Tag Archives: Mónica Caballero

Mexiko-Stadt: Sprengkörper gegen das Fraueninstitut durch ein feministisches Kommando

Nach Mitternacht…

Am 20. Dezember haben wir, um ungefähr 2 Uhr am Morgen, eine Sprengladung vor dem Gebäude des Fraueninstituts in Mexiko-Stadt abgelegt, das sich in der José María Izazaga Str. 148, im Zentrum befindet. Diese detonierte erfolgreich und verursachte starken Schaden am Eingang des Gebäudes. Wir haben es getan, weil wir es einfach wollten

1. Die Pfade des Lebens sind nicht das, woran ich geglaubt habe…

Ein Netzwerk multifaktorieller Herrschaft seziert die Körper der Frauen tagtäglich. So wundern wir uns, wie es, mit diesem sozialen Skalpell über uns, möglich ist, dass einige Frauen – die Mehrheit- sich dafür entscheidet, es demütig zu ertragen. Und manchmal scheint es sogar so, als ob sie es wollten?

Wir haben Reden aus weiblichen Mündern gehört, die überall vom „Fortschritt“ bei der Suche nach „Gender-Gleichheit“ prahlen… aber gleichzeitig sehen wir die Kirchen voller kniender Frauen, die Demut anbieten.

Wir sehen Nachrichten von großen Demonstrationen gegen Frauengewalt… aber wir sehen Gerichte voller Frauen, die ihren Willen und ihre Schicksal in den Händen von verachtenswerten Wesen geben, die sie als Obere akzeptieren und was könnte mehr gewalttätig sein, als die Unterwerfung und Selbst-Unterwerfung des menschlichen Willens?

Wir bedauern so sehr die feminizide Grausamkeit, die sich über unsere Schwestern, Töchter, Tanten, Freundinnen, Paaren, Müttern.. zusammenbraut.. aber gleichzeitige sehen wir, wie die Kongresse und die „feministische Bewegung“ sich darum bemühen, mehr Rechtsvorschriften einzuführen, mehr Strafgesetze zu schaffen, mehr Übereinstimmung mit dem Staat zu erzielen. Obwohl es gerade die Existenz von Gesetzen und das beherrschende System von hierarchischer staatlicher Repräsentation ist, das der Grund dieses brutale Szenario ist!

Wenn diese Haltung der Unterwerfung jetzt das ist, was diese ‘Feministinnen’ jetzt Emanzipation nennen… wird es notwendig werden, sich von dieser emanzipierten Emanzipation zu emanzipieren!

(He, he)

Natürlich gibt es gute GefährtInnen, die ernsthaft denken, dass es möglich sei, mit Hilfe der Erschaffung von Gesetzen und Institutionen für Frauen, Veränderung unserer Bedingungen der patriarchalen Unterwerfung zu erreichen. Wir glauben aber, dass diese Gesetze stattdessen dafür geschaffen wurden, diese Verhältnisse aufrechtzuerhalten, weil sie Frauen der Macht berauben, über ihr Schicksal selbst zu entscheiden, sondern sie stattdessen überzeugen, ihr Leben zu übergeben, so dass andere sie beherrschen können.

Schwestern: Unterwerft euch nicht diesen verabscheuungswürdigen Wesen, die unsere Körper benutzen und uns erzählen, wie wir fühlen, denken und was wir tun sollen!

Wie kann ein Gesetz die herrschende Stellung verändern, wenn Gesetze Wörter sind, während soziale Beziehungen die Herrschaft sind. Unsere Sichtweise ist, dass wir uns damit brüsten in einer Epoche zu leben, die Magie zurückgelassen hat aber wir leben flatternd in einer Phantasiewelt.

‘Religion’, ‘der Staat’, ‘Wissenschaft’, ‘Ware’, ‘Vernunft’, ‘Menschlichkeit’, ‘die gerechte Sache“ alles Fiktionen, die sich dem menschlichen Willen unterwerfen. Fetische, die sich gegen ihre Erschaffer*innen wenden. Früchte der Angst, Aberglaube und Gewalt. Aber wenn wir den Fetisch wegnehmen würden, könnten wir sehen, dass unsere Körper, unsere Sinnlichkeit und unser Leben zerschmettert und vorbereitet werden, für die Reproduktion eines Systems, das uns zu Hunger, Elend, Tod und Verwüstung führt.

II. Und jetzt die Resultate…

Es liegt eine Idee in der Luft, die so falsch und pervers ist, dass sie uns an die heuchlerischen Debatten des letzten Jahrhunderts bez. der politischen Partizipation von Frauen erinnert. Es ist die Vorstellung, dass die Präsenz von Frauen innerhalb der hierarchischen politischen Machtpyramide genug ist, sie von aller patriarchaler Herrschaft zu reinigen. Und es ist auch der Gedanke, dass wenn die Sitze, präsidalen Sessel oder die Gerichtssäle von Frauen besetzt sind, dieses genug ist, Ungleichheit zu bekämpfen, Korruption zu reduzieren oder Gerechtigkeit zu vermitteln. Lasst dort eine Kanidatin antreten! Lasst dort eine Frau Urteile sprechen! Lasst dort Kongressfrauen sein. Die euphorischen Schreie der Heuchler, der Unvorbereiteten und der Komplizen

Selbstverständlich könnte niemand die Dummheit akzeptieren, zu denken, dass Frauen weniger intellektuell leistungsfähig sind als anderen, die diese niederträchtigen Arbeiten ausführen, aber das ist genau der Punkt. .

Die Präsenz von Frauen im politischen Machtgefüge kann nicht die geringste strukturelle Änderung des Systems sozialer Ungleichheit mit sich bringen und zwar aus dem einfachen Grund, dass diese Gesellschaft, in der wir gezwungen wurden zu leben, genau auf dieser Ungleichheit basiert. Deshalb ist die Gesellschaft selbst korrupt und ungerecht und ohne diese Eigenschaften würde die Gesellschaft aufhören zu existieren. Wie sollte eine auf Ungleichheit basierende Gesellschaft überleben, ohne auf das Stehlen des Lebens von Anderen zu beruhen

Unsere Argumente lassen sich durch einen kurzen Blick in die Vergangenheit verifizieren. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts haben die Frauen das Recht zu Wählen und auch die Gerichte mit ihrer wichtigen Rolle in der Aufteilung der politischen Macht wurden durch Frauen besetzt. Und hat das zur irgendeiner Verbesserung unserer schmerzhaften Position von Unterwerfung, Gewalt, Hunger und Elend geführt? Stattdessen scheint es, als ob diese Frauen so handeln, als ob sie, sobald sie ihre Position besetzten, ein giftiges Gebräu getrunken hätten und gleichgültig gegenüber unserer schrecklichen Situation geworden sind und auf uns von ihren priviligierten Plätzen mit Verachtung herabschauen. .

Welchen Kompromiss mit unserer Situation können wir von Frauen erwarten, die an einem Tag das ausgeben, was wir in einem Jahr mit unseren miserablen Löhnen verdienen? Wie können wir weiter glauben, dass durch wählen, Wahlen (gleichgültig um es sich um wählen oder sich zur Wahl stellen handelt) staatliche Einrichtungen oder Religion, wir eine Lösung für die Übel, die uns plagen, finden können? Und immer noch erzählen sie uns, dass wir kämpfen müssen, um die gleichen Gehälter zu haben, wie Männer. Niemand sagt, dass wir nicht arbeitsam sind, wie unsere männlichen GefährtInnen oder dass wir kämpfen sollten gegen unterschiedliche auf das Geschlecht basierende Aufteilung von Arbeit. Aber sollen wir unsere Anstrengungen nicht darauf fokussieren die Arbeit abzuschaffen, anstatt sie zu aufrechtzuerhalten? Der Raub unserer Leben funktioniert über Arbeit. Warum kämpfen, um unsere Ausbeutung durch Arbeit zu erhalten.?

III. An erster Stelle durch Mut, an zweiter aus einer Laune heraus, an dritter zum Vergnügen

Und noch einmal. So lang die Prinzipien hierarchischer Herrschaft in unserer Ideologie bestehen wird es Ungleichheit geben. Und politische Macht ist der Organisator des Prinzips von Herrschaft. Dann ist keine Ankunft oder Aufbruch möglich. Aber…. Hier draußen haben wir gehört, dass sie erwägen indigene Frauen als Kanonenfutter für die Bestien der Macht zu benutzen. Und hier ist wieder die Geringschätzung der Frauen, uns zu behandeln, als wären wir ein Anhang von etwas oder jemanden. Wieder einmal wollen sie uns und unsere Körper als ihre Lappen nutzen, um den Boden zu schrubben.

IV. Wir sagen nicht „Auf Wiedersehen“ hier werden wir weiter machen

Wir hoffen, dass uns die „freundlichen und hübschen“ Feministinnen uns nicht als AntifeministInnen labeln und uns ins Lagerfeuer werfen, obwohl sie es natürlich wohl tun werden. Nach allem, existiert immer noch der Glaube, dass es eine Feministin zu sein bedeutet, ein nettes Transparent zu malen, auf dem zu lesen ist „Sag Nein zur Gewalt und unterwerfe dich den Institutionen“ Als ob die Institutionen nicht die wichtigsten Organisatoren der Gewalt wären. Wir sind für direkte Aktion und Aufstand. Geht und kniet vor eurem Unterdrücker, wenn ihr wollt. Folge den Komplizen, indem ihr eure eigenen Fesseln ableckstAber seit sicher, dass so lange wir betroffen sind, unsere direkten Aktionen gegen eure bürgerliche feministischen Einrichtungen fortgesetzt werden. …

Wir hoffen auch, dass sie uns nicht als Rassistinnen labeln. Es ist wert anzumerken, dass einige von uns auch indigen sind. Aber keine von uns würde jemals darüber nachdenken, als Deckmantel zu dienen, für irgendeine Organisation und darüber hinaus.…wir spucken auf jede Organisation und jede Vortäuschung als Herrschaft über unsere Körper. Wir werden unsere Körper nicht unterwerfen oder unsern Willen, um die Wünsche von irgendjemand zu erfüllen.

Tod dem Staat, lang lebe die Anarchie!

Kein Gott, kein Staat, kein Ehemann, kein Herr!

Kraft allen entführten GefährtInnen in den Gefängnissen!

Kraft für Mónica Caballero und Francisco Solar!

Kraft den GefährtInnen in Korydallos!

Salvador Olmos, zur Erinnerung.

Durch die Zelle der Informationsverbreitung des informellen feministischen Kommandos antiautoritäter Aktion
Ana, ‘Der Schwarze Schmetteling“

auf Spanisch / (englischsprachige) Quelle für die Übersetzung

Thessaloniki, Griechenland: Kirche aus Solidarität mit Mónica and Francisco angegriffen

In den Morgenstunden vom 8. Dezember 2016 haben wir uns entschlossen den Eingang und den Innenbereich der Kirche des Propheten Elijah auf der Olympiados Straße in Thessaloniki in Brand zu setzen. Diese Handlung wurde aus Solidarität mit den anarchistischen Gefangenen Mónica Caballero and Francisco Solar ausgeführt, denen vorgeworfen wird, am 2. Oktober 2013 einen Sprengstoffanschlag auf die Kathedrale El Pilar in Zaragoza begangen zu haben. Tatsächlich wurde in diesem Zeitraum die Katholische Kirche in Spanien das Ziel einer Reihe von Angriffen aufgrund ihrer Bereitschaft den Zugang auf Abtreibungen zu begrenzen.

Jede Religion ist unser Feind. Sie erhält den Status Quo, befriedet die Gesellschaft mit Normen, die später Gesetz werden. Sie begründet ihre Macht auf Hoffnung der Gläubigen auf ein zukünftiges Jenseits. Sie erstickt jeglichen Wunsch nach heutigem Aufstand , im Hier und Jetzt. Sie rechtfertigt Krieg, der auf kulturelle Unterschiede basiert, die die Religion selbst begründet hat.

Das ist auch die Rolle der Kirche in der bestehenden Realität von Griechenland (und darüberhinaus) Ihre allmächtige politische Rolle wird ausgeübt durch ihre faschistische, patriotische, fremdenfeindliche Rhetorik, immer in Zusammenarbeit und unmittelbarer Beziehung mit PolitikerInnen, Bullen, Richter*Innen und Journalist*innen.

Gleichzeitig ist gut bekannt, dass die Kirche dauernd versucht, ihre ökonomische Hegemonie und ihren unermesslichen Wohlstand auszuweiten, die sich auf den Besitz riesiger Landstriche, Gebäude usw, stützen. In der Absicht durch Spekulation Gewinne zu erzielen, erzeugt sie eine gemeinnützige Fassade, die nichts mit der Realität zu tun hat.

Schlussendlich hat sie riesigen sozialen und kulturellen Einfluss und ist eine Säule des patriarchalen Systems. Sie fördert (gleichermaßen extern, wie intern) Heteronormativität und Vergewaltigungskultur in vollem Umfang. Ihr Position zum Platz von Frauen, Sexualität oder Abtreibung ist bezeichnend für ihre Haltung zu vielen solcher Themen.

Solidarität mit Anarchist*innen, die in Gefängnissen gefangen gehalten werden

AnarchistInnen

auf Englisch

Spanischer Staat: Gefängnisstrafe gegen Francisco Solar and Mónica Caballero auf viereinhalb Jahre reduziert

lienzosoAm 16. Dezember 2016 hat der Oberste Gerichtshof seine Entscheidung über die von der Verteidigung der AnarchistInnen Francisco Solar and Mónica Caballero eingereichte Berufung bekannt gegeben. Beide wurden in erster Instanz zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt.

Ihre Strafe wurde auf 4½ Jahre Gefängnis reduziert, zusätzlich müssen 143,317 Euro als Entschädigung für die Zerstörung bezahlt werden, die durch die Explosion in der Basílica del Pilar in Zaragoza im Oktober 2013 entstanden sind.

Die zwei GefährtInnen haben bereits drei Jahre abgesessen. So müssen sie noch anderthalb Jahre im staatlichen Käfig bleiben. Aber es besteht die Möglichkeit, dass sie, als AusländerInnen, vor Ablauf der gesamten Dauer entlassen und nach Chile ausgewiesen werden, weil ihre Strafe jetzt weniger als sechs Jahre beträgt.

auf Englisch

Mexiko, Oaxaca: Brandangriff auf eine Banamex Bank in Oaxaca durch Informelle Anarchistische Individualitäten

Morgens 23. Mai mit der Komplizität des Vollmondes entschieden wir erneut anzugreifen und vereinten uns in einer von PolizistInnen und Militärs eroberten Stadt mit der Nacht, die uns Unsichtbarkeit, Anonymität und Klandestinität verleiht und zündeten mit von Benzin begossene Pneus eine Filiale der Banamex an. So erleuchteten wir die Nacht und versetzten einen Schlag, es ist ein Augenblick, aber einer, den wir geniessen konnten und uns sekundenlang freier fühlen lässt und auch das Feuer befreite, das sich nach und nach in die schreckliche Filiale und ihre Bankautomaten gefressen hat. Wir entschieden es auf Video aufzunehmen damit die Welt erfahre, dass manche Aktionen einfach durchzuführen sind und um damit alle dort zur Aktion zu ermutigen, wo sie sich befinden.

Zweifellos sind wir überall. Wir betrachten die Banken und ihre Verantwortlichen als direkte Verursacher der sozialen Armut und Ungleichheit, die Banken sind Tempel wo der „Gott“ Geld ein und aus geht, wo die Armut verwaltet wird, wo dieser „Gott“ über jeder Lebensform steht, und die Offensive wird sich weiter gegen jede Institution der Macht und ihre Maschinen richten. Von hier aus möchten wir auch klarstellen, dass uns die körperliche Unversehrtheit jeglicher Person egal ist, die wir als Feindin und Komplizin des Krieges betrachten, in den wir verwickelt werden, dass wir nicht zögern werden Kerkermeister, PolizistInnen, Militärs, RichterInnen, Banker, Manipulanten der Kommunikation, PolitikerInnen… usw. anzugreifen wenn sich uns die Gelegenheit bietet.

Nein, ihr Staatsterrorismus wird uns nicht aufhalten. Auf die Militarisierung und die Repression der Regierung werden wir kraftvoll antworten. Wir entscheiden uns zum Angriff, betrachtet euch als verletzliche SklavInnen und WächterInnen der Ordnung. Der Brand breitet sich aus.

In der Aktion gedenken wir aller gefallenen und gefangenen GenossInnen dieses sozialen Krieges. Gedenken an Mauricio Morales, Sebastián Oversluij und die GenossInnen, die sich in den Klauen des Staates befinden. Für Fernando Bárcenas, Tamara Sol, Mónica Caballero und Francisco Solar. In kämpferischer Solidarität mit den GenossInnen der Verschwörung der Zellen des Feuers.

TOD DEM STAAT!!
TOD DER AUTORITÄT!!
WIR WERDEN DAFÜR SORGEN; DASS DIE ANARCHIE LEBT!!

Informelle Anarchistische Individualitäten

PS: Ha, ha, ha

Üb. mc, Knast Salez, CH aus dem Spanischen / auf Griechisch

Volos, Griechenland: Plakatierung zum 11. Juni

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Von Koridallos zu Fies, von Freiburg zum FMC Cornwell / Freiheit für alle anarchistischen Gefangen, Brennt die Gefängnisse ab. 11. Juni, Tag der internationalen Solidarität mit anarchistischen Gefangenen
J11Volos-4
Freiheit für Monica Caballere & Franciso Solar, Verbrennt das Fies und jedes Gefängnis
J11Volos-5
Anarchistischer Kampf zerschmettert die Grenzen, Solidarität mit anarchistischen Gefangenen
J11Volos-6
Solidarität mit 22 AnarchistInnen, die in zweiter Instanz im Feuerzellen-Fall vor Gericht stehen. Der Krieg hält an.

J11Volos-1Im Kontext mit dem 11. Juni, dem “Internationalen Tag der Solidarität mit anarchistischen Gefangenen, hat die “Versammlung von AnarchistInnen für Solidarität innerhalb und außerhalb der Mauern” große Plakate in Volos (Zentralgriechenland) verklebt.

VOM KORIDALLOS GEFÄNGNIS IN GRIECHENLAND ZU DEN FIES TRAKTEN IN SPANIEN, UND VOM FREIBURG GEFÄNGNIS * IN DEUTSCHLAND, ZU FMC CARSWELL IN DER USA, FREIHEIT FÜR EINGESPERRTE ANARCHISTINNEN, FEUER ALLEN GEFÄNGNISSEN,11. JUNI, INTERNATIONALER SOLIDARITÄTSTAG FÜR ANARCHISTISCHE GEFANGENE

* In Freiburg sitzt  Thomas Meyer-Falk ein

Toulouse, Frankreich: Polizei mit Molotow angegriffen

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In der Nacht vom 26. April haben wir eine Polizeistation mit Molotow-Cocktails angegriffen.

Wir wollen euch nicht länger belügen.

Wir haben die Nase voll.

Genervt, dass uns verkauft wird „Morgen wird es besser sein“

Genervt auf die soziale Bewegung zu warten.

Genervt vom öden und traurigen „Bis nächste Woche“

Genervt vom Spektakel des Dissenz, wo Angst sich in unseren Mägen bereitmacht und Resignation in unseren Köpfen.

Genervt vom Internet schauen „Dort ging es los“ oder vom Maturbieren über Ausschreitungen, die gefilmt und bei You Tube eingestellt worden sind.

Genervt 600km zu reisen, für einen Riot.

Wir haben es einen neuen Sport genannt, oder noch schlimmer. Neue Handwerkskunst.

Professionelle Randalierer der sozialen Bewegungen.

Schaut cool aus, im Lebenslauf eines Aktivisten.

Genervt davon, nur zwei Flaschen zu schmeißen oder einen Mülleimer auf die Straße zu stellen und mit Gas eingenebelt zu werden und es als Sieg zu zählen.

Genervt davon, vorzugeben, glücklich zu sein, wenn nichts passiert.

Genervt davon vorzugeben, dass wir zustimmen.

Genervt davon vorzugeben, dass für uns das El-Khomri Gesetz von Belang ist.

Wir warten nicht auf die Empörten 2.0 , um einige “Nuits Debout” zu verbringen,

Wir haben es zu sagen, wie es ist.

Wir sind ungeduldig. .

Wir verstehen nicht, warum wir einen Termin mit der Macht ausmachen sollen, um sie herauszufordern, umringt von immer mehr Uniformen und Bullen-PazifistInnen.

Wir taten es zum Vergnügen.

Wir taten es für eine Bruch.

Weil wir gleichzeitig glücklich und wütend sind.

Wir wollen nicht länger dort sein, wo es von uns erwartet wird.

Wir möchten eine doppelt kämpferische Umarmung zukommen lassen.

Als erstes für Mónica and Francisco in Spanien. Sowie den GefährtInnen aus Brüssel, die auch Repression erleben für Terrorismus.

Unsere Solidarität ist Angriff, unser Verbrechen ist Freiheit.

Bis bald.

Quelle: IAATA | auf  Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Griechisch, Englisch

Montreuil, Frankreich: Angriff auf Gefängnisarchitekt in Solidarität mit Monica und Francisco

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In der Nacht vom 8. auf den 9. März 2016 haben wir unter Einsatz von Müllcontainern und Brandbeschleuniger die Fassade des Architekturbüros Archi 5 in der rue Voltaire in der Innenstadt von Montreuil-sous-Bois angezündet.

Archi 5 prahlt auf seiner Seite außer mit normalen Bauvorhaben mit einer Liste von folgenden umgesetzten oder vorgesehenen makabren Projekten:

die Haftanstalten von Bourg en Bresse, Draguignan, Mont de Marsan, Rennes, die Gefängnisse von Condé-sur-Sarthe und Vendin le Veil, das Gerichtspolizeizentrum von Cergy-Pontoise, das Kommissariat von Clichy-sous-Bois, das Zivilgericht von Chartres und die Haftanstalt von französisch-Polynesien in Tahiti.

Wir widmen diese Aktion allen Menschen, die für Freiheit und gegen jegliche Autorität kämpfen, insbesondere den anarchistischen GenossInnen Monica Caballero und Francisco Solar, die sich in den Klauen des spanischen Staates befinden und obwohl sie harte Gefängnisstrafen erwarten kein Wort von dem verleugnen, was sie denken und sind.

Feuer den Knästen. Feuer denen, die sie bauen

Üb. aus dem Italienischen von mc, Knast Salez, CH

Asturien, Spanien: Eisenbahnlinien in Solidarität mit Monica und Francisco sabotiert

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Am vergangenen 11. März haben wir die Gegengewichte der Fahrleitungsdrähte der Linie Avilés / Xixón in beiden Fahrtrichtungen gekappt. Die Durchtrennungen wurden auf der Höhe der Stadt Villabona, wo unsere GenossInnen Monica und Francisco in Geiselhaft sind, durchgeführt. Solche Durchtrennungen verursachen einen Spannungsabfall auf der Linie und damit den Unterbruch des Bahnverkehrs mit grossen Verspätungen und wirtschaftlichem Schaden. Mit dieser Aktion senden unsere GenossInnen zum Prozess/ zur vom spanischen Staat organisierten Farce eine herzliche revolutionäre Umarmung.

Es wurden auch solidarische Schriften auf zwei Schildern der Haftanstalt angebracht, die den Ort anzeigen, wo sie in Geiselhaft sind.

Liebe zur Freiheit und Wut denen, die sie uns nehmen.

Einige anarchistische Individualitäten

Üb. von mc, Knast Salez, CH

Spanisch, Englisch, Griechisch, Portugiesisch

Athen, Griechenland: Bekennung zu Angriff auf Poststelle

(Original Kommuniqué erhalten am 19. März 2016)

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„Wer wird den Fels zertrümmern, der sich während Jahrtausenden in der individuellen Autonomie festgesetzt hat? Lange Zeit bedeutete leben zu lernen sterben zu lernen.“

Wie viele Jahre kommerzielle Gesellschaft? Wie lange noch die Existenz des „Zivilisierten“? Und warum das Ganze? Wir sind Teil des paranoidesten Experimentes der menschlichen Herrschaft. Von den ersten Etappen der Domestizierung bis zur Invasion des Lebens durch die Wirtschaft waren Unterdrückung und Ausbeutung die stärksten strukturierten Komponenten der Gesellschaft. Strukturen und Logiken der Macht verstärkten sich um den Bestand der Macht während Jahrhunderten zu gewährleisten und das indem sie sich veränderten und durch die Kommerzialisierung der Existenz ihre Universalisierung aufzuerlegen. Die Spannen zur Unterlassung sind enger geworden. Die Brechreizformen der „überflüssigen Ausgaben“ werden zivilisierter. Die manchmal aggressive und manchmal passive Gleichgültigkeit der kapitalistischen Welt gegenüber der Nachhaltigkeit der menschlichen und nicht menschlichen Wesen, die auf viele Arten und Weisen als überflüssig betrachtet werden, ist gut sichtbar und nie fern. Wie viele tote oder lebendig angehäufte Körper in den Meeren der salzigen Kälte des Grauens?

Angesichts des Bestehenden gibt es keine Ausreden; alle sehen es, alle wissen es. Wir setzen unsere Position zu dieser Lage durch die anarchistische Aktion um. Wir werden uns der in weiter Ferne liegenden und hypothetischen Analyse enthalten. Wir wissen, dass (nicht nur in unseren eigenen Leben) die Momente der Freiheit dermaßen zur täglichen repetitiven Routine gehören, dass wir unfähig sind, uns eine mögliche Wende der Geschehnisse vorzustellen. Die einzige Gewissheit ist, dass wir fühlen wie sehr diese Welt unerträglich an unserer Haut klebt, aber je stärker sie uns angreifen, desto weniger Spuren hinterlässt ihr Abdruck auf uns.

Während einige erschöpft und geblendet von einem dreitägigen Wochenende des frenetischen Konsums und Vergnügens schliefen, entschieden einige von uns zur Aktion überzugehen. In den ersten Stunden von Dienstag dem 15. März 2016 haben wir einen Transporter und einen Bankautomaten der Poststelle der griechischen Post (ELTA) im Stadtteil Nea Smyrni von Athen angezündet und zerstört. Wegen der Ausbreitung des Feuers hat die Poststelle auch eine neue Fassade erhalten.

Es ist ein minimaler Akt der Komplizität mit den Compas, die sich kürzlich einmal mehr mit den Gerichten der RichterInnen und StaatsanwältInnen auseinandersetzen mussten und noch müssen. Kraft an Mónica Caballero  und Francisco Solar, der Verschwörung der Zellen des Feuers, dem Revolutionären Kampf sowie allen in der ganzen Welt eingesperrten AnarchistInnen und allen, die irgendwie zur Intensivierung des anarchistischen Krieges gegen die Macht beitragen.

P.S.: Und da die Erinnerung integraler Bestandteil der Weiterführung des anarchistischen Kampfes ist, kommen wir nicht umhin, des Todes von Lambros Foundas am 10. März 2010 nach einer bewaffneten Auseinandersetzung mit der Polizei zu gedenken.

Für die Anarchie

Brandstiftende ungehorsame Zelle

Üb. mc, Knast Salez, CH

Auf Englisch, Spanisch

Spanischer Staat: Francisco Solar und Mónica Caballero zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt

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“Freiheit für Mónica & Francisco!” (Detail eines Posters aus Iruña/Pamplona)

Am 30. März 2016 berichtete Refractario, dass die beiden seit November 2013 inhaftierten AnarchistInnen Mónica Caballero and Francisco Solar zu jeweils 15 Jahren Gefängnis verurteilt wurden.

Die GefährtInnen wurden in den Anklagepunkten  “Mitglied in einer terroristischen Vereinigung” und “Verschwörung” freigesprochen. Jedoch wurden sie zu fünf Jahren Haft für “Verursachung von Verletzungen” und 7 Jahre für “Schadensverursachung mit terroristischen Vorsatz” verurteilt.

auf Griechisch, auf Englisch

Hamburg: Kirchen entweiht in Solidarität mit Mónica Caballero und Francisco Solar

HH m.fUnbekannte haben in Hamburg in der Nacht zum 20. März 2016 drei Kirchen mit einem mit Farbe gefüllten Feuerlöscher, Stein und Zwille entweiht. Neben dem Vandalismus wurden Parolen wie „Kein Gott! Kein Staaat! Kein Patriarchat!“ und „Solidarität mit Mónica und Francisco!“, sowie Anarchie-A’s gesprüht. Auf den Straßen waren Flugblätter zu finden auf denen zu lesen war: „Religion bedeutet Unterdrückung! Gegen jede Herrschaft! Solidarität mit Mónica Caballero und Francisco Solar, in Spanien gefangene AnarchistInnen!“

HH m fHH m_fHH-m_f(Quelle übermittelt am 21.3.)

Lissabon: Kundgebung am 24.03. vor dem spanischen Konsulat in Solidarität mit Mónica und Francisco

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WEDER SCHULDIG NOCH UNSCHULDIG

Für den Staat sind diejenigen Terroristen, die seine Interessen gefährden. Einige, die diese Realität der Angst, Korruption, Polizeimisshandlungen, Medienmanipulation satt haben, entscheiden sich, nicht aufzugeben und zu kämpfen. Aus diesem Grund werden sie verfolgt.

Donnerstag, 24. März um 17:30 Uhr
Generalkonsulat von Spanien
Salitre Str. 3, Lissabon

Wir versammeln uns, um uns gegen den Schauprozess gegen die AnarchistInnen Mónica Caballero und Francisco Solar auszusprechen.

SOLIDARITÄT MIT DEN INHAFTIERTEN ANARCHISTiNNEN

REISST DIE MAUERN ALLER KNÄSTE EIN

Menschen in Solidarität

Santiago, Chile: Tierhandlung sabotiert für einen Schwarzen Dezember

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TIERE SIND KEINE HANDELSWARE. BOYKOTT, SABOTAGE UND ANGRIFF GEGEN DIE HÄNDLERiNNEN UND AUSBEUTERiNNEN VON TIEREN. DIREKTE AKTION GEGEN JEDE FORM DER HERRSCHAFT! BEFREIUNG VON TIER, MENSCH UND ERDE!

Neben bilden und informieren, … sich aus den Gesetzen des kapitalistischen Systems stellen, … sprühen und Unternehmen sabotieren … denken wir nicht nur an die Tiere, sondern an das gesamte Ökosystem, das sich mit jedem Tag verschlechtert. Wenn wir das Eigentum jener zerstören, die die Ausbeutung von Tieren unterstützen, dann werden wir nicht zögern, all unsere Waffen zu nutzen und wenn wir auch diesen üblen Ort niederbrennen.
(“Animal Liberation,” ein Song vom Genossen Sebastián Oversluij)

In der kapitalistischen und autoritären Gesellschaft, ist Speziesismus eine tragende Säule, auf der Herrschaft aufbaut und sich in Machtstrukturen materialisiert, die Tiere in Objekte des menschlichen Konsums transformieren in Form von Essen, Kleidung, Unterhaltung, Experimenten oder Eigentum eines Menschen.
Indem Anti-Speziesismus als ein Teil des Kampfes gegen jede Form der Autorität einbrachte wird, ist ein alltägliches Leben ohne tierische Produkte und direkte Aktionen gegen die Ausbeutenden und Handelnden von Tieren das unausweichliche Gegenstücke

Alle reformistischen und viktimisierenden Logiken über Tierbefreiung zurückweisend sabotierten wir die  Tierhandlung “Exotic” in der Nacht des 1. Dezember und verklebten mit flüssigem Stahl die Schlösser, die Zugang zu dem Ort garantieren, wo die Tiere als Handelsware verkauft werden. Vor Ort (in der Departmental Allee) hinterließen wir eine Nachricht, damit es keinen Zweifel gibt, worum es in dieser Aktion ging. Als die Sonne aufging, konnte der Betreiber sein Geschäft, das auf Käfige und der Gefangenschaft nicht-menschlicher Individuen beruht, nicht öffnen; unsere Aktion erfüllte somit ihr Ziel: Das normale Funktionieren der Unterdrückung unserer Leben und jener der Tiere zu stören.

Wir wollen keine Gesetze, die mitfühlender mit Tieren sind oder größere Käfige garantieren. Unsere Aktion ist ein Ausdruck unseres Willens der Zerstörung jeder Form von Gefangenschaft und Beherrschung.

Wir antworten auf diese Weise auf die Einladung unserer Compañeros in Griechenland, Panagiotis Argirou und Nikos Romanos, an einem Schwarzen Dezember teilzunehmen, in dem wir die anti-autoritäre und grenzüberschreitende Aktion und die Netzwerke von Solidarität zwischen GefährtInnen intensivieren und sie jenseits eines bestimmten Moments ausleben wollen.

Unsere Aktion soll auch dazu beitragen, die anti-speziesistische Aktion in unserer Umgebung zu revitalisieren, ist aber auch eine Form von Solidarität mit dem anarchistischen und veganen Gefangenen Osman Evcan, der sich seit dem 10. November im Hungerstreik in den Knästen des türkischen Staates befindet und sein Leben riskiert, indem er seinen Körper als Waffe nutzt, um vegane Ernährung im Gefängnis zu fordern.

Die anti-speziesistische Spannung soll sichtbar in den offensiven anarchistischen Aktionen werden durch die Zellen von GefährtInnen, die sich organisieren und aktiv werden ohne Hierarchien, geschärften Überzeugungen im Zusammenspiel mit Kreativität, Achtung und verschiedenen Mitteln und Materialien, um an verschiedenen Punkten des Netzwerks der Herrschaft zuschlagen.

Solidarität mit Mónica Caballero, Francisco Solar und allen anarchistischen Gefangenen in Chile und der ganzen Welt.
Im insurrektionalistischen Gedenken an unseren im Kampf getöteten Gefährten Sebastian Oversluij vor zwei Jahren.

Für die Befreiung von Tier, Mensch und Erde.
Nieder mit den Käfigen der zivilisierten Welt.
Sabotage, Boykott und direkte Aktion gegen alle UnterdrückerInnen!
Zelle ‘Nächtliche Störung’
Informelle Anarchistische Förderation/Internationale Revolutionäre Front (FAI/FRI)
Chile – Schwarzer Dezember 2015

Spanish | Englisch (leicht überarbeitet) via Bite Back

Spanien: Kurzes Update zu den jüngsten repressiven Schlägen

Am 28. Oktober entschied die Spanische Justiz die Dauer der Untersuchungshaft für die GefährtInnen Mónica Caballero and Francisco Solar um zwei weitere Jahre auszuweiten.

Sind dem spanischen Gesetzbuch nach maximal zwei Jahre Haft ohne Prozess möglich, kann der Staat aufgrund „besonderer Gründe“ Verlängerung um 2 Jahre beantragen.

Am selben Tag fand im Morgengrauen in  Barcelona und Manresa eine neue Operation gegen AnarchistInnen statt. Überfälle auf Häuser und Treffpunkte führten zu Verhaftungen von neun Personen. Am 30. Oktober wurden sie dem Obersten Gericht in Madrid zugeführt, das Untersuchungshaft für einen der Verhafteten verhängte, während der Rest entlassen wurde. (sechs wurden nur gegen Kaution erlassen, zwei ohne)

Dem Gefährten in Untersuchungshaft könnt ihr unter folgender Adresse auf Englisch schreiben. Zeigt ihm, dass er nicht allein ist:

Enrique Costoya Allegue
CP Madrid V Soto del Real
Ctra M-609, km 3,5 Módulo 15
28791 Soto del Real (Madrid)

Mónica and Francisco viel Kraft!
Solidarität mit den Verhafteten des 28. Oktobers!

Berlin: Solibanner für Evi Statiri, Monica & Francisco

Heute (13 Oktober 2015) haben wir ein Banner an der Oberbaumbrücke in Berlin angebracht. Wir wollen damit unsere Solidarität mit Evi Statiri zeigen, die nun endlich unter beschissenen Auflagen aus der U-Haft in Griechenland entlassen wurde. Außerdem senden wir wärmende Grüße an Monica und Francisco, die seit dem 13. November 2013 vom Spanischen Staat in Untersuchungshaft festgehalten werden.

Die ist nur ein kleines Symbol der Geste, um all jene RebellInnen zu grüßen, die in den Knästen immer noch auf ein Leben in Konfrontation mit dem demokratischen und fauligen System setzten!

Wir sehen uns auf den Straßen, der Kampf geht weiter!
Tod dem Staat, für die Anarchie!

ein paar Anarchist_innen Berlin

auf englisch, spanisch, griechisch

Spanische Gefängisse: Worte von Mónica Caballero aus dem Gefängis von Brieva

Wäre es mir möglich, ein anderes Leben zu wählen, würde ich es um nichts tauschen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Gefühl, das mich berauschte, als ich begann, die Autorität in Frage zu stellen, ich erinnere mich an die zahlreichen Widersprüche und Fragen. Bei dieser Entdeckung von Ideen begegnete ich vielen, die in ihren Bibliotheken, Publikationen, Ateneos, usw… aus den Ideen materielle Praktiken machten, und in ihrem alltäglichen Leben… die Ideen hier und jetzt lebten. Es verging nicht viel Zeit, bis ich dasselbe machen wollte.

Ich erinnere mich an die Beklemmung, die ich fühlte, als ich mitbekommen habe, dass es Gefährtinnen gibt, die eingesperrt werden, weil sie die Ideen von Freiheit in die Praxis umsetzen; Ideengeschwister in allen Ecken der Welt im Schlund der panoptischen Bestie. Dieses beklemmende Gefühl hat sich nie geändert, doch die solidarische Geste begleitete es.

Wir sind viele Anarchistinnen, die wir uns auf der anderen Seite der großen Mauer befinden, diese Liste hat sich am Dienstag dem 16. Dezember noch mehr erweitert.

Die Tentakel der Macht ließen sich in anarchistische Räume, libertäre Ateneos, besetzte Häuser und Wohnungen von verschiedenen AnarchistInnen in Katalonien und Madrid nieder. Die Jagd fing elf Gefährtinnen ein, wovon sieben im Gefängnis blieben, angeschuldigt der Zugehörigkeit zu einer bewaffneten Bande von terroristischem Charakter. Es ist kein Zufall, dass die Verhafteten Teil meines näheren Umfelds sind, und dazu mehr als die Hälfte mich oft im Gefängnis besuchte. Der juridisch-polizeiliche Hammer hat die Solidarität bestraft.

Ich kann gegenüber so viel Elend nicht stillschweigen, die staatliche repressive Rache grenzt an den Wahn. Die Informationsmedien (Wortführer der Herrschenden) sprechen von Chefs und Untergeordneten, ich unterstreiche es ihnen und allen, die Zweifel daran haben: Wir sind Antiautoritäre! Niemand ist über mir, und auch ich bin über niemandem!

Die angegriffenen Räume in Katalonien, waren ebenso wenig zufällig, einerseits ist das Kasa de la Muntanya ein wichtiges Besetzungssymbol, mit seinen 25 Jahren weitab von der kapitalistischen Logik, die für viele Generationen von DissidentInnen dieses Terrorsystems ihren Beitrag erbracht haben. Die libertären Ateneos und anarchistischen Räume, die getroffen wurden, haben nie ihre Ideale versteckt, während sie einen fruchtbaren Boden boten, um die Samen der Freiheit zu säen.

Die Kosten in diesem Kampf für die Zurückerlangung unserer Leben sind sehr hoch, niemand sagte, dass es einfach sei, doch ohne irgendeinen Zweifel, wäre es mir möglich, ein anderes Leben zu wählen, so würde ich es um nichts tauschen. In diesem Kampf gegen die Herrschaft gibt es keine Käfige oder Mauern, die unsere Stimmen zum Schweigen bringen können, doch ohne euch Gefährtinnen verwandeln sie sich nur in Echos.

Wenn ihr, liebe Gefährtinnen, die ihr kürzlich eingesperrt wurdet, irgendwann diese Worte lesen könnt, sage ich euch, dass ich sicher bin, dass ihr unkorrumpierbar und auf der Höhe der Umstände bleiben werdet, wie ihr es immer gewesen seid.

Ich erinnere mich immer wieder, dass ich gelesen oder gehört habe, dass die Solidarität eine Waffe ist, die für die AnarchistInnen notwendig ist. Heute hoffe ich, dass diese Erinnerungen Realität werden… unsere Ideen zu Aktion werden lassen.

Strafanstalt von Brieva, spanischer Staat, Dezember 2014

Mónica Caballero
Ávila – Prisión Provincial
Ctra. De Vicolozano
Apdo. 206
5194 Brieva (Ávila) – España

Die Büchse der Pandora und das Nähkästchen des spanischen Antiterrorismus

Solidaritätsdemonstration am 16. Dezember in Madrid. Ni INOCENTES, Ni CULPABLES. Weder schuldig noch unschuldig!

Der Morgen des Dienstags, 16. Dezember, hat uns mit einer Welle von Hausdurchsuchungen und Verhaftungen überrascht… Hat er uns überrascht? Wir werden nicht lügen. Fangen wir noch einmal an. Der Morgen des Dienstags, 16. Dezember, hat uns NICHT überrascht. Die regionale katalanische Polizei, die Mossos d’Esquadra, die Guardia Civil und richterliche Beamte der Audiencia Nacional* haben mehr als 10 Wohnungen und einige anarchistische Lokale in Barcelona, Sabadell, Manresa und Madrid gestürmt, mit den jeweiligen Hausdurchsuchungen, Verhaftungen und Beschlagnahmungen von propagandistischem und informatischem Material. Ausserdem haben sie die Gelegenheit genutzt, um auch in das alte Kasa de la Muntanya, ein besetzter Raum, der gerade 25 Jahre alt geworden ist, einzufallen und es zu plündern, indem das gesamte Anti-Riot-Korps der Brigada Móvil der Mossos d’Esquadra eingesetzt wurde.

Laut der Presse, die wie immer ihre Rolle als Polizeisprecherin verdeutlicht, ist es das Ziel dieser Verhaftungen, „eine kriminelle Organisation mit terroristischer Zielsetzung und von gewaltsamem anarchistischem Charakter“ zu zerschlagen. Obwohl es einfach klingt, eine fixe Phrase noch einmal zu wiederholen, werden wir es tun: die einzige kriminelle Organisation, die versucht, mit ihrem gewalttätigen Charakter die Leute zu terrorisieren, ist der Staat und seine Tentakel: die Presse, der juristische Apparat, seine repressiven Korps und seine Politiker, egal von welchem Spektrum.

Weshalb hat uns diese repressive Handlung nicht überrascht? Weil wir sie erwartet haben.

Es geht nicht darum, Orakel zu spielen, oder sonst etwas dergleichen, sondern darum, die Ereignisse zwischen den Linien lesen zu wissen, manchmal in wortwörtlicher Weise. Wie es mit der Verhaftung von anderen Gefährten im vergangenen Jahr geschehen ist, so werden seit langer Zeit Wellen wie jene vom Dienstag gegen libertäre und antiautoritäre Umfelder inszeniert, und, auch wenn die verschiedenen Razzien nicht so groß waren, so verdeutlichten sie einen Horizont mit Situationen dieser Art.

Operation „a la italiana“

Seit bereits einigen Jahrzehnten erlebt das anarchistische Umfeld der nahen Region von Italien immer wieder, und in den letzten Jahren mit immer größerer Regelmäßigkeit, große Operationen, die ähnlich wie jene vom Dienstag sind. Nicht nur in der Form von zeitgleichen Razzien und Durchsuchungen in verschiedenen Häusern, sondern auch die Verwendung von Namen, die einfach zu merken sind, und mit einem gewissen schwarzen Humor, wie in der aktuellen Operation, die Pandora genannt wird, da dieser Fall, wie die Presse aus ihren richterlichen Quellen repetiert, „eine Büchse war, die sich trotz der zahlreichen Schrecken, die wir davongetragen haben, nicht öffnen ließ“. Mit „zahlreichen Schrecken“ beziehen sie sich auf verschiedene Aktionen, die in den letzten Jahren auf dem gesamten Gebiet des spanischen Staates stattfanden. Um auf die italienischen Operationen zurückzukommen, so braucht man sich nur an die Namen von einigen zu erinnern, die in den letzten Jahren geschehen sind. Beispielsweise die Operation Thor, deren Name auf die Anschuldigung einer Reihe von Angriffen mit Hämmern auf Bankomaten und Büros anspielte, die Operation Ixodidae, die auf den Fachnamen für die Gattung der Zecken Bezug nahm, wie die Faschisten die Kommunisten und Anarchisten bezeichneten, oder andere wie Ardire, Cervantes, Nottetempo, usw.

Abgesehen von der Vorgehensweise und der Namensgebung, ist ein Faktor, der uns stark an das nahegelegene Land erinnert, die Rolle der Presse, welche uns ebenfalls geholfen hat, das ersichtlich zu machen, was sich am annähern war. Seit bereits ungefähr 3 Jahren oder auch etwas mehr hat die spanische Presse eine Kampagne begonnen, um das Terrain so zu präparieren, dass Operationen wie diese nicht nur möglich sind, sondern auch voraussehbar. Indem sie Umfelder brandmarkte, einschließlich gelegentlich Räume oder Personen mit Namen und Nachnamen, Kollektive, usw, und daran arbeitete, ein karrikaturhaftes und etwas bizarres Bild von einem inneren Feind zu konstruieren, der, auch wenn das bereits seit Jahrzehnten üblich ist, in den letzten Jahren einen spezifischeren Charakter angenommen hat: der „gewalttätige Anarchist“, der „Insurrektionalist“, der „Systemgegner [Span.: Antisistema], der die sozialen Bewegungen infiltriert“, usw.

Das chilenische Fiasko

Das Jahr 2010 war ein glorreiches Jahr für den chilenischen Staat. Abgesehen davon, dass der Unternehmer und Viertreichste des Landes, der rechtsgerichtete Sebastián Piñera, zum Präsidenten gewählt worden ist, wurde eine polizeiliche, mediale und juridische Operation gegen das antiautoritäre Umfeld inszeniert, mit dem Resultat von etwa einem dutzend Hausdurchsuchungen und Verhaftungen, bekannt als Operation Salamander. Gemeinläufig wurde sie auch als „Caso Bombas“ bezeichnet, da sie auf der Untersuchung von einer Reihe von Sprengstoffanschlägen basierte, die in den vorhergehenden Jahren geschehen sind, und der Kreierung durch die polizeiliche Bildstrickerei einer hierarchischen Großstruktur von einem angeblichen Netz, das für all diese Explosionen verantwortlich sei: ein Zirkus, der nicht nur das Image des Staates schwächte, abgesehen davon, ihn ins Lächerliche zu ziehen, sondern die Grobheit der Untersuchungsvorgehensweisen offensichtlich machte, welche die Verfälschung von Beweismitteln, die Erpressung oder den Druck, um Informanten oder „Reuige“ zu erreichen, den Zufall, usw. umfasste. Der Prozess endete mit der Freisprechung von allen Angeklagten und mit einem Rachedurst von Seiten des chilenischen Staates gegen das Umfeld und die Personen, gegen welche ermittelt wurde.

Ein Jahr nach Beendigung der Farce des „Caso Bombas“, und durch eine Operation, diesmal auf dieser Seite des Teichs, arbeiten die spanischen und chilenischen Minister, Richter und Polizisten vereint an einem neuen Fall. Mónica Caballero und Francisco Solar, beide Ex-Angeklagte im „Caso Bombas“, werden in Barcelona verhaftet, wo sie zu diesem Zeitpunkt lebten, gemeinsam mit weiteren 3 Personen, die später aus dem Fall herausgelassen wurden, angeschuldigt der Anbringung einer Sprengvorrichtung in der Basílica del Pilar von Zaragoza, der Verschwörung zu einem solchen Zweck und der Angehörigkeit zu einer angeblichen terroristischen Organisation. Diese Gefährten befinden sich gegenwärtig in präventiver Haft in Erwartung eines Prozesses, von dem wir nicht wissen, wann er stattfinden wird, und ebensowenig wissen wir, inwiefern diese neue Repressionswelle ihren Prozess verändern wird.

Die Situation ist allen mehr oder weniger bekannt und wenn wir von etwas sicher sind, dann ist das, dass die kürzlichen Verhaftungen dazu dienen, einem Fall Gestalt zu geben, der für sich selbst nicht standhält.

Zufall?

Wenige Stunden vor den Verhaftungen vom Dienstag hat die spanische Regierung aus ihren Medien vernehmen lassen, dass die „Innenminister von Spanien und Chile eine neue Phase von verstärkter Zusammenarbeit im Kampf gegen den anarchistischen Terrorismus eröffnen“. Am vergangenen Montag, dem 15. Dezember, traf sich der spanische Innenminister, Jorge Fernández Díaz, in Chile mit dem chilenischen Vizepräsidenten und gleichzeitig Innenminister Rodrigo Peñailillo in dem Palast La Moneda, dem Sitz der Regierung, in Santiago de Chile. „Im Kampf gegen den Terrorismus wird Chile in Spanien einen soliden Verbündeten finden“, rühmte sich der Spanier, während er mit dem Großkreuz zum Verdienstorden von Chile ausgezeichnet wurde, der „höchsten Auszeichnung des Landes zum Zivilverdienst“, laut der Presse, eine Trophäe, welche der chilenische Staat in diesem Fall für die polizeiliche Arbeit und als Preis für die Verhaftung der Gefährten Mónica und Francisco des vergangenen Jahres gab.

Neben den Lobungen und Preisen, verkaufte der Geschäftsmann Fernández etwas von dem Seinen: polizeiliche und richterlicher Schulungen, verschiedenes repressives Material, usw.

Und das, was kommen wird…

Was ist der nächste repressive Schritt? Wir wissen es nicht. Im Moment weiß man wenig darüber, wie es unseren Gefährtinnen und Gefährten geht, darüber, was die genauen Anschuldigungen sind, darüber, welchen repressiven Mitteln sie unterzogen werden, ob sie in präventive Haft kommen oder nicht, etcetera.

Sicher ist, dass diese Operation keine isolierte Sache ist, sondern dass sie sich wie ein Glied mehr in eine Kette einfügt. Eine repressive Kette, die manchmal brutal und manchmal subtil ist, in welche sich die neuen Gesetze einfügen (man braucht nur an das kürzliche Ley Mordaza** zu denken), die Hetzjagd auf die Sans-Papiers durch immer größere rassistische Razzien, die Polizeibrutalität, bis zur Bestrebung, das Elend zu verwalten und die Repression zu administrieren, was trotz allem das ist, was der Staat tut, von Seiten einer Pseudo-Linken (mit Podemos*** an erster Stelle), welche auf eine immer offensichtlichere Weise eine Parodie von sich selbst ist. Zwangsräumungen, Schläge, Faschismen, gesetzliche und strafrechtliche Verhärtungen jeglicher Art, nationalistische und sozialdemokratische Trugbilder sind das, was uns die Gegenwart bescheren wird. Man braucht nicht auf Schlimmeres zu warten, das Schlimmere war nie weg.

Der Fächer an Möglichkeiten des spanischen Antiterrorismus ist ein Nähkästchen, in das alles hineinpasst. Er befindet sich da, in Sichtweite, um uns daran zu erinnern, dass zu kämpfen für den Staat Terrorismus ist. Er funktioniert wie eine Vogelscheuche. Werden wir uns erschrecken?

Der Staat und seine Agenten sagen, dass sie die Büchse der Pandora geöffnet haben. In der griechischen Mythologie ist Pandora das Äquivalent zur biblischen Eva. Mit der charakteristischen Misogynie beider Mythologien öffnet Pandora ihre Büchse, gleich wie Eva in ihren Apfel beißt, und befreit alle Übel, die sich darin befinden.

Wir aber, wir sind fähig, unsere eigene Erzählung zu kreieren, und uns ihre mythologische Scheiße am Arsch vorbei gehen zu lassen. Unsere Geschichte ist anders. Die „Büchse“, welche diese repressive Operation geöffnet hat, drängt uns dazu, zu handeln, die Wachsamkeit nicht zu senken, aufmerksam zu sein auf die nächsten Schritte von ihrer Mär. Sie bringt uns wieder und wieder darüber zum Nachdenken, welches die Welt ist, die wir wollen, und was die Distanz von jener Welt zu dieser ist. Sie bringt uns dazu, die Dringlichkeit davon zu sehen, zu handeln und vorwärts zu gehen.

Die verhafteten Gefährtinnen und Gefährten sind Teil von verschiedenen Projekten, Räumen, Kollektiven, usw, und es ist sehr wichtig, dass diese nicht verfallen, dass die Ruine (in allen Sinnen), zu der solche Situationen normalerweise führen, nicht Ohnmacht und ein Gefühl der Lähmung generieren.

Wir sagen immer, dass „die beste Solidarität darin besteht, den Kampf fortzuführen“. Einverstanden, aber was bedeutet das in der Praxis? Wir rufen auch im Chor: „wenn sie einen von uns anrühren, rühren sie uns alle an“. Dies hat sich bereits in den Antworten und Protesten verdeutlicht, die an verschiedenen Orten stattgefunden haben, ebenso wie in der bedingungslosen Wärme der Gefährten, die draußen sind.

Von einer Sache können wir sicher sein, und dies ist, dass die verhafteten Gefährtinnen und Gefährten diese Wärme spüren können, welche die Gitter und die Isolation durchdringt, denn es ist dieselbe Wärme, die auch sie in so vielen Momenten zu geben wussten.

Barcelona, 18. Dezember 2014

Anmerkungen:
* Ein zentrales Gericht in Spanien, das mit der Verfolgung schwerer Straftaten, namentlich des Terrorismus betraut ist.

** Die „Ley De Seguridad Ciudadana“, ein sogenanntes „Ley Mordaza“ („Knebelgesetz“), wurde am 29. November 2013 von Fernández Díaz eingeführt, und beinhaltet diverse Einschränkungen der Versammlungsfreiheit und Erweitert die Befugnisse der Polizei.
*** Eine bürgerrechtliche Partei, die sich aus der Occupy-Bewegung entwickelte, und sich im spanischen Wahlkampf beteiligt, während sie eine „Regenerierung der Demokratie“ fordern.

Ávila Gefängnis, Spanien: Worte der Genossin Mónica Caballero

Der Staat nennt seine eigene Gewalt Gesetz; die des Individuums Verbrechen. Gesetzesbruch demnach – so wird die Gewalt des Individuums genannt; und nur durch Verbrechen bricht es die Gewalt des Staates, wenn es denkt, dass der Staat nicht über ihm steht, sondern das Individuum über dem Staat.
– Max Stirner

In diesen Tagen, fast 10 Monate nach meiner Einkerkerung in den Gefängnissen des spanischen Staates, musste ich diese Worte an euch liebe Genossinnen und Genossen herausgeben, die ihr für die Abschaffung jeder Autorität und die integrale Entwicklung jedes Individuums kämpft.

Heute ist Anarchismus auf der Sicherheitsebene eine der größten Sorgen vieler westlicher (und einiger östlicher) Staaten; in dieser Hexenjagd auf informelle Antiautoritäre ist alles erlaubt, diese repressive Hysterie ist der Eroberung totaler Befreiung inhärent, sie ist so alt wie die antistaatlichen Ideen. Deswegen erwartet all jene ein kurzzeitiger oder verlängerter Besuch eines der beschaulichen Monumente menschlicher Auslöschung, die versuchen, der herrschenden Ordnung entgegenzutreten oder sie auch nur in Frage zu stellen. In meinem Fall ist der Durchgang durch einige Käfige nichts Neues. Wenn jemand sich entschließt, gegen das Establishment zu kämpfen, ist Bestrafung eine der Konsequenzen. Diese Haltung geht weit über die demokratische Vision von Unschuldig/Schuldig hinaus, die keinen Platz hat in einer, die diese Welt zerstören will, welche auf Gesetzen beruht, an die ich nicht glaube. Ich erkenne keinen Richter an, ihr Gesetz verwandelt mich in eine Sklavin, ihre Justiz macht mich zur Gefangenen.

Im Innern der Gefängnisse kommt der größte Abfall der Gesellschaft ans Licht. Hier, im Innern, wird das Individuum in seinem innersten Wesen zermalmt; Erpressung und Manipulation durch die Tentakel der Macht sind vermischt mit und umgewandelt in soziale Reintegrationsmaßnahmen. Angesichts dieser Maßnahmen ist Kohärenz mein Sieg. Ich selbst zu bleiben, nicht korrumpierbar zu sein und meine Würde zu behalten, ist mein tagtäglicher Kampf.

In diesem politisch-juristisch-polizeilichen Prozess, in dem zunächst gegen eine Gruppe von Genossinnen und Genossen Beschuldigungen vorgebracht wurden und der sich schließlich auf meinen geliebten Genossen und mich konzentrierte, haben die Apparaturen der Macht die verschiedensten Tricks angewandt, von denen einige ein lächerliches Niveau erreichten. Doch die dieses System mit der Muttermilch aufgesogen haben und es zu verewigen versuchen, werden unsere Formen nie verstehen. Formen, die Hierarchien abbauen, die von niemandem Befehle akzeptieren, die wachsen und sich vermehren wie Unkraut in ihrem ruhigen und sterilen Garten. Anarchistische Ideen in ihrer Gesamtheit entwickeln sich in der Komplexität individueller Integrität. Dieses Individuum, das sich frei mit anderen Individuen assoziiert, setzt dieser verrotteten Gesellschaft ein Ende.

Die Formen und Arten, wie sich Individuen Herrschaft entgegenstellen, sind vielfältig und grenzenlos; keine ist besser oder schlechter, sie sind einfach verschieden. Kein Gegner des Staates, der oder die sich als solcher begreift, kann das, was zu tun ist, jemandem aufzwingen, geschweige denn eine Art von Auferlegung zulassen.

Auf dem Weg anarchistischer Konstruktion/Zerstörung besitzen (und wollen) wir keine Art von Handbuch oder Straßenkarte; wir erschaffen ihn tagtäglich mit unseren Genossinnen und Genossen in Affinität. Denjenigen, die glauben, dass wir Antiautoritäre buchstabengetreu den Postulaten einiger “berühmter” Genossen folgen, sage ich, dass sie überhaupt nichts verstanden haben.

Es gab und gibt immer noch eine ganze Reihe von geschätzten compañeros und compañeras, die in allen Zeiten der Menschheitsgeschichte sehr viel zum Kampf gegen die Autorität beigetragen haben; das heißt aber nicht, dass wir ihnen irgendeine Art von Kult widmen.

Liebe Genossinnen und Genossen, liebend gerne würde ich öfter Worte an euch richten, doch in diesen beschränkten Umständen, in denen ich mich befinde, bin ich nicht sicher, ob ich auf diesem Wege noch einmal kommunizieren kann.

Der Prozess gegen uns wird in ein paar Monaten stattfinden; wenn dieser Moment kommt, werde ich versuchen, der Lage gewachsen zu sein und niemals meinen Kopf zu beugen.

Ich sende eine geschwisterliche Umarmung an jene, die ihre Solidarität mit uns zum Ausdruck gebracht haben; jede Geste der Solidarität leuchtet die Schatten dieser kalten Mauern aus.

An die subversiven politischen Gefangenen in den Gefängnissen des chilenischen Staates: ihr seid immer in meinen Gedanken präsent; obwohl ich so weit von euch entfernt bin, bin ich bei euch.

Und an euch, frei gewählte Brüder und Schwestern: wir werden bald wieder Blicke austauschen.

Offene Hand dem Genossen und der Genossin, geschlossene Faust dem Feind!
Tod dem Staat und lang lebe Anarchie!

Mónica Caballero Sepúlveda
Anarchistische Politische Gefangene
Ávila Gefängnis, September 2014
vom spanischen Staat dominiertes Gebiet

(Anmerkung der Transkription: Diese Worte wurden von Mónica Anfang September geschrieben und hätten schon vor mehr als einem Monat veröffentlicht werden sollen, doch erreichten sie uns aus unbekannten Gründen erst jetzt, Ende Oktober.)

Santiago, Chile: Bekennung zum Angriffversuch auf die Präfektur von Santiago Ost und das 18° Kommissariat von Ñuñoa

Wenn einE Compas fällt, können wir nicht gleichgültig bleiben, wegschauen, bloß lesen und unseren kleinen Beitrag in Debatten und Diskussionen leisten. Unsere Tränen für die im Krieg gefallenen Compas werden zur Lava, die aus unseren Körpern fließt und zum inneren Feuer wird, das die Flamme entzündet um in jeder Aktion gegen unseren Feind und die Bastarde, die ihn verteidigen, alles zu geben.

Wir sind voller Stolz weil wir einige Minuten vor Mitternacht unter ihren Nasen ihre Mauern überwanden, um dann in Aktion zu treten, als alle feierten (auch die „RevolutionärInnen“). Sie vergaßen, dass es gefangene, angeklagte und getötete Compas gibt, die ihr Leben gegeben haben und so wurden diese Worte zu konkreten Aktionen gegen die Moral, den Komfort und das Leben des Feindes.

Als FreundInnen des Schwarzpulvers ist die Demoralisierung der Ordnungskräfte unser Ziel und ihnen das Gefühl der Verletzlichkeit zu geben. So wollen wir immer mehr furchtlose Individuen zu ermutigen, gegen die BeschützerInnen der sozialen Ordnung und des sozialen Friedens zu tun, was sie wollen. Obwohl das nicht immer endgültiges Ziel sein kann. Aber wir wissen um die bewaffneten Armeen des wahren Feindes, führten deshalb eine doppelte und qualitativ hochwertige Aktion durch. Einerseits indem wir diese gehorsame Welt leiden und sterben lassen. Andererseits indem wir gegen Ingenieure, WissenschaftlerInnen, UnternehmerInnen und Geschäftsleute vorgehen, die Projekte finanzieren, verwalten und schaffen, die diese Welt immer künstlicher machen und diesem abscheulichen Gesindel eine anscheinend immer grössere Freiheit und Vitalität verleiht.

In dieser unserer 4. Erklärung (1. Stawa-Büro in La Florida; 2. Gericht von Puento Alto; 3. Kaserne in Las Vizcachas) sind wir sowohl stolz als auch enttäuscht, da unser Zeitzünder voll funktionstüchtig war, aber wegen einer Unsicherheit bei der Aktivierung des elektrischen Teils durchtrennten wir den Draht, der den Kreislauf schloss. Um zwischen dem Betreten und Verlassen des Ortes unentdeckt zu bleiben, hatten wir 30 Sekunden zur Verfügung. So konnten wir logischerweise den Fehler nicht beheben. Wir entfernten uns in der Hoffnung das Glück sei auf unserer Seite, aber diesmal hatten sie Glück. Denn wäre alles nach Plan verlaufen, hätten wir die, wie immer unaufmerksamen und verwirrten Bastarde auf der anderen Seite der Türe getötet oder verletzt und grossen Sachschaden angerichtet. Unser Topf enthielt 3kg gepresstes Schwarzpulver, 250gr TNT, 3 Gaskartuschen, Zünder und ½kg Schraubenmuttern. Dazu wären auch die Splitter des Topfes gekommen. Es war ein guter Plan: alles oder nichts.

Die körperlichen und materiellen Ziele wurden nicht erreicht, die psychologischen sehr wohl. Nun lächeln wir, weil wir einen maximalen Alarm in allen Polizeikasernen verursachten, der bis zum 10. Januar dauerte und ihnen klar machte, dass wir zu allem bereit sind. Dass wohl sein mag, dass wir in den Anfängen stecken, aber auch, dass uns unsere Wut reifen lässt auf diesem Wege des Kampfes um Freiheit und Autonomie.

Wir widmen diese Aktion Pelao Angry [Spitzname für Sebastián Oversluij zusammengesetzt aus „Glatzkopf“ und der Stadtguerillagruppe „The Angry Brigade“], denn wir verstehen und teilen den Mut des Compa, in einer freien und wilden Welt leben zu wollen. Hoffentlich wirst du früher oder später gerächt…

Kraft für Mónica Caballero und Francisco Solar.
Kraft allen gefangenen und angeklagten Compas der Welt.

Nach der Ruhe der Sturm…

FreundInnen des Schwarzpulvers

Üb. mc, Lenzburg

Sevilla, Spanien: Brand in der Kirche Santa Marina

SOLIDARITÄT MIT ANARCHISTISCHEN GEFANGENEN

Brandanschlag auf die Kirche, die sich in der San Luis Straße in Sevilla befindet

Früh um 4 Uhr im Schutze der Nacht 4./5. Januar 2014 heulten die Wölfe wieder… Diesmal war es die Türe besagter Kirche, die in Solidarität mit den in Barcelona Verhafteten mit Mollis und Solischriften angegriffen wurde.

Für das Abscheuliche, das die Kirche und ihre Sitze darstellen und in Solidarität mit Mónica, Cariñoso und all denen, die kämpfen: keinen Schritt zurück. Wenn ihr EinEn von uns angreift, greift ihr uns alle an.

gESUNDheit und REVoLTe
FREIHEIT FÜR MÓNICA UND FRANCISCO

Üb. mc, Lenzburg

Tarbes, Frankreich: Doppelter Brandangriff

Gebäude der französischen Armee
Gefängnis in Tarbes

Wir bekennen uns zum Brandangriff auf ein Gebäude des französischen Militärs (35. Fallschirm-Artillerieregiment in Tarbes) am 27. Dezember 2013. Wir übernehmen auch die Verantwortung für den Brandangriff auf den Knast (in Tarbes) am 25. Dezember.

Beide Angriffe wurden in Solidarität mit und als Antwort auf den internationalen Aufruf für die in Barcelona verhafteten 5 ausgeführt; und auch in Solidarität mit allen unseren anarchistischen Brüdern und Schwestern, die in den Todeslagern der terroristischen Staaten gefangen sind.

Durch diese Aktionen wollen wir den französischen Faschos beweisen, dass ihnen die Straßen nicht mehr gehören. Die Zeiten, in denen sie straflos mordeten, sind vorbei.

Wir rufen alle Unsrigen auf, den Tod von Clément Méric blutig zu rächen.
Wir rufen alle Unsrigen auf, sich zu organisieren und zu bewaffnen.

Tod dem Staat
Tod den Faschisten
Tod dem Kapitalismus
Lang lebe die Anarchie
Lang lebe die Freiheit

Wir haben das aus Sicherheitsgründen nicht früher mitgeteilt.
GADI (Groupe Action Directe International)

Präzisierungen:
– Der Knast wurde mit einem Brandsatz und einem Sprengsatz angegriffen, der nicht explodierte.
– Das Militärgebäude wurde mit Napalm und Phosphat angegriffen.

Üb. mc, Lenzburg

Chilenische Knäste: Die Revolte im Kopf!

Es folgt ein Brief des Genossen José Miguel Sánchez Jiménez zu einer Contra Info-Veranstaltung, die am 11. Januar 2014 in dem Squat La Gatonera (Madrid) in Solidarität mit anarchistischen Langzeit-Gefangenen stattfand.

Kämpfende Brüder und Schwestern in Madrid, Spanien.
Ihr seid hier!

Während ich an die Distanz denke, die diese Worte tragen wird bis sie euch erreichen und einen Ruf nach der weltweiten totalen Befreiung übermitteln, grüße ich jede/n einzelne/n von euch mit erhobener Faust zum Klang von Revolte und schätze von ganzem Herzen die unterstützende Aktivität für Gefangene, die Langzeitstrafen absitzen müssen – eine Geste, die neuen Antrieb gibt, um den Kampf gegen die Knastgesellschaft fortzuführen und die Macht in all ihren Facetten konfrontiert.

In Wirklichkeit weiß ich nicht, wie ich diesen Brief an euch beginnen soll; ich konnte sogar in den letzten paar Tage nicht gut schlafen… Es muss aufgrund meiner Unruhe gewesen sein, die ich beim Näherkommen des Datums meiner Haftentlassung (27. Februar 2014) fühle. Ich schaue zurück und ich vergegenwärtige mir Schläge, Folterungen, Aufstände, Knastgewalt und so weiter. Während der 20 Jahre meiner Gefangenschaft war dies die Konstante; und ich leistete Widerstand und begab mich in den Kampf… Und hier bin ich: In Erinnerung schwelgend und an so viele GenossInnen denkend, die inhaftiert bleiben werden, und – erfüllt von Traurigkeit – wissend, dass sie weiterhin Teil der Knastgesellschaft bleiben werden – einem Biest, dessen Rachen danach dürstet KämpferInnen zu bezwingen und zu verschlingen.

Meine Gedanken sind mit all jenen, die in Knästen sein werden, den Brüdern und Schwestern im Kampf gegen die Macht. Ich sende ihnen allen meine Zuneigung, Stärke, meinen Mut und Respekt und erinnere sie daran, dass sie niemals allein sein werden. Unser Kampf wird ihre Begleitung sein und unsere Schläge ein Ansporn, der sie während der Gefangenschaft begleiten wird. Die Verpflichtung, die ich ihnen gegenüber – noch vor euch – habe, ist, dass kein Tag ohne Kampf für die Zerstörung der Knastgesellschaft vergeht; lasst nicht einen einzigen Tag vergehen, an dem nicht die Macht mit allen Mitteln angegriffen wird – kein Waffenstillstand, keine Kompromisse.

Während meiner obligatorischen Knastzeit lernte ich viele Strafinstitutionen dieses unbedeutenden Landes namens Chile kennen. In jedem Knast herrscht ein anderes System der Beherrschung, wo du niemals eine reiche Person finden wirst – nur arme Menschen, ein wahrhaftiger Spiegel externen Realität, wo Staatsgewalt in all ihrer Rohheit hervortritt, wo der/die Gefangene nur ein/e weitere/r Untergebene/r ist, wo die Schläge durch die Knastwärter das Alltagsgeschäft darstellen… verdammte Scheiße.

Indem ich daher an so viele Mauern und Gitterstäbe denke, verwirklichten sich die Zeilen in diesem Schreiben und widmen sich euch und all jenen, die uns das Feuer der Rebellion ihrer Aktionen durch diese Geste der Solidarität mit Langzeit-Gefangenen fühlen lassen. An jeden Bruder und jede Schwester, die diese Worte hören, an euch sende ich eine brüderliche Umarmung, revolutionäre Zuneigung und einen Kampfesruf gegen alles Etablierte.

Die Revolte im Kopf habend
grüßt euch brüderlich,

José Miguel Sánchez Jiménez.
10. Januar 2014.
Ex Penitenciaría of Santiago – Calle 9

PS: Meine Grüße, Anteilnahme und Stärke geht an meinen kleinen Bruder Francisco Solar (Panchito), Mónica Caballero und all jenen, die in Spanien und der ganzen Welt eingesperrt sind.

Für die Zerstörung der Knastgesellschaft
Für totale Emanzipation

Porto Alegre, Brasilien: Brandanschlag in Solidarität mit Mónica Caballero und Francisco Solar

Solidarität ist eine lebendige Kraft! Entfache sie!

Am Montag, 16. Dezember 2013, als eine heiße Sonne von 34°C unterging und der Vollmond am Himmel, der uns überspannt, aufging, statteten wir der Santander Bankfiliale, die sich auf der Osvaldo Aranha Allee, direkt vor einer Polizeiwache befindet, einen Besuch ab. Wir betraten die Bankanstalt und hinterließen ihnen ein Weihnachtsgeschenk neben den Bankautomaten mit der eindeutigen Absicht das Eigentum zu zerstören. Danach taten Zeit und Feuer ihren Teil. Wir gingen nicht dorthin um ihr schmutziges Geld zu stehlen; sondern um es zu vernichten. Wir setzten unsere Pläne um:

Wir griffen an, verursachten Zerstörung, verschwanden unverletzt und demonstrierten mit dieser Aktion, dass Solidarität nicht einfach eine leere Parole ist oder nur in Worten in all ihrer Großartigkeit lebt. Diese kleine Geste zeigt uns, dass die erhöhten Überwachungsmaßnahmen in der Stadt unsere Sehnsucht der Macht konstant zu trotzen nicht stoppen können; wir können immer einen Weg finden, der „großen Bestie“ zu entkommen, angefangen mit der Dekonstruktion unserer eigenen Ängste.

Lasst dies den Anzünder für alle rebellischen Herzen sein, Aktionen im Kampf gegen die „Projekte zur Wachstumsbeschleunigung“ sowie der Weltmeisterschaft 2014, die mit Hochgeschwindigkeit angetrampelt kommt, in die Tat umzusetzen. Dass sich der Kampf nicht nur auf diese Sportveranstaltung, die sehr viele Menschen verletzt beschränkt, ist offensichtlich. Durch die Hitze dieses Feuers signalisieren wir außerdem Rafael Vieria und Jair Seixas Rodrigues „Baiano“ (eingesperrt in Rio de Janeiro wegen der Riots in den vergangenen Monaten), jenen, die sich gegen das Wasserkraftwerk in Belo Monte wehren, alljenen, die als Ergebnis der Proteste in Brasilien (von Juni bis September) im Winter mit Prozessen und Verfolgung konfrontiert sind, unsere Solidarität. Selbstverständlich fühlen wir keine Distanz zu allen, die in jeder Ecke dieser Welt gegen die Macht kämpfen und mit der Wucht des Strafvollzugsystems in Konflikt geraten in Argentinien, Griechenland, Indonesien, Chile, Italien, den USA, Bulgarien, Mexiko, der BRD, Spanien.

Mit diesem kleinen Angriff auf die spanischen Interessen, senden wir unsere Kraft und Solidarität an Mónica Caballero und Francisco Solar, die hinter den morbiden Gitterstäben des spanischen Staates, isoliert im FIES Hochsicherheitsregime, eingesperrt sind.

Aktive Solidarität mit allen Methoden gegen die Repression!

Kraft und Solidarität für Mónica und Francisco!

Freiheit für Baiano und Rafael Vieria, Gefangene in Rio de Janeiro!*

Anmerkung: Wir haben keinen Bericht über den Angriff letzte Nacht (16.12.2013) in den Massenmedien gefunden, obwohl die Zerstörung effektiv war, die Geldautomaten beschädigt wurden und die Bank bis jetzt geschlossen ist.

Auf Portugiesisch

* Laut FIST wurde Baiano entlassen; sie schmissen am 22. Dezember eine Willkommensparty für ihn.

Athen: Bekennerschreiben für die Platzierung von Brandsätzen

In den frühen Morgenstunden des 27. Dezember 2013 platzierten wir zwei Brandsätze mit geringer Sprengkraft an zwei Filialen der „Christou Bäckerei“ (die sich in der Hippokratous- und der Voulgaroktonoustraße, auf der Acharnon und in der Olympiastraße befinden). Die Bäckereien dieser Kette gehören der Ehefrau des Mitglieds der Goldenen Morgendämmerung und Parlamentsmitglieds Germenis und ihrer Familie. Sie ist selbst ein führendes Mitglied des Frauenkerns der Partei Goldene Morgendämmerung und spuckt auf die Vergangenheit ihres gewerkschaftlich aktiven Vaters. Wir nehmen jede „Infrastruktur“ ins Visier, die der Nazi Goldenen Morgendämmerung Geld verschafft, jede Firma, jedes Unternehmen ihres Interesses.

Entflammbare Grüße an alle kämpfenden Gefangenen.

Solidarität mit unserer Schwester Mónica Caballero und unserem Bruder Francisco Solar, vom spanischen Staat wegen brandstiftender Aktivitäten gefangen gehalten.

AnarchistInnen

Spanien: Brief der Genossin Mónica Caballero und des Genossen Francisco Solar nach dem Ende der Internationalen Woche der Solidarität

Hier sind wir also wieder, umgeben von diesen Mauern und Gittern, zwischen Kameras und Kerkermeistern. Hier sind wir wieder, ohne den Kopf einzuziehen und stolz auf das, was wir sind. Stolz darauf, ein Teil des unberechenbaren Sturms zu sein, der darauf zielt, jede Spur der Macht zu beseitigen. Deren Maske wurde einmal mehr herabgerissen und sie wurde sichtbar als das, was sie wirklich ist, in ihrer ganzen Brutalität und, warum nicht, auch in ihrer ganzen Schwäche. In diesem besonderen Fall zeigt die Kollaboration zwischen dem chilenischen und dem spanischen Staat mit dem Ziel unserer Einkerkerung, wie sie sich koordinieren können zum Zweck des Umgangs mit allem, was sie als Bedrohung wahrnehmen. Doch die Wichtigkeit, die diese Herren der Macht uns beimessen, ist nichts anderes als ein Zeichen ihrer Fragilität. Ihre widersprüchlichen Sicherheitsdiskurse sind nur der Deckmantel, der ihre Angst verbirgt, denn sie wissen, wie schnell ein Zufall um sich greifendes Chaos auslösen kann. Ihre Überfälle und Knebel geben uns nur noch mehr Stärke, unsere Ideen und unser Leben zu schärfen und befähigen uns, in permanenter Konfrontation zu sein.

Mit einer festen Umarmung begrüßen wir jeden Ausdruck von Unterstützung; sie sind ein Schub, der die Gefängnisgitter schwächt. Wir verstehen unter Solidarität, unsere anarchistischen Ideen konstant in die Tat umzusetzen, in allen ihren Formen, die dem Feind zu verstehen geben, dass nichts hier zu Ende ist, dass alles weitergeht, sei es im Gefängnis oder auf der Straße. Wo immer wir auch sein mögen: keine Minute Ruhe, und ein Leben im Kampf. Wir grüßen ganz besonders die immensen Zeichen der Solidarität von Genossen, die ihren eigenen Körper als Waffe gebrauchen, indem sie einen Hungerstreik durchführten [dies bezieht sich auf Marcelo Villarroel, Freddy Fuentevilla, Juan Aliste, Hans Niemeyer und Carlos Gutiérrez Quiduleo, Gefangene in Chile, die während der Internationalen Woche der Solidarität in einen symbolischen Hungerstreik getreten waren].

Wir grüßen jene, die weiterhin Komplizenschaften knüpfen, jene die ins Unbekannte aufbrechen, jene die durch Ungewissheit motiviert werden, jene, die auf Anarchie bestehen. Ihnen gilt unser Respekt und unsere Zuneigung.

Wir haben mit großer Trauer die Nachricht vom Tod Sebastiáns erhalten, doch zugleich sind wir von Freude erfüllt, denn wir wissen, dass sein Leben mit seinen Idealen übereinstimmte: voll und ganz ein Krieger. Wir wären herzlich gern bei den Genossinnen und Genossen, um mit ihnen um unseren Gefallenen zu trauern, doch wir können nur von hier aus viel Stärke und ein “Wir werden euch bald wiedersehen” senden.

Mónica Caballero
Francisco Solar

in spanisch