Notre-Dame-des-Landes, Frankreich: Solidaritätsbotschaft von einigen Menschen von der ZAD

Zone A Défendre ist ein besetztes Gebiet, das sich gegen die Konstruktion eines internationalen Flughafens und die Metropolisierung richtet.

Mit viel Freude haben wir von den Solidaritätsreaktionen gegen die Räumungen in Athen im Dezember und Januar in den Ländern  USA, Indien, England, Kanada, Australien, Japan, Chile… und auch die zahlreichen Aktionen und Demonstrationen in ganz Griechenland gehört.

Trotz der unterschiedlichen Kontexte hier und anderswo richten sich dieselben Mechanismen der Repression gegen all jene, die gegen die Auferlegung dessen, was unser Leben sein sollte, ankämpfen, und die eine Freiheit wollen, die einen anderen Geschmack als die traurige Freiheit des Überlebens in ihrer internationalen Konkurrenz hat.

Wir möchten unsere Unterstützung an all jene selbstorganisierten Räume ausdrücken, die Grundlagen für neue Formen des Umgangs miteinander bieten, wo sich anti-autoritäre Ideen und Werte in vielerlei Hinsicht ausbreiten.

Unter anderem entwickeln sich in diesen sozialen, politischen und kulturellen Räumen subversive Gedanken, die sich durch Treffen und unzählbare Aktivitäten verbreiten, welche dort stattfinden: Theater, Volksküchen, Diskussionen, besetzte Kollektivgärten, Workshops… Ebenso entwickeln sie sich durch die Beziehungen, die sich in konfliktiven Phasen offenbaren, wenn der Staat sich entscheidet, diese Räume zu bereinigen.

Diese Räume, um die viele Kämpfe für eine Welt ohne Grenzen und Macht organisiert sind, und um die sich viele Menschen sammeln, die entfremdende und exkludierende Muster ablehnen. 1 Räumung! 10 neue Besetzungen!


Eure Wut teilen wir hier und wir waren erfreut, als wir erfuhren, dass ihr den Staat nicht einfach so [die Häuser] räumen lasst. Spontis, Angriffe und Entwürdigung von politischen Büros, Wiederbesetzungen,… So viele Aktionen, die den Autoritäten zeigen, dass sie ihre Macht nicht über unsere Leben und unsere Räume ohne schmerzhaften Widerstand ausüben können.

Einige GenossInnen von der ZAD machten eine Radiosendung mit GenossInnen von 98FM. Wir haben eine besondere Beziehung zu diesem Radiosender, der von der Polizei gerazzt wurde, und wünschen den GenossInnen, dass die Radiostation noch lange Zeit weiter besteht.

Wir denken auch an die geräumten Squats Lelas Karagiannis 37 (wiederbesetzt), Skaramaga, Villa Amalias und die anderen, die ihre Entschlossenheit zeigten und verdeutlichten: Wir werden es wieder tun; so oft es nötig ist.

Bei dieser Gelegenheit vergewisserten sich dieselben GenossInnen, dass Ideen und Widerstand nicht durch die Räumung dieser Räume erstickt werden können, sondern wir diese verteidigen und unseren Widerstand gegen ihre Verteidigungsmauern verstärken. Und wie groß ihre Ressourcen und Anzahl auch sind, Repression wird nie so stark wie das Verlangen nach Freiheit sein.

Wenn wir Knastmauern angreifen, ist es Gefangenschaft, die wir bekämpfen. Wenn der Staat unsere Squatmauern angreift, ist es wahrscheinlich ein anderes Leben mit anderen Umgangsweisen, das sie auf diesem Wege zerstören wollen.

Durch die Verteidigung unserer Räume, in denen wir kollektiv andere Formen des freien Lebens entwickeln, verteidigen wir nicht ein kleines Fragement einer emanzipierten Welt, sondern die Möglichkeit eines freien Lebens für alle! Wir wünschen euch allen Mut und Entschlossenheit in den Kämpfen gegen den Staat und der legalisierten Chrysi Avgi und wir senden euch eine starke, feurige Umarmung von der ZAD in Frankreich. Dieses Gebiet widersetzt sich weiterhin trotz der großen Räumungsoperation im Oktober und November und der militärischen Besetzung, die seit nun mehr als 85 Tagen stattfindet, und wächst weiter an.

Lang leben die befreiten Räume und die Anarchie! Für eine freie Welt für alle! Internationale Solidarität! Bekämpft die Macht überall!
Einige wütende Menschen von der ZAD und sonstwo!

“Visiere ein Projekt an, um die Logik und die Welt, die sie produziert, anzugreifen.”

Wir besetzen das Gebiet des Flughafenprojekts, aber unser Kampf richtet sich nicht gegen dieses besondere Projekt, sondern gegen das kapitalistische System und den Staat, die zusammenarbeiten, um Strukturen der sozialen Kontrolle aufzuerlegen. In diesem Kontext der ‘Mechanisierung’ von Raum und Zeit ist der Flughafen in einem globalen Prozess der Metropolisierung zu verstehen; aber auch das international führende Bau- und Managementunternehmen Vinci, das das Projekt realisiert und managt. Dieses Unternehmen, das aktiv an der Gentrifizierung teilnimmt, macht auch ein großes Geschäft, indem es Knäste, Atomkraftwerke, Autobahnen oder andere Infrastrukturen baut und Greenwashing betreibt.

Ganz in der Nähe gibt es viele Kämpfe gegen Projekte wie THT (Hochspannungslinien), TGV/TAV (Schnellzüge), den internationalen Flughafen mit der ZAD. Und etwas weiter weg gibt es die NO-TAV Kämpfe in Italien, den Hambacher Wald in Deutschland gegen eine Kohlemine, die Kämpfe gegen die Urangewinnung in Nigeria und Australien, die Besetzung von Combheaven/Bexhil in England und Khimki in Russland gegen die Autobahnen, in Griechenland gegen die Goldminen in Chalkidiki. Diese Kämpfe sind groß und reflektieren nicht nur einige lokale oder ökologische Aspekte von Widerstand gegen diese Projekte, sondern drücken ein Ablehnung der kapitalistischen Logik, Kontrolle und Managements auf unsere Leben durch die Stadt- und Landplanung aus.

Wir sind uns bewusst, dass der soziale Kampf diffus und in vielen Formen präsent ist. Unser Ansatz soll sich nicht exklusiv an ein oder einige Projekte richten, sondern viel mehr eine Experimentierform der Kampfstrategie gegen Staat und Kapital sein. Er soll durch die Projekte an vorderster Front des sozialen Kampfes stehen und ein Teil sein, durch den wir gegen das Existierende kämpfen, als ein Instrument u.a. der Sabotage, um die Maschine zu zerstören. Es ist dieser Weg, der für uns immer noch wichtig ist, um unsere Erfahrungen zu auszutauschen, unsere Analysen und die Verbindungen zwischen diesen Kämpfen und den internationalen anti-autoritären / anarchistischen Netzweke zu verbessern, um sie zu stärken und zu sehen, welche Perspektiven sich auftun. Und auch, um den Formen des Einkapselns zu entkommen, die diese Kämpfe und Orte machmal hemmen können (Desinformation, Massenmedien, nicht sehr internationale Kommunikation, Organisationsprobleme, städtische/ländliche Beziehungen).

Quelle

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