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Athen: Massenfestnahmen bei AnarchistInnen, beim Anbringen von Plakaten

Die Barbarei greift um sich: Solidarität oder Angst.

Es ist unfassbar seinen Atem anhalten zu müssen von dem Moment an, in dem du aus deiner Haustür gehst, hinter dich schauen zu müssen um durch die Nachbarschaft zu gehen und für eine Kamera geschlachtet zu werden. Die Degeneration die sich in diesem kleinen Stückchen Land angesammelt hat ist unfassbar. Es ist unfassbar gelyncht zu werden, erstochen zu werden, deine Haustür eingetreten zu bekommen, ermordet zu werden, weil du zufällig dunkle Haut hast und ein paar Tausend Kilometer fern von hier geboren bist.

Es ist unfassbar und doch war. Der rassistische Pogrom, gestartet unter den Vorzeichen der kalt-blütigen Ermordung des 44 jährigen Mannes, wurde mit einer harmonischen Kooperation von Polizei und den wohl bekannten para-staatlichen der “Goldenen Morgendämmerung” ausgeführt, mit der Toleranz eines Teiles der Einwohner in dieser Gegend. So extrem es auch klingen mag, in seiner Essenz fasst dies die Migrationspolitik der letzten zwanzig jahre zusammen, mit den tausenden ermordeten Migranten an den Grenzen, den “Säuberungsoperationen” [in den Städten], der Unterwerfung und den Vergewaltigungen in den euphemistisch bezeichneten “Gastfreundschaftszentren” [Die Gefangenenlager für Illegale – Übers.] und in den Polizeistationen, den Zwangsarbeitslagern in Manolada und sonstwo, und den sozialen Rassismus der ablehnenden Blicke auf der Straße, die soziale Ausgrenzung und die faschistischen Messer.

Die Probleme, denen sich Einheimische und Migranten gegenübersehen, haben eine gemeinsame Wurzel in der Strategie des Staates und der Bosse, die die Entwertung unserer Leben und jedermanns Arbeit organisieren, die Ausbeutung und die erstickende soziale Kontrolle intensivieren, die Spaltung und die wiederholende Auslöschung zwischen den Ausgebeuteten verbreiten. Solange wir nicht den gemeinsamen Faden unserer Geschichte und Klasse sehen, der Einheimische und Migranten verbindet, solange wir unsere Blick von unserer gemeinsamen Gegenwart und Zukunft abwenden, solange die konstruierten Spaltungen nicht durch Solidarität, Güte, Verständnis, Diskussion, Beziehungen der Gemeinschaft, gemeinsame Kämpfe ersetzt sind, solange wir nicht anerkennen, dass die laufenden Attacken eine Bedrohung für uns alle sind, solange wir nicht realisieren, dass die Abwertung der Person neben uns nicht dort enden wird, sondern mit voller Wucht auf unser zurückfallen wird, solange werden Barbarei und Kannibalismus sich als Leben verkleiden.

Patission 61 & Skaramaga Squat (pat61.squat.gr)

Am Abend des 17. Mai 2011 wurde eine Gruppe von 46 AnarchistInnen die Plakate klebten, die die letzten faschistischen Angriffe thematisierten, von der Polizei  eingekesselt und schließlich verhaftet.

<< Das von den verhafteten GenossInnen gekleisterte Plakat, über den Ladentisch wo Fingerabdrücke in das Gefängnis auf dem Flur im 6. Stock des Polizeipräsidiums entnommen werden.

Nach einigen Stunden wurden die GenossInnen entlassen. Sie gingen gemeinsam mit den solidarischen Leuten, die sich vor dem Polizeipräsidium in der Alexandras-Straße versammelt haben und kleisterten daraufhin das Plakat.

Mit einigem Abstand folgten Gruppenführer der Polizeieinheiten (MAT) den GenossInnen, während die Bullen dabei beobachtet wurden, wie sie auf einer Seite der Straße Plakate abrissen – ein anderes Beispiel für „erheblich gesteigerte Pflichterfüllung“ sowie Auffassungsparallelen zwischen der Griechischen Polizei und faschistischen/rechtsextremen Abschaum, der rassistische Pogrome entfesselt hat.

Es befanden sich auch GenossInnen von Contrainfo unter den 46 Verhafteten. Sie schafften es sich direkt aus ihrer Zelle heraus mit dem Pariser Radio rfpp zu verbinden und gaben das folgende Interview, das hier zu hören ist: 17. Mai 2011 [3mn]

a / b

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