Category Archives: Nachrichten

Athen: Kostas Katsenos ist endlich aus den Koridallos-Kerkern entlassen worden

Kostas Katsenos wurde im Zusammenhang mit der repressiven Operation gegen Revolutionärer Kampf“ (Revolutionary Struggle – Epanastatikos Agonas) gesucht, er tauchte unter und entzog sich damit dem Zugriff der Behörden. Wenige Tage vor dem Beginn des Prozesses gegen die Beschuldigten Anfang Oktober 2011 stellte er sich und wurde in Untersuchungshaft gesteckt. Für den 27. März diesen Jahres bekam er eine richterliche Vorladung [Aufruf zur Solikundgebung], auf welcher über die Fortdauer der Haft entschieden werden sollte, er wurde entlassen und befindet sich wieder unter seinen FreundInnen und GenossInnen.* Hier die Übersetzung eines Briefes, den Kostas am 23. März im Knast schrieb.

BIS DER LETZTE KNAST ABGERISSEN IST, IST KEIN MENSCH FREI

Brief von Kostas Katsenos auf dem Knast Koridallos
Am 1. April 2012 werde ich sechs Monate als Untersuchungsgefangener im Knast Koridallos sein. Momentan bin ich der einzige Gefangene des Revolutionary Struggle-Falls.

Die letzten zwei Jahre hab ich in einem besonderen Geiselstatus gelebt, komplett abgetrennt von meiner Umwelt, ohne die Möglichkeit zu arbeiten, studieren und zur Teilnahme an den Prozessen des politischen Umfeld, zu dem ich mich zugehörig fühle.

Ein grausames und ungerechtes politisches und ökonomisches Sytem, welches sich in der Krise befindet, versucht durch das Strafrecht jede Bemühung des sozialen Widerstands abzuwenden.

Die Begründung der Untersuchung gegen mich basiert auf totaler Willkür, ein Produkt von individuellen Einschätzungen und Spekulationen der Befehlshaber des Ministeriums zum Schutz des Systems.

Am 27. März, um 10 Uhr am Morgen, bin ich vor das Gericht der Berufungsrichter [in Athen] geladen, damit entschieden wird, ob die sogenannte vorläufige Haft verlängert wird oder nicht.

Das Klima der Repression, welches an allen sozialen Fronten vorherrscht, kennend, weiß ich nicht, ob ich auf eine positive Entscheidung hoffen kann. So oder so, werde ich mich weiterhin den Machenschaften der Polizei und Justiz widersetzen.

Wir müssen Repression verhindern, welche Form sie auch immer hat, und unsere praktische Solidarität mit allen gefangenen KämpferInnen des Klassenkampfs und des sozialen Krieges ausdrücken.

Kostas Katsenos, 23.3.2012
F-Flügel des Knastes Koridallos

Quelle/Übersetzung: ABC Berlin

* 29.3. Vor dem Männergefängnis versammelten sich rund 15 GenossInnen und hießen den Genossen wieder zurück auf der Straße willkommen. Der Prozess gegen Revolutionary Struggle geht weiter…

Niemensch darf eine Geisel in den Händen des Staates sein!

Veria, Nordgriechenland: Massenfestnahmen von Protestierenden und Razzia im autonomen Lokal Baruti während des ‚Nationaltages‘

Solitranspi für den PIKPA-Squat (Heraklion, Kreta) von GenossInnen des autonomen Lokals Baruti in Veria im Februar 2011: „Hände weg von den besetzten Häusern und den Freiräumen. Keine [juristische] Verfolgung unserer GenossInnen!“

Um 9:30 Uhr des 25. März (einer der beiden Tage, der vom griechischen Staat als ‘Nationalfeiertag’ zelebriert wird und an dem obligatorische Militär- und SchülerInnenparaden in den größeren Städten im ganzen Land stattfinden) wurde eine Gegendemonstration im Zentrum Verias durchgeführt. Der Protest richtete sich – wie in vielen anderen Städten – gegen das diktatorisch-demokratische Regime aus Anlass der jährlichen nationalistischen Parade. Auf ihr stellen sich Funktionäre und Politiker zur Schau; Nationalfahnen und Uniformierte im Gleichschritt prägen das Bild, usw. Mehr als 150 Bullen umzingelten die Versammelten an ihrem Startpunkt – ganz in der Nähe der Parade – und nahmen 29 GenossInnen fest – die meisten von ihnen sind Angehörige des autonomen Treffpunkts Baruti (übersetzt Schießpulver). Berichten zufolge wurden auch 3 GenossInnen von den Cops von der Straße weggeschleppt. Zu diesem Moment [Nachmittag des 25.3.] werden 29 GenossInnen in Untersuchungshaft in der Polizeihauptverwaltung in Veria festgehalten, das von den Cops abgeriegelt wurde.

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Polen: Manifa 2012 – Bericht von der Warschauer Demonstration

Am 11. März 2012 fanden unter dem Namen ‚Manifa‘ verschiedene Proteste im Zusammenhang mit Frauenrechten, Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung in mehreren größeren Städten in Polen statt. Demos wurden in Warschau, Poznan, Gdansk, Krakau, Torun, Wroclaw, Lodz und Olsztyn durchgeführt. Die diesjährigen Demos wurden von FeministInnen, radikalen Gruppen und Gewerkschaften, lokalen Communities und Gender-Initiativen organisiert. Es ist jener Tag, an dem Frauen und Unterstützer auf die Straßen der polnischen Städte gehen, um ihre Ansichten über Frauenrechte zu äußern.

Es folgt ein Bericht, der sich auf die Warschauer Demonstration bezieht und von Mitgliedern der polnischen anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft ArbeiterInneninitiative (Inicjatywa Pracownicza, IP) verfasst wurde. Die IP wurde  2001 als eine informelle anarchistische Gruppe gegründet, deren Ziel es war, die alltäglichen ArbeiterInnenkämpfe voranzutreiben. Seit September 2004 agiert sie als eine offizielle landesweite anarcho-syndikalistische Gewerkschaft.
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Warschau: Elba Squat bleibt!

http://www.youtube.com/watch?v=eannlPTI6EI

Das besetzte Haus Elba wurde am 16. März 2012 von Handlangern einer privaten Sicherheitsfirma, unter Mithilfe der polnischen Polizei, gestürmt.  Das Projekt besteht seit 2004. Die finnische Firma Stora Enso (Grundstückseigentümerin) weiß sehr wohl über die Existenz und Aktivität Elbas bescheid. Nachdem es vor zwei Jahren Proteste gab, wurden die BesetzerInnen vor Ort akzeptiert. KeinEr der BenutzerInnen des Gebäudes wurde über einen geplanten Räumungstermin informiert. So kam der feindliche Einfall für die BewohnerInnen des Squats total überraschend. Das besetzte Haus ist das größte und älteste aktive, soziale und kulturelle Zentrum Warschaus.

Kurz nach 11 Uhr brachen von der Sicherheitsagentur ‘Skrzecz’ angeheuerte Leute in das Gebäude ein. Sie zeigten keinen Räumungstitel vor und wandten gegen die BesetzerInnen Gewalt an, um sie aus dem Gebäude zu vertreiben. Die BesetzerInnen widersetzten sich. Eine Person verbarrikadierte sich in einem Raum und mindestens sechs  andere besetzten das Dach des Gebäudes. Sie riefen sofort zur Unterstützung und Hilfe auf. Bald trafen vor Ort Polizeieinheiten ein. Die Polizei ignorierte die Tatsache, dass die versuchte Räumung illegal war und begann stattdessen die Solidemo zu blockieren.

Ein paar Stunden später standen circa 100 DemonstrantInnen, die die Räumung zu verhindern versuchten, etwa 30 Bereitschaftsbullen gegenüber, die den Sicherheitsleuten assistierten. Es kam zu Zusammenstößen der DemonstrantInnen mit den Bullen, die sie mit Tränengas und Schlagstöcken angriffen. Es fanden aber keine Zusammenstöße in großem Umfang statt. Mit der Zeit tauchten immer mehr Polizeieinheiten auf und kesselten solidarische Menschen und BesetzerInnen ein. Kurz nach 18 Uhr bekamen die Bullen den Befehl, sich zu verteilen und begannen damit, ReporterInnen aus dem Bereich zu entfernen. Das schien der Anfang einer brutalen Räumung zu werden. Doch, die Polizei und die Sicherheitsleute verließen schließlich gegen 20 Uhr den Bereich. So konnten die Menschen das Gebäude betreten und es erneut übernehmen.

Am nächsten Tag verbreitete das Elba-Kollektiv eine Erklärung, in der es die Aktionen der Polizei und der Sicherheitsfirma verurteilten. Das Anonymous Kollektiv griff sogar die Webseite der Sicherheitsfirma und deren E-Mail Konten an. Als symbolische Soliaktion wurde die Webseite Offline gestellt.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass die BesetzerInnen vom Besitzer eine Frist von einer Woche für den Auszug gesetzt bekommen haben. Elba ruft zur internationalen Unterstützung auf, um weitere Angriffe zu verhindern. Für den 23. März wurde zu einer Demonstration, zur Verteidigung des besetzten Hauses, in Warschau aufgerufen.

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Weitere Infos/Multimedia: 1, 2, 3, 4, 5, 6 and i, ii

Italien: Nachricht vom NO TAV Aktivisten Luca Abbà aus dem Krankenhaus in Turin

Ein paar Wochen nach den Ereignissen in Clarea, am Montag, den 27. Februar 2012, scheint es mir angebracht, allen FreundInnen und GenossInnen, die mir nahe stehen, ein paar präzisere Informationen zu meinem Gesundheitszustand mitzuteilen.

Wie ihr schon wisst, befinde ich mich seit ein paar Tagen außer Lebensgefahr aber selbst, wenn sich meine Situation verbessert hat, ist mein Zustand immer noch ziemlich ernst.

Die schlimmsten Verwundungen, die noch verheilen müssen, sind Verbrennungen, die durch den lebensgefährlichen Stromschlag verursacht wurden, aber die Verletzungen vom Sturz haben sich auf jeden Fall gebessert.

In den kommenden Tagen, werde ich mich mehreren plastischen, chirurgischen Eingriffen unterziehen müssen, um die Körperteile, die durch Verbrennungen bedeckt sind, zu behandeln.

Ich bin immer noch ans Bett gefesselt und kann meine Extremitäten nicht selbst bewegen, somit bin ich bei Alltagsdingen abhängig von Krankenschwestern/pflegern und Verwandten.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir bis jetzt zur Seite gestanden haben und die mich ihre Solidarität und Anwesenheit spüren lassen haben.

Ich bitte euch alle, noch ein wenig Geduld zu zeigen (ich sollte der erste sein, der sie hat), bis ich fähig bin, euch in einem guten Zustand zu umarmen und zu begrüßen.

Mein besonderer Dank gilt meinen Verwandten und meiner Partnerin Emanuela, die einen schwierigen Moment zu überstehen hatten; auch deshalb, bitte ich alle, den Druck, der auf ihr lastet zu verringern, weil sie in dieser ganzen Sache schon mehrere Rollen zu meistern hat.

Ich werde sicherstellen, dass ich jedEn EinzelnEn von euch persönlich kontaktiere, sobald die Dinge besser werden und mir ermöglichen, dass ich euch ruhiger treffen und begrüßen kann.

Im Moment unterliege ich zu Recht den strengen Regeln der „speziellen Krankenstation“ des Turiner CTO Krankenhauses, deshalb existieren stark eingeschränkte Besuchsregeln, der Besuch ist Verwandten und engen FreundInnen vorbehalten.

Meine Bitte ist, diesen Brief in all den unterschiedlichen Zusammenhängen zu verbreiten, die die Fortschritte in meinem Fall mitverfolgt haben, in der Hoffnung, dass er nicht zum Objekt von Medienspekulationen wird. Ich freue mich darüber von euch Nachrichten und Kontakte zu euch zugeschickt zu bekommen, ich kann euch aber nicht garantieren, dass ich euch allen bald einzeln antworten kann.

Die Adresse, an die ihr mir schreiben könnt, ist: Frazione Cels Ruinas 27 – 10050 Exilles (TO), Italia

Aus einem Krankenbett, 21. März 2012
Euch allen Stärke und Freude
Luca Abbà

Quellen notav.info, culmine
übersetzt auf Englisch in Zusammenarbeit mit parolearmate

Slogan von den Barrikaden in Val di Susa, der überall in Italien gerufen wird:

Wir gehen und kommen zusammen zurück, Chiomonte wie Athen, wir sind alle der schwarze Block; die Bullen auf der Baustelle werden zittern, wenn NO TAV kommt. Atene… Atene…

Stärke, Luca! Stärke, NO TAV!

İstanbul: Gedenken an das Beyazit- und Halabjamassaker

Am 16. März fand in Beyazit/İstanbul ein Protest zum Jahrestag der Massaker von Beyazit (16. März 1978) und Xalabja (16. März 1988) statt. Die Demo wurde von der 16 Mart Platformu (Plattform 16. März) organisiert. Die Revolutionäre Anarchistische Aktion (DAF) war eine der TeilnehmerInnen, die sich an der Plattform beteiligten. Der Protest wurde in Laleli abgehalten, dann wurde ein Kommuniqué mit Bezug dazu vorgelesen.

„…Wir werden den Kampf der RevolutionärInnen, die vom Staat ermordet wurden, fortsetzen. Wir werden die Stimme der Brüderlichkeit der Menschen gegen Rassismus erheben.

Wir werden Beyazit, Maraş, Çorum, Dersim, Halabja, Roboski, Çukurca, Ranya und Pontus nicht vergessen. Diejenigen, die für diese Massaker verantwortlich sind/waren, werden dafür bezahlen.“

Das Massaker von Bayazit: Am 16. März 1978 warf eine nationalistische Gruppe in der Universität von İstanbul eine Bombe auf revolutionäre StudentInnen. 7 RevolutionärInnen starben und 41 weitere Menschen wurden verletzt.

Das Halabja Massaker: Der Halabja Giftgas-Angriff, auch bekannt als „Halabja Massaker“ oder „Blutiger Freitag“, war ein genozidales Massaker gegen die kurdische Bevölkerung. Es fand am 16. März 1988, während der letzten Tage des Iran-Irak Krieges statt, als die irakischen Regierungkräfte in der kurdischen Stadt Halabja (irakisches Kurdistan) chemische Waffen einsetzten. Bei dem Angriff wurden 3200 bis 5000 Menschen getötet und 7000 bis 10000 Menschen verletzt. Die meisten davon waren ZivilistInnen. In den Folgejahren des Angriffs, starben weitere tausende Menschen an Komplikationen, Krankheiten und Geburtsfehlern.

Quelle: Anarşist Faaliyet / übersetzt von Anarşi Haber

Thrakien, Griechenland: Ein weiterer Migrant wurde tot (nach Wochen) im Evros aufgefunden

18. März 2012: Die Leiche eines weiteren Migranten wurde aus dem Evros-Fluss geborgen. Dieser Mann wurde seit einiger Zeit vermisst und ist laut Berichten seit mehreren Wochen tot. Die Prozentzahl toter oder vermisster Flüchtlinge – die den Fluss (und damit das Landesgrenzen) überqueren, um in den Ländern der so genannten westlichen Welt nach einem besseren Leben (Überleben) zu suchen, derselben, die ihre Länder zerstört, ohne jemals gewillt zu sein, die Konsequenzen für ihre Taten zu tragen – hat sich in den letzten Monaten seit dem Tag, an dem die internationalen Bullen von FRONTEX den “Grenzschutz” übernommen haben, erhöht.

Zur selben Zeit führte die Leitung der deutschen Grenzwachen eine Inspektion in den Räumlichkeiten des Konzentrationslagers durch, in denen eine überdurchschnittlich hohe Anzahl MigrantInnen (größer als die Räumlichkeiten es zulassen), sogar kleine Kinder, unter entsetzlichen Bedingungen gefangen gehalten werden. Dieselben Anführer besuchten später Vorführungen von Militärübungen der Bullen von den FRONTEX-Kräften.

Dieses Benehmen der Staaten und ihrer Armeen, lächelnd ihre Feste (die feierliche Einweihungen der Grenzzäune, das Begaffen der trainierenden Bullen, die Menschen an den Grenzen und in den Konzentrationslagern verhaften, foltern und ermorden) zu organisieren, während sie sich vor den Kameras der Medien gegenseitig beglückwünschen, und dass zur selben Zeit, wenn Leichen auf die Flussbänke und aus dem Ägäisches Meer angespült werden, zeigt wie wichtig ihnen Menschenleben sind…

Quelle traciacontra / besucht auch frontexplode

Athen: Drei, der am 12. Februar Festgenommenen werden immer noch auf dem Hauptrevier der Polizei festgehalten!

Nach dem gestern am 19. März Kontakt zu einem Anwalt bestand, wurde bekannt gegeben, dass drei der während der Protestmobilisierung am 12. Februar Festgenommen, die sich in U-Haft befinden, immer noch in den Kerkern der GADA (Polizeihauptrevier Athens) gefangen gehalten werden, und zwar mit der Begründung, dass sie aus Platzmangel nicht in ein Gefängnis überführt werden könnten… Wie berichtet wurde, benutzen die staatlichen Behörden auch den Streik der GefängniswärterInnen als Ausrede für diese Vorgehensweise. Seit über einem Monat sind die SozialaktivistInnen nun schon in den Arrestzellen des Polizeihauptreviers eingesperrt, ohne in dieser Zeit das Tageslicht gesehen zu haben (es gibt keinen Hofgang in solchen Arrestzellen) unter armseligsten Hygiene- und Ernährungsbedingungen, schlimmer noch, als in jedem Gefängnis. Was da passiert, hat es so noch nicht gegeben.

Der Genosse Vaggelis Kailoglou, der vierte Festgenommene, hat am 9. März einen Solidaritätsbrief für die Anarchistin Stella Antoniou geschrieben, so wissen wir, dass er im Koridallos Gefängnis festgehalten wird.

Sofortige Freilassung aller 4, die seit dem 12. Februar in U-Haft sitzen! Sofortige Verfahrenseinstellung für alle, die am selben Tag gefangen und verurteilt wurden!


Wir haben ein paar gute Nachrichten: Gestern, am 19. März, wurde Panagiotis „Takis“ Masouras aus dem Koridallos Gefängnis entlassen, nachdem seinem Antrag schließlich stattgegeben wurde. Sofortige Freiheit für alle!

Athen: Die gegenseitige Solidarität stärken

Am Sonntag, den 11. März, nahmen mehrere GenossInnen aus verschiedenen Ländern an der offenen Versammlung von Contra Info in Athen teil. So waren wir am folgenden Tag in der Lage eine symbolische Aktion von beidem; internationaler Solidarität und Gegeninformationen durchzuführen. Wir hingen Transparente von vier wichtigen Fällen in verschiedenen Teilen der Innenstadt Athens auf.

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Auf einem kleinen Transparent, das wir am Eingang des Athener Polytechnikums in der Sournari Straße angebracht haben, steht: “Internationale Solidarität zwischen den Unterdrückten”. Ebenfalls am Polytechnikum auf der Seite der Patission Straße, hängten wir ein Transparent für den Genossen Tortuga, auf. Das geschah im Hinblick auf den 20. März, an dem es einen internationalen Tag mit Solidaritätsaktionen für Luciano Pitronello geben wird. Ihm drohen 15 Jahre Knast von den Verfolgungsbehörden des chilenischen Staates, weil er in Santiago am 1. Juni 2011 in einer Filiale der Santander Bank einen Sprengsatz deponiert hatte. Auf dem Transpi steht auf Spanisch/Griechisch: “Freiheit für den Genossen Tortuga! Solidarität mit den Geiseln des Krieges in Chile”.

In Exarchia hängten wir ein Banner zum Gedenken an Oury Jalloh, auf Deutsch/Griechisch, auf: “Oury Jalloh, das war Mord. Oury Jallohs Erinnerung ist lebendig! Keine Toleranz für staatliche MörderInnen. Solidarität mit den GenossInnen in Deutschland.” Oury Jalloh verbrannte am 7. Januar 2005 bei lebendigem Leibe in einer Polizeistation in Dessau/Deutschland. Seitdem brachten Verwandte, FreundInnen und solidarische Menschen den Fall vor Gericht und verlangen, dass diejenigen, die für den Mord an dem 36 jährigen Flüchtling aus Sierra Leone verantwortlich sind, bestraft werden. Während der letzten Tage, wurde der Fall vor dem Landesgericht in Magdeburg unter Polizeiterror verhandelt.

Für den NO TAV-Aktivisten aus Italien, der immer noch im Krankenhaus liegt, nachdem er am 27. Februar, während einer weiteren repressiven Operation in Val die Susa, lebensgefährlich verletzt wurde, wurde in der Patission Straße vor der Wirtschaftsuniversität Athens (ASOEE) ein Banner auf Italienisch/Griechisch angebracht, auf dem zu lesen ist: “KEIN TAV, KEIN STAAT, KEIN KAPITAL – Solidarität mit Luca Abbà – Sabotage aller Hochgeschwindigkeitszüge des Systems”. Der Protest bleibt trotz der mörderischen Hand von Staat und Kapital lebendig, der Kampf gegen den Hochgeschwindigkeitszug auf der Strecke Turin-Lyon dauert nun schon seit den frühen 90’er Jahren bis zum heutigem Tage an.

Am Eingang zur Panteion-Universität Athens (sozial- und politikwissenschaftliche Universität Athens), in der Syngrou Allee, haben wir ein Transparent auf Französisch/Griechisch angebracht: “Solidarität mit Ivan, Bruno, Damien, Inès, Franck, Javier – Hände weg von unseren GenossInnen in Frankreich!”. Diese sechs AnarchistInnen werden seit vier Jahren unter dem Antiterrorismusgesetz verfolgt. Kurz und bündig; alle sechs wird unter dem französischen Terrorgesetz derselbe Prozess gemacht werden. Ivan, Bruno und Damien wurden im Januar 2008 auf dem Weg zu einem Protest vor der Jugendarrestanstalt in Vincennes wegen Besitz von Räuchermitteln festgenommen. Ein paar Tage später wurden Inès und Franck in Vierzon wegen Besitz von Anleitungen zu Sabotagetechniken und einer Karte eines Jugendgefängnisses festgenommen. Die Polizei setzte DNA-Tests ein und behauptete, dass Inès DNA-Proben mit einer von fünf DNA-Spuren übereinstimmt, die an einer Tasche gefunden wurde. Die Tasche beinhaltete Flaschen mit Benzin und befand sich 2007 während der zweiten Runde, der Präsidentschaftswahlen in einem Polizeiabschleppwagen. Beide Ermittlungen wurden sehr bald in einem Aktenordner abgeheftet, der Fall wurde dann von den Antiterrorismus-Staatsanwälten übernommen. Dann fanden die Bullen angeblich Damiens DNA an der Tasche. Dieser DNA-Testpraxis folgend, dauerte es nicht lange, bis auch Inès’ Bruder für die Ereignisse in 2007 verhaftet wurde. Außerdem wurde Javier im Juni 2010 wegen einer Sabotageserie auf Schaltschränke der SNCF-Signalstation angeklagt, Brandstiftungen, die 2006 während der “CPE”-Bewegung einen Teil des Schienenverkehrs lahm gelegt haben. Noch einmal, Javiers DNA wurde von der Polizei am Tatort einer versuchten Sabotage gefunden. Alle sechs saßen zwischen 5 und 13 Monaten in U-Haft. Die Hauptanklagepunkte gegen sie sind: Teilnahme an einer Organisation, die terroristische Akte vorbereitet (für alle sechs von ihnen); Herstellung von Sprengsätzen (für drei von ihnen); versuchte Zerstörung fremden Eigentums (für drei von ihnen); Besitz oder Transport von Sprengsätzen oder Brandprodukten (für vier von ihnen) und Verweigerung der Abgabe von DNA-Proben (für alle von ihnen). Ihr Verfahren ist für den 14. Mai 2012 in Paris angesetzt. – mehr Informationen auf Deutsch und Französisch 1 , 2 , 3

Patras, Griechenland: Antifaschistische direkte Aktion

Heute am 15. März kurz nach 13 Uhr (griechischer Zeit) stürmte eine große Gruppe AntifaschistInnen und AnarchistInnen die örtlichen Büroräume der Neonazi-Partei Chrissi Avgi (Goldene Morgendämmerung), die sich in der Germanou Straße im Zentrum der Stadt Patras befinden. Das Faschonest, das gerade erst am Montag (12. März) eröffnet wurde, wurde komplett demoliert. An die meisten Wände des Gebäudes, das den Neonazischlägern zur Verfügung gestellt wurde, wurden auch antifaschistische Parolen gesprüht, ihr Hetzmaterial wurde in Brand gesteckt und auf die Straße gekippt. Die GenossInnen verließen den Ort des Geschehens in einer Demo.

Hass und Wut auf alle RassistInnen

Quelle

Athen: Tag des Gedenkens zu Ehren von Lambros Foundas

Zwei Jahre nach dem Mord an dem anarchistischen Genossen Lambros Foundas, fand am Sonnabend, 10. März 2012, eine kämpferische Gedenkdemonstration statt.

Gegen 12 Uhr Mittags, begann auf dem Monastiraki Platz eine Kundgebung mit Lautsprecheranlage, die circa eine Stunde andauerte, bevor sich fast 1.000 Leute auf den Weg durch die zentralen Straßen Athens (Athinas Straße, Omonia Platz, Stadiou Straße, Syntagma, Amalias Allee, Othonos Straße, Panepistimiou Straße, Propyläen) machten, oft zogen sie dabei das Interesse der PassantInnen auf sich. Auf der gesamten Strecke waren unzählige Polizeieinheiten anwesend, während die OrganisatorInnen der Demo die essentiellen “Schutzmaßnahmen” zur Verfügung stellten.

Es wurden Broschüren mit den politischen Erklärungen der GenossInnen, die zurzeit im Revolutionären Kampf-Fall vor Gericht stehen, verteilt und gleichzeitig die Straßen  der Innenstadt mit Flugis und die Mauern mit Graffiti und Stencil bedeckt. An der Demospitze gab es zwei Transparente auf denen zu lesen war: “Solidarität mit all denen, die im Fall Revolutionärer Kampf verfolgt werden”, “Lambros lebt im Herzen jedes/jeder Revolutionär(s)in weiter”, “Freiheit für alle Gefangenen”, “Weder kriminelle/r noch politische/r GefangenEr; zündet alle Gefängnisse an”, “Staat und Kapital sind die einzigen Terroristen; Solidarität mit den bewaffneten Guerillas”, “Leute, greift zu den Waffen; jetzt oder nie”, “Leute, ihr seid am Verhungern; warum kniet ihr vor ihnen nieder? Leute, ihr seid am Verhundern; warum hängt ihr sie nicht auf?” (vor dem zentralen Markt Varvakios Agora), “Auf das sich Kaminis Haus in Asche verwandelt” (vor dem Rathaus), “Der 12. Februar war nur der Anfang; vorwärts zum weltweiten Aufstand”, “Der 12. Februar war noch nicht genug; nächstes Mal muss das Parlament fallen”, “Freiheit für die Mitglieder vom Revolutionären Kampf; Äxte und Feuer für die staatlichen Wachhunde”, “Bullen, KKE [“Kommunistische” Partei Griechenlands], Neonazis, all der Abschaum arbeitet Hand in Hand”, “Beten wird die Welt nicht verändern; lasst uns die Kirchen enteignen”, “Freiheit für Stella Antoniou”. Es wurde auch ein Sprechchor auf Italienisch gerufen: “Anarchia, Destabilizzazione, Azione Diretta, Inzurrezione” (Anarchie, Destabilisierung, direkte Aktion, Aufstand). Gegen 15 Uhr endete die Demo an den Propyläen, während viele Protestierende weiter nach Exarchia liefen.

Video von der Kundgebung, die am 20. Mai, zu Ehren von Lambos Foundas und aller Kämpfenden, die durch die Hand des Staates gestorben sind, in Dafni stattfand

Wir werden uns wiedersehen

Du gingst mit deinem Haupt hoch erhoben, genauso, wie du gekommen bist,
genauso, wie ich dich kennen gelernt habe, wie immer.
Ich beneide dich.
– Was ist schon Tod?
– Er ist wie totale Finsternis, mit der Zeit gewöhnst du dich dran
und es wird dir nichts mehr ausmachen-.
Und du hast uns zurückgelassen,
mit unserem schlechten Gewissen und unserer Schuld
und unserer Misere und unseren Zweifeln,
um Vorwände zu finden, damit wir uns über Wasser halten können,
einen weiteren Tag
und noch einen Tag.
Ich beneide dich.
Weil du o.k. bist, du bist immer o.k.
Ich brauche dich.
Um mir zu zeigen, was Würde bedeutet,
um mir zu zeigen, wie mensch keine Angst hat,
um mir zu zeigen, wie mensch keine Kompromisse schließt.
Ich brauche dich an meiner Seite auf der Straße und auf meinem Weg.
Und, um mit mir zu reden, mit mir zu reden.
Und mir zuzuhören, mich zu hören.
Damit ich ein wenig Energie von deiner Wahrheit stehlen kann,
ein wenig Courage von deiner Freiheit
ein wenig Vertrauen von deinen Werten.
Sie sagen, dass du ein Terrorist bist.
Das ist wahr. Du terrorisierst unsere Angst, unsere Bequemlichkeit, unseren falschen Schein, unsere Apathie, unseren leeren Blick, unsere verminderte Libido, uns, wie wir uns an die Hässlichkeit gewöhnen, unseren Maulkorb, unsere Scheuklappen, unsere Handschellen, die Ketten, die uns daran hindern, gefährlich zu werden.
Es gibt etwas, dass wir diskutieren müssen.
Manche sagen, sie entschieden sich dafür, nicht zu handeln, weil sie Angst um ihr kleines Leben haben. Sie sagen, dass sie ihr Leben lieben.
Andere entschieden sich aus genau denselben Gründen dafür, zu handeln.
Sie sagen, sie lieben ihr Leben und können nicht tolerieren, dass ihr Leben verschwendet wird.
Sag mir, können sie beide Recht haben?
Sie können nicht.

VENCEREMOS

An den Genossen und Freund, der vor genau zwei Jahren an diesem Tag mit erhobenem Haupt aus diesem Leben ging.

Der Anarchist Lambros Foundas, Mitglied der Stadtguerillagruppe Revolutionärer Kampf, wurde am 10. März 2010 von der griechischen Polizei ermordet [hier 1, 2 sind einige Bilder von der Demo im März 2010].

Valencia, Spanien: Direkte Aktion für die Mobilisierung der StudentInnen als Antwort auf die Repression

Montagnachts, 27. Februar, wurden in der Stadt Valencia mehrere Aktionen durchgeführt:
– Auf dem Universitätsgelände wurden zwei Bankautomaten abgefackelt
– Ein Bankautomat wurde mit einem Zementblock unbrauchbar gemacht
– Anzünden einer Tram-Haltestelle

Wir führten diese Aktionen aufgrund der Situation, die wir in Valencia erleben, durch. Die Polizeirepression während der StudentInnendemos, zusammen mit den sich ausweitenden Kürzungen im Sozialsektor, weisen auf eine Zuspitzung der Angriffe seitens des Staates und der kapitalistischen Unternehmen gegen die paar Rechte, die wir vorher hatten, hin.

Die OberschülerInnen von der IES Lluís Vives sind zu einem Protest herausgekommen, der die Makro-Demonstrationen (oder Prozessionen) der Verbände und linken Parteien überwindet. Da diese Proteste realisiert wurden, ohne nach einer Genehmigung zu fragen und sie wurden in einer aggressiven Art und Weise mit der Essenz des Staates und des Kapitalimus konfrontriert, wenn die Masken fallen gelassen werden und Gewalt übrig bleibt.

Das ist der Grund, warum unser Beitrag zu diesem Kampf die Form der Sabotage und des Angriffes annimmt. Das System ist gewälttätig; deshalb sind wir Radikale.

Es geht um unser Leben. Für die Verbreitung der Revolte!

Von Turin bis Lyon… Solidarität mit den NO TAV Widerständischen!

Am 29. Februar griff eine Gruppe von 30 Leuten in Lyon (Frankreich) das italienische Konsulat mit Farbbomben an. Soliparolen für den NO TAV-Kampf und den Aktivisten Luca Abbà, wurden auch an die Wände geschrieben.
Forza Luca! Liberi tutti!

Quelle  /+ lies auch Solidarität mit den Festgenommenen von NO TAV (en)

Ein Gefängnis genannt Honduras

von Organización Fraternal Negra Hondureña, OFRANEH

Dienstagnacht, 14. Februar, verbrannte das Zentrum der JVA in Comayagua, mit dem bedauerlichen Resultat von mehr als 355 verkohlten Gefangenen. Das ist das dritte Mal in 10 Jahren, dass entsetzliche Feuer hunderten Gefangenen das Leben kosten; viele unter ihnen wurden nicht einmal für irgendetwas verurteilt oder wurden nur vor die Behörden gezerrt, weil sie Tätowierungen hatten.

Die Feuer während der Amtszeit des Nationalisten Ricardo Maduro im Gefängnis von Ceiba und San Pedro Sula, dienten nicht als Lehrstück zur abnormen Verwaltung der Justiz und der Gefängnisse in Honduras. Einmal mehr wiederholt sich die Geschichte aber jetzt wie es scheint sogar noch grimmiger, mit durchgesickerten Erklärungen von angeblichen Flüchtenden, die von einer geplanten Flucht in Komplizenschaft mit der Gefängnisleitung und Hinweisen von NachbarInnen der Gefängnisfarm handelt, die einen stechenden, aus der Gasleitung des Gefängnisses kommenden Geruch wahrnahmen. Die Gewalt, in der sich das Land wieder findet ist nicht unbegründet. Die reduzierte Machtelite macht sich mitschuldig an der Absonderung Honduras, ganz klar mit der üblichen Unterstützung von Ländern, deren Interessen sich um die Plünderung der so genannten natürlichen und menschlichen Ressourcen drehen.

Der Putsch 2009 diente als Katalysator für die Demütigungen, die die Bevölkerung Honduras erlitten hat. Leider legitimierten die Wahlen, die vom US-Imperium und einigen EU-Ländern aufgezwungen wurden die Putschisten und das Nachfolgeregime, das dem Prozess des Fenstersturzes der Demokratie dient.

Der existierende Fäulnisprozess in den staatlichen Sicherheitsorganen, die Plünderung der Arsenale, der Waffenschmuggel aus der USA, die Militarisierung der Drogenkartelle, die unkontrollierbaren Banden (Maras, Kinder des Neoliberalismus) sind Teile dieses Gewaltcocktails, der die Menschen in Honduras vernichtet.

Wenn sich die Gerüchte über die Beteiligung der Strafvollzugsbehörden bei der Entstehung des Feuers bestätigen (neben dem verabscheuungswürdigen schuldhaftem Verhalten, der Feuerwehr den Zugang zum Gelände zu verweigern und die Gefängniszellen verschlossen zu halten), werden sich die Ereignisse von Comayagua als geplantes Massaker erweisen und somit das bereits verschiedene Rechtssystem der derzeitigen Bananenrepublik steinigen.

Das gesamte Land ist von diesem Massaker komplett überwältigt. In der Zwischenzeit behält die jetzige Verwaltung ihr permanentes Lächeln und im Orwellschen Erzählstil seines Ministeriums für Wahrheit, versuchen sie das Honduras zu verbergen, die Tiefen, in die wir versunken sind, in ein Feld der Menschenrechtsverletzungen und Wirtschaftskrise, die das Land in Mitleidenschaft zieht. In diesem Land sind wir alle Gefangene einer kleinen Gruppe Wahnsinniger, einige unter ihnen auf Repression spezialisiert andere auf Abschreckung. Das politische Labor, das zum so genannten Todesdreieck (Guatemala, El Salvador und Honduras) geworden ist, half dem US-Imperium eine Kriegszone zu erschaffen, in der Unsicherheit zur Mediendesinformation genutzt wird, um den Menschen die Notwendigkeit einer strengen Regierung, die die Gewalt auslöscht, einzuimpfen.

Ein Beispiel ist der gewählte Präsident von Guatemala Otto Pérez, auch bekannt als der Schlächter der Ixil Menschen. Der Verlust des historischen Gedächtnisses der Menschen ist ein ernstzunehmender Indikator für die Unfähigkeit unsere Probleme zu lösen und wie einige Fraktionen sich einschalten und um eine Intervention aus dem Ausland nachsuchen.

Die laufende Gewalt ist nicht grundlos sondern eher ein gut vorbereitetes Skript, das über lange Distanzen geleitet wird, mit dem makabren Ziel Honduras in Brand zu stecken und die Herrschaft zu verlängern.

La Caiba, Atlántida, 20. Februar 2012

Quelle: 1 , 2

Athen: Brief von Vaggelis Kailoglou in Solidarität mit der Anarchistin Stella Antoniou

Solidarität mit Stella Antoniou

In ein paar Tagen wird eine Entscheidung über den Antrag der anarchistischen Gefangenen Stella Antoniou auf Entlassung aus dem Gefängnis aus gesundheitlichen Gründen getroffen – zum fünften Mal in Folge.

Die Haftverlängerung setzt ihren schon vorbelasteten Gesundheitszustand einem ernsthaften Risiko aus. Diese Situation macht unsere Solidarität mit Stella zwingend erforderlich.

Unter den Bedingungen sich zuspitzender Repression, die die Kulisse der steigenden Armut und des Sozialraubs ergänzt, sind Einigkeit und Solidarität notwendige Voraussetzungen für die Fortsetzung der Kämpfe.

Vaggelis Kailoglou
Koridallos Gefängnis
9. Marz 2012

Vaggelis ist einer der vier Protestierenden, die seit dem 12. Februar 2012 in U-Haft sitzen.

GENOSSINNEN, BLEIBT STARK BIS ZUR FREIHEIT!

Polen: Treffen für eine antikapitalistische Gegenoffensive

Letztes Wochenende (3-4.02.) besuchten Mitglieder von verschiedenen antikapitalistischen Organisationen Europas das Territorium, das vom polnischen Staat kontrolliert wird, um an einer internationalen Versammlung, die sich auf die neue Gegenoffensive gegen das Kapital und die Regierungen bezieht, teilzunehmen. Die AktivistInnen, größtenteils Mitglieder anarcho-syndikalistischer und antiautoritärer Gruppen kamen aus verschiedenen Ländern, z. B. aus Griechenland, Italien, Österreich, der Ukraine, der BRD, den Niederlanden, Spanien und Portugal. Aus Sicherheitsgründen wurde der Versammlungsort nicht öffentlich bekannt gegeben.

Der Fokus des Treffens lag auf der Strategie der Eskalation öffentlicher Proteste und Direkter Aktionen überall in Europa. Neben vielen anderen Themen, diskutierten die AktivistInnen darüber, wie Schwachpunkte in den Strukturen lokaler Behörden gefunden werden können, wie effektive direkte Aktionen gegen die Banken und Unternehmen durchgeführt werden können und wie während der Massendemos Schutz gegen Polizeirepression bereit gestellt werden kann. Die Leute unterhielten sich auch über Polizeitechniken (in verschiedenen Ländern), die benutzt werden, um Ausschreitungen zu unterdrücken und über weitere Themen, die mit der Infrastruktur des Sicherheitsnetzwerks und der dezentralisierten Organisationsstruktur in Verbindung stehen.

Der Protest “Tage der Wut”, der am 31. März in Warschau stattfinden wird, wird ein Teil einer neuen Gegenoffensive sein. Sehr wahrscheinlich wird es in vier oder fünf der oben genannten Länder an diesem Tag mehr direkte Aktionen geben.

Athen: Sofortige Freilassung der vier Verhafteten des 12. Februar, die in U-Haft sitzen!

Intervention in Egaleo durch den selbstverwalteten Treff (steki) vom Technologischen Bildungsinstituts (TEI) Athens. Die Intervention fand in Solidarität mit den vier eingesperrten GenossInnen, die auf der Demonstration am 12. Februar festgenommen wurden, statt.

Sofortige Freilassung vier, die seit Sonntag, 12. Februar, in U-Haft sitzen - Solidarität ist unsere Waffe!

Am 29. Februar führte der selbstverwaltete Treff aus der TEI Athens eine Soliintervention für die GenossInnen, die seit dem 12. Februar in U-Haft sitzen, durch.

Außerhalb der Egaleo U-Bahnstation wurden an den Kreuzungen Iera Odos und Thivon Solibanner angebracht. Flyer mit Slogans wurden ebenfalls in den zentralen Teilen des Bezirks ausgeworfen.

Die Inhaftierung von Protestierenden nach einer Anklage unter schweren Straftaten, dass sie durch die Veröffentlichung ihrer Fotos und Personalien an den Pranger gestellt werden und die Polizei zur Denunziation aufruft, offenbart die Bestrebungen des Staates, Kämpfende zu terrorisieren.

Unsere Antwort muss die tatsächliche Solidarität sein.
KeinEr darf alleine gelassen werden.

Wer auch immer die Geiseln des Kriegs vergisst, vergisst den Krieg selbst - Sofortige Freilassung der vier, die am Sonntag, 12. Februar, verhaftet wurden

Quelle

Montreal, KKKanada: Polizeigewalt und Vergeltung im Zusammenhang mit dem Generalstreik der StudentInnenbewegung

Seit dem 14. Februar bewegt eine große Streikbewegung den Hochschulsektor (Hochschulen und Universitäten) in der Region Quebec. Diese Generalstreikbewegung, die hauptsächlich von einer linken Koalition von StudentInnengewerkschaften angeführt wird – die CLASSE (eine französische Abkürzung für: Breite Koalition der Vereinigung für studentische, syndikalistische Solidarität) – hat sich zum unmittelbaren Ziel gesetzt, die kürzlich anberaumten Steigerung der Studiengebühren von 25% durch die neoliberale Regierung Quebecs zu verhindern. Es ist die zweite Erhöhung innerhalb der letzten 4 Jahren, nachdem die Studiengebühren mehr als 15 Jahren nicht angetastet wurden. Die Bewegung umfasst 125.000 streikende StudentInnen und viele Streikabstimmungen durch die StudentInnenversammlungen stehen in den kommenden Wochen bevor. Viele massive Demos, an denen tausenden Menschen teilnahmen, lösten mehr und mehr Repression der Polizei aus.

Am 7. März hat die repressive Gewalt eine tiefe Kerbe geschlafen als ungefähr 1000 Menschen ein Gebäude in der Innenstadt Montreals blockierten, das Büros der öffentlichen Lotterien (Loto-Quebec) und der „Conference of University Rectors“ – eine relativ reaktionäre Organisation, die sich für die Steigerung der Studiengebühren ausgesprochen hat – beherbergt. Unter der strahlenden Sonne haben sich ca. 200 Menschen Zugang zum Gebäude verschafft und den Zugang zu den Fahrstühlen blockiert, während andere die Eingänge und die umliegenden Straßen besetzten, dabei eine Barrikade aus Metallgeländer errichteten, um die Sherbrooke Str. zu schließen (eine der Hauptstraßen im Zentrum Montreals), und um sich vor Angriffen der Polizei zu schützen. Die Riot-Polizeieinheit wurde dann eingesetzt und griff die Menge an, indem sie die Prostierenden mit Knüppeln und Schildern schlug, Pfefferspray ausgiebig einsetzte und viel „Schockgranaten“ warf. Eines dieser Geräte, das einen lautstarken Knall hervorruft und gleichzeitig als Bruchstücke und Pfeffergas abwirft, hat einen studentischen Protestierenden ernsthaft verletzt, der einen Splitter in seinem rechten Auge bekam und ins Krankenhaus gebracht wurde. Continue reading Montreal, KKKanada: Polizeigewalt und Vergeltung im Zusammenhang mit dem Generalstreik der StudentInnenbewegung

Spanien: Antifaschistischer Alarm in Toledo

Eine Gruppe von 15 gut koordinierten und organisierten vermummten Neonazis führte Sonnabendnachts (18. Februar) mehrere Angriffe auf vier Linke und antifaschistische AktivistInnen durch.

Sie stachen zwei Leute nieder, die sich immer noch auf der Intensivstation befinden. Ein dritter wurde niedergestochen und musste mit 25 Stichen genäht werden, außerdem hat er 25 Klammern. Es wurde auch von Übergriffen mit Baseballschlägern berichtet. (Später wurde bestätigt, dass ein Jugendlicher Platzwunden am Kopf erlitten hat.)

In Toledo ist die Anwesenheit und Aggressivität von extrem gewalttätigen Faschogruppen nun seit einer Weile offensichtlich – aber natürlich ist das für die Regierungsdelegation in Castile-La Mancha kein Grund Alarm zu schlagen. Es ist unbedingt notwendig unsere Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen, jetzt da die Bulldoggen ihre Maulkörbe verloren haben.

Mit dieser Faktenlage wurde am Sonntag (19. Februar) zu einer Notversammlung auf dem Zocodover Platz aufgerufen, um sich mit den angegriffenen solidarisch zu zeigen und seine Abscheu gegen die organisierten Faschobanden auszudrücken. Trotz der kurzen Mobilisierungszeit, nahmen über 100 Leute an dem Treffen teil. Unter ihnen waren GenossInnen, die aus Ciudad Real und Madrid kamen.

Wir möchten uns insbesondere erst einmal bei allen, die an dem Treffen teilnahmen, für ihre Anteilnahme und Wärme bedanken, gefolgt von all den verschiedenen, koordinierten, antifaschistischen Gruppen, die überall im spanischen Staat Solidaritätsaktionen durchführten und den unzähligen Einzelpersonen, die uns kontaktierten, um uns Kraft zu schicken.

Wir arbeiten an weiteren Aufrufen, die wir euch bald bekannt geben werden. Es endet hier nicht; wir werden keine weitere faschistische Aggression erlauben. Es ist dringend notwendig die antifaschistische Solidarität zu aktivieren.

MAXIMALE SOLIDARITÄT MIT DEN GENOSSINNEN! GEMEINSAM KÄMPFEN GEGEN DIE FASCHISTISCHE AGGRESSION!

¡NO PASARÁN!

Antifaschistische Plattform aus Toledo & FreundInnen und EinwohnerInnen aus Toledo

Quelle

Heraklion, Kreta: Antifaschistische Aktion gegen Neonazis

Kommt mit Taschenmessern, kommt mit Messern; Faschos, wir werden euch die Arme und Beine brechen

Erklärung von Antifas zum Vorfall des Versuchs der Nazischläger von Chrissi Avgi/Goldene Morgendämmerung im lokalen Kanal “Kriti TV” aufzutreten

Am Freitag, 2. März, gegen 15 Uhr griff eine Gruppe GenossInnen, nachdem sie die Nachricht erreichte, dass die Faschos sich dort treffen werden, Mitglieder von der Goldenen Morgendämmerung auf einem Industriegelände in Heraklion an. Wir waren uns ihrer Anwesenheit in der Stadt schon seit Anfang der Woche bewusst. Die Faschos waren beim “Kriti TV”-Kanal, weil der Anführer der Kreta-Fraktion dieser Nazipartei vorhatte, eine öffentliche Rede zu halten. Nach einem kleinen Handgemenge, rannten die Nazis in ein benachbartes Restaurant der TV-Station, um sich dort zu verstecken. Von dort aus, sahen die Schläger uns zu, wie wir, bei unserem Versuch ins Innere des Gebäudes zu stürmen, die Tür des Ladens demolierten und auch, wie wir eines ihrer Privatautos kaputt machten. Die Reaktion der Hitlerfans beschränkte sich auf Drohungen aus sicherer Entfernung, während sie Gegenstände hinter die Tür stellten und die Bullen riefen.

Der Versuch, in den Geschäftsräumen von “Kriti TV” zu erscheinen, folgt ihrer provokativen Präsenz in dem Dorf Viannos vor über zwei Wochen, als die Mitglieder dieser legalen – wie sie behaupten – Partei einen Immigranten angriffen und ihn mit einer Schusswaffe bedrohten.

Nach diesem letzten Vorfall, müssen wir folgendes klar machen:

den Faschos:

So wie ihr es im Juni auch kapiert habt, wird eure Anwesenheit in Heraklion, sei sie nun öffentlich oder inoffiziell, nicht toleriert werden, nicht jetzt und nicht zukünftig. Auf jeglichen eurer Versuche, einen Fuß in die Stadt zu setzen, werdet ihr die passende Antwort bekommen.

den Massenmedien allgemein und “Kriti TV” speziell:

Wenn ihr den Hitler-Nachfahren eine Stimme gebt – und sie dadurch als ein weiteres, zwar extremes, aber moralisch legitimiertes politisches Konzept anerkennt – heißt das, dass ihr Faschismus auch automatisch honoriert. Von jetzt an wird jedEr die Verantwortung für seine/ihre Taten übernehmen.

der Öffentlichkeit von Heraklion:

Weil wir in einer Zeit leben, in der alle Arten von Blumen erblühen werden und weil einige unter ihnen ihre giftigen Dornen verstecken, ist sogar die Verdrängung von einzelnen FaschistInnen aus Schulen, von Spielplätzen und aus den Bezirken eine Angelegenheit aller, die nicht die Visionen Hitlers von der Menschheit teilen.

Für die Tatsache, dass der Krieg gegen den Faschismus so langatmig ist, sind hauptsächlich jene verantwortlich, die dem Faschismus mitunter Frieden anboten.

AntifaschistInnen aus Heraklion

Quelle

Russland: Eine kurze Zusammenfassung der Anti-Wahl Proteste vom 5. März in Moskau und St. Petersburg

In Moskau versammelten sich am 5. März AnarchistInnen auf dem Manege- und Lubjanka Platz. Als die AnarchistInnen bemerkten, dass auch dem Lubjanka Platz nur circa 100 Menschen versammelt waren (und die Hälfte der Versammelten recht schnell von einem OMON-Großaufgebot verhaftet wurden), entschlossen sie sich gegen 19 Uhr russischer Zeit zum Puschkin Platz zu gehen. Im Laufe der genehmigten Kundgebung auf dem Puschkin Platz schwenkten die AnarchistInnen schwarz-rote und schwarze Fahnen mit der Aufschrift “Freiheit oder Tod”, andere ihre Sichtweise der aktuellen Entwicklungen mit Plakaten aus, auf denen geschrieben stand: “Alle zurücktreten (ohne Neuwahlen)”, “Wozu brauchen wir einen Präsidenten?”, “Alle PolitikerInnen sind GaunerInnen und DiebInnen”. Aber die meisten Leute hatten nicht viel Mobilisierungsmaterial bei sich, um auf Zusammenstöße mit Bullen vorbereitet zu sein.

Die Zusammenstöße begannen um circa 20.40 Uhr. Die Oppositionellen erklärten, dass sich alle im Anschluss an die Kundgebung auf dem Puschkin Platz friedlich zum Manege Platz bewegen sollen, wo vor den Kremlmauern ein Zeltlager errichtet wurde. Aber als der Protest beendet wurde, riefen die RednerInnen die Menschen dazu auf, auf dem Puschkin Platz zu bleiben und an einem Treffen ohne vorgegebenen Ende, mit der kürzlich “gewählten” Duma-Abgeordneten Ilja Ponomarev teilzunehmen

Die Behörden hatten sich auf Riots vorbereitet und überfluteten das Zentrum Moskaus mit Unmengen OMON-Kräften und gepanzerten Fahrzeugen. Die Bullen brüllten die DemonstrantInnen mit Megaphonen an, dass die Kundgebung jetzt zu Ende ist und sich alle in die U-Bahnstation zu begeben haben. Die Polizei begann die Menschen, die sich außerhalb der Metalldetektoren, die am Eingang des Versammlungsortes aufgestellt waren, aufhielten, zurückzudrängen. Um zur Kundgebung durchzubrechen und entschlossen, an den Drehkreuzen zu bleiben, wurde einfach einer der Metalldetektoren niedergerissen, daran waren auch AnarchistInnen beteiligt. Die Bullen schnappten sich die Leute, die am dichtesten an dem zu Boden gerissenen Metalldetektor waren. In der gröbsten Art und Weise verhafteten sie elf Protestierende.

Kleinere Menschengruppen versuchten in Richtung Kremlseite durchzubrechen und einigen gelang das auch. Die Entschlossensten unter ihnen wurden verhaftet, der Rest wurde zurückgedrängt. Zu der Zeit standen tausende Menschen auf dem Puschkin Platz. OMON-Einheiten umzingelten bald den gesamten Versammlungsort. Die hartnäckigsten Protestierenden bildeten im inneren eines im Winter stillgelegten Springbrunnens Ketten. Am Ende trennten die Bullen die Menschenkette; ein Teil der Leute wurde in Gefangenentransportern weggekarrt, der Rest vom Platz vertrieben.

In der Innenstadt wurden fast 250 DemonstrantInnen festgenommen, unter ihnen waren 25 AnarchistInnen und ihre UnterstützerInnen. An dem Protest beteiligten sich insgesamt circa 30.000 Menschen (unter ihnen auch Ultranationalisten und Neonazis). Das sind sehr viel weniger, als in den vorangegangenen Protesten im Dezember und Februar, an denen sich fast 100.000 Menschen teilnahmen. Linke Analysten prognostizierten allerdings einen Rückgang der Protestierenden während des Frühjahrs und erwarten eine zweite Protestwelle im Sommer, wenn die staatlichen Behörden die Preise für Lebensmittel, Dienstleistungen der Stadtwerke und Benzin erhöhen.

Live Performance der Punkband Pussy Riot am 21. Februar 2012 in der Christ-Erlöser-Kathedrale, wo sie in ihrem Song Putin als “den Kopf des KGB” besangen

Außerdem wurden am selben Tag in Moskau auch zwei Mitglieder der feministischen Punk-Band Pussy Riot (die stark in die Proteste involviert ist), die bereits seit dem Wochenende wegen einer Live-Performance (siehe Video) eingesperrt waren, dem Richter vorgeführt. Ihr Anwalt teilte mit, dass seine KlientInnen noch bis zum 24. April in U-Haft bleiben werden.

GenossInnen, wie sie von den Bullen während der Anti-Wahlen Demo in St. Petersburg verfolgt wurden

In St. Petersburg war eine der Parolen “UNSERE LÖSUNG: SELBSTREGIERUNG!”. Dort wurden laut Berichten fünf Leute verhaftet. Die Bullen griffen die Menschenmenge insbesondere zu dem Zeitpunkt an, als Mollis flogen und verhafteten dafür die Leute, die am nahesten dran waren.

Quelle

Thessaloniki, Griechenland: Solidaritätskundgebung für das besetzte Haus Orfanotofio

STAAT UND KIRCHE, HÄNDE WEG VOM BESETZTEN HAUS ORFANOTROFIO

Am Freitag, den 02. März wurde vor dem Verwaltungsgebäude der Heiligen Metropolis in Thessaloniki in Solidarität mit dem besetzten Haus Orfanotrofio eine Kundgebung mit einer Mikrophonanlage abgehalten. Es sei daran erinnert, dass das besetzte Haus vor einem Monat vom Gesundheitsministerium in den Besitz der griechisch-orthodoxen Kirchen übergeben wurde. Das Gesundheitsministerium erklärte im Internet, Grund dafür sei, es sofort nutzbar zu machen.

Ein Solibanner wurde am Gebäude angebracht, Poster wurden in weiten Teilen des Gebiet verklebt, während viele Texte, auch um die besetzte „Schule zur Erlernung der Freiheit“ zu verteidigen (deren Räumlichkeiten sich ebenfalls im Besitz der Kirche befinden und wo die BesetzerInnen mit Gerichtsprozessen bedroht sind) verteilt wurden.

Wir müssen uns die kirchlichen Immobilien wieder aneignen… weil beten die Welt nicht ändern wird. Solidarität mit dem besetzten Haus Orfanotrofio!

Quelle

Dies ist ein erster Text, der von den BesetzerInnen verfasst wurde – es wird dringend um Verbreitung gebeten

Eigentumstransfer des besetzten Hauses Orfanotrofio vom Gesundheitsministerium zur Heiligen Metropolis von Thessaloniki (Kopf der griechisch-orthodoxen Kirche in der Stadt)

Am 31. Januar wurde ein Beschluss auf der Regierungswebseite diavgeia.gov.gr (diavgeia heißt „Klarheit“!) veröffentlicht, in dem angekündigt wird, dass das besetzte Haus Orfanotrofio (ein ehemaliges verlassenes Kinderheim) der Heiligen Metropolis von Thessaloniki zugesprochen wird, mit der Absicht, dort eine Stiftung für chronisch Kranke einzurichten.

In Zeiten der Krise, wo die Bosse sogar breite Teile der Gesellschaft angreifen und ihr Hauptziel die Profimaximierung ist, in Zeiten, in denen sogar mehr Menschen in die Armut und Misere gedrängt werden und in denen die Arbeitslosen und Obdachlosen täglich zunehmen starten Staat und Kirche die „Wohltätigkeits“-Maschine. Während die Kirche durch die Bewirtschaftung gewaltiger Grundeigentümer kontinuierlich ihre heiligen Profite vervielfacht und während viele Gebäude, die der Kirche gehören leer stehen, beschließen und bestimmen ein paar wenige, dass das einzig geeignete Gebäude für Wohltätigkeitszwecke ausgerechnet jenes ist, das von Leuten der antiautoritären Bewegung besetzt wurde, um dort ihre Bedürfnisse unterzubringen und zu verwirklichen.

Nach dem ersten Angriff auf das besetzte Haus Scholeio (Schule), das täglich verschiedene Aktivitäten anbietet und nach der Räumung des Epiviosi (Überleben) Squats, wo viele Menschen einen Ort gefunden haben, um ihre Grundbedürfnisse zu befrieden, folgt nun die Übergabe des Orfanotrofio, um die „humanitäre“ Arbeit des Staates und der Kirche zu vervollständigen.

Wir, die Leute vom Orfanotrofio Squat, haben nicht vor, das Gebäude in die Hände irgendeiner Autorität, ob staatlich oder religiös, zu übergeben. Seit nunmehr sechs Jahren haben wir gelernt, unser Leben kollektiv zu organisieren, unsere Verweigerung zu verteidigen, uns durchzubeißen und zu kämpfen. Und auf diesem Pfad, dem wir folgen ist das Orfanotrofio eine Grundkomponente. Wir werden diesen Raum verteidigen, so wie wir jeden Raum verteidigen und unterstützen, in dem eine Welt ohne Ausbeutung und Dominanz aufgebaut wird.

NICHT EINEN EINZIGEN ZENTIMETER FÜR DIE GAUNER UND GRUNDBESITZER DIESES STAATES UND DER KIRCHE

Orfanotrofio Squat

Quelle

A Coruña, Galicien: Direkte Aktion in Solidarität mit den kämpfenden Gefangenen

Am 1. März bei Tagesanbruch wurden mehrere Springbrunnen in A Coruña aus Solidarität mit den über 50 Gefangenen, die gegen Folter und Misshandlung in den Gefängnissen Spaniens kämpfen, rot eingefärbt. Daneben wurden auch der Slogan Gefängnis=Folter geschrieben, um die Mauern der Straflosigkeit, die diese modernen Zentren der Auslöschung verstecken und die den konstanten Machtmissbrauch unsichtbar machen, zu durchbrechen.

Da sie die Gefängnisse dort errichten, wo keiner sie sehen kann, brachten wir das Blut der Gefangenen näher, um das saubere Gewissen der BürgerInnen zu verschmutzen.

AnarchistInnen gegen Gefängnisse

Quellen: 1, 2

Lyon, Frankreich: Gleissabotage in Solidarität mit dem NO TAV-Kampf

Am Donnerstag, den 1. März, gegen 13.30 Uhr rannten fast 30 vermummte GenossInnen in den Eingang des “Technikzentrums” in der Croix-Barret Straße in Lyon. Das Technikzentrum ist eine Wartungswerk der SNCF (Staatliche Bahngesellschaft Frankreichs), die auch den Schnellzug (TGV) betreibt. Das Gebäude hat auch eine direkte Verbindung zu den Eisenbahngleisen (z. B. bringen sie dort die Züge rein, die repariert werden müssen). Die GenossInnen rannten auf das Gleisbett zwischen den Bahnhöfen Jean-Macé und Perrache und warfen Sandsäcke und beschwerte Bälle auf die Oberleitungen, bevor sie verschwanden. Sie hatten auch ein Banner mit dem Spruch “Kein TGV Lyon-Turin” dabei.

Diese direkte Aktion verzögerte neben anderen die Ankunft der Minister Pécresse und Wauquiez in der Stadt, da die Züge für über eine halbe Stunde blockiert wurden und noch weitere Unterbrechungen des Zugverkehrs folgten.

Von einer Brücke der SNCF wurde auf der Bahnstrecke nach Wien noch ein Solibanner für den NO TAV-Kampf in Val di Susa gehisst auf dem zu lesen war: “Luca wird leben, der Kampf wird leben.”

Athen: Warum wir am 24. Februar in Kalithea Faschos platt gemacht haben…


Lasst uns jeden Bezirk für die Faschos unpassierbar machen

Im Bezirk Kalithea erschien nun seit geraumer Zeit eine Gruppe Faschos täglich auf dem Kyprou Platz. Sie malten Parolen an die Wände, starteten Angriffe auf ImmigrantInnen und Protestierende; mit kahlgeschorenen Köpfen, Armyboots, Hakenkreuzen, Nazisymbolen in ihren Tattoos… eine umherziehende Horde von Arschlöchern, mit nostalgischen Gefühlen für die Hitlerzeit.

Am 24. Februar erschienen wir in Kalithea und fanden heraus, dass dieser Abschaum von einer Gruppe mit sechs bis sieben Hackfressen auf eine größere Gruppe von Wichsern (Attika Platz, Aghios Panteleimonas Platz), die auch aus anderen Bezirken kamen, angewachsen war. Freitagnacht zählten wir 15-20 Faschoschlägern, die sich auf einer Seite des Kyprou Platzes versammelten. Also taten wir das nahe liegende. Eine gleichwertige Zahl von männlichen und weiblichen GenossInnen startete zum Überraschungsangriff, machten mehrere platt, während der Rest der Gleichgesinnten in Panik die Flucht ergriff, wie zeitgenössische Fahnenflüchtige, die ihre Schilde wegwerfen. Somit ließen sie mehrere aus ihrer Gruppe blutend am Boden zurück.

Die Antifaschistische Aktion ist ein integraler Teil des Kampfes für eine Gesellschaft der Gleichberechtigung und Solidarität; für eine Gesellschaft in der es keinen Platz mehr für rassistische und geschlechtsspezifische Diskriminierung geben wird.  Bis dahin ist es die Aufgabe aller Kämpfenden den Komplizen des Regimes nicht einen Fußbreit des Landes in einem Bezirk zu überlassen. Und jegliche „Reinrassigen“, die versuchen „Säuberungsaktionen“ auf den Plätzen und in den Straßen durchzuführen, sollten wissen, dass in allen Gassen dieser Stadt antifaschistische Streifen auf der Wache liegen… Wir werden sie überrennen…

Faschos, wir warten nicht auf euch… wir halten nach euch Ausschau.

Diese Aktion ist dem Gedenken an Genossen Nikita Kalin gewidmet, der am 9. Februar von einer Gruppe Faschos in Russland ermordet wurde.

Quelle