Category Archives: Migranten – Antifaschismus

Dortmund: Antikriegstag 2011

Geschichte des Antikriegstages
Den Antikriegstag oder auch Weltfriedenstag gibt es offiziell erst seit 1966 und er soll an den Beginn des 2. Weltkriegs am 1.9.1939 erinnern, als deutsche Truppen in Polen einmarschierten. Dieser Tag wird oft auch genannt wenn es um die erste militärische Aktion Nazi-Deutschlands geht. Diese geschah allerdings bereits am 26.4.1937 mit dem Luftangriff auf die spanische Stadt Guernica, welcher heutzutage leider oft verschwiegen wird um die spanische Republik und die damit verbundenen bisher am besten funktionierenden anarchistischen Gesellschaftsstrukturen in weiten Teilen Spaniens zu vergessen.

Seit 2005 versuchen Neonazis den Antikriegstag zu ihren Gunsten zu missbrauchen. Mit dem sogenannten „nationalen Antikriegstag“ am ersten Samstag im September versuchen sie nicht nur die Geschichte des Nationalsozialismus zu relativieren, sondern auch durch verkürzte Kapitalismuskritik mehr Jugendliche auf ihre Seite zu ziehen. Die Kapitalismuskritik der Neonazis beschränkt sich zusammenfassend auf Antiamerikanismus und Antisemitismus. Verantwortlich für die Ausbeutung von Natur und Menschheit (bzw. bei den Nazis „Völkern“) ist nicht die gesamte Struktur dieser Gesellschaft, sondern ein kleiner Teil bzw. wenige Völker. Somit beinhaltet auch die Kapitalismuskritik der Nazis Rassismus.

Der „nationale Antikriegstag“ begann eher klein mit unter 300 Teilnehmern, wuchs aber im Laufe der Jahre zu einem der größten Naziaufmärsche Deutschlands an. Somit wuchs aber auch der antifaschistische Widerstand.
Freitag (2. September): Vorabenddemo
Am Freitag war die Vorabenddemo des Alerta-Bündnisses mit 500-600 Teilnehmern bereits gut besucht und zog lautstark durch das Kreuzviertel und den Dortmunder Süden. Es gab mehrere Redebeiträge über Geschichtsrevisionismus, Antiamerikanismus und linksradikale Kritik an Krieg und Kapitalismus. Leider enthielten die Beiträge antideutsche Tendenzen und auch im Demozug gab es vereinzelnte kleine Israelfahnen. Ironisch, da sich die gesamte Demo immer wieder gegen Nationalismus und Staaten artikulierte. Anscheinend ist für manche der Nationalstaat Israel weder  Staat noch Nation. Seine Solidarität mit verfolgten Bevölkerungsgruppen kann mensch auch ohne Nationalflaggen ausdrücken. Continue reading Dortmund: Antikriegstag 2011

Griechenland: NATIONALE EINHEIT ZERSCHLAGEN (Poster)

Weil wir nicht erst gestern geboren wurden und unser Gedächtnis bewahren, weil wir auf ihre Propaganda der Mainstream-Medien spucken…

Hier geboren oder nicht, wir leben und bewegen uns in denselben Straßen, daher wissen wir sehr gut, dass:

AUCH DIE GRIECHEN MORDEN
(massenhaft) in Afghanistan, Somalia und wohin die griechischen Armeestiefel auch wandern, so wie in Srebrenica in der nahen Vergangenheit Massaker begangen wurden und auch fortgesetzt wird, Menschen zu töten wo auch immer der Schutz der „Interessen der nationalen Wirtschaft“ erforderlich ist.

AUCH DIE GRIECHEN VERGEWALTIGEN
Mädchen und Jungen aus Afrika, Osteuropa und sonst wo seit nun schon vielen Jahren in den Bordells der Hauptstadt und den schäbigen Bars in der Provinz, in Polizeistationen unserer Nachbarschaften. Ein weiterer handfester Beweis ihrer traditionellen Prahlerei, gefördert durch die Bedingungen der „mächtigen griechischen Wirtschaft“, die auf Pump lebt.

AUCH DIE GRIECHEN STEHLEN
Griechische Bankiers, Schiffsbesitzer, Bosse, Klein- und Großunternehmer, kirchliche Würdenträger und Politiker, ehrliche Richter und unbestechliche Polizisten; in Griechenland, im Balkanraum und wohin sie auch ihre dreckigen Geschäfte expandieren mögen.

DIE NATIONALE EINHEIT IST EIN SCHWINDEL
dessen Absicht es ist, uns eine Illusion zu erschaffen, die sagt, dass wir „von unten“ die selben Interessen mit jenen hätten, die uns aus unser Geld klauen, unsere Persönlichkeit vergewaltigen mit jenen, die uns ausbeuten wollen, bevor sie uns auf einer Strafgaleere, einem Knast oder einer Irrenanstalten vernichten.

WIR SOLLTEN NICHT NUR ABLEHNEN, UNSEREN WIDERSTAND
AUF EINER GRUNDLAGE DER NATIONALEN EINHEIT ZU ORGANISIEREN

WIR SOLLTEN SIE ZERSTÖREN

Gegeninformationsgruppen gegen die VerehrerInnen des Vaterlands
und den Apologeten von nationaler Einheit

Erneuter faschistischer Angriff in der Innenstadt von Athen

Nach Informationen des Afganischen Flüchlingskommitees gab es in der Nacht des 16. August in der Nähe des Attiki Platzes (Innenstadt von Athen) einen weiteren faschistischen Angriff. Eine Bande von 7 Neonazis attackierte einen 25-jährigen Migranten, der ernsthaft verletzt wurde und ins Krankenhaus gebracht wurde. Am nächste Tag, als Leute den faschistischen Angriff auf der Polizeistation Aghios Panteleimonas bekannt machten, taten die Bullen nichts, sondern drängten sie dazu ihre eigene Bande zu bilden und zurück zu schlagen.

Quelle: athens.indymedia.org

Bari, “Italien”: Ein Poster in der Stadt Molfetta

Wir werden niemals aufhören zu lernen!

Einige Gedanken zum Aufstand der MigrantInnen
in Bari (Italien) und darüber hinaus

Sicherlich ist es eine oft gehörte Äußerung. Nach den Vorfällen der letzten Tage oder Monate, ist es an der Zeit für eine ernsthafte Betrachtung.

Poster, das an den Mauern von Molfetta (Bari) gefunden wurde.
Poster, das an den Mauern von Molfetta (Bari) gefunden wurde.

IN der Tat, beendeten die MigrantInnen, die Asyl im CARA (Aufnahmezentrum für Asylsuchende) in Bari – Palese suchen,vor einigen Tagen (Montag 1. August), wie bereits in den letzten Monaten geschehen, aber diesmal mit größerer Kraft und Entschlossenheit, die Dunkelheit, in der sie abgeschottet durch bürokratische Verfahren leben müssen. Und sie protestierten eindrücklich gegen die Situation, in die der italienische Staat sie schmachten lässt.

Es gibt Menschen, die mindestens sieben Monate auf den Flüchtlingsstatus warten, um die Anerkennung zu erlangen oder ihnen wenigstens eine Antwort gegeben wird. Währenddessen sind sie ohne jegliche Information über den Fortschritt ihres Antrags, unter erheblicher Beschränkung persönlicher Freiheit, im CARA inhaftiert.

Die letzten Monate, haben die Betroffenen zum wiederholten Male die wichtige Bahnlinie Bari-Palese blockiert und damit das notwendige Chaos erzeugt, diejenigen ohne Stimme zu hören.

Am Montag, den 1. August weitete sich der Protest von den Bahnstrecken auf die Autobahn 16 aus. Es folgten gewalttätige Auseinandersetzungen an der Bari-Foggia Verbindung.

Mit Freude und Bewunderung begrüßen wir den Mut und die Entschlossenheit dieser Menschen. Ohne ein Verbrechen begangen zu haben, werden sie gezwungen in den von Maschendraht umzäunten Lagern zu leben, kontrolliert durch Armee und Polizei.

Wir drücken allen MigrantInnen unsere Solidarität aus, die im CIE (Identifikations- und Ausweisungszentrum) und CARA interniert sind, bis diese Einrichtungen nur noch als Ruinen bestehen bleiben.

Wir drücken unsere Solidarität auch den InsurrektonalistInnen des Susatals aus, die weiterhin gegen all jene kämpfen, die die Menschen und ihr Land ihren eigenen Interessen unterordnen und mit den arabischen InsurrektionalistInnen.

Im Lichte von all diesem, fragen wir uns…

ist es nicht an der Zeit – für all diese Leute – mit dem Lernen
zu beginnen?

Quelle

Ioannina: „Unterstützt die MigrantInnen“ (gemeinsames Poster)

Die AuswanderInnen von gestern
sind die heutigen EinwanderInnen

Am 9. Juni 2011, evakuierte und zerstörte die Polizei gewaltsam die Siedlungen der MigrantInnen in Igoumenitsa. Dutzende wurden verhaftet, während viele dazu gezwungen wurden aufs Festland zu fliehen. Einige kamen in unsere Stadt [Ioannina, im Nordwesten Griechenlands].

MigrantInnen –sie sind der unterschätzte und ausgenutzte Teil der ArbeiterInnenklasse– sie sollten nicht mehr verfolgt werden.

MigrantInnen nicht mehr den Appetit von Bullen, RichterInnen, RassistInnen und geruhsamen BürgerInnen aussetzen! Solidarität und gegenseitige Hilfe gegen die einsetzen, die die Ausbeutung und Unterdrückung sowohl der MigrantInnen als auch Einheimischen organisieren. Es darf sich nicht mehr über das universelle Recht auf Bewegungsfreiheit und Ansiedlung rücksichtslos hinweggesetzt werden.

Die durch Grenzen und Heimat errichteten Trennlinien sind zu brechen.

Sachlich – Materiell – Politisch

Unterstützt die MigrantInnen

Kollegas | Antifa [ i ] | Tapi & psychremi [Pleite & cool] | ESE Ioanninon [Libertäre Syndikalistische Union, Ioannina] | Antiviosi katalispi [Antibiosis squat]

Quelle: Autonomes Radio von Ioannina

Athen: Ein städtisches Gebäude wird einer Neo-Nazibande zur Verfügung gestellt

Vor wenigen Tagen hat die Stadtverwaltung von Athen, mit ihrem Bürgermeister Giorgos Kaminis als Wegbereiter, der Nazibande Chrissi Avgi (Goldene Morgendämmerung) ein städtisches Gebäude zugestanden. Hier befinden sich jetzt die Parteibüros dieser Organisation. Dieses Gebäude wurde ursprünglich für die Bedürfnisse des regionalen Schulkomitees entworfen. Trotz einstimmiger ablehnender Haltung des 2. kommunalen Rates wurden die Schlüssel den FaschistInnen ausgehändigt.

Im Frühling 2009 übernahmen parastaatliche Mitglieder von Chrissi Avgi einen Spielplatz im Aghios Panteleimonas Viertel, was zur Unterdrückung der Lebensfreude hunderter einheimischer, wie auch migrantischer Kinder führte. Als ob das nicht genug wäre, stellten sie auf die Tagesordnung dieser Gegend: Prügel, Intoleranz. Rassismus und das Rekrutieren junger Kinder aus den umliegenden Schulen. Bedauerlicherweise war es damit nicht genug. Ihr umfassender Lebenslauf schließt auch mörderische Angriffe auf MigrantInnen und Flüchtlinge, das Tyrannisieren Jugendlicher im Viertel und auf öffentlichen Plätzen, sowie zielgerichtetes Vorgehen gegen soziale KämpferInnen, besetzte Häuser und soziale Räume mit ein.

Die FaschistInnen wollen sich in den Büros der Filolaou Straße etablieren, um eine neue Basis für ihre terroristischen Aktivitäten zu schaffen. Sie wünschen sich, ungestört in unseren Vierteln die Saat von sozialen Kannibalismus und Terror zu säen, während sich zur gleichen Zeit große Teile der Gesellschaft erheben und kollektiv kämpfen. Sie wünschen die Gesellschaft mit radikalem Hass und nationalen Ausbrüchen zu vergiften, während sich Klassenunterschiede und soziale Ungerechtigkeit vertiefen.

Es ist kein Zufall, dass sie aus dem tragischen Tod von Manolis Kantaris im letzten Mai Vorteil gezogen haben, um in der Innenstadt von Athen Terror zu sähen. Es ist kein Zufall, dass Mitglieder von Chrissi Avgi auf der Demonstration gegen die Abstimmung über das Sparpaket am 28. Juni die Polizeieinheit MAT „eng umarmten“, die sie in den Innenhof des griechischen Parlaments geschmuggelt hat, um ihre faschistische Freunde vor dem Zorn der Menge zu schützen. Währenddessen haben die Polizeikräfte versucht, die entschlussfreudige Menge von Demonstrierenden durch den Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken aufzulösen.

SIND WIR BEREIT ZU TOLERIEREN, DASS NAZIS UNGESTÖRT IN UNSEREN VIERTELN AGIEREN?

Auf Armut, Arbeitslosigkeit, Elend antworten wir mit Solidarität.

Rassismus und soziale Trennung beantworten wir mit gemeinsamen; selbst organisierten Kämpfen von Einheimischen und MigrantInnen, Jungen und Alten, ArbeiterInnen und Arbeitslosen.

Kannibalismus und Entfremdung beantworten wir mit Kollektivität.

Der Kampf gegen Faschismus ist eine Frage von Leben und Würde.

Kein Millimeter den Feinden der Freiheit.

FASCHISMUS IST KEIN SPEKTAKEL IN NACHRICHTENSENDUNGEN,

WEDER IN PAGKRATI, NOCH SONSTWO

FASCHISTINNEN RAUS AUS ALLEN VIERTELN!

BewohnerInnenversammlung (29. Juli 2011)

Norwegen: Zu den Terroranschlägen vom 22.07. in Oslo

Norsk Syndikalistik Forbund (NSF-IAA):
Zu den terroristischen Bombenanschlägen in Oslo und dem Massaker in Utøya am 22. Juli 2011

Was es bisher an politischer Gewalt in Norwegen gab, kam immer von Rechtsradikalen. Während die Polizei sich [nach dem Anschlag in Oslo] auf die „radikalen Islamisten“ konzentrierte, fand eine weitere rechtsextreme Gewalttat statt – diesmal jedoch weitaus größer, grausamer und blutiger! Die anarchosyndikalistische Gewerkschaft „Norsk Syndikalistik Forbund“ (NSF-IAA) hat den Opfern dieses blutigen Terrors seine Anteilnahme ausgedrückt und würde gern folgendes mitteilen:

Einleitung

Zu Beginn möchten wir mitteilen, dass im heutigen Kapitalismus ein gefährliches Klima herrscht, welches viele Länder und auch Norwegen betrifft:

– Der Kapitalismus ist in einer schweren Krise. Die Regierungen verordnen Sparprogramme und werden zu Sicherheitsstaaten, die Arbeitslosigkeit steigt. Einwanderer werden zu Sündenböcken gemacht und Asylsuchende werden abgeschoben. Die rot-grüne Regierung hat 4.615 Asylsuchende im Jahr 2010 abschieben lassen und dieses Jahr waren es bereits 2.000 Abschiebungen. In Norwegen wurden die Renten im privaten Sektor gekürzt, wobei der Gewerkschaftsdachverband LO [Landsorganisasjonen] noch mithilft. Weitere Kürzungen sind bereits geplant.

– Der weltweite Kapitalismus beutet aus und führt Kriege. Die größte Bedrohung nach dem 11. September 2001 waren die radikalen Islamisten bzw. Terrorgruppen. Norwegen nimmt auch teil an den Kriegen in Afghanistan und Libyen, welche als humanitäre Operationen bezeichnet werden.

– Organisationen, wie der Arbeitgeberverband, machen Einwanderungswellen, sowie Rentner/innen und Empfänger/innen von Sozialleistungen als Bedrohung des Wohlfahrtsstaates verantwortlich. Schlecht ausgebildete Immigrant/innen aus nicht-westlichen Ländern seien nicht nachhaltig [von der Wirtschaft auszubeuten]. Norwegen solle stattdessen hochgebildete Arbeiter/innen importieren. Die Regierung hat dazu bereits öffentliche Studien in Auftrag gegeben.

Es gibt Parteien, die diese reaktionäre Politik vorantreiben. Bei den landesweiten Parlamentswahlen wurde die Fortschrittspartei [Fremskrittspartiet] 2009 mit 41 Abgeordneten zur zweitstärksten Kraft. Einwanderer mit „muslimischer Herkunft“ werden von ihnen diskriminiert und auch [der Attentäter] Behring Breivik war Mitglied dieser Partei. Auf der extremen Rechten existieren in Norwegen die Nazis und Faschist/innen in kleinen Gruppen, jedenfalls bei der Mobilisierung auf der Straße. Aber auf rechtsradikalen Internetseiten haben sie ein großes Publikum und bekommen Unterstützung für ihre Ansichten.

Faschismus heute

Der Terrorist und Freimaurer Anders Behring Breivik kommt aus einem westlich gelegenen Oberklasse-Stadtteil von Oslo. Kurz vor seinen schrecklichen Taten hat er sein Manifest veröffentlicht. Er beschreibt die christichen Kreuzritter im Lauf der Geschichte bis heute und auch seine Vorbereitungen, die – nach seinen Angaben – kurz vor den Terroranschlägen vom 22. Juli 2011 abgeschlossen waren.

Die Ansichten des Mörders sind Teil eines weitreichenden politisch-kulturellen Wandels, in dem anti-islamische und ausländerfeindliche Webseiten, Gruppen und Organisationen in ganz Europa mehr und mehr Fuß fassen. Sie behaupten, dass sie den Islam aus sogenannten kulturellen Gründen angreifen und sie selbst seien anti-rassistisch, antifaschistisch, anti-totalitär usw. Aber wir wollen mal klarstellen: Das ist nur deren Versuch, um taktische Bündnisse einzugehen, damit sie mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das Weltbild von Behring Breivik trägt ganz klare Merkmale des Faschismus:

– Es geht um Nationalismus und/oder europäische Indentität bzw. um einen Super-Patriotismus mit historischer Aufgabe.

– „Die Juden“ als Feind werden ersetzt durch „die Muslime“, welche bekämpft und aus Europa vertrieben werden sollen. Der Islam wird als eine existenzielle Bedrohung für die Welt angesehen, wobei die Anführer/innen und Regierungen alle Kollaborateur/innen sind, die es zulassen, dass der Islam den Westen „unterwandert“.

– Zu der [antisemitischen und anti-kommunistischen] Verschwörungstheorie der 1903 in Russland herausgegebenen „Protokolle der Weisen von Zion“, lässt sich sagen, dass sie zwar als Fälschung entlarvt worden sind, aber trotzdem ab 1933 von den Nazis in deutschen Schulen unterrichtet wurden. Sie werden heute immernoch als „Beweis“ herangezogen, dass „die Juden“ angeblich planen würden die Weltherrschaft zu übernehmen. Heute gibt es die Verschwörung von „Eurabien“, die sich auf ein angebliches Abkommen bezieht, das in den 1970er Jahren zwischen arabischen und europäischen Staaten geschlossen worden sei, damit „die Muslime“ Europa „erobern“ dürfen. Der von Nazis und Faschist/innen benutzte Begriff „jüdisch-bolschewistisch“ wurde dabei lediglich ersetzt durch „islamische Kultur-Marxisten“.

– Im Spannungsfeld von Populismus und Elitarismus ist es so, dass die Massen zwar mobilisiert werden sollen, aber sie nur ein Werkzeug für die Ideen und Pläne der Elitären, die selbst eine Diktatur anführen wollen.

– Die faschistische Verherrlichung von Gewalt und die Verwendung von militärischer Sprache behauptet, dass die Muslime Europa besetzen würden und die Demographie ihre Waffe sei, wobei ein geheimes Akommen mit den „kulturmarxistischen“ Verräter/innn geschlossen wurde, usw. Dabei werden auch die sogenannten militärischen Orden [wie die Tempelritter] verherrlicht. Behring Breivik schreibt, dass er andere aus ganz Europa getroffen habe. Auch einen „serbischen Kreuzritter“ und „Kriegshelden“, der im Kampf viele Muslime umgebracht habe. Aber seitens der Europäischen Union soll dieser wegen angeblicher Verbrechen gegen Muslime angeklagt werden. Es sei unverkennbar, dass sich eine Linie der Gewalt durch die Geschichte ziehe – und Behring Breivik sieht sich in dieser Tradition. Seine terroristische Bombe in Oslo ermordete 8 Leute und bei dem Massaker auf Utøya hat er 69 Menschen umgebracht, die meisten von ihnen zwischen 14 und 22 Jahren alt. Von Regierung und Presse wird dies als der größte Angriff auf das Land seit der Besetzung Norwegens durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg angesehen.

Das Lied „Til Ungdommen (Kringsatt av fiender)“ [An die Jugend (Umstellt von Feinden)] von Nordahl Grieg wird heute in ganz Norwegen gesungen. Leider wird in den Medien wenig über die Ursprünge des Liedes gesagt, das unter dem Eindruck des spanischen Widerstandes gegen die Faschist/innen 1936 geschrieben wurde. Der faschistische Putsch vor 75 Jahren wurde von spanischen und internationalen Arbeiter/innen bekämpft, die dabei auch Industriebetriebe und Landwirtschaft vergesellschafteten.

Der moderne Faschismus muss bekämpft werden, wobei wir auch die Lehren der spanischen Arbeiter/innen nicht vergessen dürfen. Die Arbeiterklasse muss sowohl gegen den Faschismus, wie auch für ihre Arbeitsbedingungen und Rechte kämpfen! Doch um schließlich den Faschismus ein für alle Mal loszuwerden, muss das System abgeschafft werden, das ihn von Zeit zu Zeit (wieder-)hervorbringt – der Kapitalismus.

Oslo, 02. August 2011

Arbeitsausschuß des Norsk Syndikalistik Forbund
– Internationale Arbeiter/innen-Assoziation

Übersetzung: Anarchosyndikat Köln/Bonn, http://anarchosyndikalismus.org
Dieser Text ist gemeinfrei bei Nennung der Autor/innen und Übersetzer/innen, sowie der Webseite http://anarchosyndikalismus.blogsport.de

Solidarität mit dem besetzten Skaramaga!

Am 2. August brachten Mitglieder von Contra Info auf dem Gelände des Athener Polytechnikums ein Transparent aus Solidarität mit dem besetzten Skaramaga an. Außerdem wurde, während der Solidaritätsversammlung auf dem Monastiraki Platz der folgende Gegeninformationstext – auf Englisch und Französisch- verteilt. Hier ist die deutsche Übersetzung des Flugblatt zu lesen:

STAAT UND BOSSE HÖRT HIER SEHR GUT ZU
HÄNDE WEG VOM SKARAMAGA SQUAT

Am Freitag Morgen, den 29. Juli 2011 führten die Repressions- und Verfolgungskräfte des Griechischen Staates im Stadtzentrum von Athen wieder einmal eine Operation in militärischem Stil durch.

Mörder in Uniformen- alias die griechische Polizei- überfielen ein besetztes Haus an der Kreuzung von Patission 61 and Skaramaga Straße. Sie blockierten das Gebäude für fast fünf Stunden und es wurde ein Vertreter vom “legitimen“ Besitzer,  der „Rentenkasse für Seeleute (NAT)“  hinzugezogen. Die Bullen konfiszierten alle Computer und einen Internet Server des besetzten Hauses.  Ein Besetzer, der hinzugekommen war, um während der Räumung präsent zu sein, wurde verhaftet und auf der Omonia Polizeistation festgehalten.  Ihm wurden drei Vergehen zur Last gelegt und er wurde vor Samstag nicht entlassen. Seine Verhandlung ist für den 10. August festgelegt.

Diese Polizeioperation kam nicht aus dem Blauen heraus. In diesem speziellen Innenstadtbereich waren die anarchistischen besetzten Häuser Villa Amalias und Skaramaga bereits im Mai Angriffen von Bullen und Faschisten ausgesetzt. Das geschah inmitten heftiger Attacken auf MigrantInnen im Zentrum Athens, als Anhänger des Faschismus den brutalen Mord von Manolis Kantaris missbrauchten, während Neo- Nazi Gruppen Pogrome starteten, die Hunderte von Migrantinnen verletzten. Alim Abdul Manan aus Bangladesh wurde erstochen.

Das besetzte Skaramaga ist eines der offenen anarchistischen Projekte, die aus der Revolte von Dezember 2008 hervorgegangen sind. Seitdem steht es als Treffpunkt für radikale soziale Bewegungen und als Aktionszentrum für Einzelpersonen und Kollektive, die für soziale Befreiung kämpfen.

Dieser Angriff geschah nur ein paar Stunden vor der Räumung der Besetzung des Syntagmaplatzes in der Morgendämmerung des 30. Juli. Diese Räumung wurde durch Eleni Raikou geleitet, die gleichenVerfolgerin, die die sofortige Räumung der juristischen Fakultät anordnete, wo 300 MigrantInnen Anfang 2011 einen Hungerstreik begonnen hatten.

Die repressiven Akte der demokratischen Junta in der letzten Woche fanden einen Monat statt, nachdem der Staat Verbrechen gegen tausende Demonstrierender begangen hatte. Sie protestierten gegen das Votum zu den Sparplänen und den Verfall ihres Lebens. Mehr als 500 Personen wurden dabei durch die Staatsgewalt verletzt und 23 verhaftet.

Wir beziehen Stellung gegen Angst, Unterdrückung und sozialem Genozid, vorangetrieben durch Staat und Chefs, durch unseren  Widerstand, Solidarität, Selbstorganisation und unnachgiebigem sozialen Kämpfen.

BesetzerInnen und solidarische Kollegas haben das Gebäude des Skaramaga wieder besetzt und heißen weltweite Solidaritäts- Aktionen willkommen. Jeder Angriff durch Staat und / oder Banden von Neonazis gegen besetzte Häuser, wie das Skaramaga ist ein Angriff gegen die weltweite anarchistische Bewegung und wird nicht toleriert. Wer werden im Weg stehen und wir werden uns wehren.

STOPPT DIE VERFOLGUNG GEGEN BESETZERINNEN JETZT!

Aus Solidarität,
Contra Info, Übersetzungs-und Gegeninformations-Netzwerk
contrainfo.espiv.net

„Jenseits von Grenzen“: Ein Radioprogramm von 98 FM & Contra Info –Montag, 27. Juni

Im Rahmen der Kooperation zwischen Athens freier Radiostation 98 FM und dem Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformationen Contra Info fand am Montag, den 27. Juni eine weitere Liveübertragung mit dem Titel „Jenseits von Grenzen“ [Ektos synoron] statt.

Dieses Mal gibt es ein Interview mit DJ Questionmark vom Free Radio Olympia (Washington).

Die englischsprachige Diskussion geht u.a. um den Aufbau und dem Erhalt revolutionärer Infrastruktur, dem gemeinsamen Kampf gegen Faschismus und Nationalismus, Solidarität mit MigrantInnen, Gefangenenhilfe, den Aufstand von 2008, Generalstreiks, Vollversammlungen und Nachbarschaftstreffen. Kurz wird auch auf die anarchistische Bewegung und den Gefangenenkampf in den USA eingegangen.

Die Sendung vom 27. Juni findet ihr hier im Wortlaut (ca. 2 Stunden) und hier vollständig in der ca. vierstündigen Version.

Seit neuestem werden ausgewählte Beiträge auch auf www.freie radios.net zum Download bereit stehen.

Veranstaltung–Debatte über Plätze und Viertel: Zwischen Barbarei und Autonomie

Die Plätze und Viertel treten mal wieder in den Vordergrund.

Begründet durch steigende Armut, Rassismus und einer Situation allgemeinen Kannibalismus versinken einige tiefer in einem Sumpf antisozialer Kriminalität. Andere wiederum sind Orte, wo sich Leute treffen, an offenen Versammlungen teilhaben und versuchen sich den Angriffen des Staates sowie des Kapitals zu widersetzen.

Heute können an den öffentliche Orten tausende unterschiedliche Dinge zum Vorschein kommen: vom Verheißungsvollsten bis zum Dreckigsten.

Die Plätze und Nachbarschaften sind potentielle Kampfzonen in einer Gesellschaft, die unbedingt Stellung beziehen muss: entweder für den revolutionären Umsturz und soziale Selbstbestimmung oder für den neuen Totalitarismus.

Die Art und Weise, wie wir uns organisieren, uns einmischen, den Rettungskräften und den Wahlkampfprozessen dieses Systems entgegentreten sind ebenso wie, die Art in der wir mit den Feinden der Freiheit zusammenstoßen und wie wir das breite Feld der Arbeit mit dem Viertel in Verbindung setzen, Themfelder der direkten Erkundung und vor allem der Direkten Aktion.

Freitag, 8. Juli, 19.30 (Athener Zeit)
Kleines Theater von Lofos Strefi (Exarchia, Athen)

Gruppe libertärer KommunistInnen

Quelle / Lesen Sie auch: eleftheriakoi-en

Antifaschistische Aktion in Thessaloniki

AntifaschistAm 23. Juni 2011 führten AntifaschistInnen eine öffentliche direkte Aktion durch. Sie übermalten den Eingang des nationalen Stammlokals “Desmi Ellinon” (Verbindungen der Griechen) mit Teer und versiegelten ihn mit einem Gitter aus Metall. Das Lokal hat erst vor kurzem in Viertel Thessalonikis, Kato Toumba neu eröffnet (29, Passalides Straße, Aghios Fanourios).

Es gibt keinen Platz für solche Lieblingsorte der Intoleranz in Nachbarschaften in denen wir leben; nicht in Toumba, nirgendwo sonst. Keinen Fußbreit Boden für die nationalistische Gülle.

Quelle: athens.indymedia.org

Weil nichts stehen bleibt… sogar im Sommer

… Finanz- und Wirtschaftskrise, Kredite, Memorandum,
Arbeitslosigkeit, Faschismus, rassistische Progrome,
sozialer Kannibalismus,
Abschaffung der Arbeitnehmerrechte,
Lohn- und Rentenkürzungen,
Miet- Kosten- und Preiserhöhungen…

‘— Sollen wir unser Strandeimerchen nehmen
und an einen anderen Stand weiterziehen?’
‘— Das glaube ich nicht, Takis…’

Selbstverwaltetes Sommer-Hangout [steki]
im Innenhof des besetzten Hauses VILLA AMALIAS
20.30 Uhr

Jeden Donnerstag Filmvorführungen
16. Juni: ‘Ein wetterfester Mann’ von Y. Soldatos, Dokumentation
über das Leben von Th. Vengos (Griechenland 2004)
23. Juni: ‘The Good Fight: Die Abraham Lincoln Brigade
im Spanischen Bürgerkrieg’ von den amerikanischen AntifaschistInnen
N. Buckner, M. Dore und S. Sills (USA 1984)
30. Juni: Kurzfilme
7. Juli: ‘Katzelmacher’ von R. W. Fassbinder (Brd 1969);
der griechische Nachbar; rassistische Diskriminierung
und Vorurteile gegen die migrantischen ArbeiterInnen
im Nachkriegs-Westdeutschland

Jeden Freitag Kaffeehaus [kafeneio]

weil nichts stehen bleibt… sogar im Summer
VILLA AMALIAS 80, Ecke Acharnon- und Heyden Str.
www.villa-amalias.blogspot.com
villaamalias@gmail.com

„Jenseits von Grenzen“: Ein Radioprogramm von 98 FM & Contra Info –Montag, 13. Juni

Im Rahmen der Kooperation zwischen Athens freier Radiostation 98 FM und dem Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformationen Contra Info fand am Montag, den 13. Juni von 20.30 bis 23.00 Uhr (GMT+2 / 19.30–22.00 MEZ) eine weitere Liveübertragung mit dem Titel „Jenseits von Grenzen“ [Ektos synoron] statt.

An der Radiosendung vom Montag beteiligten sich GenossΙnnen aus Spanien mit:
– Nachtrichten aus aller Welt
– einer kurzen Retrospektive auf Anarchismus und soziale Kämpfe in Spanien
– Kommentaren zur aktuellen 15-M Bewegung
– Diskussion zur aktuellen Situation in Athen–Griechenland.

Die Aufnahme kann hier (auf Spanisch und Griechisch) angehört werden.

Die letzten Stunden Pompejis (einige Gedanken vom Syntagma-Platz heute)

Syntagma, Athen, 15. Juni 2011. Wie ist es möglich, in Worte zu fassen, was wir im Laufe eines einzigen Tages auf diesem Platz durchlebt haben?

Eine Gesellschaft, die sich in einigem spektakulären Aufruhr befindet, die ungewöhnlichsten Verdächtigen kamen jetzt auf die Straße. Syntagma sollte das Epizentrum des heutigen Blockadeversuchs des Parlaments sein, so wie die Versammlung der Bevölkerung des Syntagma-Platzes dazu aufgerufen hatte. Er war auch der Hauptfokus des Generalstreiks. Ab und zu fühlte es sich an, wie eine geheime Absprache der Welten: die Naivität des Pazifismus, die Fetischisierung der Anti-Bullen Gewalt. Und um dieses geheime Einverständnis herum eine Myriade anderer…

Vom Syntagma schlugen wir heute die Neonazis von der Goldenen Dämmerung zurück, die die Nerven hatten, sich bei einem Generalstreik blicken zu lassen. Wir sahen die Zusammenstöße der Demonstrant_innen mit der Polizei (für eine nicht zu rechtfertigende lange Zeit) in der südöstlichen Ecke des Platzes. Sie wurden gefolgt von einem überraschenden aber nur kurzzeitigen Leerfegen Tausender von ihrem Platz. Menschen wurden über Zelten niedergetrampelt, zugegast wie Ameisen, Ohnmachtsanfälle überall.

Zu der Zeit, als das Delta-Motorradteam versuchte ins Spiel einzusteigen, hatten die Menschen die Spielregeln gelernt – und sie drängten sie ab. zwölf Stunden fast ununterbrochen Prügel, Tränengaseinsatz, Lauferei und Kampf. In diesen zwölf Stunden komprimierte und entblößte Syntagma die zufälligen Muster, auf die die Aktionen der Menschen durch diese soziale Ordnung begrenzt werden. Eine Gesellschaftsordnung die zerbröckelt, eine Herrschaft, die am Verlieren ist, unfähig ihre Bevölkerung weiterhin zu führen. Ein Regime, dessen Niedergang schon vor einer Weile begonnen hat und das nur noch durch den Trugschluss einer eingebildeten nationalen Einheit versucht, einen Wechsel zu installieren, um seine Tage zu verlängern.

Wie können wir ihm das abkaufen? Die Hunderttausende, die heute draußen in Athen waren wissen bereits: Syntagma war ein Sturm, wir warten nur noch auf den Donner.

Quelle: occupiedlondon

Eindrücke vom Generalstreik in Patras

In der Innenstadt Patras nahmen am 15.6. über 5000 Menschen an der Generalstreiksdemonstration teil, welche vom zentralen Olgas Platz los ging. Die Versammlung des Georgiou Platzes nahm auch an der Demo teil genau wie die Bewegung Den Plirono („Ich zahle nicht“), Studenten, außerparlamentarische linke Gruppen und ein Block der anarchistischen Gruppe „Ergaleioforos“ (gegen Lohn-Sklaverei).

Circa 500 Menschen liefen beim anarchistischen Block mit, welcher der dynamischste und größte der Demonstration war. Es gab zwei große Banner: auf dem Vordersten stand „Revolution, die einzige Lösung für eine Welt der Gleichheit, Solidarität, Freiheit“ und ein seitliches Banner „Solidarität oder Furcht – Gemeinsame Kämpfe von Einheimischen und Immigranten“.

Die Demonstration endete am Georgiou Platz wo tausende Menschen noch für weitere Stunden verweilten. Das kollektive Projekt von Rede und Aktion Perasma hatte ein selbst-organisiertes Streiker-Cafe errichtet. Ihre Parole war: „Weder Angestellter noch Kunde“.

Quelle: athen.indymedia / Fotos

Wir sollten keine faschistisch-rassistischen Pogrome in unserer Nachbarschaft zulassen

ÖFFENTLICHER RAUM FÜR ALLE
OHNE „SOZIALE AUSGRENZUNG“

Gemeinsamer Kampf von Einheimischen und MigrantInnen, ArbeiterInnen, Arbeitslosen, Jugendlichen gegen Ausbeutung, Armut, Angst und Rassismus

WENN WIR NICHT IN ALLEN VIERTELN WIDERSTAND LEISTEN, WERDEN
DIE STÄDTE IN DENEN WIR LEBEN
MODERNE GEFÄNGNISSE WERDEN

Keine Toleranz
den faschistischen Banden.

Alle zum Amerikis–Platz

VERSAMMLUNG
Montag, 13. Juni, 18.00 Uhr

Kollektive und EinwohnerInnen
von Kypseli-Patissia-Acharnon

„Jenseits von Grenzen“: Ein Radioprogramm von 98 FM & Contra Info; Sendung vom 6. Juni

Im Rahmen der Kooperation zwischen Athens freier Radiostation 98 FM und dem Gegeninformations-Netzwerks Contra Info fand am Montag, den 6. Juni von 18h00 bis 20h00 (GMT+2 / 17h00–19h00 MEZ) eine weitere Liveübertragung mit dem Titel „Jenseits von Grenzen“ [Ektos synoron] statt.

Diesen Montag nahmen GenossInnen aus den USA an der Sendung teil.

Die Diskussion (in Englisch/Griechisch) entwickelte sich um die Themen: Die USA inmitten der „Krise,“ die unterschiedlichen Richtungen der anarchistischen Bewegung und die ersten Bemühungen um dort anarchistische Versammlungen zu organisieren sowie Gegeininformationsprojekte, Fälle politischer Verfolgung und Informationen zu Gefangenen, unter anderem.

Wir sprachen auch über die Perspektiven einer internationalen anarchistischen Kampagne gegen die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Die Sendung findet ihr hier

Gegen Angst, Staatsterrorismus, Verarmung und Sozialkannibalismus

Gemeinsames Wirken von Einheimischen und MigrantInnen
für das Leben, für Gleichheit und Freiheit

Stellungnahme der Anarchistischen Versammlung
r Soziale Selbstbestimmung

Armut – Verarmung – Unterdrückung – Ausbeutung: diese vier Worte charakterisieren die Gegenwart und die Zukunft, die die herrschende Klasse verheißt und gegen die Gesellschaft vollstrecken wird. Während das Überleben zunehmend schwerer wird, haben „Die von Oben“ –die Herrschenden– als einzige Lösung hervorgebracht, dass die Menschen sich gegenseitig attackieren und sich jeder gegen jeden wendet, der vermeintlich als leichter Gegner erscheint. Anstatt der Realität direkt ins Auge zu sehen, wird in Angst gelebt und die ökonomischen und politischen Anordnungen zum Wohl des Landes werden akzeptiert.

Um ihre Pläne zu erreichen konspiriert die wirtschaftliche und religiöse Elite mit Anderen,wie zustechende Faschisten, Massenmedien, Bullen, rassistische Einwohner und Ladeninhaber in kleinen Regionen, die die verschiedenen Interessen teilen.

All diese Personen riechen die Angst und das menschliche Blut und kommen aus ihrem Löchern, wie eine Meute, die als Feind unsere NachbarInnen, den Ärmsten, die MigrantInnen, die Obdachlosen, die Schwächsten lokalisiert hat.

Dieses geschah nach dem grauenhaften Mord an dem 44–jährigen Manolis Kataris , der wegen einer Videokamera tödlich erstochen wurde. In den folgenden Tagen, beginnt eine wilde Jagd in Tatortnähe (bis zum Omonia Platz). Rechtsextreme Gruppen mit Messern, Helmen und Schlagstöcken stechen und schlagen wahllos MigrantInnen. Sie schlagen auch mehrere Geschäfte und Wohnungen kaputt. Die Bullen waren während aller Angriffe anwesend und gewährten den AngreiferInnen ihre Unterstützung. Patrioten und RassistInnen spendeten via Fernsehen oder ihrer Anwesenheit an den Orten der Pogrome in jeder Hinsicht Beifall. Sie stellten die MigrantInnen als Feinde des „Heimatlandes“, der Wirtschaft und Kultur dar und bedienen sich dadurch der Migrationspolitik des Staates. Continue reading Gegen Angst, Staatsterrorismus, Verarmung und Sozialkannibalismus

Griechenland: Dringender Aufruf für internationale Solidarität!

Genossen und Genossinnen,

Die Absicht dieser Mitteilung ist es euch kurz darüber zu informieren, was in den letzten Tage in Griechenland geschah. Außerdem möchten wir an alle AnarchistInnen weltweit einen internationalen Solidaritätsaufruf richten.

Griechenland ist an derzeit an einem kritischen Wendepunkt angelangt. Viele kritische Veränderungen finden auf gesellschaftlicher sowie politischer und wirtschaftlicher Ebene statt. Die Desintegration und Auflösung eines bislang dominanten Modells von Macht und Ausbeutung ist mehr als offensichtlich, So ist definiert, was allgemein „Krise“ genannt wird.

Was wir jetzt erfahren ist das vollständige Scheitern eines Systems, das nicht mehr länger in der Lage ist den gesellschaftlichen Grundkonsens sicher zu stellen und deshalb einen bedingungslosen Frontalangriff, ohne die typischen offiziellen Erklärungen, erleidet.

Zunächst, zu Beginn dieser Situation, die „Krise“ genannt wurde, bezog sich der Angriff auf die materialistischen Bedingungen. Hierunter fallen z.B. die Entwertung der Arbeit, horizontale Lohnsenkungen, „Flexibilisierung“ der Arbeitsbedingungen, die Institutionalisierung der Unsicherheit, der Preisanstieg bei Konsumgütern und öffentlichen Dienstleistungen sowie Kürzungen bei der Sozialhilfe. Einhergehend mit dem Verkauf öffentlichen Vermögens an private Individuen, einer ausgedehnten Polizeipräsenz auf den Straßen, den Auktionen, sowie der Anstieg der Arbeitslosigkeit. Continue reading Griechenland: Dringender Aufruf für internationale Solidarität!

Athen: Massenfestnahmen bei AnarchistInnen, beim Anbringen von Plakaten

Die Barbarei greift um sich: Solidarität oder Angst.

Es ist unfassbar seinen Atem anhalten zu müssen von dem Moment an, in dem du aus deiner Haustür gehst, hinter dich schauen zu müssen um durch die Nachbarschaft zu gehen und für eine Kamera geschlachtet zu werden. Die Degeneration die sich in diesem kleinen Stückchen Land angesammelt hat ist unfassbar. Es ist unfassbar gelyncht zu werden, erstochen zu werden, deine Haustür eingetreten zu bekommen, ermordet zu werden, weil du zufällig dunkle Haut hast und ein paar Tausend Kilometer fern von hier geboren bist. Continue reading Athen: Massenfestnahmen bei AnarchistInnen, beim Anbringen von Plakaten

13. Mai 2011: Ein Statement des besetzten Hauses Villa Amalias in Athen bzgl. der Ereignisse der letzten Tage

Aus dem sozialen Schützengraben der Villa Amalias

In den letzten drei Tagen war die Gegend um die Villa Amalias Zeuge von Ereignissen, die jedes intelligente Wesen aus dem Jahr 2011 für ein Science-Fiction Szenario gehalten hätte. Aber das ist nicht der Fall. Dies war, mehr oder weniger, die Realität der letzten drei Jahre. Manche haben es nicht erlebt, manche möchten es nicht sehen, manche sind in Lethargie verfallen und weigern sich es zu sehen, manche sind selbstzufrieden – und doch scheinen manche es zu suchen.

Unter den Vorzeichen des von uns allen als verwerflich angesehenen Mordes an dem 44 Jahre alten Manolis Kantaris an der Kreuzung von Tritis Septemvriou und Ipirou Straße, hatten manche Leute entschieden, dass die Zeit für sie gekommen sei, die Gegend von diesen (ihrer Ansicht nach) seltsamen und dreckigen Kreaturen , den MigrantInnen, zu säubern und einen rücksichtslosen Pogrom zu starten.

Vom ersten Moment an stiegen die TV-Stationen in einen Tanz um den toten Körper ein, all die Missetaten in diesem Fall aufblasend, und unsere wohl bekannten „Nachbarn“ hatten wieder mal ihren Auftritt, den verängstigten Anrainern zu helfen aus ihren Türen zu treten. Könnte es sein, dass „Goldene Morgendämmerung“ der neue Name für eine ganze Gegend in Athen ist, nur noch nicht festgeschrieben wegen ein paar bürokratischen Problemen mit der Benennung? Plötzlich wird der Tod eines Mannes, von unbekannten Personen mit der Motivation eines Raubes begangen, in einen Mord an einer ganzen „Nation“, ausgeführt von „illegalen Migranten die unkontrollierbar handeln“, verwandelt. Die ideale Story für die faschistischen TV Autoren, , die eine griechische Reinheit herbeisehnen, die sie in der letzten Hälfte des Jahrtausends verloren hatten (wenn sie überhaupt jemals existiert hat), um „Feiertage“ zu organisieren, deren Trophäe jeder Migrant ist, der gerade in den Weg kommt.

Mit einem Augenblinzeln sind die Regeln des Spieles umgestürzt und von dem Punkt an dem all die aufgebrachten GriechInnenen die Kriminalität und unkontrollierbare Gewalt in ihrer Nachbarschaft verurteilen, erreichen wir jetzt den Punkt an dem alles erlaubt ist, so lange es von GriechenInnen gemacht wird. Mobs sind erlaubt, so wie Massen-Verprügelungen, Messerstechereien, sowie mit hoher Wahrscheinlichkeit Mord, – wie der an dem 21 Jahre alten Migranten aus Bangladesh. Alles ist erlaubt im Namen der Angst, des Überlebens, der Durchsetzung und der Rache. Erlaubt ist auch der Kannibalismus. Continue reading 13. Mai 2011: Ein Statement des besetzten Hauses Villa Amalias in Athen bzgl. der Ereignisse der letzten Tage

Video eines Angriffs von Faschisten auf einen Laden in Athen

Das folgende Video zeigte der griechische Fernsehsender Mega im Rahmen seines öffentlichen Programms.

Auch wenn wir als AnarchistInnen die Rolle der Medien kennen und sie ablehnen, ist dieses Video ein wichtiges Dokument und sollte deshalb auch auf Contrainfo vorgestellt werden. Es zeigt einen Ausschnitt der brutalen Angriffe auf  Geschäfte von MigrantInnen in Athen. Eine Form der Gewalt gegen die MigrantInnen und AnarchistInnen gemeinsam bestehen müssen und sich aktiv zu Wehr setzen.

Es ist die Frage auf welcher Seite dieser öffentliche griechische TV Sender hier steht, der die Gesichter der angreifenden Faschisten unkenntlich werden lässt, während die Gesichter der MigrantInnen offen gezeigt werden.

Ein ungeheuerlicher Vorgang.

Protest bei Gefangenen des Korydalos Gefängnisses

Stellungnahme der Gefangenen (frei übersetzt)

„Wir, die Gefangenen des 1. Traktes des Korydalos Gefängnisses, rebellieren am Samstag den 14.5.2011 und verweigern die Mittagskontrolle sowie das Schließen der Zellen.

Wir mögen zwar für manche Gründe eingesperrt sein und haben auch nicht alle die selben Ansichten aber das heißt nicht, dass wir keine Menschen mehr sind. Wir kümmern uns um all die Dinge, die dort draußen passieren von wo wir ausgeschlossen sind. Wir erleben Entscheidungen von Justiz-Prostituierten, welche Zuhälter als Richter haben und Staatsanwälte die jahrelange Gefängnisstrafen verteilen als wären sie nichts. Es sollte als selbstverständlich angesehen werden, dass wir mit denen sind, die gegen die ökonomische Diktatur und für eine freie und gerechte Welt kämpfen.

Am 10.5 wurde ein Mann in Athen ermordet und wiedermal richten einige unterdrückte Menschen ihre Waffen nicht gegen die wahren Verbrecher (die Bänker und großen Bosse), sondern gegen andere unterdrückte Menschen. Diese Gelegenheit nutzte die Medienpropaganda dazu Rassismus und Faschisten, die besten Freunde der Polizei, zu wecken – Angriffe auf zufällig gewählte Ausländer zu starten, welche in der Ermordung eines 20Jährigen in Kato Patissa mündeten.

Der Knüppel wurden von ihren Kollegen weitergereicht – den Polizisten, die die Demonstrationen gegen die Sparmaßnahmen, welche alle Menschen ins Elend drängt, angriffen. Dutzende wurden verletzt und einer von ihnen liegt im Koma, zwischen Leben und Tod, verprügelt von den dreckigen Bullen. Die selben dreckigen Bullen ,welche die Gefangenen des dritten Flügels vor ein paar Monaten angegriffen haben sowie hunderte Andere in weiteren Gefängnissen in den letzten Jahren. Hinter den hohen Mauern, gebaut um uns von unseren Freunden fernzuhalten, lassen wir das Verlangen nach Solidarität und den Willen religiöse und nationale Trennungen zu überkommen aufleben und wir kämpfen gemeinsam mit denen außerhalb der Gefängnismauern für Freiheit und gegen die Polizei und ihre faschistischen Freunde, die Demonstranten und unterdrückte Menschen schlagen und töten.“

Quelle in Englisch: occupiedlondon

Anarchistischer Funke

Angriff auf eine Polizeistation im Athener Stadtteil Exarchia mit Molotowcoctails. Drei Menschen verletzt.

Am Samstag, 14.Mai, gegen 13Uhr griechischer Zeit, griffen 40-50 Leute die Polizeistation auf Kallidromiou Straße mit Molotowcocktails an. Sekunden später explodierte ein vor der Station geparktes Motorrad der Polizei, wodurch wohl eine Frau in der Nähe verletzt wurde.

Drei Menschen wurden ernsthaft durch den Angriff verletzt. Periklis Maniatis, 47-Jahre alt, wurde intubiert; Dionissia Sarafadi, 55, und Alexandros Petrov, 48, sind beide auch mit schweren Verbrennungen der Haut ins Krankenhaus eingeliefert. Sie sind alle im Krankenhaus “Georgios Gennimatas.”

Quelle: occupiedlondon.org

Übersetzung des Kommuniqués zu dem Angriff auf die Bullenstation in Exarchia, Athen