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Athen: Die Entsorgung des „menschlichen Mülls”

Hier präsentieren wir einige der kürzlich geschehenen Angriffe auf die verwundbarsten Teile der griechischen Gesellschaft. Dabei handelt es sich lediglich um einige wenige Fälle, wie sie täglich in Athen – von ReiseveranstalterInnen auch als Wiege der „Kultur und Demokratie“ bezeichnet – geschehen. Ein Krieg wurde erklärt, gegen die Armen, ImmigrantInnen, Drogenabhängigen und Obdachlosen, ein Krieg, der sich täglich zuspitzt und an Intensität gewinnt. Der Mechanismus der allumfassenden Zusammenarbeit der Stadtverwaltung, des Staates und parastaatlicher Gruppen, wendet seine repressiven Maßnahmen an, um die Straßen vom „menschlichen Müll“ sauber zu halten.

Am Dienstag, den 8. November, gegen ein Uhr nachmittags griffen Mannschaften der Riot Polizei (MAT) vereint mit Polizeikräften der Athener Gemeinde dutzende immigrantische StraßenhändlerInnen vor der Juristischen Fakultät (Nomiki) im Stadtzentrum an. Die Repressionskräfte, die auf Befehl des Bürgermeisters von Athen, Giorgos Kaminis (der als Kandidat von der PASOK, der Demokratischen Linken, der Ökologischen Grünen und anderer „fortschrittlicher“ politischen Kräfte unterstützt wurde), schlugen die ImmigrantInnen, die ihre Waren in der Akadimiasstraße verkauften, brutal zusammen. Einige StudentInnen verließen daraufhin die Fakultät, um gegen den mörderischen Angriff zu protestieren. Es kam zu kleineren Zusammenstößen.

Bilduntertitel: Banner von immigrantischen StraßenhändlerInnen: WIR WERDEN NICHT LEBEN, WIE GEHETZTE TIERE

Am diesem Morgen griff ein dutzend FaschistInnen außerdem das Haus eines syrischen Mannes im mittleren Alter im Bezirk Neos Kosmos, unweit des Athener Stadtzentrum, an. Die Faschobande schlug mit Schlagstöckern die Fenster des Hauses ein, während sie rassistische Parolen gegen KurdInnen(!) grölten. Die Faschos drohten damit, dass sie wieder kommen, wenn die BewohnerInnen des Hauses die Gegend nicht verlassen und sie verbrennen werden.

Am Donnerstag, den 10. November, tauchten im Bezirk Victoria, der sich seit Mai zu einem Schauplatz rassistischer Gewalt gegen ImmigrantInnen und Flüchtlinge entwickelt hat, Neonazis der Organisation Chrissi Avgi (Goldene Morgendämmerung) auf und drohten mit einem Übergriff am nächsten Tag. Dieses Mal richtete sich die Drohung gegen die ägyptischen BetreiberInnen eines Internet Cafes. Die Faschos „informierten“ die Leute in der Umgebung, dass sie das Internet Cafe in den folgenden Tagen zerstören werden. Gleichzeitig „belehrten“ sie die AnwohnerInnen, ihre Läden während des Übergriffs zu schließen, wenn sie nicht auch Probleme haben wollen. Der Vorwand für diese Einschüchterung war der Fakt, dass die BetreiberInnen des Cafes „die Frechheit besaßen“, die griechische zusammen mit der ägyptischen Flagge in ihre Fenster zu hängen.

Am selben Tag, in den Morgenstunden (um 9:25 Uhr) griff ein Gemeindearbeiter des Athener Reinigungsservices in der Agisilaoustraße 20 im Stadtzentrum einen obdachlosen Mann an. Laut der Zeugenaussage fing der Gemeindearbeiter an einen Mann, der unter Packkartons schlief, aus einem Hochdruckschlauch mit Wasser zu besprühen. Als der Zeuge gegen diesen unmenschlichen Übergriff protestierte, begann der Arbeiter, den auf der Straße schlafenden Mann zu beleidigen und besprühte ihn weiterhin mit Wasser. Zusätzlich entgegnete der Arbeiter dem Zeugen und sagte ihm: „Wenn du humanitäre Gefühle hättest, würdest du den Mann – der wahrscheinlich Hepatitis hat – nach Hause bringen und dich selbst um ihn kümmern…“

Das Video von 2010 zeigt einen sehr ähnlichen Angriff von einem Bullenschwein.

Wir werden mit Angriffen gegen die unteren Klassen konfrontiert, die keine isolierten Einzelfälle darstellen sondern einen koordinierten Vorgang der Bosse und ihrer Lakaien, um Tod und Elend zu verbreiten. Durch neue Kürzungsmaßnahmen werden diese Vorgänge weitaus häufiger auftreten. Die Faschos in der Regierung und die parastaatlichen Straßengangs werden alles tun, um uns zu terrorisieren und zum Schweigen zu bringen. Wir haben nur den einen Weg, sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, zu bekämpfen.

Solidarität unter den Unterdrückten
Tod dem Staat und seinen opportunistischen SpeichelleckerInnen

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