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Für Übersetzungen, Korrekturen und/oder Originalmaterial für Veröffentlichungen, wie zB Updates von der Straße, Berichte von Aktionen, Bekennerschreiben, Texte über gefangene oder verfolgte GenossInnen, Aufrufe, Broschüren, Meinungen, usw.: contrainfo(at)espiv.net

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Ausgabe 5 der anarchistischen Flugschrift Rhizom erschienen

erhalten am 28. 10. 2018

“Rhizom” die “Anarchistische Flugschrift zur Unterstützung des Kampf gegen Gentechnik und die Welt, die sie benötigt” erscheint unregelmässig auf Deutsch, Italienisch und Französisch. Exemplare können unter rizom@immerda.ch
bestellt werden.

Homepage: rhizom.noblogs.org (Dort stehen auch die vorherigen vier Ausgaben zum Download bereit)

Falls ihr euren Artikel im «Rhizom» veröffentlichen wollt, sendet uns doch ein E-Mail und die Chance ist groß, dass wir euch antworten werden.

Ausgabe 5 der Rhizom im pdf-Format

Lissabon, Portugal: Das CLL stellt sich auf der Buchmesse vor

erhalten am 26.10.18

Am 26., 27. und 28. Oktober wird das CCL (CENTRO DE CULTURA LIBERTÁRIA) von Cacilhas-Almada auf der Anarchistischen Buchmesse in Lissabon vertreten sein. Diese wird drei Tage lang libertären Verlagen, Ideen und Bewegungen, mit Ständen, Debatten, Konzerten und Workshops gewidmet sein.

Schon am ersten Tag, wird es um um 21.30 Uhr, eine Präsentation über das Zentrum für Libertäre Kultur und seine aktuelle Situation gegeben. Dieses  Zentrum wurde bereits 1974 von alten libertären Kämpfer*innen gegründet, die sich der Diktatur widersetzten. Es beherbergt u.a. eine bedeutende Bibliothek mit Schriftstücken der letzten hundert Jahre und ist ein wichtiger libertärer, selbstverwalteter kultureller Ort für inzwischen mehrere Generationen. Nachdem es bereits in den letzten Jahren von Räumung bedroht gewesen ist, benötigt es aktuell finanzielle Unterstützung, um den Betrieb auch nach Auslaufen des Mietvertrages weiter aufrecht halten zu können. Weitere Infos auf: https://culturalibertaria.blogspot.com.

Hier findet ihr das komplette Programm der Libertären Buchmesse von Lissabon : https://feiraanarquistadolivro.net/programa.php

auf portugiesisch

Mailand: Hände weg von der Villa Vegan!

Solidaritätsaufruf, erhalten am 27.10.2018

Die Villa Vegan ist ein anarchistisches besetzter Freiraum im Norden Mailands. Seit 20 Jahren werden dort Veranstaltungen, Konzerte und Aktivitäten zu Themen, wie Befreiung von Tier, Mensch und der Erde, Queer-Feminismus, Gefangenen-Solidarität, Anarchismus, organisiert.

Seit einigen Tagen geht das Gerücht um, dass sie am Dienstag den 30.Oktober, die Villa Vegan räumen wollen. Wir halten diese Information für vertrauenswürdig und sind entschlossen Widerstand zu leisten.

Deshalb rufen wir alle solidarischen Leute dazu auf, sich der gemeinsamen Vorbereitung anzuschließen, um den Widerstand und die Mobilisierung gegen die Räumung vorzubereiten.

Kommt alle  vorbei, gerne auch zur Übernachtung!

Verteidigen wir gemeinsam einen anarchistischen Raum, der seit 20 Jahren besetzt ist!

-Aktualisierungen folgen-

Villa Vegan Occupata
Via Litta Modignani, 66
20161 – Milano
https://villavegansquat.noblogs.org/

Santiago, Chile: Mitteilung der gemeinschafltichen Anarchistischen Bibliothek “Denjiro Kotoky y Suga Kanno”

erhalten am 18.10.18

Als Bibliothek verkünden wir, dass wir mit festen Terminen zurückkehren, die jeden Samstag von 17-19 Uhr im Park Pierre Dubois (in der Nähe des Skateparks) stattfinden werden. Wir laden euch ein, euch zu beteiligen und zu versuchen, die Monotonie des Alltags zu durchbrechen, Ideen hervorzubringen, das Projekt und das interessante Material, das wir haben, kennenzulernen. (Einen Katalog unseres Leihbestandes könnt ihr per E-Mail anfordern. Bestellungen werden dann an den Veranstaltungstagen ausgehändigt)

Scheut euch nicht vorbeizukommen, auch wenn ihr euch noch nicht als Gemeinschaftsmitglied unserer Bibliothek registriert habt (und auch mit keiner Buch bzw. Sachspende am Projekt beteiligt seit)

Wir erinnern euch daran, dass dieser Raum sich gegen die Herrschaft und Autorität in ihren vielen Ausdrucksformen stellt, sowohl gegen Speziesmus, Rassismus, Machismus, wie vielen anderen.

https://bibliotecakotokuykanno.wordpress.com/

Hambacher Wald: Manheim lebt!

Quelle: hambacherforst.org

Während die Polizei die MAZ ( Manheim Autonomous Zone ) 46 an der Ecke Friedensstraße und Forsthausstraße gegen die Besetzung in Aktion tritt, lassen die BesetzerInnen in einer Mitteilung u.a. verlautbaren:

Um die Ausbreitung des Tagebaus zu verhindern, scheint uns die Besetzung Manheims als nächst logischer Schritt. Mit den Erfolgen der letzten Monate, den Einbußen, welche RWE einstecken musste und dem öffentlichen Druck auf die deutsche Politik, geht es jetzt darum weiter in der Offensive zu bleiben um die Region vor der kompletten Zerstörung zu bewahren.

Wir rufen alle Menschen dazu auf die freien Räume Manheims und der umliegenden Dörfer mit kreativem Leben zu füllen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und mit einem Satz Schraubenzieher und einer Brechstange lassen sich viele Räume öffnen. Doch auch mit Kuchen und Gesprächen kann ein bunter Widerstand weiter getragen werden.

Valparaíso, Chile: Anarchistische Tage

erhalten am 26.10.2018

Aus Valparaíso, der V  Region Costa  – vom chilenischen Staat beherrschten Gebiet, verbreiten wir eine geschwisterliche Einladung, sich an den Aktivitäten zu beteiligen, die im Rahmen der Anarchistischen Tage 2018 duchgeführt werden:

Anarchistisches Treffen der Propaganda und des anarchistischen Buches

Vorlaüfiger Ablauf:

1. Samstag 17. November, 16 Uhr, im “ESPACIO FÁBRICA”

Eröffnung, Solidarität in Aktion

Forum für Verlage: “Die Edición Anárquica über Gebiete im Konflikt”
Solidarische Lotterie / Musik / Theater / Bingo – zur Unterstützung, der vom 21. Mai-Fall “Montaje” betroffenen Gefährt*innen.

2. Sonntag 18. November, 12 Uhr / im “CASA EL CONSULTORIO”

Treffen der Propaganda und des anarchistischen Buches

  • Messestände
  • Unterhaltungen
  • Präsentationen
  • Workshops
  • Aktivitäten
  • Abendessen und Verkauf von Solidaritätsessen

3. Sonntag, 25. November / im Sede Vecina (muss noch bestätigt werden)

  • Treffen für Land, Meer und gegen die Verwüstung
  • Workshops
  • Unterhaltungen
  • Präsentationen
  • Veganes Buffet
  • Messe von Verlagen und selbstverwalteten Produkten – frei von Ausbeutung und Tierleid
  • Platz zur gemeinsamen Nutzung

Wir sind gerade dabei die genauen Zeitabläufe zu planen und hoffen dass ihr teilnehmen könnt.

Umarmungen und Anarchie

Bolivien: Anarchistische Messe

erhalten am 22.10.2018

In dem,  vom mulitethnischen Staat Bolivien, beherrschten Gebiet und mit der Unterstützung  gleichgesinnter Gefährtìnnen, haben wir uns dazu entschlossen, eine anarchistische Messe zu veranstalten.

Sei den repressiven Angriffen im ganzen Land (Mai 2012) haben sich viele abgewendet. Andere halfen der Polizei und andere entschieden für dafür, jede ausgeführte und geplante anarchistische Initiative mit Dreck zu besudeln.

Auf gewisse Weise erschwerte es die Entstehung einer Messe. Wir sind es aber schon lange leid, zu warten, wenn tatsächlich  nichts passiert. So sind einige Initiativen hervorgebracht wurden, wie z.B. die Biblioteca Flecha Negra oder Ediciones Anarquistas, die als Wurzelwerk  hervorgekommen sind,  das  uns in die Rebellion verwickeln will.

Und so wurde jetzt,  auf diesem Gebiet, die 1. Anarchistische Messe geboren. Bereitet euch auf den Januar 2019 vor, Wir freuen uns darauf, uns auszutauschen, zu debatterien und uns den Staat entgegenzustellen, wie jeher, in Erinnerung an unsere Gefallenen und Entführten.

Grüße und, es lebe die  Anarchie!

Berlin: Brandanschlag auf RWE-Niederlassung

Quelle: Indymedia vom 11.10.2018

Wir haben gestern Nacht im Eingangsbereich der Gaußstraße 11 in Berlin-Charlottenburg mehrere Brandsätze gezündet. Dieses Feuer der Solidarität gilt der dort ansässigen RWE-Innogy-GmbH und ist Ausdruck unserer Verbundenheit, die wir mit den Besetzer*Innen im Hambacher Forst verspüren. Trotz vorläufigem Rodungsstopp ist uns nicht nach feiern. Die zerstörerischen Machenschaften von RWE und sonstigen Energiekonzernen gehen an anderen Stelle ungestört weiter. Sie liefern den Treibstoff der den globalen Kapitalismus am laufen hält, dessen Existenz auf der Ausbeutung, Kontrolle und Vernichtung von Mensch und Natur beruht.

Neben dem Konzern und seinen Bütteln, die sowohl im staatlichen wie auch privaten Auftrag zuschlagen, sind die verlogene Politik und die Lakaien in den Richterroben genauso Teil dieser Misere. Sie alle handeln im Dienste des Kapitals, wie uns die Ereignisse der letzten Wochen lehren. Deshalb sollten wir uns nicht von Versprechen und Gerichtsentscheiden in die Irre führen lassen, denn die selbe Rechtsprechung ist es, die unter dem Vorwand des Brandschutzes zur Räumung pfeift oder unsere Freund*Innen in den Knast sperrt.

Für Freiheit und Revolte
Liebe und Kraft den Gefangenen
Feuer und Flamme für RWE

(A)

auf italienisch

Madrid: Veranstaltung über Soziale Netzwerke am 28. Oktober

erhalten am 21.10.2018
Gespräch- Debatte: Netzwerke der Herrschaft: Mit dem Bezug auf Soziale Netzwerke und ihr Einfluss auf die Kämpfe und das tägliche Leben.
– Sonntag, 28. Oktober.
– Um 19.00 Uhr
– Plaza de Oporto, Madrid.
Metro: Porto.
(Wenn es regnet oder bei schlechtem Wetter, werden wir ins Anarchistische Lokal Motín (C / Matilde Hernández, 47) umziehen)Für weitere Informationen: localanarquistamotin.noblogs.org

Der Staat war immer mit verschiedenen Werkzeugen ausgerüstet, um Kontrolle über unsere Fähigkeiten und unser Leben auszuüben, sei es durch Angsterzeugung, Erpressung usw.

Gegenwärtig leben wir in einem System mit milderem Antlitz. Es ist aber deshalb nicht weniger schädlich für den Menschen, wie für das Ökosystem. Die Demokratie sucht die Kontrolle aller Aspekte unsere Lebens, gleichermaßen auf einem gemeinschaftlichen, wie individuellen Level. Zu diesem Zweck wurden die Technowissenschaften entwickelt. Sie wurden zu einer Art Gottheit für die Gesellschaft und das Leben, auf kollektiver, wie individueller Ebene.

Durch neue Technologien können sie uns auf der Straße und auch bei unserer Arbeit kontrollieren. Sie verfügen über die Kontrolle über unsere Gesundheit, die Art, wie wir uns reproduzieren, einschließlich unsere Geisteshaltung und Vorstellung über die Welt. Für jeden dieser Aspekte gibt es vielfältige technologisch-wissenschaftliche Felder, aber heute wollen wir uns auf etwas viel einfacheres fokussieren: SOZIALE NETZWERKE

Sowohl auf biologischer Ebene (Einfluss auf unsere Konzentrationsfähigkeit und Gedächnisleistung), wie auch psychologische (Individualisierung, Oberflächlichkeit in menschlichen Beziehungen) werden wir reflektieren, wie Soziale Netzwerke in der Lage sind, unsere Wahrnehmung der Welt sowie die Möglichkeiten miteinander in Kontakt zu treten, zu verändern. Sie sind Teil unseren täglichen Lebens und sind in der Lage, die Sprache, das Verständnis der Welt und der Gesellschaft, die uns umgibt, zu verändert, bis hin zu dem Punkt, dass dass der Versuch, von ihnen wegzukommen, zur Isolation von einer Gesellschaft isolierter, kybernetisch verbundener, Individuen führt. Das gilt auch für kämpferisch anarchistische, antiautoritäre Umgebungen usw. Deshalb denken wir darüber nach, wie Netzwerke auch im Kampf beeinfusst haben, nicht nur aus einer Perspektive mangelnder Sicherheit, sondern auch, wie wir den Kampf begreifen.

Mexiko: Miguel Peralta im Hungerstreik

erhalten am 23.10.2018

Ab dem Morgen des 19. Oktober hat der Gefährte Miguel Peralta Betanzos einen Hungerstreik begonnen. Er fodert, dass der für Fall zuständige Richter einen Freispruch verkündet

Erinnern wir uns daran, dass Miguel der  “Gemeindeversammlung von Eloxochitlan de Flores Magón” (Asamblea Comunitaria de Eloxochitlan de Flores Magón) angehört, eine Gemeinschaft der Mazateken in Oaxaca, die sich seit Jahren im Widerstand befindet, um ihre gemeinschaftliche Organisationsform gegen die autoritäten und dorftyrannischen Methoden, politischer Parteien zu verteidigen.

Aufgrund diesen Widerstandes sitzen sieben Mitglieder der Versammlung, mehrere umgesiedelte Familien und dutzende Gefährt*innen mit offenen Haftbefehlen, in verschiedenen Gefängnissen des Staates Oaxaca.

Miguel’s Hungerstreik ist ein Weg, den Kampf für seine Freiheit und für die Freiheit seiner Gemeinschaft,  aus dem Gefängnis heraus, fortzusetzen,

Wir bekunden hiermit unsere Solidarität!

Für die Freiheit von Miguel Peralta!

Für die Autonomie von Eloxochitlan de Flores Magón

Freiheit für Alle!

ABC Mexiko

Solidarität mit den Angeklagten vom 24. Juni 2016 in Basel, Schweiz

Grafik: Anarchistisches Inforadio LORA (infolorafr.noblogs.org)

Am 24. Juni 2016 fand eine Demonstration gegen Rassismus, Repression und Verdrängung statt. Während dieser Demonstration wurden gezielt Institutionen und Firmen, die an den bestehenden Verhältnissen beteiligt sind, angegriffen – darunter unter anderem ein Büro der grössten rechtspopulistischen Partei (SVP), das Basler Strafgericht, eine private Sicherheitsfirma und die anrückende Polizei.

Am selben Abend wurden 14 Personen verhaftet, denen eine Beteiligung an der Demonstration vorgeworfen wird. Davon sassen sieben Menschen mehrere Monate in Untersuchungshaft. Einige Wochen später wurde eine weitere Person eingesperrt. Im Verlauf des Verfahrens wurden weitere vier Personen vorgeladen und mitangeklagt. Aus der Anklageschrift ist ersichtlich, dass die Staatsanwaltschaft eine Schiene fährt, die allen 18 Angeklagten vorwirft, diese Delikte gemeinsam und „arbeitsteilig” begangen zu haben.

Der Prozess beginnt am 24. Oktober 2018 am Basler Strafgericht. Es sind 5 Tage eingeplant, die Urteilsverkündung ist am 30. Oktober. Die Verhandlung wird durch ein Dreiergericht geführt, welches theoretisch Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren verhängen kann.

Die Empörung gegenüber der stattgefundenen Gewalt gegen Sachen und gegen anrückende Polizist*innen ist heuchlerisch. Gewalt beginnt nicht erst mit dem Werfen von Steinen während einer Demonstration. Die Angriffe des 24. Juni 2016 stehen in keinem Verhältnis bspw. zu den tausenden Menschen auf der Flucht, die entweder in Lagern und Abschiebeknästen eingesperrt oder mit der perspektivlosen Situation innerhalb der „Festung Europa” konfrontiert werden. Wenn die Staatsanwaltschaft mit den Bildern der gewaltbereiten Demonstrant*innen hetzt, dann geht es gleichzeitig darum, die Realität der alltäglichen Gewalt aus den Köpfen der Menschen zu verdrängen.

Wir begrüssen es, dass sich Menschen selbstbestimmt und ohne zu fragen die Strasse genommen haben, um sich gegen bestehende Unterdrückung aufzulehnen. Militanz betrachten wir als ein Mittel, um direkt in Missstände einzugreifen und über einen rein symbolischen Protest hinauszukommen.

Die Repression gegen diese 18 Menschen kann auf keinen Fall als alleinstehend betrachtet werden. Denn Repression ist ein notwendiges Mittel, um das reibungslose Funktionieren einer Gesellschaft, die auf enormen Ungleichheiten aufbaut, zu gewährleisten. Menschen werden aufgrund ihres sozialen Status, ihres Aussehens, einer widerständigen Praxis oder ihrer rechtlichen Situation diskriminiert, bestraft oder eingesperrt. Diese repressiven Mechanismen dienen dazu, dass privilegierte Menschen ihre Privilegien behalten und andere Menschen von diesen ferngehalten werden. Repression ist kein Einzelereignis, sondern alltäglicher Bestandteil unserer Gesellschaft.

In einem Moment, in dem Medien und die Justiz versuchen, uns zu spalten, müssen wir stärker denn je zusammenhalten und unsere Solidarität auf vielfältige Art und Weise ausdrücken. Für uns spielt es keine Rolle, ob die Angeklagten schuldig sind oder nicht. Wehren wir uns gemeinsam, trotz unterschiedlicher Ausgangslagen! Zeigen wir uns solidarisch mit den Angeklagten vom 24. Juni 2016. Zeigen wir, dass unsere Solidarität stärker ist als staatliche Gesetze und Repression.

Mehr Infos unter: https://dmadeimdaig.info

auf französisch / auf englisch

 

Russland: Stellungnahme von Rupression.com zur Kampagne für die im Rahmen des Netzwerk-Falles Verfolgten

“Eure Folter wird unsere Ideen nicht töten” Marsch von Anarchist*innen und Antifaschist*innen am 1. Mai 2018

Im Februar 2018 wurde in Russland eine Kampagne gestartet, um die Angeklagten im Netzwerk-Fall zu unterstützen. Zu den Hauptzielen der Kampagne zählten die Beschaffung von Mittel für Rechtskosten, die Organisation humanitärer Unterstützung für die Festgenommenen und die Unterstützung ihrer Angehörigen. Die Spenden wurden entsprechend den finanziellen Verhältnissen der jeweiligen Familien und den Bedürfnissen der Verhafteten verteilt. Weitere finanzielle Unterstützung wird entsprechend den Entscheidungen der Festgenommenen verteilt.

Zwei der Angeklagten, Igor Shishkin und Yegor Zorin, kooperieren derzeit mit den Ermittlungsbehörden.

Igor Shishkin hat keine Folterklage eingereicht, obwohl das unabhängige Kontollkommitée (ONK) von Spuren von Folter an seinem Körper berichtet hat. Vor seiner Anwesenheit im Gericht hat er eine Vereinbarung unterzeichnet, die bedeutet, dass er seine Schuld vollständig eingestanden hat. Er kooperiert aktiv bei der Untersuchung des Strafverfahrens und tätigt auch Zeugenaussagen gegen andere Verdächtige. Seine Aussage kann sich (entsprechend Kapitel 5 des Gesetzes 317.7 des russischen Strafprozessrechts, UPK RF) strafmildernd auswirken. Igor ist der einzige Angeklagte, der von der offiziellen russischen Bürger*innenbeauftragte für Menschenrechte, Tatjana Moskalkowa, besucht wurde, aber während des Besuches nichts von Folter erwähnt hat. Seitdem hat er sich bei einem Kreuz-Verhör mit einem anderen Angeklagten auf die Seite der Staatsanwaltschaft geschlagen. Diese Position wirkt sich nachteilig auf Mitangeklagte auf und führt zu zusätzlichem Druck auf alle, die für sich selbst und für Gerechtigkeit kämpfen.

Jegor Zorin, der im Herbst 2017 gefoltert wurde, hat seine Schuld eingestanden und kooperiert seitdem mit den Ermittlungsbehörden. Er hat nie eine Folterklage eingereicht.

Im Rahmen der Unterstützungskampagne erachten wir es für unmöglich, Angeklagte, die an der Untersuchung mitarbeiten, gegen die Interessen der anderen Mitangeklagten zu unterstützen. Daher wird finanzielle Unterstützung für diese Angeklagte nicht aus dem gemeinsamen Fonds bereitgestellt. Wer Shishkin unterstützen möchte, kann es über seine Verwandten tun. (Hinweis auf Link, im Original aber nicht angegeben).

Wie auch Shishkin und Zorin, wurden alle Angeklagten in dem Fall von den Behörden gefoltert und manipuliert. Wir sind bereit, die beiden zu unterstützen, wenn sie sich für eine kollektive Verteidigungsstrategie entscheiden, statt einer individuellen.

Spenden

Yandex-money ABC — S-Petersburg:

41001160378989

PayPal

abc-msk@riseup.net

Bitte in Euro senden

rupression.com

auf englisch

Gegen G20 (vom 30. November bis 1. Dezember) in Buenos Aires

erhalten am 21.10.2018

Aufruf zur Rache

Unsere Scharen organisieren, unsere Logistik verfeinern, uns individuelle und kollektive Sicherheitstrategien aneignen, kreativ sein für den Boykott und die Konfrontation.. Auf der Straße werden wir uns im Schwarzen Block finden… der Aufstand existiert und hält sich in der Komplizenschaft…

Dieses ist ein Aufruf an die Aufständigen der Welt und zuletzt an die BewohnerInnen des Abya Yala (Gebiet, das Lateinamerika genannt wird), angesichts der Dringlichkeit, unsere Solidarität und Revolte, im Zusammenhang mit dem nächsten G20, zu entfalten. . Dieses Jahr wird das Treffen der Gruppe der 20 in der Stadt Buenos Aires, Argentinien, ausgetragen.

Es ist ein internes Kommuniqué. Die Verbreitung sollte nach individuellen Kriterien erfolgen und Niemandem offen gelegt werden. Wir sind nicht daran interessiert, der Polizei die Arbeit zu erleichtern.

Zum ersten Mal, wird der Gipfel der größten Vetreter*innen des massenmörderischen Neoliberalismus seinen Sitz in einen der lateinamerikanischen Staaten haben, als Zeichen und Grund zum Feiern des großen Vormarsches, die der Kapitalismus immer noch unternimmt.

Abya Yala befindet sich in einem Prozess sozio-politischen Übergangs. Populäre Regierungen (deren progressive Lügen wir niemals geglaubt haben und die uns auch ermordet haben) zu offen neo-liberalen Regierungen, die tagtäglich die Unterwerfung der Repression, die Vernichtung der Erde, Enteignung und Genozid an Ureinwohnern vertiefen. Mit ihren wirtschaftlichen Vereinbarungen, die die Armut ansteigen lässt und (wir wissen es bereits) immer nur den Armen hilft und diejenigen tötet, die Widerstand leisten und Solidarität für diese Anliegen zeigen. (Die letzten beiden Fälle im Wallmapu, die internationale Bekanntheit erzielten, waren die von Santiago Maldonado, während einer staatlichen Vergeltungsmaßnahme in Pu Lof im Widerstand von Cushamen, wo er mit der Gemeinde der Mapuche sympathisierte. Und wenige Monate später die Ermordung des Mapuche-Gefährten Rafael Nahuel. Ihm wurde, in den Händen der Nationalen Präfektur, im Zusammenhang mit der Wiederinbesitznahme angestammten Landes, in den Rücken geschossen).

Diese Fälle hatten ihre internationale Aufmerksamkeit, aber wir wissen alle von tausenden KämpferInnen überall, die seitens der Medien unsichtbar geblieben sind. (Zusätzlich zu den unzähligen Ermordungen durch Polizeikräfte, Militär und paramilitärische Kräfte, die in den marginalisiertesten Sektoren und gegen die am stärksten Unterjochten zu verzeichnen sind)

Lasst uns in diesem Zusaammenhang nicht vergesssen, dass dieser Gipfel auch Teil des widerwärtigen und unbestraften IIRSA (Infrastrukturinitiative zur regionalen Integration Südamerikas) ist und als dessen Feierstätte gilt. Dieser Plan, der vor den Augen aller, Millionen von Gebieten, Gemeinden, Tiere verschlingt und wieviel Wald, Flüsse, Gebirge und Hügel “behindern” den Entwicklungfortschritt?

Als Menschen, die Grenzen und die Staaten, die sie repräsentieren, ablehnen, als Menschen, die den gleichen faschistisch-liberalen Regierungen unterworfen sind, als Gefährt*innen aller, die in den Händen des Staates ermordet wurden, als fühlende Individuen, die sich nach endgültiger Zerstörung aller Staaten, Ausbeutung und Repression (die uns das Leben nimmt), sehnen.

Lasst uns unsere Netzwerke aktivieren. Wir treffen uns im Zorn gegen das Bestehende. Begegnen wir uns, verbünden wir uns, schmieden wir gemeinsam einen Komplott, bis alles fällt. Dieses Jahr, beim G 20. Lasst uns alles platt machen!

Vom 25.11 bis zum 1.12 wird es eine Woche globalen Handelns gegen die G20 und dem IWF geben.

Speziell für den 30. November wird dazu aufgefordert, alles zu mobilisieren und überall, weltweit gegen die G20 und den IWF zu demonstrieren.

Nieder mit den Staaten und all ihren Polizeikräften!

Reißt die Gefängnisse und die Grenzen nieder!

Es lebe der Aufstand und der Widerstand

Tod dem Staat und es lebe die Anarchie

MARICHIWEW

Madrid: 2. Ausgabe der anarchistischen, spanischsprachigen Stadtteilzeitung “Hier und Jetzt”

Nr. 2. / 1000 Exemplare / Drei Ausgaben im Jahr / Oktober 2018 / Gratis

Aquí y Ahora (Hier und jetzt)

Anarchistische Zeitung aus den Vierteln Aluche und Carabanchel

Zusammenfassung:

Die Psychiatrisierung  des Alltags 2

Nationalismus, Vaterland und Grenzen: Ablenkungsmanöver in aufwühlenden Zeiten  4

Der Aufstieg des Faschismus in Europa 5

Anhang: Solidarität 7

feste Verteilstellen: Local Anarquista Motín (Anarchistisches Lokal), Ateneo Libertario de Carabanchel Latina (Libertärer Kulturverein) , Casa Autogestinada del Bario Aluche (Selbstverwaltetes Haus) , Centro Social Okupado Anarquista La Gatonera, (besetztes Soziales Anarchistisches Zentrum),  Espacio Social Liberado Autogestionado EKO (Befreiter Selbstverwalteter Sozialraum EKO)

Andere Verteilstellen: In den Metros von Aluche, Carabanchel, Oporto, Carpetena und Vista Alegre. In Kulturzentren, Bibliotheken und an anderen öffentlichen Orten.

Wenn ihr euch an der Verteiligung beteiligen oder Beiträge beisteuern wollt, für Anregungen und um in den Kontakt zu treten, meldet euch bei: aqui_y_ahora@riseup.net.

Werft diese Zeitung nicht weg. Wenn ihr fertig seit mit lesen und sie nicht behalten wollt, lasst sie irgendow sichtbar liegen, damit sie mitgenommen werden kann

3. Ausgabe der spanischsprachigen Zeitung “Aqui y Ahora” zum Download

Vigo, Galizien: Antirepressive Tage – Die Geschichte der “COPEL”

erhalten am 16.10.18

Wie jeden Herbst, organisiert die CNT-Vigo, Anti-Repressions-Tage mit der Absicht, auf die Kriminalisierung von Gewerkschaften und sozialen Kämpfen, die Repression des Staates und die andauernde Verschlechterung der Behandlung und der Situation von Gefangenen in Gefängnissen, aufmerksam zu machen.

Diese Lage ist kein außergewöhnliches oder punktuelles Problem. Vielmehr handelt es sich um eine Situation, die u.a. dank der Schaffung des Gefühls der Angst, als Instrument der Vorherrschaft und auch von Sündenböcken (wie die angebliche Zunahme sowie fehlender Schutz vor Kriminalität oder Angst vor Migration) erhalten bleibt. Die ganze Situation spiegelt sich in dem überproportionalen Vormarsch der extremen Rechten und des Faschismus in Europa, der Zunahme von Sanktionen und der Wandlung dieser, zu Strafvollzugsarten wider, die zuvor nur zu bloßen Wirtschaftssanktionen führten.

Dieses Jahr setzen wir unseren Schwerpunkt auf die Organisation “Coordinadora de Presos En Lucha (COPEL)”, eine historische Bewegungen von Gefangenen, die, während der Übergangspase zur Demokratie, für Freiheit und Grundrechte kämpfte. Diese Veranstaltung wird an folgenden Tagen stattfinden:

FREITAG. 19. Oktober um 19.00 Uhr, Filmvorführung und Debatte der Dokumentation “COPEL: Eine Geschichte der Rebellion und Würde“, bei der CNT Vigo, in der Calle Prinzipe 22, Local 34, Galerias

ponFREITAG, 26. Oktober, um 19. Uhr Diskussion-Debatte mit José Manuel Botana, Mitglied von COPEL, bei der CNT Vigo, in der Calle Prinzipe 22, Local 34, Galerias

Die CNT-Vigo hat die Aufgabe, die Realität zu analysieren und die Ursachen dieses Systems zu erklären. Aus diesem Grund tätigen wir einen Aufruf mit dem Ziel, die Organisation dieser Veranstaltung, die wir von besonderem Interesse und Gültigkeit erachten, zu verbreiten.

CNT-Vigo

auf spanisch / galizisch

Hambacher Forst: Wir haben Manheim besetzt! Kommt vorbei!

Quelle: hambacherforst.org/

Wir haben Manheim besetzt.

Zwei Wochen ist es jetzt her, dass Menschen gewaltsam aus ihren Lebensräumen im Hambacher Forst vertrieben wurden. Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit vorallem auf die Proteste im Forst konzentriert, werden schon seit Jahren Menschen aus ihren Lebensräumen in den umliegenden Dörfern vertrieben. So auch hier in Manheim.

Der Kohleabbau hier im rheinischen Braunkohlegebiet hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung, sondern ist ein globales Problem.

Egal, ob die Haselmaus ihre alte Eiche fallen sieht, der*die rheinische Bauer*Bäuerin seine*ihre Felder vertrocknen und seinen*ihren Hof zerstört sieht, ob Menschen die Straßen hinter sich lassen müssen, auf der sie das erste mal Fahrrad gefahren sind, oder ob peruanische Dörfer von schmelzenden Gletschern bedroht sind. Der Schmerz, den alle Lebewesen dahingehend fühlen, ist überall der Gleiche.

Genau wie die Verursacher. Großkonzerne, wie zum Beispiel RWE, und Politiker*innen sind dafür in Verantwortung zu  ziehen.Wenn diese nicht bereit sind, eine Veränderung in ihren Vorgehensweisen zur Energiegewinnung zu leisten, müssen wir
unsere Verantwortung erkennen, sie zu stoppen.

Wir können und wollen diese Zerstörung von Lebensräumen so nicht hinnehmen und fordern deshalb die Häuser in den Dörfern zurück.

Mit den Hausbesetzungen in Manheim wollen wir Platz schaffen für ein freies und selbstorganisiertes Leben. Hier sollen Lebensräume gestaltet werden, die Kreativität und Lebensqualität zulassen. Wir wollen ein neues Gefühl für Dorfgemeinschaft schaffen, in der wir füreinander da sind und uns gegenseitig im Kampf für unsere Lebensräume und gegen RWE unterstützen. Wir fordern von RWE die Zurückgabe der Häuser an diejenigen, die zurückkommen wollen. Sollte dies geschehen, werden auch
wir die Wünsche der ursprünglichen Bewohner*innen respektieren.

Das Landleben ist attraktiv. Weg von unbezahlbaren, winzigen Wohnungen im Großstadtdschungel, hin zu einem Dorfleben, indem sich die Menschen untereinander helfen und auch generationsübergreifende Wohnprojekte möglich werden.
Dies möchten wir gemeinsam schaffen. Mit Menschen, die seit Jahrzehnten hier Leben. Mit Menschen, die hier mit ihren Familien lebten und schon gegangen sind. Mit Menschen, die hierhergekommen sind, um sich gegen die Zerstörung der Natur zu stellen. Und mit Menschen, die gezwungen wurden erst ihr Zuhause zu verlassen und sich auf eine lebensgefährliche Flucht zu begeben, nur um jetzt wieder von hier vertrieben zu werden.

Gegen die respektlose Zerstörungswut jeglicher Lebensräume.
Leerstand zu Wohnraum.
Lasst uns gemeinsam neue Perspektiven für uns alle schaffen!
Kommt vorbei!

*Weitere Informationen: www.hambacherforst.org*

auf englisch / auf französisch

Paris: Bouygues zu Asche

8.10.2018

In der Nacht des 4. Oktober, wurde in der der Rue Laurier, im 17. Arrondisement von Paris ein Fahrzeug angezündet. Bouyygues ist ein inzwischen allseits bekannt gewordenen Erbauer von Gefängnissen.

Wir senden diese Rauchsignale an Krem, der letzten Person, die wegen des  Valmy-Falles inhaftiert ist und das Gefängnispersonal erdulden muss. Lassen wir ihn nicht alleine! Möge diese kleine Brandstiftung den in Russland gefolterten und eingesperrten Anarchist*innen sowie den 18 aus Basel (die Ende Oktober, wegen einer unangemeldeten, militanten Demonstration in einer Nacht im Juni 2016, vor Gericht stehen), Kraft und Mut geben.

Freiheit für alle !

auf französisch

Mannheim: Vortrag “Der Widerstand der Anarchist*innen und Syndikalist*innen gegen den europäischen Faschismus

erhalten am 12.10.2018

Der Widerstand der Anarchist*innen und Syndikalist*innen gegen den europäischen Faschismus

Vortrag und Diskussion mit Rudolf Mühland

Donnerstag, 25.10.2018, 19:00 Uhr

Wild West e.V., Alphornstr. 38, Mannheim, Neckarstadt-West

 Spätestens mit der Eroberung der politischen Macht des Faschismus in Italien widmeten die Anarchist*innen und Syndikalist*innen weltweit ihre Aufmerksamkeit dieser Bewegung.

In Deutschland zum Beispiel analysierte die anarchosyndikalistische Freie Arbeiter Union Deutschlands neben dem italienischen Faschismus, die faschistischen Bewegungen in Deutschland. Schon Mitte der 1920er Jahre kamen sie zu dem Schluss, dass die NSDAP das Potential hat an die Macht zu kommen. Neben den klassischen, auch von Sozialdemokraten und Kommunisten geteilten Analysen, dass der europäische Faschismus ein Angriff auf die Arbeiterklasse und die Gewerkschaften ist, ergänzten sie ihre Analyse um weitere Aspekte. So konstatierte die FAUD schon früh, dass sich die deutsche Form des Faschismus durch seinen ausgeprägten Antisemitismus von anderen Faschismen unterscheide und das der deutsche Faschismus auch gegen jedes ökonomische Interesse ein Antijüdischer-Pogrom-Faschismus ist. Schon Ende der 1920er Jahre konstatierte die FAUD, die von Anfang an die Arbeiter*innen aufgerufen hatte, sich auf den Generalstreik vor zu bereiten, dass der Faschismus in Deutschland nicht mehr aufzuhalten sei, und dass die Organisationen der Arbeiterschaft sich auf den Untergrund vorbereiten müssten. Aber Italien und Deutschland waren nicht die einzigen faschistischen Regime, die es in Europa geben sollte – Portugal und vor allem Spanien wurden ebenso zu faschistischen Hochburgen. Der Widerstand gegen alle diese faschistischen Regime war vielfältig und sehr unterschiedlich.

Mit einem Schwerpunkt auf die Faschismusanalyse und den Widerstand der Anarchosyndikalist*innen gegen den deutschen Faschismus wird Rudolf Mühland aus einer europäischen Perspektive auch über das offizielle Ende des zweiten Weltkriegs hinaus referieren.

Am Ende bleibt Zeit für tiefer gehende Fragen und einen gemeinsamen „Blick zurück nach vorne”: Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges hat mehr als eine Generation in der Schule gelernt: „Wehret den Anfängen”. Schaut man sich die aktuelle Situation in Deutschland, Europa und der Welt an, dann sind wir schon längst über diese „Anfänge” hinaus. Es stellt sich also ganz aktuell die Frage: Was tun? Historische Vorträge machen nur Sinn, wenn sie dazu dienen das radikale Gedächtnis zu fördern und wenn die Geschichte nicht als etwas Isoliertes, Abgeschlossenes betrachtet wird, sondern eine Kette, von der die Gegenwart nur ein weiteres Glied ist. Geschichte darf in diesem Sinne nicht zu toter Tradition werden, sondern muss lebendiger Beitrag zur aktuellen Situation sein. Anregungen und Ideen aus der Vergangenheit können die aktuellen Auseinandersetzungen bereichern. Die Fehler der Vergangenheit mahnen zur Vorsicht und zur Suche nach neuen Strategien.

Diese Veranstaltung ist Teil der antifaschistischen Herbstoffensive „Erinnern heißt kämpfen”, die durch das Offene Antifaschistische Treffen Mannheim (OAT) organisiert wird.

 Veranstaltet von:

Anarchistische Gruppe Mannheim (AGM),

info@anarchie-mannheim.de, www.anarchie-mannheim.de

Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Mannheim (FAU MA),

fauma@fau.org, fau-mannheim.de

München, Deutschland: Feministische Demonstration gegen den “1000-Kreuze-Marsch” am 27. Oktober 2018

erhalten am 12.10.2018

Aufruf

Radikale Abtreibungsgegner*innen von „Euro Pro Life e. V.“ und der „Arbeitsgemeinschaft Lebensschutz München“ planen am 27. Oktober 2018 einen Marsch der „1000 Kreuze für das Leben“ durch die Münchner Innenstadt, um damit gegen Schwangerschaftsabbrüche zu protestieren.

Auf antifeministische und homofeindliche Hetze haben wir keinen Bock und werden den Marsch daher nicht unbeantwortet lassen! Kommt um 13 Uhr auf den Max-Joseph Platz. Demonstriert für das Recht auf geschlechtliche und körperliche Selbstbestimmung und sabotiert den Marsch der Fundamentalist*innen mit kreativen Aktionen.

27. Oktober 2018, ab 13 Uhr, Max-Joseph Platz, München

In Zeiten rechter Massenmobilisierung gilt es Erkämpftes zu verteidigen, Bündnisse zu schmieden und sich zu vernetzen, um emanzipatorische Positionen gemeinsam weiterzuentwickeln und auf die Straße zu bringen. Denn die selbst ernannte „Lebensschutz“-Bewegung profitiert maßgeblich vom Rechtsruck und verbreitet mit ihren Vorstellungen der heterosexuellen, weißen Kleinfamilie gleichzeitig bewusst (extrem) rechte Positionen.

Am 27. Oktober 2018 werden radikale Abtreibungsgegner*innen durch München marschieren. Sie fordern ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und vertreten ein christlich-fundamentalistisches Weltbild.

Sie geben vor, „für das Leben“ zu sein, vertreten vermeintlich die „Kultur des Lebens“… das ist blanker Hohn angesichts der 47.000 Menschen, die jedes Jahr weltweit sterben, weil sie keinen Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen haben.

Pro Choice bedeutet nicht pro Abtreibung! Doch die Welt in der Abbrüche nicht mehr vorkommen, gibt es nicht. Abtreibungen hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Darum kämpfen wir dafür, dass ungewollt Schwangere eine Entscheidung treffen können, ohne von radikalen Fundamentalist*innen unter Druck gesetzt, von der Gesellschaft stigmatisiert oder vom Staat kriminalisiert zu werden.

Denn entgegen der Annahme vieler sind Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland weiterhin illegal. Sie werden mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft, wenn sich die schwangere Person nicht an die Regeln hält, die zum Beispiel eine so genannte „Schwangerschaftskonfliktberatung“ und eine anschließende mehrtägige Bedenkzeit beinhalten. Schwangerschaftsabbrüche über das Strafgesetzbuch zu regeln, ist der ultimative Ausdruck unserer patriarchalen Gesellschaft. Darum fordern wir die sofortige und ersatzlose Streichung des Paragrafen 218 StGB!

Ein weiterer Paragraf der von den selbst ernannten „Lebensschützer*innen“ missbraucht wird, um Ärzt*innen unter Druck zu setzen ist der Paragraf 219a StGB, der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche regelt. Die ambivalente Gesetzgebung sorgt auch hier dafür, dass betroffene Personen sich nicht ausgewogen und sachlich über Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruchs informieren können. Darum fordern wir die Abschaffung des Paragrafen 219a StGB und zeigen uns solidarisch mit den betroffenen Ärzt*innen.

Viele Positionen der „Lebensschützer*innen“ sind konservativ, rechts und völkisch. Sie propagieren die weiße, heterosexuelle Kleinfamilie als anzustrebende Norm und hetzen gegen queere Menschen und LGBTI*. Sie arbeiten mit (extrem) rechten Kräften wie CDU/CSU oder AfD zusammen. So steuern Vertreter der CDU Grußworte zum homofeindlichen „Marsch für das Leben“ in Berlin bei, ein AfDler wünscht sich öffentlich eine „Einwanderung durch den Geburtkanal deutscher Frauen“. Wieder andere relativieren aufs Widerlichste NS-Verbrechen, etwa indem sie Abtreibungen mit der Shoa vergleichen und diese als „Babycaust“ bezeichnen.

Diese ekelhaften Positionen dürfen nicht unwidersprochen bleiben – egal ob in Berlin, Salzburg, Bern, München oder sonstwo auf der Welt. Denn wir lieben wen wir wollen und wir leben wie wir wollen.

Unsere Forderungen:

  • Sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung
  • Die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a StGB
  • Volle Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen durch Krankenkassen
  • Mehr Kliniken und Praxen in denen ein Abbruch vorgenommen werden kann
  • Schwangerschaftsabbruch als verpflichtender Teil der medizinischen Ausbildung
  • Abschaffung der Gewissensfrage, die Ärzt*innen die Möglichkeit gibt, Abbrüche ohne Angabe von Gründen zu verweigern
  • Kostenloser Zugang zu Verhütungsmitteln
  • Ein Umdenken in der Gesellschaft: Es darf keine Rolle spielen, ob Kinder mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommen. Wir sind gegen eine normative Selektion durch pränatale Diagnostik.
  • Die Gleichstellung aller Lebensweisen

Unser feministischer Kampf schließt selbstverständlich den Kampf gegen Staat, Nation und Kapital mit ein.

Wenn Du Dich damit identifizieren kannst, dann komm am 27. Oktober 2018 um 13 Uhr auf den Max-Joseph Platz und demonstriere für eine emanzipierte Gesellschaft und gegen das Patriarchat. Rechte oder konservative Kräfte sind logischerweise nicht willkommen.

auf englisch

Santiago, Chile: Über die Demonstration gegen das Rodeo am 1. September 2018

Text, zusammen mit dem Fotos, am 20.9.2018 erhalten

Text, zusammen mit dem Fotos, am 20.9.2018 erhalten

Am 1. September dieses Jahres, gab es einen neuen Aufruf gegen die faschistische Praxis des Rodeos zu demonstrieren. Der Protest begann auf dem Plaza Italia und zählte auf anarchistische Beteiligung. Anonym wurde dazu aufgerufen, einen Block zu bilden. Es gab Propaganda für Tiere, Mensch- und Landbefreiung auf gekritzelten, großen und hübschen Transparenten, Flugblätter usw. Auf der Höhe der Santa Lucia griff die uniformierte Polizei mit Panzerwagen die Demonstration mit der Absicht an, Gefährt*innen mit einer konfrontativen Haltung aufzuhalten, wodurch auch erste Schamützel ausgelöst wurden.

Es sollte angemerkt werden, dass es wieder verbale und körperliche Konfrontationen zwischen einigen Demonstrant*innen und Antiautoritär*innen gab. Kein neues Thema, weil es in diesem Jahr auf verschiedenen Demonstrationen zur Grundstimmung geworden ist. .

Angesichts dessen, ist es notwendig, darüber zu reflektieren, ob wir als AnarchistInnen uns an Organisierungen beteiligen, die durch bürgerliche Organisationen (verschiedener Arten) initiiert wurden und die im allgemeinen eine friedliche Demonstration, in gesetztlichen Rahmen, usw, wollen Wie sollen wir zu einem Teil dieser Organsierungen werden? Wie verteidigen wir unsere Aktionen?

Ohne berechtigte Wut und Konfrontation wird unsere Beteiligung nicht ablaufen. Wir bringen unsere Positon ein, indem wir eine Organisation schaffen, Nezwerke bilden, auf der Straße sind, unsere Ideen und Praktiken für alle (nicht nur für die Überzeugten) propagieren, sondern uns auch in vielfältige, politischen und gegenkulturelle Kämfpe, z.B. in den Hochschulen und Universitäten, und auch in Großregionen, Städten, Orten, Dörfern, und Randgebieten usw, einbringen. Wo auch immer wir sind. Schließlich, müssen wir uns dafür einzusetzen, eine solche Stärke zwischen Gleichgesinnten / Komplizin*innen zu schaffen (kommt vorbereitet!), um verhindern zu können, dass irgendwelche Subjekte, die uns angreifen wollen (aus welchen Gründen auch immer) uns keinen Schaden zufügen können. Auf diese Art werden sie von uns nur eine deutliche Reaktion erhalten (das wäre ideal). Das sind nur einige kurze Betrachtungen, aber es handelt sich um unsere Intentionen und Projektionen.

Abschließend möchten wir sagen, dass wir auf der Demonstration verschiedene Propagandamaterialien aus Solidarität mit den subversiven Gefährt*innen im Gefängnis Juan Aliste Vega and Marcelo Villarroel Sepúlveda verteilt haben, die gut angenommen wurden. Auch warfen und verteilten wir Flugblatter zur Erinnerung an den Anarchisten und Anti-Spezieisten Javier Recabarren mit dem Wunsch, das mehr Leute seinen Namen und sein, dem Kampf gewidmetes Leben, kennen lernen.

Stoppt das Rodeo, Tierbefreiung!
Gefangene auf die Straße!
J
avier Recabarren ist immer mit dabei!

auf spanisch

Mailand: Gegen die Konferenz der Singularity University

erhalten am 9.10.2018

Blockade der Konferenz “SINGULARITY UNIVERSITY – ITALIEN”
am 2. Oktober
Von  7.00 bis 14.00
Kongresszentrum Milan – Via Gattamelata 5, Tor 14

Nicht irgendein Treffen

2-3 Oktober 2018. Technologische Singularitäts- Konferenz

Die “Singularität” ist eine Metapher aus der Physik, von Ray Kuezweil, dem Gründer der Singularity University. Sie wird benutzt, um den technologische Entwicklung zu beschreiben, die es schafft, den Menschen mit der Technologie zu verschmelzen. Aus diesem Grund hat die Singularity University den Sinn, Führungskräfte darauf vorzubereiten, exponentielle Technologien anzuwenden, um angemessen auf die anthropologischen, sozialen und ökologischen Veränderungen reagieren zu können, die die technologische Welt erfordert.

Dieses Ziel ist eindeutig erfolgreich darin, weil einige der besten transhumanistischen Forscher*- und Direktoren*innen aus der Universität hervorgehen und anschließend dann einige von ihnen am MIT (Massachusetts Institute of Technology, einer der wichtigsten Forschungsuniversitäten der Welt), an der DARPA (Regierungseinrichtung des US-Verteidigungsministeriums zur Entwicklung neuer Technologien für militärische Zwecke), bei Google oder Microsoft (um nur einige zu nennen) zusammen kommen.

Die Tatsache, dass die Singularity University, sich im Silicon Valley, auf einem Grundstück der NASA befindet und die Tatsache, das Google einer ihrer besten Sponsoren darstellt, ist eine weitere Demonstration, dass sie ihre Vorstellung von der Welt, mit denen teilen, die für die sozial-ökologischen Katastrophe, der wir ausgesetzt sind, verantwortlich sind und sie aufrecht erhalten(…)

Indem sie die Technologie nutzen, denken sie, dass sie sich den sogenannten “großen Herausforderungen der Menschheit” stellen können: Die Aussicht auf eine glückliche Zukunft ist garantiert.

Eine Zukunft, die sich der Angst vor dem Tod sowie dem dem Wunsch nach Unsterblichkeit annimmt, eine Therapie von Krankheiten verspricht, die Reinigung von Umweltschadstoffen, die Überwindung von Armut und Hungersnot. Aber ihr müsst diese fantastische Möglichkeit gegen die vollkommene Akzeptanz dieser technologischen Welt eintauschen.

Um dem Wunsch nach einem besseren Leben ohne Leiden und Einschränkungen gerecht zu werden, entwerfen Transhumanisten eine künstliche, computerisierte, robotisierte, technisierte und nanotechnologische Welt.

Aber wir dürfen nicht in diese Falle tappen

In dieser Welt sind die Körper, die natürlichen Elemente, keine unausweichliche Grundlage mehr, sondern werden nutzbar, manipulierbar, verbesserbar. (…)

Die Singularität ist nicht nur die Schaffung super intelligenter Maschinen: Zunächst ist es die Geburt eines neuen totalitären Regimes, in dem Menschen andere Menschen und die Welt durch den Einsatz neuer Technologien kontrollieren. (…)

Wir kämpfen gegen diese Prozesse und diese Technowelt (…) bevor es zu spät ist.

Dokumentationsraum La Piralide
avvelenate@anche.no

Ausgabe 6 der französischsprachigen Zeitung Kairos erschienen

erhalten am 10.8.2018

Die Ausgabe 6 der französischsprachigen, anarchistischen Zeitung Kairos (Oktober 2018) zum Thema “Gegen Gefängnisse und ihre Wärter*innen” ist gerade erschienen. Die Papierausgabe kann bestellt werden, indem ihr eine Mail an kairosjournal@riseup.net schickt.
Auf der Seite https://kairosjournal.noblogs.org/ sind alle bisher erschienen Ausgaben verfügbar.

Setúbal, Portugal: 18. Geburtstag des COSA!

18 Jahre Besetzung, Widerstand, Kreativität, Kampf, Autonomie, Solidarität, Konfrontation, gegenseitige Unterstützung, Freiheit

In einer Zeit, in der große Veränderungen in Setúbal stattfinden, kämpfen wir weiter und leisten Widerstand. Die Logik des dominanten Systems verstärkt sich und sie wollen alle(s) zähmen. Wir werden nie die Pfeiler vergessen, die COSA und unser Leben stützen. Kommt, um das Vergnügen zu feiern, sich dem entgegenzustellen, was uns unterdrückt! Wir vermuten, dass der Prozess gegen COSA bald fortgesetzt wird und wir brauchen alle Solidarität und mögliche Unterstützung. 

Programm:

Freitag, 12. Oktober
14 Uhr – Kafeta
17 Uhr – Malereien, Bemalungen, Spritzereien und Ähnliches
20 Uhr – Abendessen “Schönes Leben” (bringt etwas zum Essen mit)
22 Uhr – Geselligkeit  (Gespräche, Spiele, Töne, Lieder usw.)

Samstag, 13. Oktober
16 Uhr– Vorstellung der Bandbreite des COSA
17 Uhr – Workshop zum Marionetten- und Puppenbau, im Anschluss ein kleines Stück
20 Uhr – wildes Gelage
21.30 Uhr – Quizz!!! Eine Gelegenheit unter Freund*innen zu glänzen

23 Uhr  – Konzert – Enmasse + Desmarques + Catapulta + Sharp Knives

Sonntag, den 14. Okt
15 Uhr – Fermentier-Workshop – Lasst uns selber Sauerkraut machen! – (bringt große Gläse, Weiß- oder Spitzkohl, Wurzeln und Meersalz mit)
17 Uhr – Picknick im Freien ( bring etwas dafür mit)
17.30 Uhr – Shiatsu- Workshop (bringt eine Matte oder eine kleine Luftmatratze, ein Handtuch oder ein Tuch und bequeme Kleidung mit)
20.30 Uhr – Pfannkuchen-Session!
21.30 Uhr  – Kino

Kommt ohne Ängste, bringt Gesellschaft mit und und haltet die Flamme am Brennen

Rua Latino Coelho Nº 2  –  Setúbal

 COSA É VIDA  *  ESTADO É MORTE
          STOP DESPEJO DA COSA
                        1 DESPEJO = 1000 OKUPAÇÕES

Stoppt die Räumung des COSA!

Zürich: Fermento- Veranstaltungsprogramm (Oktober-November 2018)

VERANSTALTUNGSPROGRAMM
OKTOBER-NOVEMBER 2018


Donnerstag 18. Oktober, 20:00 Uhr
Vortrag: Arbeiter-Zeitung (1876-1877)


Sonntag 21. Oktober, 19:00 Uhr
Film: Caracremada


Sonntag 28. Oktober, 17:00 Uhr
Textdiskussion: Negazine
Technologie und Derealisierung


Donnerstag 1. November, 20:00 Uhr
Vortrag: Der Rebell (1881-1886)


Sonntag 4. November
Buchvorstellung & Diskussion:
Lou Marin – Im Kampf gegen die Tyrannei


Donnerstag 15. November, 20:00 Uhr
Vortrag: Die Autonomie (1886-1893)


Samstag 17. November, 16:00 Uhr
Buchvorstellung & Diskussion:
Parole chiare / Klare Worte


Donnerstag 22. November, ab 19:00 Uhr
Anti-Rep-Bar: Soliabend zum Hambacher Forst
20:00 Uhr: Input & Diskussion (Flyer folgt)


Freitag 23. November, 20:00 Uhr
Vorstellung und Diskussion: Rhizom Nr. 5


Reguläre Öffnungszeiten:

Mittwoch 15:00-20:00 Uhr

Donnerst. 16:00-21:00 Uhr

Samstag 15:00-20:00 Uhr

Sonntag 15:00-20:00 Uhr


Vortragsreihe:
Frühe anarchistische Zeitungen

An drei Abenden werden wir einige der ersten anarchistischen Zeitun­gen in deutscher Sprache vorstellen. Wir werden dabei versuchen, ein Verständnis, nicht nur der Inhalte der Zeitungen zu schaffen, sondern ebenso der Kontexte, in welchen diese Zeitungen produziert wurden, in welchen sie intervenierten und welche Vorschläge ihre Macher – nicht nur theoretisch – vertraten.

Dabei wird das Verhältnis von Theorie und Praxis ebenso zur Sprache kommen, wie die Komplikationen, Zeitungen zu drucken, während die Schergen des Staates einem an den Fersen sind oder man ins Exil gedrängt wurde. Die Tatsache, dass die Propaganda durch die Tat keineswegs eine marginale Sache, vielmehr ein grundlegen­der Vorschlag (nicht nur) der deutsch­sprachigen Sektion der Internationale war, wird ebenso Beachtung finden, wie die grundlegenden Fra­gen des Eigentums, der indi­viduellen Autonomie und der Revolution.

Donnerstag 18. Oktober, 20:00 Uhr:
Die Arbeiter-Zeitung (Bern, 1876-1877)

Donnerstag 1. November, 20:00 Uhr
Der Rebell. Organ der Anarchisten deutscher Sprache (Klandestin, 1881-1886)

Donnerstag 15. November, 20:00 Uhr
Die Autonomie. Anarchistisch-communistisches Organ (London, 1886-1893)

Die verschiedenen Vorträge werden sich aufeinander be­ziehen, können aber auch einzeln besucht werden.

Filmvorführung:

Caracremada

Freitag 21.Oktober, 20:00 Uhr

Am Ende des zweiten Weltkriegs wurden die Pyrenäen von anarchis­tischen Guerillagruppen der in Toulouse exilierten Spanischen C.N.T.infiltriert, um das Franco-Re­gime zu bekämpfen. 1951, nach sechs Jahren fruchtlosen Kämpfens, zieht die libertäre Organi­sation  ihre Aktionsgruppen an­gesichts der Repression seitens der Faschisten und des Schweigens des demokratischen Westens zurück. Einige der Widerständler gehorchten nicht und führten den Kampf alleine fort. Ohne viele Worte zeigt der Film das Leben  eines dieser Kämpfer auf eigene Faust, kaum bewaffnet, mit einer Säge und einer guten Idee…

Textdiskussion:
Technologie und Derealisierung
Sonntag, 28. Oktober, ab 17:00 Uhr

Die Geschichte der Menschheit ist auch die Geschichte der Techniken, von der Sprache über die Werkzeuge und Maschinen bis zum Compu­ter, der heute das Antlitz der Welt so radikal verändert hat. Die Wirt­schaft ist das Feld, worin sich die Techniken, von diesem oder jenem Kapital vorangetrieben, in ständigem Konflikt gegeneinander ent­wickeln, um den Fortbestand der Ausbeutung zu sichern. Die Techno­logie jedoch, wie wir sie hier zu verstehen versuchen wollen, ist ein gesamtheitlicher Prozess, der nunmehr über die Wirtschaft und somit den Konflikt unter den Techniken Überhand gewonnen hat. Weshalb unsere alten analytischen Mittel, auf die politischen und ökonomi­schen Verhältnisse zielend, heute zu wünschen übrig lassen, um diesen überwältigenden Wandel, der sich eingeleitet hat, zu verstehen.

Der Prozess der Technologie ist nicht als etwas zu verstehen, das von irgendeiner Elite dirigiert werden könnte, sondern er drängt den Dingen seinen eigenen Lauf auf. Er ist das verselbständigte Resultat des quantifizierenden Bestrebens, die Welt zu kontrollieren. Sein Ziel ist die Vereinheitlichung, und somit die Abflachung von all dem, was im Menschen aus der Konfrontation mit der Realität erwächst – kultu­relle Inhalte an erster Stelle. Und wenn es nicht möglich ist, dass alle die selben Gegenstände begehren und die selben Inhalte denken, so ist es möglich, dass die Bedeutung dieser Gegenstände und Inhalte in gleichem Masse an Realität verliert. Ein Schleier von derealisierter Bedeutung legt sich über die Realität, die nunmehr, überdrüssig der menschlichen Niederträchtigkeiten, die weiter ihren Lauf nehmen, je­der Bedeutung entleert wurde. Je mehr unsere Referenzen, womit wir täglich unsere Welt aufbauen, kognitive Reize, Informationen, Sche­men, an die Technologie delegiert werden, desto mehr finden wir uns von der Realität getrennt, derealisiert, und desto mehr auch ohne Mit­tel, uns dessen gewahr zu werden. Dabei geht es nicht nur um das Sys­tem von Geräten, das uns umgibt, die technischen Strukturen und Menschen, die es aufrecht erhalten, die Technologie ist vor allem auch in unsere Mentalität eingedrungen. Nur als Beispiel die zahlreichen parzellierten Denkmuster, die vor uns aufgestellt werden, um Formen des Protests zu rezyklieren, die nunmehr gänzlich symbolisch sind und jeden Bezug zur gesamtheitlichen Realität der Ausbeutung verlo­ren haben – und deren einziges Ziel es ist, uns davon abzuhalten, das, was uns angreift, in seiner realen Substanz zu erkennen und zu zerstören.

Für eine Vertiefung dieser Überlegungen empfehlen wir die Lektüre der Zeitschrift mit dem Namen Negazine, deren erste Ausgabe Anfangs 2017 von Anarchisten in Triest herausgegeben wurde. Sie ist in der Bibliothek Fermento sowohl auf Italienisch, Englisch und Deutsch erhältlich. Darin wird in diversen Artikeln die Hypothese der Derealisierung entwickelt. Zur Grundlage der Diskussion möchten wir im Mindesten die beiden Artikel „Technologie“ und „Technologische Kontrolle“ nehmen.

Buchvorstellung und Diskussion:
Im Kampf gegen die Tyrannei
Sonntag 4. November, 18:00 Uhr

An diesem Abend wird Lou Marin das Buch „Im Kampf gegen die Ty­rannei. Gewaltfrei-revolutionäre Massenbewegungen in arabischen und islamischen Gesellschaften: der zivile Widerstand in Syrien 2011-2013 und die „Republikanischen Brüder“ im Sudan 1983-1985“ vor­stellen, welches von ihm, Guillaume Gamblin und Pierre Sommer­meyer dieses Jahr im Verlag der Graswurzelrevolution herausgegeben wurde.

Klappentext: „Die Kriege im Mittleren Osten und in der afrikanischen Sa­helzone treffen vor allem ZivilistInnen und zwingen Millionen zur Flucht. Viele Medien stellen als Handelnde nur die bewaffneten Mili­tärs und Mili­zen dar, denen eine angeblich passive, ihnen ausgeliefer­te Bevölkerung ge­genübersteht. Dieses Bild lässt zunehmend in Ver­gessenheit geraten, dass in den arabischen Aufständen 2011 Militär­diktaturen auf gewaltfreie Weise gestürzt oder ins Wanken gebracht worden sind.“

Buchvorstellung und Diskussion:
Parole chiare / Klare Worte
Samstag 17. November 16:00 Uhr

„In den Vereinigten Staaten, zwischen 1914 und 1920, entfesselte sich die grösste bewaffnete revolutionäre Offensive des 20. Jahrhunderts gegen die Regierungs-, Justiz-, Religions-, Industrie- und Finanzein­richtungen des grössten kapitalistischen Landes des Planeten, bewirkt von einer Handvoll italienischer Anarchisten, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts dahin immigrierten. Und eben aus ihren Reihen ka­men Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, berühmt geworden wegen ihrer Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl im Jahr 1927, als Ab­schluss eines Justizfalles, der überall auf der Welt Furore gemacht hat. Weshalb sind diese Ereignisse so lange unbekannt geblieben und erst seit Kurzem wieder aufgedeckt worden?

Weil, „wenn die Anarchisten die Geschichte nicht machen, machen sie ihre Feinde.“ So sind die direkten Aktionen dieser subversiven Mi­granten, ein sehr schlechtes Exempel für die Nachwelt bildend, in die Hände jener gefallen, die alles Interesse daran hatten, sie beizulegen, zu verbergen und zu verleumden. Gegen den politischen Realismus, griffen sie trotz ihrer geringen Zahl jede Autorität an. Gegen die hoff­nungslose Ohnmacht, fanden sie sich nicht mit dem Mangel an Mit­teln ab, sondern strengten sie sich an, ihn zu überwinden. Gegen den illusorischen Idealismus, zögerten sie nicht, Blut zu vergiessen. Gegen die strategi­schen Kompromisse, verkauften sie nicht ihre Träume. Gegen jeden Gemeinplatz, stellten sie die Freiheit des Individuums nicht der Notwen­digkeit des Zusammenschlusses entgegen. Hier ver­schmelzen die Liebe

für die Freiheit und der Hass auf die Macht in ei­ner wahren Lebens­ethik, auf dass jene Korrepsondenz von Traum und Realität, von Liebe und Revolte, von Küssen und Dynamit stattfindet, welche den „guten Krieg“ jener italienischen Anarchisten charakterisierte.

Dieses Buch versucht, die Ereignisse zurückzuverfolgen durch ihre klaren Worte, um der glühendsten Vergangenheit die institutionelle Uniform abzureissen, welche die historiographische Akademie ihr aufgenäht hat, um endlich eine Geschichte ins Leben zu rufen, die we­der Autorität noch Gehorsam kennt.“

Nach einer kurzen Präsentation des hier beschriebenen Buches Parole chiare. La ‘buona guerra’ degli anarchici italiani immigrati negli Stati Uniti (1914-1920), [edizioni Gratis] wollen wir, ausgehend vom Inhalt des Buches, über gegenwärtige Problematiken in der anarchistischen Bewegung disku­tieren. Das Buch ist auf Italienisch und auf Französisch im Fermento erhältlich.

Diskussion:
Rhizom Nr. 5
Freitag 23. November, 20:00 Uhr

Die neuste, fünfte Ausgabe des Rhizom. Anarchistische Flugschrift zur Unterstützung des Kampfes gegen Gentechnik und die Welt die sie benötigt, erschien im September 2018 und ist ab sofort u.a. im Fer­mento erhältlich. Die Texte der aktuellen Rhizom Ausgabe, „behan­deln insbesondere Klassenfragen inspiriert durch einen Brief den die Zeitschrift erhalten hat.“ So wird im Editorial die Frage aufgeworfen: „Gegen wen kämpfen wir?“ und weiter „wie steht es um all die Ak­teur*innen, die sich nicht klar zuordnen lassen, und um diejenigen, die von der strukturellen Herrschaft profitieren? Und wenn mensch sich die Frage stellt, mit wem wir kämpfen wird diese Problematik umso brisanter.“ Dabei wird festgestellt, dass sich in einem Kampf gegen die Gentechnik, oder spezifischer gegen Monsanto, ein Bruch heraus kristallisiert rund um die direkten Aktionen die nicht politisch verwertet werden können.

„Wir werden uns weiterhin die Frage stellen mit wem wir den Umsturz dieser Welt angehen können. Aber es ist  klar, dass es niemals ein be­stimmtes „revolutionäres Subjekt“ geben wird. Der Kampf gegen die Gentechnik muss nicht unbedingt nur von Menschen getragen werden, die in der Landwirtschaft arbeiten. Denn diese Technologien gehören zu einem weit grösseren Gebilde, das unsere Autonomie unterminiert und alle Aspekte unseres Leben betrifft. Überall wo Durst nach Frei­heit besteht, finden wir auch Kompliz*innen.“

Ausgehend von diesen Fragen und Anregungen wollen wir an diesem Abend gemeinsam diskutieren.


ANARCHISTISCHE BIBLIOTHEK FERMENTO
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ADRESSE:
Anarchistische
Bibliothek Fermento
Zweierstrasse 42
8004 Zürich

–    Bibliothek aller Art anarchistischer und antiautoritärer Literatur in verschiedenen Sprachen, zur Ausleihe und zum Lesen vor Ort;
–   Archiv mit Zeitungen, Zeitschriften und Dokumentationen der anarchistischen Bewegung verschiedener Orte und Zeiten, Referenzliteratur, sowie einem umfassenden digitalen Archiv (Druck- und Kopiermöglichkeiten vorhanden);
–   Distributionsbereich mit aktuellen anarchistischen Zeitungen, Flugblättern, Büchern, Broschüren und anderen Publikationen zum Verkauf oder gratis;
–  Arbeitsplatz und Sitzgelegenheiten;
–   Kaffee und Tee.

Das Fermento ist auf Spenden angewiesen.
Konto-Nr.: 60-684900-4
IBAN: CH55 0900 0000 6068 4900 4
BICC: POFICH BEXXX

Email:

bibliothek-fermento@riseup.net

Website:

www.bibliothek-fermento.ch

Hambacher Wald: Bild-Impressionen 6.10.2018

erhalten am 6.10.2018

Stoppt Tagebau. Hambach bleibt!