Tag Archives: Bolivien

Bolivien: Anarchistische Messe

erhalten am 22.10.2018

In dem,  vom mulitethnischen Staat Bolivien, beherrschten Gebiet und mit der Unterstützung  gleichgesinnter Gefährtìnnen, haben wir uns dazu entschlossen, eine anarchistische Messe zu veranstalten.

Sei den repressiven Angriffen im ganzen Land (Mai 2012) haben sich viele abgewendet. Andere halfen der Polizei und andere entschieden für dafür, jede ausgeführte und geplante anarchistische Initiative mit Dreck zu besudeln.

Auf gewisse Weise erschwerte es die Entstehung einer Messe. Wir sind es aber schon lange leid, zu warten, wenn tatsächlich  nichts passiert. So sind einige Initiativen hervorgebracht wurden, wie z.B. die Biblioteca Flecha Negra oder Ediciones Anarquistas, die als Wurzelwerk  hervorgekommen sind,  das  uns in die Rebellion verwickeln will.

Und so wurde jetzt,  auf diesem Gebiet, die 1. Anarchistische Messe geboren. Bereitet euch auf den Januar 2019 vor, Wir freuen uns darauf, uns auszutauschen, zu debatterien und uns den Staat entgegenzustellen, wie jeher, in Erinnerung an unsere Gefallenen und Entführten.

Grüße und, es lebe die  Anarchie!

La Paz, Bolivia: Erinnerung an Mauricio Morales “Punky Mauri”

  • Es wird eine Filmdokumentation gezeigt
  • Diskussionsrunde mit Ediciones Herejes über die Neuauflage des Buches “Punky Mauri, die Offensive wird dich nicht vergessen”
  • Diskussionsrunde “Gegen Gefängnisse”
  • antiautoritäres Fressgelage

Samstag, den 26. März um 18:00. Biblioteca Antiautoritaria Flecha Negra

Bringt eurer Material für Informationsstände mit

auf spanisch

Bolivien: Selbstverteidigungsworkshops für alle in Cochabamba und La Paz

Selbstverteidigung für alle  (praktischer Workshop)

  • Verteidigungstechniken im Stand und am Boden werden anhand einer Anleitung vorgestellt, um Schritt für Schritt jede Übung zu erlernen
  • Fitnesstraining
  • antipatriarchaler Dialog über die Selbstverteidigung

Termine:

La Paz, 20. Januar von 15.00 Uhr – 18.00 Uhr

Plaza Villaroel, Extremo Norte, Villa Fátima

Cochabamba, 27. Januar von 15 – 18 Uhr

Ort: Kreuzung Avenida Símon López und Calle M

Ballivian, N 2215 Cruze Taquiña

Für Büchertische könnt ihr eure Materialien, wie Bücher, Fanzines, Aufnäher usw. mitbringen

Aktivität frei von Rauch, Alkohol, patriarchalen Einstellungen und Spezieisti*innen

Uruguay, Montevideo: Brandanschlag auf das Gebäude des Militäratachés

erhalten am 26.10. auf spanisch

Am Dienstag, den 24. Oktober wurde ein Brandanschlag auf das Gebäude des argentinischen Militäratachés in Montevideo ausgeübt. Die Attacke verursachte relevanten Schaden an der Fassade.

Angesichts des offiziellen Schweigens, das unsere Aktionen unterdrücken möchte, haben wir uns entschieden, sie zu erklären, um ihr Bedeutung und Kontext zu geben.

Mit der Bestätigung des Todes des Gefährten Santiago Maldonado und nachdem der Konflikt der Mapuche und seine Entwicklung weltweit in den Blickwinkel geraten sind, haben wir uns entschieden, dieses Symbol des argentinischen Staates anzugreifen, um Solidarität mit der Sache der Unterdrückten (in diesem Fall mit den Mapuche) zu zeigen und um unseren gefallenen Gefährten zu rächen und uns zu ihm zu bekennen.

Wir verurteilen die Absprachen zwischen den argentinischen Staat und dem mulitnationalen Konzern Benetton, als legalen aber illegitimen Eigentümer von mehr als einer Million Hektar im argentinischen Patagonien, wo nicht nur Schafe für die Textilindustrie gezüchtet werden, sondern sich zudem mehreren umweltzerstörenden Projekten , wie Bergbau, Aufforstung und Anbau von genetisch veränderten Mais, gewidmet wird.

Mit unserer erhobenen Fäusten grüßen wir unsere Geschwister der Mapuche, die nach wie vor Widerstand gegen gegen die unterdrückerischen Winkga (Nicht-Mapuche) leisten und fordern die sofortige Freilassung von Facundo Jones Huala.

Santiago lebt in den Kämpfen der Unterdrückten!
Marichiwew! (“Wir werden immer gewinnen”)
Lang lebe die Anarchie!

Unsichtbares Nacht-Kommando

Bolivien: Der TIPNIS in Not

Einige Berichte gibt es auf Contrainfo zur Infrastrukturiniative zur regionalen Integration Südamerikas (IIRSA), die den südamerikanischen Kontinent ganz im Sinne des Kapitals erschließen soll. Die zerstörerischen Auswirkungen sind verheerend und können nicht genügend betont werden. Aus Bolivien erreicht uns die Nachricht, dass das Indigenen-Schutzgebiet und Nationalpark Isiboro-Secure (TIPNIS) durch IIRSA in Not gerät. Im Oktober 2011 wurde unter dem Eindruck eines brutal aufgelösten Protests tausender DemonstrantInnen gegen Errichtung einer Straße im Gebiet erreicht, dass ein Gesetz den Schutz des Gebietes garantieren soll. Am 8.August 2017 wurde es wieder zurückgenommen, um die IIRSA Forderungen durchsetzen zu können, die auch von Teilen der Indigena Gemeinden im Gebiet unterstützt werden. Ziel ist es, den noch fehlenden Abschnitt dieser Straße zu vervollständigen. Diese Verkehrsader soll mitten durch den Nationalpark gehen und wird auch weitere Ansiedlungen von Menschen mit sich bringen.

Die Natur als Grundlage des Lebens wird vollkommen, dem kapitalistischen Prinzip entsprechend, untergeordnet. Viele in der bolivanischen Bevölkerung sehen nur ihren eigenen Vorteil und sind Teil des Problems.

Diese kurzsichtigen egoistischen Motive beherrschen natürlich nicht nur Südamerika. Wäre das anders, wären bei uns Projekte, wie die Verwüstung der grünen Oase “Hambacher Forst” für den Braunkohletagebau,  nicht durchführbar, sondern würden erfolgreich durch Massenprotest zurückgewiesen. Stattdessen kämpft dort eine Minderheit, auch gegen die Unvernunft und wird ihren Kampf wohl verlieren.

Weder Diktatur noch Demokratie, Selbstorganisation und Autonomie im Kampf
Jan jiwkampi TIPNIS (Stirb nicht, TIPNIS)

Text, inspiriert durch spanischsprachigen Beitrag auf Contrainfo

La Paz, Bolivien: Beginn der Workshops in der Antiautoritären Bibliothek Schwarzer Pfeil

Samstag, den 18. Februar werden wir von 10 bis 3 Uhr geöffnet habe. Wir beginnen mit den Workshops  “Zusammenkleben von Büchern, Herstellung von Pizza, Käse, Milanese (alles vegan), im Anschluss die Debatte über Antispezifismus, Selbstverwaltung und Antiautoritarismus.

Biblioteca antiautoritaria Flecha Negra (Antiautoritäre Bibliothek Schwarzer Pfeil)
bibliotecaflechanegra.wordpress.com

auf Spanisch

La Paz, Bolivien: Eröffnung der Antiautoritären Bibliothek Flecha Negra (schwarzer Pfeil)

Unabhängige Räume sind der Bruch mit der Institutionalisierung der Kämpfe gegen die Herrschaft. Die Bibliotheken, soziale Zentren, Besetzungen und andere Orte, die uns zusammen bringen, sind Räume in denen wir unsere Ideen entwickeln, unsere anarchistischen Impulse pflegen, mit der Konventionalität einer durch die Herrschaft geschriebenen Geschichte brechen.

In diesem Gebiet der Anden (Abya Yala), die durch kononiale, gegenwärtig durch neokoloniale Invasionen, mit Zustimmung des Kapitals geplündert wurden, das es in “Estado plurinacionacional de Bolivia“ unbenannt hat, ist es notwendig über bibliografische Zentren zu verfügen.

Die Rebellionen und Aufstände entstehen als Folge der Kenntnisse von Konflikten gegen die Macht. Die Schriften erfassen die Taten in den bezaubernden, sich für die Freiheit begeisternden Texten. Zwischen Büchern, Zeitschriften, Zines, Zeitungen, Flugblättern, Plakaten usw, die in jeder Epoche, Ort, Kontext, die Gedanken und die Aktionen der GefährtInnen wieder geben, die sich entschieden haben gegen jede Form der Herrschaft und Autorität zu kämpfen. Die Affinität , derer wir in den Worten begegnen, motiviert uns das Material, das wir haben, zu verbreiten und entspricht dem Bedürfnis des Ausdrucks der Selbstverwaltung und der Autonomie in Bezug auf unsere Ideen und Gemeinsamkeiten. Wir beginnen mit dem Wenigen, das wir haben, aber wir wissen, dass wir wachsen werden.

Wir laden zu unserer Eröffnung am 11. Februar, ab 15 Uhr. Von diesem Tag an haben wir alle Samstage geöffnet.
Herzliche Grüße
Antiautoritäte Bibliothek Flecha Negra
bibliotecaflechanegra.wordpress.com

Bolivien: Update zum Fall des Genossen Henry Zegarrundo

Von Compa Henrys Album “Furia y Candela”

Henry Zegarrundo ist ein antiautoritärer Genosse, der am 29. März 2012 in La Paz im Rahmen eines groß angelegten repressiven Einsatzes gegen diverse Sektoren des Anarchismus in Bolivien, verhaftet wurde. Henry wird wegen Angriffen, die von den Zellen der Informellen Anarchistischen Förderation/Internationale Revolutionäre Front durchgeführt wurden, beschuldigt. Er befand sich fast ein Jahr lang in Untersuchungshaft. Nachdem sein Prozess fortlaufend vertagt wurde, wurde er schließlich am 2. Mai 2013 aus dem Gefängnis erlassen und unter Hausarrest gestellt.

Am 12. März 2014 wurde diese restriktive Auflage modifiziert. Henry wurde unter nächtlichen Hausarrest gestellt. Wir freuen uns, dass er wieder auf den Straßen spazieren gehen kann, selbst wenn das nur tagsüber der Fall ist. Wir müssen uns aber auch vor Augen halten, dass der Genosse vom bolivianischen Rechtssystem, das für seine absurden Prozessvertagungen bekannt ist, als Geisel festgehalten wird. In diesem Zusammenhang wurde die Anhörung in Henrys Fall, die für den 17. März angesetzt war, wieder einmal ausgesetzt.

Bolivianischer Knastaufstand

“Wenn ein Gefängnisaufstand beginnt, werden selbst die, die die Regeln der Gesellschaft akzeptieren, von der edlen Versuchung der Freiheit wachgerufen; wenn die Wände der Gefängnisse von dem Feuer oder den Rebell_innen niedergerissen werden, werfen wir ihre Hände von unseren Schultern und identifizieren den Feind.”

Anmerkung der Redaktion: Diese Worte haben – in ihrem Eifer – nicht die Absicht, die Gefangenen des bolivianischen Staates unrecht zu behandeln, sondern sie beschreiben einfach die Ereignisse, die in den Knästen hier stattfanden. Das Echo unserer anarchistischen Intervention wird jene erreichen, die in den Sklavenunterkünften des Staates eingesperrt sind.

Massenaufstände in der bolivianischen Knästen begannen vor einem Jahr und riefen zum Rüchtritt des Direktors des Strafvollzugs – Ramiro Llanos – auf. Die Aufständischen forderten ein Ende des Verzugs von Gerechtigkeit, eine ‘menschenwürdige’ Behandlung und den Transport zu Anhörungen. Ausländische Gefangene forderten, in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt zu werden und jede_r forderte eine Erhöhung der täglichen Nahrungsaufwendungen [prediario]. Neben den Protesten wurde ein Abkommen nicht umgesetzt, das im Februar 2013 zwischen den Gefangenen in San Pedro (La Paz) und dem Strafvollzugsystem unterzeichnet wurde, was den Rückgang bzw. die Einstellung der Riots mit sich brachte und für einen Zeitraum von drei Monaten für eine Übereinstimmung bzgl. all der vereinbarten Punkte sorgte. Ramiro Llanos dementierte die Existenz eines solchen Dokuments und bis heute wurden die Forderungen der Gefangenen nicht umgesetzt.

Der Staat plant, neue Regeln im Strafvollzug anzuwenden, die die härtere Bedingungen für Gefangene und Besucher_innen aufdrückt. Sie befehlen den systematischen Transfer von Gefangenen aus San Pedro in andere Knästen im Panoptikum-Stil, die weit entfernt sind von der Stadt La Paz. Sie haben vor, ab dem 17. Juli neue Gefangene aufzunehmen und verkündeten die Schließung diesen Knast als eine repressive Maßnahme gegen die anhaltenden Proteste, die in der Strafanstalt von La Paz aufkamen. Die Riots häufen sich und der Staat beabsichtigt, sie über den Transfer in weiter entfernte Knäste aufzulösen. Der Transfer von den Insass_innen von San Pedro [die oftmals mit ihren Familien drin leben] wird mehr Isolation verursachen aufgrund der Entfernung der Knäste, wohin sie gesendet werden sollen. Dies wird bedeuten, dass ihre Familien größere Hindernisse auf sich nehmen müssen, um sie zu besuchen, da 80% der Gefangenen und ihre Familien arm sind.

Zusammenfassung der 2013-Riots

Am 17. Januar wurde Llanos (der Direktor des Strafvollzugsystems) von den Gefangenen in San Pedro als Geisel genommen als eine Reaktion auf die dauerhaften Drohungen, sie in andere Knäste zu verfrachten, wenn sie mobilisieren oder Forderungen stellen. Die repressiven Kräfte stellten sich den Gefangenen entgegen, um ihn [Llanos] zu retten. Llanos rettete sich schließlich selbst dank einiger Gefangenendeligierter, die Leute davon abhielten, ihn zu hängen. Proteste brachen aus als Gefangene sich dem Plan widersetzten, dass 39 Minderjährige aus dem Calahuma Center zur Jugendrehabilitierung nach San Pedro in La Paz zu überstellen. Nach diesem Tag traute sich Llanos nicht mehr, das kämpferische Gefängnis zu betreten. Während des gesamten Monats befand sich das Gefängnis in einem Zustand von Meuterei und Aufständen, an denen alle neun Abschnitte die Gefängnisgebäude übernahmen. Flammen wurden auf den Dächern und in den Höfen gesehen.

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Porto Alegre, Brasilien: Solitransparent für Henry und Krude, inhaftierte Genossen aus Bolivien

Am Freitag, dem 28. September, haben wir ein Transparent als einen symbolischen Akt der Propaganda und Solidarität mit unseren Brüdern und Schwestern, die nun Kriegsgefangene sind, am Eingang des Túnel da Conceição im Zentrum von Porto Alegre aufgehangen. Das Transpi widmeten wir den beiden inhaftierten Genossen in Bolivien. Es schreibt: ‘Mit allen Formen des Kampfes gegen die Macht! Freiheit für Henry und Krudo, Gefangene in Bolivien.’

Mit diesem simplen Propagandaakt antworten wir auf den Aufruf für Tag der Agitation für Gefangene im Kampf!

Gegen alle Mauern! Gegen alle Knäste! Lang lebe die Anarchie!

La Paz, Bolivien: Kommuniqué von Henry Zegarrundo, der in U-Haft im Knast San Pedro sitzt

Terror äußert sich vornehmlich durch Verfolgung, Repression und Inhaftierung für jene von uns, die die Ideologie der Angst durchbrechen. Eine Ideologie, die durch die ‘Kommunikations’-Medien bekräftigt und durch jene, die sie sklavenhaft akzeptieren – ob sie sie mit ihnen übereinstimmen oder nicht – zementiert wird.

Macht strebt nach dem SOZIALEN TOD durch Einkerkerung, trachtet nach der Verminderung des Individuums durch die MORAL DER VERNICHTUNG. Aber bis hierhin habe ich nicht eines dieser beiden durch den Staat entwickelten Phänomene durchgemacht; das einzige, was sie bisher geschafft haben, ist es, dass ich mich freier als je zuvor fühle, obwohl ich hinter dicken Wänden eingesperrt bin.

Die meiste Zeit denken wir, dass die Macht unser einziger Feind ist. Aber wir haben andere Feinde, die als AnarchistInnen getarnt sind. Solche Feinde sind jene, die Vorwürfe erfinden oder falsche Beschuldigungen auf der Grundlage von Mutmaßungen gegen jene von uns aussprechen, die eingesperrt sind. Dann veröffentlichen diese unmoralischen Gestalten Unterstützungsbotschaften und leugnen gleichzeitig, Erklärungen gegen mich ausgegeben zu haben. Solange sie weiterhin jedeN zufriedenstellen möchten, werden sie mit ihren Lügen weitermachen und sich Geschichten ausdenken, um ihre dreckigen Ärsche zu retten, die so dreckig wie ihre eigenen Existenzen sind.

Nina und ich wurden durch Renatto Vincenti (der unter den Gefangenen des 29. Mai und Mitglied der OARS (Anarchistische Organisation für die Soziale Revolution) ist) beschuldigt. Jener, der sich verpflichtete, mit den ErmittlerInnen weiterhin zu ‘kollaborieren’, wobei das schlimmste ist, dass die Funktionäre des Staates ihm blind vertrauen. Schließlich hat jedeR verzweifelt Erklärungen gewählt, die auf Annahmen beruhen; sie wurden besiegt, ohne dass sie je bekämpft wurden. Ich hoffe, dass Vico nicht in das Spiel der Angst eingetreten ist.

Ich möchte eine Sache klarstellen: Politische habe ich mich immer von hierarchischen, patriarchalen, speziesistisch und aktivistischen Organisationen (typisch für politischen Parteien) distanziert. Ich vertraue nicht auf Dogmen, Märtyrer und Helden, daher bin ich weder Teil von OARS noch von RED VERDE (Grünes Netzwerk), wie jene Mächtigen es – auf der Grundlage von dem, was Renatto in seiner Stellungnahme geäußert hat – gern  glauben möchten; zumal Mitglieder der OARS auch in der RED VERDE involviert sind. Was für ein Widerspruch oder?

Ich kenne die FAI-FRI nur durch ihre Kommuniqués, die sie veröffentlichten. Gewiss wird jedoch die Schreibweise mit ‘x’ (die paritätische Schreibweise im Spanischen) als ein Beweis gegen mich verwendet werden, sobald die ErmittlerInnen dieses Kommuniqué lesen werden.

Anarchie bedeutet nicht, in unserer theoretischen Abgeschlossheit zu bleiben. Es geht darum, Freiheit in die Praxis unseres Alltags zu verwandeln. Wir müssen uns von den VerräterInnen und heimtückischen Gestalten abspalten, weil dies ansonsten bedeuten würde, den anarchistischen Kampf zu verraten und niederzuknienen, zu lügen, andere zu beschuldigen, Angst auszulösen. In der Theorie bedeutet Verrat, jemanden zu betrügen, der/die etwas mit dir selbst zu tun hatte; aber – in diesem speziellen Fall – bedeutet Verrat durch Lügen dasselbe – oder vielleicht sogar schlimmeres – wie sich selbst zu betrügen, obgleich ein Diskurs aufrecht erhalten wird, der jedoch über Worte nicht hinausgeht.

Was mich glücklich macht, ist, dass mensch dort draußen Solidarität, Freiheit und Kampfgeist riechen kann, der trotz aller Inhaftierungen weitergehen muss. Es ist jetzt noch wichtiger als je zuvor, weiter zu kämpfen, zu debattierren, Nachrichten zu verbreiten, zu diskutieren und Texte zu veröffentlichen. Es ist ziemlich unangenehm zu wissen, dass sich einige distanziert haben, obwohl sie weiterhin radikale Diskurse nutzen. Aber das betrübt mich überhaupt nicht, da es allemal besser ist, wenige zu sein als eine Herde, die einfach nur den Entscheidungen von anderen folgt.

Das ist erstmal alles; Ich drücke meine Solidarität mit allen Geiseln des Staates aus und sende ihnen jede Menge Stärke, Grüße, Küsse und Umarmungen.

Das Echo der solidarischen Menschen in Peru, Ecuador und sonstwo auf der Welt hat diesen Ort erreicht.

Stärke der TIPNIS (Verteidigungskämpfe des ‘Isiboro Sécure Nationalparks und der indigenen Gebiete’)! Obwohl ich mit der Umsetzung des neunten (‘national indigenen’) Marschs nicht übereinstimme, verfolge ich täglich alles, was passiert von hier drin und hoffe, dass weise Entscheidungen getroffen werden, weil wir wissen, dass der Staat betrügen und Zwiespalt sähen wird, um seine kapitalistischen Gesetze einzuführen. Die beste Strategie, die ich sehe, ist es, genau am selben Ort des Konflikts, im Isiboro Secure selbst, zu kämpfen.

Ich danke meiner Familie und meinen FreundInnen, altbekannt und unbekannt für andere, die mir einen Besuch abstatteten. Ich wiederhole meine Grüße an all jene, die sich entschieden haben, alltägliche KämpferInnen zu sein, die in der Lage sind, Angst und Terror zu begegnen.

Henry Zegarrundo
Anti-autoritärer Anarchist

Quelle: ABC Mexico
Einige Hintergrundinformationen zum Fall: i, ii