Tag Archives: Anarchistische Bibliothek Fermento

Zürich: Vorstellung des (elektronischen) Archivs

erhalten am 14.8.2018

Sonntag 9. September

Vorstellung des (elektronischen) Archivs

An diesem Nachmittag wird es eine Einführung in das Archiv der anarchistischen Bibliothek geben. Dabei wird vor allem das umfassende elektronische Archiv vorgestellt werden, welches unter anderem die Möglichkeit der Volltextrecherche in tausenden anarchistischen und bezüglichen Publikationen bietet und allen, die an der anarchistischen Geschichte jenseits des Sich-Verlassens auf sogenannte Anarchismus-Experten interessiert sind, offen steht.

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Anarchistische Bibliothek Fermento

Zweierstrasse 42

8004 Zürich

www.bibliothek-fermento.ch

Zürich: Zusätzliche Veranstaltung in der Anarchistischen Bibliothek Fermento

Buchvorstellung

Maria Nikiforova. La Rivoluzione senza Attesa. L‘epopea di un‘anarchica attraverso l‘Ucraina (1902-1919)“ (Maria Nikiforova. Die Revolution ohne zu warten (1902-1919).

Freitag 16. Februar, 20:00 Uhr

Ein Gefährte des anarchistischen Verlages „Edizioni El Rùsac“ wird das Buch über die Anarchistin Maria Nikiforova vorstellen. Das Buch Maria Nikiforova. La Rivoluzione senza Attesa. L‘epopea di un‘anarchica attraverso l‘Ucraina (1902-1919)“ wurde im Okotber 2016 von der „Edizioni El Rùsac“ auf italienisch herausgegeben.

Die Vorstellung wird auf italienisch stattfinden und auf Deutsch übersetzt werden. Danach wird es eine gemeinsame Diskussion geben.

Zürich: Die Anarchistische Bibliothek soll Handelskonzern Migros weichen

Letzes Mal an der Josefstrasse geöffnet

am Samstag dem 24. Februar 2018

Es wird ab 14:00 Uhr einen Apéro geben, wo die anarchistische Bibliothek das letzte Mal, wie gewohnt, an der Josefstr. 102 öffnen wird, da uns gekündigt wurde, damit dort künftig die Migros eine Filiale eröffnen kann.

Bis jetzt haben wir noch keine Nachfolgelokalität gefunden, jeder Hinweis ist da nach wie vor herzlich Willkommen!

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Bis eine neue, preiswerte Lokalität gefunden ist, wird der Bestand des Fermento zwischengelagert werden. Wer spezifische Anfragen für Ausleihen u.Ä. hat, kann diese per E-Mail oder Post (eine Postadresse für die Zeit ohne Lokalität werden wir noch bekannt geben) an uns richten.

Vorher finden noch zwei Veranstaltungen statt:

Diskussionsveranstaltung:

DISRUPT! – für eine praktische Technologiekritik

Montag, 12. Februar, 20:00 Uhr

Buchdiskussion:

Peter Kropotkin – Der Staat und seine historische Rolle

Samstag, 17. Februar, 19:00 Uhr

ÖFFNUNGSZEITEN:
Mittwoch: 12:00 – 19:00
Donnerstag:   14:00 – 21:00
Freitag:  12:00 – 19:00
Samstag: 14:00 – 19:00

ADRESSE (bis 24. Februar):

Anarchistische Bibliothek Fermento
Josefstrasse 102
8005 Zürich

  • Bibliothek (Ausleihe und/oder Konsultation])
  • Archiv (alte und aktuelle Publikationen aus verschiedenen Ländern, Dokumenta- tionen zu Kämpfen und Personen, etc.)
  • Distribution (Bücher, Broschüren, aktuelle Zeitungen, Flugblätter, Plakate, etc.)

KONTAKT: bibliothek-fermento@riseup.net

ONLINE: Fermento.noblogs.org

SPENDEN AN: Konto-Nr.: 60-684900-4 IBAN: CH55 0900 0000 6068 4900 4 BIC: POFICH BEXXX

17. Februar: Buchdiskussion: Peter Kropotkin – Der Staat und seine historische Rolle

Buchdiskussion:
Peter Kropotkin – Der Staat und seine historische Rolle
Samstag, 17. Februar
19:00 Uhr

Wir laden alle ein, über das Buch Kropotkins zu diskutieren, das die Entstehung des Staates behandelt, sowie die Bewegung der „freien Städte“ und Gemeinden, welche dieser zerstörte. Es soll eine Vertiefung der Frage stattfinden, was diese Darstellung der Geschichte „des Mittelalters“ für uns, nicht nur aus rein historischem Interesse, bedeuten könnte. Was also diese Untersuchung Kropotkins für eine revolutionäre Aneignung der Geschichte bedeutet (oder auch nicht).

Das Buch ist in einer aktuellen Auflage im Fermento erhältlich:

Pëtr Kropotkin – Der Staat und seine historische Rolle. Konterband
Editionen, 2017

Lest und kommt!

Anarchistische Bibliothek Fermento
Josefstrasse 102
8005 Zürich

ÖFFNUNGSZEITEN:
Mittwoch: 12:00 – 19:00
Donnerstag:   14:00 – 21:00
Freitag:  12:00 – 19:00
Samstag: 14:00 – 19:00

Zürich: Diskussionsveranstaltung in der Anarchistischen Bibliothek Fermento: DISRUPT! – Für eine praktische Technologiekritik

DISRUPT! – für eine praktische Technologiekritik
Diskussionsveranstaltung
12. Februar 2018
20:00 Uhr

Anarchistische Bibliothek Fermento
Josefstrasse 102
8005 Zürich

DISRUPT! beschreibt die Versuche, das menschliche Dasein den Anforderungen einer reduktionistischen künstlichen Intelligenz zu unterwerfen.

Der Anpassungsdruck des Menschen an die Maschine wirkt bereits jetzt –weit vor einer vollständigen Vernetzung aller mit allem. Das Redaktionskollektiv çapulcu dechiffriert diese – oft unhinterfragte –Entwicklung als Angriff auf unsere Autonomie und analysiert seine entsolidarisierende Wirkung. Denn Technologie ist nie neutral, sondern immanent politisch.

Ein Gegenangriff auf die Praxis und die Ideologie der totalen Erfassung erscheint zwingend notwendig. Die Autor*innen plädieren für die Wiederbelebung einer praktischen Technologiekritik zwischen Verweigerung und widerständiger Aneignung spezifischer Techniken.

Zürich: Polizeiliche Durchsuchung in der anarchistischen Bibliothek Fermento

eingegangen am 16.Januar 2018

Gestern, Donnerstag, der 30. November um etwa 16:00 Uhr, verschafften sich etwa ein Dutzend zivile und uniformierte Beamte der Kantonspolizei mit einem Durchsuchungsbefehl Zutritt zu den Räumlichkeiten der anarchistischen Bibliothek Fermento, an der Josefstr. 102 in Zürich. Der vorgeworfene Straftatbestand: Öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalttätigkeiten.

Wie wir erst jetzt erfahren haben, verschafften sich bereits 10 Tage zuvor 3 Beamte der Kriminaleinsatzabteilung der Kantonspolizei Zutritt zum Lokal. Damals schon mit Angabe desselben Grundes: Im Schaufenster der Bibliothek werde zu Verbrechen und Vergehen gegen Firmen und Privatpersonen aufgerufen, was im Zusammenhang zu sehen sei mit jüngsten
Brandanschlägen gegen den Bau des PJZ und des Gefängnisses „Bässlergut“ in Basel.

Allzu überraschend kam das nicht. Hat doch nur wenige Tage zuvor ein langer Leitartikel in der “Schweiz am Wochenende” und in der “Aargauer Zeitung” dazu aufgefordert, endlich etwas gegen diese Anarchisten zu unternehmen, sich damit brüstend, entdeckt zu haben, was jeder Fussgänger in Zürich offen sehen kann: unser Schaufenster. Ob die Polizei auf Antrieb des Hofdienertums von Andreas Maurer handelte, um den Journalisten beim Namen zu nennen, oder dieser auf Antrieb von jener
schrieb, wissen wir nicht, und ist uns auch egal. Die polizeiliche Rolle des Journalisten zeigt sich jedenfalls einmal mehr offensichtlich.

Aber kommen wir zum Technischen: Bei der ersten Durchsuchung wurden lediglich die von Innen aufgehängten Plakate entfernt. Da sich die Beamten offenbar nicht sicher waren, welches nun schon wieder die verbrecherische Botschaft enthält, haben
sie gleich alle drei entfernt. Darunter auch dasjenige, womit wir zur Unterstützung unserer Bibliothek aufriefen, da wir ab Ende nächsten Februar einer x-ten Migros-Filiale werden weichen müssen. Die Entfernung der Plakate haben wir mit Verwunderung zur Kenntnis genommen.

Die gestrige Durchsuchung verlief dann jedoch gründlicher, wenn auch, offenbar, nicht weniger chaotisch. Beauftragt ist diesmal eine andere, scheinbar „wichtigere“ Abteilung, aber immer noch der Kantonspolizei. Auslöser sei gewesen, dass eines dieser verflixten Plakate schon wieder im Schaufenster auftauchte: dasjenige, worin die am Bau des Bässlergut-Gefängnisses Beteiligten aufgelistet sind, mit dem Vorschlag, jene, die sich an der Einsperrung von Menschen bereichern, zur Verantwortung zu ziehen. Merkwürdig nur, dass sie genau dieses Plakat unangerührt im Schaufenster hängen liessen. Dafür beschlagnahmten sie diverse andere, namentlich vor allem solche gegen den Bau des PJZ, sowie auch gegen das Migrationsregime und Gefängnisse im Allgemeinen. Wie schon bei der ersten Durchsuchungen, wurden die Plakate „unter Wahrung des Spurenschutzes zum Beweis erhoben“, da „allfällige so zu erhebende Spuren möglicherweise Rückschlüsse auf die Täterschaft ergeben.“ (???).

Abgesehen davon wurde jedoch noch so einiges anderes mitgenommen: neben 3 Computern, 1 Festplatte, 1 CD mit Zivibullenfotos (fürs eigene Fotoalbum?), auch ein Ordner mit Korrespondenzen der anarchistischen Zeitung Dissonanz aus Zürich, sowie die Karteibox der ausgeliehenen Bücher der Bibliothek. Mit dem inkriminierten Plakat, das ausserdem für alle öffentlich im Internet zugänglich ist, hat das offensichtlich wenig zu tun. Die gesammelten Informationen, Namen, Kontakte, etc., sollen wohl zu anderen Zwecken, zu anderen Konstrukten dienen, mehr oder weniger läppisch zusammengeschustert. Das werden wir sehen.

Bei keiner der beiden Durchsuchungen war eine Person der Bibliothek anwesend. Teilzeitig war der Vermieter dort, zur  Beaufsichtigung wurde ein Stadtamman beigezogen. Jedoch wurde der Mietvertrag eingefordert und auch erhalten, um „herauszufinden, wer die entsprechenden Räumlichkeiten gemietet hat und somit die Verantwortung trägt.“ Leitender Staatsanwalt der ganzen Geschichte ist Edwin Lüscher, der sich bereits seit einiger Zeit als für „Krawalle“ Zuständiger profiliert hat, und dem einen oder der anderen wohl bekannt sein dürfte. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.

Eure Anarchisten vom Fermento

Zürich: Die anarchistische Bibliothek braucht Unterstützung!

Seit gut 5 Jahren nun gibt es in Zürich das Projekt einer anarchistischen Bibliothek. Ein Ort nicht nur für Anarchisten*innen, sondern für alle, die sich für einen antiautoritären Ansatz der sozialen Frage interessieren. Hier sind, neben einem mehr als tausend Bücher umfassenden Bestand, auch ein ständig wachsendes Archiv und ein Distributionsbereich für aktuelle lokale und internationale Publikationen zu finden. Neben den regelmässigen Öffnungszeiten finden auch Veranstaltungen wie Diskussionen, Buchvorstellungen, Vorträge oder Filmprojektionen statt.

Wir denken, dass ein solches Projekt, das allen auf offene Weise eine Auseinandersetzung mit den anarchistischen Ideen verfügbar macht, weiterhin seine Wichtigkeit hat, auch wenn die Lektüre offenkundig ausser Mode gekommen ist. Wir denken aber auch, dass ein Projekt, das den Kampf für eine freie Gesellschaft fördern will, und folglich auf die Zerstörung des Staates abzielt, sich selber tragen muss, und offensichtlich nicht um Subventionen fragen kann. Deshalb sind wir für die anfallenden Kosten (Miete 1’800.-/Mt., Bücherbestand, Drucksachen, Unterhalt, etc.), abgesehen von gelegentlichen Spenden, stets mit
unseren eigenen Anstrengungen aufgekommen.

Veränderte Bedingungen haben uns leider an einen Punkt gebracht, an dem wir sagen müssen, dass wir unmöglich so weiter machen können. Wenn sich nicht grundlegend etwas an der finanziellen Situation ändert, wird die Bibliothek wohl bald, zumindest aus dem öffentlichen Raum, verschwinden.

So oder so werden wir die Lokalität an der Josefstrasse bis Ende nächsten Februar verlassen müssen (wer will, kann sich dafür bei der Migros, der künftigen Mieterin, beklagen). Angesichts dieser Situation werden wir bis Ende Oktober entscheiden, ob und wie das Projekt fortgesetzt werden kann. Alle Interessierten sind eingeladen, sich am Samstag, dem 21. Oktober, um 18:00 Uhr im Fermento an einer Diskussion über das Projekt, über Sinn und Unsinn davon, und über mögliche Entwicklungsperspektiven zu beteiligen.

Wer grundsätzlich ein Interesse daran hat, dass es in Zürich auch weiterhin eine anarchistische Bibliothek geben wird, kann uns am besten mit einem monatlichen Beitrag auf das unten angegebene Konto unterstützten – und seien es auch nur ein paar Franken, wichtig für uns ist eine Regelmässigkeit. Des weiteren sind wir selbstverständlich froh um Unterstützung bei der Suche nach einer allfälligen neuen Lokalität mit günstigen Bedingungen.

Euer Fermento

Konto-Nr.: 60-684900-4 IBAN: CH55 0900 0000 6068 4900 4 BIC: POFICH
BEXXX

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Anarchistische Bibliothek Fermento
Josefstrasse 102
8005 Zürich

ÖFFNUNGSZEITEN:
Mittwoch: 12:00 – 19:00
Donnerstag:   14:00 – 21:00
Freitag:  12:00 – 19:00
Samstag: 14:00 – 19:00

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https://fermento.noblogs.org

Zürich: September-Programm der Anarchistischen Bibliothek Fermento

PROGRAMM SEPTEMBER 2017

Das Staatsmassaker der Piazza Fontana

Mailand, Italien, Herbst 1969. In einer Bank an der Piazza Fontana explodiert eine Bombe mit 15 Toten. Anarchisten werden verhaftet, einer von ihnen, Pinelli, stürzt aus dem Fenster des Präsidiums und stirbt. Das Konstrukt ist schlampig. Der Hauptangeklagte, Valpreda, wird zwei Jahre später freigesprochen. Schon nach wenigen Stunden denunzierte ein anarchistisches Flugblatt: diese Bombe hatte der Staat gelegt.

Tatsächlich, wie heute feststeht, arbeiteten Faschisten und Männer des Geheimdienstes seit Längerem daran, mit diversen Bomben auf öffentlichen Plätzen ein Klima der Angst zu erzeugen, um ein hartes Regime zu legitimieren. Gleichzeitig konstruierten sie eine Fährte zu den Anarchisten. Viel stand auf dem Spiel für den Staat in diesem Moment.

Die starken Studenten- und Arbeiterkämpfe im “Heissen Herbst” setzten ihm zu. Das Gespenst der Selbstorganisation ging um. Er setzte also zum grossen Streich an, und auf der Piazza Fontana zeigte er sein wahres Gesicht: eine Bestie, die bereit ist, willkürlich Leute zu opfern, für sein scheeles politisches Kalkül.

Der Kommissar, welcher Pinelli verhörte, Luigi Calabresi, von praktisch allen Anarchisten als Verantwortlicher für seinen Tod denunziert, fällt drei Jahre später, beim Verlassen seines Hauses, unter den Schüssen eines Revolvers. Ein italienischer Anarchist, Alfredo M. Bonanno, veröffentlichte viele Jahre später ein Buch mit dem Titel: “Ich weiss, wer den Kommissar Luigi Calabresi getötet hat”.

Angesichts der soeben erschienenen deutschen Übersetzung (im Fermento erhältlich), möchten wir über die darin aufgeworfenen Fragen diskutieren, angeregt durch jene mehr und weniger fernen Ereignisse, die nicht nur die italienische Gesellschaft aufrüttelten, sondern überall, auch heute noch, eine gehörige Lektion erteilen über die Natur des Staates, jeden Staates.

Donnerstag, 14. September, 18:00 Uhr

Armut und Gesundheit

Alle nicht-vererbbaren Krankheiten kommen bei Armen häufiger vor als bei Reichen: Infektionen, Stoffwechselkrankheiten,
Herz-Kreislaufkrankheiten, Unfälle, Süchte – Alle! Arme sind das ganze Leben lang öfter krank und sterben deutlich früher als Reiche.

Wie hängt der sozioökonomische Status mit Gesundheit und Krankheit zusammen? Was sind die möglichen Gründe? Wie können diese überwunden werden? Und nicht zuletzt: welche Ansätze zu konkreten Kämpfen gibt es?

Zu Beginn wird David Winizki, Arzt für Allgemeinmedizin und pensionierter Hausarzt, zum Thema referieren. Danach ist Raum zur Diskussion.

Donnerstag, 21. September, 19:00 Uhr

Anarchistische Bibliothek Fermento
Josefstrasse 102
8005 Zürich

ÖFFNUNGSZEITEN:
Mittwoch: 12:00 – 19:00
Donnerstag: 14:00 – 21:00
Freitag: 12:00 – 19:00
Samstag: 14:00 – 19:00