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[Griechenland] Internationaler Solidaritätsaufruf für den Fall des „Revolutionären Kampfes“ am 22., 23. und 24. November 2012

Rendezvous auf den Straßen der Wut (A)

Die soziale Revolution ist keine Vergangenheit; sie ist die Gegenwart und Zukunft der Welt.

Im Zusammenhang mit dem internationalen Aufruf für die Aktion und die Solidarität

Als Plenum für den Fall des „Revolutionären Kampfes“/Revolutionary Struggle [Epanastatikos Agonas] und in Kontinuität zu den Solidaritätsaktionen im Zusammenhang mit diesem Fall, laden wir am 22., 23. und 24. November zu dieser Solidaritätskampagne auf lokaler sowie auch auf internationaler Ebene ein.

Wir sind entschlossen die Mauer des Schweigens im Zusammenhang mit dem Fall des „Revolutionären Kampfes“ zu durchbrechen und zu beweisen, dass die vor Gericht stehenden Genossen nicht alleine sind, dass der Fall des „Revolutionären Kampfes“ unser aller Fall ist, und dass dieser die Essenz des Kampfes betrifft. Deshalb also, laden wir Genossinnen und Genossen aus aller Welt ein, mit ihrer Aktion beizutragen und damit einen Gruß der Solidarität und des Kampfes zu senden.

Unser Ziel ist die Erweiterung des dynamischen Widerstandes mit revolutionärer Perspektive. Unser Vorhaben ist, den Kampf für den Umsturz des Existierenden auszuweiten, und gleichzeitig seine historische und gegenwärtige Wichtigkeit hervorzuheben, während wir im selben Moment unsere praktische Solidarität mit den Genossen, die sich vor Gericht befinden zum Ausdruck bringen.

Die internationale Einladung zu den drei Tagen der Solidarität, Information und Aktion für den Fall des „Revolutionären Kampfes“ ist ein Teil und eine Weiterführung des Sozial- und Klassenkampfes für den Umsturz und die Revolution. Dort ist diese einzuordnen und auf diese Art wird der Fall des „Revolutionären Kampfes“ historisch niedergeschrieben.

Chronik des Falles des „Revolutionären Kampfes“

Am 10.03.10 nach einem bewaffneten Konflikt mit den Polizeikräften wird der anarchistische Genosse Lambros Foundas ermordet. Es sind jene Tage in denen Griechenland unter die erstickende Kontrolle der Troika gerät, es sind die Tage in denen Lambros Foundas, Mitglied des „Revolutionären Kampfes“, sein Leben während einer Schießerei mit der Polizei verliert, als er an der Vorbereitung einer Aktion teilnahm. Eine Aktion die gegen die politische und ökonomische Elite gerichtet war, gegen diejenige, die den Planeten weltweit verwüstet, plündert und den Sozialen Reichtum raubt und damit das menschliche Leben bis zum niedrigsten Punkt demütigt.

Einen Monat später, in einem Klima des Terrors, werden im April 2010, im Rahmen der Verhaftungen im Zusammenhang mit dem „Revolutionären Kampf“, die AnarchistInnen Kostas Gournas, Nikos Maziotis und Pola Roupa festgenommen. Die drei übernehmen die politische Verantwortung für die Mitgliedschaft in der Organisation. Gleichzeitig werden die Anarchisten Vaggelis Stathopoulos, Christoforos Kortesis und Sarantos Nikitopoulos festgenommen, die von Anfang an ihre Mitgliedschaft in der Organisation kategorisch verneinten und erklärten, dass sie im Zusammenhang mit ihrer jahrelangen Einbindung in subversiven Projekten, ihrer politischen Zugehörigkeit zur anarchistischen/antiautoritären Szene, und ihrer Beziehungen mit den Genossen verfolgt werden.

Der Mitgliedschaft beim „Revolutionären Kampf“ wird auch Kostas Katsenos angeklagt, der zurzeit mittels Haftbefehls gesucht wird. Das System, das den Revolutionären Kampf als Drohung betrachtet, möchte mit diesen Festnahmen seinen Angriff erweitern und damit ganze Teile der Bewegung zerschlagen.

Im Rahmen der Ausweitung der repressiven Offensive, werden sechs Monate später, neben FreundInnen und Verwandten der Gefangenen, dutzende GenossInnen aus der anarchistischen Szene als ZeugInnen vorgeladen und verhört.

Die Rachsüchtigkeit der Mechanismen wird nochmals bewiesen, indem sie zu dem Punkt gelangen Marie Beraha, die Lebensgefährtin von Kostas Gournas, wegen Teilnahme in der Gruppe, anzuklagen. Ihre Verfolgung ist ein Akt der Rache an Kostas Gournas, ein Versuch seine kämpferische Haltung zu brechen.

Seit dem 5. Oktober 2011 findet die Verhandlung gegen den „Revolutionären Kampf“ in den speziellen Gerichtssälen des Koridallos Gefängnisses statt, geschlossen und ohne jegliche Öffentlichkeit. Während die Medien sich immer bereit erklärt haben, der Repression und der staatlichen Propaganda zu helfen, verschweigen sie nun auf provokative Art und anhand von politischen Beschlüssen jegliche Meldung, die den Prozess des „Revolutionären Kampfes“ betrifft.

Auf der einen Seite führt das Regime einen Prozess gegen seine politischen Gegner und versucht gleichzeitig jede Botschaft des Kampfes zu verschweigen und zu verdrängen. Auf der anderen Seite befinden sich die Genossen, die die politische Verantwortung für ihre Mitgliedschaft übernommen haben und die Aktionen und den politischen Plan der Organisation verteidigen. Gleichzeitig verwandeln alle Angeklagten durch ihre Haltung jeden Verhandlungstag in eine scharfe Anschuldigung gegen das politische und ökonomische System der Ausbeutung und der Ausnutzung, gegen die Art seiner Gesetze und der speziellen Einrichtungen gegen jeden der Widerstand leistet.

Keiner der GenossInnen befindet sich im Moment im Gefängnis. Vaggelis Stathopoulos, Sarantos Nikitopoulos und Christoforos Kortesis würden nach einem Jahr Untersuchungshaft freigelassen, während Kostas Katsenos welcher zur Verhandlung aufgetaucht ist, sich sechs Monate im Gefängnis befand. Die Mitglieder des „Revolutionären Kampfes“ K.Gournas, N.Maziotis und P.Roupa wurden nach der höchsten Zeit der Untersuchungshaft (18 Monate) freigelassen.

Heute, N.Maziotis und P.Roupa sind der Verhandlung abwesend und nach ihnen wird gefahndet (!).

Während dieser Aufruf geschrieben wird, befindet sich der Prozess bei den Zeugen der Verteidigung der Angeklagten. Die Zeugen von K.Gournas, N.Maziotis und P.Roupa, die die politische Verantwortung übernommen haben, haben schon ausgesagt. Die GenossInnen aus Griechenland und dem Ausland haben mit ihren Aussagen die politische und historische Wichtigkeit der Organisation Revolutionary Struggle hervorgehoben; haben den bewaffneten Kampf verteidigt, die Gesamtheit und Bandbreite der revolutionären Mittel. Die nächsten Tage werden die Zeugen der Verteidigung von V.Stathopoulos, K.Katsenos, S.Nikitopoulos, Ch.Kortesis und M.Beraha, die eine Zugehörigkeit zur Organisation ablehnen aber die Wichtigkeit des Kampfes und des Widerstandes befürworten, aussagen.

Während der Tage des internationalen Aufrufs wird sich der Prozess den Aussagen der Beschuldigten nähern. Deshalb, halten wir es für sehr wichtig dass GenossInnen aus aller Welt auf ihre Weise Botschaften der Solidarität und des Widerstandes senden, und damit beweisen, dass die Genossen die sich vor Gericht befinden nicht alleine sind, dass der Kampf für den Umsturz des Existierenden immer aktuell ist.

Der Fall des „Revolutionären Kampfes“ in Zusammenhang mit der sozialen, finanziellen und politischen Situation in Griechenland

Um alle Aspekte und die Signifikanz des Falles des „Revolutionären Kampfes“ zu verstehen, müssen wir uns den spezifischen historischen, sozialen uns politischen Rahmen anschauen, in dem der Staat sich durch Verfolgungen, Verhaftungen, Gefängnisstrafen, spezielle Gesetze und Gerichtsverhandlungen schützt.

Der Prozess im Fall gegen den „Revolutionären Kampf“ findet in einer Zeit statt, in der das Regime sich in einer strukturellen Krise befindet und die demokratische Maske längst gefallen ist. Die Grausamkeit mit der das zeitgenössische System unser Leben bestimmt, unterscheidet sich nur wenig von den Diktaturen der Vergangenheit. Die grenzenlose Ausbeutung und die erweiterte Kontrolle unserer Leben werden als einziger Weg des Ausgangs aus der Krise beschrieben, während das System, das die Krise produzierte, sie auf alle Sphären des sozialen und politischen Lebens augeweitete und uns aufzwang, natürlich ohne Schaden bleibt.

Nun, heute fordert das Regime die politische Ausrottung und den Ausschluss aller Jener die gegen das Regime kämpfen, aller die Widerstand gegen seine Pläne leisten, aller die für sein Umsturz arbeiten. Zu dieser Zeit, im Griechenland der Krise und der Schulden, ist die Sache der revolutionären Perspektive und des Umsturzes des Regimes eine tatsächliche Frage. Es ist die Dynamik und die Vielfältigkeit des Kampfes, die das System aufhalten und zerstören will. Es ist die bloße Idee der Solidarität, die sein nächstes Ziel ist und seinem Angriff standhalten muss.

Ein paar Wörter zur internationalen Szene

Selbst wenn Griechenland zur Zeit der Krise spezielle Charakteristika aufweist, wäre es ein Fehler, den Fall des „Revolutionären Kampfes“ als einen Fall, der isoliert ist von dem internationalen Geschehen, zu betrachten.

Die Krise kommt nicht von Nirgends, sie befindet sich im Herzen der internationalen kapitalistischen Systems, in der Art der Regierung und der finanziellen Ausbeutung, die die Machthabenden dieser Welt uns aufbürden.

Wir wissen sehr wohl, dass diese Welt denen, die dynamischen Widerstand leisten, nie geschenkt würde; dass der Kampf um die Befreiung der Menschen und der Gesellschaft immer eine steinige Straße war; dass die Beziehungen zwischen den Kämpfenden sehr wertvoll sind und einen wichtigen Bestandteil des Wesens des Kampfes und seiner Durchführung bilden. Deshalb sollten alle, die auf der Welt kämpfen wissen, dass sie nicht alleine sind. Machen wir den Machthabenden begreiflich, dass die speziellen Gesetze, die speziellen Verhandlungen und die Haftbedingungen das Wesen des Kampfes nicht aufhalten können.

Gegen die spezielle Gesetze, die spezielle Gerichtsverhandlungen und die spezielle Haftmaßnahmen.

Solidarität mit allen, die wegen des Falles des „Revolutionären Kampfes“ vor Gericht stehen.

Solidarität mit Allen, die auf der ganzen Welt kämpfen und wegen ihrer Aktion verfolgt werden.

Kein Vergessen – Kein Vergeben
In ewiger Erinnerung an den anarchistischen Genossen Lambros Foundas, Mitglied der Organisation Revolutionary Struggle

Versammlung für den Fall des „Revolutionären Kampfes“
Kontakt: RScase (ät) espiv.net

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