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Athen: Bekennerschreiben zu einer Brandstiftung an einem Ministerialgebäude im Viertel Neos Kosmos

„Zwischen so vielen Nächten, so vielen Felsen, so vielen Getöteten – sagte er – hast Du Revolution und die breiten Alleen geöffnet für eine allmenschliche Zusammenkunft  […] Wenn wir sonst nichts gewonnen haben – sagte er – haben wir zumindest gelernt, dass wir uns morgen treffen werden.“
Giannis Ritsos, Keine Politik

Wir übernehmen die Verantwortung für den Angriff am 9. April 2012 auf das Gebäude, welches das Sekretariat für öffentliche Verwaltung und Elektronische Verwaltung beherbergt, angesiedelt an der Ecke der Straßen Kallirrois und der Theofilopoulou im Stadtteil Neos Kosmos („Neue Welt“, im südwestlichen Teil der Stadt Athen).

Das Sekretariat für öffentliche Verwaltung und Elektronische Verwaltung ist dafür zuständig „Funktionsstörungen“ der öffentlichen Verwaltung im Bezug auf die Formung und Durchsetzung der staatlichen Politik der personellen Ressourcen, Strukturen und Systeme des öffentlichen Bereichs zu regeln. Kürzlich nahm der PASOK-Parlamentarier und gegenwärtige Minister Dimitris Reppas, zusammen mit den übrigen Führungskräften der Ministerien an einer Diskussion mit der IWF/EZB/EU-Troika über Themen der Arbeit teil, wie beispielsweise Entlassungen und Verschiebung von Personal, genauso wie Arbeitsbedingungen im öffentlichen Bereich (Lohnkürzungen und Flexibilisierung von Arbeitsstunden).

Wir reihen unseren Angriff in den Rahmen des praktischen Widerstands gegen die Strukturen der Herrschaft, danach strebend in Richtung auf die vollständige Destrukturierung des Bestehenden beizutragen.

Die Herrschaft die in schnellem Rhythmus fortschreitende Destabilisierung der gesellschaftlichen Übereinkunft als Folge der generalisierten Systemkrise beobachtend, und wissend, dass die gesellschaftlichen und Klassenkämpfe zunehmend den Widerstand zuspitzen, strebt nicht nur die militärische Zerstörung der revolutionären Kräfte und jedes einzelnen Kämpfers an, sondern auch die Umdeutung des Kampfes selber und seine ultimative Vereinnahmung durch das System an. Es ist die Pflicht der revolutionären Bewegung diesen ganzen Prozess in eine rebellische Perspektive zu verwandeln, den Krieg gegen Staat und Kapital offen haltend, und kontinuierlich die politischen Merkmale der Krise und die der Klassen heutzutage hervorhebend. Die Bildung einer Front ohne Vormundschaft aus den Reihen der Unterdrückten, wird schlussendlich Dämme errichten gegen die Pläne, welche von den Herrschenden vorangetrieben werden, mit dem finalen Ziel der Gesellschaftlichen Revolution für den Umsturz des Kapitalismus, welcher sich reproduzieren kann durch seine zerstörerische und unmenschliche Struktur und Funktion.

Funktionelle und wesentliche Zelle dieser Front ist die revolutionäre Gewalt, eine politische Entscheidung, die weder ein Selbstzweck ist, noch ein existenzieller Ausweg der Erfüllung von Selbstbezogenheit, sondern benutzt wird als befreiendes Kampfmittel gegen die Gewalt des kapitalistischen Gebäudes. Staatsgewalt ist ein täglicher Zustand der kapitalistischen Gesellschaft. Sie zeigt sich auf so vielen Ebenen und allen Aspekten des täglichen Lebens. Sie drückt sich direkt, durch das Offensichtliche, den repressiven Apparats der Armee und Polizeistaats aus, aber auch indirekt, durch Arbeitszwang, die Beziehung zwischen Arbeit und Konsum, die Standardisierung des alltäglichen Lebens, soziale Ungleichheit, ethnische Trennung, Armut und Elend.

Die heutigen Umstände analysierend und eine Retrospektive der Geschichte des Kapitalismus machend, wird unser politisches Projekt nunmehr in den Augen eines jeden Menschen glasklar: der Kapitalismus muss gestürzt werden. Nur dann wird er aufhören sich in seinen Krisen zu reproduzieren, neue erbarmungslose Überlebensumstände formend. Tatsächliche Freiheit wird dort entstehen, wo es keinen Zwang mehr gibt, wo Arbeit nicht in eine Ware verwandelt wird, sondern Selbstzweck und Mittel dafür ist, dass jeder Mensch seine kreativen Fähigkeiten auszudrücken kann. Nur durch die Förderung des Sturzes des Kapitalismus, durch die Gesellschaftliche Revolution, können wir uns in Richtung einer klassenlosen Gesellschaft von Gleichheit und Freiheit bewegen.

Wir widmen diesen Schlag unseren vier KämpfernInnen-GenossenInnen Kostas Sakkas, Giorgos Karagiannidis, Alexandros Mitroussias und Stella Antoniou, welche seit dem 4. Dezember 2010 in Untersuchungshaft gehalten werden. Die ersten drei waren in den Hungerstreik gegangen, um die Freilassung der anarchistischen Genossin Stella Antoniou aus gesundheitlichen Gründen zu verlangen, sowie wegen der Erhebung neuer rachsüchtiger Anklagen gegen sie.

Revolutionäre Praxis

Quelle / übersetzt von ABC Berlin

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