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Griechenland: Die Bullen räumten das besetzte Orfanotrofio in Thessaloniki

In den Morgenstunden des 2. Septembers 2013 führte die Polizei eine weitere Operation gegen Hausbesetzungen durch. Dieses Mal war das besetzte Orfanotrofio, ein ehemaliges Waisenhaus im Stadtteil Toumba, Thessaloniki das Ziel.

Im Gebäude wurden sieben HausbesetzterInnen verhaftet und beschuldigt gegen das Gesetz, das die Besetzung öffentlicher Gebäude betrifft, verstoßen zu haben. Außerdem wurde ihnen Waffenbesitz zur Last gelegt (angeblich wurde im besetzten Haus eine Luftpistole gefunden). Alle GenossInnen befinden sich in Gewahrsam und werden vor Gericht erscheinen müssen.

Im letzten Jahr wurde bekannt gegeben, dass das Gesundheitsministerium das besetzte Orfanotrofio der Heiligen Metropolis von Thessaloniki übertragen hat.

Fickt den Staat und die Kirche!
Sofortige Freilassung unserer GenossInnen!

Thessaloniki, Griechenland: Solidaritätskundgebung für das besetzte Haus Orfanotofio

STAAT UND KIRCHE, HÄNDE WEG VOM BESETZTEN HAUS ORFANOTROFIO

Am Freitag, den 02. März wurde vor dem Verwaltungsgebäude der Heiligen Metropolis in Thessaloniki in Solidarität mit dem besetzten Haus Orfanotrofio eine Kundgebung mit einer Mikrophonanlage abgehalten. Es sei daran erinnert, dass das besetzte Haus vor einem Monat vom Gesundheitsministerium in den Besitz der griechisch-orthodoxen Kirchen übergeben wurde. Das Gesundheitsministerium erklärte im Internet, Grund dafür sei, es sofort nutzbar zu machen.

Ein Solibanner wurde am Gebäude angebracht, Poster wurden in weiten Teilen des Gebiet verklebt, während viele Texte, auch um die besetzte „Schule zur Erlernung der Freiheit“ zu verteidigen (deren Räumlichkeiten sich ebenfalls im Besitz der Kirche befinden und wo die BesetzerInnen mit Gerichtsprozessen bedroht sind) verteilt wurden.

Wir müssen uns die kirchlichen Immobilien wieder aneignen… weil beten die Welt nicht ändern wird. Solidarität mit dem besetzten Haus Orfanotrofio!

Quelle

Dies ist ein erster Text, der von den BesetzerInnen verfasst wurde – es wird dringend um Verbreitung gebeten

Eigentumstransfer des besetzten Hauses Orfanotrofio vom Gesundheitsministerium zur Heiligen Metropolis von Thessaloniki (Kopf der griechisch-orthodoxen Kirche in der Stadt)

Am 31. Januar wurde ein Beschluss auf der Regierungswebseite diavgeia.gov.gr (diavgeia heißt „Klarheit“!) veröffentlicht, in dem angekündigt wird, dass das besetzte Haus Orfanotrofio (ein ehemaliges verlassenes Kinderheim) der Heiligen Metropolis von Thessaloniki zugesprochen wird, mit der Absicht, dort eine Stiftung für chronisch Kranke einzurichten.

In Zeiten der Krise, wo die Bosse sogar breite Teile der Gesellschaft angreifen und ihr Hauptziel die Profimaximierung ist, in Zeiten, in denen sogar mehr Menschen in die Armut und Misere gedrängt werden und in denen die Arbeitslosen und Obdachlosen täglich zunehmen starten Staat und Kirche die „Wohltätigkeits“-Maschine. Während die Kirche durch die Bewirtschaftung gewaltiger Grundeigentümer kontinuierlich ihre heiligen Profite vervielfacht und während viele Gebäude, die der Kirche gehören leer stehen, beschließen und bestimmen ein paar wenige, dass das einzig geeignete Gebäude für Wohltätigkeitszwecke ausgerechnet jenes ist, das von Leuten der antiautoritären Bewegung besetzt wurde, um dort ihre Bedürfnisse unterzubringen und zu verwirklichen.

Nach dem ersten Angriff auf das besetzte Haus Scholeio (Schule), das täglich verschiedene Aktivitäten anbietet und nach der Räumung des Epiviosi (Überleben) Squats, wo viele Menschen einen Ort gefunden haben, um ihre Grundbedürfnisse zu befrieden, folgt nun die Übergabe des Orfanotrofio, um die „humanitäre“ Arbeit des Staates und der Kirche zu vervollständigen.

Wir, die Leute vom Orfanotrofio Squat, haben nicht vor, das Gebäude in die Hände irgendeiner Autorität, ob staatlich oder religiös, zu übergeben. Seit nunmehr sechs Jahren haben wir gelernt, unser Leben kollektiv zu organisieren, unsere Verweigerung zu verteidigen, uns durchzubeißen und zu kämpfen. Und auf diesem Pfad, dem wir folgen ist das Orfanotrofio eine Grundkomponente. Wir werden diesen Raum verteidigen, so wie wir jeden Raum verteidigen und unterstützen, in dem eine Welt ohne Ausbeutung und Dominanz aufgebaut wird.

NICHT EINEN EINZIGEN ZENTIMETER FÜR DIE GAUNER UND GRUNDBESITZER DIESES STAATES UND DER KIRCHE

Orfanotrofio Squat

Quelle

Der Griechische Staat versucht (auch) den Streik der GemeindearbeiterInnen zu brechen

Die ArbeiterInnen in den Gemeindeverwaltungen (POE-OTA) protestieren gegen die Gehaltskürzungen und die Vereinbahrungen zur Suspendierung der Belegschaften (versteckte Massenentlassungen) und haben jetzt sich wiederholende (“rollende”) 48-Stunden-Streiks ausgerufen, beginnend mit Samstag, den 15.10, vorläufig bis zum Donnerstag, den 20.10.

Am 14. Oktober hat in Athen die Generalstaatsanwältin Eleni Raikou einen Beschluß gegen den Streik der GemeindearbeiterInnen veröffentlich und angeordnet, daß die Mülldeponie des Großraums Athen in Fyli, Attika, geöffnet werden soll. In Kollaboration mit Innenminister Kastanidis und Gesundheitsminister Loverdos vermutet Eleni Raikou, daß der Streik die Gesundheit der Bevölkerung bedroht, weil die ArbeiterInnen sich weigern den Müll einzusammeln und die Deponie von Fyli besetzt halten. Auch die Mülltransporter-Depots der Gemeindeverwaltungen sind besetzt.

Desweiteren befahl die Staatsanwältin, daß die Mülldeponie durch die Polizei geöffnet wird und beschloß, die Leute ermitteln zu lassen, die die öffentliche Gesundheit in Gefahr bringen. Aber selbst der Verband der Vereinigungen der KrankenhausärztInnen veröffentlichte folgendes Statement: “Hr. Loverdos [Minister für Gesundheit und soziale Solidarität!] erinnert sich an die öffentliche Gesundheit immer nur dann, wenn es um ImmigrantInnen und ArbeiterInnen geht. In allen anderen Fällen schert es ihn einen Dreck, ob ausländische Supermarktketten kontaminierte Produkte verkaufen oder ob ganze Familien arbeitslos sind und nur noch an schmerzfreien Selbstmord denken können. Wir werden es nicht zulassen, daß tausende GemeindearbeiterInnen in den Gaskammern der Arbeitslosigkeit durch die Regierung vernichtet Werden. Wir werden die ArbeiterInnen heftig und anhaltend unterstützen.”

Am selben Abend wurden Busse mit Aufstandsbekämpfungseinheiten in der Nähe der Deponie gesehen, während sich ArbeiterInnen der besetzten Gemeindeverwaltungen zusammen mit solidarischen Menschen an brennenden Barrikaden am Haupttor der Deponie versammelten. Weitere Leute kamen im Laufe der Nacht dazu, um die Streikenden zu unterstützen und schafften es die Bedrohung durch die Polizei abzuwenden. Die Regierung hat bereits Privatfirmen damit beauftragt den Müll einzusammeln, sie sollen damit im Zentrum Athens anfangen, und sie hat angekündigt, daß streikende GemeindearbeiterInnen gefeuert werden sollen.

DER STAATSTERRORISMUS WIRD NICHT DURCHKOMMEN!

Quellen: occupiedlondon, athens.indymedia

Thessaloniki: Polizei überfallt das besetzte Orfanotrofio

Update, 17. Juni

Ioannina: Wegen der gestrigen Geschehnisse um den repressiven Einsatz gegen das besetzte Orfanotrofio fand am Morgen des 17. Juni eine Kundgebung mit Gegeninformationen und einer Solidaritätsadresse über Mikrofon [„mikrofoniki“], auf der auch Flyer verteilt wurden, auf dem zentralen Platz der Stadt statt.

Thessaloniki: Zu einer Solidaritäts- und Gegeninformationsdemo wird am Sonnabend, den 18. Juni, um 12 Uhr außerhalb des Orfanotrofio Squats (162, Lambraki Straße, Toumba) aufgerufen. Thema ist der gestrige Polizeieinsatz und der Versuch der Autoritäten die radikalen sozialen Teile zu terrorisieren.

Wir sind nicht eingeschüchtert. Wir sind wütend.
Solidarität ist unsere Waffe!

Solidaritäts - Banner in Larissa: Hände weg von unseren besetzten Häusern; Hände weg vom Orfanotrofio Squat!
Solidaritäts - Banner in Larissa: Hände weg von unseren besetzten Häusern; Hände weg vom Orfanotrofio Squat!

Update (16. Juni): Die im besetzten Haus festgehaltenen GenossInnen wurden verhaftet. Während die Bullen sie aus dem Haus holten, wurden von solidarischen Leuten kämpferische Parolen gerufen. Kurz darauf kam es zu Zusammenstößen zwischen GenossInnen und Polizeieinheiten, die nicht zögerten, mit den Metallgriffen ihrer Knüppel zuzuschlagen, während sie Tränengas und Lärmgranaten abfeuerten. Eine Straßenbarrikade aus Mülltonnen wurde errichtet und einige Steine auf die Bullen geworfen, die den Ort verlassen haben.

Inzwischen haben AnarchistInnen das Orfanotrofio wieder betreten. Aber es gibt noch keine Einschätzung, wie sich die Lage weiter entwickelt. Es muss gesagt werden, dass viele NachbarInnen die HausbesetzerInnen unterstützten.

Die fünf verhafteten GenossInnen werden am Morgen des 17. Juni vor den Häschern erscheinen. Soeben wurde eine Solidaritätsversammlung außerhalb des Gerichtgebäudes von Thessalonki für morgen, 11 Uhr angekündigt.


16. Juni: Anhaltende repressive Operation der Polizei gegen ein besetztes Haus in Thessaloniki: Die sogenannte „anti“-Terror Einheit der Polizei überfiel das Haus während die griechische Polizei mehrere Personen festhält, die sich während des Überfalls im Gebäude aufhielten.

Die offizielle Begründung der Polizei ist ein angebliches Drogengeschäft innerhalb des Gebäudes. Circa 200 Menschen standen in Solidarität mit dem Projekt und den gefangengenommen Personen vor dem Haus, riefen Parolen und blockierten die Labraki Straße.

Der „legale“ Besitzer des Gebäudes, wie auch im Fall des Pipka-Hauses in Heraklion (Kreta), ist das Gesundheitsministerium. Obwohl die Ermittlungen noch laufen sprechen die Massenmedien bereits von einer kommenden Räumung. Solidarität ist gefragt.

Quelle: athens.indymedia