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Bericht: 2. Rebellisches Zusammentreffen

Vom 9. bis 11. September fand bereits zum 2. Mal das Rebellische Zusammentreffen des Ya-Basta Netzes auf der Burg Lutter statt. Im Folgendem geben wir einen Überblick zu den Geschehnissen, unserer Kritik und dem Ablauf des Treffens.

Freitag
Der Freitag begann mit einer netten Begrüßungsrunde indem sich das Ya-Basta Netz und die Kommune Lutter vorstellte, Organisatorisches geklärt wurde und eine kurze Geschichte über zwei zapatistische Genossen vorgelesen wurde. Eine gelungene Sache, welche schon Freude auf die bevorstehende Zeit machte und einen guten Einstieg bot welcher oft auf Camps fehlt. Danach gab es (wie das übrige Wochenende) leckeres veganes Essen von der VoKü „Le Sabot“ und noch einige Filme. Mit „Kapelle Vorwärts“ startete der musikalische Abend, welcher unserer Meinung nach jedoch nicht so toll war. „Kapelle Vorwärts“ spielte kommunistische Arbeiterlieder die Lenin und die Internationalen Brigaden huldigten gleichzeitig jedoch spielten sie auch Lieder wie „Here’s to you“, welches die Geschichte der zwei hingerichteten Anarchisten Sacco und Vanzetti behandelt. Anarchistenmörder feiern und dann ermordeten Anarchisten nachtrauern… das sagt wohl alles zu dieser Band. Danach spielte eine Elektroband, welche wir aufgrund ihrer vielen inhaltslosen Texte auch nicht so toll fanden.

Samstag
Aufgrund der Vielzahl von Workshops speziell am Samstag konnten wir nicht an allen teilnehmen und können deshalb nur Erfahrungen und Eindrücke über die von uns besuchten Workshops wiedergeben. Einer dieser Workshops war „Widerstand im Alltag“, welcher großen Andrang fand. Der Workshop war gut organisiert und es wurden in drei Gruppen drei verschiedene Themenkomplexe des Grundthemas behandelt. Aus den drei Gruppen entwickelten sich verschiedenste Diskussionen, welche am Ende in einer großen Gruppe zusammengetragen wurden. Die erarbeiteten Punkte waren: Austausch über die Aktionsform des Schwarzfahrens, eine langatmige Diskussion über die individuellen Vorstellungen des Wortes „Widerstand“ und der Aufbau von Netzwerken und damit auch den Aufbau einer neuen Welt. Somit wurde Widerstand nicht nur als Kampf gegen das Bestehende, sondern auch als Kampf für etwas Neues gesehen. Dies hatte zur Folge, dass mensch sich auch über bereits bestehende Netzwerke austauschte.

Der nächste Workshop setzte sich mit der Frage auseinander: „Wo bleibt der Aufstand in Deutschland?“. Anfangs gab es starke organisatorische Schwierigkeiten, die den Start des Workshops verzögerten, da es eine Diskussion darüber gab ob in einer großen Gruppe oder in mehreren kleineren Gruppen gesprochen werden sollte. Als dies dann endlich geklärt war konnte der Workshop beginnen. Unter Anderem gab es starke aber angenehm geführte Diskussionen über die Einigkeit der „Linken“, wie mensch bürgerliche Leute besser erreichen kann und über Aufstände allgemein. Unserer Meinung nach wurde das eigentliche Thema teilweise leicht verfehlt. Trotzdem war es ein bereichernder Workshop. Im Anschluss informierte noch ein Genosse aus Spanien die Anwesenden über die momentane Lage in Spanien und die „Democracia Real Ya“-Bewegung. Sein Urteil war sehr interessant und kritisch gegenüber reformistischen Neigungen.

Sehr gut gefallen hat uns der Vortrag von einem mexikanischen Genossen, der uns das „Z.A.M.“ (Zone Autonomer Machnowtschina) und verschiedene autonome Kollektive in Mexiko vorstellte. Das „Z.A.M.“ war für viele Menschen ein Freiraum im Zentrum von Mexiko-Stadt und ein zentraler Punkt der Vernetzung vieler Kollektive z.B. eines Merchandise- und Info-Kollektives, eines Konzertorga-Kollektives, eines Permakultur- und Landschaftsbau-Kollektivs und eines Computer- und Hacker-Kollektivs. Besonders gut hat uns daran gefallen, dass sich viele Menschen der Kollektive die Fähigkeiten selbst aneignen und diese auch an Leute außerhalb der autonomen oder anarchistischen Bewegung weitergegeben werden.

Das Landschaftsbau-Kollektiv bietet beispielsweise für Leute von außerhalb Workshops über Obst und Gemüseanbau, Permakultur und Anderes an. Im Hacker-Kollektiv werden aus alten Computerteilen neue Computer zusammengebaut.

Momentan gibt es das „Z.A.M.“ leider nicht mehr, da der Raum in dem es sich befand aufgekauft wurde. Allerdings gibt es mittlerweile ein zweites Projekt außerhalb der Stadt. Ein Grundstück auf dem jetzt ein Haus gebaut und Landwirtschaft betrieben wird. Den Genossen des „Z.A.M.“ ist jedoch ein Zentrum in der Stadt sehr wichtig und darum soll es die „Zone Autonomer Machnowtschina“ nächstes Jahr auch wieder geben, so oder so.

Samstag Abend gab es noch verschiedene Filme zu Themen wie Zapatismus und Flüchtlingen, sowie Punk und Ska-Musik.

Sonntag
Sonntag gab es noch ein Paar weitere Workshops und eine große Abschlussrunde. Die Abschlussrunde war sehr gut besucht und als jeder seine Meinung zum Camp äußern sollte viel fast kein negatives Wort. Lediglich an teils unorganisiert wirkenden Diskussionen und teilweise fehlender theoretischer Auseinandersetzung gab es Kritik. Ein Solidaritätsbrief an Mumia Abu-Jamal, der seit 1982 in der Todeszelle in den USA sitzt, wurde von so gut wie allen Teilnehmern unterschrieben was wir sehr gut fanden.

Auch an den anschließenden Abbau- und Aufräumarbeiten beteiligten sich viele Menschen.

Fazit
Trotz einiger Probleme war das Treffen ein Erfolg. Wir lernten viele neue interessante Menschen und Projekte kennen und gewannen einen besseren Eindruck über die zapatistische Bewegung. Leider wurden wie bei vielen solcher Treffen viele Drogen konsumiert was uns doch sehr störte und gerade das Kiffen war so intensiv, dass mensch immer wieder durch Graswolken lief und so unfreiwillig mit konsumierte. Wir hoffen, dass dieses Thema langfristig mehr Beachtung in der Bewegung findet. Auf dem Camp gab es mehrere kleine Büchertische und auch der Packpapierverlag war an zwei Tagen anwesend. Daneben konnte man leckere Kaffeevariationen von „Cafe Libertad“ genießen oder leckeren Apfelsaft der Burg Lutter kaufen. Auch gut fanden wir, dass es ein Programm für Kinder gab und so auch Eltern an den Workshops teilnehmen konnten. Ein großes Dankeschön an das Kollektiv von „Le Sabot“, die Burg Lutter und allen Teilnehmern!

Wir hoffen das nächstes Jahr ein weiteres Treffen stattfinden wird und vielleicht noch mehr Menschen als ohnehin schon dieses Jahr zusammenkommen.

Quelle: anarchistischer Funke
Mehr Infos unter rebellisches.noblogs.org

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