben, die sich in einem befindet. Wenn es eine Gefährt*in im Gefängnis geben würde, natürlich, könnten wir uns vernetzen. . Wir bedienen uns beim Zutritt in die Anstalt nicht institutioneller Mittel, wir besuchen als Verwandte. Weil ich die Anstalt nicht um Erlaubnis bitte, einen Workshop anbieten zu dürfen. Nicht, weil sie es uns nicht gewähren würden, sondern, weil ich es alles auf autonome und selbstverwaltete Weise tun möchte. Das reduziert die Möglichkeiten, andere Gefängnisse zu betreten. Aber wir möchten nicht die Position der Autorität stärken, so dass diese Autorität sagen kann “Schau, Ich gab ihnen Erlaubnis einzutreten. Nein, wir wollen nichts zu tun haben mit dem Staat. Aber wir wissen über die Ausbeutung von GefährtInnen, weil es bekannt ist. Die Leute wissen es, aber nichts wird dagegen getant.

Korruption ist auch ein Thema. Für Verwandte, die Gefangene besuchen wollen, wollen sie bezahlt werden. Ihr könntet denken, dass es nicht viel ist, wie fünf Pesos, aber… Zum Beispiel, du gibst ihnen beim Betreten deinen Ausweis. Und wenn ein Wärter glaubt, etwas daran aussetzen zu müssen, kann er sagen: “Nein, du kannst nicht eintreten“, was bedeutet, dass du ihm fünf Pesos geben musst. Du hast zwei Optionen, sich mit ihm zu streiten oder ihm fünf Pesos zu geben und einzutreten. Fast alle zahlen, weil der Besuch mit Verwandten wichtiger ist, als mit Wärtern zu streiten. Als nächstes geht es zur Kleidungsüberprüfung. Frauen ist es nicht erlaubt, Metall in ihren Büstenhalter zu haben und bestimmte Farben sind nicht erlaubt. Und wenn sie dort erzählen, dass du nicht eintreten darfst, zahlst du wieder. Und auf diese Weise passierst du eine Reihe von Stellen, wo du zahlen musst. Viele Arten von Nahrungsmitteln sind nicht genehmigt, um mit ihnen einzutreten, musst du zahlen. Es ist eine permanente Korruption. So, wenn eintausend Angehörige am Besuchstag eintreten und sie jedes Mal 5 Pesos verlangen, reden wir hier über eine große Summe Geld, die die Autoritäten erhalten. Eine Familie kann am Ende viel Geld für einen Besuch bezahlen, so wird es für einen Verwandten kompliziert, einen Gefangenen zu besuchen.

Über diese Dinge hat sich Fernando in Stellungnahmen und während Hungertreiks ausgesprochen Fernando hat vier Hungerstreiks durchgeführt. Für 12 Tage, 25 Tage, 56 Tage und 14 Tage. Das wurde für ihn zu einem Gesundheitsrisiko. Der letzte Streik hatte den Zweck das gesamte Gefängnissystem anzuprangern und wurde auch aus Solidarität mit den Gefangenen in den Vereinigten Staaten geführt. Die Gefährten Abraham Cortés, Fernando Sotelo and Fernando Bárcenas beendeten den Streik hauptsächlich, aufgrund der Sorge um den Gesundheitszustand von Fernando Bárcenas. Wenn dieser ihn nicht beendet hätte, hätte er ernsthafte Komplikationen mit seiner Bauchspeicheldrüse bekommen hätte. Jetzt hat er Probleme mit seinem Bauch und Nieren. Er ist sehr untergewichtig und war nicht in der Lage sein verlorenes Gewicht wieder zurück zu gewinnen. So müssen wir uns auch darum kümmern.

– Fortsetzung folgt-

Thessaloniki, Griechenland: Kirche aus Solidarität mit Mónica and Francisco angegriffen

In den Morgenstunden vom 8. Dezember 2016 haben wir uns entschlossen den Eingang und den Innenbereich der Kirche des Propheten Elijah auf der Olympiados Straße in Thessaloniki in Brand zu setzen. Diese Handlung wurde aus Solidarität mit den anarchistischen Gefangenen Mónica Caballero and Francisco Solar ausgeführt, denen vorgeworfen wird, am 2. Oktober 2013 einen Sprengstoffanschlag auf die Kathedrale El Pilar in Zaragoza begangen zu haben. Tatsächlich wurde in diesem Zeitraum die Katholische Kirche in Spanien das Ziel einer Reihe von Angriffen aufgrund ihrer Bereitschaft den Zugang auf Abtreibungen zu begrenzen.

Jede Religion ist unser Feind. Sie erhält den Status Quo, befriedet die Gesellschaft mit Normen, die später Gesetz werden. Sie begründet ihre Macht auf Hoffnung der Gläubigen auf ein zukünftiges Jenseits. Sie erstickt jeglichen Wunsch nach heutigem Aufstand , im Hier und Jetzt. Sie rechtfertigt Krieg, der auf kulturelle Unterschiede basiert, die die Religion selbst begründet hat.

Das ist auch die Rolle der Kirche in der bestehenden Realität von Griechenland (und darüberhinaus) Ihre allmächtige politische Rolle wird ausgeübt durch ihre faschistische, patriotische, fremdenfeindliche Rhetorik, immer in Zusammenarbeit und unmittelbarer Beziehung mit PolitikerInnen, Bullen, Richter*Innen und Journalist*innen.

Gleichzeitig ist gut bekannt, dass die Kirche dauernd versucht, ihre ökonomische Hegemonie und ihren unermesslichen Wohlstand auszuweiten, die sich auf den Besitz riesiger Landstriche, Gebäude usw, stützen. In der Absicht durch Spekulation Gewinne zu erzielen, erzeugt sie eine gemeinnützige Fassade, die nichts mit der Realität zu tun hat.

Schlussendlich hat sie riesigen sozialen und kulturellen Einfluss und ist eine Säule des patriarchalen Systems. Sie fördert (gleichermaßen extern, wie intern) Heteronormativität und Vergewaltigungskultur in vollem Umfang. Ihr Position zum Platz von Frauen, Sexualität oder Abtreibung ist bezeichnend für ihre Haltung zu vielen solcher Themen.

Solidarität mit Anarchist*innen, die in Gefängnissen gefangen gehalten werden

AnarchistInnen

auf Englisch

„Avalanche – Anarchistische Korrespondenz“ auf Deutsch (Ausgabe 9)

Aus dem Inhalt
Schweden: Lasst das Feuer um sich greifen
Deutschland: Wer hat Angst vorm Terror?
Frankreich: Niemals in Reih und Glied! Niemals auf den Knien! Nieder mit jeder Armee!
Niederlande: Interview mit Anarchisten aus Den Haag
Debatte und Kommentare: Die Reproduzierbarkeit des Angriffs und die informelle Organisation
Download der Avalanche als PDF

Spanischer Staat: Solidarität mit dem besetzten Hambacher Forst

Konzert, Tombola und Vortrag am 7. Januar im CSROA La Quimera (Madrid)

Samstag, den 7. April, ab 17:00

Vortrag: “Über den Hambacher Forst und die Situation von Siao y Hodei”

Konzert:

• Lilitz
• Lutxa de Kamas
• Las insumisas
• Chhoti Maa
• Pinchada: Tonny B. (A las bravas)

Solidaritäts-Tombola + Stand mit Soli-T-Shirts

+ Essen 100% (vegetarisch)

Mehr Informationen: libertadpreseshambach.wordpress.com

auf Spanisch

Athen: Transparent vom besetzten Themistokleous 58 aus Solidarität mit den Verhafteten vom 6. Dezember

Am Freitag, den 16. Dezember 2016 hat sich eine Gruppe von GefährtInnen des besetzten Themistokleous 58 in der Pantion-Universität getroffen. Das geschah im Rahmen einer Kundgebung, zu der das Antiautoritäre Lokal der Pantion aus Solidarität mit den (für den 6. Dezember) von Repressalien Betroffenen aufgerufen hatte.

Auf dem Transparent ist zu lesen:

Wir stehen an der Seite der Gefährt*innen des Straßenkampfs, damit niemand in den Händen der Obrigkeit zurück bleibt!

auf Spanisch / auf Griechisch

Paris: Ein Gefährte im Zusammenhang mit der Mobilisierung gegen das Arbeitsgesetz in Untersuchungshaft

Quelle, der deutschsprachigen Übersetzung ist Linksunten. Das französischsprachige Original wurde von Contrainfo ins Portugiesische und Italienische übersetzt.

Der am 7.12. in der Bretagne festgenommene anarchistische Mitstreiter wurde am nächsten Tag der 23. Kammer des Justizpalastes von Paris vorgeführt. Er ist für Sachbeschädigungen an einem Arbeitsamt, einem Gebäude der Industrie und Handelskammer, einem Franprix (Supermarktkette) und einem Jaguar Autohaus während einer wilden Demonstration am Abend des 14.04.2016 im 10. und 19. Bezirk von Paris, angeklagt. Die Bullen haben ihn erst während des Sommers identifiziert und Mühe gehabt ihn zu finden obwohl er sich nicht versteckte. Dem im August ausgestellten Haftbefehl folgte die Sichtung des Bankregisters, in dem alle Bankkonten, die in Frankreich registriert wurden, aufgelistet sind (um z.B. die letzten Orte von Abhebungen zu ermitteln). Außerdem die Ermittlung der Logdaten seines Handys.

Der Mitstreiter verweigerte den sofortigen Prozess. Die Staatsanwaltschaft forderte unter dem Vorwand seiner Vorstrafe und möglicher Wiederholung die Untersuchungshaft. Der Richter hat dieser Forderung zugestimmt und der Mitstreiter sitzt jetzt im Knast Fleury-Mérogis (in der Region von Paris).

Außerdem haben die anderen Prozesse an diesem Tag (A.d.Ü. In Frankreich ist es üblich das viele Prozesse nacheinander am selben Tag im selben Saal stattfinden.), falls das überhaupt nötig ist, das Gesicht der Justiz gezeigt. Alle Angeklagten waren arme Leute deren Umstände aus der Misere entkommen zu wollen und/oder die Sucht verschiedener Stoffe, immer systematisch von Staatsanwaltschaft und Richter als Beweis ihrer Schuld gesehen werden. Sogar die wenigen Versuche vor der Staatsanwaltschaft zu Kriechen haben keine Milde zur Folge gehabt.

Dem Mitstreiter geht es gut, er hat eine würdige Haltung gegenüber den Dienern der Herrschaft eingenommen und teilte mit, das er bald etwas schreiben wird. Eine Anekdote aus der Rede der Staatsanwaltschaft über den Mitstreiter: „Er sagt er versteht sich als Anarchist, jeder hat das Recht eine Meinung zu haben. Die anarchistischen Ideen sind was sie sind aber sie rechtfertigen nicht die Taten, die ihm vorgeworfen werden.“
Der Prozess wird am 19.01. um 13:30 in der 23. Kammer des Justizpalastes von Paris stattfinden.

In des Demos dieses Frühlings waren wir viele in den Straßen. Über die Zerstörung dieser Scheiben (besonders die von Jaguar) haben wir uns mehrere Tage gefreut, sie waren wie ein kleiner Sonnenstrahl in diesem Nebel.

Möge jeder Tag der Haft unseres Mitstreiters und jedes anderen Gefangenen Akte der Revolte gegen diese Welt mit sich bringen.
Solidarität heißt Angriff!
einige Anarchist_innen

Schreibt dem Mistreiter:
Damien Camelio, n° d’écrou 432888
Maison d’Arrêt de Fleury-Mérogis
7 avenue de Peupliers
91705 Sainte-Geneviève-des-Bois CEDEX
France

auf Italienisch/ auf Portugiesisch / französischsprachige Quelle

2. Teil eines Interviews mit der anarchistischen Gefährtin Sofi über die Repression und Solidarität in Mexiko

Fernando Bárcenas Castillo

Wir haben auch unseren Gefährten Fernando Bárcenas Castillo. Er ist 22 Jahre alt. Er wurde am 13. Dezember 2013 verhaftet. In Mexiko-Stadt gibt es ein öffentliches Verkehrsmittel, das die Metro genannt wird. Es ist das am meisten genutzte Transportmittel, weil es das vergleichsweise günstigste ist. Als Miguel Ángel Mancera Bürgermeister von Mexico – Stadt wurde, war eines seiner Versprechen, die Fahrpreise der Metro nicht zu erhöhen. Er kam zur Macht und erhöhte sie. So begannen politische Aktivitäten, um die Erhöhung anzuprangern und wie die Politiker*innen weiter lügen. Für viele scheint der Preis für die Metro niedrig zu sein, aber für eine(n) Arbeiter*in, der nur 75 Pesos am Tag verdient, ist das Zahlen für die Metro bedeutend.

Während der ersten Mobilisierung (gegen die Fahrpreiserhöhung) am 13. Dezember wurde der Coca-Cola Weihnachtsbaum abgebrannt und Fernando und zwei weitere junge Leute wurden verhaftet. Fernando war ein Erwachsener, er war 18 und die anderen waren 17, so schickten sie diese beide in den Jugendstrafvollzug und Fernando in ein Gefängnis für Erwachsene. Sie haben die beiden Minderjährigen auf Bewährung entlassen und sie mussten für ein Jahr durch ein psychologisches Verfahren gehen, um sich zu „rehabilitieren“. Sie klagten Fernando für Angriffe auf den öffentlichen Frieden mit Verstärkung durch eine Bande / kriminellen Vereinigung, weil er mit zwei anderen verhaftet wurde. Die höhere Strafe ist, weil er mit zwei anderen verhaftet wurde. Kurz werde ich erklären, warum das von Belang ist.

Unser Gefährte ist der Gründer einer Zeitung, die im Gefängnis, indem er sitzt, verteilt wird. Es handelt sich um das Untersuchungsgefängnis Nord, aber sie wird auch in anderen Gefängnissen verteilt. Kopien wurden für USA, Griechenland, Italien, Frankreich angefertigt. Selbstverständlich wurde sie in verschiedene Sprachen übersetzt, so dass die GefährtInnen sie lesen können. Er ist auch Teil eines Kollektivs, das die politische und bewussseinsschaffende Arbeit entwickelt, die Fernando im Gefängnis leistet.

Ein Kollektiv wurde erschaffen, das sich das Cimarrón „wildes Haustier“ Kollektiv nennt. Sie verwenden Cimarrón,weil es sich um ein Tier handelt, das sich in einem Zustand von Domestikation befand und dann in seinen wilden Zustand zurückkehrte. Das Kollektiv variiert, manchmal sind es sieben, zwölf, fünfzehn Gefährt*innen, manchmal weniger. Das war der kontinuierlichen Anstrengung von Fernando zu verdanken, innerhalb des Gefängnisses zu organisieren. Er ist der Gründer der Zeitung El Canero und gibt auch Workshops zum Kreativen Schreiben, Film-Club, Studienzirkel, Anarchismus – natürlich – und unter den Projekten des Kollektivs ist auch eine Punkband mit dem Namen Commando Cimarrón. (Kommando „verwildertes Haustier) Fernando ist der Gitarrist, er schreibt einige Texte.

Teil 1 eines Interviews mit der anarchistischen Gefährtin Sofi über die Repression und Solidarität in Mexiko

Es sind nicht die Rebellen, die die Probleme der Welt schaffen, es sind die Probleme der Welt, die die Rebellen schaffen

Das Interview wurde von auf It’s going down auf spanisch mit der anarchistischen Gefährtin Sofi aus Mexiko über die anarchistische Organisierung und Solidarität innerhalb und außerhalb mexikanischer Gefängnisse geführt. Die GefährtInnen von It’s going down haben inzwischen eine englischsprachige Transkription auf ihrer Seite publiziert, über die Contrainfo informiert wurde. Die deutschsprachige Übersetzung des recht langen Interviews wird in mehreren Teilen erscheinen.

(…)

IGD: Hi Sofi, danke für deine Anwesenheit. Möchtest du zur Einleitung ein paar Wörter sagen?

Sofi: Hallo und danke für die Einladung. Ich bin kein Teil von Anarchist Black Cross in Mexiko, arbeite aber in Koordination mit der Gruppe und außerdem mit anderen GefährtInnen auf individuelle Weise. Ich gehöre keinem Kollektiv an, aber es ist eine Netzwerk von Einzelpersonen, dass die Verantwortung für die Freiheit unserer Gefährt*Innen übernommen hat.

IGD: Großartig und erfreulich. Könntest du uns ein wenig über die Situation der anarchistischen Gefangenen in Mexiko erzählen.

Sofi: Ja, die Situation ist sehr kompliziert. Jetzt haben wir vier anarchistische Gefährten, die in Mexiko inhaftiert sind. Ihre Bedingungen sind sehr schwierig, weil, es ist wert zu erwähnen, dass die Regierung von Mexiko-Stadt die anarchistische Bewegung seit Jahren auf verschiedenen Ebenen hart verfolgt.

Sie haben verschiedene sozial organisierte Räume angegriffen, wie das Che Guevara Auditorium, das sich in der Universitätsstadt befindet, die Teil der UNAM ist, (Nationale Autonome Universität von Mexiko), eine öffentliche Universität in Mexiko – Stadt. Und es gibt einen Raum, der 1999 von Student*innen besetzt wurde und über die Jahre haben anarchistische GefährtInnen die Verantwortung für diesen übernommen. Es ist eine der Räume, die angegriffen wurden. Wenige Wochen später wurde Chanti Ollin geräumt, eine Besetzung, die seit mehr als zehn Jahren existierteund wo ebenfalls AnarchistInnen involviert waren.

Anderseits gab es kontinuierliche Verfolgung von GefährtInnen, illegale Verhaftungen -gut Verhaftungen-, weil alle Verhaftungen illegal sind- und es gab eine gut geplante, ständige Serie von Verhaftungen. Es gab auch die Verleumdungen gegen die anarchistische Bewegung, wie fast überall auf der Welt. Sie wurde gebrandmarkt, als ob es bei ihr nur um Gewalt ging, indem sie uns dem neuen weltweiten Modell von Terrorismus entsprechend, mit Terrorismus zusammen brachten.

Sie haben sich gezielt auf eine paar Gefährt*innen konzentriert und versucht sie zu diskreditieren. Das ist sehr gefährlich, weil sie Fotos von Gefährt*innen in den Medien veröffentlicht haben, was dazu führen kann, dass irgendwelche Personen sie auf der Straße angreifen.

Es ist eine intensive Zeit gewesen, auch eine wichtige Zeit des Widerstands, der, meiner Meinung nach, gut organisiert gewesen ist. Nicht nur bei der Abwehr, sondern auch in der Offensive. Ich beziehe mich auf die Organisation konkreter anarchistischer Räume, so wie die Rückkehr der Bibliotheks des Sozialen Wiederaufbaus in Mexiko – Stadt, die sehr wichtig ist, weil er es uns gestattet Anarchismus zu studieren und generell ein Raum für die Öffentlichkeit ist. Andere Arbeit in gemeinsamen/ unabhängigen / freien Medien stärken unsere Räume, das Anarchist Black Cross macht weiter. Das ist etwas, worauf alle von uns einen Blick werfen sollten, weil es eine Initiative ist, die ihre Aufgabe erfüllt hat, ein beständiger Ort für die Unterstützung Gefangener zu sein und sie machen es seit Jahren sehr gut. Wie ich bereits erwähnte, gehöre ich selbst nicht zu dieser Initiative , aber ich arbeite in Zusammenarbeit mit ihnen und sie sind vertrauenswürdige Gefährt*innen für mich.

Das bedeutet auch, dass der Staat ebenfalls den Blick auf sie geworfen hat und mehrere von ihnen schikaniert. Wie z.B. die permanente Überwachung vor ihren Häusern und, was wir periodicazos nennen – wo du eines Tages aufwachst und es einen Artikel über Anarchist*innen gibt und GefährtInnen identifiziert werden, als ob sie Terrorist*innen währen. Obwohl die Hauptaufgabe vom ABC ist Gefangene zu unterstützen. Natürlich , wenn wir den Staat entgegentreten, , dann, sind wir gefährlich, aber in der Realität gibt es nichts so Geheimnisvolles, wie sie über unsere Arbeit behaupten, die es ist, uns öffentlich zu organisieren. Wir beschäftigen uns mit Sozialen und wir verstecken nichts. Aber der Staat benimmt sich so, als wären wir organisierter Terrorismus. So gab es eine konstante Periode von Verleumdung, Belästigung, bei ein paar GefährtInnen führte die Polizei Wohnungsdurchsuchungen durch, was ihre Angehörigen eingeschüchtert hat, Störung unserer Telefone usw.

Ein weiterer Teil ist der ständige Versuch Gefährt*nnen für irgendwelche Gründe zu verhaften. Gemeinsames Merkmal der Verhaftungen ist, dass sie viele Male zu Nichts führten. Sie versuchen Leute zu lähmen, weil wenn du bei laufendem Gerichtsverfahren, etwas machst, sich dich immer wieder einsperren können und dich nicht rauslassen werden. So wollen sie uns paralysieren, auch wenn sie die Anklagen nicht weiterverfolgen. Aber häufig klappt das nicht, weil es viele Gefährt*innen nur noch wütender macht und ihnen einen stärkeres Verlangen gibt, zu kämpfen.

Es ist es wert zu erwähnen, dass seitdem Enrique Peña Nieto Präsident gworden ist, bei den jüngsten Verhaftungen, es drei- oder vierhundert illegale, konstante Verhaftungen, mit Menschenrechtsverletzungen gegeben hat. Ich möchte den Fokus nicht zu sehr auf rechtliche Rahmenbedingungen setzen, aber nach rechtlichen Bestimmungen hat es konstante Menschenrechtsverletzungen gegeben. Es gibt keinen Respekt gegenüber dem Rechtsweg, sie sind alle vorbereitet, das ist offensichtlich. Das Gesetz existiert nicht in Mexiko, es ist nicht vorhanden. Für die ganze Welt sind hier das deutlichste Beispiel der Fall der 43 Verschwundenen. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass es in Mexiko keine Gerechtigkeit gibt, die einzige Möglichkeit dir Gerechtigkeit zu geben, ist Geld und wir haben kein Geld. So haben wir keine Gerechtigkeit.

Miguel Ángel Peralta Betanzos

Sofi: Wie ich gesagt habe, sind zur Zeit drei anarchistische Gefährten und ein Gefährte mit libertären Tedenzen, (es handelt es sich um Abraham Cortés) in Haft. Im Staat Oaxaca, haben wir unseren Gefährten Miguel Ángel Peralta Betanzos. Er sitzt im Cuicatlán Gefängnis und kommt aus der Gemeine Eloxochitlán de Magón. Es ist die Gemeinde, wo Ricardo Flores Magón und seine Brüder Enrique and Jesús geboren sind

Die Gemeinde hat eine wichtige Geschichte des anarchistischen Kampfes und Miguel Betanzos war mit ihm verbunden. Der Kampf ist für usos y costumbres (indigene soziale und organistorische Praktiken) und dafür, die Beseitigung natürlicher Ressourcen von der Gemeinde zu verhindern usw. In Mexiko ist die Sache mit politische Parteien sehr schwierig. Es gibt politische Parteien mit starker krimineller Geschichte, so wie die PRI. Die PRI ist eine der politischen Parteien in Eloxochitlán. Die Lage in der Gemeinde ist sehr angespannt und sie ist in zwei Lager gespalten, die Seite mit den politischen Parteien und die Seite zugunsten von Autonomie. Natürlich ist die Seite, die die Regierungsmacht besitzt, das Lager der politischen Parteien. Es gab heftige Angriffe auf Personen, die Autonomie suchen und unter ihnen ist Miguel Ángel Peralta Betanzos. Zuerst wurde sein Vater verhaftet. Glücklicherweise ist er jetzt frei. Später verhafteten sie elf weitere Gefährt*innen, die der Gemeindeversammlung angehörten. Und zum Schluss verhafteten sie Miguel.

Miguel wurde in Mexiko – Stadt verhaftet, wo seine Familie ein kleines Geschäft besitzt. An einem Tag war er im Geschäft, als die Polizei ankam und ihn ohne Haftbefehl oder andere Unterlagen mit Gewalt aus seinem Geschäft verschleppte. Er verschwand für viele Stunden, niemand wusste, wo er war. Das Auto, das ihn mitnahm, hatte keine Kennzeichen, es gab keinen Weg, es zu identifizieren. Bis zuletzt wurde niemand benachrichtigt. Sie überführten ihn nach Oaxaca und sie beschuldigten ihn des schweren Mordes, d.h. für einen Mord, der in Eloxochitlán geschehen ist, als er nicht einmal dort war. Wie wir sagen, sind sie „Integrant*innen“ Du kannst sagen, dass du nicht dort gewesen wärst und der Staat „Ja, du warst dort! Und du sagst“ Nein, aber schau, ich war nicht“ und sie sagen „Ja du warst! Und damit basta. ”

Sie verhafteten ihn am 30. April 2015 und erst vor ein paar Tagen hatte er seine erste Anhörung, die “Beweisanhörung ” In Anführungsstrichen, weil die Polizei nicht dort war, sie hat Anhörungen abgesagt und mehr als ein Jahr nach seiner Verhaftung ist er nicht verurteilt. Es gibt fast keine Bewegung in seinem Fall. Das betrifft uns, weil er in einem Gefängnis eingesperrt ist, das einen neuen Typ für Mexiko darstellt, auf dem zukünftig alle ihre Gefängnisse basieren sollen. Dieses Modell wurde aus den Vereinigten Staaten adaptiert, wo alle Gefangenen Uniform tragen, es wenig Kontakt mit Wachen gibt, weil alles elektronisch ist, Besuche verboten, Lesematerialien nicht erlaubt sind, sie kaum auf den Hof gehen können und Briefe nicht erlaubt sind. Es ist sehr schwer für jemanden, der nicht verwandt ist, zu besuchen und das verstärkt die Isolation unseres Gefährten.

An Miguel’s Fall sehen wir, dass sein Verbrechen der Einsatz für Autonomie ist und soziale Organisation. Wir sagen, dass unsere Gefährten weder schuldig noch unschuldig sind, weil wir auch nicht sagen wollen“ Unsere Gefährten sind unschuldig“ Unsere Gefährten kämpfen für soziale Gerechtigkeit, sie sind AnarchistInnen und natürlich kämpfen sie für eine andere Gesellschaft. Für das, was sie ihn vorwerfen, ist er nicht schuldig. Für das Kämpfen für soziale Gerechtigkeit, dafür ist er schuldig.

– Fortsetzung folgt-

Kampf um den Hambacher Forst: Die Gefährt*innen Hodei, Siao and Maya sind frei

Am Mittwoch Nachmittag, den 21. Dezember 2016, sind drei der Gefangenen aus dem Hambacher Forst aus der Haft entlassen.

Hodei und Siao waren vor drei Wochen wegen Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und versuchter gefährlicher Körperverletzung wegen Fluchtgefahr in die JVA Ossendorf verschleppt worden. Nun hat sich die Staatsanwaltschaft entschieden, den Haftbefehl gegen die beiden ohne Auflagen zurückzuziehen. Es scheint kein ausreichender Tatverdacht vorzuliegen. Beide sind sofort aus dem Gefängnis entlassen und von lieben Menschen vor dem Knast empfangen worden.

Maya hingegen hatte heute um 14Uhr eine Haftprüfung in Düren. Sie verweigert nach wie vor die Angabe ihrer Personalien, hat sich aber zu ihrem Alter geäußert. Das Gericht hat sie daraufhin als Heranwachsende eingestuft und den Haftbefehl gegen eine wöchentliche Meldeauflage bis zum Prozess ausgesetzt. Im Anschluss an die Haftprüfung wurde auch sie aus der U-Haft entlassen.

Until all are free no one is free!

Spanischer Staat: Versammlung zur Unterstützung der inhaftierten Gefährt*Innen aus dem Hambacher Forst

Am Sonntag, den 18. Dezember 2016 ist eine Gruppe von Personen wieder auf den Platz Tirso de Molina (Madrid) zurückgekehrt.

Während sie wütend und lautstark ihren Wunsch nach  Freiheit für die Gefangenen des Hambacher Forstes bekundeten, stoppten zahlreiche Passant*Innen, um sich über den Kampf um den Wald zu informieren, der bis heute, im Auftrag des Unternehmens RWE und unter dem Schutz der Polizei abgeholzt wird.

Nicht nur der Wald und seine Bewohner*Innen sind von den Konsequenzen dieses Unternehmen betroffen, Gefährt*Innen aus aller Welt sind in den Hambacher Forst gekommen, um Widerstand zu leisten. Sie erfahren die ständige Repression durch RWE und Polizei beim Versuch die Abholzungen zu verhindern. Siehe z.B. die Verhaftung der zwei Gefährt*Innen aus Spanien Odei und Siao und aus Deutschland, Maya.

Es kommt zu Gerichtsvefahren und die Wahrscheinlichkeit durch die deutschen Behörden festgenommen und inhaftiert zu werden, erhöht sich in zunehmenden Maße.

Dagegen, fordern wir dazu auf, an alle Gefangenen aus Solidarität mit dem Kampf zu schreiben und die Termine der nächsten Versammlungen zu verbreiten und dort Präsenz zu zeigen.

FÜR DIE BEFREIUNG DER ERDE, VON MENSCH UND TIER!
DER KAPITALISMUS, DER STAAT UND SEINE UND SEINE GEWALT WIRD UNS NICHT AUFHALTEN!
FREIHEIT FÜR ODEI, SIAO UND MAYA

Für mehr Informationen (auf Spanisch) : libertadpreseshambach.wordpress.com

Text auf Spanisch

Granada, Spanischer Staat: Freiheit für die Anarchist*innen aus dem Hambacher Forst (18.12.2016)

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Brief vom Gefangenen Siao aus dem Kölner Frauengefängnis

Hi!

Vielen Dank fürs Schreiben (und auch fürs Schreiben an Hodei)

Ich bin wirklich glücklich darüber, etwas über den Deathrap Baum zu hören, weil ich total in ihn verliebt bin. Die Bullen habe über mich gelacht, als ich ihn beim Herunterklettern geküsst habe, bevor ich verhaftet wurde.

Mir geht es überwiegend gut, aber zur Sache, dass wir selbst runtergekommen sind… Ich habe mich so gefühlt, als wenn ich mich selbst stark betrogen hätte (und das Baumhaus und speziell die Haselmaus, die dort drinnen wohnt) und fühle mich immer noch ein wenig so. Wenn ich mir für etwas selbst die Schuld gebe, ist es dafür, dass ich nicht so gehandelt habe, wie ich mich gefühlt habe…

Wir bekamen einen Anruf von der Wiese, der besagte, dass der Kontaktbulle ihnen mitgeteilt hätte, wenn wir nicht friedlich von selbst runter klettern würden, würden sie den Baum beschneiden und Blah. Wenn wir aber einfach von selbst runter kommen würden, würden sie nur sehen wollen, was wir im Baumhaus hätten.

Glaub nie einen Bullen.

Als wir erkannten, das sie das Haus trotzdem räumen werden, war es zu spät eine andere Entscheidung zu treffen. Ich hoffe, dass mit dieser Wahl dem Baum noch eine Chance gegeben wird, noch eine Weile weiter zu leben.. (aber wohl nicht für sehr lange.)

Die Dinge im Wald ändern sich zu schnell. Ich fürchte mich ein wenig davor, was ich vorfinden werde, wenn ich zurück bin und ich wünsche bald zurück zu sein. Ich vermisse es wirklich zu klettern, ich trage Camu‘s Kleidung, weil es mich irgendwie zu Hause fühlen lässt 🙂 Danke für die Bilder vom Wald.

Ich bewältige die Situation im Knast zu sein, gut, vielleicht lerne ich mehr Deutsch als in der ganzen Zeit auf der Wiese / im Wald. Aber Sprache ist ein Problem. Es lässt mich viel darüber nachdenken, dass es in unserer supercoolen anarchistischen Bewegung viel einfacher ist, Leute zu finden, die wirklich gut Englisch sprechen können und dann ist es hier überhaupt nicht gängig. Dann bin ich nicht in der Lage so viel über die Menschen hier zu erzählen und es ist wirklich schwer ihnen zu erklären, warum ich hier bin.

Die eine Person, der ich wirklich vernünftig über den Grund meines Aufenthalts hier erzählen konnte, (mit einigen englischen, einigen deutschen  Wörtern und Zeichnungen) ist jetzt an einen anderen Ort gezogen. Ich bin ein wenig traurig darüber, sie war nett, (Wenigstens habe ich ihre E-Mail Adresse).

Im Moment denke ich, dass es zu anstrengend für mich gewesen ist, hier drinnen Beziehungen mit anderen Leuten aufzubauen. Ich bin noch freundlich zu ihnen und der größte Teil von ihnen zeigt Solidarität untereinander, aber die Sprache…

Ein wenig bin ich auch verletzt wegen des Gender, der Pronomen und Blah und manchmal weiß ich wirklich nicht, wie ich mich selbst als eine trans* nichtbinäre Person in meiner Muttersprache erklären soll. Schwieriger noch, Leuten, denen das Gender Thema nicht bekannt ist oder die sich nie vorher mit Genderfragen beschäftigt haben. Ich versuche nur, dem nicht zu viel Aufmerksamkeit widmen oder es komplett zu ignorieren. Aber es ist schwer in einem Frauengefängnis zu sein und darüber zu wissen, was all das bedeutet, wie alles von mir, mein Körper und meine Lebensgeschichte gechlechtsspezifisch eingeordnet wird. Aber ich glaube, dass ich es bevorzuge, hier zu sein, anstatt an einem reinen Ort für cis-Männer.

Ich hoffe wirklich, dass sie im Blog zumindest meine Pronomen akzeptieren. Sollte sie es nicht tun, werde ich wirklich wütend und traurig. Sie (in der Mehrzahl) oder „“er“, aber nicht „sie“ (in der Einzahl)

Es ist abgefuckt, weil Hodei die Person war, die ich vor langer Zeit dafür ausgewählt habe, darauf zu achten, dass mich niemand falsch gendert, wenn ich irgendwann ins Gefängnis gehe. Ich glaube die schlimmste Sache ist, dass es nicht erlaubt ist, dass wir uns gegenseitig sehen, wegen des Gerichtes.

Ich vermisse sie wirklich..

Auch habe ich Probleme mit Lesen und Schreiben, weil ich dafür eine Brille tragen sollte. Aber ich nutze sie seit Jahren nicht und ich habe zur Zeit auch keine..Nur am Ende des Tage sind meine Augen wirklich müde und ich kann nicht fortfahren. Danke für die Updates aus dem Wald. Ich frage mich jedes Mal, was dort passiert.

Über eure anderen Fragen…

Ich habe eine Einzelzelle, ich habe kein Fernsehen oder Radio, ich werde mich aber versuchen, nach einem Radiogerät zu fragen.Ich habe einige Bücher, ja, aber ich habe bereits alle gelesen die interessant waren und die anderen schauen verdammt langweilig aus.

Mit der Routine… es ist wirklich beschissen, dass es nicht wirklich Routine ist, und dass du nicht wirklich weißt, wann du für eine Stunde nach draußen gehen kannst oder solche Dinge und die Zeitwahrnehmung verwirrt wirklich alle. Jetzt fühl ich mich glücklich über eine Uhr. Aber so schlecht ist es nicht. Ich habe viel Zeit für mich selbst zu Denken und zu Schreiben und ich bin auf irgendeine Art glücklich darüber.

Danke für die Adresse von  Turt*le‘. Ich habe auch darüber nachgedacht Dein Brief kam am 12/12.
Entschuldigt mein Englisch. Ich bin nicht sicher, ob alles verständlich ist.

Ich hoffe euch bald zu sehen.
Umarmungen

Ich liebe euch alle
Krieg, Spaß, Liebe und Hass

lux et voluptas,

Siao.

MUERTE AL ESTADO Y QUE VIVA LA ALEGRÍA
MUERTE A LA AMARGURA Y QUE VIVA LA ANARQUÍA

(Tod dem Staat und dass die Freude lebt / Tod der Verbitterung und dass die Anarchie lebt

(Ich hoffe es gibt noch spanisch sprechende Leute, die den Satz übersetzen können.. falls leider nicht, könnt ihr Google Übersetzer verwenden, hahaha).

Berlin: Info- und Diskussionsveranstaltung am 22. Dezember über den anarchistischen Kampf in Exarchia und der Rigaer Straße

Am 6. Dezember war der Stadtteil Exarchia in Athen wieder Ort massiver Konfrontationen zwischen Anarchist_innen und der Polizei. Mittlerweile ist das Gebiet um den zentralen Platz, die „Platia“, eine No-Go-Area für uniformierte Staatsdiener_innen. Einige Wegpunkte der Entwicklung dorthin sollen vorgestellt und diskutiert werden. Und wie wird mit dem entstandenen Machtvakuum umgegangen?
Die Situation in Exarchia kann durchaus mit der Situation in der Rigaer Straße verglichen werden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen. Bisher sprechen hier leider hauptsächlich unsere Feinde vom rechtsfreien Raum in der Rigaer Straße. Unsere Aufgabe ist es, diesen Raum tatsächlich zu schaffen, um vom defensiven Teilbereichskampf zum offenen Angriff im Kontext einer internationalen anarchistischen Offensive überzugehen.

Donnerstag, 22. Dezember um 21 Uhr in der Kadterschmiede
Rigaer Straße 94, Berlin Friedrichshain

Athen: Intervention vor einer Filiale der Fastfood-Kette Everest

20161205_apokleismosAm Donnerstag, den 1. Dezember 2016 gab es eine Explosion in einer Filiale der Fastfood Kette EVEREST auf dem Viktoria-Platz, bei der eine Arbeiterin ihr Leben gelassen hat und sechs Personen verletzt wurden. Die Frau saß an ihrem Arbeitsplatz in der Buchungsstelle im Erdgeschoss, in der Falle, während in der Küche Wartungsarbeiteten durchgeführt wurden. Weil aus Kostengründen die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen nicht beachtet wurden, handelte es sich um keinen Unfall.

Am Morgen des 5. Dezember hat die Offene Versammlung von AnarchistInnen wegen des Mordes an der Beschäftigen vor dem Everest in Monastriraki protestiert und das Geschäft für zwei Stunden blockiert. Es wurde über den Hintergrund informiert, Flublätter verteilt und auch Parolen auf die Fenster des Fast-Food-Restaurant geschrieben. Das Flugblatt weist darauf hin, dass der Mord nicht isoliert zu betrachten ist, sondern dass es in allen Unternehmen grundsätzlich um Gewinnmaximierung geht, selbst wenn es Menschenopfer gibt. In den Medien wurde von “einem tragischen Moment” und “Schicksal” berichtet, während die Verantwortlichen in ihrer Verantwortung unerwähnt blieben.

Wie es am Ende des Textes heißt, ist der einzige Weg unser Leben in unsere Hände zu nehmen, ist die Selbstorganisation der Unterdrückten und Beteiligung am Kampf gegen Staat und Kapital für die soziale Revolution mit dem Ziel eine klassenlosen Gesellschaft auf den Grundsätzen der Gleicheit und Freiheit zu erreichen .

20161205_pano

20161205_apokleismos Griechischsprachiger Text