2-tägiges Treffen der „Unabhängige Versammlung für den Kampf“

"Wir haben die Erde von unseren Eltern nicht geerbt, sondern von unseren Kindern nur geliehen"

Am 30. und 31. Oktober fand in Athen ein zweitägiges Treffen der Gruppe „Unabhängigen Versammlung für den Kampf“ gegen die Zerstörung und Ausbeutung von Natur und Gesellschaft statt. Es richtete sich gegen den Staudamm bwz. die Umleitung des Flusses Acheloss und dem Dogma der sogenannten „Grüner Entwicklung“. Viele Leute aus ganz Griechenland nahmen teil.

Am ersten Tag informiert die veranstaltende Gruppedie Teilnehmenden über Aktionen gegen Staudämme der Städte Larissa, Agrinio, Ioannina, Trikala, Patra, Athens, Lesvos und anderen.
Danach wurden die weiteren Schritte der Bewegung diskutiert. Das weitere Vorgehen sollte unabhängig von Institutionen, ganz gleich ob auf lokalem oder nationalen Level, abgetimmt werden. Es wurde geurteilt, dass der Versuch diesen institutionelle Weg zu beschreiten den weiteren Ablauf behindern und letztendlich zu Kampfunfähigkeit führen würde. Continue reading 2-tägiges Treffen der „Unabhängige Versammlung für den Kampf“

28. Oktober: Aktionen gegen die nationalen Paraden

Chania: Versammlung und Demo von StudentInnen während des nationalistischen Marsches. Heute haben sich Mitglieder der Chania-Studierendenvereinigung zusammen mit SchülerInnen von besetzten Schulen, UniversitätsstudentInnen und solidarischen Menschen auf der Andreas Papandreou Allee versammelt. Die Veranstaltung wurde unterbrochen, weil inmitten des nationalistischen Marsches demonstriert wurde. Ungefähr 400 Personen nahmen an dieser Aktion gegen die aktuelle Privatisierung des Bildungssystems teil. Continue reading 28. Oktober: Aktionen gegen die nationalen Paraden

28. Oktober – Gegen nationalistische Paraden

Und ich voller Anmut scheiße auf den 4. August*
Anmut und August reimen sich auf griechisch

* Der 4. August 1936 ist der Beginn der Diktatur von Jannis Metaxas

Die griechische Realität ist sicherlich ziemlich lachhaft.  Aber einige Aspekte sollten für Außenstehende noch nicht so bekannt sein. Deshalb macht es Sinn, etwas über die Studenten- und Militärparaden, die immer am 28. Oktober abgehalten werden, zu berichten.

Das Brechreiz erregende Ritual, das eine wehrhafte Armee herbeisehnt und das ähnliche Bild  von  StudentInnen, die in griechischen Städten marschieren, sind faschistisch inspiriert. Die nationalistischen Ideale finden ihren deutlichsten Ausdruck und Enthusiasten auf der ganzen Welt die Gelegenheit zum Applaudieren. Die studentische Klasse wird zu militärischen Einheiten geformt und beginnt die hohen Ideale von Heimatland und Religion zu pflegen. Continue reading 28. Oktober – Gegen nationalistische Paraden

Griechenland im September 2010

AKTIONEN – MOBILISIERUNGEN

2 September

  • Die Nationale Musikschule in Thessaloniki wurde von Studenten besetzt die sich wegen der verlangten Bezahlungen in einer staatlichen also auch kostenlosen Institution beschwerten.

11 September

  • Athen: Brandanschlag an das Finanzamt in Exarchia. Eine Gruppe von 10 personen hat von einen gegenüberliegenden Gebäude die Fenster eingeschlagen und es in brand gesetzt. Eine andere Größere Gruppe gab der Operation Rückendeckung von der Strasse aus. Die Polizei konnte deshalb nicht Eingreifen.
  • Xanthi, Nordgriechenland: Brandanschlag an ein Kleinbus eines Fernsehkanals.
  • Thessaloniki: In einer von 10.000 Bullen besetzten Statt Fand die jährliche Internationale Ausstellung Statt. Der Aufruf für die Demo wurde von Dutzenden Basis-Arbeiterverbänden aus ganz Griechenland unterstützt. Etwa 15.000 Menschen sind auf die Strasse gegangen. Eine zweite Motorisierte demo startete unter starken bullengeleit von Athen aus. Unterwegs wurden die Autobahnzollstationen blockiert und die Schranken entfernt. Zum ende der Demo in der Statt gab es leichte Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Continue reading Griechenland im September 2010

Besetzung in Patras

Patras (drittgrößte Stadt im Westen Griechenlands) hat seit letztem Wochenende (16.-17.Oktober 2010) eine neue Besetzung in eine der Hauptstraßen. Das ehemals lehrstehende Gebäude ist jetzt voller Leben. Die erste Woche verging mit täglichen Vorführungen, einem Fest und kollektivem Kochen.

Lokale Medien drehten durch, aber die Nachbarschaft scheint entspannt den neuen Nachbarn gegenüber. Auf dem Poster des kollektiven Sprach- und Aktionsprojekts „Perasma“ ist zu lesen:

Tausend gute Gründe für Besetzungen

Maragopouleio, Gounari Straße 102.

Um Schritt für Schritt Eigentum zu beseitigen und jede Art von individuellem Besitztum von allem zu befreien, was eigentlich uns gehört.

Um den Verfall der Welt von Kommerzialisierung, Schlichtung, Repräsentation und Ausbeutung aufzuzeigen.

Um unseren verlorenen Raum und Zeit zurückzugewinnen und die Erkenntnis wiederzuerlangen, dass wir fähig sind, unser Leben in unsere eigene Hände zu nehmen, indem kommunale Beziehungen entwickelt werden und indem wir unser Leben von Beginn an erneut organisieren.

Perasma
Kollektives Sprach- und Aktionsprojekt

Video über die Migranten und die faschistischen Angriffe in Griechenland

Videodokumention des norwegischen staatlichen Fernsehkanals über faschistische Angriffe und Erfahrungen von MigrantInnen in Griechenland, speziell im Zentrum von Athen. Das Video deckt die Schwierigkeiten und die Brutalität auf, die MigrantInnen durch den griechischen Staat und einigen Athener FaschistInnen erfahren.

Trotzdem gehen wir weder mit dem Charakter und der Sichtweise der Dokumention konform, noch mit dem benutzten Vokabular (illegale MigrantInnen, die Leistung der Polizei usw.). Auch hinsichtlich der Reaktionen der Einwohner Athens ist das Video nicht objektiv. Die FaschistInnen, die ihr im Video seht und die MigrantInnen aus den Vierteln jagen, sind nicht überall gegenwärtig. Es ist ein gewaltiges Problem in einigen Gebieten im Zentrum Athens. Dort organisieren einige FaschistInnen (und nicht „Bewohner Athens“, wie sie sich selbst nennen) in Kooperation mit der Polizei und der Kommune Pogrome und brutale Angriffe auf die MigrantInnen.

Anderseits gibt es auch viele Menschen, die Neofaschismus und Pogrome bekämpfen und sich bemühen durch Aktionen Solidarität mit den MigrantInnen auszudrücken. Wir sollten auch erwähnen, dass die linken Parteien hinsichtlich dieses gewaltigen Problems gänzlich abwesend sind. Sie bereiten sich auf die Wahlen vor.

8. Oktober: Antifaschistische Demonstration und Polizeibrutalität

Am 8. Oktober fand im Attiki Viertel eine Versammlung aus Solidarität mit den MigrantInnen dieses Gebietes eine antifaschistische Versammlung statt.

Ungefähr 1.500 Menschen, MigrantInnen und Bewohner, protestierten gegen die faschistischen Angriffe, Polizeibrutalität und Pogrome. Die Versammlung wandelte sich in eine dynamische Demonstration in den Straßen von Attiki und viele MigrantInnen stießen hinzu. Continue reading 8. Oktober: Antifaschistische Demonstration und Polizeibrutalität

Pressemitteilung von Anwohner-, Bürger- und ArbeiterInnen gegen die Maut

Es ist genug! Wir werden keine Straßenbenutzungsgebühr mehr bezahlen! Wir werden nicht für ihre Krise zahlen.

Bereitet euch auf eine landesweite Mobilisierung vor.

Die Bewegung gegen die Maut, seit mehr als 7 Monaten aktiv, hat inzwischen nationale Dimensionen angenommen. Die wichtigste Waffe dieser Bewegung ist, dass wir keine Maut bezahlen.

Die PASOK Regierung, IWF sowie EU versuchen diese populäre und unparteiische Bewegung zu bekämpfen. Sie erklären dem Fahrer, die Fahrerin, die sich weigert eine teure, illegale und wahnsinnige Maut zu bezahlen, zu einem Steuerhinterzieher. Continue reading Pressemitteilung von Anwohner-, Bürger- und ArbeiterInnen gegen die Maut

Warum sich Pinochet im Grab nicht wohl fühlt

Veröffentlichung des Übersetzungs-Gegeninformationsnetzwerk contrainfo.espiv.net aus Solidarität zu den durch das chilenische Regime politisch Verfolgten. Das Flugblatt wurde am 24. September auf einer Demonstration vor der chilenischen Botschaft in Athen verteilt, die im Rahmen des Internationale Solidaritätstag mit den politischen Gefangenen in Chile stattfand.

2009 begann der chilenische Staat eine intensive Kampagne der Verfolgung von HausbesetzerInnen und gegen die Mapuche Urbevölkerung. Perfekt kooperierend mit der Justiz, war das Ziel beiden Gruppen Terrorismus vorzuwerfen.

Das Spektakel um die »Bomben«
Früh morgens, am 15. August 2010 fanden unglaubliche und spektakuläre Polizeioperationen in verschiedenen chilenischen Städten statt. Polizeikräfte drangen in besetzte Häuser, Sozialzentren und Häuser ein, verhafteten viele Leute und zerstörten alles, was sich in ihrem Weg befand.
Diese neue Devise des chilenischen Staates wird »Caso Bombas« genannt. Intention dieser Operationen ist es, einfache Opfer zu finden, denen die 23 Bombenanschläge von Santiago angehängt werden können.

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Demonstration aus Solidarität mit den Gefangenen in Chile vor der Chilenischen Botschaft in Athen

Am Freitag, den 24. September fand eine Demonstration aus Solidarität mit den Gefangenen in Chile vor der Chilenischen Botschaft in Athen statt. An die einhundert Personen versammelten sich und protestierten vor der Botschaft. Diese war eingekreist durch starke Polizeikräfte. Parolen wurden gerufen und Flügblätter, die sich mit der aktuellen Situation in Chile beschäftigten, wurden verteilt.

Mitstreiter von contrainfo verteilten an TeilnehmerInnne und Passanten ein Flugblatt mit dem Text »Stoppt die Presse! Warum Pinochet sich unwohl in seinem Grab fuhlen«. Dieses bezieht sich auf die Opfer der Repression in Chile, Chilenische Militante und die Mapuche Indianer.

Polizeiinvasion in Exarchia, Athens (23.April 2010)

Das Video wurde am 23.April 2010 in Exarchia Athen während eines Polizeiüberfalls nach einer Demonstration aufgenommen. Zu dieser Zeit war es in diesem Viertel offensichtlich ziemlich ruhig. Es ist kein Zufall, dass dieses während der ersten Demo / des ersten Protests gegen den IWF (Internationale Währungsfond) stattfand.

Das Video wurde ziemlich verzögert ins Netz gestellt. Das macht aber nichts, weil seit dieser Attacke die “Bürgerschützer” dieselbe Taktik anwenden. So was wird natürlich auch in der Zukunft stattfinden.

Über die Einrichtung eines Solidaritätsfonds und finanzielle Unterstützung der politischen Gefangenen in Griechenland

Übersetzung von Teilen eines Flugblattes aus Griechenland:

Die Realität ist erpresserisch. 18 Anarchistische Kämpfer-innen hält der Staat gefangen. Die Strafen sind für viele vernichtend. Während bei anderen, die noch nicht vor Gericht gestellt worden sind, die Anklagen so schwer sind, dass davon auszugehen ist, dass sie jahrelange Gefängnisstrafen erhalten werden. Jannis Dimitrakis, angeschuldigt wegen eines Banküberfalls auf die Nationalbank, wurde zu 35 Jahre Knast verurteilt. Polikarpos Georgiadis und Vagelis Chrisochoidis wurden für die Entführung des ehemaligen Präsidenten des griechischen Industriellenverbandes zu 23 Jahren verurteilt. Im Knast sitzen auch noch Elias Nikolaou angeschuldigt wegen des Brandanschlages auf das städtische Polizeigebäude in Thessaloniki und Jiorgos Voutsis-Vojatzis wegen eines Bank-raubs in Gizi (Athen).

Viele andere Genoss-innen sind in Untersuchungshaft genommen worden (in Griechenland kann U-Haft bis zu 18 Monate dauern). Konstantina Karakatsani, Panajotis Masouras und Charis Chazimichelakis werden der Teil-nahme an der „Verschwörung der Feuerkerne“ beschuldigt. Alfredo Bonanno und Christos Stratigopoulos sind angeklagt wegen mehrerer Banküberfälle. Aris Sirinidis ist angeklagt wegen des angeblichen Beschießens einer Polizeiwanne in Exarchia (Athen) im Sommer 2009. In Untersuchungshaft sitzen auch noch die Genossen Vagelis Stathopoulos, Christophoros Kortesis und Sarados Nikitopolous wegen ihrer angeblichen Teilnahme an der Gruppe „ Revolutionärer Kampf“. Sowie Pola Roupa, Nikos Masiotis und Kostas Gournas, die ihre Teilnahme an dieser Gruppe erklärt haben. Zum Schluss ist der Fall von Simos Seisidis zu nennen, der zur Zeit noch schwer verletzt im Krankenhaus liegt, nachdem er von den Bullen angeschossen wurde. Continue reading Über die Einrichtung eines Solidaritätsfonds und finanzielle Unterstützung der politischen Gefangenen in Griechenland

Poster über die Krise #3

Der Wohlfahrtsstaat geht, der Überwachungsstaat kommt,

Während Staat und Bosse über “Auflockerung” den Dienstleistungssektor durch Massenentlassungen sprechen, stellen sie gleichzeitig zu Tausenden den Abschaum unserer Gesellschaft als bewaffnete Wache ein.

Wenn du glaubst, dass das dazu dient, ein “öffentliches Interesse” zu verfolgen. Träum weiter! Diese Besatzungsarmee wendet Gewalt genau für den Grund an, für den sie bezahlt wird.

– um den angehäuften Wohlstand gegen die “neue Armut” zu schützen, die der Kapitalismus in großer Anzahl schafft.

– um “Geldtempel” und Demokratie vor denen zu schützen, die nicht akzeptieren, dass ihr Leben vom Staat und Lohnausbeutung abhängt.

Hebt Steine auf! Damit wir Maßnahmen ergreifen, bevor es zu spät ist!

AnarchistInnen, Antiautoritäre

Poster über ide Krise #2

Auf dem Plakat steht:

Einstellung der Zahlungen jetzt!

Elektrizitätswerke, Telefongesellschaften, Wasserversorgungsfirmen, öffentlicher Transport, Steuern und Kreditkarten.

Wir organisieren unsere kollektive Verteidigungslinie gegen die Beschneidung unserer Gehälter, Renten und Entschädigungen, gegen das Verbot von betrieblichen Vereinbarungen, gegen Massenentlassungen und Übertragung der Versicherungskosten auf Angestellte.

Durch offene und nicht hierarchische Methoden in Nachbarschaften, Arbeitsstellen, Schulen, Universitäten – überall!

Wir schlagen zurück!

Bankrotte (verschuldet durch den Staat und das Kapital) vereinigt euch!

Wir sind schwach, solange sich jeder(r) auf sich selbst bezieht.

AnarchistInnen, Antiautoritäre

Poster über die Krise #1

In fetten Lettern steht geschrieben:

Wenn wir unser Kartenblatt voll ausspielen, wird die (finanzielle) Krise zu ihrer Krise. Die Krise ist keine Naturkatastrophe, die einfach so geschieht. Die Krise ist das Ergebnis der Entscheidungen von all denen, die dieses System beibehalten wollen, indem wir ausgebeutet unterdrückt und beherrscht werden.

Ihre Absicht, aus der Krise herauszukommen, unterscheiden sich nicht von Empfehlungen, wie die bestehende Situation verstärkt und etabliert werden kann. Unsere Prämisse kann nicht weniger als Streiks und Solidarität, Besetzungen und Sabotage, Enteignungen und gegenseitige Hilfe sein, um eine Welt zu schaffen, die wir für uns selbst wählen, gegen jede Art von Trennung und Hierarchie
Versammlung der Revoltierenden der Insel Salamien, Nachbarschaften von Perama, Keratsini, Nikaia, Koridallos, Piraeus

Neues Magazine über die Griechische Anarchistische Bewegung

Wie bei vielen US-amerikanische AnarchistInnen, erfolgte mein erster Kontakt mit der griechischen anarchistischen Bewegung über hastig übersetzte Erklärungen. Diese berichteten über spektakuläre Angriffe auf Banken und Polizeistationen, über Ausschreitungen und studentische Übersetzungen. Zunehmend gefiltert durch den amerikanischen Internationalismus Diskurs, fehlte es diesen Erzählungen oft an historischem Hintergrund oder politischem Kontext. Dieses glichen die Texte zehnfach mit Begeisterung und vergnügt schlechtem Englisch aus. Dadurch, das sich einer sozialen Bewegung in dieser Form angenähert wurde, entstand ein Mythos. Wie wie viele von uns, dachte ich “die GriechInnen” wären mehr oder weniger ein fantastisches fremdes Monster, eine schreckliche Kraft, die die magische Alchemie der Anarchie entdeckt hat. Continue reading Neues Magazine über die Griechische Anarchistische Bewegung

Griechenland im Mai 2010

Einen Tag nach Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei während der Proteste Samstags 1. Mais in Griechenland, wurde die Maßnahmen des Sparprogramms von IWF und EU veröffentlicht, wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 21 auf 23%, Lohnkürzungen von 20-30% vor allem der Staatsbediensteten, sowie Verlängerung der Lebensarbeitszeit, Abbau zahlreicher Arbeitnehmerschutzrechte und Streichung von Weihnachts- und Feiertragsgeldern, vorgesehen. Deshalb, Griechen protestieren gegen die geplanten einschneidenden Sparmaßnahmen der regierenden »Sozialisten« (fotos 1 | 2). Continue reading Griechenland im Mai 2010

Solidarität mit dem griechischen ArbeiterInnenkämpfen

Die griechische ArbeiterInnenklasse ist wütend, und das mit gutem Grund. Wird doch gerade versucht ihr die Verantwortung für den Bankrott in die Schuhe zu schieben.
Wir vertreten stattdessen die Ansicht, dass die internationalen Kreditinstitute und die Europäische Union die Verantwortung tragen. Kreditinstitute haben die gesamte Welt verschuldet, insbesondere Griechenland wurde in eine ökonomische und soziale Krise von historischem Ausmaße gestürzt. Auch andere Länder wurden in Verschuldung gezwungen. Jetzt klagen die Verursacher selbst darüber, dass bestimmte Staaten riskieren, ihre Schulden nicht zurückzahlen zu können.

Wir prangern diese Heuchelei an. Wir sagen, dass selbst, wenn Griechenland -und alle anderen Länder ihre Schulden zurückzahlen könn(t)en, sie es nicht tun sollten: Es liegt an den Kreditinstituten, nicht an den ArbeiterInnen – für die Schäden der Krise zu zahlen. Die griechischen ArbeiterInnen sind im Recht, wenn sie die Rückzahlung der Staatsschulden verweigern.

Wir weigern uns für ihre Krise zu zahlen!

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Aufstände in griechischen Gefängnissen (2007)

Der folgende Text ist der Gegeninformationsbroschüre »Jüngsten Vergangenheit und Gegenwart« entnommen.

Grund für die Aufständen in verschiedenen Gefängnissen war, dass der Anarchist Yannis Dimitrakis am Montag, den 23. April 2007 im Gefängnis von Malandrino zusammengeschlagen wurde.

Zunächst protestieren Mithäftlinge gegen diesen Vorfall, worauf die Wärter mit Gewalt reagierten. Das führte zur Revolte im gesamten Block des Gefängnisses. Eine Kettenreaktion setzte ein und es kam zu Rebellionen in sechs über ganz Griechenland verteilte Gefängnisse.

Gleich am nächsten Tag war z.B. das Gefängnis in Patra besetzt, ebenso ein Flügel des Gefängnis von Koridallos (Athen). Dann wurden in den Gefängnissen von Trikala und Larissa die Mahlzeiten verweigert, außerdem gab es Reaktionen in den Gefängnissen von Nafplio, auf der Insel Korfu und in Komotini.

Die Forderungen der Inhaftierten umfassten den Verzicht auf Disziplinierungsmaßnahmen, die Umwandlung der lebenslangen in 12-jährige sowie die Herabsetzung der 25 jährigen auf 10 Jahre Haft. Außerdem wurde die garantierte Entlassung nach Verbüßung eines bestimmten Stafanteils gefordert. Continue reading Aufstände in griechischen Gefängnissen (2007)

Anarchistische Supermarkt-Aktion in Thessaloniki

Am 14. Juni 2010 trafen sich die „Diebes-Diebe“ erneut zu einem anarchistischen Shoppingerlebnis. Eine Gruppe Anarchisten besuchte am vergangenen Montag einen Supermarkt in Thessaloniki (Griechenland), zerstörte Sicherheitskameras sowie Anti-Diebstahl Anlagen und nahm einige Grundlebensmittel und Geld, welches vor dem Laden demonstrativ verbrannt wurde.

Ein kurzes video dokumentiert die Aktion. Continue reading Anarchistische Supermarkt-Aktion in Thessaloniki

Carlo Giuliani

Wir haben den Tod von Carlo Giuliani, einen italienischen Aktivisten, der 1978 geboren wurde, noch nicht vergeben. Er war einer von Millionen Protestierenden, die an den Demos gegen die G8 Gewalt der Herrschenden teilgenommen haben. Mitdemonstranten hatten seine Ermordung durch die Italienische Polizeieinheit am 20. Juli 2001 beobachtet.

Nach Neun Jahren währt immer noch keine Gerechtigkeit. Gerade dieses Jahr 2010 wurde der Fall Carlo Giuliani an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte überführt. Folgt ihr den Link – Giuliani and Gaggio gegen Italien – könnt ihr nachlesen welche sogenannten Fakten die verantwortliche Kammer zusammengetragen hat. »Hinsichtlich des Polizisten, der den tödlichen Schuss abgefeuert hat, vertrat das Gericht die Ansicht, dass er, ohne Tötungsabsicht in die Luft geschossen hat. Dieses geschah aus Selbstverteidigung in Notwehr auf eine auf ihn selbst und seiner Kollegen fungierten Angriff.« Eine Fotosequenz zum Mord an Guiliani findet ihr hier.

An was erinnert uns das? An die Stellungnahmen der griechischen Obrigkeit, die zum Mord an Alexis Grigoropoulos, die zu dem Dezember 2008 Aufstand in Griechenland führte. Und an Alexis Kougias, dem Rechtsanwalt, der den Polizisten Epaminondas Korkoneas verteidigt, der am 6. Dezember 2008 den Teenager in Exarchia, im Zentrum Athens erschoss. Dieser argumentierte vor Gericht, dass der tödliche Schuss in die Luft und nicht auf das Opfer gezielt wurde.

Jüngste Vergangenheit und Gegenwart

Im Jahr 1997 wurde eine »große nationale Herausforderung« für Griechenland bekannt gegeben: die Olympischen und Paraolympischen Spiele »Athen 2004«. Und was für eine Herausforderung… Von Anfang an setzte der Staat auf die Lehren des Patriotismus, des Ehrenamts und der Sicherheit und kanalisiert den öffentlichen Reichtum auf diese »Große Idee«.
Im Sommer des Jahres 2002 beobachte die Gesellschaft die Szenarien die Demontage der »Revolutionären Organisation 17. November« entfalteten. Das FBI honorierte den aktuellen Minister zum »Schutz der Bürger« M. Chrysochoidis, während die Stadtguerilla und die breite linksradikale Bewegung an die Wand gestellt war. Mit der Justiz Behörde harmonische Zusammenarbeit wurden individuelle Rechte und politischen Freiheiten aufs Spiel gesetzt. Continue reading Jüngste Vergangenheit und Gegenwart

Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformation